Inhalt der Printausgabe

Herta-Müller-Exmann, Bestsellerautor, Banatschwadroneur – und jetzt auch <em>Bild</em>-Kolumnist: Richard Wagner (60)

TITANIC sucht für die Bild-Zeitung prominente Gastautoren – und findet einen neuen »Post von Wagner«-Wagner

Ende Juni feiert Bild 60. Geburtstag und schenkt jedem der 41 Millionen deutschen Haushalte eine Ausgabe. Ganz Deutschland liest dann das Springerblatt. Aber wer soll es schreiben? Martin Walser vielleicht?

Fr. Walser

Frau Walser: Walser?

TITANIC: Sebastian Wagner von der Bild-Zeitung. Ich hatte gestern schon einmal angerufen, es geht um eine besondere Bild-Ausgabe, die im Juni erscheint, die an 41 Millionen Haushalte geliefert wird aufgrund des hundertsten Geburtstags von Axel Springer, und da sind wir auf der Suche nach Prominenten, die da auch teilnehmen…

Frau Walser: Also, das ist im Moment ganz ungünstig bei uns, weil mein Mann im Augenblick soviel unterwegs sein muß und soviel zu erledigen hat. Hat das noch Zeit?

TITANIC: Es hat noch ein wenig Zeit. Es geht halt um einige wenige Zeilen. Aber wir sind schon mitten in den Vorbereitungen, das geht ja an ganz Deutschland, und da muß man recht früh anfangen. Können wir das denn irgendwie per Email oder per Fax…

Frau Walser: Ja, wenn Sie ein Email schreiben, dann kann mein Mann antworten.

Tun wir gerne! Aber Martin Walser ist wohl zu beschäftigt bzw. betrunken, um zu antworten. Oder will er etwa nichts mit der Bild-Zeitung zu tun haben? Auch Herta Müllers Exgatte, Bestsellerautor Richard Wagner (»Die deutsche Seele«), ist anfangs skeptisch.

TITANIC: Guten Tag, Herr Wagner. Sie haben vielleicht davon gehört; wir machen am 23. Juni die Jahrhundert-Bild. Wir haben da verschiedene Rubriken, die man betexten könnte. Zum Beispiel gibt es ja auch »Post von Wagner«, das wäre vielleicht etwas, was Sie dann machen könnten.

Richard Wagner (zunächst skeptisch): Ja, tja…

TITANIC (nachhelfend): Wegen der Namensgleichheit, nicht. Oder die »In- und Out-Liste«, oder das »Seite 1-Mädchen« – könnten Sie sich da etwas vorstellen?

Richard Wagner (überfordert): Ja, jetzt auf Anhieb eigentlich nicht. Sie wissen, wer ich bin, oder?

TITANIC (sicher): Ja, ich weiß, wer Sie sind. Sie sind der Schriftsteller Richard Wagner.

Richard Wagner: Ja, genau. Ich bin ja nun nicht ein Schriftsteller, der da jetzt mit einem derartigen Journalismus vertraut wäre. Da müßte ich nachdenken.

TITANIC (konziliant): Dem könnten Sie natürlich Ihre eigene Note geben.

Richard Wagner: Ja, ja, ich verstehe schon. Aber ich müßte… Können Sie mir ein bißchen Zeit geben, daß ich da überlege, was ich da machen könnte?

TITANIC: Ja, selbstverständlich!

Einen Tag später hat Richard Wagner fertigüberlegt und mailt uns, er »würde gerne die Post von Wagner über-nehmen«. Freude in der Ein-Mann-Redaktion der Jahrhundert-Bild! Ermutigt kontaktieren wir Roberto Blanco, der »alle zwei Tage in seine Mails schaut, ganz bestimmt«, holen uns eine telefonische Abfuhr von Jürgen Habermas (»Ich bin sowieso im Juni nicht da, und ich schreibe auch nichts, ja? Seien Sie mir nicht böse«) und richten Anfragen an die Büros der Kardinäle Meisner (Köln) und Woelki (Berlin).

Sehr geehrter Herr ██████████████████

Am 23. Juni erscheint die Jahrhundert-Bild, die an 41 Millionen deutsche Haushalte geht. Wir möchten darin möglichst vielen prominenten deutschen Stimmen einen Raum geben. Wir haben uns vorgenommen, Prominente die üblichen Bild-Rubriken übernehmen zu lassen.

Wäre Kardinal Meisner z.B. bereit, »Post an Wagner« zu schreiben (etwa 1000 Zeichen)? Gerne aber könnte er auch die »In&Out-Liste« (auf der letzten Seite) übernehmen oder »Gewinner und Verlierer des Tages« bestimmen. Oder, wenn er es wagen würde, das »Seite 1-Mädchen« auswählen und betexten. Natürlich muß es kein echtes »Mädchen« sein, es könnte auch eine Figur aus der reichen Historie der christlichen Malerei sein

Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Wagner

Schon am nächsten Tag bekommen wir von Meisners Pressesprecher einen Dank »für die Anfrage, zu der ich noch keine Antwort vom Erzbischof habe. Ich melde mich«. Nacktmalerei in der Bild, kommentiert von Kardinal Meisner – dieses frivole Ansinnen scheint kein Grund zu sein, uns direkt zur Hölle zu schicken. Schließlich weiß die katholische Kirche genau, wo Gott wohnt: im Springer-Hochhaus. Auch Woelkis Pressesprecher vertröstet uns (»Wie dringend ist das denn?«), doch immerhin Richard Wagner schickt seine Kolumne. Hurra, der erste Text ist da!

Liebe Deutsche,

daß der Mensch nicht vom Brot allein lebt, ist sicherlich nichts Neues. Aber wie er wirklich lebt, läßt sich durchaus an den Brotsorten ablesen, die die Bäckerei anbietet. Ist es nicht etwas viel, zu viel, was da morgens im Regal prangt? Manches sieht aus, als wollte die Kundschaft ewig leben, und der Laden erweckt insgesamt den Eindruck einer Apotheke. Man ißt auch zum Vergnügen, schon vergessen?

Zeiten der Not und Zeiten des Überflusses zeigen auffallende Ähnlichkeiten. Für beide gilt: Man muß nicht gleich kleinere Brötchen backen, wenn der Umsatz nicht mehr stimmt. Man sollte aber auch nicht ohne Grund erfinderisch werden. Das Dümmste, was einem passieren kann, ist, von einem Brot zu behaupten, es sei mehr als nur ein Brot. Hätte man in Preußen Kuchen gegessen, wäre es dann nicht zum Weltkrieg gekommen?

Es gibt keine Politik der Brotsorten, aber es gibt eine gemeinschaftliche Vorstellung von dem, was ein Brot braucht, um ein Brot zu sein.

Herzlichst
Richard Wagner

Sauber formuliert – für Bild-Leser aber vielleicht ein wenig zu elaboriert. Wir machen Verbesserungsvorschläge:

TITANIC: Guten Tag, Herr Wagner. Vielen Dank, daß Sie etwas geschickt haben, ich finde das schon sehr gelungen. Das ist schon fast wie unser Franz Josef Wagner, es geht schon ganz in die richtige Richtung. Es ist noch ein bißchen kompliziert formuliert, an manchen Stellen. Dieser Satz »Hätte man in Preußen Kuchen gegessen, wäre es nicht zum Weltkrieg gekommen«, das ist vielleicht für unsere Leser ein bißchen… naja, Sie wissen ja wahrscheinlich, wie Bild-Leser so funktionieren.

Richard Wagner (zerknirscht): Ja gut, das weiß ich schon. Nur, ich bin ja nicht gewöhnt, für ein solches Publikum zu schreiben.

TITANIC: Vielleicht könnte man diesen Satz ein bißchen verständlicher machen für ein, äh, breiteres Publikum. Und dann hätte ich noch eine Idee, ich weiß nicht, ob die Ihnen gefällt: Wenn man diesen ganzen Brief nicht an »Liebe Deutsche« richtet, sondern »Liebes Brot«…

Richard Wagner (entgegenkommend): Ja, ja, das ist ja… Ja, das kann man natürlich machen… der Wagner, der schreibt ja normalerweise an alles Mögliche, adressiert auf diese Weise. Ja, jetzt sagen wir, bis morgen wäre Zeit, daß mir noch etwas einfällt…

TITANIC (gönnerhaft): Es muß Ihnen gar nicht mehr soviel einfallen, nur vielleicht in die Richtung »Liebes Brot« und ein bißchen Komplexität herausnehmen für ein primitiveres Publikum, nicht? Sozusagen.

Richard Wagner (lacht): Primitiv ist das ja gar nicht.

TITANIC: Nein, nicht das, was Sie geschrieben haben. Aber die Leser sollen es ja auch verstehen… Jetzt habe ich noch eine Frage: Sie haben ein Buch geschrieben mit Thea Dorn…

Richard Wagner (stolz): Ja, so ist es. »Deutsche Seele«.

TITANIC: Das ist auch ein Bestseller. Glauben Sie, daß die Frau Dorn auch bei uns mitmachen wollte, für die »In- und Out-Liste« zum Beispiel?

Richard Wagner: Also, die Frau Dorn hat schon in Bild einige Male geschrieben… Ich denke ja, ich denke ja. Die ist allerdings jetzt im Moment unterwegs wegen Lesungen und der Leipziger Messe.

Richard Wagner schreibt nicht nur gerne für Bild, sondern hilft auch bei der Recherche, z.B. mit Thea Dorns E-Mail-Adresse (»Die dürfen Sie dann aber nicht weitergeben!«).

Richard Wagner: … ja, die hat an solchen Dingen schon Interesse, nur, sie ist im Moment sehr beschäftigt. Sie hat ja früher Krimis geschrieben. Sie hat da für die Bild-Zeitung über etliche Fälle auch aus dem Gericht mal geschrieben. Also, Berührungsängste, glaube ich, gibt es da nicht.

TITANIC (gierig): Also kriminalistisch dann vielleicht, so Sex and Crime! Sagen Sie, jetzt nur als Gedanke noch – Herta Müller, haben Sie zu der Kontakt vielleicht? Die ist sehr schwer zu erreichen.

Richard Wagner (vorsichtig): Nein, äh, also, ich weiß, wie sie zu erreichen ist… aber die ist da anders. Aber gut, Sie können es bei ihr probieren. Ich kann Ihnen eine Email-Adresse da geben, aber Sie dürfen sich nicht auf mich berufen.

TITANIC (verschwörerisch): Okay, gut, dann sage ich nichts.

Richard Wagner (ängstlich): Sie müssen ja nicht erklären, woher Sie die haben. Sie erwähnen mich besser nicht, weil, sie ist nicht gut zu sprechen auf mich. Da haben Sie dann nichts davon… Na ja, die hat echte Vorurteile, nicht? Wenn die Bild-Zeitung hört, dann…

TITANIC: Wenn man lieber sagt Jahrhundert-Bild, daß sie da drauf hereinfällt?

Richard Wagner: Ja, ich kann da keinen Rat geben. Ich kann nur sagen, berufen Sie sich nicht auf mich! Dann viel Erfolg bei der Dame.

TITANIC: Danke sehr.

Richard Wagner hat mehr Angst vor Herta Müller als vor Bild, läßt aber viel mit sich machen. Im Gegensatz zu abgehobenen Bild-Feinden wie Günter Grass!

Sekretärin:na ja, Sie wissen ja wahrscheinlich auch, daß Herr Grass seit vielen Jahren eine freundlich beobachtende Distanz zur Bild-Zeitung pflegt. Wenn man einen Boykott dauerhaft so nennen kann.

TITANIC: Ach so, Sie glauben, diesen Boykott würde er nicht aufgeben?

Sekretärin: Bei den letzten fünf Fragen in dieser Richtung habe ich immer als Antwort bekommen: Sobald sich die Bild-Zeitung offiziell bei der Familie Böll entschuldigt, arbeitet er gerne mit ihr zusammen. Aber das ist ja nie geschehen.

Nichts einfacher als das: So eine Entschuldigung läßt sich ja leicht nachholen bzw. vage versprechen:

Sehr geehrte Frau ██████████████████

(…) Falls Herr Grass seine Entscheidung von einer Entschuldigung bei der Familie Böll abhängig macht, sollte dem vermutlich nichts im Wege stehen. Unser Verlagschef Dr. Döpfner hat im November bereits dem Bild-Kritiker Günter Wallraff die Hand gereicht. Bitte fragen Sie Herrn Grass, wie eine solche Entschuldigung aussehen sollte. Dann können wir das nach oben weitergeben.

Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Wagner

Während wir noch auf eine Antwort warten, sagt Herta Müller ab – obwohl wir ihr doch versprochen haben, bei einer Mitarbeit »im Gegenzug Ihr Werk ›Atemschaukel‹ in der nächsten Auflage unserer ›Bild-Nobelpreis-Bibliothek‹« aufzunehmen. Pech für Frau Müller – wir dagegen haben Glück: Wenigstens Thea Dorn ist mit an Bord. Hat sie unser Angebot überzeugt, »das Foto eines nackten Mannes« zu betexten, »um von dem üblichen Prinzip des ›Seite 1-Girls‹ (das wir ja mittlerweile in den Innenteil verschoben haben) abzuweichen«?

Sehr geehrter Herr Wagner,

haben Sie besten Dank für Ihre Anfrage! Prinzipiell bin ich gern dabei, allerdings die nächsten Tage komplett im Streß. Würde es für Sie reichen, wenn wir uns kommende Woche darauf verständen könnten, welche Rubrik ich übernehme?

Mit herzlichen Grüßen,
Ihre Thea Dorn

Darauf können wir uns gern verständen. Hoffentlich zeigt sich Frau Dorn bei ihrem Text auch so flexibel wie Richard Wagner. Der hat mittlerweile seine Kolumne ans »liebe Brot« adressiert, was uns schon fast perfekt dünkt. Aber eben nur fast:

Sehr geehrter Richard Wagner,

vielen Dank, das ist schon fast perfekt! Eine Kleinigkeit noch: In der Jahrhundert-Bild wollen wir ganz besonders auf die Leistungen Axel Springers aufmerksam machen. Eines seiner liebsten Sprichwörter war »Wes Brot ich eß, des Lied ich sing«. Meinen Sie, man könnte dieses Sprichwort noch in Ihren Text einfügen? Als Hommage an Axel Springer? Zum Beispiel in der Formulierung »›Wes Brot ich eß, des Lied ich sing‹, wie Axel Springer gerne sagte«? Das würde ja auch thematisch gut passen.

Ansonsten wäre der Text aus meiner Sicht druckreif.

Ihre Kontodaten habe ich bereits weitergeleitet.

Freundliche Grüße
Sebastian Wagner

Und auch diesen Wunsch erfüllt uns der bestsellende Banatschwabe. Drei Stunden später kommt seine Antwort:

Post von Wagner Liebes Brot, daß der Mensch nicht vom Brot allein lebt, ist sicherlich nichts Neues. Aber wie er wirklich lebt, ist durchaus an den Brotsorten zu erkennen, die die Bäckerei anbietet. Und: Wes Brot ich eß, des Lied ich sing, wie Axel Spr

Damit ist eine Achtelseite der Jahrhundert-Bild bereits voll. Doch bei dieser wird es nicht bleiben, freut sich doch auch Roberto Blanco schon auf die Zusammenarbeit, wie sein Sekreteriat mitteilt: »Herr Blanco ist an Ihrer Anfrage interessiert und beteiligt sich gerne an der Jahrhundert-BILD Ausgabe.« Und wie wird wohl Thea Dorn ihren nackten Mann bedichten? Werden die Kardinäle Meisner und Woelki sich noch für eine Mitarbeit entscheiden? Und können wir Günter Grass, Bild und die Böll-Familie nach vierzig Jahren endlich miteinander versöhnen? Erfahren Sie es in der Jahrhundert-Bild – oder eventuell sogar schon in der nächsten TITANIC!

 

Wolff/Ziegelwagner

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

In Ihrem Kampf gegen Kontaktverbote und für das Menschenrecht auf Infektion tönten Sie in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«: »Mittlerweile habe ich das Gefühl, einige Ministerpräsidenten gefallen sich in der Rolle, dass sie auftreten können wie Sonnenkönige, und den Eindruck vermitteln, die Gewährung von Freiheiten sei Gnadensache.«

Und das, Kubicki, sagten Sie gewiss auf die selbstherrlichste, herablassendste Art, die man sich nur denken kann, fuhren mit Ihren Fingern lächelnd durch die gepuderte Allongeperücke und ließen sich von Ihrer Mätresse ein paar Weintrauben in den Mund schieben – einfach weil Sie keine anderen Sonnenkönige neben sich dulden, nicht wahr?

Winkt zur Warnung mit der Guillotine: Titanic

 Scorpions-Fossil Klaus Meine!

Ihre Powerballade »Wind of Change« soll von der CIA geschrieben worden sein. Das behauptet zumindest der amerikanische Journalist Patrick Radden Keefe, der daraus gleich eine ganze achtteilige Podcast-Serie bastelte, in der Sie, Meine, in der letzten Folge selbst auftreten und alle Behauptungen verneinen.

Was für eine Zeitverschwendung, ist doch schon vorher klar gewesen: So manche schmutzige Geschichte hat die CIA sicherlich am Hals, aber für ein Verbrechen wie »Wind of Change« sind selbst die nicht skrupellos genug.

Pfeift auf Sie: Titanic

 Monika Maron!

Das war natürlich eine Menschenrechtsverletzung erster Güte, dass Sie im Zuge der Corona-Bekämpfungsverordnungen nicht mehr in Ihrem Landhaus im tiefsten Mecklenburg-Vorpommern bleiben durften. Klar, dass Sie das nicht einfach hinnehmen konnten und sich durch die Ausreiseverfügung »an die DDR erinnert« fühlten. Und wo Sie schon mal an die erinnert wurden, ist Ihnen als Tochter des ehemaligen DDR-Innenministers Karl Maron auch gleich noch eingefallen, wie man sich als Bonze dort eine Vorzugsbehandlung sichert: sich nämlich via Parteizeitung (»Bild«) direkt beim Innenminister (Caffier) beklagen, der diesem unhaltbaren Zustand dann trotz anderslautender Verordnung gleich Einhalt gebot.

So weit, so zwingend. Stutzig macht uns lediglich, warum Sie eigentlich so unbedingt in Ihrem Zonenhäuschen zu bleiben trachten, schrieben Sie doch im »Spiegel« einst: »Der Osten verursacht mir Ekel. Ich halte es für eine Krankheit und weiß nicht, wie man sie heilt. Die Krankheit nenne ich Zonophobie.« Ein Glück, scheint zwischenzeitlich ja erfolgreich therapiert.

Ihre Pillen hätte auch gern: Titanic

 Kneipp GmbH!

»Der einfachste Weg zum Glück ist«, sofern wir Deiner Werbung glauben dürfen, »das Leben mit einem Augenzwinkern zu sehen« und also Aroma-Pflegeduschen namens »Sei frech, wild und wunderbar!« bzw. sogar »Sei frech, verrückt und glücklich!« zu kaufen.

Wunderbar glücklich wären wir aber erst beim Erwerb eines Pflegeprodukts mit der frech-wilden Bezeichnung »Sei nicht traurig, dass der Name dieser Aroma-Dusche so lang ist, dass wir ihn gar nicht vollständig auf die Aroma-Pflegeduschen-Verpackung dru«.

Zwinker, zwinker: Titanic

 Pflegeroboter!

Was müssen wir da im »Handelsblatt« lesen? »Corona könnte Tür für Roboter öffnen«. Aber ist nicht gerade der Punkt, dass Ihr angeblich so nützlichen Pflegeroboter Euch selbst die Tür zu Corona bzw. Corona-Patienten öffnen können solltet? Solange ein kleines Virus schweren Maschinen wie Euch noch den Weg frei machen muss, ist Eure Zeit wohl doch noch nicht gekommen!

Meinen mitleidlos wie Ihr: die Witzmaschinen von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Deutsch, wie es singt und kracht

Wer Deutsch als Fremdsprache lernt, wird zunächst naiv annehmen, dass sich hinter einem Wort wie »Scheiblettenkäse« etwas unsagbar Absurdes, in der Muttersprache nur unter Zuhilfenahme sperrigster Umschreibungen Wiederzugebendes verbirgt, ähnlich gewissen japanischen oder isländischen Vokabeln, die zum Beispiel die mundwässernde Wirkung eines seit sechs Monaten im eigenen Sperma marinierten Walhodens bezeichnen. Um dann, mit wachsendem Sprachverständnis, zu begreifen, dass diese Ahnung nicht getrogen hat.

Jasper Nicolaisen

 Verwöhnt

Meinen Lebensstil muss man sich erst mal leisten können. Ich zum Beispiel konnte es noch nie.

Tanja Schmid

 Zieleinlauf eines Dialogs

Kundin (alte Dame): »Das ist dann schon sehr anstrengend.«
Kassiererin (ältere Dame): »Nein, ich könnte das nicht!«
Kundin: »Aber es macht auch Spaß.«
Kassiererin: »Das ist die Hauptsache.«
»Ja.«
»Ja. 14,60 bitte.«

Worum auch immer es sich dreht, das Gespräch ergibt Sinn.

Theobald Fuchs

 Filmkunde

In Zeiten von Zoom-Konferenzen kann es nicht schaden, der Leserschaft ein wenig Nachhilfe in filmischen Fachtermini zu geben. Eine sogenannte Text-Bild-Schere zum Beispiel kann für einen visuellen Bruch und Komik sorgen. Während der Video-Sprechstunde mit meiner Internistin erzählte ich ihr zum Beispiel, dass ich seit vier Monaten nichts trinke, während sie auf eine Galerie leerer Weinflaschen hinter mir starrte. Wichtig ist auch, dass man sich bereits vor jeder Zoom-Konferenz im Klaren ist, auf welches Genre man hinaus will, sich dabei aber genug Raum offenlässt für spontane Änderungen. Meine Video-Sprechstunde hatte ich zum Beispiel eher als »Komödie« gepitcht (aktuelle Blutwerte), am Ende wurde dann aber ein ziemlich bombastischer High-Budget-Horrorstreifen daraus (Privatbehandlung).

Jürgen Marschal

 Idee für 2021: Spargelernte per Silvesterrakete

Die jungen Feuerwerkskörper werden im April ins Spargelbeet gesät, wachsen dort bis zur erntereifen Rakete. Am 5. Mai heißt es dann: DER SPARGEL SCHIESST, und zwar uns unter großem Hallo und Funkenregen direkt in die Münder. Tradition (Spargel) trifft auf Tradition (Feuerwerk), bzw. »Volksspeisung mal anders«. Noch eine kleine Gegendemo (Querfront) dazu, einem Kind fliegt ein Spargel direkt ins Auge, im Folgejahr wird es Einschränkungen geben müssen, fertig ist DAS DEUTSCHE NEUJAHR.

Elias Hauck

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:&nbsp; "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo:&nbsp;98,60&nbsp;EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo:&nbsp;98,60&nbsp;EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 20.05.:

    Mark-Stefan Tietze schreibt in der Taz über die vielen Deutschen, die vor der Merkel-Diktatur ins Weltall fliehen.

     

  • 18.05.:

    Das Neue Deutschland rezensiert Christian Y. Schmidts "Der kleine Herr Tod", ein Interview dazu gibt es auf Deutschlandfunk Kultur.

     

  • 14.05.:

    Marlen Hobrack bespricht im "Freitag" Christian Y. Schmidts "Der Kleine Herr Tod".

  • 13.05.:

    RTL, die »Hessenschau« und die SZ berichten über die Aktion "Torona: TITANIC hilft der DFL".

  • 05.05.:

    Im Kaput Mag gratuliert Tim Wolff TITANIC-Legende Thomas Hintner zum 60.

     

Titanic unterwegs
03.06.2020 Hachenburg, Hähnelsche Buchhandlung Gerhard Henschel
04.06.2020 Berlin, Buchhändlerkeller Gerhard Henschel
10.06.2020 Schwarzenbach a. d. Saale, Erika-Fuchs-Haus Museum für Comic und Sprachkunst Katharina Greve
14.06.2020 Frankfurt/M., Museum für Komische Kunst »Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts«