Inhalt der Printausgabe

29.08.2015 - 16:01 UHR   HOME > MEDIEN > DEPPEN > JULIAN REICHELT: DIEKMANN FASST MIR AN DEN PO

SO WEH TUT DEM BILD.DE-CHEF DIE PO-BERGAMOTTE:

Julian Reichelt zur Toleranz gezwungen

Designerbrille, Twitter-Skills, Genitalherpes – Julian Reichelt, Chefredakteur von Bild.de, ist von Natur aus mit allem ausgestattet, was sein Bild-Boß Kai Diekmann erst mühsam erwerben mußte. Längst horcht der gesamte deutsche Medienzirkus auf, wenn der smarte Mittdreißiger brüllt. Denn Reichelt ist der kommende Mann – immer wenn ihm jemand Beachtung schenkt. TITANIC tut ihm den Gefallen.

Doch nicht nur TITANIC. Zu seiner großen Freude wurde Reichelt im Juni per Twitter zum »sleazy tabloid editor« (schmierigen Boulevard-Redakteur) geadelt. Und zwar vom amerikanischen Journalisten Glenn Greenwald, der 2013 die Snowden-Dokumente aufbereitete und im Guardian veröffentlichte. Reichelt findet, daß Edward Snowden ein »Terror-Enabler« ist. Und twittert es täglich Dutzende Male. Seit Jahren. Reichelts nächster Coup folgte im August. Die elendige Bild wurde von einem Prozeß gegen zwei IS-Anhänger ausgesperrt, weil sie entgegen richterlicher Anordnung die Angeklagten unverpixelt gezeigt hatte. Klar, daß Reichelt, der im Januar natürlich #Charlie war, im Bild-Kommentar einen »Angriff auf die Pressefreiheit« feststellte. Klar auch, daß Reichelt die darauffolgende Kritik der Taz (ein ironischvergifteter Liebesbrief mit dem Titel »What a Man«) auf allen Kanälen weiterverbreitete. Schon Diekmann pflegte seine Penisfehde mit der Taz – dreimal klar, daß jetzt auch Reichelt einen Harten kriegt. Ist ihm mit Kritik und Schmähung denn überhaupt beizukommen? Oder ist er unverwundbar? Und wo kommt Julian Reichelt überhaupt her?

Das ist das Vorleben des Pervers-Monsters!

Bevor Julian Reichelt im Februar 2014 zum Capo der Bild-Onlineausgabe vereidigt wurde, erblickte er im Jahr 1980, als Abtreibung noch verpönt war, in Hamburg das Licht der Welt. Die Reaktionen im Kreißsaal:

Weil er in der Schule gerne heimlich im Mädchenklo filmte und Gefallen am Verdroschenwerden fand, heuerte er 2002 bei der Bild-Zeitung als Volontär und Kriegsreporter an. Er berichtete »aus Afghanistan, aus dem Irak, aus dem Sudan, aus dem Libanon und aus Thailand« (Wikipedia). Tags sah Reichelt das Grauen, nachts sahen es die Nutten. 2007 wurde er zum Chefreporter, 2008 wurde auf Röntgenbildern der Axel-Springer-Preis für junge Journalisten in Reichelts Rektum entdeckt (Metapher).

Heute ist Reichelt nunalsoaber die Nr. 1 der Online-Bild – dem heißen Draht für alle, die mit dem Schwanz* zwischen den Fingern auf der Suche nach Ärschen, Titten und Tote-Kinder-Fotoalben sind. Der gleiche Abgrund an Abartigem im Grunde wie die Printvorlage, die sich in diesem Land inzwischen schon über fünfmal so lange hält wie seinerzeit der wackere Adolf Hitler. Damit es aber 1000 Jahre Bild werden, gibt es Julian Reichelt, der die ganze Scheiße hauptverantwortlich in Förmchen für Facebook, Twitter, Smartphone und Tablet pressen muß; Fachwort: Optimierung.

Früher stand Bild für Ausländerhetze, Sozialhetze, Angstmacherei, die Ausschlachtung menschlicher Tragödien, schwachsinnigen Promi-Talk und blanken Homohaß. Seit Julian Reichelt dabei ist, fehlt ausgerechnet der Homohaß. TITANIC glaubt: Der Grund dafür ist der Versaut-Sex in seinem Privatleben!

Oder welchen anderen triftigen Grund gibt es dafür, daß Reichelt im März mit Kai Diekmann für die Story »Wie fickt Athen?« nach Griechenland reiste? Der Beweis im Bild:

Julian Reichelt in Angst: Hier wird er von Kai Diekmann (l.) und einem Griechen-Zuhälter (rosa Hemd) gezwungen, sich eine Bergamotte einzuführen. Doch ist neben dem Axel-Springer-Preis (TITANIC berichtete) noch Platz?

RICHTIGSTELLUNG:
In TITANIC 09/2015 berichteten wir von der Bild-Story »Wie fickt Athen?«. Tatsächlich lautete der Titel »Wie tickt Athen?«. Außerdem ist unklar, ob Reichelt zum Einführen der Bergamotte gezwungen werden mußte. Wir bedauern diese Ungenauigkeiten.
Die Redaktion

Es ist nicht einfach, eine so ekelhafte Tätigkeit zum Beruf zu haben. Wer sich dafür schämt, geht als Mensch zugrunde. Es bleibt Julian Reichelt nur, seinen Stolz zu bewahren. Er darf nichts an sich heranlassen!

Selbst wenn Glenn Greenwald vom Guardian (s.o.) geäußert hätte, daß Reichelt – dies schrieb Greenwald nicht – eine »charakterliche Vollsau, ein Schwein, ein mistiges, wenn nicht mindestens ein verblödetes Seuchenrind« sei, dann müßte dieser, der Gescholtene, gute Miene zum bösen Spiel machen, wie ein Esel. Auch daß Julian Reichelt, o je!, für das, was er mit seinem Pißblatt täglich mutwillig anrichte, der Arsch kräftig aufgerissen gehöre, hat Greenwald im übrigen nicht gesagt, das hat er ausgelassen. Gott weiß, warum. Angenommen, die Taz hätte im besagten Liebesbrief nicht mit zurückhaltender Ironie »Wir schmachten dahin und, lieber Julian, sind voller Ehrfurcht« geschrieben, sondern sich einmal komplett vergessen und, eine Anzeige plus Geldstrafe riskierend, etwas wie dies formuliert: »Du bist, lieber Julian, ein bösartiger Wicht, ein Spanner, ein Ausbeuter, IS-Profiteur und Vergewaltiger, dessen Konto mit dem Blut toter Kinder gefüllt wird; wir möchten uns ehrlich sofort übergeben, du Hauptfaschist!« Selbst dann, wenn die Taz zu so etwas imstande wäre (was sie bisher nicht ist), wäre der Bild.de-Chef dazu verdammt, bei seiner Arschironie zu bleiben und diese Ungeheuerlichkeiten, die sich die Taz mal wieder herausgenommen hätte, auch noch weiterzuverbreiten, als fühle er sich kein bißchen ertappt, als sei er wirklich davon überzeugt, daß die Tageszeitung Taz ihn damit nicht absolut zutreffend charakterisiert hätte:

So traurig ist das Reichelt-Schicksal! Doch er versteckt seine bitteren Tränen.

Julian Reichelt ist ein einsamer Mann. Er hat Angst vor dem Islam-Terror, vor Busenblitzern und dem Tag, an dem die Axel-Springer-Akademie eine junge Gestalt auf die Axel-Springer-Straße in Berlin spucken wird, die ihm alle seine Twitter-Follower abjagt, die sein schäbiges Geschäft noch besser und viraler vermarkten kann als er. Dann wird sich zuletzt sogar der gute und fleißige Bildblog von ihm abwenden und ihn nicht mehr als – nehmen wir mal unverfänglich an – »verachtenswerten Zyniker«, »unguten Parasiten« oder »lächerliche, armselige Figur« loben. Und dann bliebe Julian Reichelt nur die langsam verblassende Erinnerung, daß er all dies vor langer Zeit einmal war.

Moritz Hürtgen

*lies: Penis oder Kitzler (Frauen)

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Zu Ihrer Verteidigung, Keanu Reeves,

Zu Ihrer Verteidigung, Keanu Reeves,

der Sie trotz Pandemie auf einer Party in Potsdam waren, erklärte der Chef des »Studio Babelsberg«, es habe sich bei dieser ausgelassenen Feier samt DJ und Alkohol lediglich um eine Filmszene des neuen Matrix-Streifens gehandelt. Und in der Matrix gibt es ja, so spinnen wir diese Argumentation mal fort, kein Coronavirus.

Unserer Ansicht nach brauchen Sie sich aber so oder so keinen Kopf zu machen: Laut der Verordnung Brandenburgs sind derartige Veranstaltungen mit Anmeldung, Hygienekonzept und bis zu 50 Personen erlaubt, sofern sie keinen »Unterhaltungscharakter« besitzen. Und den haben Filme mit Ihnen ja nun wirklich nicht!

Diese Wahrheitspille wurde verabreicht von: Titanic

 Sie, Laura Karasek,

»leben gern exzessiv – ohne Handbremse!« Sie seien rastlos und leidenschaftlich, teilten Sie Bild in einem Interview mit, um dann Erstaunliches zu offenbaren: »Ich schreibe manchmal bis fünf Uhr, gehe selten früh ins Bett, mache Sport, lese viele Bücher.«

Und wir fragen uns nun: Ist das, Frau Karasek, schon die Postcorona-Definition von exzessivem Leben? Müssen wir zukünftig mit Statements rechnen wie: »Wollust? Super, ich stricke total gerne …« oder: »Komasaufen? Find ich mega, aber bitte ohne Alkohol«?

Ist noch nicht ganz in der neuen Zeit angekommen: Titanic

 Nur interessehalber, Hochschule Bochum:

Die von Dir auf interamt.de, dem Stellenportal des öffentlichen Dienstes ausgeschriebene Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters für das Projekt »Möbilität für Subsahara-Afrika« – ist die am IKEA-Lehrstuhl von Prof. Kvistbro angelagert? Titanic

 Aber heda, ZDF/SWR!

»Wissen aktuell: Der Kopf isst mit!« heißt die Sendung; »Ess Dich gesund!« steht auf der Tafel, die auf dem fürs TV-Programm bereitgestellten Foto im Wochenmarktgemüse steckt.

Bleibt also bei Pommes: Titanic

 Hallöchen, »Tagesspiegel«!

Du erfreust Deine Kundschaft neuerdings mit Berichten über den Aufenthaltsort von Erdbewohnern. Zum Beispiel so: »Musk ist wieder in Berlin, er war am Montag am BER gelandet.« Und weiter: »Der Privatjet von Musk, in Austin (Texas) gestartet, war am Montag um 9:42 Uhr am BER gelandet.« Tolle Nachricht. Falls das bei Dir, Tagesspiegel, zum neuen Standard werden sollte, folgende Info, sogar honorarfrei für Dich:

Es ist und bleibt in Frankfurt Deine Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Ungemütlich

Unser gemeinsamer Jubel darüber, dass meine Freundin innerhalb kurzer Zeit mehrere lukrative Werbefotoshootingangebote von Unternehmen wie XXXLutz, Roller und Ikea erhalten hatte, wich, als ich vor Freude unbedacht ausrief, sie habe einfach so ein richtiges Möbelgesicht.

Cornelius W.M. Oettle

 Geschäftsidee

Hätte ich einen Hutladen, ich würde ihn »Ladenhüte« nennen.

Miriam Wurster

 Sordidum Disputatio

Im Zeit-Magazin fand ich einmal die Nummer einer Erotik-Hotline. Diese Illustrierte lesen meines Wissens lediglich Bildungsbürgeridioten und Liebhaber von Werbeinseraten für Uhren ab 1000 Euro. Man muss nur einmal die Zeit-Kontaktanzeigen studieren: »Emeritierter Professor, Opernliebhaber, Freund von Chopin und Zuckmayer, sucht ...« usw. Gerne stelle ich mir vor, wer einen da am anderen Ende der Hotline erwartet: »Hallöchen, mein Orpheus! Ich bin's, Eurydike. Möchtest du wissen, wie ich aussehe? Meine Nase ist gemeißelt aus feinstem Marmor. Meine Beine sind so lang wie die der Goldenen Madonna aus dem Essener Domschatz.« »Weiter. Mehr!« schnurrt der angesexte Anrufer. »Und dann mein Hinterteil ... Sag, Adonis, kennst du den ›Akt von hinten‹ von Modigliani?« »Natürlich kenne ich den, ich bin emeritierter Professor für Kunstgeschichte!« »Und meine Brüste! So riesig, so überproportional wie die der Venusfigurine.« »Welche Venusfigurine? Es gibt mehrere!« keucht der sabbernde Trottel. »Die von Willendorf natürlich«, pariert »Eurydike« und haucht noch ca. 30 Minuten versaute Sachen auf Latein, um den Dirty Talk (»sordidum disputatio«) zu vervollkommnen und den einsamen Zeit-Abonnenten monetär abzumelken. Kommen tun die Anrufer dabei nie, aber Freude haben sie trotzdem.

Ella Carina Werner

 Dauerbaustelle und Kakerlaken

Wenn das Leben eine Reise ist, möchte ich vom Veranstalter mein Geld zurück.

Dominik Mauer

 Jubiläum

Unser Bonsai-Verein wird nächsten Monat stolze 50 Jahre alt. Keine Frage, dass wir das richtig klein feiern!

Jochen Schubert

Vermischtes

Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
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