EM-Spätfolgen

So nachhaltig hat mich das »EURO-2008-Fieber« im Griff, daß ich statt Franzose immer Fanzone lese.

Thomas Schaefer

Fluch der Technik

Um Mitglied bei www.sklavenzentrale.com werden zu können, muß man seinen Account mit einer SMS freischalten. Jetzt braucht man schon ein Mobiltelefon, nur weil man jemanden sucht, der sich einem aufs Gesicht setzt!

Eduard Harfst

Reparaturanleitung

Als Großmutter sich damit abgefunden hatte, daß ihr Enkel einem Motorrad­unfall erlegen war, besserte sich ihre Stimmung zusehends. Ihre prinzipielle Abneigung gegen zweirädrige Motorfahrzeuge, gab die Großmutter kund, behalte sie aber bei. Jedenfalls werde sie nie wieder, verkündete sie feierlich, irgend jemandem bei der Reparatur so eines Teufelsgeräts behilflich sein. Wer wisse denn, welche Schläuche und Schrauben da wirklich wo hingehörten. Ihr sei in diesem Punkt jedenfalls weder etwas beizubringen noch vorzuwerfen.

Ludger Fischer

Mittelmeer

Ich war vor einer Weile noch mal da; und als ich die schlappen Wellen über den grauen Kies rollen sah und hinter dem wenig charmanten Hafenbecken ein unauffälliges Kirchlein im bedeckten Abend­rosa, da dachte ich mit einem Mal, von der halbgaren Stimmung regelrecht vergiftet: Nun, was soll’s, es heißt ja auch nicht Superspitzenmeer oder Scheußliches­drecksmeer, sondern eben na ja.

Mark-Stefan Tietze

Eine Frage des Anstands

Nach ein paar Bierchen kam neulich die philosophisch relevante und erotisch interessante Frage auf, ob es unhöflich sei, als Single einem Pärchen einen Swingerclubbesuch vorzuschlagen. Einerseits, so ein einleuchtendes Argument aus der unerfahrenen Runde, profitiere der Single natürlich besonders, er müsse niemanden hergeben und auch keine Eifersucht bekämpfen. Andererseits, hieß es darauf, gehe es bei dem Geknuddel, Gewühle und Gerangel in den dunklen Etablissements doch sowieso dermaßen drunter und drüber, daß wohl keiner recht den Überblick behalte und ein Gefühl der Ungerechtigkeit schwerlich aufkommen könne. Eine einhellige Meinung, ob ein solcher Vorschlag nun ein Zeichen schlechten Benehmens sei oder nicht, war in dieser kniffligen Angelegenheit jedenfalls nicht zu erzielen. Vielleicht ein Fall für die »Gewissensfrage« im SZ-Magazin?

Tobias Jelen

Der unbewegte Beweger

Im Affenhaus. Kleiner Andrang beim ­großen Gorilla. Er lehnt seinen schweren Kopf von der einen Seite gegen das Glas, gegen das von der anderen Seite eine schaulustige Schar ihre Nasen drückt. Doch während er versunken und recht tief zu sinnen scheint, zeigt sich die Schar flink und agil. Links trommelt einer gegen die Scheibe, rechts schneidet einer Grimassen und läßt die Hüfte kreisen, dazwischen versucht einer via Blitz mit technischem Gerät die Kreatur zu blenden. Immer aufgereizter, immer aufgeheizter wird die Stimmung durch des ­Gorillas ungebrochene Ruhe: durch seine nachsichtsvolle Stille, durch seinen halb abgewandten Blick voll Trauer und Kümmernis. Aufgeschaukelt wird die Szene dann noch einmal, als das Wesen mit staunenswerter ­Bedachtsamkeit den gekrümmten Zeigefinger erst langsam hoch zur Stirn führen will, dann aber, ziemlich entschieden, ans macht- und powervolle Skrotum…

Großes Hallo. Irre, Mensch! Hemmungsloser wird ans Glas gehämmert.

Schließlich wendet der Primat sich um und tritt hintenraus ins Freie. Zu den ­Mäusen? Zu den Reptilien? Wer weiß schon… An der Scheibe zurück bleibt ein Häufchen Stroh. Beziehungsweise eine Trivialität von sanft hirntäubender Wirkung: ER kann noch so überlegen tun – den Affen, den machen WIR!

Un dammit basta!

Claudio Gutteck

Namen

Ach, ein Stern, der meinen Namen trägt, müßte es gar nicht sein! Ein Spiegel oder Focus täte es auch.

Uwe Geishendorf

Fehler

Als ich eben beim Aufräumen auf den riesigen Stapel mit den etwa 2000 Abzügen stieß, wurde mir wieder bewußt: Wenn ein Internet-Bilderdienst eine »komplette CD voller Urlaubsfotos« zu einem günstigen Festpreis entwickeln läßt, schicke nicht deine gesamte Pornosammlung hin.

Christian Franzen

Kontinuität

Rolls-Royce ist ja wohl immer noch der Rolls-Royce unter den Autos.

Stefan Sichermann

Glück

Als Glück darf man getrost bezeichnen, daß die Werbefuzzis vor gut 30 Jahren noch nicht mit solchem Ernst wie heutzutage auf Wortwitzigkeit geachtet haben. So ist uns nämlich der Slogan »More than a Peeling« für Sandstrahlapparate und andere abrasive Gerätschaften erspart geblieben.

Helge Möhn

Vor der USA-Reise

Ich: Wenn bei uns das Benzin grad so teuer ist, soll ich dann ein bißchen was von drüben mitbringen? Da ist es ja billiger. Aber wie transportier ich’s?

Mutter: Du kannst es uns ja auch per E-Mail schicken.

Ich: Ja, das ist einfacher. Ihr druckt’s dann einfach aus, oder?

Mutter: Genau.

Moritz Keller

Komm, wir googeln einen Schatz

Als ich schon nach kurzer Suche eine Seite mit niedlichen Bärenfotos, dann aber auch nach Stunden nicht einen einzigen brauchbaren Aufsatz zum Aufstieg der Tigerentenstaaten fand – da durchschaute ich endlich das Internet in seiner ganzen Janoschköpfigkeit…

Leo Fischer

Trinkbuch

Zu meinem Geburtstag wünschte ich mir von einer Freundin den Roman »Der Mann mit der Ledertasche« des großen Süffels Charles Bukowski. Am Jubiläumstag händigte sie mir ein Geschenk aus, das der Form nach nur eine Flasche mit alkoholischem Getränk sein konnte. Auf meinen vorsichtigen Einwand, daß sich hinter dem Papier vermutlich das Gewünschte nicht verberge, sagte sie, sie habe sich in diesem Fall nach reiflicher Überlegung eben für ein Trinkbuch entschieden.

Christof Goddemeier

Postkarten-Sex

Im Zeitalter von Skype und Roaming ist leider eine alte Kommunikationstechnik völlig in Vergessenheit geraten, mit der vor allem Studentenpärchen früherer Zeiten ihre Beziehung und insbesondere ihr Sexualleben aufrechterhielten: der Postkarten-Sex. Zu früh kommen gab’s gar nicht, die unkomprimierten Bilder waren gestochen scharf und ruckelten nie, und wenn jemand anklopfte, war es allenfalls der Briefträger an der Tür des Studentenwohnheims.

Theobald Fuchs

Modekrankheit

Ich leide unter Burnout. Das wäre an sich nicht schlimm, es ist nur auf Dauer so anstrengend.

Lino Wirag

Fruchtzwerge on Tour

Das diesjährige Leonard-Cohen-Konzert in Edinburgh findet auf einer Bühne ­unmittelbar vor dem touristisch belagerten Schloß statt, das für dieses Ereignis weiträumig abgeriegelt wurde. Eine Stunde vor Einlaß reckt eine deutsche Schloßtouristengruppe in fröhlichbunten »Frucht­zwerge-Stammtischfahrt Schottland 2008«-T-Shirts an der Absperrung neugierig die Hälse: Was mag da wohl für ein Sensationsereignis stattfinden? Dann folgender über den Schloßvorplatz gebellter Informationsaustausch: »Elke, weißtes jetzt, wer da spielt?« – »Keine Ahnung, Le-o-nard Co-hen oder so.« – »Was? Ich dachte, du kennst den, der da spielt!?« – »Jaaa, die Bä-händ kennich, aber was weiß ich, wer da jetzt von denen der Sänger ist!«

Corinna Häger

Kulinarischer Tip

Wenn man Lust auf After Eight hat, aber gerade keins im Haus ist, hilft auch ­herkömmliche Zartbitterschokolade bei gleichzeitigem Zähneputzen weiter.

Katharina Greve

Leser!

Wenn Du ein helles Sweatshirt besitzt, auf dem sich (nach Art der Tropfsteine) von oben nach unten verlaufende Zahnpasta- und Rotweinflecken sammeln, dann mach es wie der Autor dieser Zeilen und widersteh, solang es irgend geht, dem dumpfbürgerlichen Zwang, es in die Wäsche zu tun. Denn wahrlich, spätestens an dem Tag, wo Eigelb dazukommt, wird Deine Geduld belohnt, und Du kannst beim Zähneputzen abwechselnd in Dein eigenes Antlitz und das darunterliegende monumentale Kunstwerk blicken. Es wird Dein Schaden nicht sein!

Hans Kantereit

Künstlerparadoxon

Was machen eigentlich Künstler, denen Künstlernamen verhaßt sind, die aber zum Beispiel von Haus aus Roger Noir heißen? Sich Michael Meier nennen?

Friedrich Krautzberger

Absturz

Die Reise ging zu Ende, mein Rückflug aber war gestrichen (»something wrong with the machine«), und ich mußte ein anderes Flugzeug nehmen. Zu meinem Erstaunen hatte man mir einen Platz in der sogenannten Business Class spendiert, wo ich allein auf weiter Flur saß. Es ging annähernd so zu, wie ich es mir vorgestellt hatte: Stewardessen umflorten mich mit Champagner, mein Sitz verwandelte sich per Knopfdruck in eine Liegefläche, auf der Karte stand Filet ­Mignon. An den Start gingen wir aber nicht – »something wrong with the ­machine«. Als vertrauensbildende Maßnahme kamen Techniker mit Obi-Werkzeugkästen an Bord, hinten wurde wahrscheinlich ­gerade wieder das Leitwerk oder wie es heißt angesetzt, und die ganze Zeit über gab es Getränke. Nach drei Stunden holperte das Flugzeug an den Start. Ist es jetzt besser, Business oder Economy ­abzustürzen, fragte ich mich. Und nickte und lächelte, als mir später schon wieder Getränke angeboten wurden.

Gunnar Homann

Coole Anmache

»Du glaubst gar nicht, wo ich überall Augenringe habe!«

Charly Geisler

Zeigefinger

Seit Elke Heidenreich im ZDF nicht ohne Erfolg die Sendung »Lesen!« präsentiert, verspüre ich das unbestimmte Bedürfnis, ein Buch mit dem Titel »Fernsehen!« zu veröffentlichen. Verleger bei Interesse bitte melden.

Emily Wood

Operabel

Kürzlich kam ich mir vor wie ein Chirurg, der einen Facharztkollegen um Hilfe bittet: »Äh, ich habe in Götz Alsmann meine Kopfhörer liegenlassen. Können Sie Götz Alsmann bitte noch mal aufmachen, damit ich dort drin nachsehen kann?«

Ja, diese Frage kam aus meinem Mund. Allerdings fragte ich das an der Rezeption des Hotels »Stage 47« in Düsseldorf, wo jedes Zimmer den Namen eines Musikers trägt. Ich übernachtete halt in Götz Alsmann. Nebenan schlief übrigens eine Frau in Marla Glen.

Nils Heinrich

Drüben

Von der Küche aus gesehen liegt unsere Abstellkammer auf der anderen Seite des Flurs. Weil sie etwas muffelt und, was erst mal drin ist, nicht so rasch wieder rauskommt, heißt sie bei uns schlicht »DDR«.

Marcel Vega

Reifeprüfung

Als ich am ersten Geburtstag meines ­Neffen kraft hölzerner Rasseln und einer Sofa­kante lateinamerikanische Rhythmen erzeugte, war es schön zu beobachten, wie der kaum Bezahnte sich dazu drehte und ringelte, daß es an einen schamanischen Trancetanz erinnerte. Da der irre Fratz sich auf dem Höhepunkt der rituellen Ekstase allerdings in seinem Gurt verhedderte und beträchtlich ins Schwanken geriet, hegte ich dann doch Zweifel an seiner allge­meinen Hochstuhlreife.

Lukas Haberland

Na endlich!

Ich habe ein untrügliches Zeichen dafür entdeckt, daß ich mit Mitte dreißig doch langsam erwachsen werde: Die Gimmicks im Deckel des Nutella-Glases nehme ich nicht mal mehr raus.

Volker Surmann

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Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige  Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In  diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen  Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde.  Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle  Sterne.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann       alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und       hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und       Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy       Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine       gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Dorthe Landschulz: "Problemzonen"
Sie können nicht tanken, besitzen im Durchschnitt bis zu vier Paar Schuhe, gehen immer zu zweit aufs Klo in der Führungsetage - und jetzt zeichnen sie auch noch: Weiber! Eine von ihnen ist die phantastische Dorthe Landschulz. Mit der ihr eigenen (weiblichen!) Art nimmt die TITANIC-Cartoonistin und Wahlbretonin ihre Geschlechtsgenossinnen unter den (prämierten!) Stift und spart dabei auch nicht an der Erfüllung von überwunden geglaubten Gender-Klischees. Typisch! Die besten Witze werden sogar von Männern begriffen.Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 22.05.:

    Im SWR spricht Christian Y. Schmidt über seine Wahlheimat China.

Titanic unterwegs
22.05.2018 Nürnberg, Kulturhaus K4
  Stefan Gärtner
22.05.2018 Shanghai, Zhong Shu Ge Bookstore
  Christian Y. Schmidt
23.05.2018 Buchholz (Nordheide), Empore
  Max Goldt
24.05.2018 Hamburg, Fabrik
  Max Goldt

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Briefe an die Leser

 Sie, Manuel Hagel,

sind CDU-Generalsekretär in Baden-Württemberg und spielten als Gastredner bei der Verabschiedung des »konservativen Manifests« dem Auditorium diesen Ball zu: »Der Doppelpaß ist ein Integrationshindernis. Der Doppelpaß ist wie Petersilie auf dem Schnitzel: Beides ist überflüssig.«

Sie halten also sowohl paniertes Schweinefleisch als auch die Kräuterauflage für überflüssig? Und haben sich damit in nur einem Satz als Vegetarier und als Gegner der Nationalstaatlichkeit geoutet?

In diesem Falle dankt Ihnen mit antideutschem Gruße Titanic

 Sie, Bloggerinnen Mareike Bölsche und Judith Karbstein,

»lieben« Ihr »Berlin«. »Seit 2013«, so erfahren wir in der FAS-Beilage »Life Design«, »bringen die beiden das unter ihrem Berlin Blog berlin-ick-liebe-dir.de zum Ausdruck«. »Frühling, wir lieben dir!« heißt originellerweise denn auch der »Essay«, den Sie dem Heft beisteuern und in welchem Sie – auf einer ganzen Seite! – charmante und kluge Beobachtungen liefern, die uns zum Nachdenken bringen.

Da, also in Berlin, »herrscht reges Treiben«, »Musik ertönt«, es »recken Sonnenhungrige ihre Gesichter in den Himmel« und »läßt sich niemand diese Lebensfreude streitig machen« – auch wenn ab 22 Uhr die Polizei dafür sorgt, »daß die Anwohner ihre Nachtruhe erhalten«. Es ist eben einfach funky, dieses Berlin! Und »wurde und wird ein Stück erwachsener«. Klaro, wa?! Gerade im Frühling: »Es ist die Zeit, wenn Berlin wieder zum Leben erwacht!« Und natürlich auch die Zeit, wenn Berlin-Bloggerinnen wie Sie um Ausdruck für ihre Berlin-Bloggerinnen-Worte ringen.

Sie können auch dialektisch: »Mag der Wechsel der Jahreszeiten sich vielerorts in Deutschland nicht wesentlich unterscheiden«, so in Kempten, Kassel oder Bad Gandersheim, »hier in der Hauptstadt« (also Berlin!) »scheint der Winter dann doch grauer, kälter und länger als in anderen Regionen zu sein«; welch scharfe Beobachtung! Doch Vorsicht, weitere Wendung, vorbereitet durch Gedankenstrich: »zumindest gefühlt. Oder«, jetzt wird es ganz ausgefuchst, »nehmen wir den Berliner«, nicht den Bad Gandersheimer, daß das klar ist, »Winter nur deshalb trister und grauer wahr, weil die warme Jahreszeit im Vergleich dazu bei uns um so vieles schöner, lebendiger und folglich kontrastreicher als in anderen Städten ist?«

Was, ja was soll man denn nur machen, wenn man so vor kreativer Energie glüht wie Sie? Als »Berliner« halt »das Leben«, natürlich, »zelebrieren«, und zwar »außerhalb der eigenen vier Wände«, in, unglaublich: »Cafés« gehen, »in denen«, jawoll, »die Innenräume fast schon überflüssig werden«, oder »sich an den Spätis dieser Stadt« treffen. Amen! »Zugezogene aus dem Schwabenland, Urberliner – es gibt sie wirklich! – oder bärtige Hipster. Alle kommen zusammen. …Wer sein Essen nicht selbst zubereiten will, läßt sich auf einem der vielen Food-Events bekochen.« Und »am Sonntag zieht das allwöchentliche Karaoke zahlreiche Musikbegeisterte in den Mauerpark«.

Keine weiteren Fragen. Obwohl, doch, zwei: Kann Gott einen Stein erschaffen, der schwerer als Berlin ist? Und was passiert, wenn er ihn fallen läßt?

Recken schon ungeduldig ihre Gesichter in den Himmel: Ihre Frühlingsfans von Titanic

 Hey, Richard David Precht!

Hey, Richard David Precht!

Philosophie ist, wenn der Rubel rollt. Dafür hast Du Dir jetzt ein neues Betätigungsfeld erschlossen: Im Yuppie-Skiresort Sölden diskutiertest Du beim Symposium »Denken im Eis« mit »renommierten Vordenkern« die brennende Frage »Was kostet die Welt?«

Antwort: für die neureichen Anhänger des alpinen Après-Ski-Vergnügens schlappe 320 Euro. Wenn das nicht nach Urlaub fürs Gehirn klingt!

Denkt lieber an Speiseeis: Titanic

 Servus, Patrick Schwarzenegger (24)!

Sie treten nicht nur beruflich (Sohn) in die Fußstapfen Ihres Vaters, sondern fühlen sich der »Bild« zufolge auch mit dessen Heimat, in die Sie gerne reisen, sehr verbunden: »Ich liebe zum Beispiel deutsches Essen. Das gab es zu Hause immer.«

Wennst manst! Zumindest werden Sie mit solch einer Haltung nicht nur in der Steiermark schnell Anschluß finden.

Schon jetzt im Widerstand: die John Connors von Titanic

 Salü, Philipp Vetter!

Als Wirtschaftsexperte der »Welt« analysierten Sie den Unfall, den ein selbstfahrendes Auto in Arizona verursacht hatte, und prophezeiten schlimme Konsequenzen auch für die deutsche Autoindustrie, »denn Fehler werden hier kaum verziehen. Hierzulande baut man perfekte Autos – oder gar keine.«

In der Tat! In der »perfektionistischen« deutschen Autobranche führen Fehler bzw. krimineller Betrug zum Schlimmsten, was im Rechtsstaat möglich ist: einem runden Tisch mit der Kanzlerin, und als sei das nicht schlimm genug, muß man den Schmierlappen J. Reichelt ertragen, der mitsamt seiner »Bild«-Zeitung eine superpeinliche Aufkleberkampagne für einen vom Zaun bricht!

Wahrlich, Ihre Vorstellung von Perfektion möchte nicht haben: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Beweisführung

Daß der Mensch in mehreren tausend Jahren Evolution als überaus effektiver Organismus geformt wurde, läßt sich unter anderem dadurch belegen, daß man auf die Frage »Welche drei Körperteile würdest du dir zuerst abschneiden lassen?« kaum eine Antwort weiß.

Konstantin Hitscher

 Da rein, da raus!

Ein Grund, warum ich den öffentlichen Raum so gerne meide, sind die immer wahnwitzigeren Anweisungen und Regeln, mit denen man sich heute konfrontiert sieht, verläßt man doch einmal sein trautes Heim. So etwa neulich an der S-Bahn-Haltestelle, als die Forderung »Bitte benutzen Sie alle Einstiegstüren!« aus den Lautsprechern schallte. Natürlich bemühte ich mich, der Bitte Folge zu leisten, doch am Ende fuhr mir die Bahn direkt vor den Füßen weg. Was lob’ ich mir da den guten alten Bus: Da steigt man zwei-, maximal dreimal ein und gut ist.

Fabian Lichter

 Faxen im Büro

Aktenvernichter mit kombinierter Konfettikanone, und der Büroalltag wäre weniger trist.

Tobias Speckin

 Urbane Naturbeobachtung

Ich bin gerade fertig mit meinen Besorgungen und verlasse den Supermarkt. Direkt an der Türschwelle kommt mir eine fette Spinne entgegen, die zielstrebig in den Laden krabbelt. Ein Großeinkauf sollte es wohl nicht werden: Sie hatte kein Netz dabei.

Katharina Greve

 Luftnummer

Unter dem Gesichtspunkt der Luftreinhaltung habe ich meine Wohnung, basierend auf den Ergebnissen einer Nasa-Studie, mit Pflanzen bestückt, die besonders viel Sauerstoff produzieren und sogar bestimmte Giftstoffe, wie etwa Formaldehyd, aus der Luft filtern können sollen. Besonders gute Resultate werden der Grünlilie, oder Chlorophytum comosum, attestiert. Im Gartencenter wird sie sogar mit der Bezeichnung »Air Cleaner« auf dem Plastiktopf angepriesen. Bald wird die Luft in meinem Zuhause hoffentlich wieder so rein sein, daß ich ohne Mühe von der Haus- bis zur Balkontür werde sehen können. Blöd nur: Der Schnitt der Wohnung läßt das gar nicht zu!

Burkhard Niehues