Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intimschatulle 43

»Vom Wichsgriffel zum grünen Daumen«

1.9. Endlich ist die furchtbare Hitze vorüber. Spätsommer wie immer recht angenehm, mild, versöhnlich. Gedanke: Das ewige Vorbereiten des Frühstücks. Sakrale Handlung. Seit meiner Jugend wurde viel zuviel Zeit damit vertrödelt. Dann die Dauer der Mahlzeiten. Wie bei englischen Lords, die sonst nichts zu tun haben. Ökonomie des Tagesablaufs. Auch ihm gegenüber muss Vertiefung erzwungen werden.

2.9. Idee für eine neue (auch neuartige) Quizsendung. Titel: »WAS IST DA EIGENTLICH DRIN?« Auf Straßen in Fußgängerzonen, Cafés werden (acht) zufällig ausgesuchte Frauen überredet, an einer (noch geheimen) TV-Show teilzunehmen. Wenn sie Männer (Partner, Freund, Ehemann) im Schlepptau haben, müssen die mit. Bei »WAS IST DA EIGENTLICH DRIN?« gilt es nun, fünf in der Handtasche der Konkurrentinnen befindliche Gegenstände zu erraten (jeweils zwei Frauen treten gegeneinander an).

3.9. Liste der Dinge, über die ich mich z. Zt. freue: 1) Die neu gegründeten Jazzrockbands »Vorsicht Stufe« und »Radfahrer absteigen« 2) Kerngesunde Hodensäcke 3) Die Organisation »Parents 4 Safety«. 4) Die wiedererstarkte Verbindung zu Bernd Schalmann, Nickname Klarlack-Bernie mit seinen dicken Truckerbeinen.

4.9. Weiter an der Deidesheimer Proportions-Schwemme. Habe mir vorgenommen, täglich 90 Minuten (quasi nach Stechuhr bzw. Eierwecker) daran zu arbeiten. Wenn alles planmäßig läuft, ist das Kunstwerk Ende des Jahres fertig. Bin jetzt schon gespannt, wieviel es dann wohl auf die Waage bringen wird.

5.9. Telefonat mit Meyer-Schulau, der eine Anekdote zu berichten weiß: Als Hemden mit angenähtem Kragen in Mode kamen, war Brecht in der amerikanischen Emigration mit so einem Hemd zu Besuch bei Feuchtwanger. Man habe daraufhin erzählt, Brecht sei im Nachthemd erschienen. So kam es, dass er nicht mehr eingeladen wurde.

6.9. Bedenkenswert: Wirklich erfolgreich ist, was dich zwingt, es zu kennen, ohne dass du dich dabei selber bewegen musst.

7.9. WAS IST DA EIGENTLICH DRIN?: Die Tasche wird dann von jemand Neutralem (aus dem Publikum) durchsucht und anschließend unter Gejohle des Saalpublikums ausgeleert, das sich immer dann besonders beömmelt, wenn Vibrator, negativer Schufa-Eintrag, Windeln gegen Blasenschwäche, Potenzmittel o.ä. zum Vorschein kommen. Die vier Frauen, die die meisten Gegenstände erraten, kommen in die Hauptrunde. Von den Verliererinnen werden vom Moderator (Pietro Lombardi?) die letzten fünf SMS laut vorgelesen (die Kandidatinnen MUSSTEN vorher ihre PINs verraten). Peinlichkeiten programmiert, insbesondere bei Flirt- und Sex-Nachrichten oder Pornoselfies (die dann groß auf der Studio-Leinwand gezeigt werden).

8.9. Um mit der Niederschrift eines Romans zu beginnen, muss man warten, bis alles kompakt und unwiderlegbar ist, warten, bis ein harter Kern der Notwendigkeit dasteht. Ein Buch ist wie ein Block aus Beton, der den Zeitpunkt des Abbindens selbst bestimmt, die Einwirkungsmöglichkeiten des Autors beschränken sich darauf, anwesend zu sein und, bedrückt über die Untätigkeit, darauf zu warten, dass der Prozess in Gang kommt.

9.9. Emotionale Schlagzeilen: 1) MANN BEIM ABWA-SCHEN ERTRUNKEN 2) FORSCHERDROHNE SAMMELT WAL-SCHNODDER 3) CHEFARZT TÖTET GELIEBTE MIT KOKS-PENIS

10.9. Nach dem gigantischen Erfolg der italienischen, griechischen und der asiatischen Speisekarte nun die russische Speisekarte:

Vorweg ein Soljanka, ist ein kräftig Eintopf, mit Wurst, Fisch oder Pilzen, Soljanka wunderbar

Dann ein lecker Fischsupp, heißt in Russland Ucha, mit viel verschieden Fische, Ucha wunderbar

Jetzt kommen die Blini, kleine dicke Pfannkuch mit Lachstatar und Käse, Blini wunderbar

Wie wär’s mit russisch Eiern, Partysnack vom Feinsten, mit Kapern und Sardellen, Russei wunderbar

Gut schmeckt auch Perepetschi, ist Pizza ohne Käse, kannst sonst alles drauftun, Petschi wunderbar

Jetzt kommen die Piroggen, sind gefüllte Teigtasch, mit Graupen oder Michreis, Pirogg wunderbar

Als Hauptspeis Boeuf StrogAnoff, ist Rind mit saure Sahne, ein schöns Spezialitäta, StrogAnoff wunderbar

Auch gut schmeckt FischbulEtte mit Blumenkohl und Sellrie, dazu KartoffelpÜree, Bulett wunderbar

Dann kommen Pelmeni, sind Art Tortellini, mit verschieden Füllung, Pelmi wunderbar

Zum Nachtisch gibt es Torte aus Preiselbeer und Pflaumen, lecker saftig Torte, Torte wunderbar

Oder russisch Lebkuch, mit Beerensaft und Honig, gemacht aus Roggenmehle, Lebkuch wunderbar

Darf nicht fehlen Wodka, aus eisig dicke Gläser, 1, 2, 3, 10 Wodka, Wodka wunderbar

Refrain:
RUSSIA, O RUSSIA, EIN RIESENREICH AUF MEINER ZUNG
RUSSIA, O RUSSIA, TRAG AUF DEM GAUMEN MIT MIR RUM

11.9. Alltagsfrage: Warum haben eigentlich die meisten Frauen keinen richtigen Bart?

12.9. Erfolgversprechender Buchtitel: »Vom Wichsgriffel zum grünen Daumen. Mein steiniger Weg zum Hobbygärtner«

13.9. GOOGLE SUCHVERLAUF SEPTEMBER: U.D.O. Udo dirkschneider – Jürgen blackmore – Borreliose – Sl r231 facelift-Adresse hh flughaven – Casino kiel – Wendisch riez – Queen eklizabeth – Dirk bernemann – Fußball witze – Betrunken duhn – Alte ölmühl – Atm auto – Kreative weinnamen – Deutsche wein liste – Weinsorten deutschland – molli fahrplan

14.9. Karriereschatulle: 1) Selten bereuen wir die Dinge, die wir getan haben, meist bereuen wir die Dinge, die wir nicht getan haben. 2) Wenn du acht Jahre an den Weihnachtsmann geglaubt hast, kannst du auch fünf Minuten an dich glauben. 3) Eine schwache Hand gehört gebrochen, vielleicht wächst sie ja stark wieder zusammen.

Immer dran denken: Holz kauft man im Sommer

15.9. Slogan zur freien Verfügung: Falls Sie zufällig Glanz heißen und einen Erdbeerhof betreiben: Erdbeerhof Glanz – glänzend im Geschäft.

16.9. Mit literweise Ficksahne verschmierte Scheißhaufen der Automobilhistorie: Nissan Micra, Fiat Döner, Mitsubishi Lama

17.9. WAS IST DA EIGENTLICH DRIN?: In der Endrunde müssen die vier verbliebenen Kandidatinnen (jetzt werden die Partner mit einbezogen) gegenseitig ihre Attraktivität auf einer Skala von 1 bis 10 (realistisch) einschätzen, heißt, es werden nicht, wie bei anderen Sendungen (Das perfekte Dinner) ausschließlich Siebenen, Achten, Neunen und Zehnen verteilt, sondern auch fünf und schlechter, eben REALISTISCH. Der besondere Clou: Auch der eigene Partner wird beurteilt. Da die meisten Menschen sich viel attraktiver einschätzen, als sie eigentlich sind, dürften Geheule, Vorwürfe und Nervenzusammenbrüche unvermeidlich sein.

18.9. Ich habe mich, warum auch immer, mit Sibylle Lewitscharoff beschäftigt. Ihr Buch »Blumenberg« bestellt (noch nicht gelesen), alles mögliche recherchiert. Am Nachmittag Telefonat mit meinem österreichischen Freund C., der meinte, Sibylle L. sehe aus wie ein sehr hässlicher Mann, der zur Frau umoperiert wurde. Quasi das in ihrer Dresdener Skandalrede beschriebene Mischwesen. Ist was dran, dachte ich, auch weil sie ja so furchtbar schwäbelt. Werde mich die nächsten Tage noch mal damit beschäftigen.

19.9. Toller Satz für chronische Psychos: »Du musst mal zum Erbsendoktor auf die Rüttelbank, damit die Erbsen im Kopf wieder zurechtgerüttelt werden.«

20.9. Gedanke: Wenn Horst Lichter eine gewisse Sonja Kette heiraten würde, käme folgendes dabei raus: Sonja Lichter-Kette.

21.9. Auf MDR Reportage über Sammelleidenschaft und deren krankhafte Auswüchse. So sammelte etwa der Herzogenauracher Günter K. (Name geändert) Zahnersatz aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Schließlich fand ihn seine Frau leblos zwischen Gebirgen aus schnatternden Gebissen.

22.9. Besuch des Restaurants »Brimborium«(Neueröffnung). Abwechslungsreiche Karte, die auch eine Ostalgie-Rubrik bietet. Angeboten werden DDR-Spezialitäten wie Krümpelsuppe (Thüringen), auch Faule-Weiber-Suppe genannt, Bautzner Topfsülze, Oberlausitzer Deichelmauke. Wenn’s schnell gehen muss: Fettbemme (Schmalzbrot). Etwas Süßes gefällig? Schaumzuckerfiguren Kosmonaut, Halloren Marzipan Phantasien, Rotstern Nougattütchen, Brocken Splitter undundundoderoderoder.

23.9. Neuste Studien haben ergeben, dass weltweit über 440 Millionen Menschen Menschenfleisch essen und damit erstmals mehr Menschenfleisch als Krabbenfleisch verzehrt wird. Dunkelziffer nicht mit eingerechnet.

24.9. WAS IST DA EIGENTLICH DRIN?: Man könnte zwar »aus Mitleid« schummeln, ABER: Eine Expertenjury (z.B. Joachim Llambi, Elton, Judith Rakers) gibt ihr Fachurteil darüber ab, wie realistisch die Einschätzung war (»Was meinst du, noch eine VIER oder schon eine DREI?«). Wer also »schönt« (wer gibt schon gerne zu, dass der Ehepartner nur eine ZWEI ist), hat keine Chance auf den Sieg. Gewinnerin ist die Kandidatin, die am dichtesten dran ist. Hauptgewinn: Neues Handy UND neuer Flatscreen UND neuer Tabletcomputer. WAS IST DA EIGENTLICH DRIN?: Tolles, »ehrliches« Konzept!

25.9. Schatulle für Kinder: Wie heißen die Großeltern von einem Orang Utan? Oma Utan und Opa Utan.

26.9. Bertram Leyendieker und Frau zum Abendessen bei mir. Wir schmausen still wie die Maden.

27.9. Es finden sich im Museum der Literatur Gattungen und Formen wie das Versepos, das Sonett, die einmal als höchste Gipfel der Kunstvollendung galten und seither vom literarischen Wandel beiseitegeschoben worden sind. Klassiker sind eben längst nicht immer zeitlos!

28.9. Der 91jährige Stalingradveteran, verbittert: »Mein Leben bestand aus Hunger, Kälte, Kampf, Entbehrung, einer unvorstellbaren Härte. Das würde heutzutage keiner mehr aushalten. Die Leute würden sich auf den Boden schmeißen und sterben.« Da hat er wohl recht: jammernde, empfindliche, chronisch kranke, adipöse, depressive Waschlappen, soweit das Auge reicht. Man wünscht sich ja wirklich keinen neuen Krieg herbei, aber so kann es auch nicht weitergehen.

29.9. Habe mit Meyer-Schulau und ein paar Bekannten »nur zum Spaß« WAS IST DA EIGENTLICH DRIN? gespielt, und zwar den Teil, wo man die Attraktivität des Gegenübers einschätzen muss. Meyer-Schulau erhielt vernichtende Noten, (dreimal 3, einmal 2), reagierte aggressiv, todbeleidigt. »Nur weil ich nicht mehr ganz taufrisch bin.« Tja, was soll man sagen, eine Altersschönheit ist Meyer-Schulau nicht.

30.9. Der Mensch weiß immer vom Tode. Dann kommt eine Zeit, wo er dem Tode zustimmt. Das ist kein tragisches Gefühl. Eher ein beruhigendes, wie wenn jemand nach langem Grübeln etwas Unverständliches versteht.

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Sehr geehrte Nathalie Weidenfeld!

Mit tiefe Nachdenklichkeit verbürgenden Vokabeln wie »endemisch«, »Opakheit«, »Ambiguität« etc. geben Sie im SZ-Feuilleton völlig zu Recht zu bedenken, dass die gute alte europäische »Kultur der Privatheit« vom »Monopol amerikanischer digitaler Social-Media-Kanäle« zerstört zu werden droht. Schließlich funktioniere Facebook »vornehmlich wie ein öffentliches Tagebuch, als ein Buch (›book‹) eben, in dem die Menschen offen ihr Gesicht (›face‹) zeigen, also ihr Innerstes für andere sichtbar machen.« Da haben Sie den Nagel (»nail«) auf dem Kopf (»head«) getroffen!

Doch eine Frage bleibt: Wenn Ihr Gesicht, Frau Weidenfeld, tatsächlich Ihr Inneres füllt – was sitzt dann bei Ihnen zwischen Haaransatz und Kinnspitze?

In Sorge: Ihre Gastroenterologen von Titanic

 Hoppla, Gerd Müller!

Sie sind zwar nicht der erste Spitzenpolitiker, der wegen eines Defekts an einem Regierungsflugzeug liegengeblieben ist. Aber als Entwicklungshilfemininster – in Afrika! Haben Sie da beim Warten in Sambia wenigstens ein paar Spenden für die dafür verantwortliche, total kaputte Bundeswehr klargemacht?

Africa for Germany! Titanic

 Vorsicht, US-Diplomaten auf Kuba!

Was mussten wir da Spannendes im »Spiegel« lesen? »Nächtliche Geräusche hatten Mitarbeiter der US-Botschaft in der kubanischen Hauptstadt Havanna aufgeschreckt, die im Hotel ›Capri‹ abgestiegen waren. Auf die Krachattacke, die im Detail allerdings unterschiedlich beschrieben wurde, folgten gesundheitliche Probleme, Hörverlust zum Beispiel, ebenso Schwierigkeiten beim Sprechen oder Gedächtnisstörungen.« In der Folge diskutierte man die Möglichkeit eines Angriffs mit Schallwellen oder Mikrowellen, was man von den Inselsozialisten halt so erwartet, bis dann zwei Biologen mit einer anderen, superlangweiligen Theorie um die Ecke kamen: »Ihren Erkenntnissen zufolge dürften Grillen der Art Anurogryllus celerinictus zumindest für einen Teil der beschriebenen Geräusche verantwortlich sein.«

Was? Grillen, die Hör-, Sprech- und Gedächtnisstörungen verursachen? Glaubt das bitte ja nicht, wir Spionagethrillerfans jedenfalls halten das für eine – na ja – Grille!

Zirp, zirp: Titanic

 Mutig, Uwe Pütz,

sehr, sehr mutig ist das, was Sie im Eröffnungssatz eines Artikels in wiederum »DB mobil« gestanden haben, nein: gestehen mussten. Denn irgendwann ist das Schweigen nicht mehr auszuhalten, irgendwann muss die Wahrheit ans Licht, auch wenn sie unerhört ist: »Ich muss gestehen, von der Coburger Bratwurst hatte ich bisher noch nie gehört.«

Hammer! Doch Sie sind nicht allein, Pütz, denn unter uns gesagt und Ihnen zur Gewissenserleichterung: Auch wir müssen gestehen, von der Coburger Bratwurst bisher noch nie gehört zu haben. Jetzt ist es raus. Und es kommt sogar noch härter: Auch von Ihnen hatten wir noch nie gehört!

Hier gesteht und kann nicht anders: Titanic

 Gauklerbrüder Ehrlich Brothers!

Gauklerbrüder Ehrlich Brothers!

Im launigen »DB mobil«-Interview wurden Sie zu Ihren besten Zaubertricks und gefährlichsten Frisurenstunts gefragt und ob Sie Mitreisenden in der Bahn hin und wieder etwas vorführen. »Klar!« antworteten Sie, »im Bordrestaurant kann man sich zum Beispiel geschickt eine Kaffeesahne vor das Auge halten und mit der Gabel hineinstechen. Das sorgt für Begeisterung – und Ekel.«

Hä? Ach so! Weil dann überraschend ein blutiger Augapfel aus dem Sahnedöschen rollt, richtig? Okay, zugegeben: Das begeistert auch uns!

Ein fröhliches »Hex hex!« von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Schlimme Vermutung

Wenn es das bedeutet, was ich denke, dann bedeutet es gar nichts.

Elias Hauck

 Fashion Victims

Eine derzeit im Vergessenwerden begriffene Herrenmode der 1970er: ein außerordentlich lang gewachsener Nagel am linken kleinen Finger. Wie eine zierliche Klinge stand er von der Fingerspitze meines Vaters ab, der damit abwechselnd Briefkuverts aufschlitzte oder sich große dunkelgelbe Schmalzbrocken aus den Ohren pulte. Mein Onkel, welcher der gleichen Marotte anhing, überprüfte mit seinem körpereigenen Hornstiletto sogar die Profiltiefe der Autoreifen. Und der Hausarzt meiner Cousine … ach, lassen wir das! Man soll alte Wunden nicht grundlos aufreißen.

Theobald Fuchs

 Intellektuelle

Intellektuelle sind für mich so Leute, die Dinge ohne das Wörtchen »so« erklären können.

Johannes Floehr

 Sesam, öffne mich

Zu Jahresbeginn soll man ja eigentlich Diät halten, aber als ich gerade beim Marokkaner saß und plötzlich bergeweise knusprige Falafel sowie ein Napf voll köstlichstem Hummus vor mir standen, waren alle guten Vorsätze Tahin.

Mark-Stefan Tietze

 Weltverbesserung

Es ist ein oft bemühtes Klischee weiblichen Verhaltens, dass frau empfindlich reagiert oder sogar total ausrastet, wenn bei einer Zusammenkunft eine Geschlechtsgenossin die gleiche Robe trägt. Bei mir ist das völlig anders. Ich würde mich sogar freuen, wenn viele Menschen die gleiche Kleidung wie ich trügen. Die Welt wäre eine bedeutend schönere, da ich einfach einen ausgezeichneten Geschmack habe.

Katharina Greve

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde. Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle Sterne.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
16.02.2019 Magdeburg, Moritzhof Max Goldt
17.02.2019 Kassel, Caricatura-Galerie »Beste Bilder – Die Cartoons des Jahres 2018«
17.02.2019 Hannover, Wilhelm-Busch-Museum »Bernd Pfarr zum 60. Geburtstag«
18.02.2019 Frankfurt, Café Koz, Unicampus Bockenheim Torsten Gaitzsch mit Benjamin Weissinger