Vom Fachmann für Kenner | September 2008


EM-Spätfolgen

So nachhaltig hat mich das »EURO-2008-Fieber« im Griff, daß ich statt Franzose immer Fanzone lese.

Thomas Schaefer

Fluch der Technik

Um Mitglied bei www.sklavenzentrale.com werden zu können, muß man seinen Account mit einer SMS freischalten. Jetzt braucht man schon ein Mobiltelefon, nur weil man jemanden sucht, der sich einem aufs Gesicht setzt!

Eduard Harfst

Reparaturanleitung

Als Großmutter sich damit abgefunden hatte, daß ihr Enkel einem Motorrad­unfall erlegen war, besserte sich ihre Stimmung zusehends. Ihre prinzipielle Abneigung gegen zweirädrige Motorfahrzeuge, gab die Großmutter kund, behalte sie aber bei. Jedenfalls werde sie nie wieder, verkündete sie feierlich, irgend jemandem bei der Reparatur so eines Teufelsgeräts behilflich sein. Wer wisse denn, welche Schläuche und Schrauben da wirklich wo hingehörten. Ihr sei in diesem Punkt jedenfalls weder etwas beizubringen noch vorzuwerfen.

Ludger Fischer

Mittelmeer

Ich war vor einer Weile noch mal da; und als ich die schlappen Wellen über den grauen Kies rollen sah und hinter dem wenig charmanten Hafenbecken ein unauffälliges Kirchlein im bedeckten Abend­rosa, da dachte ich mit einem Mal, von der halbgaren Stimmung regelrecht vergiftet: Nun, was soll’s, es heißt ja auch nicht Superspitzenmeer oder Scheußliches­drecksmeer, sondern eben na ja.

Mark-Stefan Tietze

Eine Frage des Anstands

Nach ein paar Bierchen kam neulich die philosophisch relevante und erotisch interessante Frage auf, ob es unhöflich sei, als Single einem Pärchen einen Swingerclubbesuch vorzuschlagen. Einerseits, so ein einleuchtendes Argument aus der unerfahrenen Runde, profitiere der Single natürlich besonders, er müsse niemanden hergeben und auch keine Eifersucht bekämpfen. Andererseits, hieß es darauf, gehe es bei dem Geknuddel, Gewühle und Gerangel in den dunklen Etablissements doch sowieso dermaßen drunter und drüber, daß wohl keiner recht den Überblick behalte und ein Gefühl der Ungerechtigkeit schwerlich aufkommen könne. Eine einhellige Meinung, ob ein solcher Vorschlag nun ein Zeichen schlechten Benehmens sei oder nicht, war in dieser kniffligen Angelegenheit jedenfalls nicht zu erzielen. Vielleicht ein Fall für die »Gewissensfrage« im SZ-Magazin?

Tobias Jelen

Der unbewegte Beweger

Im Affenhaus. Kleiner Andrang beim ­großen Gorilla. Er lehnt seinen schweren Kopf von der einen Seite gegen das Glas, gegen das von der anderen Seite eine schaulustige Schar ihre Nasen drückt. Doch während er versunken und recht tief zu sinnen scheint, zeigt sich die Schar flink und agil. Links trommelt einer gegen die Scheibe, rechts schneidet einer Grimassen und läßt die Hüfte kreisen, dazwischen versucht einer via Blitz mit technischem Gerät die Kreatur zu blenden. Immer aufgereizter, immer aufgeheizter wird die Stimmung durch des ­Gorillas ungebrochene Ruhe: durch seine nachsichtsvolle Stille, durch seinen halb abgewandten Blick voll Trauer und Kümmernis. Aufgeschaukelt wird die Szene dann noch einmal, als das Wesen mit staunenswerter ­Bedachtsamkeit den gekrümmten Zeigefinger erst langsam hoch zur Stirn führen will, dann aber, ziemlich entschieden, ans macht- und powervolle Skrotum…

Großes Hallo. Irre, Mensch! Hemmungsloser wird ans Glas gehämmert.

Schließlich wendet der Primat sich um und tritt hintenraus ins Freie. Zu den ­Mäusen? Zu den Reptilien? Wer weiß schon… An der Scheibe zurück bleibt ein Häufchen Stroh. Beziehungsweise eine Trivialität von sanft hirntäubender Wirkung: ER kann noch so überlegen tun – den Affen, den machen WIR!

Un dammit basta!

Claudio Gutteck

Namen

Ach, ein Stern, der meinen Namen trägt, müßte es gar nicht sein! Ein Spiegel oder Focus täte es auch.

Uwe Geishendorf

Fehler

Als ich eben beim Aufräumen auf den riesigen Stapel mit den etwa 2000 Abzügen stieß, wurde mir wieder bewußt: Wenn ein Internet-Bilderdienst eine »komplette CD voller Urlaubsfotos« zu einem günstigen Festpreis entwickeln läßt, schicke nicht deine gesamte Pornosammlung hin.

Christian Franzen

Kontinuität

Rolls-Royce ist ja wohl immer noch der Rolls-Royce unter den Autos.

Stefan Sichermann

Glück

Als Glück darf man getrost bezeichnen, daß die Werbefuzzis vor gut 30 Jahren noch nicht mit solchem Ernst wie heutzutage auf Wortwitzigkeit geachtet haben. So ist uns nämlich der Slogan »More than a Peeling« für Sandstrahlapparate und andere abrasive Gerätschaften erspart geblieben.

Helge Möhn

Vor der USA-Reise

Ich: Wenn bei uns das Benzin grad so teuer ist, soll ich dann ein bißchen was von drüben mitbringen? Da ist es ja billiger. Aber wie transportier ich’s?

Mutter: Du kannst es uns ja auch per E-Mail schicken.

Ich: Ja, das ist einfacher. Ihr druckt’s dann einfach aus, oder?

Mutter: Genau.

Moritz Keller

Komm, wir googeln einen Schatz

Als ich schon nach kurzer Suche eine Seite mit niedlichen Bärenfotos, dann aber auch nach Stunden nicht einen einzigen brauchbaren Aufsatz zum Aufstieg der Tigerentenstaaten fand – da durchschaute ich endlich das Internet in seiner ganzen Janoschköpfigkeit…

Leo Fischer

Trinkbuch

Zu meinem Geburtstag wünschte ich mir von einer Freundin den Roman »Der Mann mit der Ledertasche« des großen Süffels Charles Bukowski. Am Jubiläumstag händigte sie mir ein Geschenk aus, das der Form nach nur eine Flasche mit alkoholischem Getränk sein konnte. Auf meinen vorsichtigen Einwand, daß sich hinter dem Papier vermutlich das Gewünschte nicht verberge, sagte sie, sie habe sich in diesem Fall nach reiflicher Überlegung eben für ein Trinkbuch entschieden.

Christof Goddemeier

Postkarten-Sex

Im Zeitalter von Skype und Roaming ist leider eine alte Kommunikationstechnik völlig in Vergessenheit geraten, mit der vor allem Studentenpärchen früherer Zeiten ihre Beziehung und insbesondere ihr Sexualleben aufrechterhielten: der Postkarten-Sex. Zu früh kommen gab’s gar nicht, die unkomprimierten Bilder waren gestochen scharf und ruckelten nie, und wenn jemand anklopfte, war es allenfalls der Briefträger an der Tür des Studentenwohnheims.

Theobald Fuchs

Modekrankheit

Ich leide unter Burnout. Das wäre an sich nicht schlimm, es ist nur auf Dauer so anstrengend.

Lino Wirag

Fruchtzwerge on Tour

Das diesjährige Leonard-Cohen-Konzert in Edinburgh findet auf einer Bühne ­unmittelbar vor dem touristisch belagerten Schloß statt, das für dieses Ereignis weiträumig abgeriegelt wurde. Eine Stunde vor Einlaß reckt eine deutsche Schloßtouristengruppe in fröhlichbunten »Frucht­zwerge-Stammtischfahrt Schottland 2008«-T-Shirts an der Absperrung neugierig die Hälse: Was mag da wohl für ein Sensationsereignis stattfinden? Dann folgender über den Schloßvorplatz gebellter Informationsaustausch: »Elke, weißtes jetzt, wer da spielt?« – »Keine Ahnung, Le-o-nard Co-hen oder so.« – »Was? Ich dachte, du kennst den, der da spielt!?« – »Jaaa, die Bä-händ kennich, aber was weiß ich, wer da jetzt von denen der Sänger ist!«

Corinna Häger

Kulinarischer Tip

Wenn man Lust auf After Eight hat, aber gerade keins im Haus ist, hilft auch ­herkömmliche Zartbitterschokolade bei gleichzeitigem Zähneputzen weiter.

Katharina Greve

Leser!

Wenn Du ein helles Sweatshirt besitzt, auf dem sich (nach Art der Tropfsteine) von oben nach unten verlaufende Zahnpasta- und Rotweinflecken sammeln, dann mach es wie der Autor dieser Zeilen und widersteh, solang es irgend geht, dem dumpfbürgerlichen Zwang, es in die Wäsche zu tun. Denn wahrlich, spätestens an dem Tag, wo Eigelb dazukommt, wird Deine Geduld belohnt, und Du kannst beim Zähneputzen abwechselnd in Dein eigenes Antlitz und das darunterliegende monumentale Kunstwerk blicken. Es wird Dein Schaden nicht sein!

Hans Kantereit

Künstlerparadoxon

Was machen eigentlich Künstler, denen Künstlernamen verhaßt sind, die aber zum Beispiel von Haus aus Roger Noir heißen? Sich Michael Meier nennen?

Friedrich Krautzberger

Absturz

Die Reise ging zu Ende, mein Rückflug aber war gestrichen (»something wrong with the machine«), und ich mußte ein anderes Flugzeug nehmen. Zu meinem Erstaunen hatte man mir einen Platz in der sogenannten Business Class spendiert, wo ich allein auf weiter Flur saß. Es ging annähernd so zu, wie ich es mir vorgestellt hatte: Stewardessen umflorten mich mit Champagner, mein Sitz verwandelte sich per Knopfdruck in eine Liegefläche, auf der Karte stand Filet ­Mignon. An den Start gingen wir aber nicht – »something wrong with the ­machine«. Als vertrauensbildende Maßnahme kamen Techniker mit Obi-Werkzeugkästen an Bord, hinten wurde wahrscheinlich ­gerade wieder das Leitwerk oder wie es heißt angesetzt, und die ganze Zeit über gab es Getränke. Nach drei Stunden holperte das Flugzeug an den Start. Ist es jetzt besser, Business oder Economy ­abzustürzen, fragte ich mich. Und nickte und lächelte, als mir später schon wieder Getränke angeboten wurden.

Gunnar Homann

Coole Anmache

»Du glaubst gar nicht, wo ich überall Augenringe habe!«

Charly Geisler

Zeigefinger

Seit Elke Heidenreich im ZDF nicht ohne Erfolg die Sendung »Lesen!« präsentiert, verspüre ich das unbestimmte Bedürfnis, ein Buch mit dem Titel »Fernsehen!« zu veröffentlichen. Verleger bei Interesse bitte melden.

Emily Wood

Operabel

Kürzlich kam ich mir vor wie ein Chirurg, der einen Facharztkollegen um Hilfe bittet: »Äh, ich habe in Götz Alsmann meine Kopfhörer liegenlassen. Können Sie Götz Alsmann bitte noch mal aufmachen, damit ich dort drin nachsehen kann?«

Ja, diese Frage kam aus meinem Mund. Allerdings fragte ich das an der Rezeption des Hotels »Stage 47« in Düsseldorf, wo jedes Zimmer den Namen eines Musikers trägt. Ich übernachtete halt in Götz Alsmann. Nebenan schlief übrigens eine Frau in Marla Glen.

Nils Heinrich

Drüben

Von der Küche aus gesehen liegt unsere Abstellkammer auf der anderen Seite des Flurs. Weil sie etwas muffelt und, was erst mal drin ist, nicht so rasch wieder rauskommt, heißt sie bei uns schlicht »DDR«.

Marcel Vega

Reifeprüfung

Als ich am ersten Geburtstag meines ­Neffen kraft hölzerner Rasseln und einer Sofa­kante lateinamerikanische Rhythmen erzeugte, war es schön zu beobachten, wie der kaum Bezahnte sich dazu drehte und ringelte, daß es an einen schamanischen Trancetanz erinnerte. Da der irre Fratz sich auf dem Höhepunkt der rituellen Ekstase allerdings in seinem Gurt verhedderte und beträchtlich ins Schwanken geriet, hegte ich dann doch Zweifel an seiner allge­meinen Hochstuhlreife.

Lukas Haberland

Na endlich!

Ich habe ein untrügliches Zeichen dafür entdeckt, daß ich mit Mitte dreißig doch langsam erwachsen werde: Die Gimmicks im Deckel des Nutella-Glases nehme ich nicht mal mehr raus.

Volker Surmann

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Hey, Sticks’n’Sushi Berlin!

Ihr sucht gerade Kellnerinnen und Kellner und habt dazu bei Facebook eine Stellenanzeige kursieren lassen, die Eure Anforderungen erfreulich deutlich macht: »Bei Sticks’n’Sushi stellen wir nur Mitarbeiter ein, die ein großes Lächeln und ein kleines Ego mitbringen. Wir stellen echte Persönlichkeiten ein. Menschen, die das Wir vor das Ich stellen.«

Ihr sucht also, mit anderen Worten, servile Duckmäuser, die sich klaglos ausbeuten, zusammenschreien und kündigen lassen, auf dass Ihr jederzeit in neuen Stellenanzeigen nach Ersatz für sie suchen könnt. Solche »echten Persönlichkeiten« zu finden, die auf ihre Persönlichkeit zugunsten der Volks- oder Betriebsgemeinschaft verzichten, sollte hierzulande wohl gelingen!

Aber unter uns: Die Chefs in Eurer Fischbude sind weiterhin die mit dem kleinen Lächeln und dem großen Ego, nicht wahr?

Von Persönlichkeit zu Persönlichkeit: Titanic

 Großartige Idee, »tz«!

Ein Live-Ticker zum Helene-Fischer-Konzert im Olympiastadion: »Es folgt das Lied ›Lieb mich‹«; »Helene trägt jetzt einen roten Body, an dem eine Art Umhang aus ebenfalls roten Fäden herunterfällt.« Und so weiter. Was erwartet uns als nächstes? Eine Lesung von Juli Zeh im Snapchat-Format? Die Audiospur zur Schach-WM?

Gehörlos durch die Nacht: Titanic

 Kleiner Junge aus der Audi-Werbung!

»Mein Vater sagt: Das Gas, mit dem unser Auto fährt, kommt vom Wind.«

Es tut uns wirklich leid, Dir das sagen zu müssen, aber Dein Vater ist ein ausgemachter Trottel. Titanic

 Innenärgernis Horst Seehofer!

Neulich schalteten wir im ZDF »Aktenzeichen XY – ungelöst« ein – denn soweit sind wir mittlerweile, dass wir »Aktenzeichen XY« zur Ablenkung und Entspannung brauchen –, und da baute sich mittendrinne wer vor unseren Augen auf? Sie, Herr Minister!

Sie sind nämlich heuer Schirmherr des XY-Preises für Zivilcourage, welcher an Personen verliehen wird, die durch beherztes Eingreifen Straftaten verhindert haben. In einem Onlinevideo versichern Sie, damit andere Menschen motivieren zu wollen, »dass sie sich ein Beispiel nehmen, nicht für eine Kultur des Wegschauens, sondern des Helfens und des Zusammenhalts« einzustehen.

Wir müssen an dieser Stelle nachfragen. Wie weit darf Zivilcourage, darf Nothilfe gehen? Angenommen, wir werden Zeuge, wie jemand, sagen wir mittels Abschiebemaßnahmen und qua Verbannung von Rettungsbooten, das Absaufen und anderweitige Krepieren von Flüchtenden verursacht: Haben wir dann die Erlaubnis, wenn nicht die Pflicht, dem Täter gepflegt aufs Maul zu hauen? Reicht Pfefferspray? Die Hunde loslassen?

Rechtsberatungsgesuch von Titanic

 Winke winke, Prof. Herfried Münkler!

Winke winke, Prof. Herfried Münkler!

So was wie den »Asylstreit« (CDU/CSU) muss einer wie Sie natürlich analysieren, auch mal im »Stern«: »Dieses leichtfertige Spielen mit der politischen Stabilität ruft ungute Erinnerungen an Weimar hervor« – im Gegensatz zu den vielen guten, die man derzeit bekommt, wenn man »Weimar« hört –, aber: »Soweit wird es nicht kommen.« Sollten Sie den ersten Satz ernst meinen, ist der zweite leichtfertig. Meinen Sie den zweiten ernst, ist der erste Alarmismus, Phrase.

Ja, jetzt, wo wir es sagen: »So wie seinerzeit in der SPD lässt sich die Ursache des Streits auch in der Union nicht allein an persönlichen Feindschaften festmachen. Heute wie damals steht dahinter ein Konflikt um den politischen Kurs.« Ach! »Ich glaube, dass die politische Mitte weiter eine Rolle spielt.« Oha! »Früher sprach man von ›Italienisierung‹ der Politik, heute müsste man von der ›Niederlandisierung‹ sprechen.« Soso. »Der deutschen Europapolitik droht nun das, was ich das ›französische Syndrom‹ nennen würde.« Hm.

Dieses leichtfertige Spielen mit Sinn und Sprache ruft ungute Erinnerungen an andere Ihrer Veröffentlichungen hervor. Man müsste wohl von »Deutschlandisierung« des Denkens sprechen, es ist das, was wir »Politikwissenschaftssyndrom« nennen würden.

Soweit ist es schon gekommen, fürchtet: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Sturmwarnung

Wer Wind sät, wird gar nichts ernten, ihr dummen Städter!

Dipl.agr.oec. Daniel Sibbe

 Alptraum

Geträumt, dass Wolfgang Niedecken mit BAP noch mal durchstarten will und jetzt ein K-Pop-Album aufzeichnet – BIBIM BAP. Schweißgebadet aufgewacht.

Leo Fischer

 Dekoratives Literatur-Syndrom

Wie schlimm es um die Leselust in der Bevölkerung steht, sieht man am anschaulichsten in diversen Möbelhäusern, welche aufzusuchen mich meine renovierungswütige Gattin derzeit ständig nötigt: Da offenbar keine Diebstahlgefahr mehr besteht, wurden Buchattrappen erstmals durch echte Romane ersetzt.

Volker Schwarz

 Polen

Ich war mit Antje in Polen. Wir haben viele Fotos gemacht. Zwischendurch haben wir die Fotos schon mal in einem Express-Laden entwickeln lassen. Wir haben gedacht, das wäre billig in Polen, war es aber gar nicht. Als wir die Fotos abholten, waren die Farben auf den Fotos alle zu farbig, knackebunt, wie ein Comic. Irgendwas ist beim Entwickeln schief gelaufen. »Scheiß Entwicklungsland«, sagte Antje.

Kirsten Fuchs

 Anatomie 4.0

So ein Körper ist doch eh nur ein unzulängliches Hilfsmittel, da kommt man ohne Improvisation eh nicht weit. Aber trotzdem weiß ich jetzt schon, dass ich ihn vermissen werde, den alten Racker, wenn ich demnächst digitalisiert werde.

Theobald Fuchs

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige  Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In  diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen  Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde.  Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle  Sterne.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann       alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und       hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und       Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy       Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine       gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Dorthe Landschulz: "Problemzonen"
Sie können nicht tanken, besitzen im Durchschnitt bis zu vier Paar Schuhe, gehen immer zu zweit aufs Klo in der Führungsetage - und jetzt zeichnen sie auch noch: Weiber! Eine von ihnen ist die phantastische Dorthe Landschulz. Mit der ihr eigenen (weiblichen!) Art nimmt die TITANIC-Cartoonistin und Wahlbretonin ihre Geschlechtsgenossinnen unter den (prämierten!) Stift und spart dabei auch nicht an der Erfüllung von überwunden geglaubten Gender-Klischees. Typisch! Die besten Witze werden sogar von Männern begriffen.Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 21.08.:

    "Spiegel online" über Heinz Strunks neuen Erzählband.

  • 20.08.:

    Oliver Maria Schmitt war für die Taz auf Hausbesuch bei Linken-Sammlerin Sahra Wagenknecht.

Titanic unterwegs
29.08.2018 Berlin, Pfefferberg Theater Max Goldt
02.09.2018 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Otto. Die Ausstellung«
02.09.2018 Erlangen, Galerie Black Cube Bernd Pfarr