Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intim­scha­tulle 55

»Faszination Faszien«

1.9. Endlich Herbst! Die zweite Julihälfte und die letzte Augustwoche haben mein Nervenkostüm ruiniert bzw. das, was noch davon übrig ist. Bitte Gnade! wollte man immerzu rufen. Pünktlich zum 1.9. fallen die Temperaturen auf angenehme 21 Grad. Mensch und Tier entspannen sich. Bestelle zur Feier des Tages bei Lieferando eine Pizza Margherita, und wer liefert sie fünfunddreißig Minuten später aus? Jan Josef Liefers. Fantastischer 1-Euro-Gag zum Monatsbeginn.

2.9. Vormittags am Schreibtisch eingelocht, Ergebnisse allenfalls mäßig. Nachmittags joggen im Wohlerspark. Ein etwa sechsjähriger Junge starrt mich an, fragt: »Joggst du?« Ich, freundlich, kinderlieb: »Ja.« Daraufhin der Junge: »Das ist aber kein schnelles Joggen.« Unverschämtheit. Kindermund tut Lüge kund. Abends süße Milchnudeln, Champagner-Bowle, Lecture: Cormac McCarthy – Ein Kind Gottes.

3.9. Das neue Monatsmagazin »Faszination Faszien« (Burda) beschäftigt sich mit der faszinierenden Welt der Faszien, dieser gleichzeitig trennenden und formgebenden Gewebe und Häute. Grünen-Shootingstar Annakarina Beerbaum: »Ohne meine Faszienrolle wäre ich nicht da, wo ich bin.« Robert Habeck pflichtet bei: »Meine Faszien waren jahrelang verklebt, aber durch hartes Faszientraining sind sie wieder jung und elastisch wie mit vierzehn.«

4.9. Tagsüber nichts, abends Schälbraten mit Morchelgemüse und Holländischer Sauce, Starkbier mit Zucker.

5.9. Durchfall.

6.9. Jede Stadt hat bekanntlich (je nach Größe) einen Vorort oder mehrere. Ich meine dabei ausdrücklich nicht die »sozialen Brennpunkte«, Satelliten-/Trabantenstädte o.ä., sondern den sog. SPECKGÜRTEL, den schrecklichen Speckgürtel. Im Falle Hamburgs: WL (Winsen/Luhe), OD (Kreis Stormarn), STD (Stade). Doch die Allerschlimmsten, das ist allgemein bekannt, kommen aus PI (Pinneberg).

Nun Folgendes: Auf der (Taxi-)Fahrt beginnt der ruhige, sympathische, südländische Taxifahrer unvermittelt zu schimpfen und zu hupen. Grund: Ein Mittelklasseauto (Ford/Opel oder so was) mit Pinneberger Kennzeichen direkt vor uns: orientierungslos, vielleicht schläft der Fahrer auch. Bei erlaubtem Tempo 50 ist die Schüssel mit ca. 25 bis 30 Stundenkilometern unterwegs. Taxifahrer, verzweifelt: »Ich halte es nicht mehr aus.« Er hupt abermals, der Pinneberger fährt darauf noch langsamer und biegt schließlich, nervenschwach wie er ist, verkehrtherum in eine Einbahnstraße (das Schild war sehr gut sichtbar). Ein Segen (für uns). Der Taxifahrer dreht sich zu mir: »Was ist das, was ist los mit diesen Leuten?« Ich weiß es auch nicht und sage nichts (tagsüber pendeln, nachts pennen, so verstreicht das Leben). »Das ist heute schon der vierte Pinneberger, immer dasselbe. Was wollen die alle hier?« Wenn ich das mal wüsste. Fahrer, mittlerweile richtig in Rage, haut nun folgenden Satz raus: »IMMER WENN ICH EIN BUCH AUFSCHLAGE UND DER ERSTE BUCHSTABE IST EIN P, MUSS ICH DAS BUCH WEGLEGEN.« Fantastisch, besser geht es nicht! Da die meisten Taxifahrer bekanntlich wenig Interessantes zu berichten haben, freue ich mich über diese veritable Entschädigung für 1000 langweilige Fahrten! Ich wende noch ein, dass heutzutage ja praktisch jeder ein Navigationsgerät an Bord hat. Fahrer: »Richtig. Aber die können die Informationen nicht aufnehmen, die reagieren zu langsam, da fehlt was. Kopfsache.« Dann, abschließend: »Der liebe Gott hat sich damals wahrscheinlich gedacht, verfrachte ich diese Leute alle an einen Ort außerhalb, da bleiben die unter sich.« Genau, genau, genau!

7.9. Morgensteifigkeit. Zungenbelag. Hals- und Rückschmerzen. Am Roman: quälend, unlustig und zerstreut. Mühsam ein paar schwache Sätze rausgewrungen. Witziger Fernsehabend. TV-Franzose Alfons beim Eingangs-Stand-up seiner »Show« Alfons und Gäste: »Angela Merkel will mit 67 gehen. Ich als Franzose sage: Wie ein guter Rotwein – je älter der Jahrgang, desto besser der Abgang.« Das Publikum: begeistert!

8.9. Geil, geiler, Sloterdijk. Zwei Anmerkungen zu China aus »Zeilen und Tage«: 1) 1974, Reise nach China. »Die brutale Uniformierung, die Verwandlung des Landes in ein industriellmilitärisches Kommandosystem, die Allgegenwart der monotonen Propagandasprache, die Verseuchung jeder Idee durch Tendenz und Hetze. (…) Morden im Zuge der Großen Proletarischen Kulturrevolution. (…) Maos China jedoch erwies sich als das Reich einer unermesslichen Sterilität«. 2) »Von den olympischen Spielen so gut wie nichts mitbekommen (…) Menschenpyramiden bei der Schlussfeier in Peking. Sie führen die Massenornamentik weiter, mit denen die totalitären Regime seit 1936 ihre Idee der Rolle des Einzelnen in der Gemeinschaft manifestieren. (…) Das Individuum ist ein Pixel im Erscheinungsbild des totalitären Staats.« BIG PETER!

9.9. Alkoholikerfragebogen, Teil 4

  • Besuchen Sie Feiern und Veranstaltungen nur dann, wenn Alkohol mitgebracht werden darf?
  • Würden Sie gerne einmal eine Likörfabrik besichtigen?
  • Würden Sie Schulden aufnehmen, um sich weiterhin Alkohol leisten zu können?
  • Haben Sie Verständnis für Menschen, die keinen Alkohol trinken?
  • Halten Sie die derzeitig geltende Alkoholsteuer für zu hoch?

10.9. In-&-Out-Liste August.

In: Öfter mal ’ne Pause einlegen, alkoholfreier Roséwein, frische Waffeln.

Out: Klebrige Fernbedienungen, sich »matschig« fühlen, Juli Zeh.

11.9. Mittags ins Café 2 Talk. Schlagzeilen in den ausliegenden Zeitungen: FINANZ-DOMINA ERPRESST SEXSKLAVEN // DOPINGTEST MIT FAKE-PENIS // LIEBESBETRÜGERIN ZOCKT RENTNER MIT KATZENTRICK AB.

12.9. Vormittags Spaziergang um den Pudding, Kreislauf »hochjazzen«. Bringt nichts. Tag stumpf verdämmert. Déprimé.

13.9. Kurzurlaub auf Sylt. Steige im Hotel Rungholt/Kampen ab, Stichwort: Wenn schon, denn schon. Da das Zimmer über keine Minibar verfügt, lasse ich mir einen Kühlschrank bringen, damit Medikamente und Blutkonserven nicht verderben.

14.9. Spaziere nach dem Frühstück zum auf der Wattseite gelegenen Hoboken-Weg, der mit bis zu 35 000 Euro pro Quadratmeter teuersten Straße Deutschlands. Ob ich mir hier wohl jemals ein Haus leisten kann? Wäre dann Nachbar von FT (Fußballtrainer) Jürgen »Kloppo« Klopp oder Susanne Klatten (BMW-Erbin, man muss es nicht mehr erklären, S. Klatten und ihr Bruder Stefan Quandt sind mittlerweile so bekannt wie Elvis). Gerate ins Träumen und Grübeln. Abends Fun auf der »Kampener Whiskymeile«.

Die faszinierende Welt der Faszien auf einen Blick

15.9. Schatullen-Umsonst-Service. Falls Sie zufällig Blei heißen und Inhaber eines Geschäfts für Kleinmöbel sind: Blei Kleinmöbel – steht wie Blei in Ihren Regalen.

16.9. 8.30 auf. Vier hartgekochte Eihälften mit Majonäsekern. Den ganzen Morgen während der Arbeit wie ein Star gepfiffen. Seltsam, mache ich doch sonst nicht. Nachmittags Einkäufe. Ganz beschwingt zu Willis Schwenk-Grill, wo ich auf zwei alte Kumpel treffe: Lutz »Terrier« Schmidt und Bernd Dausel (Klarlack-Bernie mit den dicken Truckerbeinen). Der bringt denn auch prompt einen seiner gefürchteten Sprüche: »Knöpfe – der schnellste/kürzeste Weg zu (geilen) Frauen.« Ich konnte nicht mehr. Abends chess against (the) computer.

17.9. BRAINSTORMING: Eins alt Frau und ein Eunuch essen 1 Käsekuch // Wortspiel: Experimensch, Kackecola.

18.9. Gesehen in »Köln 50667«. Proll 1 fasst versehentlich in eine Steckdose, irgendwie so was in der Art, bekommt eine gewischt. Aua, aua, jammert er, hält sich die Hand, droht ohnmächtig zu werden. Proll 2: »Nun stell dich nicht so an, Digga, das ist ja gar kein richtiger Strom.« Proll 1: »Bist du nicht dicht! Was soll das denn sonst gewesen sein?!« Proll 2: »Alter, das ist PUSSYSTROM!«

19.9. Früh auf, Eifrühstück, Coffee & Cigarettengabe. Vormittags halbwegs flüssig am Erzählungsband »Der gelbe Elefant« geschrieben. Fragmente, die zu bearbeiten sich lohnt: 1) »Wenn er aufstößt, schmeckt es nach Kotze. Es riecht auch nach Kotze und fühlt sich so an. Irgendwas hat er wohl falsch gemacht.« 2) Geschichte über die ganz Dicken, die auf sehr kleinen Mofas fahren.

20.9. Zum Dinner mit Bertram Leyendieker ins Restaurant Diverso, Ragout vom Jungochsen, Kümmelsauce. Später Absinth. BL bringt einen bemerkenswerten Satz: »Ich wollte leben, wenn ich leben könnte, aber dieses elende Dahinschleppen ist nicht Leben zu nennen, es ist ein tödliches Leben.«

21.9. Google-Suchverlauf: Sonnenschirm neu bespannen hamburg – Glatz sonnenschirm neu bespannen – Gartenmöbel exklusiv – Test allgemeinwissen mi Lösungen – Klaus büchner feldmann brösel volle kanne – Hotels teneriffa 5 sterne – Die schönsten hotels auf teneriffa – Teneriffa luxushotels – Risotto grüner Spargel rezept – klosterfrau melissengeist – wann wurde die Sommerzeit eingeführt fragezeichen – lux 11 berlin parken – Denis Scheck gewicht – Denis Scheck abgenommen – dicke prominente Deutsche

22.9. Tag des Bernsteindrehers.

23.9. Silvia Wollny (RTL 2) über die Beziehung zu ihrem Dauerverlobten Harald Elsenbast: »Unsere Liebe ist wie ein Polenböller – laut und schmerzhaft.«

24.9. Abends reichhaltiges Mahl gekocht (Ente, gedämpft auf französische Art), eine Flasche Rotwein, eine Flasche Champagner (Roederer Cristal Jahrgang 2008, Rowohlt-Weihnachtspräsent). Vor dem Schlafengehen Linie Aquavit. Reines Alkoholglück.

25.9. Abends André Gides »Tagebücher 1889–1939«: »Meine Handschrift verhässlicht sich«, »Handwerker meine Qual«, »Sie verstehen? Überhaupt nicht.«

26.9. Brandneuer Schatullenservice: Lebensoptimierende Maßnahmen.

  • Gewöhnen Sie sich an, Ihre Zähne beim Duschen zu putzen
  • Mehrere (mit genügend Barem bestückte) Geldbörsen leisten bei unterschiedlichen Außer-Haus-Situationen gute Dienste: eine extra kleine Ausgehbörse (Partybörse) ohne Kartenfach, eine mittelgroße Börse nur mit EC-Karte bestückt, eine nur mit Personalausweis (für Kasinobesuche) und eine große (Komfort) mit Bahncard/Kreditkarte etc. für Reisen
  • In Ihrem Auto sollte gut lesbar das Schild »Eilige Arzneimittel« hängen.

27.9. KARRIERESCHATULLE: Eingebung klingt wie Einlauf // Ruhestand klingt wie Rollstuhl // Ein Diamant ist ein Stück Kohle, das Ausdauer bewiesen hat

28.9. Brainstorming: Möglicher Titel für Glaubens-Schmunzelserie mit Helmut Zierl als pädophilem Pastor in der Hauptrolle: Huch und heilig.

29.9. Leibschneiden beidseitig, deshalb mit Wärmflasche früh zu Bett.

30.9. Nachmitttags Albert Speers Spandauer Tagebücher: »Erwähnenswert, dass Dönitz seinen Lieblingsbesen hat und böse wird, wenn ein anderer ihn benutzt. Seit Jahren fegen wir in genau der gleichen Abfolge die Halle: zuerst Schirach und ich die Seiten, er immer von rechts, ich immer von links, nach der Mitte zu, während Dönitz sich dann die Mitte vornimmt. Anschließend werden die von Dönitz zusammengefegten Haufen von Funk und Heß aufgenommen. Heß mit Eimer und Schaufel, Funk hat immer den Besen.«

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Monika Maron!

Das war natürlich eine Menschenrechtsverletzung erster Güte, dass Sie im Zuge der Corona-Bekämpfungsverordnungen nicht mehr in Ihrem Landhaus im tiefsten Mecklenburg-Vorpommern bleiben durften. Klar, dass Sie das nicht einfach hinnehmen konnten und sich durch die Ausreiseverfügung »an die DDR erinnert« fühlten. Und wo Sie schon mal an die erinnert wurden, ist Ihnen als Tochter des ehemaligen DDR-Innenministers Karl Maron auch gleich noch eingefallen, wie man sich als Bonze dort eine Vorzugsbehandlung sichert: sich nämlich via Parteizeitung (»Bild«) direkt beim Innenminister (Caffier) beklagen, der diesem unhaltbaren Zustand dann trotz anderslautender Verordnung gleich Einhalt gebot.

So weit, so zwingend. Stutzig macht uns lediglich, warum Sie eigentlich so unbedingt in Ihrem Zonenhäuschen zu bleiben trachten, schrieben Sie doch im »Spiegel« einst: »Der Osten verursacht mir Ekel. Ich halte es für eine Krankheit und weiß nicht, wie man sie heilt. Die Krankheit nenne ich Zonophobie.« Ein Glück, scheint zwischenzeitlich ja erfolgreich therapiert.

Ihre Pillen hätte auch gern: Titanic

 Kneipp GmbH!

»Der einfachste Weg zum Glück ist«, sofern wir Deiner Werbung glauben dürfen, »das Leben mit einem Augenzwinkern zu sehen« und also Aroma-Pflegeduschen namens »Sei frech, wild und wunderbar!« bzw. sogar »Sei frech, verrückt und glücklich!« zu kaufen.

Wunderbar glücklich wären wir aber erst beim Erwerb eines Pflegeprodukts mit der frech-wilden Bezeichnung »Sei nicht traurig, dass der Name dieser Aroma-Dusche so lang ist, dass wir ihn gar nicht vollständig auf die Aroma-Pflegeduschen-Verpackung dru«.

Zwinker, zwinker: Titanic

 Pflegeroboter!

Was müssen wir da im »Handelsblatt« lesen? »Corona könnte Tür für Roboter öffnen«. Aber ist nicht gerade der Punkt, dass Ihr angeblich so nützlichen Pflegeroboter Euch selbst die Tür zu Corona bzw. Corona-Patienten öffnen können solltet? Solange ein kleines Virus schweren Maschinen wie Euch noch den Weg frei machen muss, ist Eure Zeit wohl doch noch nicht gekommen!

Meinen mitleidlos wie Ihr: die Witzmaschinen von Titanic

 Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

In Ihrem Kampf gegen Kontaktverbote und für das Menschenrecht auf Infektion tönten Sie in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«: »Mittlerweile habe ich das Gefühl, einige Ministerpräsidenten gefallen sich in der Rolle, dass sie auftreten können wie Sonnenkönige, und den Eindruck vermitteln, die Gewährung von Freiheiten sei Gnadensache.«

Und das, Kubicki, sagten Sie gewiss auf die selbstherrlichste, herablassendste Art, die man sich nur denken kann, fuhren mit Ihren Fingern lächelnd durch die gepuderte Allongeperücke und ließen sich von Ihrer Mätresse ein paar Weintrauben in den Mund schieben – einfach weil Sie keine anderen Sonnenkönige neben sich dulden, nicht wahr?

Winkt zur Warnung mit der Guillotine: Titanic

 Scorpions-Fossil Klaus Meine!

Ihre Powerballade »Wind of Change« soll von der CIA geschrieben worden sein. Das behauptet zumindest der amerikanische Journalist Patrick Radden Keefe, der daraus gleich eine ganze achtteilige Podcast-Serie bastelte, in der Sie, Meine, in der letzten Folge selbst auftreten und alle Behauptungen verneinen.

Was für eine Zeitverschwendung, ist doch schon vorher klar gewesen: So manche schmutzige Geschichte hat die CIA sicherlich am Hals, aber für ein Verbrechen wie »Wind of Change« sind selbst die nicht skrupellos genug.

Pfeift auf Sie: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Deutsch, wie es singt und kracht

Wer Deutsch als Fremdsprache lernt, wird zunächst naiv annehmen, dass sich hinter einem Wort wie »Scheiblettenkäse« etwas unsagbar Absurdes, in der Muttersprache nur unter Zuhilfenahme sperrigster Umschreibungen Wiederzugebendes verbirgt, ähnlich gewissen japanischen oder isländischen Vokabeln, die zum Beispiel die mundwässernde Wirkung eines seit sechs Monaten im eigenen Sperma marinierten Walhodens bezeichnen. Um dann, mit wachsendem Sprachverständnis, zu begreifen, dass diese Ahnung nicht getrogen hat.

Jasper Nicolaisen

 Idee für 2021: Spargelernte per Silvesterrakete

Die jungen Feuerwerkskörper werden im April ins Spargelbeet gesät, wachsen dort bis zur erntereifen Rakete. Am 5. Mai heißt es dann: DER SPARGEL SCHIESST, und zwar uns unter großem Hallo und Funkenregen direkt in die Münder. Tradition (Spargel) trifft auf Tradition (Feuerwerk), bzw. »Volksspeisung mal anders«. Noch eine kleine Gegendemo (Querfront) dazu, einem Kind fliegt ein Spargel direkt ins Auge, im Folgejahr wird es Einschränkungen geben müssen, fertig ist DAS DEUTSCHE NEUJAHR.

Elias Hauck

 Filmkunde

In Zeiten von Zoom-Konferenzen kann es nicht schaden, der Leserschaft ein wenig Nachhilfe in filmischen Fachtermini zu geben. Eine sogenannte Text-Bild-Schere zum Beispiel kann für einen visuellen Bruch und Komik sorgen. Während der Video-Sprechstunde mit meiner Internistin erzählte ich ihr zum Beispiel, dass ich seit vier Monaten nichts trinke, während sie auf eine Galerie leerer Weinflaschen hinter mir starrte. Wichtig ist auch, dass man sich bereits vor jeder Zoom-Konferenz im Klaren ist, auf welches Genre man hinaus will, sich dabei aber genug Raum offenlässt für spontane Änderungen. Meine Video-Sprechstunde hatte ich zum Beispiel eher als »Komödie« gepitcht (aktuelle Blutwerte), am Ende wurde dann aber ein ziemlich bombastischer High-Budget-Horrorstreifen daraus (Privatbehandlung).

Jürgen Marschal

 Zieleinlauf eines Dialogs

Kundin (alte Dame): »Das ist dann schon sehr anstrengend.«
Kassiererin (ältere Dame): »Nein, ich könnte das nicht!«
Kundin: »Aber es macht auch Spaß.«
Kassiererin: »Das ist die Hauptsache.«
»Ja.«
»Ja. 14,60 bitte.«

Worum auch immer es sich dreht, das Gespräch ergibt Sinn.

Theobald Fuchs

 Verwöhnt

Meinen Lebensstil muss man sich erst mal leisten können. Ich zum Beispiel konnte es noch nie.

Tanja Schmid

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 20.05.:

    Mark-Stefan Tietze schreibt in der Taz über die vielen Deutschen, die vor der Merkel-Diktatur ins Weltall fliehen.

     

  • 18.05.:

    Das Neue Deutschland rezensiert Christian Y. Schmidts "Der kleine Herr Tod", ein Interview dazu gibt es auf Deutschlandfunk Kultur.

     

  • 14.05.:

    Marlen Hobrack bespricht im "Freitag" Christian Y. Schmidts "Der Kleine Herr Tod".

  • 13.05.:

    RTL, die »Hessenschau« und die SZ berichten über die Aktion "Torona: TITANIC hilft der DFL".

  • 05.05.:

    Im Kaput Mag gratuliert Tim Wolff TITANIC-Legende Thomas Hintner zum 60.

     

Titanic unterwegs
03.06.2020 Hachenburg, Hähnelsche Buchhandlung Gerhard Henschel
04.06.2020 Berlin, Buchhändlerkeller Gerhard Henschel
10.06.2020 Schwarzenbach a. d. Saale, Erika-Fuchs-Haus Museum für Comic und Sprachkunst Katharina Greve
14.06.2020 Frankfurt/M., Museum für Komische Kunst »Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts«