Briefe an die Leser | Juli 2015


Dr. Dr. Rainer Erlinger, Moralfachmann (»SZ-Magazin«)!

In Ihrer Kolumne »Gewissensfragen« behandeln Sie die großen und kleinen Probleme, die unsere Gesellschaft bewegen. Neulich zum Beispiel, ob es in Ordnung sei, beim Wiegen von Rispentomaten im Supermarkt die Stiele zu entfernen, um Geld zu sparen. Gewohnt abwägend – bzw. in diesem Falle abwiegend – näherten Sie sich dem Problem: Zuerst fanden Sie durch empirische Moralforschung heraus, daß die Strünke an der Tomatenrispe einen läppischen Gewichtsanteil von 0,11 und 0,68 Prozent hätten.

Weiter ging es mit Tugendethik und der Überlegung, daß jeder die Strünke einfach entfernen könne, »wenn auch mit der absehbaren Folge, daß die Preise dann um 0,11 bis 0,68 Prozent angehoben werden«. Damit kamen Sie zur urspünglichen Frage zurück: »Kann man jemanden als tugendhaft, also gut ansehen, der so auf seinen Vorteil achtet, daß er die letzten Bruchteile eines Prozents für sich herausholen will?« Und fällten schließlich Ihr Urteil: »Möchte man in einer Welt leben, in der alle Menschen so sind? Ich nicht.«

Na na, Herr Dr. Dr.! Otto Normalverbraucher darf also nicht sparen, der kapitalistisch organisierte Handel aber schon? Klingt doch sehr nach einer faulen Tomate.

Und in einer Welt voller fauler Tomaten wie Ihnen, Erlinger, möchte nicht leben: Titanic

Thomas Oppermann!

Als die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini zwecks Lösung des Flüchtlingsproblems im Mittelmeer ein »robustes UN-Mandat zur Bekämpfung von Schlepperbooten« forderte, sprich: deren Versenkung, da waren Sie einerseits sofort mit wehenden Fahnen an der Seite Mogherinis. Und gaben andererseits zu bedenken, daß ein solches Mandat dann aber »mit Fingerspitzengefühl eingesetzt« werden müsse. Wie sollen wir das verstehen? Wer mit Torpedos auf Schlauchboote schießt, darf kein so skrupelloser Grobian sein wie, sagen wir mal, Ihr Koalitionskollege, der Unionsfraktionschef Volker Kauder? Sondern müßte unbedingt ein ausgewiesener Menschenfreund mit Feingefühl sein wie, sagen wir mal – Sie, der sozialdemokratische Fraktionsvorsitzende? Der bei jedem versenkten Kahn schwer an seiner Verantwortung trägt und sich hinterher bei Maischberger eine Stunde lang ausheult?

Uns kommen jetzt schon die Tränen: Titanic

Kristin Haug c/o »Spon«!

Im Newsblog »Der Morgen @Spiegel online« schrieben Sie zur gestiegenen Konsumstimmung in Deutschland: »Die Verbraucher liebäugeln wieder stärker mit größeren Einkäufen, etwa von Sofas und Mofas.« Angesichts der nachtschlafenden Zeit Ihres Beitrags von 8.14 Uhr möchten wir Ihre tadellose Sprachleistung gar nicht schmälern – da sind wir von Ihren ausgeschlafenen Kollegen weitaus schlimmeres gewohnt –, zumal sich auf »Autos«, »Fernseher« und »Einbauküchen« relativ schlecht reimen läßt. Wir würden aber gerne das Geheimnis erfahren, wie Sie um diese Uhrzeit semantisch schon so auf Zack sein können? Etwa mit Kaffee und Tee, Weed und Speed, Schokolade und Gottesgnade? Oder doch mit Günter Pössingers großem Reimlexikon (Heyne, 8,95 Euro)?

Erbittet Rat und Tat: Titanic (15.26 Uhr)

Du, Firma Microsoft,

bietest kostenfrei Upgrades auf Dein neues Betriebssystem »Windows 10« an und hast auch ein Programm zum Kennenlernen eingerichtet. Als wir jedoch Anfang Juni voller Erwartung auf den Link »Windows 10 kennenlernen« klickten, erschien im Browserfenster exakt was? Ja, genau, die Fehlermeldung »We are sorry, the page you requested cannot be found«! Und da hatten wir auch schon wieder genug von Deinem neuen Betriebssystem kennengelernt.

Never change a »running« system! Titanic

He, Hamburger Verkehrsverbund!

»Fangen Sie vorne an«, forderst Du Deine Fahrgäste auf Schildern an Deinen Bushaltestellen auf, um dann zu erklären: »Wir freuen uns, wenn Sie vorne einsteigen, die Fahrkarte vorzeigen und hinten wieder aussteigen.«

HVV! Hast Du es wirklich so eilig, Deine nervenden Kunden wieder loszuwerden?

Ab sofort nur noch im Taxi unterwegs: Titanic

Und Dich, Textildiscounter Kik,

wollten wir schon lange einmal fragen: Wen oder was bezeichnet eigentlich das Eigenschaftswort »sympathisch« in Deinem Werbeslogan?

Und wo wir schon dabei sind: Wofür stehen denn jeweils »clever« und »gut«?

Momentan völlig vernagelt: Titanic

Ganz schön zynisch, H&M,

dünkt uns Dein Angebot, den Kaufpreis von 9,99 Euro für ein T-Shirt auf zehn Euro aufzurunden und diesen Bonus dann an Unicef zu spenden, da die Kinderarbeiter in Bangladesch an ihren zwölfstündigen Arbeitstagen als Stundenlohn doch bestimmt das Doppelte bekommen!

Ach, das müssen die zu Hause komplett abgeben?

Dann will nichts gesagt haben: Titanic

Und, äh, Stern.de,

folgendes hast Du auch noch vermeldet: »Das ›Literarische Quartett‹ kehrt auf den Fernsehbildschirm zurück – erstmals ohne den verstorbenen Marcel Reich-Ranicki.«

Hättest Du das nicht früher sagen können, Stern.de? Das Quartett mit dem verstorbenen Reich-Ranicki hätten auch mal gerne geschaut: die Nekromantiker von der Titanic

Mensch, Cora Schumacher!

Ist das nicht furchtbar, sich nach langen erfahrungslosen Ehejahren mit einem geistlosen Ralf Schumacher, für den sein Bruder anscheinend stellvertretend ins Koma gefallen ist, einen Tattoo-Spruch stechen zu lassen über andere »Schlampen«, die einem »als erste einen blasen würden«, so man nur »einen Schwanz« hätte?

Und sich dann, in der TV-Sendung »Let’s dance«, nach einem wirklich hochwertig hölzernen Tanz voller Choreographie-Blackout-Höhepunkte von einem eitlen Börsenfuzzi und Zackigtänzer namens Joachim Llambi vor Millionen TV-Hämern widerspruchslos sagen lassen zu müssen, daß selbst Nullnummern wie Heide Simonis oder Jenny Elvers noch besser gewesen seien?

Würde sich zwischendurch wenigstens mal schämen: Titanic

Wie, Winzer Erwin Sauerwein (Palzem/Mosel),

laufen eigentlich so die Geschäfte?

Macht ebenfalls lustig: Titanic

Wogegen, Stern.de,

es auf Deine Frage »Küchenmythen: Darf man gekochte, geschlossene Muscheln essen?« zwei Antworten gibt. Erstens: Man darf hierzulande fast alles, wenn man es unbedingt will. Zweitens: Man hole aber vorher die Muscheln aus der Schale, sonst wird’s schon sehr knusprig.

Empfiehlt jedenfalls die Kombüsenmannschaft der Titanic

Moin, Jörg Pilawa!

Nach fast 50 Jahren auf der Erde und ungezählten, jedenfalls viel zu vielen Jahren im Fernsehen haben Sie nun auch noch ein Buch geschrieben. Titel: »Bin ich eigentlich bekloppt?«

Und die Antwort auf diese Frage schenkt Ihnen zum Geburtstag und ausnahmsweise sich selbst: Titanic

In Rage, Sexualforscher Volkmar Sigusch,

redeten Sie sich im SZ-Magazin ob »unserer mißlungenen Sexualkultur«, und Sie konstatierten: »Geschlechtsverkehr ist bei uns immer noch: rein, raus, fertig. Es ist ein Trauerspiel.« Allerdings seien »unter uns« auch »sogenannte Feeder, die ihre Freundin mästen, Objektophile, die sich in ein Auto verlieben, und Kultursodomiten, die nur mit einem Hund oder einer Katze zusammenleben«. Mehr noch: »Den einen erregt die Kleidung des anderen Geschlechts oder ein Tier, den anderen Nasenschleim oder das Fehlen eines Beines.« Und es gebe eben auch »Paare, denen es gelingt, Begehren und Liebe für längere Zeit zusammenzuführen, indem sie eine solche Vorliebe in ihr Sexualleben integrieren.«

Nach kurzem Grübeln, wen genau Sie, Prof. Sigusch, denn mit »uns« meinen könnten, dämmerte es: In Frage kommen da eigentlich nur die in glücklichen Liebesbeziehungen lebenden, dabei ihre einbeinigen Freundinnen mit Nasenschleim mästenden Tier- und Autoliebhaber in Frauenkleidern von Titanic

Grüß Gott, Herr Gauck!

Als deutscher Chefpastor erklärten Sie den Flüchtlingen auf Malta (bzw. ein paar Journalisten samt Tagesthemen-Kamera) kürzlich, was Sie unter Nächstenliebe verstehen: »Das stellt uns dann die Frage: Wollen wir die alle zurückschicken? Oder brauchen wir nicht einen Teil dieser, äh, Menschen, die eine ganz große Energie haben? Sonst hätten sie es nicht bis hierher geschafft.« Und wie bequem diese Art der Selektion funktioniert: Die Versager schaffen sich selbst ab, ohne daß sich ein Deutscher die Hände schmutzig machen muß!

Für so viel Ehrlichkeit möchte Ihnen am liebsten den Darwin-Award am schwarz-rot-goldenen Bande verleihen: Titanic

Du, Stern.de,

hast für die Geschichte einer Frau, die sich mehrere Jahrzehnte lang als Lehrerin ausgegeben hat und auch ihr Abiturzeugnis fälschte, zunächst die Überschrift »Falsche Lehrerin türkte sogar ihr Abiturzeugnis« gewählt. Irgendwann hast Du das geändert, die Frau »türkte« dann nichts mehr, sondern »fälschte« nur noch als »Fake-Lehrerin«. Aber ist das denn richtig, Stern.de? Müßte es bei einem ausgewiesenen Qualitätsprodukt wie Dir nicht »sternte« oder »hitlertagebücherte« heißen?

Das erörtert, bei einem schönen türkischen Mokka, gerade die Historikerkommission von der Titanic

Bundestagspräsident Norbert Lammert!

Während Joachim Gauck, Angela Merkel und Sigmar Gabriel den ägyptischen Staatspräsidenten Abdel Fattah al-Sisi bei seinem Deutschlandbesuch empfingen, sagten Sie ein anberaumtes Treffen mit Hinweis auf die Verfolgung Oppositioneller und die hohe Zahl der Todesurteile in Ägypten ab. Wir wollten uns nur kurz dafür bei Ihnen bedanken; schöner hätten wir unsere Regierung nämlich selbst nicht vorführen können.

Bietet Ihnen gerne ein Praktikum an: Titanic

Goethe, alter Dichterfürst!

Daß Du ein Problem hattest, war uns natürlich schon immer klar; wir wußten aber nie so recht, welches. Jetzt aber wardst Du enttarnt, und zwar von Werner Michler, der in seinem jüngst erschienenen investigativen Werk »Kulturen der Gattung. Poetik im Kontext 1750 –1950« folgenden Umstand enthüllt: »Goethes Problem war die Verbindung von ›Steigerung‹ als Agon und ›Steigerung‹ als evolutives Prinzip des organischen Kunstwerks, das als Entität sui generis den Hiat von Gattungshaftigkeit als bloßer Serialität und Gattungshaftigkeit als prokreativem Prozeß überspannen sollte.«

Na, Goethe, was sagst Du nun? Und weißt Du was, Goethe? Genau das war immer unser Eindruck von Dir: überspannt! Total überspannt, der Kerl. Und sein Werk: einfach bloß serial.

Alles klar ist jetzt zumindest für Titanic

Hey, Pornodarsteller!

Nachdem Euch der Bundesstaat Kalifornien bereits die Kondome aufgezwungen hat, soll nun laut »Spiegel online« bei »entsprechenden Szenen« auch »das Tragen von Schutzbrillen zur Pflicht werden«. Das sieht in den meisten Fällen gewiß unpassend, vielleicht sogar albern aus; wie wäre es also, wenn Ihr der Natürlichkeit wegen künftig häufiger im Steinbruch dreht?

Freut sich schon auf das Gehämmer: Titanic

»Süddeutsche Zeitung Magazin«!

Ein wichtiges Titelthema, das: »Das süße Gift der Rührung: Warum so viele Menschen sich lieber Katzenvideos ansehen, als sich mit Flüchtlingsbildern auseinanderzusetzen.« Es könnte freilich, Süddeutsche Zeitung Magazin, dies aus demselben Grund sein, aus dem sich so viele Menschen lieber mit Dir auseinandersetzen (»Abkühlung für den Sommer: sieben neue Milkshake-Rezepte«, »Die Stehleuchte ›Fliegenbein SL‹ paßt gut zu Designklassikern«) als mit Magazinen, die das süße Gift der Zerstreuung nicht ganz so stahlbadewannenweise anrühren.

Bis zum nächsten Fun-Freitag! Titanic

Hey, Garnier Fructis!

Sag mal, gibt es Deine Haarpflegeprodukte der Serie »Schaden Löscher« auch für unter die Kopfhaut? So etwas würden wir nämlich ganz dringend Deinem Marketingpersonal empfehlen.

Tatütata: Titanic

Und, Nico Fried (»SZ«)!

Froh und dankbar sind wir braven Staatsbürger, daß uns die vierte Gewalt so zuverlässig schützt und sich noch in ihren Wochenendglossen dem kalten Wind der Wirklichkeit aussetzt: »Neulich waren wir zum Interview bei der Bundeskanzlerin. Es gab Kaffee. Weil ich den Kaffee gerne weiß trinke, nahm ich das kleine Kännchen, goß mir einen Schuß Milch ein, zog das Kännchen zu schnell über der Tasse weg und kleckerte einen Tropfen Milch auf die Tischplatte. Genau so stellt man sich den Auftakt eines gelungenen Besuches bei der Bundeskanzlerin vor.« Und genau so stellen wir uns gelungenen Politjournalismus vor, der den Mächtigen auf die Finger und aufs Kännchen schaut! »Hinten im Eck von Angela Merkels Büro steht eine weiße Couchgarnitur, die ganz gemütlich aussieht und von der man einen schönen Blick auf den Reichstag hätte – meistens jedoch empfängt die Kanzlerin an einem schlichten rechteckigen Tisch«, empfängt also ehrfürchtig diejenigen, ohne deren kalten Blick noch für die marginalsten Mißstände unsere schöne Demokratie nicht zu denken ist. »Zurück zum Steuerbonus für Milliardäre«, nee: »… zum Milchklecks. Leider gab es keine Servietten. Und ich hatte keine Taschentücher dabei.« Und das bei diesem devoten Gewichse! »Nun sah auch Merkel das Malheur. Sie sagte nichts. Ich wiederum finde jetzt, man sollte das mit ihrer Zögerlichkeit nicht immer so kritisch sehen.«

Und wir, lieber Herr Fried, finden jetzt, man sollte das mit dem kritischen Journalismus nicht immer so zögerlich sehen, und gratulieren unumwunden zu 30 Zentimetern Blindtext.

Mit Empfehlung für den Henri-Nannen-Preis: Titanic

Udo Walz (70), Frisör!

Sie mögen grau gefärbte Haare nur bei Damen-Kurzhaarschnitten, wie Sie der DPA erzählten: »Bei langen Haaren macht es müde. Bei jungen Kundinnen scherze ich vorher gern: Gleich wissen Sie, wie Sie später mal aussehen.« Hach, Walz, Sie Lustiger! Ob mit schwarzem, weißem oder langem schlohgrauen Bart – bei Ihren Scherzen können sich vor Müdigkeit kaum mehr in den Pantoffeln halten

Ihre Hobbycoiffeure auf der Titanic

Glückwunsch, Veronica Ferres!

Sie wurden kürzlich fünfzig Jahre alt und verrieten der Bild im »einzigen Geburtstagsinterview« neben allerlei erwartbar Verblödetem (»Humor ist so wichtig«, »lebe viel mehr im Augenblick, bin dadurch authentischer«, »Mein Motto: Sei frech, wild und unabhängig. Und das jeden Tag«) auch, daß Ihre »biologischen Zellen 38 Jahre alt sind«.

Na, da lassen Sie uns doch mal raten: Graue sind noch keine darunter, stimmt’s?

Im Augenblick authentisch frech: Titanic

Ihnen, Armin Laschet,

Landesvorsitzender und Fraktionschef der CDU in NRW sowie Stellvertreter von Angela Merkel in der Bundes-CDU, kamen als Lehrbeauftragter der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen ein paar Klausuren abhanden. Ihnen zufolge waren diese in der Post verlorengegangen und mit ihnen auch die Noten. Diese vergaben Sie anschließend freihändig und nach Ihrer Darstellung anhand Ihrer Korrekturnotizen. Dumm nur, daß Sie dabei wie in einem altertümlichen Pennälerfilm auch Noten an Studenten vergaben, die gar nicht mitgeschrieben hatten.

Als dies bekannt wurde, haben Sie Ihren Lehrauftrag sogleich zurückgegeben, wofür Sie sich gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger prompt selbst bemitleideten: »Diesen Schritt halte ich angesichts dieses mißlichen Vorgangs mit Blick auf die berechtigte Sensibilität der Öffentlichkeit am Schnittpunkt zwischen Wissenschaft und Politik für erforderlich, bedaure ihn persönlich jedoch sehr.« Was uns jedoch nicht so richtig klar ist, Laschet: Warum treten Sie für ein geradezu beispielhaftes Politikerverhalten am Schnittpunkt von Inkompetenz, Lüge, Vertuschung und Ausrede zurück? Noch nichts vom dafür fälligen Redebaustein »nach bestem Wissen und Gewissen« gehört?

Das gibt einen dicken Eintrag ins Klassenbuch, und den schickt garantiert nicht per Post: Titanic

Und Du, Sportredaktion der »Frankfurter Rundschau«,

freutest Dich sichtlich über einen Neuzugang des lokalen Bundesligaklubs. Dieser stehe »stellvertretend für den Typus Spieler, den die Eintracht sucht. Bodenständig, solide, deutsch, klar im Kopf«. Ein solider Muttersprachler, der einigermaßen klar im Kopf ist: könnte das nicht auch eine immense Verstärkung für die Sportredaktion, ach was, für die Frankfurter Rundschau insgesamt sein? Sollte sich da der Chefredakteur nicht einmal auf dem Transfermarkt umsehen?

Findet, nach kurzer Durchsicht Deiner aktuellen Ausgabe, schon: Titanic

DSDS-Sieger Severino Seeger!

Kurz nach Ihrem Triumph in der Castingshow »Deutschland sucht den Superstar« wurden Sie wegen Betrugs an alten Damen verurteilt, so daß sich RTL und Dieter Bohlen von Ihnen distanzierten und künftig nicht mit Ihnen zusammenarbeiten werden. Das Preisgeld von einer halben Million Euro dürfen Sie dennoch behalten – so etwas nennt man wohl eine klassische Win-win-Situation, was?

Jetzt aber nicht alles für wohltätige Zwecke ausgeben, raten Ihre Omis von Titanic

Hui, Stephen Hawking!

Auf die Frage einer Zuschauerin im Opernhaus Sidney, wie Sie kosmologisch erklären, daß der Sänger Zayn Malik die Band »One Direction« verlassen habe, antworteten Sie: »Mein Tip für jedes junge Mädchen mit gebrochenem Herzen ist, sich auf die Erforschung der Theoretischen Physik zu konzentrieren. Es ist nicht auszuschließen, daß es noch andere Universen gibt, und daß in so einem Universum Zayn noch bei der Band ist.« Ihren Tröstungswunsch, Hawking, in Ehren. Aber graben Sie sich da nicht selbst das Wasser ab? Denn wenn nun alle Mädchen mit gebrochenem Herzen sich der Theoretischen Physik zuwenden und anhaltend mit spektakulären, aber weder beweis- noch widerlegbaren Annahmen aufwarten, was, Hawking, machen dann Sie?

Herzlose Frage von: Titanic

Donnerwetter, Don Alphonso!

In einem vielbeachteten Post Ihres FAZ-Blogs verteidigten Sie die antifeministische Schreiberin und Bachmannpreis-Nominierte Ronja von Rönne gegen die ARD-Mitarbeiterin Anna-Mareike Kraus, die, weil ein Artikel von Rönnes an entsprechender Stelle verlinkt worden war, per Twitter darauf hingewiesen hatte, besagte Frau von Rönne werde »empfohlen von dem Juryvorsitzenden des Bachmannpreises und dem Ring Nationaler Frauen«, was Sie, Don Alphonso, als eine Beschimpfung von Rönnes als Rechtsradikale interpretierten. Frau Kraus’ Tweet wiederum sahen Sie pfeilgrad in »eine Morddrohung gegen von Rönne« des antifaschistischen Aktionsbündnisses ANK Frankfurt münden, das nämlich twitterte: »›#Feminismus ist was für Unterpriveligierte.‹ – ›Adel ist was für die Laterne‹. Ça irá #BachmannPreis, ça irá, von Rönne!«

Sie scheinen also, Don Alphonso, insgesamt ein recht phantasievoller Typ zu sein. Fürchten Sie sich eigentlich häufig, wenn Sie allein sind? Ja? Dann schließen Sie besser gut alle Fenster und Türen ab und halten Sie Ihr Telefon stets griffbereit!

Ernstgemeinter Ratschlag von Titanic

Teuflisch, Google!

Bei jedem Besuch Deiner Suchseite klappt seit neuestem ein einladendes Fensterchen auf und bittet freundlichst, sich anzumelden, um »Mit Google Ihre Privatsphäre & Sicherheitseinstellungen« anzupassen. Google! Wir sollen bei Dir mitmachen, um Deinen Mißbrauch unserer Daten abzustellen? Also in der Hölle lernen, wie man nicht in die Hölle kommt?

Don’t be too evil! Titanic

Charlie Sheen, alte Skandalnudel!

Kürzlich waren Sie mal wieder in den Schlagzeilen, ausnahmsweise aber mal nicht wegen irgendeiner Sex-Eskapade. Oder war die Meldung »Sheen im Krankenhaus – verdorbenes Muschelgericht wird dem TV-Star zum Verhängnis« nur eine seltsame Umschreibung für dieselbe Sache?

Fragen sich die Muschellecker von der Titanic

OMG, Kate Moss (41)!

Für Dich Ex-Supermodel-Exzeßlegende ist es ja eigentlich nichts Neues: mal wieder dichtgezogen, mal wieder durchgeknallt, mal wieder rausgeflogen. Diesmal aus einem Flugzeug. Aber, Darling, aus was für einem Flugzeug? Aus einem ›EasyJet‹-Flug!

Ist es so schlimm? Schnüffelst Du inzwischen auch schon Pattex? Und als nächstes dann mit der U-Bahn nach Cannes?

Vorsicht vor Kontolleuren, warnt Titanic

Sigmund Gottlieb, Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens!

In der von Ihnen moderierten »Münchner Runde« zum Thema »Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone« sah Medienwissenschaftler Norbert Bolz Journalisten in der Pflicht, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären. Sie bedankten sich artig für den Redebeitrag und beendeten die Sendung so: »Wir Journalisten sind sicher auch oft überfordert von der Komplexität. Ich hoffe, wir konnten dennoch einige Spuren der Erkenntnis legen oder Schneisen äh, äh, äh… der Information.« Herr Gottlieb, wer Ihnen nur wenige Sekunden zuhört, gelangt schnell zur Feststellung, daß es zu Ihrer Überforderung keiner Komplexität bedarf.

So auch Titanic

Änderungsschneidereien!

»Wir ändern alles!« lautet Euer großmäuliges Versprechen, das Eure Schaufensteraufschriften landauf und landab verkünden. Wo aber bleibt der Sozialismus? Weshalb stinken so viele Autos durch die Gegend? Und warum gibt es noch den Musikantenstadl?

Bittet um etwas mehr Engagement: Titanic

Zugegeben, Ralph Siegel!

Bei Ihrem Spiegel-Gespräch über sechs lange Seiten unter der Überschrift »Das ›Hossa‹ ist meine Erfindung« war unser erster Gedanke, daß das Nachrichtenmagazin endlich seinem neuen Claim »Keine Angst vor der Wahrheit« gerecht wird und sich schonungslos offen zum Partykeller-niveau bekennt. Doch dann bahnte sich zwischen allerlei Anekdotischem vom Schlager bis zum schweren Tinnitus doch noch eine unerwartete Wahrheit ihren Weg: »Ich habe seit sechs Monaten eigentlich überhaupt nichts anderes getrunken als Wein.« Dabei hätten wir mit Blick auf Ihr Lebenswerk doch glasklar auf nichts als Wein von frühester Jugend an getippt – und zwar rund um die Uhr!

Danke für die erhellenden Worte und ausgiebiges Wohlsein wünscht Titanic

Schönster »Stern«!

In Deinem Fotoartikel über Bonobos war eines der Bilder mit den Worten unterschrieben: »Anders als bei Schimpansen und Menschen haben unter Bonobos die Frauen das Sagen.« Da müssen wir im Sinne der politischen Korrektheit aber kurz einhaken: Ist das bei Schimpansen auch wirklich verbürgt?

Kitzelt sich die Achsel: Titanic

FDP-Bundesvorstand Alexander Hahn!

Zum neuen Motto der FDP »German Mut« befragte Bild.de einige Parteigrößen nach ihrer mutigsten Lebensentscheidung, darunter auch Sie. Und während andere nur Belanglosigkeiten wie Heirat (Kubicki) oder Selbständigkeit (Suding) vorweisen konnten, hatten Sie Kühneres zu entblößen, nämlich: »Blank zu ziehen. Für eine Aktion der Jungen Liberalen habe ich gemeinsam mit den Vorstands-kollegen die Hosen runtergelassen. Das Motto unserer Kampagne: ›Wer hätte gedacht, daß wir mal die Ideale der 68er verteidigen müssen‹. Nackter Hintern à la Kommune 1.«

Hut ab, bzw. Hose runter! Denn so viel Mut, das Präsentieren seines textilfreien Gesäßes als mutigste Entscheidung des Lebens zu bezeichnen, muß man erst einmal aufbringen – gerade wenn wie in Ihrem Fall auch sonst stets ein Arsch von den eigenen Plakaten leuchtet!

Winkt mit dem Rohrstock: Titanic

Wenn man, Gary Lineker,

diesen einen Ihrer vielen Tweets zur Verhaftung der Fifa-Funktionäre gelesen hat, nämlich: »Das ist außergewöhnlich! Die Fifa zerbricht. Das Beste, was diesem schönen Spiel möglicherweise passieren kann« – dann versteht man auch, warum Ihr Engländer im Elfmeterschießen immer versagt: »Die linke untere Ecke ist die beste, um Manuel Neuer zu überwinden! Möglicherweise!«

Definitely maybe: Titanic

Tapfere Frauke Petry (AfD)!

Linksextremisten hätten Sie in einem Göttinger Restaurant attackiert, alarmierten Sie die Öffentlichkeit und klagten: »Dieser brutale Versuch, die Meinungsfreiheit mit Gewalt einzuschränken, ist niederträchtig.« Nachdem nämlich eine junge Frau Sie gefragt habe, ob Sie Frauke Petry seien, hätten Vermummte das Lokal gestürmt, »Nazis raus!« gerufen, Ihren Tisch umgeworfen und Sie mit Fruchtsaftbeuteln attackiert; Sie selbst seien dabei zu Boden gegangen. Allerdings kamen durch einen Augenzeugenbericht recht bald Zweifel an Ihrer Version der Geschichte auf, und auch die Polizei konnte keinen Rechtsbruch feststellen. Zwar habe es eine Begegnung zwischen Ihnen und einigen Kritikern gegeben, von einem Anschlag mit Saftbeuteln könne jedoch keine Rede sein; vielmehr habe sich einer der ungebetenen Gäste ungeschickt auf den Tisch gestützt, so daß dieser leicht gewackelt habe und ein Saftglas umgekippt sei.

Frau Petry! Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, Sie seien mit diesem eher niedlichen Konfliktverlauf unzufrieden und hätten sich eine gerichtsmedizinisch interessantere Eskalation der Lage gewünscht. Aber ist nicht genau das wiederum ein Beweis für die Gemeinheit der Linksextremisten? Nicht einmal den Märtyrertod oder wenigstens eine, hihi, saftige Körperverletzung gönnen die Ihnen, von der Einschränkung Ihrer Meinungsfreiheit ganz zu schweigen!

Und das bedauert (außer Ihnen) niemand mehr als: Titanic

Hmm, Gloria von Thurn und Taxis!

Für Katholiken ist also, wie Sie in der Welt erläutern, »auf diesem langen, steinigen Weg durchs Leben« die Kirche »quasi ihr ADAC. Ihr Pannendienst«. Wenn Sie das so gemeint haben, daß die Katholische Kirche ein Verein voller falscher Engel ist, die den Gläubigen zu überzogenen Mitgliedsbeiträgen minderwertigen Tand andrehen und einzig auf ihren eigenen finanziellen Vorteil bedacht sind, dann will nie wieder glauben, daß Sie so dumm sind, wie Sie immer aus der Brokatwäsche gucken: Titanic

Michail Gorbatschow!

Besser eine späte Einsicht als gar keine! Und so haben Sie gegenüber der russischen Tageszeitung Komsomolskaja Prawda eingeräumt, daß das, was Sie da vor mittlerweile 30 Jahren als Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU angeleiert haben, nicht nur »nüchtern betrachtet kein großer Erfolg gewesen« sei, sondern sogar ein »Fehler«: »Die Maßnahme hätte Schritt für Schritt und nicht so radikal eingeführt werden müssen. Man muß so was allmählich machen. Nicht wie mit der Axt auf den Kopf.« Der von Ihnen verantwortete Beschluß habe nämlich fatale Folgen gehabt: »Reihenweise schlossen Geschäfte, und wir hatten extreme Verluste im Staatshaushalt.«

Weil man aber auf einer Einsicht nicht stehen kann, Gorbatschow, sollten Sie jetzt, wo Sie einmal dabei sind, auch noch zugeben, daß all das nicht nur auf Ihr Anti-Alkohol-Gesetz von 1985 zutrifft, sondern auf die spätere Perestroika natürlich auch.

Na sdorowje! Titanic

Barbara Schöneberger!

Angesichts der für Mitte Juli geplanten feierlichen Enthüllung Ihrer Wachsfigur bei Madame Tussauds in Berlin gäbe es von Ihrer Seite bestimmt gewohnt viel zu erzählen. Uns allerdings würde lediglich interessieren, wie es sich so anfühlt, wenn man plötzlich dem erstarrten, speckig glänzenden Angesicht seines seelenlosen Doppelgängers gegenübersteht. Aber leider kann Ihr wächsernes Ebenbild ja nicht sprechen!

Sympathisiert eindeutig mit dem Lookalike: Ihr Witzfigurenkabinett von Titanic

Immerhin, Wirtschaftsjournalist Rainer Hank (»FAZ«)!

Einen wahren Satz haben wir in Ihrem mitleiderregend unoriginellen Schnarchbuch »Links, wo das Herz schlägt – Inventur einer politischen Idee« dann doch noch gefunden: »Heute, wo ich kein Linker mehr bin, ist die Linke intellektuell stärker geworden.« 

Dankt für die Ehrlichkeit: Titanic

Herrje, Recep Tayyip Erdoğan!

Nachdem Ihre Partei AKP bei der türkischen Parlamentswahl die absolute und also auch die verfassungsändernde Mehrheit verpaßt hat, haben wir uns gefragt: Wie konnte das nur passieren? Was ist da bloß schiefgelaufen? Haben Sie die Leute denn tatsächlich wählen lassen?

Tja, selbst schuld.

Und jetzt? Wollen Sie sich nicht lieber eine neue Bevölkerung suchen?

Tip von Titanic

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Heil, Jonathan Meese!

Heil, Jonathan Meese!

Das »Süddeutsche Zeitung Magazin« hat Sie gefragt, was das denn nun eigentlich mit diesem ewigen Hitlergruß-Gezeige solle. Sie erklärten daraufhin, Sie hätten »den Hitlergruß in der Kunst durch Kunst zum Meesegruß gemacht. Eine Körpergeste wurde entideologisiert und mit neuer Bedeutung gefüllt.«

Puh. Abgesehen davon, dass Sie Ihre Wirkung womöglich ein wenig überschätzen – meinen Sie, die hetzjagenden Nazis im Lande seien plötzlich allesamt Kunstfans? –: Denken Sie diese Neu-Ideologisierung doch mal zu Ende! Soll es in Talkshows bald unseriöse »Meesevergleiche« geben? Soll man künftig behaupten, Charlie Chaplin habe einen »Meesebart« getragen? Und vor allem: Fürchten Sie sich nicht vor Sätzen wie »Also er war ja ein passabler Diktator, aber halt nur ein bestenfalls mittelmäßiger Postkartenmaler«?

Winkt von der Autobahn: Titanic

 Toll, Bundesverkehrsministerium!

Dein Bestreben, den Bürgern umweltfreundliche Mobilität näherzubringen, ist wirklich vorbildlich. Jetzt gibt es sogar einen Telefondienst für besorgte Dieselfahrer: »Bei ›Sauber Fahren‹ können Sie mit Experten sprechen«, heißt es in der dazugehörigen Werbung. Etwas widersprüchliche Angaben machst Du dann aber doch: In dem Spot heißt es nämlich weiter, manchmal gehe sogar Herr Scheuer persönlich an den Apparat.

Schreibt weiter sauber: Titanic

 Das erklärt einiges, Jan Fleischhauer!

»Wenn wir wissen, dass wir etwas nicht tun sollen, gibt es eine Stimme in uns, die sagt: Mach es doch, mach es doch.« So schrieben Sie in Ihrer Kolumne auf »Spiegel online«. Ist das vielleicht der Grund dafür, dass weiterhin jede einzelne Woche eines Ihrer Mach-Werke erscheint?

Hat darüber lang genug gerätselt: Titanic

 Geschätzte Tagesschau.de-Redaktion!

Du hast zwischen all den bedrückenden Nachrichten aus aller Welt eine Meldung plaziert, die uns doch einen kleinen Funken Hoffnung gibt. Passend zum Start des Winternotprogramms vermeldetest Du: »Obdachlose werden jünger und weiblicher«.

Sehr gut! Mit dieser Perspektive lässt sich das unattraktive Image der Obdachlosigkeit vielleicht endlich aufpolieren.

Gibt die Hoffnung nicht auf: Titanic

 Hochgeschwindigkeitsfresse Christian Lindner!

Sie ließen sich auf der Website Liberale.de zur Gefährdung des Lebensraums fahrbarer Dreckschleudern befragen: »Glauben Sie, dass die Bundesregierung Diesel-Fahrverbote noch abwenden kann?« Und da hatten Sie gleich einen Vorschlag auf Lager: »Wir reden permanent über Fahrverbote, Entschädigungen und ähnliche Dinge. Ich schlage vor: Erst einmal sollten wir über Grenzwerte und Messverfahren sprechen … Meine Vermutung ist, dass an vielen Stellen falsch gemessen wird. Aus diesen Fehlern resultieren lästige Fahrverbote. Der Bundesverkehrsminister sollte einheitliche Methoden verbindlich für alle Kommunen vorschreiben.«

Wir erlauben uns, das mal zusammenzufassen: Die deutschen Automanager hätten überhaupt nicht dreist betrügen müssen, Opfer der emissionsnahen Messung wie Audi-Chef Stadler hätten nicht in den Knast gemusst, und VW-Boss Winterkorn bräuchte jetzt nicht den Verlust seines ergaunerten Milliardenvermögens zu befürchten. Statt dessen hätte es die Politik sein sollen, die einen einheitlichen und grenzenlosen Schwindel durch ergebnisorientierte Messung des Schadstoffausstoßes anordnet – am besten im Leerlauf.

Denn im Leerlauf würden vielleicht sogar Sie als sauber gelten! Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Nachfolgende Gerichte bitte jeweils gebetsmühlenartig um den Satz »Das war früher ein Arme-Leute-Essen« ergänzen:

Zürcher Geschnetzeltes, Boeuf Bourguignon, Kroketten, Kaninchenrückenfilet an Waldpilzen und Koriander-Knoblauch-Gnocchi, Pralinen, Katzenzungenragout, Pfau, Wal, falscher Wal, Torte Fürst Pückler Art und seine Gemahlin, Iglo Schlemmerfilet à la Bordelaise, Haribo Colorado, Kalbsbries, Öl, Hase, Chips, Haare.

Elias Hauck

 Körper und Widerspruchsgeist

Die Neue beim Pilates ist ungehalten: »Ich kann das nicht!« Grimmig um sich schauend befindet sie: »… und die anderen können das auch nicht!«

Miriam Wurster

 Auf dem Holzweg

Die Benutzung eines E-Book-Readers lehne ich ab. Ich bevorzuge die Haptik und verwende nur Buchmaterial aus echtem Faservlies oder noch ursprünglicher: Holz! Dies beschert mir nicht nur ein wohlgefülltes Bücherregal, sondern auch den Respekt von Besuchern, die mich offenbar für einen belesenen Menschen halten. Dabei hasse ich einfach nur Bäume.

Günter Flott

 Frauenleiden

Mir sind auf der Frankfurter Buchmesse so viele Leute auf die Füße getreten, dass ich mich – typisch Frau, den Fehler bei mir suchend – fragte: Habe ich zu große Füße?

Dorthe Landschulz

 Spezialisierung

Habe gelesen, dass es neuerdings eine akademische Ausbildung für Hebammen gibt. Wahrscheinlich werden die dann speziell für Kopfgeburten zuständig sein.

Uwe Geishendorf

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde. Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle Sterne.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 10.12.:

    Das Magazin "ZIB" hat Michael Ziegelwagner auf der Messe "Buchquartier" getroffen.

Titanic unterwegs
13.12.2018 Berlin, Ufafabrik Thomas Gsella
13.12.2018 Mainz, Schon Schön Die 3 TITANIC-Chefredakteure
15.12.2018 Rödermark, Kelterscheune Pit Knorr & Die Eiligen drei Könige
16.12.2018 Frankfurt, Stalburg-Theater Pit Knorr & Die Eiligen drei Könige