Und, Amazon-Kunden!

Wenn Ihr Euch schon bei wirklich jeder Diskussion über jeden beliebigen Film am Ende immer darauf einigt, daß im Grunde ja sowieso alles Geschmackssache ist – könnt Ihr dann nicht noch einen Schritt weitergehen und einsehen, wie durch und durch überflüssig das Eure »Rezensionen« macht? Das wäre doch mal ein Storytwist zum Schluß, den wirklich keiner geahnt hat.

Findet jedenfalls Titanic

Gerd Fleischmann, Deutsche Grundstücksauktionen AG!

Beim Thema Inselkauf gilt es, neben der Lage allerlei Logistisches zu bedenken. Im Gespräch mit der Presse rieten Sie daher, »sich immer klarzumachen: Auf eine Insel muß jeder Kasten Bier mit einem Boot rübergeschippert werden.«

Danke für den Hinweis, Fleischmann!

Trägt die Bierkästen dann doch lieber in die Badewanne: Titanic

Sven Lorig (ARD-Morgenmagazin)!

Wegen unserer anspruchsvollen Schlafgewohnheiten sollten wir Sie gutgelauntes Kerlchen eigentlich gar nicht kennen. Neulich aber erwachten wir versehentlich in aller Früh, schalteten irrtümlich die Kiste ein und wurden Zeuge, wie Sie den Auftritt eines österreichischen Popsternchens ankündigten: »Christina Stürmer appelliert daran, öfters auf das Bauchgefühl zu vertrauen. Ihr neues Album heißt ›Hör auf dein Herz‹.« Tja, Lorig, da haben Sie vermutlich einfach mal Ihren Verstand ausgeschaltet und auf Ihren Blinddarm gehört!

Und wir uns noch mal gutgelaunt eine Runde aufs Ohr gehauen.

Verkopfte Grüße: Titanic

Schön, Silvana Koch-Mehrin,

mal wieder etwas von Ihnen zu lesen, in Neon nämlich, und dann auch gleich wieder so etwas Interessantes: »Mit schwulen Freunden kann man wunderbar über Männer lästern. Sie können bestimmte Dinge an heterosexuellen Männern anders wahrnehmen, weil sie nicht im Fokus dieser Männer stehen.«

Hm. Homosexuelle Männer nehmen an ihren Beobachtungsobjekten, den heterosexuellen Männern, etwas wahr, weil sie von den heterosexuellen Männern nicht zurückbeobachtet werden? Wohingegen Sie, die heterosexuelle Wuppertaler Wuchtbrumme Koch-Mehrin, vollrohr im Fokus erwähnter Hetero-Männer stehen, also deshalb die »bestimmten Dinge« nicht oder jedenfalls nicht so »anders« wie die Homos wahrnehmen, aber trotzdem mit diesen »wunderbar« über die von Ihnen nicht wahrgenommenen Dinge und die damit herumlaufenden Heteromänner lästern können?

Wir haben verstanden. Nämlich daß es eine durchaus kluge Entscheidung von Ihnen war, in Ihre Doktorarbeit so wenig Eigenes wie möglich hineinzuschreiben.

Und es tut uns sehr leid, daß Sie damit jetzt nicht im Focus stehen, sondern bloß in der Titanic

Bei Dir, »Spiegel online«,

fanden wir einen kleinen Fehler. »Nie ein Rat von Papa, keine Hilfe von Mama: Waisen und Pflegekinder haben es im Studium schwer«, schriebst Du in einem Artikel über ein Waisennetzwerk an der Universität Hildesheim. In dem Satz müßtest Du nur »schwer« durch »leicht« ersetzen – schon könnten zustimmen:

die Muttersöhnchen von Titanic

Schwarzkopf & Schwarzkopf!

Wenn eine gewisse Lisa Müller es im Alter zwischen 14 und 18 Jahren als Prostituierte auf selbstgeschätzte 500 Freier bringt, diese Leistungsbilanz zwanzigjährig aufschreibt und es zu den wenigen positiven Aspekten ihres Lebens zählt, nie einen Zuhälter gehabt zu haben, dann ist das finster genug. Wenn Du, Schwarzkopf & Schwarzkopf-Verlag, den Schmonzes aber druckst, dazu in die Welt posaunst, daß Lisa Müller kein Pseudonym, sondern der Klarname der Bedauernswerten ist, und das Werk mit Großaufnahmen von ihr in Lieschen-Müller-Ästhetik garnierst, dann hat sie in Dir den buchgewerblichen Zuhälter gefunden, der ihr gerade noch gefehlt hat. Wenn Du, Schwachkopf & Schwachkopf-Verlag, allerdings dieses Prachtprodukt Deiner Geldnotgeilheit auch noch als »Ratgeber« firmieren läßt, dann ahnen wir, was für ein unvergleichlicher Ratgeber Du bist, sobald es gilt, eine Spätpubertierende der Helene-Hegemann-Klasse in ihrem selbstzerstörerischen Exhibitionismus zu bestärken.

Glückwunsch: Titanic

Liebe »FAS«!

Traditionellerweise stammen die blödsinnigsten Wortspiele ja von »Spiegel online«.

Aber weißt Du, was Du mit Deinem »Messer geht’s nicht« machst? Einen klaren Stich!

Schneidet sich davon bestimmt eine Scheibe ab: Titanic

Hobby-Paartherapeutin Gwyneth Paltrow!

Einer Freundin sollen Sie geraten haben, ihrem Partner im Falle einer Beziehungskrise mit Sanftmut zu begegnen: »Gehe mit Liebe auf ihn zu, und verpasse ihm einen Blowjob.« Die Idee ist erste Sahne, Paltrow! Aber nehmen Sie den Mund nicht ein bißchen voll? Je nach Verhärtung der Fronten könnte es tagelange Geduld erfordern, bis der Streit abgeblasen und der Ärger runtergeschluckt ist!

Und ob das auf die Dauer nicht ziemlich bitter wird, fragen sich Ihre Loveboys von der Titanic

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann!

Sie sind seit 2010 der dritte Vorstandsvorsitzende der Rüsselsheimer Resterampe und somit Experte für Niedergänge und Auslaufmodelle. Nun will es der Zufall, daß Adam Opel 1862 seine erste Nähmaschine montierte und gleich im Jahr darauf Ferdinand Lassalle den Prototyp der SPD zusammenlötete. Weshalb prompt die Bild am Sonntag von Ihnen hören wollte, welche der beiden Traditionsmarken es wohl länger geben werde. Sie gaben keck zu Protokoll: »Opel wird jedenfalls in 150 Jahren noch existieren.« Und da haben wir natürlich gleich mal einen Blick ins Jahr 2163 riskiert, um folgendes exklusiv vorabzuberichten: Die Menschheit hat sich längst ins All verkrümelt, während auf der unbewohnbaren Erde ein einsamer Corsa nimmermüd um den Block rappelt. Eins zu null also bis hierher für Ihre Vision. Aber der Aufkleber am Heck: »Hupe, wenn du Steinbrück wählst« – zählt der nicht als Ausgleichstreffer zum finalen Unentschieden?

Fragt Sie ihrerseits Titanic

Herrje, Harald Martenstein!

In Ihrer gewohnt wirren Kolumne im Tagesspiegel behaupteten Sie zur allgemeinen Empörung über Uli Hoeneß’ Steuerhinterziehung, es sei falsch, »einen permanent tagenden Volksgerichtshof abzuhalten über jemanden, der als Mensch weder schwarz ist noch weiß, sondern grau, wie fast jeder von uns.« Nichts gegen Ihre Selbsteinschätzung als grauer Durchschnitt – leider aber haben Sie anschließend nicht so richtig erklärt, was jemanden, der Hoeneß’ Betrügerei nicht so gut findet, zum willkürlich Todesurteile fällenden Nazi am Volksgerichtshof macht.

Falls Sie jedoch mit Ihrer Analogie zum NS-Terrorinstrument Volksgerichtshof unter seinem brüllenden Vorsitzenden Freisler tatsächlich durchblicken lassen wollten, daß Hoeneß, Sie und Ihresgleichen dort wohl die Angeklagten gewesen wären, müßten wir uns schon ein wenig am Kopf kratzen.

Denken permanent das Gegenteil: Ihre Geschichts-Spekulanten von Titanic

Hallo »Taz«!

Da hast Du also dem amerikanischen Superpsychologen Allen Frances einen »Sonntaz«-Titel unter der Schlagzeile »Wo fängt irre an?« gewidmet. Wie Du berichtest, ist Frances nämlich dagegen, Masochismus in den neuen US-Katalog der psychiatrischen Störungen aufzunehmen, weil eine solche Aufnahme denen schaden würde, »die damit fälschlich als krank abgestempelt werden«. Und weißt Du was, Taz? Wenn wir Du wären und die Leser hätten, die Dich täglich erleiden müssen, würden wir denen das auch als wichtige Erkenntnis auftischen.

Bleibt Dir gegenüber lieber sadistisch: Titanic

Moritz Hunzinger, 54, ehemaliger PR-Berater!

Der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagten Sie über Nordkoreas Kim Jong Un: »Zunächst mal sollte er nur noch die Hälfte fressen. Er sieht komisch aus.« Dann: »Normalerweise würde so einer sich mit der Weltgemeinschaft arrangieren. Er würde mal ein paar Jahre von der Bildfläche verschwinden, in einem schönen Resort in Idaho leben ... und sich totfressen.« Sodann: »Der Westen hat ja keine balls. Es muß halt mal einer auf den Tisch hauen. Und Kim Jong Un ist jetzt fällig.« Schließlich: »Kim muß diesen Weg jetzt zu Ende gehen …Denn auf der anderen Seite stehen soignierte Herren, die sagen: Wenn da was ist, scheißen wir die zwei Stunden mit Bomben zu – dann ist Ruhe im Karton.«

Hunzinger, woher haben Sie denn diese alberne Sandkasten-Desperado-Sprechweise? Immer noch sauer, daß die Weltgemeinschaft Ihre PR-Dienste nicht so richtig anerkennen mochte? Kein Resort gefunden, wo Sie sich totfressen konnten?

Weitersuchen, befiehlt Titanic

Grüezi, Schweizer Banken!

Wie doof dürfen sich Eure IT-Sicherheitsexperten eigentlich noch anstellen, bevor Ihr sie endlich vierteilt? Bzw. wie beschränkt muß man als guter deutscher Steuerhinterzieher eigentlich sein, solchen Gurken wie Euch das sauer hinterzogene Plattmoos anzuvertrauen?

Fragt der CCC@ Titanic

Ralf Stegner, SPD-Chef von Schleswig-Holstein!

Kaum hatte der Grünen-Parteitag die Forderung beschlossen, auf sämtliche V-Leute beim Verfassungsschutz zu verzichten, legten Sie als »Vertreter der SPD-Linken« (SZ) – und als solcher jedweder Traumtänzerei traditionell unverdächtig – realpolitischen Protest ein. Die bezahlten Spitzel seien zur effektiven »Gefahrenabwehr« enorm wichtig: »Wir wollen erfahren, wenn es Pläne bei Rechtsextremisten gibt, ein Ausländerheim anzugreifen.«

Wir natürlich auch, Herr Stegner! Jeder will das. Aber die V-Leute, von denen wir bislang hörten, rücken mit so was leider nicht raus – die helfen dabei.

Ihr Staats- und Gottvertrauen möchte vielleicht doch lieber nicht haben: Titanic

Detlef Esslinger c/o »Süddeutsche Zeitung«!

Auf der Medienseite teufelten Sie vor kurzem mit allerlei bedenkenswerten Argumenten auf die Moderatoren des Aktuellen Sportstudios (ZDF) ein, die sich eher als gedankenlose Conférenciers denn als kritische Journalisten zeigten und ihren Gästen oft einen »Teppich aus Schleim« auslegten. Auf einem solchen rutschten Sie dann aber selber aus: »Niemand fordert, daß im Sportstudio ein Kreuzverhör geboten wird. Aber ist es denn zu viel verlangt, einfach dies zu erhoffen: ein Gespräch – auf dem Niveau von Lanz oder Beckmann? Dazu jedoch bräuchte es Sachkenntnis und Haltung.«

Und daß sich die SZ-Redaktion in puncto Sachkenntnis und Haltung gerne an Lichtgestalten wie Lanz und Beckmann orientiert, hätten Sie damit ja schönstens belegt!

Schleimt Ihnen Ihre Titanic

Du, Franckh-Kosmos-Verlag!

Es ist wirklich gar nichts dagegen einzuwenden, daß Du den für Kinder »über 10 Jahren« geeigneten Experimentierkasten »Kristallzucht« mit 14 Sicherheitshinweisen versiehst. Allerdings gilt der Punkt 9 (»Iß, trink und rauche nicht am Experimentierplatz«) doch wohl nur, wenn die Kleinen sich nicht gerade ihr Crystal Meth zusammenrühren, oder?

Dafür geht’s heute mal ohne Glaspfeife ins Bett, verfügen die Freizeitpädagogen von der Titanic

Zerrüttete CSU!

Nun setzt Du also eine »Ethikkommission« ein, um ein für allemal herauszufinden, was Deinen Politikern erlaubt ist und was nicht. Unter dem Vorsitz von Theo Waigel soll ein »Leitfaden für alle Mandatsträger« entwickelt werden. Nicht daß sich am Ende der nächsten Legislaturperiode wieder herausstellt, daß die Hälfte der CSU-Abgeordneten zu Hause in ihrem Hobbykeller eine philippinische Ehefrau sitzen hat, die ihnen als scheinselbständige Sekretärin die Schreibarbeit macht. Waigel ist sich des Ernsts der Lage bewußt: »Die CSU ist in einer nicht ganz einfachen Situation.« Doch was braut sich nun unter seinen buschigen Augenbrauen zusammen? Was wird jetzt alles verboten werden? Das Autofahren mit über 2,0 Promille? Das Rückwärts-Einparken des Dienstwagens am Puffparkplatz? Das über Gebühr hörbare Furzen im Rundfunkrat? Das allzu korrupte Grinsen auf Lokalzeitungsfotos? Das Bierfaßanstechen auf mehr als fünf Feuerwehr-Fahnenweihen an einem Wochenende? Das Verzocken von Landesbankkapital, soweit es zehn Milliarden im Jahr übersteigt? – Naja, Du siehst schon, CSU, Du brauchst da professionelles Coaching!

Wenn Seehofer orakelt: »Wir wissen aus der Lebenserfahrung, daß man nicht alles in Paragraphen gießen kann«, – dann weiß ein jeder, was er meint: Man kann die Sekretärin seines Kollegen in Berlin schwängern, das ist keine Straftat nicht, wenn es auch der Papst nicht billigen kann, und das angetraute Eheweib daheim in Ingolstadt noch weniger. Aber wehe, man wird dabei erwischt, wie man im eigenen Ehebett die eigene Sekretärin vögelt, die auch noch den gleichen Ring am Finger hat! Und das seit 23 Jahren! Dann muß man gleich zurücktreten, Unsummen zurückzahlen, Zerknirschung heucheln, und die Staatsanwaltschaft hat man trotzdem am Hals! Wer soll sich denn da noch auskennen?

Aber für einen kleinen sechsstelligen Betrag erklären wir Dir alles, CSU. Das Honorar bleibt ja in der Familie.

Deine Compliance-Berater auf der Titanic

Und wenn Du, ARD,

uns einen Gefallen tun willst, dann entscheide Dich: Entweder Du läßt Dein ermittelndes Tatort-Personal auch weiterhin fabrikneue Dienstwagen in Reklameprospekt-Vollausstattung steuern und stehst dazu, oder Du läßt es mit der Produktplazierung bleiben. Beim habituell hingebungsvoll gefilmten Dienst-BMW der Kommissare Batic und Leitmayr das Logo auf dem Lenkrad (!) abzukleben ist nämlich ein bißchen dümmer, als selbst die Münchner Polizei erlaubt.

Deine linke Klebe von Titanic

Mensch, Georg Diez!

Mit welchem Satz haben Sie letztens Ihre »Spiegel online«-Kolumne begonnen? »Da ist es wieder: das Bild des häßlichen Deutschen.«

Klar! Wie jeden Freitag schlecht freigestellt und in einen rotgefüllten Kreis gepreßt.

Immer gerne: Titanic

Hui, »Sächsische Zeitung«!

Da versammelten sich in Deiner Provinz in der Nacht zum 20. April mehrere betrunkene Männer, um Führers Geburtstag standesgemäß zu zelebrieren. Zum Ort der Feier, dem Asylbewerberheim in Langburkersdorf, brachten sie folgende Partyutensilien mit: volle Benzinkanister, Schlagring und Messer. Die Fete wurde jedoch von ein paar Bewohnern, einem Wachmann und später der Polizei gestört.

Die Letztgenannte kam bei ihren Ermittlungen zum Hintergrund der Spontanparty zu dem Schluß, daß der »Verdacht der versuchten Brandstiftung« ausgeschlossen werden könne – dafür sah man »eher ein Beziehungsproblem zwischen den festgenommenen Männern und den ausländischen Bewohnern als mögliches Motiv«. Denn in Sachsen löst man dergleichen nach altem Brauch stets mit leicht entzündbaren Flüssigkeiten an Geburtstagen verdienter Politiker, stimmt’s?

Bis zu den nächsten Liebeskummer-Gemetzeln und Eifersuchts-Massenmorden freut sich schon auf weiterhin gute Polizeiarbeit und kritischen Journalismus aus der Zone: Titanic

Prinz Harry, Eure Hoheit!

Für die Charity-Organisation »Walking With The Wounded« wollt Ihr Ende des Jahres zum Südpol wandern. Wenn es der guten Sache dient: Warum bleibt Ihr nicht ein paar Jährchen da? Oder wandert von dort zum Nordpol?

Das wäre wirklich eine Wohltat, jedenfalls für die Eisbrecher von der Titanic

Fußball-Rowdy Marko Arnautovic!

Weil Sie Ärger mit der Autobahnpolizei hatten, wurden Sie von Ihrem damaligen Trainer Thomas Schaaf für die letzten Saisonspiele Werder Bremens nicht mehr in den Kader berufen. In der ORF-Sendung »Sport am Sonntag« erklärten Sie deswegen: »Es tut mir weh, wenn ich die Mannschaft spielen sehe und ich dabei auf der Tribüne sitzen muß.« Aber nun wissen Sie  mal, wie sich die Werder-Fans jedes Wochenende fühlen!

Ein Fuß wäscht den anderen: Titanic

Beste Werbeindustrie!

Slogans wie »Die wahrscheinlich längste Praline der Welt« (Duplo), »Die vielleicht beste Aktie Deutschlands« (BMW) oder »Die vermutlich seriöseste Partnervermittlung« (edarling.de) sickern seit geraumer Zeit aus Deinem Schlammbecken. Wir wittern da jedoch noch viel mehr Potential! Wie wäre es zum Beispiel mit: »Die möglicherweise beste Nahrung für Ihr Baby«, »Die angeblich sicherste Geldanlage«, oder »Der bestimmt nicht umweltfreundlichste Energielieferant«?

Gern geschehen: Eure Kundenakquise von Titanic

Hey, Justin Bieber!

Deinen Besuch im Anne-Frank-Museum hast Du auch dazu genutzt, Dich im Gästebuch zu verewigen: »Wirklich inspirierend, hierher zu kommen. Anne war ein tolles Mädchen. Hoffentlich wäre sie ein ›Belieber‹ gewesen« –  also einer Deiner Fans. Für diese Worte mußtest Du selbst auf Deinen Fanseiten jede Menge Prügel einstecken, was wir eigentlich nicht verstehen. Was gibt es denn gegen ein wenig Inspiration einzuwenden? Solltest Du Dich nun auch für ein paar Jahre in einem Amsterdamer Hinterhaus verstecken und keinen Mucks von Dir geben, werden vielleicht sogar wir zu »Beliebern«!

Zumindest solange Du Deine Gedanken keinem Tagebuch anvertraust.

Raten Deine tollen Mädchen von der Titanic

Sensationell ranschmeißerisch, »Bild«-Zeitung,

war Dein Fanal anläßlich des 80. Jahrestages der Bücherverbrennung am 10. Mai: »Erst brannten Bücher, dann die Menschen! Heute vor 80 Jahren ließ Adolf Hitler Tausende Bücher verbrennen! Bild holt sie aus der Asche des Vergessens…« Und dann tauchen aus der Asche des Vergessens so unvergessene Volksverdummungsfeinde auf wie Brecht und Kästner und Tucholsky, deren »Meisterwerke« Du nun als »Bibliothek der verbotenen Bücher« (10 Bände, Einzelpreis 9,99 Euro, Box 75 Euro) präsentierst.

Ja, wenn Du einen Feind nicht besiegen kannst, dann schleim Dich eben als falscher Freund bei ihm ran!

Für die »Vergessenen« stellvertretend kotzend: Titanic

Bundesinnenminister Friedrich (CSU)!

Den stets aufmerksamen Redakteuren von »Spiegel online« sagten Sie in einem Interview kürzlich: »Einen Selbstmordattentäter, der seinen eigenen Tod bei der Planung der Tat einkalkuliert, werden auch Videokameras nicht abschrecken.« Worauf die Journalisten fragten: »Also sind die Kameras gegen Terror unwirksam?« Was Sie zu der hinreißenden Antwort führte: »Das wäre ein falscher Schluß. Wenn wir zum Beispiel den Täter nach dem ersten Mal verhaften, kann er kein zweites oder drittes Mal zuschlagen.« Leider versäumten die Spiegel-Onliner dann aber nachzufragen, wie genau Sie, Friedrich, denn einen Selbstmordattentäter zu verhaften gedenken – in Stücken, kurz vor seinem Zusammentreffen mit ein paar Jungfrauen?

Eine drängende Frage, die hiermit nachholt: Titanic

Lächerlich, Bild.de!

Was willst Du da am Oberlandesgericht München während des NSU-Prozesses bemerkt haben? »Der angeklagte André E. und sein im Zuschauerraum anwesender Bruder Maik E. tragen beide ein T-Shirt der Hardrock-Band AC/DC, jeweils mit stilisierter Rune.« Eine stilisierte Rune? I wo! Es weiß doch jedes Kind, daß es sich um einen Blitz handelt – einen Blitz, der auf die Blitzkriege der Wehrmacht anspielt und deren Opfer verhöhnen soll!

Es läuten Dir die Höllenglocken: Deine Symbolforscher von der Titanic

Und, Franziska van Almsick,

wie weit sind Sie mit dem zweiten Kind? »Ich bin kurz vor der Ziellinie. In den nächsten Wochen ist es so weit.«

Dann will mal hoffen, daß das Neugeborene nicht allzu hart am Beckenrand anschlägt: Titanic

Thorsten Denkler c/o »Süddeutsche«!

Sehr kritisch widmeten Sie sich der Wahlparteitagsrede von Rainer Brüderle, dessen Gelalle Ihnen auch formal mißfiel: »Kein Bild scheint schwach genug, als daß es Brüderle nicht in seine Rede einbauen könnte.« Und dennoch: »Das Verrückte ist: Die Delegierten schunkeln bierselig mit, völlig trunken vom klebrig-süßen Wein der Hoffnung, den Brüderle ihnen versucht einzuträufeln. Da kann das, was er da oben macht, noch so absurd erscheinen.«

Aber, Denkler: Bierselige, die trunken sind von einem Wein, der ihnen erst noch eingeträufelt werden muß – das könnte ein Bild sein, das so schwach ist, daß nicht einmal Brüderle es in eine Rede einbauen würde. Aber das Verrückte ist: So absurd Ihre Versuche auch erscheinen, Ihr abgestandenes Wasser als Wein abzuschlagen, die SZ druckt’s ja bierselig schunkelnd doch ab.

Schon völlig besoffen: Titanic

Familienmensch Wolfgang Kubicki!

Wenn Sie sagen: »Ich will meinen Kindern etwas hinterlassen – möglichst viel, damit es ihnen möglichst gut geht. Und ich will nicht, daß Jürgen Trittin seine klebrigen Finger danach ausstreckt« – woher haben Sie eine so genaue Kenntnis über die Haftqualität von Trittins Fingern? Fassen Sie öfter danach, weil es so schön ist? Oder schließen Sie nicht doch eher von Ihren eigenen Wichsgriffeln auf die fremder Leute?

Schüttelt sich: Titanic

Was, Bernd Sibler (CSU),

müssen wir da in der Presse über Sie als bayerischen Kultus-Staatssekretär lesen? »Sibler hatte vor seinem Aufstieg ins Kabinett zunächst seine Mutter und dann auch seine Frau aus Steuermitteln bezahlt.«

Die Existenz von Katalogbräuten war uns bekannt; was Leihmütter sind, wissen wir auch. Aber das geht dann doch wirklich zu weit!

Meinen Ihre Steuermittellosen auf der Titanic

He, Margot Käßmann!

Als ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche ärgern Sie sich nun über Kritik am »Gutmenschentum«: »Wie zynisch ist eine Gesellschaft, die sagt, Weltverbesserer sind naiv?« fragten Sie deshalb auf dem Hamburger Kirchentag. »Jeder muß sich fragen, wie er sich in die Welt einbringen will.« Und: »Wenn Gott mich irgendwann fragt: Margot, was hast du gemacht in deinem Leben, und ich muß sagen: Ich habe 11,6 Jahre ferngesehen, das wäre mir peinlich.«

Dafür, Käßmann, müssen Sie halt sagen: Ich habe mich mit 1,6 Promille am Steuer eines Autos von der Polizei erwischen lassen.

Was peinlicher ist, überläßt gern Ihnen: Titanic

Bernard Antony (69), »Käsepapst«!

Zum Thema Mitessen oder Abschneiden der Käserinde äußerten Sie im Zeitungsinterview: »Wenn man das Aroma in Perfektion will, schneidet man die Rinde auf jeden Fall ab. Das ist wie mit dem Nachthemd einer geliebten Frau: Sie kann es anbehalten, kein Problem, aber die volle Schönheit offenbart sich erst, wenn sie es auszieht.«

Bon, Antony. Aber dann offenbart sich, um in Ihrem Bild zu bleiben, auch erst der volle, äh: Geruch, befürchtet Titanic

Werter Uli Hoeneß!

Da haben Sie uns in der Zeit exklusiv und unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit doch einiges gebeichtet: »Gezockt« hätten Sie, mit »teilweise extremen Beträgen« an der Börse, Tag und Nacht mit Ihrer Schweizer Bank telefoniert, sogar gegen den Rat Ihrer Familie: »Dieses Geld war virtuelles Geld für mich, wie wenn ich Monopoly spiele … Es war der Kick, pures Adrenalin.« Und wissen Sie was, Herr Hoeneß, ein bißchen können wir Sie sogar verstehen. Wenn einer so viel mehr Geld hat, als er zum Leben braucht, dann kann es schon mal vorkommen, daß er Millionen als Spielgeld erachtet und an der Börse verpulvert. Wir verzeihen Ihnen also, reuiger Uli. Deswegen sollten Sie nun wirklich keinen Ärger bekommen.

Aber verraten Sie uns eines Tages auch, weshalb Sie Steuern hinterzogen haben?

Neugierig: Titanic

Sie nun wieder, Malte Lehming!

Im Tagesspiegel salbaderten Sie über die Deutschen und ihren Hang, sich immer vielzuviele Gedanken über ihre Schuld zu machen. Und zwar nicht nur rückblickend, sondern schon vorausschauend. Aber, so mahnten Sie: »Vielleicht stellen wir uns mit unserem Folgenabschätzungswahn manchmal selbst ein Bein. Wissen wir zum Beispiel, ob Bio wirklich besser ist? Womöglich werden in hundert Jahren all jene Menschen evolutionär bevorzugt worden sein, deren Körper gelernt hat, mit einigen Chemikalien und künstlichen Aromastoffen fertig zu werden.« Und zudem: »Wissen wir, ob teurere T-Shirts wirklich das Los der Textilarbeiter in Bangladesch verbessern oder diese nicht in Arbeitslosigkeit und noch größere Armut stürzen?« 

Nur zu, Lehming, sitzen Sie es einfach aus – wenn wir die wahnwitzigen Folgen Ihres Tuns richtig abschätzen, wird schon in hundert Jahren Ihr journalistischer Bastardnachwuchs, bevorzugt, wie er dann gewesen sein wird, noch selbstgefälligere und zynischere Artikel schreiben als Sie. 

Hoffentlich ist dann schon ausgestorben: IhreTitanic

Du wiederum, geliebte »SZ«,

wirbst für etwas ganz Innovatives: »Süddeutsche Zeitung Magazin – Stil Leben. Ein neues Heft, entwickelt von der Redaktion des SZ-Magazins. Thema: ›Uhren und Schmuck‹« – ein nagelneuer Beileger für Uhren und Schmuck, neben dem bewährten Magazin? Wie lange, SZ, wird’s dauern, bis uns Auto-Bild seinen neuen Beileger andient, »Thema: Autos und Reifen«?

Still redundante Grüße: Titanic

Wir küssen Ihre Hand, Don Ulrich Grillo!

Als BDI-Präsident und Pate der deutschen Industriellenfamilie besitzen Sie nicht nur die Duisburger Grillo-Werke, sondern auch die Lizenz zum Mahnen und Warnen, etwa vor der politischen Behinderung von Großinvestitionen. Genau so eine Großinvestition will nun die arme Stadt Duisburg brav erlauben, und zwar gleich neben Ihrer schönen Chemiefabrik: ein »Factory Outlet Center« für billige Designerfummel. Das finden nun aber wiederum Sie aus irgendwelchen Gründen geschäftsschädigend. Weshalb Sie, der Sie Duisburg doch schon so viel Gutes tun, laut Wirtschaftswoche kurz die Maske fallen ließen und mal Klartext bellten: Ihr Einsatz für die Stadt gehe »nur so weit, wie unser wirtschaftliches Interesse nicht berührt wird«. Wow, Grillo! Ganz wie früher bei den Corleones in New York! Und als nächstes kommt also entweder die Unterschrift des Oberbürgermeisters auf Ihr Angebot oder sein Gehirn?

Weiß in dem Fall lieber von nichts: Titanic

Hey, PETA!

Unter Umständen tut Ihr Euch einen Gefallen, wenn Ihr auf Eurer Homepage in der Liste der prominenten Vegetarier den Eintrag »Dirk Bach« entfernt.

Da nich’ für: Titanic

Liebe Angela Merkel!

Im Streit um die sog. Frauenquote haben Sie verkündet: »Fragen von Gleichstellung, Familienpolitik, auch das Betreuungsgeld – so etwas wird bei uns in der CDU immer mit sehr viel Herzblut diskutiert. Und man lernt: Nicht alle Frauen denken gleich.« 

Glückwunsch, Frau Kanzlerin: Damit sind Sie immerhin Mario Barth schon mal einen Schritt voraus!

Anerkennen Ihre Genderforscher vonTitanic

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Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 26.09.:

    Bei Arte im Portrait: Ex-TITANIC-Chef und PARTEI-EU-Abgeordneter Martin Sonneborn.

Titanic unterwegs
29.09.2016 Sassnitz, Grundtvighaus
  Max Goldt
29.09.2016 Madrid, Cafeteria der Deutschen Schule
  Thomas Gsella
29.09.2016 Wien, Reumannhof
  Michael Ziegelwagner mit Maximilian Zirkowitsch
30.09.2016 Stralsund, Kulturkirche St. Jakobi
  Max Goldt

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Briefe an die Leser

 Liebe Leser!

Gegendarstellung: Die bedauernswerte Dame, die von Popstar Robbie Williams eine geschmacklose Geburtstagstorte mit der Aufschrift »Congrats, you’re the oldest person I’ve slept with« geschenkt bekommen hat, war nicht, wie in einer der letzten Ausgaben von »Briefe an die Leser« fälschlich behauptet, seine »Ex«. Und die sensationell stillose Torte wurde dem Ex-Popstar auch nicht von seiner Ex-, sondern seltsamerweise immer noch angetrauten Gattin leider nicht in die seinerseits auffällig alt gewordene (42) Goschn geklatscht. Was wiederum menschlich tadellos gefunden hätte: Titanic

 Hallo, Gema!

Wir möchten uns hiermit selbst anzeigen: Heute morgen beim regulären Gang zur Toilette entfleuchten einem unserer Mitarbeiter die ersten fünf Töne des White-Stripes-Hits »Seven Nation Army«. Wir bitten daher um Berechnung der gesetzmäßigen Gebühr gemäß folgender Parameter: Raumgröße 6 m², Anzahl Zuhörer: 1, Spitzenlautstärke 76 Dezibel, Eintritt auf Spendenbasis. Es wurde nicht getanzt. Meinst Du, wir kommen da mit unter 1000 Euro davon?

Mit total schechtem Gewissen: Titanic

 Kann es sein, Weinhaus Gröhl in Hamburg-Eppendorf,

daß Du die Philosophie des kultivierten Weintrinkens nicht wirklich verinnerlicht hast? Oder bist Du einfach nur darauf aus, die ewige Begeisterung für promilleselige Massenveranstaltungen auszunutzen, um in den entsprechenden Kreisen Kunden zu akquirieren?

In diesem Fall solltest Du vielleicht doch lieber auf Bier umsatteln. Meinen zumindest die Önologen auf der Titanic

 Herrgottsakra, Söder (CSU), wie genial!

»Der beste Schutz vor Terrorismus ist, keine Terroristen ins Land zu lassen«, verkündeten Sie in der Münchener Abendzeitung. Hätte man das doch nur schon bei der RAF gewußt! Oder beim NSU! Und wäre die Pränataldiagnostik des Verfassungsschutzes damals schon soweit gewesen. Dann hätte man die kleinen Verbrecher, noch ehe sie das Land betreten haben, ohne Umschweife dahin zurückschicken können, wo sie hergekommen sind!

Nichts gegen Ihre Mutter, aber dahin wünscht Sie auch manchmal: Titanic

 Walter Hildebrandt, deutscher Vater!

Als Direktor eines Steinbeis-Instituts für Digitale Verblödung, nein: Innovation in Berlin rauschen einem naturgemäß die krudesten Dinge durchs Hirnkastl. Bei Podiumsgesprächen lassen Sie Ihre Umwelt daran teilhaben und sagen dann solche Sachen: »Ich als deutscher Vater glaube, daß wir die Digitalisierung des Kindes hinkriegen.« Bei der Digitalisierung Ihrer deutschen Brut wünschen wir Ihnen viel Erfolg, wie auch immer Sie sie bewerkstelligen mögen. Techno-Faschisten wie Ihnen würde trotzdem gerne die Stecker ziehen: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Die Bremer Stadtmusikanten mal anders:

Fleisch im Fleisch im Fleisch im Fleisch.

Julia Mateus

 Walter Benjamin

suchte als Philosoph oft Halt bei Haschisch und Huren. Viel Handfestes kam nicht dabei heraus. Auch nicht bei seinen Beschreibungen von Paris, wo es Orte gebe, die aussähen, »als sei über das Photo einer« (abgebrochen). Über den Charme der Stadt dürfe man sagen, es liege »in dieser Atmosphäre eine weise abgewogene Mischung, daß einer« (abgebrochen). Den Charme von Benjamins Schreibweise hingegen kann jeder erfassen, der schon einmal unter Cannabis-Einfluß z.B. Schatten für »eine Brücke über den Lichtstrom der Straße« gehalten hat. Mir aber bleibt es überlassen, das Flanieren als Methode zum Entdecken des Unerwarteten

Ludger Fischer

 Zeichen und Wunder

Kürzlich stutzte ich, als ich auf meiner neuen PC-Tastatur direkt unter dem »F« noch ein kleines rundes Zeichen entdeckte. Ein Smiley? Oder ein zusätzliches @? Weder zusammen mit ALT, CTRL oder sonst einer Kombination ließ sich etwas auf den Bildschirm zaubern. Lange dauerte der klappernde Versuch jedoch nicht, dann wurde mir klar: Man sollte einfach während des Zähneputzens keine E-Mails checken.

Tobias Jelen

 Abgelehntes Stadtmotto

»Im Westen nichts: Neuss«

Torsten Gaitzsch

 Beim Beobachten der Jugend

Ich bin nicht überrascht, als ein junger Mann im Rewe eine Getränkedose aus der Palette nimmt und in zwei Zügen austrinkt. Schließlich sieht man ja immer öfter angebrochene Tafeln Schokolade, Kekspackungen oder Weinflaschen in Supermärkten. Gestaunt habe ich aber, als er dann ganz selbstverständlich die leere Dose in den Rücknahmeautomaten gesteckt und anschließend den erhaltenen Bon an der Kasse eingelöst hat.

Wolfgang Beck