Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intim­scha­tulle 56

»Pisspott des Nordens«

1.10. Um 8.15 hoch. Lauwarmes Fußbad mit basischen Zusätzen. Rumpf- und tiefe Kniebeugen, Handstand vorlings, Seitknieliegehang, Mischbrot mit Rührei, dann am Schreibtisch eingelocht. Bis in den frühen Nachmittag gearbeitet, nicht so schlecht wie sonst. Zum Dinner mit Bertram Leyendieker im Restaurant Diverso Boeuf à la mode mit Püree von Esskastanien. Leyendieker klagt über sein angeblich »ausgeleiertes Gaumensegel«. Albern. Schwärmt dann ausführlich von einem Film mit dem nichtssagenden Titel »Der Sohn des Enkels«. Eine Flasche Bordeaux und drei Mai Tai machen den Abend halbwegs erträglich.

2.10. Schatulle-Lebenshilfe. Lebensoptimierende Maßnahmen (maximize your life): Probieren Sie regelmäßig neue Produkte des täglichen Bedarfs aus, z. B. Zahnpasta, Waschmittel, Käse. / Halten Sie stets drei (gepackte) Koffer in den Größen groß/mittel/klein bereit. Diese sollten mit entsprechend großen, ebenfalls gepackten Kulturtaschen bestückt sein. Ihr Reiseset sollte ferner einen Weekender aus dunkelbraunem Leder inkludieren. Alle Koffer sollten Hausschuhe und ein Elektronik-Set (Ladekabel, USB-Stick, Netzteil) enthalten. / Pendeln Sie nicht. Pendler ziehen stets den Kürzeren.

3.10. Immer wieder mal neue, frische Gedanken zu meinem Lebensthema Kannibalismus, dem (meinem) Kampf für den legalen Verzehr von Menschenfleisch. Der Genuss von Menschenfleisch ist bekanntlich auch im Jahr 2019 noch tabuisiert, verboten, geächtet, unter Strafe gestellt. Warum? Es gibt KEINEN EINZIGEN VERNÜNFTIGEN GRUND. Wie wäre es, statt des ewigen Schweinehüftsteaks, der Hähnchenbrust oder des Rindergeschnetzelten, mit Vier-Gänge-Menü »Mensch delikat« (im eigenen Saft geschmort)? Einem »marinierten Jungmann« (knusprig gebratene Arschbacken, geschmorte Schenkel, Rouladen vom Arm) oder »Hack von freilaufendem Vorruheständler«? Na, Appetit im Anmarsch?!

4.10. Sammlung langweiliger, aber stets und überall passender Titel: 1) Ein unvorteilhaftes Foto 2) Die misstrauische Verlobte 3) Das Herz der Artischocke 4) Eine verletzte Taube 5) Einbrecher mit Schlüsselbund.

5.10. Abends in den Tagebüchern von Albert Camus gelesen: »Ein Denker, der mehrere Bücher veröffentlicht hat und plötzlich in einem neuen Buch erklärt: Ich habe bisher eine falsche Richtung verfolgt. Ich werde ganz von vorne beginnen. Ich bin jetzt der Ansicht, dass ich Unrecht hatte. Er bewiese gerade damit, dass er des Denkens würdig ist.«

6.10. Durchfall.

7.10. Falls Sie zufällig »Blitz« heißen und einen Getränkelieferservice betreiben: GETRÄNKEBLITZ – BLITZARTIG ZUM GETRÄNK IHRER WAHL. Groteske Erscheinungen: Uli Hoeneß, Jan Fleischhauer, Milka.

8.10. ARD: »Cremig gerührt« – luftig-leichte Komödie mit Helmut Zierl, der einen Barkeeper auf Mauritius spielt, der bei einem Tauchunfall sein Gefühl im rechten (Mix-)/(Wichs-) Arm verliert.

9.10. Brainstorming: Die Erde – Prokurist des Menschen / Automatisierte Kundengewinnungssysteme / Veralteter Gag: Flüchtlingsopagrenze.

10.10. In-/Out-Liste Oktober.

IN: Zimtschnecken, Ganzkörperoveralls, deutsche Originalausgaben, »tortenschlank« sein, Blitzschach, Random Oma Wiltrud.

OUT: Streamen, anonyme Beerdigungen, Glyphosat-Brei, Leute, die ihre Fahrräder auf dem Autodach mitnehmen, Schneckenblusen, Personen ohne Reiseabsicht, Clusterkopfschmerz.

11.10. Alkoholikerfragebogen Teil 5

  • Suchen Sie Kontakt zu Menschen, die Alkohol haben?
  • Meiden Sie Personen, die keinen Alkohol trinken?
  • Haben Sie Angehörige durch Alkohol verloren?
  • Vergessen Sie die Uhrzeit, wenn Alkohol im Spiel ist?
  • Haben Sie schon mal mehr Geld für Alkohol ausgegeben, als Sie sich vorgenommen hatten?

12.10. Vormittags Arbeit am Roman, nachmittags ins Café 2 Talk. Schlagzeilen in den ausliegenden Zeitungen: KREBS-BETRÜGERIN LEGT ROLAND KAISER REIN / KLEINSTER JUNGE DER WELT WOG NUR SO VIEL WIE EIN STÜCK BUTTER / ARZT VOR PRAXIS IN DIE LUFT GESPRENGT

13.10. Brandneue Kannibalismus-Infos: Etwa im Jahr 1050 herrschte in Deutschland eine schwere Hungersnot, ausgelöst durch katastrophale Missernten. Doch die Hungernden wussten sich zu helfen:

  • Vorüberwandernde wurden von Menschen gepackt, die stärker waren als jene, zerlegt, auf dem Feuer gekocht und heruntergeschlungen.
  • Menschen, die von Ort zu Ort zogen, um dem Hunger zu entgehen, wurden nachts in den Häusern, in denen sie aufgenommen worden waren, abgestochen, um ihren Gastgebern als Nahrung zu dienen.
  • Etliche lockten mit einem Apfel oder einem Ei Kinder an, verleiteten sie dazu, ihnen zu abgelegenen Orten zu folgen, metzelten sie nieder und fraßen sie auf.
  • An zahllosen Orten wurden sogar Leichname ausgegraben, um den Hunger zu stillen.

14.10. Heute nichts.

Etwas zum Hassen: Christliche Buchhandlungen

15.10. 8.30 hoch, Haarwäsche mit lauwarmem Bier, Haferbrei mit flüssigem Butterkern. Mutlose Arbeitsversuche, zermürbend, ergebnislos abgebrochen. Nachmittags in den Psalmen gelesen, abends in Kafkas Tagebüchern: »Der Gedanke daran, dass ich gestern nichts geschrieben habe, mich immer mehr davon entferne und in Gefahr bin, alles im letzten Jahr mühselig Erworbene zu verlieren.«

16.10. Nach dem Aufstehen Spaziergang um den Pudding, Kreislauf »hochjazzen«. Arbeit in peinlichem Schneckentempo, wie ein Viertklässler. Abgebrochen. Aus Langeweile Google-Suchverlauf betrachtet: wie wird man honorarkonsul österrreich – ifa hotel fehmarn – fernblickhäuser – wühlstich – kevin Federline – liebherr kappe gelb – liebherr kappe – hallervorden mord – ali baselfat – Jaguar Cabrio – Frauke Ludovic – Wissensfragen – Fragen WMM-Titelmelodie – Freunde fürs Leben – Kartoffelgratin Rezepte.

17.10. Alltagsfrage: Warum sehen Kometen eigentlich immer so komisch aus? Abends die Achtsamkeits-App »Sahni« runtergeladen. Erst mal reinfinden: Heißhunger auf Leben / Yoga für die Aorta / Denkblase zum Einnisten / Stretching fürs Hirn.

18.10. Zurzeit wird bekanntlich auf allen Kanälen die Jubiläumstour »30 Jahre Fanta 4« beworben. Das Besondere: Die Tour wird von Aldi präsentiert, Tickets (ab 49,90 Euro) sind in allen Aldi-Filialen erhältlich. Riesige Sache, riesiges Event, riesige Hallen. Superlative purzeln reihenweise. Muss das sein? Die Rap-Urgesteine im Schulterschluss mit dem Billigdiscounter – haben die das wirklich nötig? Alles andere als kredibil. Ausverkauf, peinlich, uncool. Wollen wohl noch mal so richtig abmelken, bevor es in den verdienten Vorruhestand geht.

Solchen Gedanken hänge ich nach, als ich, wie immer, in »meiner« Aldi-Filiale, Max-Brauer-Allee, Ecke Holstenstraße, einkaufe. Plötzlich, ich traue meinen Augen kaum, kommt Frontmann SMUDO »um die Ecke«! (Der Spitzname leitet sich von »Schmuddel« ab, da er während seiner Schulzeit immer erst auf den letzten Drücker aufstand und daher sein Äußeres vernachlässigte.) Träge, lustlos und mit grimmigem Gesichtsausdruck einen riesigen Einkaufswagen schiebend. Tatsächlich wohnt der seit 1996 in Hamburg lebende Frontmann nur etwa vierhundert Meter Luftlinie entfernt (Adresse der Schatulle bekannt). Inhalt seines Wagens (nach flüchtiger Inaugenscheinnahme): Butter, Wein, Toastbrot, Frühlingszwiebeln, Joghurt, 9-Volt-Batterien, rote Bete; das einzige vermeintlich Luxuriöse, Popstarmäßige sind zwei 100-Gramm-Schalen Nordseekrabben. Die Waren haben einen Wert von vielleicht 40 Euro, die Fanta 4 werden für vier oder vierzig oder gar vierhundert Millionen (also dem Einhunderttausendfachen) gesponsert. Ich unauffällig hinter ihm her, mal gucken, was so passiert. Nicht viel. Smudo, erschöpft, graue Gesichtsfarbe, leicht übergewichtig, No-Name-Klamotten, ist von der Aldi-Klientel (erschöpft, dick, no-name) praktisch nicht zu unterscheiden. Der millionenschwere Star (Inhaber sowohl einer Rennauto- als auch einer Fluglizenz, Besitzer einer zweimotorigen Piper PA 34) wird nicht erkannt, angesprochen oder mit Autogramm- bzw. Selfiewünschen belästigt. »Verliere« ihn auf dem Weg zum Kassenbereich, sehe ihn dann noch mal, als er seinen Einkaufswagen zurückbringt. Er lässt ihn nicht etwa in Superstarmanier einfach stehen, sondern holt sich, wie alle anderen auch, den Euro Pfand zurück. Dann bleibt sein Blick ein paar Sekunden beim Fanta-4-Plakat hängen, seine Miene hellt sich auf. Was für ein erhebendes Gefühl es sein muss, dass »seine« Filiale ihn, den besonderen Kunden, der hier gewissermaßen inkognito einkauft, bewirbt. Wenn der Filialleiter wüsste, wer sich hinter dem unauffälligen, vermeintlichen »Hartzer« verbirgt …

19.10. Heute nichts.

20.10. Tagsüber neue Städte-Slogans für Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt »Kiel« ausgedacht: Kiel – Pisspott des Nordens / Willste nicht viel, zieh nach Kiel / Mach mal Pause – Kiel.

21.10. Leibschneiden beidseitig.

22.10. Tagsüber mal wieder in die Hamburger Kunsthalle. Beeindruckend: das Rothenburger Zweigestirn. Abends in Elias Canettis Aufzeichnungen gelesen: »Kann man sich vor sehr frühen Vorurteilen retten? Ihre triumphierende Wiederauferstehung im Alter.«

23.10. Endlich mal wieder nach dem Aufwachen bedingungslos gut gelaunt. Arbeit geht gut und leicht von der Hand. Mittags Schwarzfleisch mit saurer Brühe, Prinzesskartoffeln. Abends Fischroulade, Hagebuttenkompott.

24.10. Senile Ängste.

25.10. Morgensteifigkeit. Noch vor dem Breakfast Milzspülung. Tagsüber am Roman gearbeitet. Abends mit Bertram Leyendieker in das neu eröffnete französische Bistro Croque – Lagune. Wie lange habe ich schon keinen Croque Madame mehr gegessen! Und wie gut das schmeckt. Leyendieker stellt sich beim Essen ungeschickt an, schwere Soße tropft auf seine Kleidung, Käse suppscht aus seinem Croque Mozzarella heraus, er isst versehentlich Papier mit. Ich, schmunzelnd, mit heiterer Miene: »Beim Chinesen fragt man auch nicht, welches Stäbchen die Gabel ist.« Worte des Trostes.

26.10. Tag des Zeugmachers.

27.10. Karriereschatulle. Iron-Mind.

Ich 1: »Ich kann einfach nicht richtig reich werden.«
Ich 2: »Du bist jetzt schon reich. Und, ja, du darfst dir noch mehr Reichtum gönnen.«
Ich 1: »Aber dann habe ich zu wenig Zeit für meine Familie und keine Zeit mehr für Sport.«
Ich 2: »Das ist eine Annahme ›entweder, oder‹, es geht jedoch auch immer ›sowohl als auch‹.«
Ich 1. »Geil! Du hast recht. Let’s go!«

28.10. Nur ein paar Beispiele dafür, wie erfinderisch Not machen kann! Noch einmal: Man könnte das Elend der Massentierhaltung wirksam bekämpfen, indem man frisch Verstorbene sofort verarbeitet und zum Verzehr freigibt. Außerdem: Menschenfleisch schmeckt gut! (Mischung aus Huhn und Rind, wer mag das nicht?!) Beerdigungskosten, Aufwendungen für Grabpflege, Kränze und Blumenschmuck, Urnen, Särge etc. entfielen KOMPLETT. Der Tote füllt den Magen, nicht das Grab! »Ich hätte zu seinen Lebzeiten nicht gedacht, dass Herr oder Frau XY so lecker schmeckt!« Und so weiter. Bitte mal (vorurteilsfrei) sacken lassen.

29.10. Durchfall.

30.10. Den ganzen Tag meinen »all time favourite« Lieblingssatz vor mich hingedacht: »Der schwarze Fakir Günther Voss kniet vor der Liebesschlange Bogumir und lässt sich von ihr den schon halb verdauten chinesischen Glückskeks aus seinem Sackmagen herauslecken.«

31.10. Heute nichts.

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Genial, Christoph Rottwilm (»Manager Magazin«)!

An Ihrem Artikel »Was Geldanleger von Superreichen lernen können« gefällt uns nicht nur der Titel, sondern auch, wie Sie gleich zu Beginn relativieren: »Reich werden. Es mag höhere Ziele im Leben geben, Glück beispielsweise, oder wenigstens Zufriedenheit und Wohlbefinden. Aber reich werden?« Ist man an dieser Stelle nicht bereits vom Kapitalismus geheilt, kann man weiterlesen: »Die meisten hätten wohl nichts dagegen einzuwenden, wenn ihnen das gelänge (nämlich reich zu werden). Doch wie stellt man es an? Ein Blick auf diejenigen, die es geschafft haben, lohnt sich …«

Und was haben Sie bei Ihren Recherchen in den Untiefen der Hochfinanz herausgefunden? »Unter den reichsten Menschen der Welt finden sich Leute mit den unterschiedlichsten Talenten. Nur eines haben alle gemeinsam: Sie wissen, wie man ein Vermögen vermehrt.« Ach, so geht das mit dem Reichwerden! Super! Da haben wir für Sie, Herr Rottwilm, gleich ein paar Ideen für zukünftige Artikel: Die erfolgreichsten Rennfahrer haben gemeinsam, oft als Erster im Ziel zu sein. Alle Bestsellerautoren haben gemeinsam, viele, viele Bücher zu verkaufen. Und »Manager Magazin«-Journalisten haben das gemeinsame Talent, uns auf die Nerven zu gehen.

Weiß, wie man Spaß vermehrt: Titanic

 Sieh an, General Franco!

Sieh an, General Franco!

Jetzt ist’s offiziell: Sie werden umziehen. Das beschloss der Oberste Gerichtshof Spaniens. Bedeutet: Kein weiteres Abhängen mit Fascho-Pilgern in Ihrer von Zwangsarbeitern errichteten Kultstätte samt größtem Christenkreuz der Welt und frischen Blumen auf Ihrem Grab. Wurde auch Zeit, dass Sie die morschen Gebeine zusammenraffen und auf die Müllhalde der Geschichte tragen! Wie bitte? Sie werden auf einen staatlichen Friedhof nahe Madrid verlegt? Gute Güte, dass es diesen Despoten und Kriegsverbrechern aber auch immer so schwerfällt, ihren Platz einzunehmen!

*Kopfschüttel* Titanic

 Hicks, Juliane E. Reichert!

Im »Magazin für Barkultur« »Mixology« schreiben Sie unter dem Titel »Heimat und Hefe« über einen angeblichen Fruchtweintrend: »In welcher Variante auch immer, Cidre löscht den Durst und schmeckt fruchtig, meist nach Apfel, immer wieder auch nach Birne; man muss deutlich mehr Liter von ihm trinken, als der Körper zu fassen vermag, um ihm ein Sodbrennen zu entlocken.« Wem denn jetzt eigentlich? Dem Körper? Dem Cidre? Dem Apfel?

Klingt auf jeden Fall, als hätten Sie auch damit Erfahrung. Aber in welcher Variante auch immer, irgendwie haben Sie uns gerade ein Sodbrennen entlockt. Wollen Sie es wiederhaben?

Stößchen! Titanic

 Rudi Cerne (ZDF)!

Wie wir gelesen haben, sollen Ihre Zuschauer entsetzt gewesen sein, nachdem Sie in Ihrer Sendung »Aktenzeichen XY … ungelöst« Fotos einer Leiche gezeigt hatten. Dabei hatten Sie doch vorher extra darauf hingewiesen, dass das Bild manche Leute verstören könnte.

Wir wünschten uns vielmehr, Sie würden jedes Mal, bevor der Schirmherr Ihres XY-Preises für Zivilcourage, Horst Seehofer, eingeblendet wird, eine entsprechende Warnung aussprechen.

Hat immer noch Albträume vom letzten Mal: Titanic

 Zeugen Jehovas!

»Warum ist das Leben so kurz?« steht neuerdings auf Euren Aufstellern. Verständlich, das zu fragen, wenn man den ganzen Tag Blättchen verteilen und über Gott reden muss.

Im Geiste bei Euch: die Ketzer von

Vom Fachmann für Kenner

 Durch die Schokolinse betrachtet

Wenn kein anderer Laden in Sicht ist und der kleine Hunger naht, muss ich wohl oder übel den benötigten Schokoriegel an einer Tankstelle kaufen. Dann stehe ich in der Schlange und ärgere mich über die Auto-Idioten vor mir, die den Treibstoff für ihre Dreckschleudern bezahlen wollen, mir damit die Zeit und der Umwelt die Zukunft stehlen. Andererseits: Ohne solche Idioten gäbe es diese Tankstelle nicht, an der ich mitten in der Pampa Schokolade kaufen kann. Die Welt ist mir schon oft viel zu kompliziert.

Katharina Greve

 Mythmist

Mir ist noch nie einer begegnet und ich bin meines Wissens noch nie einem aufgesessen, obwohl ich seit meiner Geburt in Großstädten lebe: Ich glaube, es gibt einfach keine urban myths. Oder ist genau das ein urban myth?

Adrian Schulz

 Phonographisches Gedächtnis

Ich weiß noch genau, wo ich war, als der Anruf kam: am Telefon.

Tim Wolff

 Gedenken

Ich erinnere mich gut daran, dass meine Mutter Micky Maus, Fix und Foxi, Asterix, Tim und Struppi, Superman, Prinz Eisenherz und so weiter, kurz: Comics aller Sparten und Genres als »dumm« bezeichnete, als »obszön«, »primitiv« und »verblödet«. Für was sie meine Mutter allerdings nicht hielt, war »pervers«, »geisteskrank«, »widerlich«, »ätzend« oder »barbarisch«. Das rechne ich ihr bis heute hoch an!

Theobald Fuchs

 Premiere

Letzten Monat habe ich mir zum ersten Mal in meinem Leben eine indische Oper angesehen. Es war ein großartiges Singhspiel.

Andreas Maier

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 11.11.:

    Lesart - das Literaturmagazin auf Deutschlandfunk Kultur bespricht den endgültigen Satire-Soundtrack.

  • 11.11.:

    Stefan Gärtner schreibt in der "Jungen Welt" über den Sondermann-Preisträger Nicolas Mahler. 

  • 08.11.:

    Tim Wolff in der FAZ über Urlaub im Luxuskitahotel.

Titanic unterwegs
13.11.2019 Eupen, Jünglingshaus Max Goldt
14.11.2019 Essen, Zeche Carl Max Goldt
15.11.2019 Köln, Comedia Max Goldt