Inhalt der Printausgabe

Die ARD und ihre Girls

 

Notate aus der Welt des Moderatorinnenjournalismus.

Von Leo Fischer

Anne Will - die Schöne

Anne Will: »Meine innere Lampe hat Wackelkontakt.«

Hört man das Wort »Moderatorin«, denken die meisten Menschen zuerst an gar nichts. Als zweites denken sie aber sofort an Anne Will. Sie ist der Shooting-Star im Moderier-Business, niemand kommt mehr an ihr vorbei, seitdem sich die Presse entschieden hat, lange Artikel über Nachrichtensprecherinnen abzudrucken. Denn Anne Will trägt eine der wichtigsten und seriösesten Frisuren der Welt auf dem Kopf herum; von allen Journalisten kann sie die Nachrichten am besten vorlesen. Sie setzt Maßstäbe.

 

Auch äußerliche. Denn Anne Will ist ohne jeden Zweifel schön. Sie hat seidiges Haar und strahlende Augen. In der Maske wird sie vor jeder Sendung geschminkt, dadurch wirkt sie nicht so leblos und innerlich tot, kleine Rötungen oder Rasierwunden verschwinden unter einer zentimeterdicken Patina. »Ich kann eine innere Lampe ein-schalten«, sagte sie dem Zeit-Magazin. Knipst Anne Will diese Lampe an, wirkt sie fröhlich, lustig, lebhaft; knipst sie sie aus, ist sie wieder die kalte und berechnende Anne Will, die ihre Kollegen so hassen.

 

Denn Anne Will ist nicht nur eine strahlende Gute-Laune-Fee, sie ist auch Geschäftsfrau. Mit einem befreundeten Anwalt hat sie das Unternehmen »Will Media« gegründet, wo man Anne Will-Ersatzteile ordern kann, wenn ein warmherziges Lächeln oder eine ironische Augenbraue mal den Geist aufgibt. Will ist Profi. Akribisch bereitet sie sich auf jede einzelne Sendung vor. Immer wieder liest sie die Texte, hockt dazu in einem sogenannten Büro – einem kleinen Zimmer mit Stuhl und Tisch drinnen. »Draußen wird es gerade dunkel, drinnen leuchtet nur noch ihr Computermonitor. Sie nimmt sich ihre Moderationstexte vor. Sie schreibt einen Satz, spricht ihn laut aus, irgend etwas stimmt nicht, klack-klack-klack machen die Tasten, löschen, umformulieren, wieder laut aussprechen, weitertippen. Es klingt jetzt, als rede sie im Schlaf. Ein Satz, klack-klack, der nächste Satz«, berichtet ein sichtlich konsternierter Christoph Amend im Zeit-Magazin von den verrückten Arbeitstechniken der Journalistin. In ihrem Büro arbeitet sie am liebsten, im Gegensatz zu ihrer Wohnung, die sie als Rückzugsort, auch als Wohnort betrachtet. Will lebt in Hamburg und Berlin, aber immer nur an einem Ort, nie an beiden gleichzeitig. Das gibt die Geometrie der Raum-Zeit einfach nicht her.

 

Im Büro schreibt sie Text um Text. Klackerklackerpeng. Wenn sich die Nachrichtenlage ändert, muß sie schauen, ob die Texte noch zur Welt passen. »In meinem Büro lasse ich vier Fernseher gleichzeitig laufen, gucke, was die anderen so machen« (Emma), jedes einzelne ihrer vier Augen richtet sie auf einen Konkurrenzsender. Ein Knochenjob. Fast zu viel Arbeit für eine einzelne Frau – da ist es gut, daß sie ganze Hundertschaften von Mitarbeitern hat, die dafür sorgen, daß sie praktisch überhaupt nichts tun muß. Dennoch:

 

Ihre Konzentration darf nie nachlassen. Ist die Kamera an, muß sie zu sprechen anfangen, steht hingegen ein Mensch oder ein Kollege vor ihr, darf sie nicht zu reden aufhören. Know-how heißt hier Gewußt-wie.

 

Ihre neue Sendung heißt »Anne Will«, obwohl auch andere Menschen darin auftreten. Aber der ursprünglich geplante Titel »Verschiedene Politiker, die mal wieder ins Fernsehen wollen« war sogar für die neuen Großbildfernseher zu lang. Ansonsten hat sich gegenüber der Vorgängersendung »Sabine Christiansen« praktisch nichts verändert. »Neu ist der Einspielfilm, und neu ist die Couch«, weiß zum Beispiel der Reporter der Welt. Den Einspielfilm mußten sie neu drehen, weil Christiansens Gesicht dort noch eingeblendet wurde, die Couch austauschen, weil Christiansens Gestank einfach nicht rauszukriegen war. Jetzt redet Will dort oder sitzt auf der Couch. Oder stößt, wie Amend weiß, »ein mädchenhaftes, beinahe naiv wirkendes Kichern« aus, »oft streicht sie gleichzeitig mit ihren Händen die Haare aus dem Nacken. Es ist eine ziemlich unschlagbare Mischung.« Anne Will, ein Profi mit vier Fäusten und Augen. Kichernd streicht sie sich die Haare von den Zähnen, wenn sie, klickerklackerklonk, auf die Tastatur einhämmert. Zwei Stunden braucht sie, bis der Begrüßungstext für die nächste Sendung steht: »Guten Abend, liebe Zuschauer«, wird er heißen. Sie lebt nach Spielregeln, die sie kennt.

 

»Es scheint«, meint zuletzt der nun schon vollends verliebte Christoph Amend, »als wünsche sich das Publikum in Zeiten einer ideologiefreien Großen Koalition, die perfektes Politik-Handwerk betreibt, eine ebenso ideologiefreie Moderatorin, die eben auch perfektes Handwerk betreibt.« Anne Will – eine perfekte Frau. »Fehler zu wiederholen finde ich doof«, sagt sie. Vielleicht ist dies das wichtigste Betriebsgeheimnis der Anne Will: Einfach keine Fehler machen, bewußt nur richtige Entscheidungen treffen – falsche Entscheidungen sind oft keine gute Wahl. Eine Spielregel, die Anne Will kann – wie so vieles. Was sie aber nicht mehr kann, ist, die Tagesthemen zu moderieren.

Caren Miosga - die Wuschlige

Caren Miosga: »Ich bin frisch geduscht.«

Denn Anne Will hat ihren Platz dort aufgegeben, sie wird abgelöst von Caren Miosga. Miosga statt Anne Will, Anne Will statt Christiansen – die Hickhackordnung im Krampfhennenstall ist eine extrem frigide oder rigide.

 

Zweifelsohne ist die »Neue« bei den Tagesthemen eine aparte Erscheinung. Caren Miosga ist schön, schön und entsetzlich wie der Morgen, tückisch wie die See, stärker als die Grundfesten der Erde. Sie hat sehniges Haar und kräftige Augen. »Die 38jährige sieht aus wie frisch geduscht«, glaubt die Berliner Zeitung, »die Haare leicht gewellt, die Wangen rosig.« Die FAZ sieht es anders: »Sie hatte sich nicht eigens eine Tagesthemen-Frisur zugelegt, keine kompliziert zerzauste Fönhaube wie etwa Sabine Christiansen, sie war weder onduliert noch gelockt, dafür, auch der Augenbraue sei Dank, auf eine sehr erwachsene Art mädchenhaft.« Das kleine erwachsene Mädchen, weder toupiert noch verschmiert, weder zerzaust noch verlaust, alle sind sie sich einig: da wurde nicht einfach irgendeine stinkende, vor sich hin lallende Pennerin vom Bahnhof vor die Kamera gezerrt. Die Pennerin ist erwachsen geworden, hat geduscht.

 

Wie Anne Will ist Miosga jung und hochqualifiziert. Miosga kann drei verschiedene Fremdsprachen benennen (»Französisch, Englisch und Belgisch, stimmt’s?«) und vom Blatt ablesen; Anne Will hingegen ist in der Lage, alle europäischen Hauptstädte nachzuschlagen und kurze Texte auf dem Teleprompter zu erkennen. »Aber«, hakt die Berliner Zeitung nach, »kann sie auch die Augenbraue so ironisch-kess lupfen wie ihre Vorgängerin Anne Will? Caren Miosga sagt, sie kann, aber nicht auf Kommando.« Absurde Muskelkrämpfe tanzen über ihr in Agonie verzerrtes Gesicht, wenn sie es trotzdem versucht. »Sie kann die Nase hin- und herziehen und sie dabei ein wenig kräuseln, so wie es Kaninchen manchmal tun« (Berliner Zeitung). Ein Talent, mit dem man nicht auf die Welt kommt: man muß damit geboren sein.

 

Andere Dinge muß Miosga erst noch lernen, muß sich bei den Tagesthemen erst behaupten. Zwei wichtige Grundsätze hat sie sich für die Moderierarbeit auferlegt: 1.) Wenn die Sendung beginnt, muß sie in die Kamera sehen. 2.) Ist die Sendung aus, muß sie nach Hause fahren. Ähnliche Prinzipien im Umgang mit ihren Kollegen: Hallo, Uli Wickert, sagt sie, wenn sie ihn auf der Straße trifft. Oder Tom Buhrow. Zwei verschiedene Männer mit zwei verschiedenen Namen, die sie beide kennen muß und nur verwechseln darf, wenn es dunkel ist. Der Wiedererkennungseffekt ist entscheidend: Die Zuschauer wollen dieselbe Frau sehen, wenn im Fernsehen der Schriftzug »Caren Miosga« eingeblendet wird. Wenn sie am Montag strahlend wie der Jüngste Tag und mit auf Hochglanz frisiertem Haar auftritt, kann sie am nächsten nicht mit eitrigem Aussatz und büschelweise Haarausfall kommen. Genauso wichtig ist es, bei Terminen zum richtigen Ort zu gehen, nicht einfach wie ein frisch geköpftes Huhn blindlings durch die Gegend zu rennen. Auch das hat sie lernen müssen. »Zu ihren eigenen Probe-Tagesthemen sei sie prompt zu spät gekommen. Sie hat sich zwischen Maske und Studio verlaufen. Es sei schon eine große Herausforderung« (Berliner Zeitung). Spielregeln, die einem keiner beibringt.

 

Miosga hat lange fürs Radio gearbeitet. Ein völlig anderes Medium. Ihr Aussehen konnte so nicht zur Geltung kommen, sie mußte es den Hörern erst vermitteln: »Liebe Hörerinnen und Hörer, ich habe seidiges Haar und bin schön geschminkt, ich bin gutaussehend, meine Stimme ist wohlklingelnd und subtil erotisch. Meine Kleidung hat mehr Geld gekostet als Ihre.« Bei den Tagesthemen sind solche Ankündigungen verzichtbar, ihr Aussehen kommt wieder zur Geltung, ebenso wie die Garderobe. Miosga weiß: Jeden Tag muß sie Kleidung anziehen, sonst wird sie auf der Straße komisch angesehen oder verhaftet. Spielregeln, die einem jeder beibringt. Spielregeln, die einzuhalten sich lohnt: Seit sie mit der Arbeit angefangen hat, landet jeden Monat ein Geldbetrag auf ihrem Konto. Sie nennt es Gehalt.

 

Millionen sehen sie jetzt an. Sie hingegen kann nur Tom Buhrow sehen. Sein lüsterner Blick; der Schweiß auf seiner Stirn; der Wahnsinn in seinen Augen. Die Tagesthemen sind sexy geworden, sinnlich, sündhaft, brünstig, bacchantisch; knapp unterdrückte Triebe züngeln und zappeln, nur unterbrochen durch gelegentliche Ausbrüche von topseriösem Spitzenjournalismus.

Katrin Bauernfeind - die Bauerschlaue

Katrin Bauerfeind: »Click here to win a free iPod.«

Eine ganz andere Kategorie der Moderatorin ist mit Katrin Bauer-feind auf den Markt getreten. Katrin Bauerfeind moderierte zunächst eine Sendung im WWW, die Ehrensenf genannt wurde und auch so hieß. Sie kommentierte Sachen, die sie im Internet gesehen hatte. Alles, was auffällig, seltsam oder kompliziert war, wurde gnadenlos komisch heruntergemacht. Ein herrlicher Spaß. Wenn etwas witzig war, machte sie einen witzigen Spruch dazu; wenn etwas traurig war, auch. So etwas kannte man bis dato im Fernsehen noch nicht oder hatte es schon wieder vergessen. Bauerfeind gewinnt den Grimme-Award, wird vom Fernsehen entdeckt. Jetzt moderiert sie die Sendung Polylux. Spielregeln, die sie liebt.

 

Bauerfeind hat eine solide Herkunft. Ihr Vater war Veteran im Bauerkrieg, ihre Mutter ißt gern Bauerjoghurt (den großen). Wenn sie sich verletzt, legt sie sofort einen hygienischen Bauerverband an. Bauerfeind ist bodenständig geblieben; sie ist nicht irgendein Medienflittchen, das gerade gehypt wird, wie die Süddeutsche weiß; vielmehr ist sie »das neue Ding, der letzte Schrei, ganz heißer Shit«. Mit ihren zarten 25 Jahren hat sie schon einiges von der Welt gesehen. Dem Tagesspiegel erzählte sie, was sie von Berlin alles kennt: »Den großen Turm, den Dom, die Spree, den Hauptbahnhof. Außerdem kenne ich die Stadtteile Mitte und Charlottenburg und Friedrichshain. Reicht doch fürs erste. Erst mal will ich pendeln, wenn das nicht klappt, wird umgezogen.« Hoffentlich weit weg.

 

Kein Zweifel: Katrin Bauerfeind ist stöhn. Ihr Haar ist weich wie Seidenraupen, mit ihren Augen kann sie aus dem Kopf rausschauen. Ob Bauerfeind die ironische Augenbraue von Caren Miosga geklaut oder aber von Anne Will stibitzt hat? Hat sie sie vielleicht gar von ihrer letztlich gleichgrindigen Vorgängerin Tita von Hardenberg? Eine Frage, der nachzuspüren sich wohl verlohnte, wenn es am Ende nicht so egal, auch so langweilig wäre und nicht zudem schon in Spiegel, Zeit oder eben in der Süddeutschen gestanden hätte, die es auch bemerkt hat, »das Augenbrauen-Spiel, das sie sich eindeutig von ihrer Vorgängerin abgeschaut hat. Ob das die Berliner Studioluft macht, die Produzenten es vorgeben oder Bauerfeind damit Tita von Hardenberg huldigen will: Sie sollte es lassen. Als eigenständige Bauerfeind ist sie besser.« Die eigenständige Bauerfeind ist, wenn sie mal die Berliner Luft aus ihrem Kopf abgelassen hat, eigentlich ganz normal: Sie mag (wahrscheinlich) Schokolade, Katze, Blume; sie hat eine Aversion gegen das Fugen-n und guckt aus dem Fernseh heraus statt nur hinein (wie alle anderen). »Mal schauen«, sagt sie heute ironisch, wenn man sie zu Themen befragt. Dabei wirkt sie schon jetzt so verbraucht und leer wie ihre zehn Jahre älteren Kolleginnen. Katrin Bauerfeind: neues Ding, letzter Schrei, arme Sau. Spielregeln, die keiner kennt.

Ausblick & Schluß

Wo stehen Miosga, Will, Bauerfeind in zehn Jahren? Werden sie noch so strahlende Haare und seidige Augen haben? Oder werden sie sich nicht doch ganz allmählich in Runzel-, Moppel-, Wabbel-Ichs verwandeln? Vor allem aber: Wird man noch immer in den Zeitungen lesen können, wie die drei gerade aussehen? Werden Hochzeiten zu feiern sein, will am End’ gar Amend Will, wird es also, klickerklacker, eine spannende Journalistenhochzeit zwischen dem Chefwahnsinnigen vom Zeitmagazin und der Starmoderatorin geben? Wird dann Anne Will-Amend in ihrer Sendung eine – inzwi-schen natürlich von vielenvielen Falten umkränzte – Augenbraue lupfen? Die Spielregeln sind bekannt. Oder, um es mit Dagmar Berghoff zu sagen: Gute Nacht, bis morgen. Die neue Zeit ist da.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Genial, »Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag«!

»Batterien sollen Strom speichern« ist eine Deiner Überschriften auf der Themenseite »Innovation aus Schleswig-Holstein«. Diese Süddänen scheinen ein sehr plietsches Völkchen zu sein. Als Ergänzung hätten wir noch ein paar eigene Innovationen mit potentiell ähnlich durchschlagendem Charakter: Häuser sollen vor Regen schützen, Feuer soll Wärme spenden und Bier soll betrunken machen.

Deine Düsentriebs von Titanic

 Küss die Hand, Bad Ischl!

Du Tummelplatz der k.u.k. Schickeria im österreichischen Salzkammergut wirst nun unter dem Motto »Kultur ist unser neues Salz« eine der drei europäischen Kulturhauptstädte 2024. Herzlichen Glückwunsch! Da für uns Dein Land aber eh nur eine einzige große Fressmeile ist, fragen wir uns, welche kulinarischen Zutaten noch so ersetzt werden sollen. Ist die Wirtschaft das neue Rindfleisch? Die Wissenschaft die Zwiebel? Das Soziale der Pfeffer? Und Politik die Paprika edelsüß?

Zu diesem herzhaften Saftgulasch serviert gern den Witz als neuen Serviettenknödel: Titanic

 Wolke Hegenbarth (39), Schauspielerin!

Wolke Hegenbarth (39), Schauspielerin!

Der »Gala« sagten Sie, dass Sie nach der Geburt Ihres ersten Kindes die Augen aufgemacht hätten: »Ich bin anschließend wochenlang durch die Straßen gegangen, habe die vielen Menschen gesehen und gedacht: Die sind alle geboren worden – das ist so abgefahren!«

Und, Frau Hegenbarth, was haben Sie vor Ihrer Niederkunft gedacht, wenn Sie die vielen Menschen gesehen haben? Dass die vom Himmel gefallen oder geschnitzt worden sind? Ein lauter Traum, ein kruder Witz? Wenn Sie Ihre Augen noch eine Weile offenhalten wollen: Auch die ganzen Schnitzel und Pandabären sind einmal geboren worden.

Abgefahren: Titanic

 HEY, LAAAHAAARS!!!

In einem eher kurzen Interview mit der Tagesschau hast Du, Generalsekretär der SPD, Dich gleich dreimal desselben Stilmittels bedient. Du sagtest, dass »alle wollen, dass die Partei wieder lauter wird«, merktest, dass »es in der Partei ein großes Bedürfnis gibt, über Themen zu reden, die die Menschen interessieren. Und zwar laut über diese Themen zu reden«, und tatest kund, dass Dein Verein zwar in der Regierung bleibt, »aber auch, dass wir laut sagen, wofür die SPD steht«.

Und nun fragen wir uns, warum denn plötzlich alles so laut sein muss. Denkst Du, wer schreit, hat recht? Soll die Botschaft der SPD über die leeren Marktplätze in die Wohnungen der daheimgebliebenen Wählerschichten dringen? Oder ist die SPD, trotz Erneuerung an der Spitze, im Kern so alt, dass die Parteimitglieder selbst sozialdemokratische Kernanliegen nicht mehr registrieren, wenn man sie ihnen nicht ins Ohr schreit? Ach was, es sind ja doch alle drei.

Deine Leisetreter von Titanic

 Sieh an, Kai Pflaume,

die kasachische Version Ihrer Quizsendung »Wer weiß denn sowas?« finden Sie klasse. »Man versteht kein Wort. Es sieht aber sehr ähnlich aus«, sagten Sie dazu der DPA. Man versteht kein Wort? Liegt das womöglich daran, dass Kasachisch gesprochen wird und Sie Kasachisch nicht können? Ansonsten ist es ja dann genauso abgestanden wie das Original.

Weiß: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Analoge Kuriosität

Wenn in Turin ein Fiat 500, Baujahr 2007 mit ca. 50 km/h auf der Via Santa Giulia über einen halb losen Gullydeckel fährt, dann hört sich das exakt so an wie das Netflix-Intro.

Sascha Dornhöfer

 Guter Vorsatz

Die unsäglichsten One-Hit-Wonder meiner Jugend (die noch dazu in den 90ern stattfand) rauf und runter streamen, um ihren Interpreten die Rente ein wenig aufzubessern.

Teja Fischer

 Der Schlaf der Vernunft

Neulich hatte ich einen Traum, der mir vielleicht ermöglicht, mein verpfuschtes Leben vom Kopf auf die Füße zu stellen. Mir träumte nämlich der Satz: »Die wirklich wichtigen Dinge habe ich immer ins Wurstfach getan.« Zwar gibt es in meinem Kühlschrank kein Wurstfach, aber nun habe ich eben eines dazu erklärt und, obwohl ich gar keine Wurst esse, mir ein Stück Salami gekauft, meine Steuererklärung sowie die leere Brieftasche dazugelegt, und ich muss sagen, seitdem geht es mir tatsächlich besser.

Tibor Rácskai

 Praktisch

Das mittlere Alter hat auch seine Vorteile – man kann die Jungen und die Alten gleichermaßen doof finden.

Tina Manske

 Gegen den Stich

Alle traditionelle Moralität habe ich hinter mir gelassen. Recht und Unrecht, Gut und Böse sind Kategorien, die für mich keine Bedeutung mehr haben. Ich beschreite nun einen Weg vollkommener sinnlicher Erfahrung, in der menschliche Kategorien zurückbleiben wie der leere Kokon eines neuen, größeren Wesens. Mögen andere mich Teufel oder Dämon zeihen, meinen Lebensstil pervers und mein Vergnügen verboten, ich lasse sie zurück wie kläffende Straßenhunde, an welchen der Moschusgeruch des Karnevals vorbeizieht. Ja, freimütig, vor aller Welt will ich meine Sünde bekennen: Ich habe Lachsbrötchen mit Marmelade gegessen.

Leo Fischer

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 13.02.:

    Die "Junge Welt" sieht Moritz Hürtgens Gedichtband "Angst vor Lyrik" in bester TITANIC-Tradition.

  • 10.02.:

    Heinz Strunk erzählt im Interview mit dem "Flensburger Tageblatt" von seiner Bühnenshow, seinen Büchern und Kolumnen.

  • 10.02.:

    Max Goldt spricht bei "rbbKultur" über sein musikalisches Werk.

  • 04.02.:

    Christian Y. Schmidt berichtet über das Leben mit dem Corona-Virus in Peking bei radioeins und im "Freitag".

  • 03.02.:

    Die "Kronen-Zeitung", Heute.at und Oe24.at freuen sich über Österreicher auf dem TITANIC-Titel "100 Jahre NSDAP".

Titanic unterwegs
20.02.2020 Weimar, Mon Ami Max Goldt
20.02.2020 Düsseldorf, Schauspielhaus Martin Sonneborn
21.02.2020 Stuttgart, Theaterhaus Max Goldt
21.02.2020 Frankfurt, Nebbiensches Gartenhaus Oliver Maria Schmitt