Warum die 4-Tage-Woche lebensgefährlich ist
Gott war nicht so verweichlicht und faul wie die jungen Leute heutzutage. Er verachtete die 4-Tage-Woche, arbeitete stattdessen 6 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Keine Ruhe-, Zigaretten- oder sonstigen Pausen, den Begriff Work-Life-Balance kannte er nicht, Kickertisch und gratis Obst erschienen ihm dekadent. Er arbeitete einfach, und wenn er nicht arbeitete, arbeitete er auch. Steht so alles in der Bibel und auf Wikipedia. Am Montag erschuf Gott die Erde, den Tag und die Nacht, am Dienstag den Himmel, am Mittwoch stemmte er die Projekte Land, Meer und Pflanzen. Fehler machte er keine, alles funktionierte einwandfrei. Am Donnerstag hängte er Sonne, Mond und Sterne an den Himmel, in Eigenregie wohlgemerkt. Statt den Freitag mit gottlosen Wochenendplänen zu verplempern, entwarf er Fische und Vögel, und auch die gerieten makellos. Am Samstag gönnte sich Gott noch immer keine Pause, sondern baute Tiere und Menschen zusammen, und zwar mit Erfolg, und der Erfolg gab ihm recht. Und so war Gott mit allem zufrieden, außer mit den Generationen Y und Z. Denn wenn es nach denen gegangen wäre, hätte er Donnerstagnachmittag Schluss gemacht, und es gäbe heute weder Tier noch Mensch. Immerhin würden auch Luisa Neubauer und Kevin Kühnert nicht existieren, aber das wäre nur ein schwacher Trost. Die Schöpfungsgeschichte wäre jedenfalls eine andere. Und diese andere Schöpfungsgeschichte müssen wir den jungen Leuten so lange eintrichtern, bis sie selbst auf den Trichter kommen und endlich kapieren, dass Faulenzen nicht drin ist. Dass ein Leben ohne harte Arbeit kein Leben ist. Im buchstäblichen Sinne.