Inhalt der Printausgabe

Deutschlands unheimlichste Behörde tritt aus dem Dunkel – und kommt eigentlich ganz sympathisch rüber

 

»Dingdong! Im Namen der Gebührenzahler, öffnen Sie die Tür!« Stiefeltritte, Schreie im Flur, weinende Kinder – das alles gehört bald der Vergangenheit an. Die Gebühreneinzugszentrale, der Schrecken aller Fernsehdiebe, wird reformiert. 2013 soll nur noch pro Haushalt, nicht mehr pro Empfangsgerät bezahlt werden; gleich, ob der Haushalt ein Gerät besitzt oder nicht. Die Spitzel von der »Superschnüffelbehörde« (Burkhardt Müller-Sönksen, FDP) bleiben künftig zu Hause, schauen nicht mehr durch den Türspion, verwanzen keine Wohnungen, entführen keine Verwandten mehr. Wie aber wird die GEZ ihren schlechten Ruf los? Jetzt, wo sie ihn nicht mehr braucht?

»Hallo!
Kennen Sie uns noch?«

Die Agentur TITANIC hat mitgedacht. Vor allem muß die GEZ im Straßenbild erkennbar werden, die Anonymität ablegen, als sympathischer Ansprechpartner wirken. Und aufklären! Denn die meisten Menschen kennen ihr Fernsehprogramm nur oberflächlich, wissen gar nicht, was ein Intendant so zusammenfrißt (z.B. Thomas Gruber, Bayerischer Rundfunk, ca. 26 000 € / Monat). Was liegt da näher, als zwei in brandneue, von Hugo Boss gestaltete Uniformen gekleidete GEZ-Agenten in ein klassisches Schwarzseherviertel zu schicken? Mit Blumensträußen, Informationsbroschüren und schneidigen Umgangsformen?

»Guten Tag, mein Name ist Quex, das ist mein Kollege Hannes Landa. Wir wollten mit Ihnen über das Fernsehen reden!« Der alten Dame vor dem Hochhaus, die gerade zum Einkaufen tappst, kommen die schmucken Uniformen gleich bekannt vor. In Frankfurt-Griesheim, Schwarzerlenweg, machen die Schwarzhemden von Leo Quex (geb. Fischer) und Hannes Landa (Mädelname Ziegelwagner) gehörig Eindruck. Lächelnd nimmt das Runzelfräulein die Rose und berät uns auch, welche der Nachbarn unsere Serviceleistungen unbedingt in Anspruch nehmen sollten. Und das, obwohl »um drei meine Lieblingssendung« kommt: »Sturm der Liebe«. Na prima, macht schon mal 37 Euro! Zwar will sie nicht versprechen, später für den kleinen Hausbesuch der GEZ wieder da zu sein, drückt aber dafür fünf Namen auf dem futuristischen Klingelschild-Display. »Viele haben ihre Klingeln ja abgestellt, sind aber trotzdem da«, denunziert sie ihre Nachbarn beiläufig, deponiert unseren Folder und die Blume in ihrem Postfach, läßt uns ins Haus und sucht humpelnd das Weite.

Ein Sturmbann der Liebe schlägt uns entgegen
»Nein, ich bin nur ein Haushalt.« Gut zu wissen!
Blüten statt Bluten – die GEZ kommt in den Herzen an

»Von solchen Leuten wollen wir nichts«, begrüßt uns ein ortsfremd anmutender junger Mann und knallt uns die Türe vor den Stiefelspitzen zu. Wir merken, daß man hier mit der GEZ nicht die besten Erfahrungen gemacht hat, daß die Charmeoffensive der Öffentlich-Rechtlichen beinahe zu spät kommt. Nur das Knarzen unserer schwarzen Lederstiefel und das wütende Türenschlagen durchbrechen die gespannte Stille, die im zehnten Stock herrscht. Einige Bewohner haben aus Furcht vor ungebetenem Besuch nicht nur die Klingel abgestellt, sondern auch ihre Namensschilder abgeschraubt. Vor dem Aufzug stellen wir einen rotschimmernden Senior, dessen Mütze die Frakturinschrift »Hamburg« schmückt. Müßten wir ihm nicht auf Anhieb sympathisch sein? »Guten Tag, wir sind von der Fernsehzentrale. Wohnen Sie in diesem Haus?« befragt ihn Landa freundlich, kommt mit seinen Erläuterungen zur Haushaltsabgabe aber nicht weit. »Davon habe ich schon in der Bild gelesen«, wehrt der Alte ab. »Ich seh’ ja kaum fern. Weil ich raus muß, sonst kriege ich Depressionen.« – »Wie viele Haushalte besitzen Sie denn?« insistiert Quex lächelnd. Der Mann ist überfordert, freut sich aber, daß ab 2013 die GEZ das Zählen seiner Haushalte übernimmt, so daß er künftig weniger lügen muß. Es zeigt sich schon jetzt, daß die Volksdeutschen mit den GEZ-Truppen wesentlich williger kooperieren als die zahlenmäßig überlegenen Ausländer: Ein junger Deutscher, der gerade seine Wohnung mit allerlei Sperrmüll einrichtet, stellt keine Fragen, als wir Einlaß fordern. »Guten Tag, Landa, von der GEZ. Wir wollten uns mit dieser Rose von Ihnen verabschieden, die GEZ wird ja jetzt gerade abgeschafft. Sind Sie denn angemeldet?« – »Natürlich bin ich angemeldet«, pariert er clever und läßt uns das gewünschte »Foto Ihres Fernsehers« machen, in dem gerade eine Dokumentation über großbusige Frauen läuft.

»Fotografieren
Sie mich ruhig«

Nur selten offenbart das Mehrkulturenhaus Ausländer, die wissen, wo ihr Platz ist – wie Herrn M., der sich geschickt herausredet: »Tut mir außerordentlich leid, ich spreche kein Deutsch.« Oder den freundlichen Strickjackenmoslem D., der tatsächlich keines spricht, uns aber mit großen Gesten in seinen Fernseh- und Gebetsraum führt. Quex erklärt ihm ausführlich den mitgebrachten Meldebogen: »Den füllen Sie jetzt jeden Monat aus und schicken ihn an GEZ-Führer Buchholz. Sonst müssen wir leider wiederkommen.« Herr D. nickt schicksalsergeben; ihm ist bloß wichtig, daß unsere schweren Mörderstiefel nicht über seinen Gebetsteppich trampeln. Dafür macht Familie L., die den Besucher so herzlich mit einem »Shalom«-Schildchen begrüßt, aus guter Tradition gar nicht erst auf. Anders die russische Frau ohne Namensschild, die sich ein nur leicht verdrecktes Handtuch um die Rübe gewickelt hat. Da sie kein Wort Deutsch spricht, sind wir kurz davor, die renitente Bolschewikin abzuführen, doch kommt ihre Nachbarin als Dolmetsch zu Hilfe. »Straßwutti« grüßt Fernsehjunge Quex polyglott und erklärt: »Es ist ganz einfach: Wenn Ihre Freundin zwei Fernseher besitzt, war das bisher verboten. Bald ist es egal. Sie müssen einfach nur noch zahlen. Aber eben jeden Monat auf ein anderes Konto.« – »Geht es da um die Lohnsteuerkarte?« fragt die Übersetzerin. »Ja«, improvisiert Quex, »die Lohnsteuerkarte wird einfach mit Ihren Gebühren verrechnet. Sie dürfen künftig für jeden Haushalt einen Volksempfänger besitzen. Sagen wir, Ihre Freundin hatte bisher drei Fernseher und zwei Haushalte in ihrer Wohnung, dann ist das künftig ein Haushalt zuviel.« Die alte Frau nickt verständig und übersetzt den Quatsch beflissen (»Lohnsteuerkartotschka«); die Nachbarin strahlt uns verwirrt an, nimmt aber eine Rose: Die vage Aussicht, daß ihr Viertfernseher bald von der Miliz abgeholt wird, scheint sie zu erleichtern.

»Bitte lassen Sie mich in Ruhe«, scheint dieser Blick zu sagen
Sie nimmt eine weiße Rose – sehr verdächtig…
»Sie sehen seriös aus!« Die GEZ dankt für das Kompliment
Auch Streifenhörnchen freuen sich über gebührenfinanzierte Blumengrüße

Übermäßiger Respekt einerseits, panische Angst andererseits – den Bewohnern des Hauses im Schwarzerlenweg scheint noch nicht ganz klar zu sein, welche Emotionen für den neuen Auftritt der Terrororganisation GEZ angemessen sind. Die Kleiderordnung ist allerdings klar – die Fernsehpolizei kann man auch in Unterwäsche und blind wie ein Maulwurf empfangen. »Hören Sie, ich sehe nichts! Ich sehe hier nur zwei dunkle Gestalten!« jammert Herr F., als er uns nach energischem Klopfen die Tür im Hemd öffnet. »Keine Angst, wir sind nur von der GEZ«, beruhigen wir ihn. »Wir wollen Ihnen erklären, wie Sie künftig auch legal fernsehen können.« – »Ich habe geschlafen«, lügt F. panisch, »fernsehen kann ich gar nicht mehr.« – »Aber das ist doch ein Fernseher dort hinten!« stellt Inspektor Landa kritisch fest. »Ich sehe nichts«, behauptet der Unterhosenmann, »mein Nachbar muß mir die Post vorlesen.« – »Haben Sie vielleicht ein Radiogerät?« fragt Quex. »Das müssen Sie uns ab 2013 nämlich auch nicht mehr sagen.« Dieses Argument verfängt; F. läßt sich die lesensunwerte Broschüre reichen und verspricht, sie sich von seinem Nachbarn beim nächsten Fernsehabend vorlesen zu lassen.

»Verschwinden Sie!«

Hinter der nächsten Tür rumpelt es eine Weile, dann tritt ein leicht alternativ dreinblickender Mann heraus, ein froh leuchtendes Weiblein an der Hand. »Meine Mutter ist 87«, entschuldigt er sich. »Sie war eben im Krankenhaus, jetzt ist sie verwirrt. Sie müssen verzeihen, daß wir nicht gleich aufgemacht haben...« – »Kein Problem, Hauptsache, Sie füllen jetzt den Meldebogen aus.« – »...oft kommen irgendwelche zwielichtigen Leute zu ihr an die Tür. Aber Sie sehen ja seriös aus, ich dachte zuerst, Sie wären von der Heilsarmee. Aber die GEZ«, sagt er mit einem anerkennenden Blick auf die Runen unserer Aufschläge, »die GEZ, die kennt man, die ist seriös!« Wünsche und Anregungen zum TV-Programm hat er keine, nur »alte Filme« würde er manchmal gerne sehen. »Aus den Dreißigern und Vierzigern?« fragt Landa nach. »Ja, genau!« meint er. »Wir geben es weiter«, sagt Landa und schlägt die Hacken zusammen. »Ich komm gleich mit Ihnen mit«, murmelt der Cineast. Routiniert sperrt er seine Mutter in der Wohnung ein und geht mit uns zum Lift.

Es war ein anstrengender, aber erfolgreicher Tag für die GEZ! Das neue Konzept lückenloser Beobachtung aller Haushalte, gepaart mit autoritärem Auftreten und überraschenden Blumengaben, hat sich bewährt. Und auch draußen schwappt uns noch Bewunderung entgegen. »Ey, ihr seid ja gut angezogen!« trötet eine Gruppe Jungtürken und folgt uns ins Stehcafé am Griesheimer Bahnhof. »Die sehen aus wie von der SS«, flüstert es anerkennend vom Nebentisch. Das mag stimmen. Doch für Sendungen wie »Tim Mälzer kocht«, »Tigerentenclub« und »Giraffe, Erdmännchen & Co.« nehmen wir jeden noch so geschmacklosen historischen Vergleich in Kauf. Denn unsere Ehre heißt: Gebührenkonsolidierung. Und wenn die ganze Welt in Scherben fällt!

 

Leo Fischer / Michael Ziegelwagner, Tom Hintner
Ausstattung: Theaterkostüme Jansen

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Bitte lächeln, Paparazzi!

»Schwere Zeiten für Promi-Fotografen«, heißt es ebenda in der SZ, weil ja auch Prominente zu Hause bleiben beziehungsweise Maske tragen müssen und dann von Euch nicht erkannt werden. Hoffentlich beschwert Ihr Euch deshalb bald bei der Regierung, denn zu gerne läsen wir die Schlagzeile: »Paparazzi protestieren: Maßnahmen greifen zu sehr ins Privatleben ein!«

Sagt mal »Cheese«: Titanic

 German Genetic Schweinezuchtverband Baden-Württemberg e.V.!

Dass Du auf den »Wunsch vieler Betriebe nach ruhigen und umgänglichen Tieren mit der Möglichkeit zur Langschwanzaufzucht« reagiert hast und seit März 2020 »in den Stationen der Besamungsunion Schwein (BuS) den GENTLEMAN-Eber« anbietest, finden wir saugut. Denn wenn es eins gibt, was noch wichtiger ist als »Ruhe im Stall«, dann ja wohl die »Unversehrtheit von Schwänzen«!

Zumindest den kleinen Ferkeln von Titanic

 Hendrik Munsberg (»SZ«)!

»Zur politischen Klugheit gehört aber auch diese Einsicht: Die ökonomischen Folgen der Pandemie und die enormen Staatsschulden werden sich nicht beseitigen lassen, indem der Staat nur darauf setzt, von Reich zu Arm umzuverteilen. Unverzichtbar ist in den nächsten Jahren ein möglichst hohes Wirtschaftswachstum. Das aber erfordert es, besonders die produktiven Kräfte im Land zu stärken«, statt bloß die unproduktiven Armen, den Ausschuss, ja Abschaum – es muss einmal gesagt werden. Und wird es darum immer wieder, zumal von politisch allerklügsten Köpfen, die für ihren armseligen Antibolschewismus auch wirklich schon genug Geld bekommen.

Eine Einsicht Ihrer produktiven Kräfte von Titanic

 Annegret Kramp-Karrenbauer!

Das RND konfrontierte Sie mit folgender Frage: »Höhere Rüstungsausgaben sind nicht gerade populär in Deutschland. Sind Sie bereit, die Forderungen zu erfüllen?« Darauf Sie u.a.: »Wenn wir sicher und in Wohlstand leben wollen, müssen wir in unsere Sicherheit investieren.«

Die Frage, die sich nun aber ganz Deutschland stellt, lautet: Wer schützt uns bei der nächsten Wahl vor Ihnen? Die SPD? Die Grünen? Die FDP?

Dieses Land ist dem Untergang geweiht, weiß Titanic

 Du, Deutsch-Rapper Aykut Anhan aka »Haftbefehl«,

Du, Deutsch-Rapper Aykut Anhan aka »Haftbefehl«,

hast Dich von einigen Deiner früheren Tracks losgesagt. Im Spiegel-Interview gibst Du Dich als geläuterter Anhänger eines verschwörungstheoretischen, antisemitisch konnotierten Weltbildes aus: »Ich habe über Chemtrails gerappt. Ich habe auch über die Rothschilds gerappt. In Anführungsstrichen, weil ich damals nicht überzeugt von diesen Dingen war. Ich war jung und wirklich noch auf der Straße unterwegs. Auf der Suche nach irgendwas. Eine verlorene Seele. Mittlerweile sehe ich das ganz anders.« Nämlich so: »Ich war ja selber mal Verschwörungstheoretiker, in Anführungsstrichen, aber, ganz ehrlich: Corona, das gibt’s.«

Das gibt’s doch gar nicht! Gratulation zu dieser Erkenntnis! Aber ganz ehrlich? Als Du damals auf Deinem 2015er-Album »Unzensiert« kreisende »Chemtrails« und die »Rothschild-Theorie« besprechsangst, warst Du mit 30 Jahren schon nicht mehr ganz so jung und bereits öfter in den Mainstream-Charts als auf der Straße unterwegs. Von Deinem Imagewandel von der verlorenen Seele auf der Suche nach irgendetwas zum schwarzen Schlafschaf sind wir heute dennoch überzeugt. In Anführungsstrichen. »Weiter so!«

»Deine« Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Kohlerischer Anfall

Manchmal bin ich so wütend, dass ich am liebsten irgendwas kaputtmachen will, aber mit Gegenständen zu werfen ist mir zu anstrengend. Deswegen kaufe ich einfach Gemüse und koche es so lange, bis die Vitamine zerstört sind.

Loreen Bauer

 Dienstleistermentalität

So, wie man zu viel Salz nicht mit der gleichen Menge Zucker neutralisieren kann, kann man Respektlos-behandelt-Werden nicht dadurch neutralisieren, dass man Geld dafür bekommt. Dann ist das Leben zu salzig und zu süß zur gleichen Zeit.

Teja Fischer

 Kopfgeld

Als die Friseure nach monatelangem Lockdown endlich wieder öffnen durften, habe ich noch circa drei Wochen zugewartet, bis ich mich dann aufraffen konnte hinzugehen. Einmal, um den ersten Ansturm zu umgehen, andererseits aber auch, weil ich zu meiner anfänglichen Freude entdeckt hatte, dass meine Treuekarte bereits randvoll war. Ich dachte, wenn ich da direkt nach der langen Durststrecke des Kappers direkt nach der Öffnung freudestrahlend meinen Gratisschnitt geltend mache, reißen die mir direkt den Kopf ab! Obwohl: Dann hätte ich mir über so etwas in Zukunft ja auch keinen Kopf mehr machen müssen, und Geld gespart hätte es dann obendrein!

Burkhard Niehues

 Psychologischer Lifehack

Wirklich erstaunlich oft finde ich auf der Straße Eincentstücke, die ja bekanntlich Glück bringen. Da ich davon aber schon so viel habe, lasse ich sie meist liegen für Passanten, denen das Leben weniger freundlich gesonnen ist. Bei der Vorstellung, wie das gramgebeugte Mütterchen oder der trübsinnige Nerd hinter mir den kleinen Kupferling aufhebt und sich freut, wird mir jedes Mal ganz warm ums Herz! Das Beste daran ist jedoch, dass ich damit meine gute Tat des Tages getan habe und den Rest der Zeit ganz entspannt einfach das sein kann, was ich bin: ein egozentrisches Arschloch.

Katharina Greve

 Ausgeplaudert

»Ich schlurfe gerade in die Eckkneipe, grüße die Bardame und schnipse nach dem ersten Schnaps …« Zahllose Geschichten, ob aus den Fächern Poetry Slam, Lesebühne oder Hochliteratur, fangen genau so an. Doch Obacht: Glauben Sie das nicht! Es sind Scharlatane und Scharlataninnen, die ihre arglosen LeserInnen trickreich hinters Licht führen. Die AutorInnen hocken, während sie ihre Texte schreiben, ja alle gerade am heimischen Schreibtisch, im Schein ihrer Louis-Poulsen-Designerlampe, und checken zwischendurch ihre Hello-Fresh-Aktien. Nur das mit dem Saufen stimmt.

Ella Carina Werner

Vermischtes

Max Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
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Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
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Das schreiben die anderen

  • 14.05.:

    Das nd erinnert an den Satiriker und TITANIC-Autor Michael Rudolf, der heute 60 Jahre alt geworden wäre.

  • 12.05.:

    Zum 100. von Joseph Beuys war Oliver Maria Schmitt für die FAZ am Niederrhein unterwegs. In Filzpantinen.

  • 07.05.:

    Gerhard Henschel im Gespräch mit Kulturnews über "SoKo Fußballfieber" 

  • 05.05.:

    Über Stefan Gärtners "Terrorsprache" schreiben das Neue Deutschland und die Taz.

  • 29.03.:

    Das Neue Deutschland befragt Ella Carina Werner u.a. zu ihrer neuen TITANIC-Kolumne.

Titanic unterwegs
17.05.2021 Berlin, Berliner Ensemble Martin Sonneborn mit Gregor Gysi
29.05.2021 Radio, WDR 5 Ella Carina Werner
30.05.2021 München, Volkstheater Max Goldt