Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intim­scha­tulle 47

»Schatulle lüftet Schumi-Geheimnis«

1.1. Was ich mir für 2019 fest vorgenommen habe: Noch emotionaler zu schreiben. Glaube manchmal, dass meine Schreibe (noch) zu »kühl« ist und ich mehr Leser gewinnen und mitnehmen könnte, wenn ich eben, ja: emotionaler schriebe. Und etwas mehr TEXTOSTERON bitte, haha! Stichwort Substanz. Programm 2019: Roman »Der Strick«. Politisches Sachbuch »Mensch in der Revolte«. Drei Essaybände fertigstellen: »Helenas Exil«. »Algerische Städte«. »Der Minotaurus«. Kritische Essays: Die Intelligenz und das Schafott. Vorwort zu den italienischen Chroniken, Kommentar zu Don Juan. Vorwort, zehn Leitartikel. Ganz ordentlich, wie mir scheint. Aber machbar.

2.1. Schatullenrückblick 2018. Die schönste Sommer-Schlagzeile: KINDER IM SCHWIMMBAD VERSCHLUCKT UND EINGESOGEN. Gute Nachricht I: Bei einem Junggesellenabschied sind 25 junge Männer von einem Anhänger gefallen und haben sich dabei verletzt, einer schwer. Gute Nachricht II: Blogger stürzte 14 m in die Tiefe: tot.

3.1. SCHUMI: NOCH NICHT MAL CORINNA WEISS BESCHEID // SCHUMI NEWS – SCHWEIGT CORINNA ODER WEISS SIE WIRKLICH NICHTS? // DRAMA UM REKORDWELTMEISTER: WEISS NOCH NICHT MAL SEINE FAMILIE BESCHEID?

4.1. Schatullenservice Umsonst-Slogans zur freien Auswahl. Wenn Sie zufällig Weich heißen und eine Bäckerei betreiben: »Bäckerei Weich – Backwaren so weich wie dein Gaumen«.

5.1. Offensichtlich unausrottbare Formulierung »Mit ihm / ihr will ich alt werden!« Das muss man doch nicht auch noch aussprechen, meine Güte!

6.1. Drecksschüsseln, die sich bei voller Fahrt am besten durch dickflüssige Ficksahne ihren Weg bahnen: VW Touareg, Citroën Defekt, Ford Zwieback

7.1. Spießiges, ödes Sehnsuchtswort: Gelassenheit. Auch sehr doof: Entschleunigen. Richtig doof, ganz doof, doof hoch zwei: Achtsamkeit.

8.1. SCHUMI-WAHNSINN: AUCH DIE MANAGERIN HÄLT DICHT // SCHUMI AKTUELL: WEISS WIRKLICH NIEMAND ETWAS? // GINA-MARIA: SCHUMIS TOCHTER SCHWEIGT UND REITET.

9.1. Den ganzen lieben langen Tag auf Titelsuche. Kochbuch: »Vom Testesser zum Resteesser«. Die Memoiren: »Auf- und Abstieg eines Vorkosters«. Roman gewürzt mit Gefühl: »Frühling im Tal der Tränen«. TV-Reportage: »Dem Allgäu verfallen«.

10.1. Vormittags wenig. Nachmittags das Gedicht der Schwalbe geendigt, ohne Gefühl des Gelingens. Groteske Erscheinungen: Juli Zeh, Peter Altmaier, 50 Cent.

11.1. Seit dem Sommer schwitzt DDR-Buchautor Uwe Tellkamp an einem neuen Blauwal. Heißt, er drischt jeden Tag minimum vier Stunden lang sinnlose Sätze zusammen, bis er 1000 Seiten zusammengewichst hat. Wie durchsickert, soll es diesmal ein Sachbuch werden, Arbeitstitel: »Die 50-Millionen-Euro-Diät«. Angeblich hat der Bestsellerautor über die Weihnachtstage sechs Kilo zugelegt.

12.1. Man sollte sich als Schriftsteller nicht zu tagesaktuellen Fragen äußern. Am besten, man äußert sich überhaupt nicht, schreibt auch keine Kritiken oder lässt sich sonstwie vor irgendwelche Karren spannen. Das Werk sollte aus sich heraus sprechen und die »Haltung« sich daraus ergeben. Encore: So sehr ich die Bäume und die Wiesen liebe, so sehr langweilt es mich, sie zu beschreiben, denn ich fühle, dass es andere genausogut, nein: besser können als ich. Man muss etwas finden, in dem man unvergleichlich ist, sonst ähnelt man zu vielen anderen Romanautoren.

13.1. Die einzige Idee heute: »Von Ganderkesee nach Bad Bederkesa«. Eine Art Reise- beziehungsweise Ausflugsführer. Ziemlich schwach als Tagesausbeute. Abends TV. Geiler Spruch von Sylvie Wollny von Die Wollnys – eine schrecklich große Familie: »Du denkst wohl auch, ich schlafe mit dem Kopf an der Heizung«. Die Sendung ist wirklich eine echte Fundgrube, Sylvia bringt ein Ding nach dem anderen.

14.1. Alltagsfrage: Warum verändern sich eigentlich Rahmenbedingungen? Abschließende Bemerkung zum Thema Rucksäcke: Rucksäcke trägt man beim Bergsteigen. Einzig erlaubte Ausnahme: Fahrradfahren. Sonst trägt man keine Rucksäcke.

Leider knapp verpasst, soll aber gut gewesen sein.

15.1. Drei sehr gute Fragen: 1) Würden Sie sich für 600 000 Euro einen 16-Grad-Rundbuckel operieren lassen? 2) Würden Sie ein Jahr lang auf Ihr Einkommen verzichten, um 8 Kilo abzunehmen? 3) Würden Sie sich für 950 0000 Euro den Kopfumfang entweder a) um 10 Zentimeter vergrößern oder 10 Zentimeter verkleinern lassen? Also Riesen- oder Hamsterkopf?

16.1. Merke: Große Gefühle haben kurze Spannungen, wie ein Elastikband schnellt das Empfinden der Leute wieder auf seine Enge zurück.

17.1. SCHUMI-FREUND JEAN TODT: »HINTERHER IST MAN AUCH NICHT SCHLAUER« // WILLI WEBER: »ICH WEISS NICHTS. DAS MACHT MICH TRAURIG« // EX-KOLLEGE VETTEL: »AUCH MIR SAGT SCHUMI NICHTS«.

18.1. Ich will ja nichts sagen, geschweige denn lästern, aber mir ist (mal wieder) aufgefallen, wie ähnlich sich Kevin Kühnert und Daniel Kehlmann sehen. Verdammt ähnlich. Wie aus dem Gesicht geschnitten. Bei der Geburt vertauscht. Kann sich noch jemand an Marc-Kevin Goellner erinnern? Tennisspieler, große deutsche Hoffnung, wurde eine Zeitlang als Boris Beckers Nachfolger gehandelt. Dann aber böse abgestürzt/-geschmiert (wie Ralf Schumacher und Stephan Beckenbauer). Spitzname: Kevin »BABY BUM BUM« Goellner. Der (jüngere) Kühnert könnte also gut als »BABY SCHREIB SCHREIB« durchgehen. Ja, mein Gott, oder so ähnlich eben.

19.1. In-und-out-Liste Januar. In: Charity-SMS; Mohnbrötchen; mal wieder Leute zu sich einladen. Out: Schmerzen in beiden Füßen; verdorbener Hüttenkäse; sich jetzt schon auf den Sommer freuen. Gedanke: Man müsste im Ernstfall alle Schützenvereine bewaffnen. Mehrere Dörfer zu einem Gewalthaufen formieren. Jeder Schützenverein ein MG und fünf Panzerfäuste.

20.1. Allein heute 5 (in Worten: FÜNF) Briefe bekommen. Diese vielen Briefe (und Erledigungen, tagtäglichen Verrichtungen) zerstören das Beste in mir, sie verschwemmen mir das Gehirn, und ich finde keine Methode der Bewältigung. Man müsste vielleicht ganz früh morgens aufstehen und vor dem Frühstück schon alles wegdiktiert, alles aus dem Tag geräumt haben, was ihn hemmt, ebenso die Zeitung. Den ganzen Vormittag mit Briefeschreiben verbracht. Das wird allmählich eine Marter für mich,  diese ganzen geschäftlichen und persönlichen Korrespondenzen zu erledigen, ich verbrauche dafür meine beste Kraft und falle dann immer schon mit einer gewissen Freudlosigkeit in den Tag. Das Kostbarste, das Dichterische in mir, geht ganz zugrunde durch diese sinnlose Folter.

21.1. Karriereschatulle: Handle so, als wäre es unmöglich zu scheitern. Bist du der Chef in deinem Kopf, oder wer entscheidet darüber, ob du glücklich sein darfst? Erfolg hat drei Buchstaben: T.U.N. Tag und Nacht.

22.1. EX-RIVALE HEINZ-HARALD FRENTZEN: MIR WÜRDE SCHUMI ETWAS SAGEN // PAPSTVERTRAUTER ERZBISCHOF GÄNSWEIN: »ICH BETETE MIT SCHUMI, ABER ER SAGT JA NICHTS« // SCHUMIS KOMAARZT: »AUCH OHNE SCHWEIGEPFLICHT WÜRDE ICH NICHTS SAGEN«

23.1. Abschiedsgeschenk des scheidenden Chefredakteurs T. Wolff: In sehr gehässigem Tonfall macht er mich darauf aufmerksam, dass ich das »grunddumme Wort« (O-Ton) vorprogrammiert benutzt habe. Falsch, falsch, falsch, brüllt er ins Telefon! Es heiße PROGRAMMIEREN. Und fertig ist die Laube. Beinhaltet VOR. Oder hat man  schon mal davon gehört, dass jemand etwas NACHprogrammiert hätte? Hallo? Noch jemand zu Hause??!! Dann legt er grußlos auf. Toller Abschied, danke schön.

24.1. Google-Suchverlauf Januar: susan stahnke – eva herman – wie bestelle ich entertain tv – bhagwan – anzeigen avis – jan leyk – willli winkler – aldi lieferservice hamburg – zdf kulturzeit – sackschutz – sackschutz sex – kleidersack – juki zeh – titelsong hebammen im einsatz – alle tabs schließen – grüner jäger – barschel in der badewanne – heycar – wie ziehe ich fotos in powerpoint fragezeichen – du bist ein free willy – sowas von da film box office – roland trettl – diealgewicht mann 56 jahre 1,83 groß.

25.1. 1) Erkenntnis: Eine besondere Kategorie enervierender Monomanen sind die Bastler; Menschen, die ihr Steckenpferd zum Lebensinhalt erkoren haben. 2) Zum Schockraucher werden. Schockraucher rauchen, damit die Menschen (Raucher) endlich aufwachen.

26.1. Wieder mal eine spontane »Party for one«. Zutaten einkaufen für Bologneser Soße, danach »schnippeln«. Die Soße (sprich SOOOSE) muss minimum zwei Stunden selig simmern, köcheln, schmurgeln. Währenddessen eine Flasche teuren, sehr schweren Rotwein eingeatmet. Im ZDF Die Bergretter (geht auch: Der Bergdoktor). Ganz großes, reines ALKOHOLGLÜCK für etwa eine Stunde (20 bis 21 Uhr), ein Zustand nahezu vollkommener Seligkeit. Dann plötzlich unvermittelt einsetzender brüllender Hunger, Starkappetit, unbezwingbare Gier. Mahlzeit also in rasender Geschwindigkeit vertilgt. Formel: je rasender desto besser. Langsame Esser KÖNNEN gar keinen Genuss verspüren, Genuss entsteht erst durch Schling-Stopfen, hartes, kompromissloses Schlingen, Stopfen, Teller um Teller um Teller, alles mit dicker Parmesanhaube, danach völlig erschöpft niedersinken, Stichwort: auf allen Vieren, zwei Stunden der absoluten Paralyse, später dann, sehr spät, Bier und Aquavit. Alternativ Champagner. Was für ein (schöner) Abend. Eine ganze Stunde reinen Glücks, was für einen Erwachsenen sehr viel ist. Unverfälschtes Kinderglück, Freude darüber, am Leben zu sein. Auch für Ältere noch (Alkohol) möglich.

27.1. JETZT SPRICHT CORINNAS PFERDEFLÜSTERER: »AUCH DIE STUTEN SIND RATLOS« // SCHUMIS SOHN MICK: »ICH FAHRE SOLANGE, BIS GEWISSHEIT HERRSCHT« // SCHUMI-ANGST: TRÄGT ER JETZT EINE BRILLE?

28.1. Packende Reportage auf ZDF-Info: »Vom Chef zum Hartzer – So glitschte ich auf der Karriererutsche abwärts« Gute Bemerkung von Christopher Walken: »Ich lache gern, aber ich lache gar nicht so viel. Denn ich glaube, dass es gar nicht besonders viel zu lachen gibt.«

29.1. SCHUMI-VERMÄCHTNIS: NIMMT ER SEINEN ZUSTAND MIT INS GRAB? // IRRER GEHEIM-VERDACHT: VERSCHWEIGT SCHUMI SEINEN ZUSTAND? // BIZARRE GERÜCHTE UM SCHUMI: LEBT ER UNERKANNT IM AUSLAND?

30.1. Quälender Standardtraum: Ich soll in einem Theater ein Stück spielen, das ich nicht kenne, eine Rolle spielen. Ich kenne auch meinen Text nicht. Der Auftritt rückt immer näher. Ich quäle mich. Meinen Text habe ich vergessen. Ich quäle mich. In der höchsten Not erwache ich. Wer weiß wirklich, welche Rolle er zu spielen hat? Wer kennt schon seinen Text?

31.1. SCHUMI-BRUDER RALF: BEI MIR IST ER AUCH NICHT // SCHUMI-SAGA: KARIBIK-DOPPELGÄNGER AUFGETAUCHT // ALEX GERST: SCHUMI LEBT LÄNGST IM ALL

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Sächsischer Justizminister Sebastian Gemkow (CDU)!

Als Sprecher der CDU-geführten Bundesländer gegen den Antrag Niedersachsens, das Containern zu legalisieren, haben Sie am fürsorglichsten argumentiert. In einem Fünf-Sterne-Hotel in Travemünde meinte es empathisch aus Ihnen: »Wir wollen nicht, dass sich Menschen in eine solche menschenunwürdige und hygienisch problematische Situation begeben.«

Weil es auch kein Gesetz gibt, das Menschen vor der menschenunwürdigen Situation schützt, Essen aus dem Müll holen zu müssen? Oder weil Sie, Gemkow, sich aus Solidarität ein bisschen schmutzig fühlen wollen, indem Sie den Armen sogar die Brosamen der Wegwerfgesellschaft verweigern? Oder geht es Ihnen schlicht um Entmündigung derer, die auf Mundraub angewiesen sind?

Fragt mit schlechtem Appetit: Titanic

 Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Sie sind von den Delegierten des Fußball-Weltverbandes per Akklamation für vier weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Für Ihre erste Amtszeit fanden Sie dann lobende Worte: »In den vergangenen drei Jahren und vier Monaten ist aus dieser vergifteten, fast kriminellen Organisation das geworden, was sie sein soll. Eine Organisation, die sich um Fußball kümmert und den Fußball entwickelt.«

Und zu diesem Wandel zu einer letalen, vollends kriminellen Organisation beglückwünschen Sie angesichts anhaltender Medienberichte über das sklavengleiche Hausen, Schuften und Sterben auf den WM-Baustellen in Katar ebenso wenig wie zu Ihrer Wiederwahl:

die Menschenrechts-Ultras von Titanic

 Ina Tenz!

Sie sind seit zwanzig Jahren Programmdirektorin im Hörfunk und wollen bei Antenne Bayern jetzt ein Lied von Sarah Connor ohne den ersten Satz senden, denn der Satz lautet: »Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt.« Denn Vincent ist jung und schwul, weiß es aber noch nicht. Ein Song mithin, der Mut machen soll usw.

Was Sie nun daran stört? »Als erwachsene Frau gar nichts, aber als Mutter. Ich habe einen neunjährigen Sohn, und wenn er diesen Song im Radio hören und mich dann fragen würde, was diese erste Zeile bedeutet, dann möchte ich mit meinem Sohn nicht im Auto irgendwo auf dem Weg von der Schule zum Gitarrenunterricht über dieses Thema sprechen.«

Aber, Frau Tenz: Wo Sie doch nun so schön dem Klischee der sehr erwachsenen, sehr besorgten Karrieremutter und Elterntaxifahrerin entsprechen, da wird der Sohnemann auch das Klischee bedienen, wonach Neunjährige schon wissen, was ein Porno ist. Meinen S’ nicht auch?

Jederzeit gesprächsbereit: Titanic

 Ulm!

»Du kannst nicht beides haben?« steht fett gelettert auf Anzeigen Deiner neuen Image-Kampagne. Ja, aber was denn »beides«? Die Auflösung folgt: »Doch: In Ulm/Neu-Ulm! Erlebe hier Bayern und Schwaben zusammen in der Zweilandstadt.« Ja, wirklich? Bayern und Schwaben in einer Stadt? Ist das möglich? Wovon wir nur zu träumen wagten, wird endlich wahr! Sodom und Gomorrha! Hoffentlich lässt sich unser Bali-Urlaub noch umbuchen. Aber im Ernst: Auch eine weniger depperte Kampagne würde uns nicht in Dein doppelt versaubeuteltes Nest locken.

Huch! War das jetzt Spott und Hohn? Genau! Denn bei uns, liebes Ulm, kannst Du beides haben!

Pfiati und ade! Titanic

 Psychoanalytiker und Publizist Carlo Strenger!

Angeblich gehen Sie in Ihrem neuen Buch »Diese verdammten liberalen Eliten« mit diesen verdammten liberalen Eliten, zu denen Sie ja selbst gehören, streng ins Gericht. Doch nach der Lektüre fragen wir uns eins verdammt noch mal schon: Warum nicht noch viel strenger, Strenger?

Illiberal: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Mein Coach

hat mir aufgrund meines grüblerischen Wesens als wichtigsten Lebenstipp mitgegeben, immer nach vorne zu schauen, die Zukunft fest im Blick zu haben. Seitdem denke ich ständig an den Tod.

Anselm Neft

 Marktversagen

Als Ergebnis einer Google-Recherche nach dem von einem US-Comedian angepriesenen T-Shirt mit der Aufschrift »Neoliberalism sucks!« wurden mir ausnahmslos Hemden mit dem Slogan »Socialism sucks!« angezeigt. Daraus lässt sich nur eines folgern: Das System hat eindeutig abgewirtschaftet, ja ein Eigentor geschossen. Meine Nachfrage konnte schließlich nicht befriedigt werden!

Burkhard Niehues

 Gesichtsschnee

Ein ohnehin schon sehr merkwürdiges Gesetz, das – noch erstaunlicher! – weltweit gilt, verlangt von Menschen, die sich in den Bergen aufhalten, dass sie Rasierschaum oberhalb einer Höhe von 6659 Metern ausschließlich als Gesichtsschnee bezeichnen. Wer’s nicht glaubt, kann gern einmal versuchen, in den Bergen oberhalb einer Höhe von 6659 Metern Rasierschaum zu kaufen.

Andreas Maier

 Keine Frage des Geldes

Wirklich arm fühlt man sich, wenn einer dieser NGO-Spendenbettler, die in der Fußgängerzone herumstehen, sein Gesicht hinter dem Klemmbrett verschanzt, sobald man auf ihn zugeht.

Julia Mateus

 Geschichtsmoral

Als ich die neueste Verfilmung von Otfried Preußlers »Die kleine Hexe« sah, war ich erneut gepackt von dieser Geschichte. Wie die kleine Hexe ausgestoßen wird, weil sie sich in ihrer grundfalschen Welt aus inneren Beweggründen zum Guten bekennt. Sie hält dem unfassbaren Druck ihrer missratenen Peer Group nicht nur stand, sondern wendet sich aktiv gegen das Böse. So verbrennt sie am Schluss die Zauberbücher ihrer Rivalinnen auf dem Scheiterhaufen, um die bösen Hexen für immer unschädlich zu machen. Die pädagogische Botschaft hinter der ganzen Geschichte ist klar: Bücherverbrennungen sind nicht immer schlecht.

Jürgen Miedl

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 18.07.:

    "Vice" hat Martin Sonneborn im Wahlkampf begleitet.

  • 16.07.:

    Die "Welt" berichtet über Martin Sonneborn und seine Rede gegen Ursula von der Leyen.

  • 09.07.:

    Mark-Stefan Tietze untersucht in der Taz die schrägsten Auswüchse im Preiskrieg der Supermarktketten, z.B. die Zweizweiundzwanzig.

  • 01.01.:

    Dominik Bauer von "Hauck & Bauer" spricht mit "Spiegel online" über Satire und Karikatur.

  • 07.07.:

    Deutschlandfunk Kultur besucht die TITANIC-Redaktion.

Titanic unterwegs
11.08.2019 Kassel, Caricatura-Galerie »Deutschland dreht durch«
22.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«
23.09.2019 Lyon, Goethe-Institut Katharina Greve: »Das Hochhaus«
02.12.2019 Neu-Anspach, Freilichtmuseum Hessenpark Greser & Lenz: »Hessen först«