Inhalt der Printausgabe

Was der Frechsüß mümmelt

"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt ist eine Kampfmaschine im multistellaren Debattenraum Deutschland; ein Bulle, ein Knochen, ein Tier. Auf Twitter, im Darknet, links und rechts und in Mitte – wo er ist, wird es geil. Und doch ist da eine tiefe Traurig- und Nachdenklichkeit in ihm drin. Ein Hausbesuch

Er hat abgenommen. Ulf Poschardt geht jetzt laufen, und das sieht man ihm auch an: eine Runde durch den Vorgarten, zwei Runden durch den Vorgarten, und zack, da, schon wieder eine. Die Pfunde purzeln, der Pfundskerl schwitzt. Lebt bewußter, schöpft Kraft aus der Natur. Läßt den Porsche auch mal stehen – und kommt trotzdem einfach nicht runter von der Überholspur. "Volle Pauer", hechelt der Franke, er kann halt nicht anders. Erschöpft wringt er das Schweißband über dem Aquarium aus und nuckelt eine Tube Anti-Falten-Creme leer, zur Beruhigung.

Das Leben zerrt an ihm, dem menschliche Gesichtswulst gewordenen Boliden auf zwei Beinen. Eine beschleunigte Existenzform fordert ihren Tribut. Die Generationskohorte bekommt lichte Stellen – und nicht nur die. Vor ein paar Wochen wurde er 51 Jahre alt; aus Insiderkreisen hört man, es seien eigentlich 61, aber "Poschi" habe einfach ein Jahrzehnt in seiner Personalakte unterschlagen. Berliner Schönheitschirurgen lächeln auf Nachfrage vielsagend.

Schönheit: Selbst das Herzensanliegen der Erscheinung Posch, der in seinem Leben schon stolze zwei Printmagazine in den Sand gesetzt hat – es ist nur noch auf Sparflamme zu haben. Stil als Elitenprojekt, das sich gegen den allerorten drohenden Staatssozialismus bewähren muß: Das war einmal.

Über alles in der "Welt"

Einst stach er mit Benjamin von Stuckrad-Barre angespitzte San-Benedetto-Glasflaschen in Betriebsräte; heute sitzt Poschmann verschwitzt auf einer alten Ledercouch, trinkt Einhornwasser und fordert in seinen Texten einen Staatsminister für Schönheit. Denn: Menschen werden nur glücklich und damit auch gut, wenn sie in Nachbarschaften aufwachsen, die inspirieren und Halt geben. Und Tränen sind der Regen der Seele.

Den feschen Schnurrbart der Nullerjahre hat Poschardt abrasiert und als Fleischeinlage einem legendären Eintopf beigegeben, der für mehr als vier Tage gereicht hat – doch anders als Carsten Maschmeyer keine Sat.1-Shows dafür bekommen. Jetzt ist da nur noch ein einzelnes Haar am Körper, auf der Brust überm Herz. Die obsessive Entfernung der Körperbehaarung bei Männern sollte die Verbindung zum Neandertaler kappen. Ob das geklappt hat? Poschel schnibbelt mit einer rostigen Nagelschere an sich herum. "Phantomschmerzen", scherzt er.

Der alte Poschardt, man merkt es, er lauert irgendwo da drin, ist noch nicht ganz abgetötet vom Trott des hippen Alltags, der spaßgesellschaftlichen Selbstbetäubung und den ewigen Widersprüchen eines liberalen Scharfmachers, wie dieses Land so noch keinen gesehen hat. Und doch sitzt er oft stundenlang da und sinniert, grübelt: "Gibt es nun eigentlich einen linken Meinungsmainstream? Oder ist es doch nur die Gesinnungs-diktatur einer kleinen akademisch-verblendeten Kaste, die allen anderen ihre Verbote aufzwingt? Vielleicht gar beides zugleich? Aber wie wäre das möglich? Mögen mich die anderen überhaupt: der schwule Schwildo-Frédéric, die kinkige Kelle, der geile Stinkefonsi? Oder bin ich nur ihr Hampelmann und merke gar nicht, wie sie mir auf der Nase rumtanzen?"

Posch hard, die old

Inzwischen ist es Abend geworden. Traurig lutscht Poschardt an seinem Gebiß.

Sogar die Lebensmetapher aller Schönheitsgelüste des Super-poschlers, der 911er Porsche, dessen elegischer Beweihräucherung er ein ganzes Buch widmete, begeistert ihn nicht mehr, seit den auch Türken fahren dürfen. "Außerdem habe ich mir neulich die Schreibhand am Schaltknüppel gebrochen!" So faselt Poschtschow neuerdings wie von der Öko-RAF hirngewaschen: Jeden Tag fahren zu viele Menschen mit dem Auto in die Stadt oder in der Stadt herum. Sie nehmen Staus ebenso hin wie den entsetzlichen Streß und die Aggression einer dysfunktional gewordenen Mobilitätsidee. Sie halten an der Gewohnheit fest, mit dem Auto vom Wohnort im Speckgürtel ins Büro im Zentrum zu fahren, obwohl die Pendelzeiten von Jahr zu Jahr mehr vom Leben wegfressen.

Geht es hier wirklich nur um innerstädtischen Verkehr und schicke Busse? Wer schreibt da, und was hat er mit Poschi gemacht? In Helsinki kann man mit einer App die ideale Kombination aus U-Bahnen, Leihrädern und Mietautos recherchieren, buchen und bezahlen. "Helsinki heißt auf finnisch Sonnen-untergang", prustet er raus und läßt augenblicklich seine Putzfrau rufen, um sich von ihr zu seiner Sekretärin durchstellen zu lassen. Sie möge das twittern.

Und was soll so etwas bedeuten? In einer modernen Stadt ist für jeden Platz. Für JEDEN? Auch für die Sozialschmarotzer? "Hihi, ja, die können ja S-Bahn-surfen." Denn: Auch die zur Bahn gehörenden S-Bahnen liefern einen nicht zu unterschätzenden Faktor zur Stabilisierung urbaner Mobilitätsmixe

Poschardts Texte lesen sich, spätestens seit er Chefredakteur der "Welt" geworden ist, wie die Reuebekenntnisse eines Erschlafften. Das Land ist dünnhäutig geworden und in Teilen hysterisch. Das Land? Die CDU hat die Lust an sich verloren. Die CDU? Es wird kalt. Und es wird hart. Es? Von Anfang an war das Auto ein Symbol gesellschaftlichen Aufstiegs. Oft sollte es bei den Besitzern kompensieren, was physisch an Kraft, Schönheit oder Größe fehlte. Das ist bis heute aktuell. Oho. Und nun? Die Jungen müssen machtbewußt ihre Ellenbogen ausstellen und feist gewordene Alte schubsen. Aber nicht doch! Der Goodwill der Deutschen ist aufgebraucht. Und warum? Wähler würde das larmoyante Therapiemeeting abschrecken. Alles klar.

Die Poschardin ist einsam, sitzt zwischen den Stühlen. Von den anderen Reichen wird er nicht ernst genommen, geschweige denn von Journalisten oder Springer-Mitarbeitern. "Als ich dreißig war und jung und heiß, da wollten mich alle. Und heute lassen sie mich liegen wie eine faule Auster! Ja, ganz genau, ich meine dich, Babsi! Komm zurück, verflucht noch mal! Zeig mal ein bißchen Goodwill!" Das Ende seiner kurzen, aber innigen Liebesaffaire mit der fünf Jahre älteren Fernsehmoderatorin Barbara Eligmann Mitte der Neunziger setzt dem Mann noch heute zu.

Deshalb schreibt er, also "ich, der Poschelbär, zwinker", täglich fünf Artikel, in denen er sich sehnt: nach jener Art von Zwischenmenschlichkeit, die eher körpersprachlich daherkommt; nach jener Mischung aus Balz, Bordeaux und Petting; nach Mündigkeit des Verkehrsteilnehmers. "Ich sollte mich doch freimachen, nicht?" fragt er lolitahaft, die Mundwinkel der Schwerkraft entgegenarbeiten lassend, so daß man ihn einfach nur liebhaben kann. Ginge es nach den Sozen, gäbe es zum Reichenbalkon eine Wohlhabendenterrasse mit Umverteilungspool und Spa für die Staatsquote – aber noch hat alles seine Ordnung, zumindest in Poschardts neongelber Badewanne. "Da kommt kaltes Wasser raus, da heißes und da Bubbletea", zeigt er stolz und entscheidet sich, natürlich, für Bubbletea. "Ein Steuergeschenk für die Haut!"

Poschardt leckt am Wannenrand herum. Liberalismus ist eine Gelassenheitsmeditation. Noch ist nicht alles verloren, hat eben nun mal auch zwei Seiten, und – obacht! – sie haben auch noch viel miteinander zu tun. Das verhindert, daß das Denken und Dichten unterkomplex wird. Dialektik ist das Qualitätssiegel von Hegel über Marx bis Luhmann. Deshalb putscht er sich auf: mit Eierlikör, "gegen den Durst, hahahe."

Und mit ein paar Mutmachersätzen. Unsere Verfassung ist ein Meisterwerk. Warum auch nicht? 2015 war das beste Jahr in der Geschichte der Menschheit. Außerdem: Scheitern ist keine Option. Sowie: Wir sind in der Gegenwart angekommen, nicht aber in der Zukunft. Und überhaupt: Alles hat seinen Preis. Und das ist gut so.

Außerdem sprudeln da noch würzige Kraftwürfel Volkszorn aus dem Kopftopf heraus. Mit ihnen will der Powerliberale den drohenden Ennui der Mitte und die eigene langsame Selbstkompostierung wenn nicht aufhalten, so doch aufpeppen. "Jedes Mal, wenn ich 'Hegel' schreibe, meine ich eigentlich 'Neger'", gesteht er schelmisch. Auch der Muselmann macht Sorgen, errichtet Abschottung mit arabischen TV-Stationen, ferngesteuerten Moscheen und batteriebetriebenen Kümmelbrotöfen des Terrors.

Ulf = Unnötige Lebensform?

Am schlimmsten sind aber die hysterischen Antifa-Bräute, äh, Diskursbademeister, und, hups, wo ist eigentlich seine Badehose? "Aufgegeffen", mümmelt der Frechsüß. Schließlich lauern die unentwegt, erteilen Planschverbot und wollen ihn, den weißen Hetero-Oschposch, gründlich bestrafen mit ihrer Supersoftness des Konsensualen und Leisetreterischen. Richtig sauer macht ihn so was, den Pumschel. Aber auch geil. Postideologisch, pragmatisch, von sich selbst erregt und berauscht.

Warum sind die denn auch so blind? Warum sieht niemand, was er, der Pommelhase, sieht? Die AfD surft ohne jede Anstrengung. Viele erregte Gegner der oft unangenehmen Partei übertreiben mit ihrem antifaschistischen Pathos und mehren damit deren Ruhm. Dialektische Weisheit: Protest gegen Nazis macht sie erst groß. Und die Juden hätten halt auch nicht so verjudet sein müssen. Der Irrsinn der politisch korrekten Sprachsäuberungen ist für den ekelhaften Anti-PC-Backlash mitverantwortlich. Und die Verdruckstheit im Umgang mit nationaler Identität nach 1945 war ebenso hinderlich für einladende Integrationsbemühungen.

Vor lauter Denken erst mal Luft holen. Poschracke steht auf, schüttelt sich das Wasser vom Leib und brüllt ins Abflußrohr. Dabei war der Suhrkampf-Verlag zum Beispiel in den Sechzigerjahren doch so eine hochenergetische Kochplatte gewesen! Und jetzt? Macht er die Nazis zu Triumphanten der Aufmerksamkeitsökonomie. Moment mal: War das nicht vor allem einer – Ulf Poschardt?

War. Jetzt steht er am Herd, der Po, die hochenergetische Metaphernkochplatte von der Mitte, und erhitzt einen Protein-Shake. Irgendwie findet er sie ja auch eklig, diese Muffbacken von der AfD und den Erfolg ihrer Angstkraftwerke. Und selbstverständlich kann das christlich-jüdische Abendland in seinen religiösen Belangen nur mehr in Kirchen in purer Konsequenz überleben. "Manchmal habe ich wirklich geniale Gedanken, finden Sie nicht?" Finden wir schon.

Aber, bitte, beruhigen Sie sich. Ruhe. Er ist doch schüchtern, der Post-post-Posch, will keinen Boheme-Applaus! Schon eher die Partizipation auch abgehängter Milieus. Denen fehlt schließlich eine Arbeiterliteratur, die erzählt, was Menschen überall in Deutschland weg von Linkspartei und SPD in die Arme der AfD treibt. Poschardt und Arbeiter! "Da muß ich selber ein bißchen lachen", gibt er zu. Leider kann er nicht mehr lachen.

Dabei war er selbst an den Werkstoren! Draußen in der wirklich wirklichen Wirklichkeit, um die Sorgen und Nöte der Beladenen direkt ins Backend seines Denkbeckens zu speisen – Kohletagebau, Silberminen, Schlackefarm, Schraubenknallfabrik, Dachdecker, Fließbänder, Schweißbänder, KRIEG.

Poschardt öffnet die Waschtrommel, wirft sein Schweißband hinein und schnüffelt dann noch etwas an den Wänden. Jede Sorgenfalte ist Patina. Angstkraftwerke allerorten: Mit dem Atomunglück von Japan hat sich im heideggerschen Sinne die Gefahr als Motor der Kehre bewährt. Und, so Heidegger weiter, als "das Rettende".

Poschardt schaut feldherrenhaft zu den Fischen. Es ist ein evolutionsbiologisches Versprechen: Die Angeber werden aussterben, die listig Angepaßten werden sich weiterentwickeln. Fortschritt, historisch notwendig. Unter Tränen nehmen wir Abschied voneinander.

Gleich surft er auf Ihrem Smartphone noch heimlich drei Stunden unter der Bettdecke und schwingt sich ins Twitter, wo er Leute mit Zuneigung terrorisiert. Oder er spielt Spiele auf www.spielaffe.de. Neulich hat er fast etwas gewonnen.

Nur einer kann Deutschland noch retten. Unser Schiff soll schöner werden.

Adrian Schulz

*Alle kursiven Passagen stammen von Ulf Poschardt

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Was genau hast Du vor, Fuzetea,

wenn Du uns per Werbung anbietest: »Eistee, wie Du ihn noch nie probiert hast«? Wir jedenfalls bestehen darauf, falls die zuckerklebrige Plörre schon in uns hinein muss, sie wie eh und je oral zu probieren.

Die anderen Methoden überlassen wir den Perversen Deiner Werbeabteilung. Titanic

 Guten Appetit, Christian Lindner!

Sie wurden von den deutschen Innungsbäckern zum »Brotbotschafter 2019« gewählt – völlig zu Recht! Schließlich setzen Sie sich innig dafür ein, dass Menschen am besten gleich mehrere Brotjobs verrichten, um ihr täglich Brot zu verdienen.

Freut sich schon auf die Sorte »Lindner-Knusperle, ultrahart«: Titanic

 Sie, Bernd Irrgang (73),

sind nicht nur Vorsitzender des Bundes der Fußgänger (!), sondern laut »Welt« auch verärgert. Nun sind wir es gewohnt, dass Menschen Ihrer Alterskohorte im Prinzip ständig verärgert sind, schließlich haben sie ja sonst nichts mehr zu tun. Konkret machen Sie »sich Sorgen um die Zukunft des Gehwegs«.

Das ist ja allerhand! Wer, wenn schon nicht der Russe, ist aber der böse Feind, der dem Gehweg an den Kragen und Sie und Ihresgleichen daran hindern will, quer gegen jegliche Richtung vom Orthopädie-Fachgeschäft zum auf dem Radweg parkenden SUV zu torkeln?

Genau: Die Radfahrer sind’s, die, so haben Sie sorgfältig nachgerechnet, »90 Prozent der Regeln ignorieren«.

Nun, solange sie die eine Regel (von den vielen hundert oder tausend) befolgen, nämlich niemals rückwärts einparkend einen spielenden Greis zu Tode zu erschrecken – solange ist die friedliche Koexistenz im Biotop öffentlicher Fortbewegungsraum doch gesichert, oder?

Geht selten irre: Titanic

 Sehr geehrte Anja Delastik!

Sie haben für das Leitmedium Gmx.de eine Kolumne verfasst, und zwar zu dem Thema: »Warum man nicht zu allem eine Meinung haben muss.« Womit Sie sich eine Aufnahme in die Hall of Fame der Meta-Ironie mehr als verdient haben.

Meint: Titanic

 Yeaahheeahheeaah, H. P. Baxxter!

Yeaahheeahheeaah, H. P. Baxxter!

Sie kritisieren, dass heutiger Musik der Tiefgang fehle: »Das geht rein und wieder raus. Man hört was, und dann ist es wieder weg.«

Ja, und? Ist doch prima! Wir alten Hitparadenhasen würden uns ein Ohr ausreißen, wenn wir damit Ihre tiefgründigen Kompositionen endlich mal aus dem Kopf bekommen würden!

Always hardcore: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Mützenwetter

Die kompetente, sonst sehr nette und gesprächige Friseurin, die mir meine Haare schneidet, schlug mir heute einen neuen Schnitt vor. Ich antwortete scherzeshalber: »Ja okay, im Moment ist ja eh Mützenwetter.« Darauf schwiegen wir uns 15 lange Minuten an, während sie mir böse dreinschauend die Haare schnitt.

Till Dejon

 Also wirklich

Man kann sich als Diktator für sein grausames Regime doch nicht mit den Regisseuren entschuldigen, die tolle Dokus darüber machen.

Teja Fischer

 Auge um Auge

Jahrelang habe ich online Ballerspiele gezockt. Dabei gab es nicht Besseres, als aus einem Feuergefecht knapp als Sieger hervorzugehen. Nach etlichen Stunden des Zockens langweilen mich Ballerspiele mittlerweile. Um weiterhin den Kick zu bekommen, habe ich stattdessen angefangen, Gesellschaftsspiele zu spielen. Das Leid in den Augen des Gegenübers zu sehen, während man ihm alles nimmt, das können Computerspiele einfach nicht bieten.

Karl Franz

 Die Not des Genies

Manche Menschen sind mit so vielen Talenten gesegnet, sie bräuchten eigentlich zwei, drei oder mehr Leben, um genügend Zeit für die Ausgestaltung all ihrer Ideen zu haben. Die Fülle meiner Veranlagungen ist sogar derart üppig – nicht einmal die hundertfache Lebensdauer würde mir genügen! So betrachte ich mich nicht nur als leidlich begnadeten Maler, Dichter und Quatschkopf, vor allem glänze ich im Nichtstun, Prokrastinieren, Abbrechen, Vertrösten, Zeitvergeuden, Faulenzen, Durchlavieren, Verkalkulieren, Neubeginnen, Hinhalten, Ablenkenlassen, Verzögern … Bedauerlich an dieser Multibegabung ist – wie bei Leonardo da Vinci oder Robert Gernhardt, so auch bei mir –, dass keine der zahlreichen Fähigkeiten zu voller Blüte gelangt, auf keinem Gebiet Spitzenleistungen erzielt werden, das Werk insgesamt fragmentarisch bleibt. Und zu allem Übel stehen verschiedene Aufgaben sich gegenseitig im Weg. Heute z.B. weiß ich schon wieder nicht, was ich zuerst vor mir herschieben soll, und schreibe zur Entschlussvermeidung diesen Text. Auf diese Weise schaffe ich wieder mal nicht gar nichts!

Valentin Witt

 Anrüchig

Ob es wirklich etwas nützte, als neulich die notleidenden deutschen Käsereien an die Bundesregierung einen offenen Brie schickten?

Theobald Fuchs

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 19.06.:

    Die FAZ gratuliert Bernd Eilert zum 70. Geburtstag.

  • 12.06.:

    Das "Kaput"-Magazin hat Tim Wolff interviewt.

  • 11.06.:

    Christian Y. Schmidt im WDR über die wirtschaftliche Entwicklung in China.

  • 04.06.:

    In der Taz schreibt Fabian Lichter über krumme Kinder und fragwürdige Erziehungsratschläge.

  • 29.05.:

    SZ, BR24.de und die "Frankenpost" berichten über eine Sonderausstellung mit TITANIC-Zeichnungen im Münchner Valentin-Musäum.

Titanic unterwegs
27.06.2019 Kassel, CARICATURA-Bar Moritz Hürtgen und Leo Riegel
28.06.2019 Chemnitz, Tietz Max Goldt
29.06.2019 Bochum, Schauspielhaus Martin Sonneborn
05.07.2019 München, Galerie Richter »Meister der komischen Kunst«