Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intim­scha­tulle 48

»In seinem Loch ist jeder Käfer Sultan«

1.2. Nasskalt, ungemütlich. 8.00 Uhr hoch, Dehnübungen. Im Waschraum rasiert. Zimt-Bagels, Glas kalter Maulbeersaft. Am Schreibtisch »eingelocht«. Zwei Seiten geschrieben, aber zweifelhaft. Apfel Mülleimer. Zum Dinner ins Restaurant Diverso, gebratene Bücklinge, Aprikosenauflauf.

Nachmittags BRAINSTORMING. Neue Powerworte (Energy-Words): KNIEHUPE. CHAOSTRAINING. KNOCHENDUSCHE. HEDONISTISCHE EMOTIONSREGULATION. Bei Gelegenheit was draus machen!

Abends TV. Im ZDF die Dramödie »Daddy hoch zehn« mit Helmut Zierl in seiner Paraderolle als sympathischer Volltrottel: Der biedere Familienvater Graham Truemaker (Helmut Zierl) ist gerade am Rasenmähen, als Simone, die neue Au-pair-Kraft, an der Gartenpforte steht. Sie ist aber, wie sich herausstellen wird, nicht »nur« Kindermädchen, sondern das Ergebnis (Endergebnis/Endeffekt) eines von Grahams zahlreichen Seitensprüngen. Nach und nach platzen noch fünf andere (zu den vier ehelichen) Kinder herein und bringen alles durcheinander. Zehnfachvater (»hoch zehn«) Graham raucht der Kopf! Turbulent.

2.2. Zum Thee Fr. Bodenstein. Ihr Sohn hat den Januar in Chile verbracht.

3.2. Nachtrag Dezember. Entdecke eine Notiz mit nur einem einzigen Wort: GLÜHWEINSCHWEINE. Es gab Zeiten, da bin auch ich über den Weihnachtsmarkt »gestromert« und habe an einem der zahlreichen Glühweinstände Quartier bezogen. Ewig her. Kurz vor Weihnachten, nach Erledigung der wenigen Einkäufe, wage ich es mal wieder. Beobachte das triste Treiben eine geschlagene Stunde lang. Gedanke: Aus welchen verstunkenen Dreckslöchern kommen diese Schweine (»GLÜHWEIN IST KULT!«) nur gekrochen, die sich einen Becher nach dem anderen reinschütten, mit grellen schrillen Lagerhallen-/Schreistimmen unsagbar dummes, steinödes Zeug von sich geben, Paul-Panzer- oder Bülent-Ceylan-Witze rausbölken oder sich sonstwie schlecht benehmen? Kreuzfahrt-Party-Musical-Comedy-kultig, lecker, mega, geht’s noch, geil – Glühweinschweine. Richtige Kacki-Menschen. Denen gehört das mit Plörre besudelte Maul gestopft, und zwar für immer. Was soll man nur ausrichten gegen die? Nichts, eben nichts, man muss sich wie immer geschlagen geben und schleichen, in Sicherheit bringen. Bei Gott, das war nun wirklich das letzte Mal.

Abends Schälbraten mit Morchelgemüse und Sauce universelle, Rotwein, später Cognac (Tesseron Lot N°90 X.O Ovation), Lecture: Albert Camus – Tagebücher 1935-1951.

4.2. Auch interessant: Laut »Welt« trinkt Gérard Depardieu morgens erst einmal zwei Liter Durstwein. »Ich kann 12, 13, 14 Flaschen am Tag absorbieren. Dennoch bin ich nie völlig betrunken, nur etwas angeheitert. Alles, was ich brauche, ist ein zehnminütiges Nickerchen und ein Schlückchen Roséwein, und schon fühle ich mich wieder frisch wie ein Gänseblümchen.« Leider das einzig Positive, was sich über Depardieu sagen lässt.

5.2. Nachmitttags ins »cafe 2 talk«, Schlagzeilen mit Schmackes: KULTOMI ZEIGT IHREN RIESENKÜRBIS//SURFER STIRBT AN GEHIRNFRESSER-AMÖBE//NINJA OPA (84) PRÜGELT TASCHENDIEB TOT.

Abends Bratwürste mit Zitronenbrühe und grünem Kohlrabigemüse.

6.2. Gewürze bei Curry me Home auffüllen lassen.

7.2. Der Sonntag ist, wie so oft, ganz der Television gewidmet. Tagsüber irgendwas (gerne sog. »Schmonzetten«), am späten Nachmittag dann Autosendungen, insbesondere »Grip – das Motormagazin« (RTL II) und auf Vox »Auto mobil«. Der Moderator Matthias Sowieso, der aussieht wie eine verkorkste Mischung aus Bachelor und Michel Houllebecq, in betont markigem Tonfall: »Der neue BMW M3 geht derartig ab, dass der Asphalt hochgeht.« Oder: »Wenn man beim SL 300 die Flügeltüren aufmacht, ist es so, als wäre ein Engel gelandet.« Poesie für Fortgeschrittene. Es folgt eine spannende Reportage über einen (deutschen) Safety-Car-Fahrer. In einer Szene herrscht er seine Mechaniker an: »Was ist los mit euch, wieso steht ihr da wie die Wasserpistolen?!« Herrlich. Früh ins Bett. Träumte, dass ich meine Lederhandschuhe suchte.

8.2. SCHATULLENSERVICE. Falls Sie zufällig Lampe heißen und eine Fahrschule betreiben: Fahrschule Lampe – Nach der Führerscheinprüfung erst mal einen auf die Lampe gießen!

9.2. Gleich morgens die Brille ins Klo gefallen. Das gibt den Ton an.

10.2. Senile Ängste, deshalb den Tag im Bette verbracht.

11.2. Abends mal wieder in den Goldenen Handschuh. Komme mit dem ca. fünfundsiebzigjährigen Eddy ins Gespräch, einem alten Seefahrer. »Und, wie lange bist du zur See gefahren?« – »26 Jahre, vier Jahre Marine, die restliche Zeit Handelsschifffahrt. Allein zwei Jahre lang Brasilien, immer Nordbrasilien, Südbrasilien.« – »Auf einem Fluss?« Eddy (empört, beleidigt): »Nein, natürlich auf hoher See!« – »Und auch einmal auf einem Passagierschiff?« Mysteriöse Antwort: »Nein, zu viele Schwule.«

12.2. Einen frechen Radfahrer darauf hingewiesen, dass das Befahren der Gehwege nur Kindern bis zwölf Jahren gestattet ist.

13.2. Unerklärlicher Starkappetit, kann mich nicht beherrschen, ständige Naschereien: Pralinen, Studentenfutter, Eiskonfekt, ein ganzer Aprikosenauflauf. Appetit wie eine schwere, unheilbare Krankheit, schrecklich. Ins Bett geflüchtet, der Tag soll bitte, bitte schnell zu Ende gehen. Von wegen. Trotz Schnaps finde ich keinen Schlaf. Um 2 Uhr noch Google Suchverlauf: Bergdoktor in Zentimetern – Bergdoktor göße – warum laufen Kreditkarte eigentlich ab fragezeichen – rotes hemd rowohlt autor – das ist nicht sexy englisch – comedypreis 2018 – gefährliche hundeattacke während der Mittagspause englisch – der hund bleibt dir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde – schöne Sprüche Hunde – vorsicht vor dem Hunde sprüche – ich beiße nicht ich schlucke am stück englisch – vorsicht kontaktfreudiger Hund englisch – vorsicht vor dem hunde englisch – hilmar klute

14.2. Alltagsfrage: Wozu braucht man eigentlich ein Steißbein?

»Ton in Ton«: Der Name ist Programm!

15.2. BRAINSTORMING – Gute Titel: 1) Das Geheimnis der Kuttelbeere 2) Bits & Brezeln 3) Frau ohne Ersparnisse. Ein-Euro-Gags. Ganz brauchbar.

16.2. Abends mit Bertram Leyendieker ins Restaurant Diverso (Lendensteak mit Sauce Forestière, Mirabellenkompott). Gespräch über die entblinddarmte Frau Bockwoldt, wie es ihr wohl geht.

17.2. Um zwölf Besuch von Lars Lewerenz, Chef meiner Plattenfirma Audiolith. Im Herbst erscheint mein neues Album »Aufstand der dünnen Hipsterärmchen«. Es gibt also einiges zu besprechen. Was denn eigentlich genau? War gestern nach dem Diverso noch im Casino Esplanade, um kurz vor vier wurde ich stockbesoffen und mit leeren Taschen hinauskomplimentiert, bin also entsprechend hinüber. Hoffentlich dauert das »Meeting« nicht allzulang. Und tatsächlich, wir einigen uns innerhalb von zehn Minuten auf einen VÖ-Termin und vereinbaren eine sog. »Listening-session«. Er fragt, ob ich »zufällig« ein Bier für ihn habe. Logisch. (Halber Liter Pilsener Urquell.) Konnte nicht wiederstehen und habe mir auch eines eingeschenkt. L. verlangt nach einem zweiten, einem dritten. Mir war dann eher nach Cola-Rum (CUATE Ron Carribean, 40 Euro bei Getränke-Wolff, sehr zu empfehlen, bei Rum nicht am falschen Ende sparen!). Prickelnd-spritziges Oldschool-Männergespräch, quatschen uns in Rage. Trinke drei, vier sehr anständige Mischungen, L. nimmt dann auch noch zwei. Gegen 15 Uhr bricht er auf, »ins Büro, Termin mit JKP« (große Booking-Agentur). Wie will er das in seinem Zustand nur bewerkstelligen? Der Junge hat’s richtig drauf. Ich aufs Sofa, Bares für Rares, mehr ist nicht drin, penne ein, als ich gegen 19 Uhr (todesartig fertig) aufwache, finde ich folgende Mail im Postfach: HEY HEINZ. DAMKE DAS WAR WIRKLICH EINE RICHTIGE UNTERHALTTUN HEUTE MIT BIER/SCHNAPS. Phantastisch. Danke für diesen schönen Tag.

18.2. Arbeit in peinlichem Schneckentempo, wie ein Viertklässler. Auf RTL wird das Erfolgs-Format »Ninja warriors« um eine weitere Variante ergänzt: SCHWANGERE NINJA WARRIORS. Die einen finden es witzig, ich nicht. Warum müssen Quotenhits nur immer bis auf den letzten Tropfen ausgequetscht werden?

19.2. Autos, bei denen der Ficksahnetank immer halb voll sein sollte: Honda Spast, Toyota MR2, Nissan Quaddel.

20.2. Leibschneiden beidseitig, deshalb mit Wärmflasche früh zu Bette.

21.2. Karriereschatulle: 1) Wer das macht, was alle machen, wird auch das bekommen, was alle bekommen: nichts. 2) Erst aus den Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas bauen. 3) Bist du ein Huhn oder eine Ente? Hast du schon mal ein Hühnerei gegessen? Wahrscheinlich ja. Und ein Entenei? Wahrscheinlich nein. Während die Enten, nachdem sie ein Ei legen, sich ruhig erholen, gackern die Hühner nach jedem Eierlegen. Klappern gehört zum Handwerk. Wie laut klapperst also du?

22.2. Am Schreibtisch »eingelocht«. Am Roman: quälend, unlustig und zerstreut. Mühsam ein paar schwache Sätze rausgewrungen. Konzentrationsschwäche, die unausrottbare Schwäche der Verlorenen. Abbruch.

Mittags Kalbsschlegel in Rahmsauce und Ravigote-Butter, dann Spaziergang um den Pudding (Kreislauf »hochjazzen«). Bringt auch nix.

23.2. IN&OUT-LISTE (aktuell). In: Haare mit Bier waschen, frisches Laub, selbstgemischte Likör-Schnapsdrinks. Out: klumpige Tütensuppen, schwarze Pullover mit Schuppeninseln, Maut-Wahnsinn.

24.2. Abends Canapés à l’Admiral mit Flussgarnelen selbst zubereitet. Zu Besuch Ehepaar Marquart zum TV-Abend. Leichte Kost um 20.15 Uhr in der ARD: »Prall auf Fall«. Peter Moghannan (Helmut Zierl) führt ein geruhsames Leben als Familienvater und Getränkeunternehmer, bis plötzlich sein Bruder Graham, ein Abenteurer und Tunichtgut, auftaucht, und alles gehörig durcheinanderwirbelt. Nicht nur, dass er sein vorzeitiges Erbe verlangt… Ist er am Ende auch noch Vater von Celine, Peters ältester Tochter?

25.2. Gute Fragen: 1) Würden Sie für 80 Euro eine Feier besuchen, auf der Premium-Getränke und Luxus-Delikatessen umsonst wären, es aber keinerlei sanitäre Einrichtungen gäbe? Sie müssten also in Windeln kommen, unauffällig müsste auch das große Geschäft verrichtet werden. 2) Für wie wahrscheinlich halten Sie es, ermordet zu werden? Über oder unter drei Prozent?

26.2. Einen begonnenen Brief an Haneberg aus spezieller Unlust und allgemeiner Trägheit abgebrochen.

27.2. Das erste Mal in diesem Jahr auf eine »schnelle Wurst« zu Willis Schwenk Grill. Herrlich, man fühlt sich gleich wie zu Hause. Willi und seine beiden Mitarbeiter (Hauke und Marc) stehen Sommer wie Winter ihren Mann. Willi hat schon wieder einen neuen »Schnack« auf Lager: »In seinem Loch ist jeder Käfer Sultan.«

28.2. Ein Reiter ohne Pferd ist nur ein Mensch, aber ein Pferd ohne Reiter ist immer noch ein Pferd.

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Wie haben wir, »Tornado Umzüge«,

uns Eure Arbeitsweise vorzustellen? Brecht Ihr durchs Dach in unsere Wohnungen ein, zerstört für leichteren Transport alle Möbel und sonstigen Gegenstände und verteilt sie dann wahllos überall in der Stadt?

Falls ja, wir sind dabei! Hauptsache, nicht selber schleppen.

Gähnen träge: Deine Faulpelze bei Titanic

 Grüezi, schweizerische Forschungsanstalt »Agroscope«!

Wie wir in den Nachrichtenarchiven ausgegraben haben, hast Du eine landesweite Aktion mit dem Namen »Beweisstück Unterhose« gestartet. Doch was wie der Episodentitel eines Münsteraner Tatorts klingt, war ein groß angelegtes Wissenschaftsprojekt. »In den kommenden Tagen werden 2000 Bio-Baumwollunterhosen in der gesamten Schweiz in Wiesen, Beeten und Feldern vergraben … Nach einem beziehungsweise zwei Monaten sollen die Unterhosen wieder ausgegraben werden. Die Teilnehmenden schicken Fotos der durchlöcherten Unterhose zusammen mit Bodenproben an die Forschungsanstalt zurück.« So soll ermittelt werden, wie gut die Qualität der Unterhosen, Quatsch: des Bodens ist.

Die Vorstellung von Tausenden Schweizer/innen, die eifrig Schlüpfer im Garten vergraben, ist ja an sich bereits schön. Erst recht lachen mussten wir aber über die dabei geltende Auswertungs-Faustregel: »Je löchriger, desto gesünder«. Da fragen wir uns freilich: Gilt das auch für Euren Emmentaler?

Liebi Grüess Titanic

 MI6-Direktor Richard Moore!

»Er präsentiert James Bond stets die neuesten geheimen Waffen – und soll nun auch im echten Leben das MI6 unterstützen: Der britische Geheimdienst sucht offiziell nach einem ›Q‹«, informierte uns die FAZ und gab auch Aufschluss über Ihre Motivation, eine derart medienwirksame Stellenausschreibung zu veröffentlichen: »Der Behördenleiter hat sich zum Ziel gesetzt, den Dienst in der Öffentlichkeit besser sichtbar zu machen.«

Mal unter uns, Mister Moore: Was genau haben Sie am Wort »Geheimdienst« nicht verstanden?

Vertraut eher Roger Moore: Titanic

 Journalistisches Fehlverhalten, Simon Strauß (»FAZ«),

würden Sie’s wahrscheinlich nennen, wenn einer wie Sie in seinem Kommentar zur Theaterbranche schreibt, dass Klaus Dörr, der als Intendant der Volksbühne zurückgetreten ist, nachdem ganze zehn Frauen von dessen sexuellen Belästigungen berichtet hatten, »wegen erotischen Fehlverhaltens angeklagt« worden sei. Aber wie verhält es sich hiermit: Wenn wir beim Spazierengehen in Frankfurt, anstatt Sie per Handschlag zu grüßen, mit einem Faustschlag zehnmal Ihre Nase treffen – ist das dann auch einfach nur kommunikatives Fehlverhalten?

Winke, winke: Titanic

 Glückwunsch, Linda Zervakis,

Glückwunsch, Linda Zervakis,

dass Sie den rechtzeitigen Weggang von der Tagesschau geschafft haben, bevor Sie dort für alle Zeiten vor den Teleprompter gekettet werden! Den, hust!, Karrieresprung zu ProSieben begründeten Sie unter anderem mit dem konzeptionellen Mut von Chef Daniel Rosemann: »Ich habe Daniel als Mensch erlebt, der Fernsehen leidenschaftlich denkt und fühlt.«

Mit dem dümmlichen Mediensprech läuten Sie den Wechsel zum Galileo- und GNTM-Sender ja gekonnt ein, Chapeau! Bleibt nur die Frage, wie die von Ihnen erwähnte Leidenschaft zur Co-Moderation mit der Aalglatt-Grinsebacke Matthias Opdenhövel führen konnte.

Dann doch lieber Tagesschau. Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Coachingstufe 3

Ich finde es schon innerhalb meiner Komfortzone manchmal ziemlich anstrengend.

Fabian Lichter

 Immerhin weg vom Smartphone

Beim Spazieren ein etwa elfjähriges Mädchen mit Kreide spielen sehen und gedacht: Schön, dass die durchdigitalisierten Kinder des Jahres 2021 so was auch noch machen. Dann näher gekommen. Das Mädchen hatte »Es giebt kein Corona« auf den Gehweg geschrieben.

Cornelius W.M. Oettle

 Lavalampen-Radler

Seit jeher haben alte Menschen, die auf dem Fahrrad durch die Ortschaft fahren und dabei kaum voranzukommen scheinen, eine beruhigende, ja lavalampenhaft hypnotische Wirkung auf mich. Neulich näherte ich mich einem dieser Zeitlupen-Radler, einem alten Mann mit Schiebermütze. Als ich ganz nah war, stellte ich fest, dass er trotz rotierender Räder sich keinen Zentimeter von der Stelle rührte. Er wirkte angestrengt und selig zugleich, meinen Gruß erwiderte er mit zahnlosem Lachen. Ich ging meines Weges und bestritt den restlichen Tag mit tiefer Seelenruhe.

Leo Riegel

 Traurige Erkenntnis

Jeden Tag trainiere ich mein Haar mit Bürste und Föhn darauf, sich in elegantem Schwung um meinen Kopf zu legen. Jeden Tag. Tue ich es nur ein einziges Mal nicht, hängen sie schlapp dem Erdboden entgegen. Ich muss wohl der Wahrheit ins Gesicht sehen: Meine Haare sind entweder faul oder dumm.

Katharina Greve

 Stadtslogans im demografischen Wandel

Lübeck – Mehr Krücken als Venedig

Julia Mateus

Vermischtes

Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURStephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURMax Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURTorsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 09.06.:

    In der Taz informiert Torsten Gaitzsch über den Foodtrend "High Protein".

  • 31.05.:

    Torsten Gaitzsch erinnert in der Jungen Welt an vergessene TITANIC-Gastautoren.

  • 28.05.:

    500 TITANIC-Ausgaben sind auch Thema auf Bayern 2.

  • 27.05.:

    Christian Y. Schmidt hätte gerne einen – irgendeinen! – Preis.

  • 26.05.:

    Die kulturWELT des BR hat Eckhard Henscheid, Hans Zippert und Moritz Hürtgen anlässlich der 500. Ausgabe TITANIC befragt.

     

Titanic unterwegs
25.06.2021 Wiesloch, Stadtbibliothek Ella Carina Werner
10.10.2021 Celle, Bomann-Museum »Wi(e)der das Böse«