[Februar 2010]
Zur kritischen GastronomieStimmtSo gesehenJugend erforschtMarketingfehlerMedienkritikFalscher JobVerrechnetBlick ins AquariumTrendsportMein Motto für 2010Ein Funkeln im DunkelnKopf oder Zahn?
Zur kritischen Gastronomie
Bei vielen Köchen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Quiche sagen.
Thea Unangst
Stimmt
Zu Weihnachten bekam ich einen selbstgemachten Kalender mit Familienfotos. Als ich ihn durchgesehen hatte, bemerkte ich: »Auf dem einen Foto sehe ich ziemlich fett und schwul aus.« Meine Schwester blickte kurz rüber und sagte: »Stimmt.« Ich: »Laß mich doch erst mal hinblättern.«
Tim Wolff
So gesehen
Eine Freundin arbeitet als Psychologin in einer psychiatrischen Klinik. Eines Tages hält ihr eine aus der Karibik stammende Patientin einen Vortrag zum Klima in Deutschland: »Das ist doch klar, daß es hier so kalt ist, wenn niemand tropische Bäume und Blumen anpflanzt. Solange ihr Tannenbäume pflanzt, dürft ihr euch nicht wundern, daß es schneit. Auf Tannenbäume schneit es immer. Ihr habt es in der Hand! Es klappt aber nur, wenn alle mitmachen!« So flötet die junge Frau vergnügt, während sie den Flur hinunter zu ihrem Zimmer tanzt.
Christof Goddemeier
Jugend erforscht
Erfreut konnte ich feststellen, daß sich unsere Universität als Reaktion auf die ansteigende Jugendkriminalität diesem Problem auch wissenschaftlich nähert. Bei genauerer Betrachtung stellte sich das »Gang-Labor« dann jedoch als Bereich der Physiotherapie heraus.
Ulf Harding
Marketingfehler
Statt die arme Landbevölkerung zu schröpfen, hätte man zur Finanzierung des Dreißigjährigen Kriegs besser einen zweiten Teil der Bibel auf den Markt werfen sollen.
Christian Widder
Medienkritik
Hier mein Plan: Einen blutigen Amoklauf unter Einsatz meines Lebens stoppen, erst mal fünf, sechs Wochen lang keine Interviews geben (»Der stille Held der Gustav-Heinemann-Gesamtschule«), nach zähem Ringen der Einladung zu Beckmann nachgeben, auf einer Live-Übertragung bestehen (wegen Exklusiv-Auftritt) und dann dem Moderator ins Gesicht sagen, daß ich ihn schon immer für einen sehr blöden Arsch gehalten habe.
Marcel Filsch
Falscher Job
Bei uns daheim gab es einen Frauenarzt, der früher einmal Tierarzt gewesen war. Dazu gibt es die Anekdote von einer Bäuerin auf der Entbindungsstation, die sich sehr erschreckt haben soll, als der Arzt ins Zimmer kam: »Um Gottes Willen, jetzt kommt schon der Tierarzt!« Meine Bekannten wußten zu berichten, daß der Arzt gut daran getan hatte, den Beruf zu wechseln: Er hätte nämlich einmal einen Eber mit Hodenhochstand behandeln sollen und partout die Hoden nicht finden können. Ich malte mir dann aus, wie er zum Arbeitsamt gegangen sein könnte, um nach einer Umschulung zu fragen: »Am besten irgendwas ohne Hoden!«
Monika Stadler
Verrechnet
An meinem Institut wird der zweite Seminarraum liebevoll »Semi 2« genannt. Aber macht das nach Adam Riese nicht genau 1?
Theobald Fuchs
Blick ins Aquarium
Guppies – wie ich sie hasse! Die sind doch total von gestern, diese widerlichen, karrieregeilen Typen mit ihrem bunten Outfit und den gegelten Flossen, unter denen stets die Schuppen hervorscheinen. Die fühlen sich auch nur in der Clique stark. Gern mag ich dagegen Katzenhaie: Wie lieb sie schnurren und maunzen und einem ständig um die Beine streichen, obwohl sie ja eigentlich eher Einzelgänger sind. Schade nur, daß sie immer so fies kratzen und beißen, wenn man sie auf den Arm nimmt und zu bürsten versucht.
Mark-Stefan Tietze
Trendsport
Spätestens seit dem ersten Bond-Film mit Daniel Craig ist »Parkour« in aller Munde: Junge Menschen passen sich den städtebaulichen Gegebenheiten an und benutzen Gebäude und ähnliches als Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Kommt aus Frankreich und ist der letzte Schrei. Deutschen Parkour gibt es schon länger: Man fährt mit seinem Fahrrad wie ein Wilder durch die Innenstadt und umfährt die Passanten als Hindernisse. Nichts besonderes, kein Risiko? Oh doch – denn die Polizei spielt mit!
Bernhard Löwenberg
Mein Motto für 2010
Dekade – das Millennium des kleinen Mannes.
Axel Gundolf
Ein Funkeln im Dunkeln
Auf einer Liste der Dinge, die man mit einer LED-Stirnlampe anstellen kann, sollte meiner Meinung nach »Unter der Bettdecke an einem frostigen Winterabend die Mitesser auf dem Rücken des schlafenden Partners ausdrücken« ganz weit oben stehen.
Alex Speh
Kopf oder Zahn?
Langhaarigen Personen, die große Angst vor einer qualvollen Zahnbehandlung haben, sei geraten, sich für den Besuch beim Zahnarzt die Haare hochzustecken. Wenn der Kopf dann während der grausamen Spritz- und Fräsprozedur immer fester in den Zahnarztstuhl gepreßt wird, bohren sich die spitzen Haarspangen immer intensiver in den Hinterkopf. Das tut so saumäßig weh, daß man darüber die eigentlich gefürchteten Behandlungsschmerzen total vergißt. Die perfekte »Zahnarztfrisur« sorgt zudem dafür, daß die Schmerzen am Hinterkopf auch am nächsten Tag noch von eventuellen Nachwirkungen der Zahnbehandlung ablenken.
Tina Wirtz