Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intim­scha­tulle 60

»Die Pferde und Kühe schnupperten an den Fickenden«

1.2. Um 9.15 hoch, mehliger Kopf. Im Waschraum rasiert. Zum Breakfast Plundergebäck, Starkbier mit Zucker. Regnerisch, mild, ausgesprochenes Schmuddelwetter. Experten legen sich fest: »Das war’s mit dem Winter.« Arbeitsversuche, schwach, abgebrochen. Abends TV, auf SWR 3 Reportage über Inkontinenz, Titel: »Die Blase – ein durchlaufender Posten« Grenzwertig.

2.2. Im vergangenen Jahr (2019) war die Maischatulle ein gigantischer Erfolg (mehr als 350 000 Leser). Möglicher Grund: Rosa v. Praunheims Tagebücher Rosas Rache. Nun die gute Nachricht: Es geht weiter.

»1972 New York. Ich denke nur an Sex, nichts anderes – eigenartig. In der Sauna. Ich fickte einen Indianer mit irre breitem, langem Schwanz und anschließend einen, der sehr lieb war. Anschließend einen deutschen Sexfilm. Ich will auch Porno machen.«

»An der YMCM fragten mich zwei Typen, ob ich mit in ihr Zimmer gehe. Einer hatte Knieschützer, damit er sich beim Blasen nicht die Knie wundscheuert.«

»Ein Typ kam im Regenmantel, hob beide Teile hoch und zeigte seinen nackten Arsch. Wir hinter ihm her und fickten ihn. Geil.«

3.2. Was könnte Ex-Herzogin Meghan Markle zukünftig so machen? Witziger Vorschlag: Eine Fernsehserie/Dokusoap »Meghan, die Luxus-MAKLERIN« (Heute-Show oder Dieter Nuhr bitte zugreifen!)

4.2. Die fünfte Jahreszeit in vollem Gang. Zum Glück auch in Hamburg. Abends mit Meyer-Schulau Besuch der Veranstaltung »Jecken an der Elbe«. Für musikalische Unterhaltung sorgt die siebenköpfige Band Unjesalzen. Meyer-Schulau kommt später noch mit einer interessanten Frage »um die Ecke«: »Würden Sie für 300 000 Euro bis zum Ende Ihres Lebens an alkoholischen Getränken ausschließlich Aperol pur trinken?«

5.2. Richtig bescheuerter Name: Ina Knöttgen-Humpert (gesehen bzw. gehört in einer Mallorca-Spezial-Ausgabe von Goodbye Deutschland)

6.2. Ein emotionaler Tag. Ganz weich, wie ein Ei oder Teig. Nur »liebe Gedanken« gehabt. Lieber Beruf: Zuckerbäcker. Liebe Leute: Mauli und Kirk. Liebe Eltern: Mampelchen und Pampelchen. Lieber Mann: Bela Fasigel. Lieber alter Mann: Old Emotion. Lieber Satz: Maren Boje suche eine Koje. Lieber Gegenstand: Eselsbrücke. Auch lieb: Herr Seufert (Mitarbeiter einer Schokoladenfabrik) liegt in der Mittagspause auf dem Rücken unter dem Schokostrahl.

7.2. Aus irgendwelchen Gründen in Erinnerungen an den Schauspieler Götz George »geschwelgt«. Woran sich kaum einer erinnert: G. George war 1972 Hauptdarsteller der dreizehnteiligen ZDF-Abenteuerserie Diamantendetektiv Dick Donald. Er verkörperte darin den Diamantendetektiv D. Donald im Kampf gegen Diamantenräuber. Die besten Folgen: 4) Tödliche Steine 7) McBannisters Witwe 9) Spezialkollektion 13) Ein Mann wird gejagt.

8.2. Ekelhaftes, angeblich von TV-Koch T. Mälzer in die Welt gesetztes Wort: schlotzig. Bedeutet sämig, schleimig, aber auch cremig. Wie kommt man nur auf so was? Immerhin, auf gewisse Menschen anwendbar: Alfons Schuhbeck, Angelo Kelly, Reiner Calmund, allesamt »schlotzige« Typen.

9.2. Schneidende Wasser (Reizblase). Hauswirtschaftl. Verrichtungen. Abends TV-Nervennahrung: »Apfelwein & rote Bete«. Helmut Zierl in der Rolle eines verarmten Winzers, der sein Weinanbaugebiet auf rote Bete umstellen will.

10.2. Marcus Kohlrabi über seinen Ehealltag: »Vom Alleinherrscher (tagsüber) zum Knecht (abends).«

11.2. Tolle Idee: Das kulinarische Kompliment.

Ich würde dich NICHT

  • aufwärmen
  • beiseitestellen
  • im Kühlschrank aufbewahren
  • schockfrosten
  • zu lange ziehen lassen
  • dampfgaren
  • pochieren

Was ich hingegen GERNE mit dir machen würde:

  • heiß anbraten
  • feurig würzen
  • in guter Butter schwenken
  • mit einem Minzblatt (oder Rosmarinzweig) garnieren
  • heiß servieren
  • mir noch einen Nachschlag von dir holen
  • dich bis aufs letzte Krümelchen verputzen und danach den Teller abschlecken

12.2. Groteske Erscheinungen: Sky du Mont, Namika, Jon Bon Jovi.

13.2. Rosas Rache: »1975 Mit geilem Typ und drei anderen in unser Hotel. Zuerst im Bad eine Orgie unter der Dusche. Zwei fickten Peggy und mich, sehr lustig. Jeder lag auf seinem Bett und wurde gefickt. Mich fickten dann noch zwei hintereinander.«

»Hektisch und geil in die Dünen. Ich fand einen kleinen Typen mit Hut, mit dem ich wichste, spritzte schnell ab und war glücklich. Eigentlich blöd, aber Sonne, Sand und Dünen sind schon dufte erholsam.«

»Das dauernde anonyme Rumgeficke ist furchtbar. Ich ging einkaufen.«

14.2. Schlagzeilen in den ausliegenden Zeitungen im Café 2 Talk: LEIPZIGER (41) VON DEFEKTER DÜSE ANGESAUGT // KUNDE ERSCHIESST BEDIENUNG, WEIL ER ZU LANGE AUF SEIN SANDWICH WARTEN MUSSTE // ZOO – IDIOTEN RITZEN IHREN NAMEN IN HAUT VON NASHORN.

15.2. Song-Idee für einen Song, der praktisch nur aus Refrain besteht: WEISSWEINKONTAKTE

  • Weißweinkontakte, ich habe Weißweinkontakte
  • Weißweinkontakte, ich liebe Weißweinkontakte
  • Weißweinkontakte, ich suche Weißweinkontakte
  • Weißweinkontakte, ich pflege Weißweinkontakte

Suche, pflege, brauche, lebe, möchte, träume von usw. – bitte selbständig erweitern/ergänzen!

Von Meisterhand gezeichnet

16.2. Nach längerer (um ehrlich zu sein: langer) Zeit mal wieder eine Anfrage als Testimonial, diesmal von der Firma Kind (Hörgeräte). Idee: »Leichenschmaus«. Eine Trauergesellschaft hat sich um eine Tafel versammelt, dem Anlass entsprechend wird geflüstert, getuschelt, geraunt. Ich sitze (aus Gründen, die es noch zu benennen gilt, vielleicht braucht man es aber auch nicht zu erklären) allein und etwas abseits an einem sog. Katzentisch, lausche dem Gemurmel am Tisch, verstehe trotz der Entfernung (sechs, sieben Meter) dennoch jedes Wort, gestochen scharf. Weil: ICH HAB EIN KIND IM OHR. Meine Konzertagentur Powerline führt die Verhandlungen, mal sehen, was dabei herauskommt.

17.2. Schatullen-Umsonst-Service: lebensoptimierende Maßnahmen.

  • Trainieren Sie, passende Mengen Nudeln, Reis und Kartoffeln zu kochen. Entwickeln Sie den Ehrgeiz, so wenig wie möglich wegzuschmeißen!
  • Für Brillenträger ist die Anschaffung einer sog. Brillengarage ein absolutes Must-have.
  • Besorgen Sie sich eine Mundspülung!

18.2. Bereits um 6.30 auf, mal wieder Morgengymnastik (Seitknieliegehang, Felgaufzug, Querstreckstütz). Arbeit am Roman ganz gut. Abends Ideen gesammelt.

Gute Bandnamen für Jazzrock-/Fusion-Bands: Anlieger frei // Polizeibeamte regeln den Verkehr // Radfahrer absteigen.

19.2. Tag des Eisenbiegers.

20.2. In-&-Out-Liste Februar.

IN: Wooligans (Sanfte Schlägertypen/Softbeater), der Karnevalshit »Beinah, beinah, beinah, hätte ich sie gebützt, doch da kommt der flotte Rainer und hat das Ding geritzt«, ironisch mit dem eigenen Alter umgehen (»Über 50 und ein bisschen Meise, ich bin ein grauer Star, UHU [unter Hundert] und kein bisschen leise«), Wohnlandschaft Onkel Pepe, Sessel Ingrid.

OUT: Stuttgart (Arschlochstadt), »blitzdumme« Vorträge halten, Kredit auf die Vergangenheit nehmen (die alten Sachen interessieren keinen Arsch mehr), der Spruch »Griff in die Kollekte«, enger Lösungskorridor, Füße ohne Schuhe, Gags under pressure, der Langweilsong »Nicht im Lieferumfang enthalten«, Maß statt Massenanfertigung (elitär), in den Alpen Hitler-Feelings bekommen, Rindenmulch, der Bestseller »Realität Mensch« (langweilig).

21.2. Schatulle für Kinder: Pastor Pups mit dem Wort zum Saucen-Tag.

22.2. Vor langer, langer Zeit wurde der Tennisprofi Marc-Kevin Goellner (höchste Weltranglistenplatzierung Platz 26, 1994) mal als Nachfolger von Boris Becker gehandelt. Sein Spitzname lautete genialerweise Baby Bum-bum. Fiel mir gerade ein, wie mir manches »einfach so« in den Sinn kommt. Habe daraufhin recherchiert und ein Zitat gefunden. M.-K. Goellner über sein zusehends schütterer werdendes Haar: »Da ich fast zwei Meter groß bin, kann mir gottseidank nicht jeder auf meine Mücken-Landebahn schauen.« Irgendwie ein netter Kerl. Abends Anruf meines Schulfreunds Torsten »Lieutenant Schellfisch« Fisch. In Erinnerung bleibt seine Bemerkung über das Meer: »Ich mag das Meer. Das Meer ist einfach nur da und sabbelt nicht. Eigentlich bin ich wie das Meer.«

23.2. Rosas Rache: »1976 Etwas deprimiert, weil ich niemanden zum Ficken finde.«

»1977 In der Sauna traf ich einen Chirurgen, der im Dampf meine Hämorrhoiden getastet hatte. Er sagte, dass er sie mir operativ wegmachen will. Dann fickte er mich.«

»1979 Ein großes Fest bei Offenbach auf einer Bauernranch. Alles Lederschwule, und es wurde viel im Dunkeln auf der Wiese gefickt. Die Pferde und Kühe schnupperten an den Fickenden.«

24.2. Den ganzen Tag kurze Schauer, zermürbend. Zum Lunch mit Bertram Leyendieker (Pressburger Ente mit Wein und Holunder-Ketchup). Abends aus Langeweile Google-Suchverlauf gecheckt: Dieter wollny – sl 232 – super balanced action Tenorsaxophon – gebrauchte saxophone Hamburg – band juli flop – klimmzüge – fotos duplikate löschen – Sprecher Nazi Wochenschau Harry Giehse – Sackmuseum – Kraftübungen rücken – beliebte online casino spiele – oberweser fähre – rotes Pesto selber machen.

25.2. KARRIERESCHATULLE: Das natürliche Abfallprodukt von Erfolg ist Geld // Bist du ein Blatt, bist du ein Ast oder bist du die Wurzel? // Erfolgsformel abzugeben // Nimm nie den Ratschlag eines Menschen an, der nicht dort ist, wo du gerne wärst.

26.2. Geile Namen: Sandy-Mareike Knüll, Udo Spinnweb, Geschwisterpaar Rolf & Veit Eidott. Abends ins neu eröffnete Restaurant McDuck. Slogan: McDuck, das ganz besondere Restaurant, quak-quak!

27.2. Wenn Sie zufällig Stampf heißen und eine Firma für Diskotheken-Beschallungen betreiben: Wenn Du in der Disco ordentlich einen abstampfen willst: Stampf Diskotheken-Beschallung

28.2. In Albert Camus’ Tagebüchern 1935–1951:

  • »Es besteht keine Notwendigkeit, eine Schwermut zu verdrängen, wohl aber diesen Hang zum Schwierigen und Unseligen in uns zu zerstören.«
  • »Kriegs-, Gefangenen- und Frontkämpferliteratur. Sie alle sind an unaussprechlichen Erfahrungen vorübergegangen und haben nichts daraus gelernt. Sechs Monate in einem Postamt hätten sie ebenso wenig gelehrt. Sie wiederholen, was in den Zeitungen steht. Was sie gelesen haben, hat sie weit mehr beeindruckt, als was sie mit ihren eigenen Augen gesehen haben.«
  • »Die Geschichte eines Zeitgenossen schreiben, der allein durch die eingehende Betrachtung einer Landschaft von seiner Zerrissenheit geheilt wird.«

29.2. »Im Grunde sind Spiegeleier die einzige Rettung.« (Thomas Mann)

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Försterfürst Peter Wohlleben!

Försterfürst Peter Wohlleben!

Irre, was Sie im Spiegel-Interview so vom Stapel lassen. Vor allem hacken Sie auf die Methoden der Forstwirtschaft ein: »Viele Förster reagieren auf meine Argumente und Ideen wie Terrier, die an die Wand gedrängt werden.« Landwirtschaftsministerin Klöckner wolle nicht in Talkshows mit Ihnen sitzen, Bäume aus Baumschulen bezeichnen Sie als »Weicheier, gedopt mit Dünger«. Und: »Die klassische Forstwirtschaft geht oft superbrutal vor, mit Riesenkahlschlägen. Als ob die Förster irgendwelche Substanzen geschluckt hätten.«

Und das lassen wir an der Stelle einfach mal stehen wie einen schönen, heimischen Feldahorn, den Sie gegenüber den Baumschul-Weicheiern klar bevorzugen.

Gut Holz, alte Weichbirne: Titanic

 Allergieinfodienst!

Du schreibst auf Twitter: »Allergiker sollten sich bei essbaren Insekten informieren«, ob Kreuzreaktionen mit anderen Nahrungsmittelallergien möglich seien. Aber wenn die Insekten auch nur ein bisschen Hirnschmalz haben, was werden die wohl antworten? Vermutlich so etwas wie »Esst keine Insekten! Hochallergisch!«, um die eigene Haut respektive den Chitinpanzer zu retten.

Informieren sich doch lieber bei echten Fachleuten:

Deine Spaßvögel bei Titanic

 Recht medizinisch, Digitalisierungs-Staatsministerin Dorothee Bär,

gingen Sie im Tagesspiegel die Steuersenkungspläne für den so genannten Mittelstand Ihrer CSU und der CDU an: »Viele Unternehmen haben während Corona stark geblutet, ihnen müssen wir jetzt den Rücken stärken.«

Hm, das könnte vielleicht die falsche Therapie zur Diagnose sein. Und abgesehen davon, dass Sie damit womöglich noch mehr Geld in Umlauf bringen, an dem Blut klebt, können so ein paar labbrige Scheinchen einen Rücken überhaupt richtig stärken? Oder denken Sie etwa nur an einen Stapel stabiler Münzen? Auch wackelig; und das lassen Sie mal besser nicht Ihre Wählerinnen und Wähler hören, rät Ihnen Dr. Google von der Titanic

 Birne Merz!

Stimmt das, was wir da lasen? Dass der geplante Ausbau des Flugplatzes Arnsberg-Menden, an dem Sie als Anwohner und »passionierter Pilot« (Spiegel) großes Interesse haben, in Gefahr ist? Grund dafür ist neben den 4500 Quadratkilometern Wald, die gerodet werden müssten, die wenige Millimeter große Quellschnecke, deren Lebensraum ebenfalls geopfert würde. Es soll deshalb nun Klage eingereicht werden.

Und da stehen wir selbstverständlich felsenfest hinter Ihnen, Merz. Denn die Vorstellung, dass Sie nach den Niederlagen gegen Kramp-Karrenbauer und Arminion Laschet nun auch noch gegen ein winziges Weichtier den Kürzeren ziehen, können wir schlicht nicht ertragen.

Lass Dich nicht zermürben, Fritz! Titanic

 Exquisit, Rowohlt Verlag,

ist abermals das Herbstprogramm Deines – wie man so sagt – Labels »Kyss«, mit welchem Du deutschsprachige Heranwachsende zu kompetenter Leserschaft fortbilden möchtest.

Die bewährte Anya Omah (»eine im Selfpublishing bereits erfolgreiche Autorin mit großer Fanbase«) verheißt eine erbauliche »New-Adult-Trilogie mit deutschen Settings«, bestehend aus dem Roman »Regenglanz« (»so schmerzlich schön wie ein Tattoo«), sodann »Nebelschimmer« (»Eine Own Voices Romance. Divers, positiv und selbstverständlich«) und schließlich »Gewitterleuchten« (»Forbidden Love, Second Chance, Enemies to Lovers«), während Kira Mohn in ihrem Werk »The Sky in Your Eyes« die Problemfelder »Body Positivity und Naturschutz« thematisiert, wohingegen Jen deLuca »Fake Relationship« angeht, »eines der beliebtesten Romance-Motive, kombiniert mit dem absolut einzigartigen Setting Mittelalterfestival«, und zwar in ihrem Roman »A History of Us – Nur drei kleine Worte« (aber sind das nicht genau genommen vier kleine Worte? Nun, eine Petitesse).

Urdeutsche Settings à la Naturschutz plus Mittelalter, kombiniert mit Body Positivity und Fake Relationship: da kommen die New Adults unseres Vaterlands garantiert ins gepflegte Schmökern.

Geben Dir dennoch keine Second Chance: die Erwachsenen von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Private Vorsorge

Man hat da einen bösen Verdacht und beginnt eine Nabelschau. Man betastet Spitzbauch, Nasenhaar, Krähenfuß und Gemüt: Midlife-Crisis! Man sucht Rat bei den Raunern im Netz und stößt auf die teilnahmsvolle Warnung, dass bisher Erreichtes jetzt zur Last, gar zum Feind werden könne. Man unterzieht die Erfolge der Vergangenheit einer Inventur, mit der man sehr schnell fertig ist, und dankt, gänzlich unbelastet, seinem jüngeren Ich. An der Front muss wohl kaum mit einem Angriff gerechnet werden.

Sascha Lützeler

 Ironie. Ein Schüttelreim

Ich hab’ mir am Buch »Wundversorgung Grundwissen« ironischerweise den Finger wund g’rissen.

Jürgen Miedl

 @o_tempora_._o_mores

Die Jugend wird immer dümmer? Ja, ja, das behaupten gnatzige Tattergreise schon immer, von den alten (haha) Griechen bis zu den Sumerern vor 5000 Jahren. Heute sind wir weiter: Die Alten müssen diesen Vorwurf nicht mehr umständlich in Tontafeln ritzen oder auf Papier drucken – die Jugend trägt die Einfalt bereits im Namen, genauer: im TikTok-Benutzernamen! Sind die Wunschnamen »anna«, »bayernfan« oder »björn« schon weg, gibt es noch Fantastilliarden Möglichkeiten, ein originelles, nicht vergebenes Alias zu finden; etwa indem man einfach ein paar Alltagsvokabeln zusammenschraubt: »doppelpferd«, »eieralarm«, »elektrononne« – alle noch frei und alle ohne eine bescheuerte Kombination aus Zahlen, Unterstrichen und Punkten! War das so schwer, @elina_123____, @klausklausiii und @.miiiniiischnuff.? Der alte @sookraatees__philo.king würde schmunzeln.

Alexander Grupe

 Ungeduldige Frage

Wie alt muss ich eigentlich werden, damit ich mir endlich einen Porsche wünsche?

Katharina Greve

 Exklusive Expertise

Wer sich immer schon über die Merkwürdigkeit des Ausdrucks wunderte, jemand sei ein »Dahergelaufener« und allein angesichts dessen nicht qualifiziert, in puncto eines bestimmten Sachverhalts etwas zu äußern oder zu tun und daher von vornherein unbedingt auszuschließen, dem sei gesagt: Richtig so! Denn: Da könnte ja jeder kommen!

Andreas Meinzer

Vermischtes

Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURWenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EUR
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Das schreiben die anderen

  • 20.09.:

    In der Jungen Welt würdigt Stefan Gärtner den 80jährigen Eckhard Henscheid.

Titanic unterwegs
23.09.2021 Köln, Comedia Max Goldt
24.09.2021 Essen, Zeche Carl Max Goldt
24.09.2021 Berlin, Mehringhof-Theater Ella Carina Werner
25.09.2021 Bremen, Havengalerie Katharina Greve: »Satire gegen rechts«