So alt wie das Medium Zeitschrift selbst, so alt ist auch die Geschichte von Druckfehlern, Falschmeldungen, fehlerhaften Bildunterschriften und Verwechslungen. Nun hat es, nach über 20 Jahren tadelloser Arbeit, erstmals auch TITANIC getroffen: In der Mai-Ausgabe wurde in einer Anzeige unter dem Text "Benjamin von Stuckrad-Barre liest" ("ab 11. Mai täglich in der Mehrzweckhalle der JVA Cottbus, Westflügel") aus Versehen das Porträt des Mörders der kleinen Ulrike aus Eberswalde, Stefan Jahn, abgebildet; zwei Monate später das Bild des sogenannten "Oklahoma-Bombers" Timothy McVeigh ("Lesung abgesagt").
Martin Sonneborn, Chefredakteur
Unnötig zu sagen, daß wir es ablehnen, die frappierend ähnliche Frisur der drei Jungmänner als billige Entschuldigung ins Feld zu führen - solche Fehler sind unentschuldbar, sie können im Wiederholungsfall den guten Ruf einer seriösen Redaktion gefährden.
Wir wissen nicht, wie Tim McVeigh (†) und der Kinderschänder Stefan Jahn zu der für alle Beteiligten höchst peinlichen Verwechslung stehen. Mit einiger Sicherheit aber können wir sagen, wie der Anwalt von Stuckrad-Barre die Sache sieht. Das nämlich geht klar aus der einstweiligen Verfügung hervor, die er beim Landgericht Berlin gegen TITANIC erwirkt hat und in der er uns die weitere Verbreitung der beiden Ausgaben bei Androhung eines Ordnungsgeldes in Höhe von 500 000 Mark untersagen läßt.
Die Höhe der Summe erklärt sich dabei offensichtlich aus den schweren Bedenken des Berliner Nachwuchsschriftstellertalentes, es werde "sogar der Eindruck erweckt, daß der Antragsteller hingerichtet worden sei und er deswegen keine Lesung mehr abhalten kann".
Auch wenn wir gelassen und voll Vertrauen in den anstehenden Prozeß gehen, eins haben wir natürlich auf gar keinen Fall gewollt: den Eindruck erwecken, Stuckrad-Barre könne deswegen nicht lesen, weil er hingerichtet worden sei.
Herzlichst Ihr Martin Sonneborn
PS: Im Gegensatz zu den Kollegen von Stern, Spiegel und 100 neue Betonfrisuren geben wir übrigens offen zu, daß wir Hannelore Kohl in den Tod getrieben haben; mit ungezählten Kohl-Titeln und geschmacklosen Schwarze-Konten-Scherzen. Warum sich die anderen so schwer tun? Wir wissen es nicht.
da stellen Sie im Grunde nun schon die personifizierte Bestätigung für die Erderwärmungstheorie dar, bei all der heißen Luft, die Sie notorisch produzieren, aber es reicht Ihnen immer noch nicht. Was ist los? Will denn kein muslimischer Sack Couscous mehr umfallen? Oder warum müssen Sie sich nun auch noch am Klima vergreifen? So faselten Sie, diesmal im Rheinischen Merkur, bar jeder auch nur groben Ahnung der klimatologischen Zusammenhänge von einem »epidemischen Wahnsinn, der sich als Vernunft geriert«, und meinten damit jede auch noch so schüchterne Überlegung, ob man aus der einen oder anderen Erkenntnis der Klimaforschung möglicherweise irgendwann mal Konsequenzen für Wirtschaft und Politik ziehen müßte. Aber was interessieren Ergebnisse jahrzehntelanger Forschung, wo Sie uns doch glasklar vorrechnen: »Das anthropogene, also von Menschen verursachte CO2, macht ein bis drei Prozent des gesamten freigesetzten CO2 auf der Erde aus. Wir könnten also den Flugverkehr komplett einstellen, alle Autos, Rolltreppen und Aufzüge stillegen, auf den Gebrauch von Bügeleisen, Waffeleisen und Schuhputzautomaten verzichten – und hätten noch immer 97 bis 99 Prozent CO2 in der Atmosphäre.« Abgesehen davon, hihi, daß nicht mal wir Ihnen eine Atmosphäre mit 97 % CO2 wünschen würden, obschon die damit garantierte Aussicht auf Ruhe vor Ihnen sehr verlockend ist, wollen wir es mal zur Erklärung mit einer Analogie versuchen: Selbst in Ihrem Körper werden wohl so fünf Liter Blut fließen. Nehmen wir mal an, ein paar Milliliter davon bilden – Sie kennen das ja: Übergewicht, Sesselfurzerei, Cholerikertum – eines Tages ein kleines Gerinnsel, das dann in Ihrem Kreislauf herumschwimmt. Dieses sozusagen anthropogene Blut würde dann nicht einmal 0,1 % ausmachen, aber trotzdem könnte es zu schlimmen Verheerungen in, sagen wir, Ihrem Oberstüberl führen. Ach? Schon passiert? Dachte sich bereits:
Titanic
Liebe Papst-Fans!
Wenn Ihr dem Heiligen Vater persönlich nahekommen wollt, müßt Ihr es natürlich anders anfangen als die Dame, die sich in der Weihnachtszeit öffentlich auf ihn geworfen hat und prompt abgeführt worden ist. Es gibt eine viel sicherere Methode: Ihr etabliert Euch als Herausgeber eines Fäkalienorgans, in dem Ihr Schlafzimmersensationen und blutrünstige Räuberpistolen mit nackten Weibern kombiniert, und wenn Ihr dabei supererfolgreich seid, weil Ihr noch schmutziger und brutaler zur Sache geht als die härteste Konkurrenz, dann macht’s auf einmal Schwuppdiwupp, und der Papst gewährt Euch eine Audienz im Vatikan. Das glaubt Ihr nicht? Obwohl Ihr sogar an die Unfehlbarkeit des Papstes glaubt? Dann fragt doch mal den Kai Diekmann. Pfüat Gott!
Titanic
Hey, Polen!
Na, was soll denn das? Da übergeben wir Euch im vollsten Vertrauen eines unserer vielen wohlorganisierten und ordentlichen Lager, und schon verschwindet die Disziplin wie im Nu. Einstmals noch Stätten geregelten Ablaufes und äußerster Produktivität, wird, Euren Händen überantwortet, sofort geklaut, was nicht niet- und nagelfest ist. Da soll noch einer sagen, daß Demokratie frei macht!
Titanic
Schirrmacher!
»Wie hat das Internet das Denken verändert?« – dies ist laut Ihrer in die FAZ gestiefelten Meinung nichts weniger als die »Frage des Jahres 2010«. Sapperlot, Schirrmacher! Das wissen Sie schon im Januar? Bei aller Wichtigkeit einer Frage, die doch in Ihrem eigenen Buch »Payback« praktisch schon beantwortet ist: Besteht nicht eine klitzekleine Restwahrscheinlichkeit, daß im Laufe des immerhin noch elf Monate währenden Jahres andere Fragen auftauchen? Da geht noch einiges: Wer hat den lieben Papst umgebracht? Wer sind die unheimlichen Besucher von der Beteigeuze? Wer hat Schirrmachers Bücher wirklich geschrieben? Lassen Sie dem jungen Jahr doch noch etwas Zeit! Meint Ihre geruhsame
Titanic
Und Sie, Ursula von der Leyen,
befanden nun im SZ-Interview, Kinder seien »keine Krankheit, sie sind ein Glücksfall!« Tja. Dürfen wir uns erlauben festzustellen: Das müssen Sie ja wohl sagen, Sie strahlende Ritterin des Follikelsprungs! Denn sonst wären Sie ja schon längst an chronischer Empfängnis verstorben. Wir sind mal so frei: Ihre kerngesunden und trotzdem glücklichen Verhütungsspezialisten auf der
Bei vielen Köchen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Quiche sagen.
Thea Unangst
Stimmt
Zu Weihnachten bekam ich einen selbstgemachten Kalender mit Familienfotos. Als ich ihn durchgesehen hatte, bemerkte ich: »Auf dem einen Foto sehe ich ziemlich fett und schwul aus.« Meine Schwester blickte kurz rüber und sagte: »Stimmt.« Ich: »Laß mich doch erst mal hinblättern.«
Tim Wolff
So gesehen
Eine Freundin arbeitet als Psychologin in einer psychiatrischen Klinik. Eines Tages hält ihr eine aus der Karibik stammende Patientin einen Vortrag zum Klima in Deutschland: »Das ist doch klar, daß es hier so kalt ist, wenn niemand tropische Bäume und Blumen anpflanzt. Solange ihr Tannenbäume pflanzt, dürft ihr euch nicht wundern, daß es schneit. Auf Tannenbäume schneit es immer. Ihr habt es in der Hand! Es klappt aber nur, wenn alle mitmachen!« So flötet die junge Frau vergnügt, während sie den Flur hinunter zu ihrem Zimmer tanzt.
Christof Goddemeier
Jugend erforscht
Erfreut konnte ich feststellen, daß sich unsere Universität als Reaktion auf die ansteigende Jugendkriminalität diesem Problem auch wissenschaftlich nähert. Bei genauerer Betrachtung stellte sich das »Gang-Labor« dann jedoch als Bereich der Physiotherapie heraus.
Ulf Harding
Marketingfehler
Statt die arme Landbevölkerung zu schröpfen, hätte man zur Finanzierung des Dreißigjährigen Kriegs besser einen zweiten Teil der Bibel auf den Markt werfen sollen.