[23.02.2014]
Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen Gärtners kritisches Sonntagsfrühstück: Krake Juda

Als Verwalter dieser Kolumne ist man naturgemäß das, was Chlodwig Poth einmal einen „Berufsärgerer“ genannt hat, und groß ist die Gefahr, daß man sich um des Ärgerns willen ärgert und also eine harmlose SZ-Karikatur für antisemitisch hält, bloß weil ein typisierter Jude krakenhaft die Kommunikations- und Datenwelt (und damit, versteht sich, die ganze) in den Tentakeln hält. Schön, vielleicht ist dem Zeichner die Nase des Facebook-Gründers Zuckerberg ein bißchen arg hakenhaft geraten, und daß die Tentakel wie Schläfenlocken wirken, mag auf hypersensible Gemüter irritierend wirken. Die Augen voller Heimtücke und der Mund in böser Freude aufgeworfen: das muß allerdings drin sein, will einer die Wirklichkeit zur Kenntlichkeit entstellen, und diese Wirklichkeit hat nun einmal der Jude Zuckerberg unter seine Kontrolle gebracht, und er freut sich sichtlich darüber, weil das bis zum Freitag, als die Karikatur erschienen ist, ja auch niemand so richtig geschnallt hatte, daß sich das Weltjudentum, als vagabundierendes so ortlos wie die Datenströme, unserer geheimsten WhatsApp-Mitteilungen bemächtigt; freilich erst nachdem M. Zuckerberg von sämtlichen im Netz verfügbaren Fotos seine Hakennase hat retuschieren lassen. Eine Heimtücke, die im blutunterlaufenen Blick sichtbar zu machen dem Burkhard Mohr aufs überzeugendste gelungen ist. Wie die Hakennase eben auch.

Süddeutsche illustriert auf Stürmer-Niveau“ lautete, einer Beschwerde des jüdischen Zentralrats folgend, die Klage der politisch korrekten Welt, nachdem die Redaktion im vergangenen Juli ein vom lieben Ernst Kahl stammendes, messerbewehrtes Monster zur Illustration israelischer Militärpolitik verwendet hatte, und die Kollegen haben den Fehler eingesehen. Deshalb wird Zuckerberg ja auch nicht als Monster dargestellt, sondern als Krake, und Kraken – was immer man gegen sie haben kann mit ihren schleimigen, tödlichen Fangarmen, mit denen sie z.B. kleine blonde Kinder und arische Jungfrauen zu sich in ihre Unterwelt herabziehen – folgen bloß ihrer Natur, sie können gar nicht anders. Es hätte also auch gar keinen Sinn, Kraken zivilisieren zu wollen, sie etwa zu taufen, sie blieben doch immer Kraken.

„Gab es denn da einen Unrat, eine Schamlosigkeit in irgendeiner Form, vor allem des kulturellen Lebens, an der nicht wenigstens ein Jude beteiligt gewesen wäre? Sowie man nur vorsichtig in eine solche Geschwulst hineinschnitt, fand man, wie die Made im faulenden Leibe, oft ganz geblendet vom plötzlichen Lichte, ein Jüdlein.“ Hitler, 1925

In diesem Sinne wird auch der immer wieder erwogene EU-Boykott von Waren aus den von Israel besetzten Gebieten nichts bringen, außer vielleicht Zustimmung bei jenen, die von der Krakenhaftigkeit des jüdischen Wesens derart überzeugt sind, daß ihnen, sofern in der Redaktion der Süddeutschen Zeitung beschäftigt, der Gedanke gar nicht hat kommen können, bei unserer glänzenden Karikatur handele es sich um mehr als den täglichen Stuß und Scheiß, nämlich um eine tatsächlich auf Stürmer-Niveau operierende, offen antisemitische. Wenn der Gedanke allerdings erst einmal da ist, muß sich auch der unverdächtige Kolumnist und WhatsApp-Nutzer, der, weil er Facebook nicht ausstehen kann, seinen Kurznachrichtendienst wechseln will, gut überlegen, ob er mit dem Nebeneffekt leben mag: daß er künftig nicht mehr beim Juden chattet. Ein Gedanke, der ihm ohne die famose Zeichnung gar nicht gekommen wäre.

Die deshalb, s.o., eben doch nicht unter Antisemitismus abgelegt werden muß. Sondern unter Volksaufklärung.




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Leo Fischer, heute hauptberuflich Biertrinker, Bahnfahrer und Bahntrinker, war bis vor kurzem der "wichtigste Chefredakteur des Landes" (Zitat Fischer). Tausende Abonnenten beugten sich seiner Macht, kündigten fristlos. Als sein Stern am höchsten stand, verfaßte er mit "Generation Gefällt mir" einen legendären Ladenhüter voll Internetblödsinn, den Sie hier handsigniert erhalten. Außerdem kredenzen wir Ihnen den beliebtesten TITANIC-Titel der Ära Fischer als fertig gefaltetes Poster mit vier rechten Winkeln. Zuschlagen!Björn Högsdal, Johanna Wack (Hrsg.): "Last Exit Babyklappe"
 "Jedes Kind ist gewissermaßen ein Genie und jedes Genie gewissermaßen ein Kind." Gut, das mag vielleicht die naive Meinung des warmherzigen Menschenfreunds Arthur Schopenhauer gewesen sein – die Autoren von "Last Exit Babyklappe" wissen es besser. Denn: Sind unsere Jüngsten nicht vielmehr lebendige Foltergeräte? Glatzköpfige, inkontinente, schreiende Schrumpelwesen, und also schon bei der Geburt reif fürs Altersheim? Antwort: ja. Es berichten u.a. die TITANIC-Autoren Anselm Neft, Björn Högsdal, Volker Surmann, Heiko Werning und Torsten Wolff!Volker Surmann: "Lieber Bauernsohn als Lehrerkind"
Lesebühnenautor, Gelegenheits-Slammer, TITANIC-Autor – –und Provinz-Exilant: Volker Surmann stammt aus den Tiefen des Teutoburger Waldes, heute wohnt er im Trend-Städtchen Berlin. In seinem ironisch-autobiografischen Heimatroman beschreibt der „Alien vom Planeten Acker“ (Eigenwerbung) u.a. den grausamen Mord an seiner Lieblingskuh und sein Versagen beim Traktorfahren – Blut und Boden sind also garantiert! „Ist Volker bloß ein metrosexueller Großstädter, gefangen im Körper eines ostwestfälischen Bauernkinds?“ Finden Sie es heraus!Pit Knorr: "Mallorca: Insel der Inseln" plus TITANIC-FeuerzeugDer TITANIC-Gründer und Wahl-Mallorkese Pit Knorr signiert dir sein Buch »Mallorca: Insel der Inseln« – und spendiert dir noch ein TITANIC-Feuerzeug, damit du’s auch zu Hause mallorquinisch warm hast!Ella Carina Werner: "Die mit dem Bauch tanzt"Wenn sie mal  nicht schwanger ist, schreibt sie wie der Teufel: die Hamburger  Satirikerin Ella Carina Werner publizierte in TITANIC über  bulgarische Flüche und das Elend der Kleingartenfavelas. In ihrem  ersten Roman schildert sie den Aufstieg ihrer Mutter von der  braven Hausfrau zur geheimnisvollen Bauchtanz-Exotin "Shazadi",  die ganz Ostwestfalen um den Verstand bringt. Und die Leserschaft  ihrer Tochter gleich mit!Heiko Werning/Volker Surmann (Hrsg.): "Fruchtfleisch ist auch keine Lösung"Fernsehkocharenen und Jamie-Oliver-Apps auf der einen Seite – Ehec, Dioxin und Cranberrybier auf der anderen: Ernährung fasziniert und verängstigt heute gleichermaßen. Höchste Zeit für einen kritischen Sammelband, in dem 35 Hobby-Esser über Antivegetarismus und Provitamine, über Thymian, Safran und Foer debattieren. Zu den Textköchen zählen Sterne-Satiriker, die sich mit den Grenzen des guten Geschmacks nur allzu gut auskennen: Leo Fischer, Stefan Gärtner, Oliver Nagel, Katharina Greve, Wiglaf Droste, Mark-Stefan Tietze u.v.a.m.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Bild-Leser beschimpfen TITANIC-Redakteure, live am Telefon
Mit einer präzisen Bestechungsaktion ermöglichte TITANIC das Sommermärchen der WM 2006, die Rettung des deutschen Fußballs und der gesamten Nation. Nicht alle waren davon begeistert – wie die auf dieser CD gesammelten schönsten Wortmeldungen engagierter Bild-Leser (»Sie sind ein ganz großes Schwein, die Titanic!«) belegen.
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Das schreiben die anderen
Titanic unterwegs
25.04.2015 Berlin, Schwuz
  Leo Fischer
25.04.2015 Berlin, Haus der Kulturen der Welt
  Gerhard Henschel, Mark-Stefan Tietze u.a.
25.04.2015 Menden, Scaramouche
  Tibor Rácskai, Peter Neuhaus
25.04.2015 Radio, WDR 5
  Pit Knorr, Oliver Maria Schmitt, Hans Zippert
Briefe an die Leser

 Kioskbesitzer und Zeitungsverkäufer!

Wie sich im Bildblog nachlesen läßt, bieten einige von Euch seit kurzem keine Bild mehr an. Das ist sehr erfreulich, aber hoffentlich nur ein Anfang. Denn es gibt ja noch: WeltSüddeutscheFAZHandelsblattZeitSpiegelSternFocus und Bunte.

Dann wäre endlich auch mehr Platz für Titanic

 Wie kein zweiter, Markus Lanz,

beherrschen Sie in Ihren Gesprächssimulationen den fliegenden Wechsel zwischen anbiederndem Gastgeber und stirnrunzelndem Investigativjournalisten. Schließlich will man es sich weder mit dem Gast noch mit dem als eher skeptisch vorgestellten Publikum verderben. Ihr Meisterstück aber lieferten Sie nun in einer Sendung, in der es Ihnen gelang, die ganze hohe Lanz-Schule zu einem einzigen Satz zu verdichten: »Das ist natürlich wahr – wobei: Stimmt das wirklich?«

Bravo, Lanz! Man darf sich als Journalist eben nie mit einer Seite gemein machen. Wenn schon, dann mit beiden!

Genauso hält’s seit jeher Ihre Titanic

 Und, einheimische Superreiche!

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung verfügt Ihr, bei einem Bevölkerungsanteil von einem Prozent, über ein Drittel des hiesigen Privatvermögens. Ein Drittel? Das wirkt nur auf den ersten Blick bescheiden. Auf den zweiten ist es eine Katastrophe: Wie wollt Ihr unsere Firmen und Fußballclubs vor den richtig Reichen aus USA, Rußland und Nahost beschützen, wenn Ihr noch nicht einmal uns die letzten Groschen aus den klammen Fingern zu reißen versteht? Wenn Ihr uns – aus Philanthropie? aus Langeweile? – zwei Drittel – zwei! Drittel! – in Form volkswirtschaftlich nutzloser Kleinbeträge belaßt? Einheimische Superreiche, geht in Euch! Noch besser: Geht an unsere Spareinlagen, Portemonnaies, Handy-Guthaben etc.!

Wie? Das tut Ihr schon längst? Es dauert halt nur ein Momentchen?

Dann will nichts gesagt haben: Titanic

 Bestattungen Huerkamp, Kreis Warendorf!

Dein zertifiziertes Engagement dafür, kürzlich Verstorbene qualitativ hochwertig unter die Erde zu bringen, kommentiertest Du in der Lokalpresse so: »Wir leben QM und genau das hilft uns jetzt ungemein.« Für die Verwendung des deppenhaft, transitiv gebrauchten Verbs »leben« im denkbar ungeeignetsten Kontext zollen wir Dir uneingeschränkten Respekt. Nur das fehlende Komma hinterläßt doch eine gewisse Leere und Trauer.

Andererseits: Wir leben! Und genau das hilft ungemein, jetzt und immerdar, den Qualitätsmanagern der Titanic

 Grüß Gott, Martin Luther!

Nur zwei Jahre vor Ihrem 500. Reformationsjubiläum wühlte zunächst die Jubelbeauftragte Käßmann Ihr antisemitisches Vermächtnis auf (»ein erschreckendes Beispiel christlicher Judenfeindschaft«), und dann pinnte auch noch der Nazi Lutz Bachmann nach Ihrem Vorbild Thesen an die Dresdner Kreuzkirche. Was könnte da Ihren Leumund noch rechtzeitig reinwaschen, Luther? Ein ordentlicher Ablaßhandel? Das Geld dafür würde Ihnen sicher gerne ein netter Jude vorstrecken!

Erlösungsvorschlag ins Fegefeuer von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Im neoliberalen Café

Neulich träumte mir, ich sei zu Gast in einem Restaurant, das »Das neoliberale Café« hieß. Die Gäste erhielten hier bis zu zwanzig Prozent Rabatt, wenn sie Brötchen für andere Gäste schmierten oder andere kleine Dienstleistungen übernahmen. Ab und zu wurde allerdings auch einer der mitarbeitenden Gäste vom Chef herauskomplimentiert, zur allgemeinen Gaudi mit einem angedeuteten Arschtritt, einer Kopfnuß oder ähnlichem. Ob arm oder reich – die Leute standen Schlange vor dem Laden.

Christian Y. Schmidt

 Geschäftsmodell: Fail

Die Wäscherei an der Ecke wirbt mit dem Spruch »Die Reinigung für Sauberbleiber«. Ich fühle mich davon sofort angesprochen, kann mich voll und ganz mit dem Werbespruch identifizieren – ja ja: Ich sehe es deutlich vor mir, ich bin gemeint. Wie gerne wäre ich Kunde dieses vorbildlichen Betriebs! Nur habe ich leider nichts, was man waschen müßte.

Frederik Skorzinski

 Occupy Starbucks

Immer wenn ich mit meiner Freundin im Café sitze, sie mit ihrem auf einem Tablett mit Spitzendeckchen und ziseliertem Silberlöffelchen servierten Latte Macchiato, ich mit meinem Schonkaffee schwarz, wird mir bewußt: Wir leben in einer Zwei-Tassen-Gesellschaft.

Daniel Sibbe

 Beim Empfang

»Guten Tag! Bitte sagen Sie mir Ihren Namen.« – »Sebastian Klug.« – »Können Sie mir Ihren Nachnamen buchstabieren?« – »Kaufmann – Ludwig – Ulrich – Gustav. Kaaah – Elll – Uuuh – Geeeh. Klug.« – »Okaaaay… Und in Buchstaben?« Dialog gescheitert.

Sebastian Klug

 Nachbarschaftshilfe

In ihrem Dorf, erinnert sich die Großmutter, sei man schon immer bereit gewesen, sich gegenseitig zu helfen. Als der jüdische Viehhändler etwa sein Geld habe eintreiben wollen, obwohl die Kuh, die er dem Nachbarn verkauft hatte, sofort danach krank geworden war, seien alle Bauern des Dorfes diesem sofort zu Hilfe geschritten. Den Viehhändler hätten sie gleich auf dem Feld, auf dem er erschienen sei, in der Furche liegen gelassen. Weil er aber keine Erben gehabt habe, hätte sein Besitz gerecht unter den Höfen im Dorf aufgeteilt werden müssen.

Ludger Fischer