Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intim­scha­tulle 49

»Der Biss des Zahnlosen«

1.3. 8.00 hoch. Milzspülung. Sodbrennen. Kalt, windig, Schauerneigung. Gegen die Morgensteifigkeit Rumpf- und tiefe Kniebeugen. Breakfast Haferbrei mit flüssigem Butterkern, Mocca double. Zu neuen Qualen ruft ein neuer Tag. Einchecken am Schreibtisch. Das übliche Gestottere. Immer noch keine Idee, wie der nächste Roman heißen soll. Vielleicht »Fenster auf Kipp«, haha, der mutmaßlich nichtssagendste Titel aller Zeiten. Ebenfalls sehr schwach: Müsli mit kleinen Apfelstückchen/Seelenvogel/Träume eines Clowns. Klassische Ein-Euro-Gags. Nachmittags Durchfall. Hirschwildbret mit Brotpfeffer in Madeira-Sauce. Abends Bier und »mit leerem Kopf« TV, Wiederholung des spanischen Dramas »Der Biss des Zahnlosen«. Beim zweiten Sehen viele »Details« entdeckt.

2.3. »Sat-1 Akte«: Reportage bzw. Test deutscher Reisebusunternehmen. Mit gut bewertet werden Geißler-Reisen (Eilenburg), Touristik Service Dietz, Hacker Touristik. Im Mittelfeld finden sich Reisedienst Orth, Schuy Exklusiv Reisen (Rosenheim), Aschenbrenner Bus-Touristik. Nur mit ausreichend bewertet: Mongo Tours (Köln), Reise Team Kaiser. Einziges Unternehmen, das mit mangelhaft bewertet wird, ist ausgerechnet der beliebteste Fernbus Deutschlands. Der Grund: Zwei von drei Flixbusfahrern onanieren während der Fahrt.

3.3. Schatulle ganz persönlich: Ein Missstand, der mich rund eineinhalb Jahre fast in den Wahnsinn getrieben hat: Auf meiner (Haupt-)Fernbedienung im Wohnzimmer ist die Belegung wie folgt: rechts PROGRAMME, links VOLUME. Standardbelegung von, ich würde schätzen, 98 Prozent aller Fernbedienungen. Bei der Zwangsumstellung auf DVB-T2 im Frühjahr 2018 musste ich mir notgedrungen einen neuen Receiver für das TV-Gerät im SCHLAFZIMMER anschaffen, der Verkäufer hatte mir einen der Marke Technisat aufgeschwatzt. Und, mehr Pech kann ein einzelner Mensch nicht haben, die Belegung auf der dazugehörigen FB war GENAU UMGEKEHRT. Bedeutete oft mehrmals täglich umlernen; »umschalten«, im wahrsten Sinne des Wortes.

Kindereierpipileicht, easy, kein Problem, sollte man meinen. IST ES ABER. Es geht einfach nicht. Das menschliche Gehirn ist aus irgendwelchen neurophysikalischen oder wie das heißt Gründen nicht dafür gemacht. Ich vermute, dass selbst Schachweltmeister Carlssen bei dieser »Stellung« auf Granit beißen würde.

4.3. Weißwein. TV: »Geduld bringt Rosen«. Herzschmerz-Dramödie mit Helmut Zierl, der einen (vermeintlich) todkranken Forscher mimt. Zum Einschlafen in Ludwig Wittgensteins »Denkbewegungen« gestöbert: »Es ist mir immer fürchterlich, wenn ich denke, wie ganz mein Beruf von einer Gabe abhängt, die mir jeden Moment entzogen werden kann. Ich denke sehr oft, immer wieder, hieran und überhaupt daran, wie einem alles entzogen werden kann.«

5.3. Meldung in der »Bunten«, dass sich Kirk Douglas im Alter von 102 Jahren endlich hat sterilisieren lassen. Die Schatulle meint: Besser spät als nie.

Zu Hause einige Post gelesen und moussierenden Burgunder getrunken. Champignons in Weißwein, Prinzregententorte.

Schlaflos wg. Sodbrennen und burning feet. Harter Diss (selbst ausgedacht) gegen den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet: Lasch, lascher, Laschet. Geil.

6.3. Impulskauf eines elektrischen Warzenvereisers, am frühen Abend Regenwürmer anatomiert. Erst um kurz nach 11.00 aufgewacht. Fast hätte ich meinen Termin (12.00) bei RA Dr. Stahlhut (Bestellung Grundschuld) versäumt. Treffe kurz vor zwölf in der Kanzlei ein, schön und tadellos gekleidet, wie ein Toter. Muss nur eine Unterschrift (mit hürneren Fingern) leisten, das war’s. Selbstgefälliger Gedanke: Nie die Mehrheit zählt, sondern immer und zu jeder Zeit nur die sehr wenigen, die anders sind.

7.3. Aufgeschnappt: »Gute Laune ist der Torf, auf dem die Leidenschaft wächst.«

8.3. Tuchmachermuseum in Bramsche besucht. Auf der Hinfahrt Stopp an der Raststätte Pottkieker-Ost. Brandneuer Slogan der Sanifair-Toilettenanlage: FAIR URINIEREN – DIE ERLEICHTERUNG SPÜREN. Gewagt, aber gut. Neue WC-Regel: So lange die Hände waschen, wie das Lied »Happy Birthday« dauert. Insgesamt fünf Sanifair-Pissscheine eingelöst (Maxi-King). Gut, dass die nicht verjähren! In Bramsche einen Mixed-Grill-Teller im Dual Kebab. Die Heimfahrt nebelfrei.

9.3. Vormittags Brainstorming:

  • Schnee ist der Regen der Eskimos
  • Bumslove: Liebe auf den ersten Fick
  • Triumph des Todes – Gerippe spielen zum Tanz

Zum Thee und Plundergebäck Fr. Bodenstein. Ihr Sohn erwägt, an die Boston University zu wechseln. Sie fragt um Rat. Abends nichts.

10.3. TV. Sylvia Wollny in »Diese Wollnys – eine schrecklich große Familie«: »Ich will nie wieder mit der Hand aus dem Mund zu leben.«

11.3. Schatulle ganz persönlich: Zuerst war ich noch naiv genug, anzunehmen, dass sich das Problem von alleine erledigen würde, es nur etwas Geduld (und vielleicht erhöhter Konzentration) bedarf, bis die Finger AUTOMATISCH den richtigen Weg finden. Haha, weit gefehlt, das Gegenteil (zumindest in meiner subjektiven Wahrnehmung) war der Fall: Mit jedem Umzug von einem Zimmer ins andere stieg die Fehlerquote. Wie viele Stunden (hochgerechnet sicher mehrere Tage) habe ich wohl mit »falschem Drücken« vergeudet? Und jeder abermalige »Griff ins Leere« ein winziger Stich, dafür aber mit Tausenden Nadeln.

So stellte sich Angst vor dem ach so geliebten TV-Spaß (mein Aufkommen beträgt i.d.R. 4 Stunden am Tag) ein, die  bittere Erkenntnis, dass es selbst für die Bedienung der schwarzen Kobolde nicht reicht. Dann sprang mir noch folgende Schlagzeile ins Auge: »DAS LETZTE STEINZEIT-VOLK DER ERDE ENTDECKT: SIE KÖNNEN NUR BIS ZWEI ZÄHLEN«. Passt, dachte ich.

12.3. Nachmittags im »Cafe 2 talk« eine neue Folge MOTIVATION HEUTE: Die meisten Menschen feiern Geburtstag, besondere Menschen feiern das Leben // Lebst du, um zu gewinnen, oder lebst du, um nicht zu verlieren // Du bekommst deine Welt nicht besser gemeckert

Der Schlüssel zum (TV-)Glück

13.3. Am Schreibtisch eingelocht. Klammere mich an den Gedanken, dass der Roman, den ich gerade schreibe, vielleicht besser ist, als ich glaube.

14.3. SCHATULLENUMSONSTSERVICE. Falls Sie zufällig Pudel heißen und einen Friseursalon betreiben: Friseur Pudel – Haare so farbenfroh wie ein Pudel.

15.3. Drei eklige Worte mit G: Gliederpuppe, Gelenkbus, Glibberfüße.

16.3. Google-Suchverlauf der letzten Tage: Frank schirmacher – altera hotel oldenburg – lieferservice hamburg luxus – dicke berta gexchütz – helmut zierl gewicht – insel hamburg disco – flughafen ahmburg absflug – fluhafwen hh – mobile navigation testsieger 2018 – centerfold auf deutsch – mongolischer hirte – sl r232 news – kalorien big mac – schlachterböre hamburg speisekarte – thomas melle raumforderung – motivation zeitschrift – sebastian fitzek – mature lady – major lady

17.3. Wie dumm/peinlich/bescheuert die meisten Menschen beim Fahrradfahren (mit oder ohne Helm) aussehen. Oder im Auto. Oder wie sie im Bus sitzen, Verkehrsmittel allgemein. Die ganze Wahrheit über Menschen.

18.3. Schlagzeilen (Auswahl): WEIL ER ZU LANGSAM LIEF: MANN SCHUBST RENTNER AUFS GLEIS // FRAU WIRFT KARTOFFELSACK AUF PLANSCHENDES KIND // MANN ZERQUETSCHT KIND (3) MIT AUTOSITZ.

19.3. Wer zufällig etwas Ficksahne übrig hat: Bei den »Modellen« Nissan Botox, Mitsubishi Galopper und Audi Herpes ist noch reichlich Luft im Tank.

20.3. Schatulle ganz persönlich: Was also tun? Auf normalem Wege (und was heißt hier schon normal) war dem Problem nicht beizukommen. Ich erwog bereits, große Zettel an den Endgeräten anzubringen (»ACHTUNG: LINKS PROGRAMM, RECHTS VOLUME!!«), aber was würden Besucher denken?

Jetzt gibt es bestimmt Leute, die das Ganze »lächerlich« finden. IST ES ABER NICHT. Was wäre, wenn ein Fahrradkurier vor jeder einzelnen Fahrt beide Reifen vollständig aufpumpen müsste? Nur eines von vielen (möglichen) Beispielen. Verrückt. Schrecklich.

Dann die (Zufalls-)Rettung: Die schlecht verarbeitete Technisat-FB fällt zu Boden und zerbricht in zwei Teile, die sich partout nicht mehr zusammenfügen/stecken/drücken lassen, auch kleben hilft nicht.

21.3. In-&-Out-Liste März.

In: Tiere in den Farben Eierschale und Indischgrün, Pflaumenkuchen mit Eis und Sahne und Pudding und Vanillesoße, Zahnseide.

Out: Gehörlosengottesdienst, nackte alte Männer, Schulden machen.

22.3. Tagesüber nichts, abends RTL-II Eigenproduktion VOM FLOTTI ZUM HOTTI: Zoey-Chayennes Weg von der kessen Biene zur Sexbombe

23.3. Weiter, weiter, immer weiter am Roman, Tempo machen. Mir gelingt eine ganz gute Passage: »Sie kennen sich seit einem Jahr, als sie ihn plötzlich fragt, welche Augenfarbe sie hat. Er ist ganz verdattert. Und tatsächlich weiß er die Antwort nicht. Blau, himmelblau, sagt sie mit Tränen in den Augen.«

24.3. Morgens Brille ins Klo gefallen. Durch den Tag geeiert. Gemischtwarenladen, nichts Zusammenhängendes hinbekommen, nur die ewigen Fragmente.

25.3. Hau rein ist Tango

26.3. Abends TV: »Grüner Tee mit Sauerampfer«. Helmut Zierl spielt auf seine unnachahmlich verschmitzte Art einen Hotelchef, dessen unehelicher Sohn  plötzlich auftaucht und für Ärger sorgt. Dazu drittel Flasche Ziegler-Exquisit Obstbrand (Himbeere) und Bier. Gegen burning feet Schüßler-Salz Nr. 12.

27.3. 7.30 auf. Morgensteifigkeit. Im Waschraum rasiert, Haarwäsche mit lauwarmem Bier. Thee, Rühreier, Toast. Danach bis in die Abendstunden stur mein Pensum »durchgepeitscht«.

28.3. Auf eine schnelle Wurst zu den Jungs von Willis Schwenk-Grill. Auf Willis gute Laune ist Verlass: »Alkoholismus ist der Imperialismus des kleinen Mannes.«

29.3. Alltagsfrage. Warum werden im Geschirrspülgerät eigentlich manchmal Teile nicht richtig sauber?

30.3. Schatulle ganz persönlich: Ich berichte meinem Nachbarn Herrn B. von dem Missgeschick. O-Ton Harald B: »Ich würde Ihnen raten, sich eine UNIVERSALFERNBEDIENUNG anzuschaffen.« Am besten eine des Marktführers »One for all«, ergänzt er. Gesagt, getan. Funktionierte von erster Inbetriebnahme an TADELLOS. Seit diesem Vorfall achte ich noch mehr als ohnehin schon auf die von mir sog. »lebensmaximierenden Maßnahmen«. Beispiele: In welchem Zustand ist der Wasserkocher? Denn auch ein altersschwacher, lahmer und somit erzlangsamer Wasserkocher kann einen in den Wahnsinn treiben. Weiter: Ist das Auto wenigstens zur Hälfte aufgetankt (besser natürlich vollgetankt)? Weiter: Sind RESERVEPACKUNGEN vorrätig? Undundundoderoderoder. Man hat es selbst in der Hand!

31.3. Gut: »Die Bahn älterer Menschen erschüttert zu sehen durch Liebe, gar Sex, scheint mir lächerlich, das Leben hat doch eine Bahn auch im Sinne einer Kurve, und der abnehmende Mond soll nicht tun, als könne er die ganze Welt noch in Silberglanz tauchen.« (F. J. Raddatz)

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Monika Maron!

Das war natürlich eine Menschenrechtsverletzung erster Güte, dass Sie im Zuge der Corona-Bekämpfungsverordnungen nicht mehr in Ihrem Landhaus im tiefsten Mecklenburg-Vorpommern bleiben durften. Klar, dass Sie das nicht einfach hinnehmen konnten und sich durch die Ausreiseverfügung »an die DDR erinnert« fühlten. Und wo Sie schon mal an die erinnert wurden, ist Ihnen als Tochter des ehemaligen DDR-Innenministers Karl Maron auch gleich noch eingefallen, wie man sich als Bonze dort eine Vorzugsbehandlung sichert: sich nämlich via Parteizeitung (»Bild«) direkt beim Innenminister (Caffier) beklagen, der diesem unhaltbaren Zustand dann trotz anderslautender Verordnung gleich Einhalt gebot.

So weit, so zwingend. Stutzig macht uns lediglich, warum Sie eigentlich so unbedingt in Ihrem Zonenhäuschen zu bleiben trachten, schrieben Sie doch im »Spiegel« einst: »Der Osten verursacht mir Ekel. Ich halte es für eine Krankheit und weiß nicht, wie man sie heilt. Die Krankheit nenne ich Zonophobie.« Ein Glück, scheint zwischenzeitlich ja erfolgreich therapiert.

Ihre Pillen hätte auch gern: Titanic

 Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

In Ihrem Kampf gegen Kontaktverbote und für das Menschenrecht auf Infektion tönten Sie in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«: »Mittlerweile habe ich das Gefühl, einige Ministerpräsidenten gefallen sich in der Rolle, dass sie auftreten können wie Sonnenkönige, und den Eindruck vermitteln, die Gewährung von Freiheiten sei Gnadensache.«

Und das, Kubicki, sagten Sie gewiss auf die selbstherrlichste, herablassendste Art, die man sich nur denken kann, fuhren mit Ihren Fingern lächelnd durch die gepuderte Allongeperücke und ließen sich von Ihrer Mätresse ein paar Weintrauben in den Mund schieben – einfach weil Sie keine anderen Sonnenkönige neben sich dulden, nicht wahr?

Winkt zur Warnung mit der Guillotine: Titanic

 Pflegeroboter!

Was müssen wir da im »Handelsblatt« lesen? »Corona könnte Tür für Roboter öffnen«. Aber ist nicht gerade der Punkt, dass Ihr angeblich so nützlichen Pflegeroboter Euch selbst die Tür zu Corona bzw. Corona-Patienten öffnen können solltet? Solange ein kleines Virus schweren Maschinen wie Euch noch den Weg frei machen muss, ist Eure Zeit wohl doch noch nicht gekommen!

Meinen mitleidlos wie Ihr: die Witzmaschinen von Titanic

 Kneipp GmbH!

»Der einfachste Weg zum Glück ist«, sofern wir Deiner Werbung glauben dürfen, »das Leben mit einem Augenzwinkern zu sehen« und also Aroma-Pflegeduschen namens »Sei frech, wild und wunderbar!« bzw. sogar »Sei frech, verrückt und glücklich!« zu kaufen.

Wunderbar glücklich wären wir aber erst beim Erwerb eines Pflegeprodukts mit der frech-wilden Bezeichnung »Sei nicht traurig, dass der Name dieser Aroma-Dusche so lang ist, dass wir ihn gar nicht vollständig auf die Aroma-Pflegeduschen-Verpackung dru«.

Zwinker, zwinker: Titanic

 Scorpions-Fossil Klaus Meine!

Ihre Powerballade »Wind of Change« soll von der CIA geschrieben worden sein. Das behauptet zumindest der amerikanische Journalist Patrick Radden Keefe, der daraus gleich eine ganze achtteilige Podcast-Serie bastelte, in der Sie, Meine, in der letzten Folge selbst auftreten und alle Behauptungen verneinen.

Was für eine Zeitverschwendung, ist doch schon vorher klar gewesen: So manche schmutzige Geschichte hat die CIA sicherlich am Hals, aber für ein Verbrechen wie »Wind of Change« sind selbst die nicht skrupellos genug.

Pfeift auf Sie: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Zieleinlauf eines Dialogs

Kundin (alte Dame): »Das ist dann schon sehr anstrengend.«
Kassiererin (ältere Dame): »Nein, ich könnte das nicht!«
Kundin: »Aber es macht auch Spaß.«
Kassiererin: »Das ist die Hauptsache.«
»Ja.«
»Ja. 14,60 bitte.«

Worum auch immer es sich dreht, das Gespräch ergibt Sinn.

Theobald Fuchs

 Idee für 2021: Spargelernte per Silvesterrakete

Die jungen Feuerwerkskörper werden im April ins Spargelbeet gesät, wachsen dort bis zur erntereifen Rakete. Am 5. Mai heißt es dann: DER SPARGEL SCHIESST, und zwar uns unter großem Hallo und Funkenregen direkt in die Münder. Tradition (Spargel) trifft auf Tradition (Feuerwerk), bzw. »Volksspeisung mal anders«. Noch eine kleine Gegendemo (Querfront) dazu, einem Kind fliegt ein Spargel direkt ins Auge, im Folgejahr wird es Einschränkungen geben müssen, fertig ist DAS DEUTSCHE NEUJAHR.

Elias Hauck

 Verwöhnt

Meinen Lebensstil muss man sich erst mal leisten können. Ich zum Beispiel konnte es noch nie.

Tanja Schmid

 Deutsch, wie es singt und kracht

Wer Deutsch als Fremdsprache lernt, wird zunächst naiv annehmen, dass sich hinter einem Wort wie »Scheiblettenkäse« etwas unsagbar Absurdes, in der Muttersprache nur unter Zuhilfenahme sperrigster Umschreibungen Wiederzugebendes verbirgt, ähnlich gewissen japanischen oder isländischen Vokabeln, die zum Beispiel die mundwässernde Wirkung eines seit sechs Monaten im eigenen Sperma marinierten Walhodens bezeichnen. Um dann, mit wachsendem Sprachverständnis, zu begreifen, dass diese Ahnung nicht getrogen hat.

Jasper Nicolaisen

 Filmkunde

In Zeiten von Zoom-Konferenzen kann es nicht schaden, der Leserschaft ein wenig Nachhilfe in filmischen Fachtermini zu geben. Eine sogenannte Text-Bild-Schere zum Beispiel kann für einen visuellen Bruch und Komik sorgen. Während der Video-Sprechstunde mit meiner Internistin erzählte ich ihr zum Beispiel, dass ich seit vier Monaten nichts trinke, während sie auf eine Galerie leerer Weinflaschen hinter mir starrte. Wichtig ist auch, dass man sich bereits vor jeder Zoom-Konferenz im Klaren ist, auf welches Genre man hinaus will, sich dabei aber genug Raum offenlässt für spontane Änderungen. Meine Video-Sprechstunde hatte ich zum Beispiel eher als »Komödie« gepitcht (aktuelle Blutwerte), am Ende wurde dann aber ein ziemlich bombastischer High-Budget-Horrorstreifen daraus (Privatbehandlung).

Jürgen Marschal

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 20.05.:

    Mark-Stefan Tietze schreibt in der Taz über die vielen Deutschen, die vor der Merkel-Diktatur ins Weltall fliehen.

     

  • 18.05.:

    Das Neue Deutschland rezensiert Christian Y. Schmidts "Der kleine Herr Tod", ein Interview dazu gibt es auf Deutschlandfunk Kultur.

     

  • 14.05.:

    Marlen Hobrack bespricht im "Freitag" Christian Y. Schmidts "Der Kleine Herr Tod".

  • 13.05.:

    RTL, die »Hessenschau« und die SZ berichten über die Aktion "Torona: TITANIC hilft der DFL".

  • 05.05.:

    Im Kaput Mag gratuliert Tim Wolff TITANIC-Legende Thomas Hintner zum 60.

     

Titanic unterwegs
03.06.2020 Hachenburg, Hähnelsche Buchhandlung Gerhard Henschel
04.06.2020 Berlin, Buchhändlerkeller Gerhard Henschel
10.06.2020 Schwarzenbach a. d. Saale, Erika-Fuchs-Haus Museum für Comic und Sprachkunst Katharina Greve
14.06.2020 Frankfurt/M., Museum für Komische Kunst »Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts«