Vom Fachmann für Kenner | September 2008


EM-Spätfolgen

So nachhaltig hat mich das »EURO-2008-Fieber« im Griff, daß ich statt Franzose immer Fanzone lese.

Thomas Schaefer

Fluch der Technik

Um Mitglied bei www.sklavenzentrale.com werden zu können, muß man seinen Account mit einer SMS freischalten. Jetzt braucht man schon ein Mobiltelefon, nur weil man jemanden sucht, der sich einem aufs Gesicht setzt!

Eduard Harfst

Reparaturanleitung

Als Großmutter sich damit abgefunden hatte, daß ihr Enkel einem Motorrad­unfall erlegen war, besserte sich ihre Stimmung zusehends. Ihre prinzipielle Abneigung gegen zweirädrige Motorfahrzeuge, gab die Großmutter kund, behalte sie aber bei. Jedenfalls werde sie nie wieder, verkündete sie feierlich, irgend jemandem bei der Reparatur so eines Teufelsgeräts behilflich sein. Wer wisse denn, welche Schläuche und Schrauben da wirklich wo hingehörten. Ihr sei in diesem Punkt jedenfalls weder etwas beizubringen noch vorzuwerfen.

Ludger Fischer

Mittelmeer

Ich war vor einer Weile noch mal da; und als ich die schlappen Wellen über den grauen Kies rollen sah und hinter dem wenig charmanten Hafenbecken ein unauffälliges Kirchlein im bedeckten Abend­rosa, da dachte ich mit einem Mal, von der halbgaren Stimmung regelrecht vergiftet: Nun, was soll’s, es heißt ja auch nicht Superspitzenmeer oder Scheußliches­drecksmeer, sondern eben na ja.

Mark-Stefan Tietze

Eine Frage des Anstands

Nach ein paar Bierchen kam neulich die philosophisch relevante und erotisch interessante Frage auf, ob es unhöflich sei, als Single einem Pärchen einen Swingerclubbesuch vorzuschlagen. Einerseits, so ein einleuchtendes Argument aus der unerfahrenen Runde, profitiere der Single natürlich besonders, er müsse niemanden hergeben und auch keine Eifersucht bekämpfen. Andererseits, hieß es darauf, gehe es bei dem Geknuddel, Gewühle und Gerangel in den dunklen Etablissements doch sowieso dermaßen drunter und drüber, daß wohl keiner recht den Überblick behalte und ein Gefühl der Ungerechtigkeit schwerlich aufkommen könne. Eine einhellige Meinung, ob ein solcher Vorschlag nun ein Zeichen schlechten Benehmens sei oder nicht, war in dieser kniffligen Angelegenheit jedenfalls nicht zu erzielen. Vielleicht ein Fall für die »Gewissensfrage« im SZ-Magazin?

Tobias Jelen

Der unbewegte Beweger

Im Affenhaus. Kleiner Andrang beim ­großen Gorilla. Er lehnt seinen schweren Kopf von der einen Seite gegen das Glas, gegen das von der anderen Seite eine schaulustige Schar ihre Nasen drückt. Doch während er versunken und recht tief zu sinnen scheint, zeigt sich die Schar flink und agil. Links trommelt einer gegen die Scheibe, rechts schneidet einer Grimassen und läßt die Hüfte kreisen, dazwischen versucht einer via Blitz mit technischem Gerät die Kreatur zu blenden. Immer aufgereizter, immer aufgeheizter wird die Stimmung durch des ­Gorillas ungebrochene Ruhe: durch seine nachsichtsvolle Stille, durch seinen halb abgewandten Blick voll Trauer und Kümmernis. Aufgeschaukelt wird die Szene dann noch einmal, als das Wesen mit staunenswerter ­Bedachtsamkeit den gekrümmten Zeigefinger erst langsam hoch zur Stirn führen will, dann aber, ziemlich entschieden, ans macht- und powervolle Skrotum…

Großes Hallo. Irre, Mensch! Hemmungsloser wird ans Glas gehämmert.

Schließlich wendet der Primat sich um und tritt hintenraus ins Freie. Zu den ­Mäusen? Zu den Reptilien? Wer weiß schon… An der Scheibe zurück bleibt ein Häufchen Stroh. Beziehungsweise eine Trivialität von sanft hirntäubender Wirkung: ER kann noch so überlegen tun – den Affen, den machen WIR!

Un dammit basta!

Claudio Gutteck

Namen

Ach, ein Stern, der meinen Namen trägt, müßte es gar nicht sein! Ein Spiegel oder Focus täte es auch.

Uwe Geishendorf

Fehler

Als ich eben beim Aufräumen auf den riesigen Stapel mit den etwa 2000 Abzügen stieß, wurde mir wieder bewußt: Wenn ein Internet-Bilderdienst eine »komplette CD voller Urlaubsfotos« zu einem günstigen Festpreis entwickeln läßt, schicke nicht deine gesamte Pornosammlung hin.

Christian Franzen

Kontinuität

Rolls-Royce ist ja wohl immer noch der Rolls-Royce unter den Autos.

Stefan Sichermann

Glück

Als Glück darf man getrost bezeichnen, daß die Werbefuzzis vor gut 30 Jahren noch nicht mit solchem Ernst wie heutzutage auf Wortwitzigkeit geachtet haben. So ist uns nämlich der Slogan »More than a Peeling« für Sandstrahlapparate und andere abrasive Gerätschaften erspart geblieben.

Helge Möhn

Vor der USA-Reise

Ich: Wenn bei uns das Benzin grad so teuer ist, soll ich dann ein bißchen was von drüben mitbringen? Da ist es ja billiger. Aber wie transportier ich’s?

Mutter: Du kannst es uns ja auch per E-Mail schicken.

Ich: Ja, das ist einfacher. Ihr druckt’s dann einfach aus, oder?

Mutter: Genau.

Moritz Keller

Komm, wir googeln einen Schatz

Als ich schon nach kurzer Suche eine Seite mit niedlichen Bärenfotos, dann aber auch nach Stunden nicht einen einzigen brauchbaren Aufsatz zum Aufstieg der Tigerentenstaaten fand – da durchschaute ich endlich das Internet in seiner ganzen Janoschköpfigkeit…

Leo Fischer

Trinkbuch

Zu meinem Geburtstag wünschte ich mir von einer Freundin den Roman »Der Mann mit der Ledertasche« des großen Süffels Charles Bukowski. Am Jubiläumstag händigte sie mir ein Geschenk aus, das der Form nach nur eine Flasche mit alkoholischem Getränk sein konnte. Auf meinen vorsichtigen Einwand, daß sich hinter dem Papier vermutlich das Gewünschte nicht verberge, sagte sie, sie habe sich in diesem Fall nach reiflicher Überlegung eben für ein Trinkbuch entschieden.

Christof Goddemeier

Postkarten-Sex

Im Zeitalter von Skype und Roaming ist leider eine alte Kommunikationstechnik völlig in Vergessenheit geraten, mit der vor allem Studentenpärchen früherer Zeiten ihre Beziehung und insbesondere ihr Sexualleben aufrechterhielten: der Postkarten-Sex. Zu früh kommen gab’s gar nicht, die unkomprimierten Bilder waren gestochen scharf und ruckelten nie, und wenn jemand anklopfte, war es allenfalls der Briefträger an der Tür des Studentenwohnheims.

Theobald Fuchs

Modekrankheit

Ich leide unter Burnout. Das wäre an sich nicht schlimm, es ist nur auf Dauer so anstrengend.

Lino Wirag

Fruchtzwerge on Tour

Das diesjährige Leonard-Cohen-Konzert in Edinburgh findet auf einer Bühne ­unmittelbar vor dem touristisch belagerten Schloß statt, das für dieses Ereignis weiträumig abgeriegelt wurde. Eine Stunde vor Einlaß reckt eine deutsche Schloßtouristengruppe in fröhlichbunten »Frucht­zwerge-Stammtischfahrt Schottland 2008«-T-Shirts an der Absperrung neugierig die Hälse: Was mag da wohl für ein Sensationsereignis stattfinden? Dann folgender über den Schloßvorplatz gebellter Informationsaustausch: »Elke, weißtes jetzt, wer da spielt?« – »Keine Ahnung, Le-o-nard Co-hen oder so.« – »Was? Ich dachte, du kennst den, der da spielt!?« – »Jaaa, die Bä-händ kennich, aber was weiß ich, wer da jetzt von denen der Sänger ist!«

Corinna Häger

Kulinarischer Tip

Wenn man Lust auf After Eight hat, aber gerade keins im Haus ist, hilft auch ­herkömmliche Zartbitterschokolade bei gleichzeitigem Zähneputzen weiter.

Katharina Greve

Leser!

Wenn Du ein helles Sweatshirt besitzt, auf dem sich (nach Art der Tropfsteine) von oben nach unten verlaufende Zahnpasta- und Rotweinflecken sammeln, dann mach es wie der Autor dieser Zeilen und widersteh, solang es irgend geht, dem dumpfbürgerlichen Zwang, es in die Wäsche zu tun. Denn wahrlich, spätestens an dem Tag, wo Eigelb dazukommt, wird Deine Geduld belohnt, und Du kannst beim Zähneputzen abwechselnd in Dein eigenes Antlitz und das darunterliegende monumentale Kunstwerk blicken. Es wird Dein Schaden nicht sein!

Hans Kantereit

Künstlerparadoxon

Was machen eigentlich Künstler, denen Künstlernamen verhaßt sind, die aber zum Beispiel von Haus aus Roger Noir heißen? Sich Michael Meier nennen?

Friedrich Krautzberger

Absturz

Die Reise ging zu Ende, mein Rückflug aber war gestrichen (»something wrong with the machine«), und ich mußte ein anderes Flugzeug nehmen. Zu meinem Erstaunen hatte man mir einen Platz in der sogenannten Business Class spendiert, wo ich allein auf weiter Flur saß. Es ging annähernd so zu, wie ich es mir vorgestellt hatte: Stewardessen umflorten mich mit Champagner, mein Sitz verwandelte sich per Knopfdruck in eine Liegefläche, auf der Karte stand Filet ­Mignon. An den Start gingen wir aber nicht – »something wrong with the ­machine«. Als vertrauensbildende Maßnahme kamen Techniker mit Obi-Werkzeugkästen an Bord, hinten wurde wahrscheinlich ­gerade wieder das Leitwerk oder wie es heißt angesetzt, und die ganze Zeit über gab es Getränke. Nach drei Stunden holperte das Flugzeug an den Start. Ist es jetzt besser, Business oder Economy ­abzustürzen, fragte ich mich. Und nickte und lächelte, als mir später schon wieder Getränke angeboten wurden.

Gunnar Homann

Coole Anmache

»Du glaubst gar nicht, wo ich überall Augenringe habe!«

Charly Geisler

Zeigefinger

Seit Elke Heidenreich im ZDF nicht ohne Erfolg die Sendung »Lesen!« präsentiert, verspüre ich das unbestimmte Bedürfnis, ein Buch mit dem Titel »Fernsehen!« zu veröffentlichen. Verleger bei Interesse bitte melden.

Emily Wood

Operabel

Kürzlich kam ich mir vor wie ein Chirurg, der einen Facharztkollegen um Hilfe bittet: »Äh, ich habe in Götz Alsmann meine Kopfhörer liegenlassen. Können Sie Götz Alsmann bitte noch mal aufmachen, damit ich dort drin nachsehen kann?«

Ja, diese Frage kam aus meinem Mund. Allerdings fragte ich das an der Rezeption des Hotels »Stage 47« in Düsseldorf, wo jedes Zimmer den Namen eines Musikers trägt. Ich übernachtete halt in Götz Alsmann. Nebenan schlief übrigens eine Frau in Marla Glen.

Nils Heinrich

Drüben

Von der Küche aus gesehen liegt unsere Abstellkammer auf der anderen Seite des Flurs. Weil sie etwas muffelt und, was erst mal drin ist, nicht so rasch wieder rauskommt, heißt sie bei uns schlicht »DDR«.

Marcel Vega

Reifeprüfung

Als ich am ersten Geburtstag meines ­Neffen kraft hölzerner Rasseln und einer Sofa­kante lateinamerikanische Rhythmen erzeugte, war es schön zu beobachten, wie der kaum Bezahnte sich dazu drehte und ringelte, daß es an einen schamanischen Trancetanz erinnerte. Da der irre Fratz sich auf dem Höhepunkt der rituellen Ekstase allerdings in seinem Gurt verhedderte und beträchtlich ins Schwanken geriet, hegte ich dann doch Zweifel an seiner allge­meinen Hochstuhlreife.

Lukas Haberland

Na endlich!

Ich habe ein untrügliches Zeichen dafür entdeckt, daß ich mit Mitte dreißig doch langsam erwachsen werde: Die Gimmicks im Deckel des Nutella-Glases nehme ich nicht mal mehr raus.

Volker Surmann

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Sie sind von den Delegierten des Fußball-Weltverbandes per Akklamation für vier weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Für Ihre erste Amtszeit fanden Sie dann lobende Worte: »In den vergangenen drei Jahren und vier Monaten ist aus dieser vergifteten, fast kriminellen Organisation das geworden, was sie sein soll. Eine Organisation, die sich um Fußball kümmert und den Fußball entwickelt.«

Und zu diesem Wandel zu einer letalen, vollends kriminellen Organisation beglückwünschen Sie angesichts anhaltender Medienberichte über das sklavengleiche Hausen, Schuften und Sterben auf den WM-Baustellen in Katar ebenso wenig wie zu Ihrer Wiederwahl:

die Menschenrechts-Ultras von Titanic

 Ina Tenz!

Sie sind seit zwanzig Jahren Programmdirektorin im Hörfunk und wollen bei Antenne Bayern jetzt ein Lied von Sarah Connor ohne den ersten Satz senden, denn der Satz lautet: »Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt.« Denn Vincent ist jung und schwul, weiß es aber noch nicht. Ein Song mithin, der Mut machen soll usw.

Was Sie nun daran stört? »Als erwachsene Frau gar nichts, aber als Mutter. Ich habe einen neunjährigen Sohn, und wenn er diesen Song im Radio hören und mich dann fragen würde, was diese erste Zeile bedeutet, dann möchte ich mit meinem Sohn nicht im Auto irgendwo auf dem Weg von der Schule zum Gitarrenunterricht über dieses Thema sprechen.«

Aber, Frau Tenz: Wo Sie doch nun so schön dem Klischee der sehr erwachsenen, sehr besorgten Karrieremutter und Elterntaxifahrerin entsprechen, da wird der Sohnemann auch das Klischee bedienen, wonach Neunjährige schon wissen, was ein Porno ist. Meinen S’ nicht auch?

Jederzeit gesprächsbereit: Titanic

 Ulm!

»Du kannst nicht beides haben?« steht fett gelettert auf Anzeigen Deiner neuen Image-Kampagne. Ja, aber was denn »beides«? Die Auflösung folgt: »Doch: In Ulm/Neu-Ulm! Erlebe hier Bayern und Schwaben zusammen in der Zweilandstadt.« Ja, wirklich? Bayern und Schwaben in einer Stadt? Ist das möglich? Wovon wir nur zu träumen wagten, wird endlich wahr! Sodom und Gomorrha! Hoffentlich lässt sich unser Bali-Urlaub noch umbuchen. Aber im Ernst: Auch eine weniger depperte Kampagne würde uns nicht in Dein doppelt versaubeuteltes Nest locken.

Huch! War das jetzt Spott und Hohn? Genau! Denn bei uns, liebes Ulm, kannst Du beides haben!

Pfiati und ade! Titanic

 Sächsischer Justizminister Sebastian Gemkow (CDU)!

Als Sprecher der CDU-geführten Bundesländer gegen den Antrag Niedersachsens, das Containern zu legalisieren, haben Sie am fürsorglichsten argumentiert. In einem Fünf-Sterne-Hotel in Travemünde meinte es empathisch aus Ihnen: »Wir wollen nicht, dass sich Menschen in eine solche menschenunwürdige und hygienisch problematische Situation begeben.«

Weil es auch kein Gesetz gibt, das Menschen vor der menschenunwürdigen Situation schützt, Essen aus dem Müll holen zu müssen? Oder weil Sie, Gemkow, sich aus Solidarität ein bisschen schmutzig fühlen wollen, indem Sie den Armen sogar die Brosamen der Wegwerfgesellschaft verweigern? Oder geht es Ihnen schlicht um Entmündigung derer, die auf Mundraub angewiesen sind?

Fragt mit schlechtem Appetit: Titanic

 Psychoanalytiker und Publizist Carlo Strenger!

Angeblich gehen Sie in Ihrem neuen Buch »Diese verdammten liberalen Eliten« mit diesen verdammten liberalen Eliten, zu denen Sie ja selbst gehören, streng ins Gericht. Doch nach der Lektüre fragen wir uns eins verdammt noch mal schon: Warum nicht noch viel strenger, Strenger?

Illiberal: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Gesichtsschnee

Ein ohnehin schon sehr merkwürdiges Gesetz, das – noch erstaunlicher! – weltweit gilt, verlangt von Menschen, die sich in den Bergen aufhalten, dass sie Rasierschaum oberhalb einer Höhe von 6659 Metern ausschließlich als Gesichtsschnee bezeichnen. Wer’s nicht glaubt, kann gern einmal versuchen, in den Bergen oberhalb einer Höhe von 6659 Metern Rasierschaum zu kaufen.

Andreas Maier

 Mein Coach

hat mir aufgrund meines grüblerischen Wesens als wichtigsten Lebenstipp mitgegeben, immer nach vorne zu schauen, die Zukunft fest im Blick zu haben. Seitdem denke ich ständig an den Tod.

Anselm Neft

 Marktversagen

Als Ergebnis einer Google-Recherche nach dem von einem US-Comedian angepriesenen T-Shirt mit der Aufschrift »Neoliberalism sucks!« wurden mir ausnahmslos Hemden mit dem Slogan »Socialism sucks!« angezeigt. Daraus lässt sich nur eines folgern: Das System hat eindeutig abgewirtschaftet, ja ein Eigentor geschossen. Meine Nachfrage konnte schließlich nicht befriedigt werden!

Burkhard Niehues

 Geschichtsmoral

Als ich die neueste Verfilmung von Otfried Preußlers »Die kleine Hexe« sah, war ich erneut gepackt von dieser Geschichte. Wie die kleine Hexe ausgestoßen wird, weil sie sich in ihrer grundfalschen Welt aus inneren Beweggründen zum Guten bekennt. Sie hält dem unfassbaren Druck ihrer missratenen Peer Group nicht nur stand, sondern wendet sich aktiv gegen das Böse. So verbrennt sie am Schluss die Zauberbücher ihrer Rivalinnen auf dem Scheiterhaufen, um die bösen Hexen für immer unschädlich zu machen. Die pädagogische Botschaft hinter der ganzen Geschichte ist klar: Bücherverbrennungen sind nicht immer schlecht.

Jürgen Miedl

 Keine Frage des Geldes

Wirklich arm fühlt man sich, wenn einer dieser NGO-Spendenbettler, die in der Fußgängerzone herumstehen, sein Gesicht hinter dem Klemmbrett verschanzt, sobald man auf ihn zugeht.

Julia Mateus

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 18.07.:

    "Vice" hat Martin Sonneborn im Wahlkampf begleitet.

Titanic unterwegs
11.08.2019 Kassel, Caricatura-Galerie »Deutschland dreht durch«
22.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«
23.09.2019 Lyon, Goethe-Institut Katharina Greve: »Das Hochhaus«
02.12.2019 Neu-Anspach, Freilichtmuseum Hessenpark Greser & Lenz: »Hessen först«