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Jesus in Essen: Alles Wissenswerte zur RTL-Passion mit Thomas Gottschalk

RTL inszeniert in Essen das Leiden von Jesus Christus – und das von Thomas Gottschalk gleich mit. Und zwar als Live-Musik-Krokodilpenis-Wettfress-Event. Alles, was man vorab zur Passion des Privatsenders wissen muss:

Das Projekt: Passion mit Esel

RTL droht damit, die Leidensgeschichte Jesu in "moderner Form" neu zu inszenieren und im Fernsehen zu übertragen. Mit dabei sind unter anderem Jesus (als Alexander Klaws) und Thomas Gottschalk (als Erzähler und Esel). Ursprünglich sollte die RTL-Passion schon vor zwei Jahren über die Bühne gehen, doch erfreulicherweise verhinderte Corona damals das Unglück. Jetzt, da die Pandemie vorbei ist, kann das Oster-Projekt nur noch gestoppt werden, wenn Thomas Gottschalk im Stau stecken bleibt oder Jesus verschläft.

Der Schauplatz: Leid in Essen

Die RTL-Passion spielt sich in Essen ab – eine grandiose Standortwahl, denn einen glaubwürdigeren Ort für Leid hätte man nicht finden können. Ursprünglich wollte die Bibel-Redaktion des Privatsenders die letzten Tage von Jesus Christus in Gummersbach inszenieren, doch dann fanden Historiker:innen der RTL-Universität heraus, dass es zwischen Jesus und Essen offenbar eine Verbindung gab: Er und Maria sollen sich am Essener Hauptbahnhof kennengelernt haben. Einige Verwandte und Bekannte von Jesus wohnen wohl nach wie vor in der Stadt.

Die Geschichte: Eine Mischung aus Dschungelcamp und "Punkt 12"-Gewinnspiel

RTL möchte die Ereignisse in die heutige Zeit transportieren. Das bedeutet: Der Einzug nach Jerusalem wird als großer Spaziergang inszeniert. Zum Abendmahl gibt es aus dem Dschungelcamp übriggebliebene Krokodilpenisse und Kakerlaken. Und wer gekreuzigt wird, entscheidet das Publikum in einer Abstimmung. Wer für Jesus ist, wählt die Handynummer von Kai Ebel und am Ende die 1, wer für Thomas Gottschalk ist, wählt die "Punkt 12"-Gewinnspielnummer, und wer für beide ist, wählt die Kontonummer von Günther Jauch.

Die Darsteller: Das Who is Who der deutschen Schauspielbranche

Der Sender hat keine Kosten und Mühen gescheut und die besten Schauspieler:innen der Republik engagiert, unter anderem Stefan Mross, Ingolf Lück und Reiner Calmund. Außerdem sind mehrere Überraschungsauftritte von RTL-Publikumslieblingen vorgesehen, beispielsweise von Katja Burkard und Birgit Schrowange. Abgesagt haben unterdessen Dieter Bohlen, Hans Meiser und Xavier Naidoo. Aber bei RTL ist man optimistisch, sie im nächsten Jahr verpflichten zu können.

Das Special: Gottschalks Qualen

Noch macht RTL zwar ein großes Geheimnis darum, doch auch das Leben von Thomas Gottschalk soll Teil der Inszenierung sein. "Die Parallelen zwischen Jesus und mir sind frappierend", so der 81-jährige TV-Moderator (Zitat unbestätigt). Wobei das nur bedingt zutrifft. Denn "Thommy" musste eindeutig mehr Leid ertragen als der Heiland. Das fing schon damit an, als er gezwungen wurde, mit Mike Krüger "Zwei Nasen tanken Super" zu drehen.

Die Einspieler: Jesus im Schnelldurchlauf

In Einspielfilmen wird das Leben von Jesus im Schnelldurchlauf gezeigt, zum Beispiel, wie er eine Lehre bei Tönnies-Fleisch beginnt und wieder abbricht, wie er sich mit Pontius Pilatus während einer S-Bahn-Fahrt nach Duisburg prügelt und wie er als Influencer auf Inrigram Erfolge feiert. In einem weiteren Einspieler ist die Flucht nach Ägypten zu sehen – in der RTL-Version handelt es sich dabei um eine spektakuläre Autobahnfahrt auf der A40 in "Alarm für Cobra 11"-Ästhetik.

Die Musik: Der Erlöser tanzt zu Macarena

Weil der echte Jesus bekanntlich gerne gesungen hat (und einmal sogar Vierter wurde bei "Gallienläa sucht den Superstar"), singt der Essener RTL-Jesus während der Aufführung ebenfalls sehr oft. Vorteil: So bleibt dem Publikum zwischendurch das Geplapper von Gottschalk erspart. Zu hören sind sämtliche Lieblingssongs des Erlösers, darunter die Bibelklassiker "Wake Me Up Before You Go-Go", "Tage wie diese" und "Da da da". Der Höhepunkt der Show ist erreicht, als Jesus zusammen mit seinen Jüngern den Ententanz und Macarena präsentiert.

Das sagen die Promis: "Haut voll rein!"

Einige ausgewählte Promis haben die Show bereits gesehen – und sind begeistert. "Ich kann nur sagen: Das haut voll rein!", teilt etwa Oliver Pocher mit. Michelle Hunziker lässt wissen: "Thomas Gottschalk so eine große Plattform zu geben – da traut sich der Sender aber was! Eine mutige Entscheidung!" Und Til Schweiger findet: "Ein Superding, auch wenn leider wenig rumgeballert wird!"

Die nächsten Events: Matthäus und Aschenbrödel

Nach der Passion hat der Sender vor, weitere Geschichten aus der Bibel zu inszenieren. Zunächst will man sich dem Matthäus-Evangelium widmen – mit Lothar Matthäus als Erzähler, Matthäus Sammer als Lothar Matthäus und Reiner Calmund als Thomas Gottschalk. Ebenfalls geplant ist die Produktion der biblischen Weihnachtsgeschichte "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Dann in den Hauptrollen: Thomas Gottschalk als drei Haselnüsse, Reiner Calmund als Aschenbrödel und Aschenbrödel als Reiner Calmund.

 

Dimitri Taube

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Ihnen, Steve Jobs,

Ihnen, Steve Jobs,

wird es wahrscheinlich egal sein, aber wir wollten Sie dennoch informieren, dass Ihr Vermächtnis auf Erden recht vielgestaltig ausgefallen ist. So lasen wir bei stern.de: »Alte Schlappen für über 20 000 US-Dollar: Birkenstock-Sandalen von Steve Jobs stehen zum Verkauf.«

Dieser Reliquienhandel ist übrigens ein wahres Geschäftsmodell geworden: »Die Schuhe sind nur ein kleiner Teil von Jobs’ mehr oder weniger freiwilligem Nachlass. Seine Angestellten leerten die Mülltonnen offenbar mehrfach gründlich. Die Beute habe man mit den Gärtnern, Freunden oder Second-Hand-Geschäften geteilt.« Sollte es nun bald an Ihren Sargdeckel klopfen, Jobs, dann wissen Sie: Da braucht wer Nachschub. Aber als Ex-CEO kennen Sie sich ja aus mit der dubiosen Beschaffung von Ressourcen!

Grüße ins ewige Business von Titanic

 Hmmm, Ex-FIFA-Boss Sepp Blatter,

zu Ihrer Rolle bei der Vergabe der Männerfußball-WM an Katar sagen Sie heute: »Die Leute stellen sich Einflussnahme immer wie in Gangsterfilmen vor – mit Koffern voller Geld, die an einem geheimen Ort übergeben werden. So war das aber nicht.« Ach: So war das nicht – na dann! Eine Frage, Blatter: Wie sehr mussten Sie sich konzentrieren, um nicht versehentlich die Beschaffenheit der besagten Geldkoffer und den Übergabeort zu beschreiben?

Fragen sich

Ihre Detektiv/innen von Titanic

 Eine Frage, Dating-App Bumble …

Welchen Sinn hat es, dass Du in einer Werbung eine Nutzerin Deines Dienstes wahnsinnig davon beeindruckt zeigst, dass ein Lukas laut eigenen Angaben »Abenteuer und Kaffee« liebt? Was möchtest Du uns damit vermitteln, dass sie ihn sofort anschreibt und ein Treffen vorschlägt? Willst Du uns unbedingt den langweiligsten Typen andrehen, den es auf Deiner Plattform gibt? Oder ist das – bedenkt man die begeisterte Reaktion der Frau – etwa noch der interessanteste, den du zu bieten hast?

Sind vor der Antwort trotz Kaffee eingeschlafen:

Deine anspruchsvollen Großstadtsingles von der Titanic

 Vorbildlich, Landwirtschaftsminister Cem Özdemir,

finden wir ja Ihren Vorstoß, Containern zu legalisieren. Wir hoffen allerdings doch sehr, dass dies nicht schon die von Ihnen als »Deutschlanddiät« angekündigte Kampagne für bezahlbares Essen ist?

Muss auch so genug Müll schlucken: Titanic

 Wie wenig, »Spiegel«,

muss man eigentlich tun, um von Dir als nicht rechts entlastet zu werden? Liest man Deine Reportage über die SPD-Bundestagsabgeordnete Isabel Cademartori, wohl sehr wenig. Denn dort schreibst Du, Cademartori sei »keine Rechte. Sie steht für eine diverse Gesellschaft, wenn bei Veranstaltungen Altherrenwitze gerissen werden, rollt sie mit den Augen.« Oha, mit den Augen rollt sie, na dann. Lass uns raten: Wer Zunge schnalzend an einem brennenden Flüchtlingsheim vorbeiläuft, ist kein Nazi, und wer »pfft« macht während einer AfD-Kundgebung, kein Faschist?

Presst entschieden die Lippen aufeinander: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Taktik für 8

Besuch bei Tante und Onkel, beide sehr betagt. Beim Scrabblespiel liegen sie zu Beginn etwas zurück, es fallen ihnen nur kurze Worte wie »EIN« ein. Nach dem abgeschmetterten Versuch, den schon daliegenden Artikel »DER« in das zusammenhängende Wort »DERRABE« zu verwandeln, bekommt das Spiel eine Wendung: Die Senioren entdecken den S-Buchstaben und den Genitiv für sich und heimsen viele Punkte ein mit »MOPSES«, »STRUMPFLOCHS«, »RATTENZAHNS«, alles ist wieder offen …

Miriam Wurster

 Lasst mich in Ruhe!

Sollten jemals Zeitreisen möglich sein, müsste man fast Mitleid mit dem jungen Hitler haben. Ohne etwas getan zu haben, würde er in ständiger Angst leben, weil andauernd Fremde versuchten, ihn umzubringen.

Karl Franz

 Konsequent

Wer Ananas sagt, muss auch Abnabnabs sagen!

Daniel Sibbe

 Täter-Opfer-Umkehr

Nächte im Krankenhaus sind nie besonders schön. Diesmal aber war es der reine Horror. Mein hochmodernes Bett ließ sich nicht um einen Millimeter verstellen, egal, wie oft und wie verzweifelt ich immer wieder auf die Tasten der Fernbedienung drückte. Und die Tatsache, dass alle paar Minuten eine arme Seele im Nebenzimmer vor Schmerzen laut schrie und jammerte, machte die Situation nicht besser. Am nächsten Morgen klärte mich das Pflegepersonal darüber auf, dass ich nicht zu dumm zum Drücken einer Taste sei, sondern dass es sich einfach um die falsche Fernbedienung gehandelt habe, nämlich um die eines anderen Bettes! Jetzt finde ich: Auch wenn man frisch operiert die ganze Nacht komplett ferngesteuert in seinem Bett hin- und her- und hoch- und runtergefahren wird, ist das noch lange kein Grund, so zu schreien, dass die anderen Patienten nicht schlafen können.

Martina Werner

 Waldbaderegel Nr. 1

Nicht vom Waldrand springen!

Tom Breitenfeldt

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 10.01.: "Der Teufel vom Dachboden" – Eine persönliche Pardon-Geschichte in der Jungen Welt von Christian Y. Schmidt.
  • 13.12.:

    Anlässlich des 85. Geburtstages Robert Gernhardts erinnert Christian Y. Schmidt in der Jungen Welt an den Satiriker und Vermieter.

  • 26.10.:

    Chefredakteurin Julia Mateus spricht über ihren neuen Posten im Deutschlandfunk, definiert für die Berliner-Zeitung ein letztes Mal den Satirebegriff und gibt Auskunft über ihre Ziele bei WDR5 (Audio). 

  • 26.10.:

    Julia Mateus erklärt dem Tagesspiegel, was Satire darf, schildert bei kress.de ihre Arbeitsweise als Chefredakteurin und berichtet der jungen Welt ein allerletztes Mal, was Satire darf. 

  • 26.10.:

    Ex-Chef-Schinder Moritz Hürtgen wird von Knut Cordsen für die Hessenschau über seinen neuen Roman "Der Boulevard des Schreckens" interviewt (Video) und liest auf der TAZ-Bühne der Buchmesse Frankfurt aus seiner viel gelobten Schauergeschichte vor (Video). 

Titanic unterwegs
29.01.2023 Hagen im Bremischen, Burg zu Hagen Miriam Wurster: »Gute Manieren«
01.02.2023 Berlin, Pfefferberg Theater Hauck & Bauer, Schilling & Blum und Hannes Richert
02.02.2023 Halle, Objekt 5 Max Goldt
02.02.2023 Nürnberg, Z-Bau Moritz Hürtgen