Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intim­scha­tulle 52

»Polin mit Hut«

1.6. Erste Hitzewelle rollt über das Land. Arbeit am Schreibtisch deshalb umso quälender. Apfel Mülleimer. Nachmittags TV. Sebastian Vettel auf Welt.de zum Tod von Niki Lauda: »Er wird ein großes Loch hinterlassen, das keiner füllen kann.« Rennfahrersprache.

Abends trotz Saharawetter (oder gerade deshalb?) mörderische Appetit-Attacken: Fischstäbchen, Bio-Kartoffelklöße, Kräuter-Sardinen-Creme, eine kleine Dose Bouillabaisse, Studentenfutter, Schokolade. Komme mir vor wie ein Müllschlucker. Paralysiert noch TV (ARD): »Glaube, Liebe, Couscous«. Helmut Zierl spielt in dieser Verwechslungskomödie einen Pfarrer, in dessen Dorf Ausländer untergebracht werden sollen. Ulkiger »Culture-Clash«!

2.6. Alkoholfragebogen Teil zwei: 1) Gehen Ihnen Personen, die keinen Alkohol trinken, schnell auf die Nerven? 2) Ist Ihnen egal, wieviel Alkohol kostet? 3) Würden Sie Alkohol auch zu sich nehmen, wenn er ausschließlich in Pulver- oder Tablettenform gereicht würde? 4) Verstecken Sie Alkohol und finden ihn dann oft nicht wieder? 5) Fühlen Sie sich bei dem Gedanken an alkoholfreie Getränke unwohl?

3.6. Julia Engelmann zu Gast im ARD-Morgenmagazin. Nennt ihre Musik, ihre Texte, Bücher und Gedichte melankomisch. Moderator Ingo Nommsen nickt. Man muss zwar um die Ecke denken, aber da könnten er und seine Zuschauer sich was drunter vorstellen. Doch dann macht sie den guten Eindruck gleich wieder durch einen »Witz« kaputt: »Frauenfußball ist wie Pferderennen mit Eseln.« Ingo Nommsen, verlegen, ratlos, schämt sich für den Gast.

4.6. Schatullenumsonstservice: Falls Sie zufällig Baum heißen und ein Fischereigeschäft betreiben: Fischereigeschäft Baum – wie ein Baum in der Brandung.

5.6. Witzig: Jean-Claude Juncker soll nach seinem Ausscheiden als EU-Ratspräsident Händler bei »Bares für Rares« werden. Moderator Horst Lichter dazu: »De Jean Clood bei unser kleine Sendung. Da pack ich mir an de Kopp. Aber et hätt noch emmer joot jejange. Viel wisse mer nit über de neue Kollege. Nur dat er angeblich is wie son Kotelett: von beide Seiten bekloppt, haha. Ach Quatsch, aber jelenkisch is er wie sonne Ihsebahnschien. Haha. Ach Quatsch. Aber eins is klar: de hätt de Kopp nur zum Haarewäschn. Haha. Ach Quatsch. Der Jean Clood is een janz abstrakte Mensch. Da laachste disch kapott, dat nennt man Camping. Oder wie war dat gleich noch mal? Weeß nech mehr. Kennste de Kölsche HIV? Hab ich verjässe! Haha. Ach Quatsch.«

6.6. Gewitter mit Sturm. Aß abends stark, trotz Müdigkeit (Zitronensalat, Lendenschnitten in Rahmtunke). Tagsüber Arbeit am Roman, doch zweifelhaft. Wahrscheinlich Apfel Mülleimer. Abends noch eine halbe Stunde in Grillparzers Tagebüchern gelesen.

7.6. Geheimnisvolle Annonce in der »Hamburger Morgenpost«, Rubrik erotische Treffpunkte: NUR HEUTE. POLIN MIT HUT.

8.6. Ein dickes Ding: Die Zahl der Übergewichtigen soll sich weltweit bis zum Jahr 2030 auf über 3 Milliarden mehr als vermoppeln.

9.6. Fundstücke aus den Tagebüchern Richard Burtons: 1) »Gerahmte Tarantel geschenkt bekommen. Da wir zweifellos sehr viele schöne Dinge besäßen, sei etwas Hässliches vielleicht eine nette Abwechslung.« 2) »Folter, Fessel und Knebel verbinde ich unfairerweise automatisch mit Homosexualität.« 3) »Mein ganzes Leben war eine fantastische Komposition.«

10.6. Im TV WWM (Wer wird Millionär?). Inspiriert mich zu einem Text:

Wer fliegt spätestens bei 200 Euro raus? – Oma.
Wer verbraucht bei einer einzigen Frage alle Joker? – Oma.
Wer hat sich soviel Zeit mit den Antworten gelassen, dass Günther Jauch sauer wurde? – Sonja Ebers.
Wer hat als erstes eine Million Mark gewonnen? – Professor Freise.

Wer hilft nur, wenn er Bock hat? – Günther Jauch.
Wer stalkt andauernd anonym bei Elite Partner rum? – Günther Jauch.
Wer bespricht Anrufbeantworter, wenn man ihm nur genug Kohle hinlegt? – Günther Jauch.
Wer postet auf Facebook sein Essen/hat immer die geilsten Insta-Storys? – Günther Jauch.

Wer wurde noch nie zum Promi-Spezial eingeladen? – Jogi Löw.
Wer würde auch nicht kommen, weil er Angst vor den Fragen hat? – Jogi Löw.
Wer hat dauernd kein Geld? – Jogi Löw.
Wieviel müsste man ihm hinlegen, damit er sein Toupet absetzt? – Eine Million.

Wieviel kann man bei »Wer wird Millionär?« maximal gewinnen? – Eine Million.
Wieviel Geld würdest du gerne haben? – Eine Million.
Was kostet ein Werbeblock bei RTL? – Eine Million.
Wieviel kriegt Günther Jauch pro Sendung? – Eine Million.

11.6. 1) Ich möchte mal ein paar Tage faulenzen, leider weiß ich nicht, wie man das macht. 2) Knifflige Frage (Sloterdijk-Style): Kann man etwas in den realen Papierkorb werfen und virtuell wieder rückgängig machen?

12.6. Durchfall.

13.6. Tagsüber am Roman gearbeitet, nicht so schlecht wie sonst. Abends Trüffel-Leberpastete an Salat Waldorf, Ennstaler Lebkuchen. Sherry, Rotwein, Cognac Hennessy. Guter Durchschlaf.

14.6. In- & Out-Liste Juni. In: Einen ganzen Tag lang mal nichts trinken, frische Schnittblumen, auch kurze Strecken mit dem Pkw zurücklegen. Out: Vorsorgeuntersuchungen, eingewachsene Speisereste, Zahnfleischbluten.

Abends Hammelbraten mit Senf. Lecture »on da roof«. Imre Kertész: Der Betrachter. Wadenwickel wg. »Burning Feet«.

Experte während einer Befragung.

15.6. BRAINSTORMING. Mein Motto: Risotto // Verlobte ohne Klopapier.

16.6. Google Suchverlauf: Michael Schanze gewicht – Freibad blankenese – Mira matus – sigala – grace capristo – robert schneider – traumfrau gesucht – könig der möwen kampnagel – skurrile Schlagzeilen – mercedes bornkampsweg öffnungszeiten – lied an der Strandpromenade – anne sophie briest – handwerkerbörse hamburg – friedel geratsch – faisal kawusi – rapper sänger der wolf – franklin tv moderator – hans joachim schädlich – drachenlord.

17.6. Heute nichts.

18.6. Die gute Nachricht: Bei meiner Beerdigung darf geraucht werden! Sigmund Freud hat dreißig Jahre nicht geraucht und fing wieder an, weil er sich nicht konzentrieren konnte.

19.6. Thüringer Bratwurstmuseum in Holzhausen besucht.

20.6. Mittags ins Café 2 Talk. Schlagzeilen in den ausliegenden Zeitungen: BLINDE ELEFANTENDAME TANZT ZU KLAVIERMUSIK // ISLAMIST KLONT DEUTSCHEN HUND // MANN (28) ZÜNDET BEHÖRDENMITARBEITER AN – ZWANGSEINWEISUNG.

21.6. Tagsüber Arbeit am Roman. Abends Markklößchensuppe, Wildschwein-Keule auf Jägerart, Cola-Rum. Schüßler Salz Nr. 12 gegen heiße Füße.

22.6. Alltagsfrage: Warum liegen neben der Autobahn eigentlich so oft Schuhe?

23.6. Trüffelleib, Mundnässe. Was soll’s! Arbeite nach dem Frühstück (zweifach getoasteter Rosinenfladen, Waffles) im neuen Schlafrock. Raben beobachtet: fett und glatt, blank wie frisch geputzte Schuhe.

24.6. Gutes Wort: Giftfestigkeit. Meine liegt bei etwa 2,6 Promille.

25.6. Tagsüber nichts. Abends Salzheringe mit Kartoffelbrei, später Screwdriver und TV, Dramödie »Pastafaris in love«.

26.6. TV-Hammer! Bereits wenige Wochen nach ihrem Ausscheiden aus der aktiven Politik winkt Andrea Nahles (SPD) ein neuer Job. RTL 2 bringt ein Nachfolgeformat ihres Quotenknüllers »Die Wollnys – eine schrecklich große Familie« mit Sylvia Wollny als polternder Familienpatriarchin an den Start: In »Die Nahles« steht die »sympathische Schreckschraube mit Herz, Hirn und Schnauze« (Robert Habeck) im Mittelpunkt. Und die hat »Bock« auf den Ausflug auf unbekanntes Terrain, wenn auch der Drehort Nahles’ Wohnort Weiler ist, wo sie auf dem Bauernhof ihrer Urgroßeltern lebt.

In Folge 1 »Der Benzinrasenmäher« steht der uralte Benzinrasenmäher »Stihl RM 443« im Mittelpunkt, mit dem die Spitzenpolitikerin a.D. ihren riesigen Garten bestellt. Allerdings ist der 3,7 PS starke Oldtimer eine CO2-Dreckschleuder und in Zeiten des Klimawandels alles andere als en vogue. Trotzdem hält die 48-Jährige erbittert am ohrenbetäubend lauten Mähdinosaurier (»Der hat sogar noch mehr Dezibel als ich!«) fest und bringt damit ganz Weiler gegen sich auf. Der crazy Grund für ihr Handeln: Der »Stihl 443« war ein Geschenk Egon Bahrs (SPD-Legende), das sie kurz vor dessen Tod 2015 anlässlich ihrer Ernennung zur Ministerin (Arbeit und Soziales) erhielt. »Der Mäher bleibt!« skandiert die Nahles unermüdlich ihren Schlachtruf. »Dat kannste dir aber sowas von am Arsch abfingern.« Kann sie doch noch überzeugt werden, den Rasenmäher der Umwelt zuliebe zu entsorgen? »Die Nahles« dürfte der spannendste Quereinstieg ins TV-Business des Jahres sein.

27.6. Karriereschatulle: Beethoven war taub, Dostojewski Epileptiker und Marilyn Monroe stotterte – na und?! // Das Wort »nein« wird dich reich machen, denn sagt der Kunde sofort »ja«, verkaufst du nicht, sondern verteilst. // Wenn du einen Riesen siehst, so frage dich zuerst, ob es sich nicht um den Schatten eines Zwerges handelt.

28.6. Gegen 10:00 hoch, Rumpfbeugen, Seitstütz. Cornflakes, Zimtbagels, Thee, dann die Zellentür aufschließen und einchecken für die Strafe des neuen Tages: Schriftsteller, freiwilliger Gefangener der Muse. Mittags Auflauf von Mandeln und Pistazien, den Nachmittag verdämmert mit der Dreier-DVD-Box »Tief stehende Sonne – magische Naturphänomene«.

29.6. Sodbrennen. Trotz herrlichsten Sommerwetters vergrippt. Ekzem am Ohr sehr schlecht, zusätzlich Katarrh der Nebenhöhlen.

30.6. Aus den Tagebüchern bis 2001 von Fritz J. Raddatz: 1) »Marmor ist verkalktes Muschelgestein. Das ist von mir geblieben: Kalk und Muschel, fein gemahlen.« 2) »Während ich früher jedes Kornfeld mit den Augen streichelte, sehe ich das jetzt zwar alles, aber nehme es gleichsam nicht wahr. Es dringt quasi nicht in meine Seele.« 3) »Irgendwo ist einer – ich warte auf ihn.«

Nachmittags mal wieder in den Zoo. Sehr schöne Schimpansendressuren. Werde von hinten angequatscht, tue so, als hätte ich es nicht gehört, husche davon, ohne mich umzudrehen. Je älter, desto misstrauischer wird man.

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Monika Maron!

Das war natürlich eine Menschenrechtsverletzung erster Güte, dass Sie im Zuge der Corona-Bekämpfungsverordnungen nicht mehr in Ihrem Landhaus im tiefsten Mecklenburg-Vorpommern bleiben durften. Klar, dass Sie das nicht einfach hinnehmen konnten und sich durch die Ausreiseverfügung »an die DDR erinnert« fühlten. Und wo Sie schon mal an die erinnert wurden, ist Ihnen als Tochter des ehemaligen DDR-Innenministers Karl Maron auch gleich noch eingefallen, wie man sich als Bonze dort eine Vorzugsbehandlung sichert: sich nämlich via Parteizeitung (»Bild«) direkt beim Innenminister (Caffier) beklagen, der diesem unhaltbaren Zustand dann trotz anderslautender Verordnung gleich Einhalt gebot.

So weit, so zwingend. Stutzig macht uns lediglich, warum Sie eigentlich so unbedingt in Ihrem Zonenhäuschen zu bleiben trachten, schrieben Sie doch im »Spiegel« einst: »Der Osten verursacht mir Ekel. Ich halte es für eine Krankheit und weiß nicht, wie man sie heilt. Die Krankheit nenne ich Zonophobie.« Ein Glück, scheint zwischenzeitlich ja erfolgreich therapiert.

Ihre Pillen hätte auch gern: Titanic

 Scorpions-Fossil Klaus Meine!

Ihre Powerballade »Wind of Change« soll von der CIA geschrieben worden sein. Das behauptet zumindest der amerikanische Journalist Patrick Radden Keefe, der daraus gleich eine ganze achtteilige Podcast-Serie bastelte, in der Sie, Meine, in der letzten Folge selbst auftreten und alle Behauptungen verneinen.

Was für eine Zeitverschwendung, ist doch schon vorher klar gewesen: So manche schmutzige Geschichte hat die CIA sicherlich am Hals, aber für ein Verbrechen wie »Wind of Change« sind selbst die nicht skrupellos genug.

Pfeift auf Sie: Titanic

 Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

In Ihrem Kampf gegen Kontaktverbote und für das Menschenrecht auf Infektion tönten Sie in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«: »Mittlerweile habe ich das Gefühl, einige Ministerpräsidenten gefallen sich in der Rolle, dass sie auftreten können wie Sonnenkönige, und den Eindruck vermitteln, die Gewährung von Freiheiten sei Gnadensache.«

Und das, Kubicki, sagten Sie gewiss auf die selbstherrlichste, herablassendste Art, die man sich nur denken kann, fuhren mit Ihren Fingern lächelnd durch die gepuderte Allongeperücke und ließen sich von Ihrer Mätresse ein paar Weintrauben in den Mund schieben – einfach weil Sie keine anderen Sonnenkönige neben sich dulden, nicht wahr?

Winkt zur Warnung mit der Guillotine: Titanic

 Kneipp GmbH!

»Der einfachste Weg zum Glück ist«, sofern wir Deiner Werbung glauben dürfen, »das Leben mit einem Augenzwinkern zu sehen« und also Aroma-Pflegeduschen namens »Sei frech, wild und wunderbar!« bzw. sogar »Sei frech, verrückt und glücklich!« zu kaufen.

Wunderbar glücklich wären wir aber erst beim Erwerb eines Pflegeprodukts mit der frech-wilden Bezeichnung »Sei nicht traurig, dass der Name dieser Aroma-Dusche so lang ist, dass wir ihn gar nicht vollständig auf die Aroma-Pflegeduschen-Verpackung dru«.

Zwinker, zwinker: Titanic

 Pflegeroboter!

Was müssen wir da im »Handelsblatt« lesen? »Corona könnte Tür für Roboter öffnen«. Aber ist nicht gerade der Punkt, dass Ihr angeblich so nützlichen Pflegeroboter Euch selbst die Tür zu Corona bzw. Corona-Patienten öffnen können solltet? Solange ein kleines Virus schweren Maschinen wie Euch noch den Weg frei machen muss, ist Eure Zeit wohl doch noch nicht gekommen!

Meinen mitleidlos wie Ihr: die Witzmaschinen von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Deutsch, wie es singt und kracht

Wer Deutsch als Fremdsprache lernt, wird zunächst naiv annehmen, dass sich hinter einem Wort wie »Scheiblettenkäse« etwas unsagbar Absurdes, in der Muttersprache nur unter Zuhilfenahme sperrigster Umschreibungen Wiederzugebendes verbirgt, ähnlich gewissen japanischen oder isländischen Vokabeln, die zum Beispiel die mundwässernde Wirkung eines seit sechs Monaten im eigenen Sperma marinierten Walhodens bezeichnen. Um dann, mit wachsendem Sprachverständnis, zu begreifen, dass diese Ahnung nicht getrogen hat.

Jasper Nicolaisen

 Verwöhnt

Meinen Lebensstil muss man sich erst mal leisten können. Ich zum Beispiel konnte es noch nie.

Tanja Schmid

 Filmkunde

In Zeiten von Zoom-Konferenzen kann es nicht schaden, der Leserschaft ein wenig Nachhilfe in filmischen Fachtermini zu geben. Eine sogenannte Text-Bild-Schere zum Beispiel kann für einen visuellen Bruch und Komik sorgen. Während der Video-Sprechstunde mit meiner Internistin erzählte ich ihr zum Beispiel, dass ich seit vier Monaten nichts trinke, während sie auf eine Galerie leerer Weinflaschen hinter mir starrte. Wichtig ist auch, dass man sich bereits vor jeder Zoom-Konferenz im Klaren ist, auf welches Genre man hinaus will, sich dabei aber genug Raum offenlässt für spontane Änderungen. Meine Video-Sprechstunde hatte ich zum Beispiel eher als »Komödie« gepitcht (aktuelle Blutwerte), am Ende wurde dann aber ein ziemlich bombastischer High-Budget-Horrorstreifen daraus (Privatbehandlung).

Jürgen Marschal

 Idee für 2021: Spargelernte per Silvesterrakete

Die jungen Feuerwerkskörper werden im April ins Spargelbeet gesät, wachsen dort bis zur erntereifen Rakete. Am 5. Mai heißt es dann: DER SPARGEL SCHIESST, und zwar uns unter großem Hallo und Funkenregen direkt in die Münder. Tradition (Spargel) trifft auf Tradition (Feuerwerk), bzw. »Volksspeisung mal anders«. Noch eine kleine Gegendemo (Querfront) dazu, einem Kind fliegt ein Spargel direkt ins Auge, im Folgejahr wird es Einschränkungen geben müssen, fertig ist DAS DEUTSCHE NEUJAHR.

Elias Hauck

 Zieleinlauf eines Dialogs

Kundin (alte Dame): »Das ist dann schon sehr anstrengend.«
Kassiererin (ältere Dame): »Nein, ich könnte das nicht!«
Kundin: »Aber es macht auch Spaß.«
Kassiererin: »Das ist die Hauptsache.«
»Ja.«
»Ja. 14,60 bitte.«

Worum auch immer es sich dreht, das Gespräch ergibt Sinn.

Theobald Fuchs

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 20.05.:

    Mark-Stefan Tietze schreibt in der Taz über die vielen Deutschen, die vor der Merkel-Diktatur ins Weltall fliehen.

     

  • 18.05.:

    Das Neue Deutschland rezensiert Christian Y. Schmidts "Der kleine Herr Tod", ein Interview dazu gibt es auf Deutschlandfunk Kultur.

     

  • 14.05.:

    Marlen Hobrack bespricht im "Freitag" Christian Y. Schmidts "Der Kleine Herr Tod".

  • 13.05.:

    RTL, die »Hessenschau« und die SZ berichten über die Aktion "Torona: TITANIC hilft der DFL".

  • 05.05.:

    Im Kaput Mag gratuliert Tim Wolff TITANIC-Legende Thomas Hintner zum 60.

     

Titanic unterwegs
03.06.2020 Hachenburg, Hähnelsche Buchhandlung Gerhard Henschel
04.06.2020 Berlin, Buchhändlerkeller Gerhard Henschel
10.06.2020 Schwarzenbach a. d. Saale, Erika-Fuchs-Haus Museum für Comic und Sprachkunst Katharina Greve
14.06.2020 Frankfurt/M., Museum für Komische Kunst »Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts«