Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk

Intimschatulle 39: »Die gläserne Schüssel«

1.5. 6.30 Uhr hoch. Tageslauf: 1) Korrespondenz 2) Schreibtischschubladen geordnet 3) Stiefel gewichst 4) Blumen gegossen 5) zum Zahnarzt 6) weißleinenen Maureranzug gekauft, dazu eine entsprechende Mütze (Brecht-Style) 7) 16.00 Uhr Buchbasar 8) 18.00 Uhr Rückkehr vom Schilfmähen. Impuls des Tages: Gib alles oder laß es!

2.5. Zur Vervollkommnung meiner schriftstellerischen Laufbahn fehlt mir noch der ganz große Wurf, ein bahnbrechendes Epos, idealerweise Trilogie, jeder Band nicht weniger als ein Blauwal (= 1000 plus Seiten), insgesamt also bummelig 3000 Seiten. Titel: DIE GLÄSERNE SCHÜSSEL. Allein im Titel ist ja schon alles drin. Für die breite Masse unlesbar, Stichwort Ulysses. In 100 Jahren soll man sich zuraunen, insgesamt hätten nur sieben Menschen den Roman zu Ende gelesen. Und selbst denen sei er ein Rätsel geblieben. Aufgabe für die kommenden Jahre: systematisch für den Roman sammeln.

3.5. »Laßt endlich den Ernstfall eintreten, damit ich die Sorge los bin und handeln kann.« Ein Leben voll andauernder Sorge, aber schließlich die große Erleichterung, als die Katastrophe tatsächlich eintritt und man endlich etwas TUN kann.

4.5. Nehme eine im Laufe des Tages sich bedenklich steigernde Vitalitätssenkung wahr, die mich zwingt, bereits um 19.15 Uhr ins Bett zu gehen.

5.5. Gemischte Nachrichten von der isländischen Popsirene Björk (81): Seit ihre Songs auf Spotify kaum noch gestreamt werden, muß sich die exzentrische Heulboje notgedrungen in Nebenjobs verdingen. Stieß ihr Ein-Frau-Reinigungsdienst »Björks Wischmop« noch auf mäßige Resonanz, so entwickelte sich der Cateringservice Guðmundsdóttir BORGA TAKK! (übersetzt: Guðmundsdóttir [der Nachname der Elektrokünsterin] ZAHLEN, BITTE!), den sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Physiknobelpreisträger Hans »Hänschen« Uroholmen in der Inselhauptstadt Reykjavik betreibt, zu einem echten Erfolg. Renner ist neben »Vielerlei von Wal & Robbe« das »Carpaccio vom Polarfuchs«. Die Schatulle wünscht weiterhin viel Erfolg und einen guten Appetit!

6.5. Erst gegen neun hoch. Anmerkung: Überschlafen ist manchmal gut für die Produktion, weil die Träume vor dem Erwachen sehr lebhaft werden und gleichsam als Grundton poetisierend das wache Vorstellungsvermögen begünstigen.

7.5. Die Zeitschrift »Neon« wird eingestellt. Einer der vielen Gründe: In der Rubrik Singlebörse (oder so ähnlich) beschreibt sich ein Grafiker (31): »Ein paar Stunden Kundentermine sind okay, aber danach muß ich dann auch mal hart abspacken.« So stellt man sich den durchschnittlichen »Neon«-Leser vor.

8.5. Sachbuch »Durchbruch zum finanziellen Erfolg« von Büdek Letal: B. Letal, auch genannt »Mister Aua im Kopf«, gilt als einer der absoluten Top Speaker. (Wenn du wirklich brennst, kommen alle und wollen am Feuer stehen/Beginne den Tag früh und knocke die ganz wichtigen Dinge direkt als erstes aus/If you don’t feel like a winner, act like a winner/Das größte Risiko ist ein Leben ohne Risiko/create winning habits/Du mußt anfangen, bevor du bereit bist.) Bei der Speakers Night (Kölner Lanxess Arena) ist BL als Hauptact gebucht. Für so einen Auftritt bekommt er bis zu 20 000 Euro.

9.5. DIE GLÄSERNE SCHÜSSEL: Graf K, schlesischer Magnat, ostelbischer Uradel, viele Söhne, viele Töchter. Eine Tochter, Comtesse Agnes, seltsames Mädchen mit besonderen Anlagen. Ihr Weg über den Krieg, Ehe mit einem Sozialisten, Flucht und Heimkehr. Ein Sohn (Rüdiger) des Grafen heiratet die jüdische Bankierstochter Grete. Herrschaft des Grafen über die Kleinstadt K., dann Berlin. Der älteste Sohn Fritz geht nach New York, verliert sein gesamtes Vermögen am Schwarzen Freitag, Suizid. Frau des Grafen kränklich, Kindbett, Schwindsucht.

10.5. Schlagzeilen »vom Feinsten«: 1) MÄDCHEN ERLEGT BÄR MIT ARMBRUST 2) GAFFER ESSEN FEUERWEHR-LEUTEN DIE BRÖTCHEN WEG 3) MERKELS SELFIE-FÜCHTLING BETTELT IN FUSSGÄNGERZONE

Ob das wohl gut schmeckt? Ja! Ein Hoch auf Purps Party-Service

11.5. Heute taucht zwischen Kohl- und Blaumeisen, Buch- und Grünfinken, Sperlingen, Amseln, Goldammern auch ein Gimpel auf, ein starenartiger, großer bunter Vogel, den ich für einen Kreuzschnabel hielt. Bei näherer Betrachtung aber wurde ich unsicher. War es nicht ein Kirschkernbeißer? Beide Arten gehören zu den Finkenvögeln. Man weiß zu wenig. Was müßte man noch alles lernen?

12.5. Batterien im Milchaufschäumer gewechselt, Salz in Geschirrspülmaschine aufgefüllt, Rolex aufgezogen, Tee und Waschmittel gekauft, schwer zugängliche »Ecken« geputzt. Zwischendurch ZDF-Küchenschlacht (immer nur die letzten Minuten, wenn der Juror zum Kosten kommt) und Bares für Rares.

13.5. Eine gar nicht mal so dumme Frage: Wie groß ist eigentlich die Minderheit, der man angehört? Wie viele Deutsche beispielsweise verstehen die Intimschatulle? Ein Achtzigstel (ca. 1 Million)? Oder ist das viel zu hoch gegriffen? Ein Achthundertstel (80 000)? Oder noch viel weniger, ein Achttausendstel (8000)? Vielleicht ist selbst das noch zuviel. Realistisch: 1000. 1000 von ca. 100 Millionen (wenn Österreich und Schweiz und so eingerechnet werden). Déprimé.

14.5. DIE GLÄSERNE SCHÜSSEL: Wie lange brauche ich wohl dafür? 10 Jahre, 20 Jahre, gar länger? Also rasch, rasch, rasch wieder heim ans Papier. Oft sacke ich am Schreibtisch zusammen, der Kopf schlägt auf die Tischplatte, die Physis versagt. Meine Angst: Ohne daß die Hauptsache getan wäre, zu verenden. Alles Angefangene, was ich hinterlasse, macht einen grotesken, und vor Unfertigkeit eigentlich lächerlichen Eindruck. Also weiterschreiben, solange ich noch kann, die Schüssel, die Schüssel, die Schüssel …

15.5. Träumte, ich hätte 1,60 m lange Beine, dafür aber einen sehr kurzen Oberkörper und einen Riesenkopf (Kindergreis). Unschön. In diesem Zusammenhang: »Pierre M. Krause weiter in der Schrumpfung.« Es kommt mir tatsächlich so vor, als würde er immer kleiner, schrumpeliger, knurpsiger, ein stetiges Zusammenschnurren.

16.5. 1) Sätze, die sich mir unauslöschlich eingebrannt haben: Dieter Bohlen, irgendwann in den Neunzigern: »Ich sitze morgens hier auf meiner Terrasse, gucke auf die Alster, trinke Tee, und finde alles geil.« Glückspilz müßte man sein. 2) Leute, die kennenzulernen unbedingt lohnt: Lonely Lieutenant »Rübe«, Manfred Bestiali, Kurt Ast.

17.5. Unerquickliche Begegnung mit Meyer-Schulau. Boshafte Tirade gegen den DDR-Poeten Durs Grünbein, den er der Hochstapelei in Kunsttheorie, Hochstapelei im Drama, Hochstapelei im Lyrischen (»ungeheure Wülste, mit Häcksel gefüllt«) bezichtigt. Bleibe ein Talentchen für harmlose Reimerei. Meyer-Schulau, nun vollends in Rage: »Der Hochstapler stapelt weiter.« Höre es mir unbewegt an, verabschiede mich schließlich mit einer Ausrede (Kauf eines neuen Badeschwamms).

18.5. DIE GLÄSERNE SCHÜSSEL: Die Verknüpfung darf nicht die einer großen Intrige sein, sondern die des scheinbaren Zufalls, also des Schicksals. Rehabilitierung der Beschreibungsliteratur (1966 von Peter Handke geächtet). Drei Bände: Erster Band Vorkrieg/Wilhelminisch/Krieg. Band zwei Nachkriegszustand. Band drei: DDR/BRD 1954–2013.

19.5. Heute nichts.

20.5. Turnübungen, Massage, Schlammbad. Die Arbeit am St. Leopolder Basalt-Viereck fortgesetzt. Beachtliche Fortschritte. Das Viereck erscheint bei näherer Betrachtung seltsam rund. Gut. Abends in Richard II. gelesen. Die beiden großen Familien der Shakespearschen Gestaltenwelt: die Tatmenschen, die Unentschlossenen. Und oft ist der Unentschlossene die Hauptfigur des Stücks, dessen eigentlicher Gegenstand der Verfall ist.

21.5. Alltagsfrage: Warum duften eigentlich Blumen?

22.5. Eine gute Idee der Firma Pro Idee: Hoca. Bedeutet: hocken statt sitzen. Hoca gibt Ihnen auf dem WC die optimale, natürliche Haltung. Denn Forscher warnen: Die aufrechte Haltung widerspricht der Anatomie des Menschen und wirkt sich negativ auf die Darmentleerung aus. Durch diese 90-Grad-Haltung klemmt der Darm wie ein Gartenschlauch ab, schwere gesundheitliche Schäden können die Folge sein.

23.5. Was könnte auf die SCHÜSSEL folgen? (Voraussetzung: Ich lebe noch. Die SCHÜSSEL oder ich.) Vielleicht ein großes Tier-Epos. Die Ameisen. Die Affen. Ein weiterer zeitloser Klassiker, genau tausend und eine Seite stark.

24.5. Sat.1-Blitzüberweisung erhalten.

25.5. Liste von Dingen, die eigentlich ganz okay sind: Daß ich kein Sklave bin. Daß ich meinen Führerschein schon gemacht habe. Daß ich beim Positionierungs-Workshop »Highlight« zu den ersten fünf zähle.

26.5. Gesehen bei Bares für Rares: Eine etwa sechzigjährige Frau, Typ liebes Tantchen, möchte ihre silberne Halskette verkaufen. Standardfrage Horst Lichter: »Darf ich fragen, wo die Kette her ist?« Die Frau gibt an, sie zu ihrer Hochzeit vor 32 Jahren geschenkt bekommen zu haben. Horst Lichter: »Also, mir gefällt die jut. Tolles Stück dat. Warum willste die denn verkaufen, mein Täubchen?« Frau, ausweichend: »Weil ich sie so lange schon nicht mehr getragen habe.« HL setzt nach: »Gefällt dir dat jute Stück etwa nicht mehr?« Frau zeigt auf ihren Hals und sagt: »Doch, sie paßt nur nicht mehr«. Sie schämt sich. Daraufhin Horst Lichter mit dem bestmöglichen Satz: »Mensch, mein Engelchen, dat macht doch nix. WIR WERDEN IM ALTER EBEN ALLE MEHR.« Die Frau, verstanden und getröstet, nickt erleichtert. Was für ein Satz! Phantastisch, kann so nur Horst Lichter bringen. Versöhnliches Ende: Die Kette wurde 140 Euro über Schätzpreis (500 Euro) an Händler »Waldi« verkauft.

27.5. Unglaublich verdreckte Fickschüsseln: Opel Senator, Renault Ei, Nissan Konfetti.

28.5. Interessante Krankheit mit einem interessanten Namen: Lutz-Dysplasie.

29.5. Karriereschatulle: 1) Wenn du versuchst hineinzupassen, wirst du bloß verschwinden 2) Dem Geld darf man nicht nachlaufen, man muß ihm entgegenkommen 3) Ein Vogel hat niemals Angst, daß der Zweig unter ihm brechen könnte

30.5. Nach der SCHÜSSEL und den AMEISEN könnte ich noch einen großen Briefroman »hinterherschieben«, mir schwebt da was Ähnliches vor wie die Persischen Briefe (Charles de Secondat, Baron de Montesquieu).

31.5. Humor kann niemanden retten … letztlich bricht einem das Leben doch das Herz.

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Den Vorwurf, beste »FAZ«,

Deine Wissenschaftsseiten seien zu trocken, teilen wir nicht. Aber nachdem am 19. Mai d.J. in der Rubrik »Forschung und Lehre« sowohl ein Michael Knoche als auch ein Marcel Knöchelmann als Autoren auftraten, wollen wir Dir vorschlagen, die Seite doch besser in »Morsche Lehre« umzubenennen.

Deine Osteopathinnen von Titanic

 Frank Überall, Chef des Deutschen Journalisten-Verbandes!

Im Zeit-Streitgespräch mit Ria Schröder (FDP) verteidigen Sie die Rundfunkgebühren unter anderem mit dem kulturellen Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen: »Ich jedenfalls würde mir nicht anmaßen, zu sagen, dass der Fernsehgarten oder die Helene Fischer Show keine Kultur vermitteln. Es gibt für Musikerinnen und Musiker immer weniger Möglichkeiten, live aufzutreten, und es gehört aus meiner Sicht auch zum kulturellen Auftrag der Sender, das zu ermöglichen.«

Das war uns, zugegeben, gar nicht klar, dass eine aufstrebende Künstlerin wie diese Helene Fischer ohne eigene Sendung im Hauptprogramm keine Auftrittsgelegenheiten hätte. Ein Glück, dass das ZDF ihr eine Bühne bietet! Da hätten wir übrigens einen Geheimtipp: Es gibt eine junge Rockband aus Irland, die heißt »U2«. Vielleicht können Sie die auch mal »live« auftreten lassen, auf einer Newcomer-Stage im Fernsehgarten?

Wäre begeistert: Titanic

 Da, Robert Habeck,

haben Sie in Ihrer eigenen Partei ja Irritationen ausgelöst, als Sie im Deutschlandfunk mit Ihrer bekannt schmeichelnd-weichen Stimme erklärten, Sie wären bereit, im Falle einer grünen Regierungsbeteiligung »mit einem nuklearen Erstschlag dem kleinen Putinfucker die Scheiße aus dem Leib zu bomben« – ̕Tschuldigung, das haben Sie so natürlich nicht gesagt, sondern sich lediglich für die Lieferung von deutschen Defensivwaffen an die Ukraine ausgesprochen. Und das ist natürlich etwas ganz anderes.

Mit deeskalierenden Grüßen Titanic

 Glück gehabt, Ravensburger,

dass Du den Haare schneidenden Leseforceur Schrägstrich »Vorlesefriseur« Danny Beuerbach nur zum »Vorlese-Ambassador« befördert hast, denn »Bookreading-Botschafter« hätte am Ende ja niemand verstanden, schon gar nicht die Langhaar-Fraktion bei Titanic

 Sie, Prinz Harry, Duke of Sussex,

Sie, Prinz Harry, Duke of Sussex,

pflegen in letzter Zeit einen offenen Umgang mit Ihrer royalen Vergangenheit. Und was Sie da berichten, stimmt traurig. Zu Beginn Ihrer Beziehung mit Meghan Markle versuchten Sie, die neue Liaison vor der Presse geheim zu halten. So gingen Sie zum Beispiel getrennt in den Supermarkt. »Wir haben uns dann Handynachrichten von einem Gang zum anderen geschrieben«, erklärten Sie. »Die Leute schauten mich komisch an, manche sagten: ›Hi!‹ Ich schrieb Meghan währenddessen: ›Ist das das richtige Backpapier?‹«

Das ist wirklich erschütternd! Sie wissen nicht, welches Backpapier Sie kaufen sollen?! Herrgott, Harry, Backpapier halt, was kann man da schon groß falsch machen!

Na ja, Sie hatten es ganz offensichtlich wirklich nicht leicht.

Vor dem Backen die Folie von der Tiefkühlpizza entfernen, rät: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Fatale Erkenntnis

Man sollte abchecken, ob wirklich alle fünf Teile von »In 5 Videos rauchfrei« bei Youtube verfügbar sind, bevor man nach dem ersten Teil, wo der moderierende Typ noch so übertrieben süffisant und vehement die Vorteile des Rauchen anpreist, mehr denn je Bock auf eine verdammte Kippe hat.

Paula Irmschler

 Glaubensfrage

Nachdem ich zum wiederholten Male vor Gericht gescheitert bin, verliere ich so langsam den Glauben an den Rechtsstreit.

Uwe Geishendorf

 Das Einmaleins der Tierdoku-Filmuntermalung

Das Flusspferd ist ein dickes Tier. Dazu passt am besten Tuba mit behäbig hüpfender Dur-Melodie.

Miriam Wurster

 Welche ICD-Nr. ist das?

Mir ist aufgefallen, dass ich nicht nur Fahrzeuge verschiedenster Marken nicht voneinander unterscheiden kann, sondern auch die Autoanalogie, die viele für die Erklärung komplizierterer Sachverhalte nutzen, für mich meistens schwerer verständlich ist als der Sachverhalt selbst. Ich bezeichne mich deswegen als Auto-Autistin.

Tina Manske

 Sie werden so schnell erwachsen

Halb besorgt, halb melancholisch eröffnete mir ein Freund, dass seine Tochter langsam beginne, sich für Jungs zu interessieren. »Hier«, seufzte er und zog ein Freundschaftsbuch aus seiner Aktentasche, »das hat sie neulich einer Klassenkameradin anvertraut. ›Ich schwärme für: Ferdinand aus der Fünften‹. Sie ist doch erst zehn!«

»Zeig mal her«, sagte ich. »Aha! Du hast dich verlesen. Da steht ›Ferdinand aus der Fünten‹ – der SS-Hauptsturmführer, der wegen seiner Kriegsverbrechen in den Niederlanden zum Tode verurteilt wurde!« – »Was?! Das ist ja noch schlimmer …« – »Ach, das ist bestimmt nur eine Phase. Mädchen in dem Alter fühlen sich nun mal von Nazis, die in den besetzten Nachbarländern gewütet haben, angezogen.« Mein Freund kratzte sich bedächtig am Kopf. »Das erklärt auch, warum sie sich zum Geburtstag ›Barbie-Puppen‹ gewünscht hat.«

Torsten Gaitzsch

Vermischtes

Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURHeiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EUR
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 22.07.:

    In der Taz nimmt Stefan Gärtner Abschied von Mitte.

  • 16.07.:

    Moritz Hürtgen schreibt in der Taz über Entpolitisierung durch Hypnose.

  • 02.07.:

    Die Volksstimme fasst zusammen, was ein TITANIC-Titel in Michael Wendlers Kopf auslöste.

  • 30.06.:

    Im Spiegel-Interview (hinter der Bezahlschranke) lobt Otto Waalkes die TITANIC.

  • 29.06.:

    Zum 15. Todestag Robert Gernhardts widmet NDR Kultur dem TITANIC-Mitbegründer ein Audio-Feature.

Titanic unterwegs
30.07.2021 Potsdam, Freiland Thomas Gsella
31.07.2021 Falkensee-Finkenkrug, Privatgarten Thomas Gsella und Pit Knorr
01.08.2021 Frankfurt, Jahrhunderthalle Sommerwiese Das große TITANIC-Sommerfest
01.08.2021 Berlin, Museum für Kommunikation Katharina Greve: »Antisemitismus für Anfänger«