Vom Fachmann für Kenner | Dezember 2013


Lebenshilfe

Ein Tip für alle, die Schwierigkeiten damit haben, Berufliches und Privates zu trennen: Be-ruf-li-ches, Pri-va-tes.

Piers Trepper

Geschäftsidee

Das Stadtmagazin »Nix los!« hilft Event-Verächtern zu einem ruhigen Abend. Es listet nur Orte auf, die garantiert eventfrei sind. Zur Auflagensteigerung verleiht das Magazin einen Preis an einen Unbekannten, der die Welt mit seiner potentiellen Prominenz verschont. Er wird natürlich namentlich nicht erwähnt.

Jonny Rieder

Schicksal

Es macht mich wütend und traurig, erleben zu müssen, wie ich nach über zehn Jahren vorsorglicher Schönheitsdepression mit Mitte zwanzig ausgerechnet Lachfalten bekomme.

Manuela Kaindl

Große Freiheit

Wenn ich in Hamburg bin und noch etwas Zeit bis zur Abfahrt meines Zugs habe, gehe ich am liebsten in die Schnellimbißbude über der nördlichen Fußgängerbrücke. Da kaufe ich das billigste Getränk, setze mich ein paar Stunden auf einen der sehr bequemen Hocker und beobachte das Ein- und Ausfahren der Züge. Manchmal beobachte ich auch den Zug, mit dem ich eigentlich fahren wollte. Ich sehe ihn einfahren, sehe, wie die Leute ein- und aussteigen, gebe innerlich das Signal zur Abfahrt – und der Zug fährt dann auch tatsächlich ab. Das gibt mir ein prima Gefühl von Freiheit. Wer bin ich denn, daß ich mit dem Zug fahren müßte, den ich mir zuerst ausgesucht hatte? Hier fahren viele Züge, das sehe ich doch. Manchmal fahren sie auch dorthin, wo ich hinfahren will. Die meisten fahren aber ganz woandershin. Manchmal nehme ich dann einen Zug, der ganz woandershin fährt. Das gibt mir ein prima Gefühl von Freiheit. Spätestens in Bremen oder Hannover ist dann meistens Schluß. Da muß ich dann aussteigen, weil der Schaffner das so will, aber meistens will ich das dann auch. Ich muß nicht bis zur Endstation durchfahren. Manchmal warten in Bremen oder Hannover schon zwei Beamte, die mich freundlich empfangen und mitnehmen. In deren Büro gibt’s meistens Kaffee, auf jeden Fall aber kaltes Sprudelwasser. Außerdem sind die Beamten immer zu einer anregenden Unterhaltung über rechtliche und philosophische Themen aufgelegt. Da verstehen sie aber leider nicht soviel von. Die Beamten merken das dann auch immer ganz schnell und schicken mich weg. Das gibt mir ein prima Gefühl von Freiheit.

Ludger Fischer

Kurzweilig

Wenn sie ein gutes Kurzzeitgedächtnis hat – und das bedeutet, ein gutes Gedächtnis für kurze Zeiträume –, dann wird sich die Dame von gestern an unseren One-Night-Stand lange erinnern.

Frederik Moche

Vielleicht schon

Prosagedicht

Wenn man zuerst eine Gewürzgurke ißt
und später eventuell einen Müsliriegel,
Dann ißt man ein Corny vielleicht,
und eine Corni schon.

Christian Kroll

Kinderauge

Bei einer Burgbesichtigung hörte ich, wie ein junger Vater seinem vielleicht zweijährigen Kind erklärte, daß manche Bäume ihre Blätter früher verlieren und manche später. Plötzlich mischte sich die Mutter ein: »Weißt du, woran man erkennt, daß es richtig Herbst ist?« Das Kind antwortete nicht, aber seine Augen schienen zu sagen: »Woher soll ich das wissen, ich habe doch erst einen Herbst wirklich erlebt!«

Uwe Geishendorf

Seniorenservice

Navigationsgerät für den Treppenlift.

Günter Flott

Rohreime

Seit Wochen spukt mir ein Doppel-Schüttelreim im Kopf herum, vier Zeilen! D.h.: nicht in seiner Endform, aber immerhin Personal und Requisiten sind schon da. Die Hauptfigur ist der 2005 verstorbene SPD-Politiker Peter Glotz. Schwer verschnupft, mit zwei riesigen »Rotzglocken« unter der Nase, sitzt Glotz im Wartezimmer seines Arztes, wo er mit einer jungen Frau ins Gespräch kommt. Stellt sich heraus: Die Dame möchte eine Band gründen. Und mit wem möchte sie das? Richtig: mit Peter Glotz selbst; sie will mit niemand anderem als mit »Glotz rocken«. (Spoiler-Alarm: Die Dame hat eine Selbstladepistole in ihrem Strumpfband. Bitte behalten Sie das im Hinterkopf, denn der Markenname dieser Waffe wird reimtechnisch noch eine wichtige Rolle spielen.) Inzwischen hantiert Peter Glotz auffällig mit einem Handspiegel, der ihm angeblich auf den Boden gefallen ist. Warum dies? Erklärung: Der renommierte Staatsmann ist heimlicher Voyeur, immerzu will er Frauen unter den »Rock glotzen«! Auch dieser! Da ist er aber natürlich an die Falsche geraten: Gnadenlos zieht die Fast-Ausgespähte ihre Pistole und hält sie Glotz vor die heillos verschnupfte Nase. Was tun? Wie soll der ertappte Glotz sich verteidigen? Er hat doch nichts, kein Klappmesser, keine Steinschleuder, nix, nicht einmal ein Taschentuch… doch halt! Hat er nicht wenigstens – sein Nasensekret? Ja, das könnte klappen! Er muß seinen Schleim einsetzen, er muß der Dame auf die Waffe niesen, er muß seine ganze Zielfertigkeit zusammennehmen und der Frau punktgenau auf die »Glock rotzen«!

Soweit die Handlung. Spätere Verfilmung durch Til Schweighöfer nicht ausgeschlossen. Aber wer in Dreigsellasnamen staucht mir diesen umständlichen Quatschplot auf vier Zeilen zusammen? Heiliger Gernhardt, hilf!

Michael Ziegelwagner

Typo

Selbst unter Grafikern ist nur den ausgefuchstesten Spezialisten bekannt, in welcher Schrift das »I.N.R.I.«-Schild am Kreuze Jesu gesetzt war: in der Times Roman nämlich.

Theobald Fuchs

Rasch

Es raschelt. Sie raschelt. Die Frau mit der Tasche raschelt. In der Tasche hat sie eine Plastiktüte, so eine dünne vom Obststand, darin weitere Plastiktüten, große und kleine. Alles raschelt. Die Tüten, die Tasche, die Frau. Alles raschelt, weil sie etwas sucht. Sie sucht in der großen Tüte nach anderen Tüten. In einigen schaut sie genauer nach, berührt sie raschelnd, öffnet und schließt sie raschelnd, vergewissert sich raschelnd, entknotet und verknotet raschelnd. In der letzten Tüte findet sie raschelnd endlich, was sie raschelnd suchte: eine Scheibe Knäckebrot.

Peter P. Neuhaus

Zum Aufhängen

Eine Gruppe Jugendlicher stürmte meinen Zug, und einer der Halbstarken, seine Jacke hochhaltend, fragte laut und quer durch das Abteil: »Gibt’s einen Haken?«
Es muß der Montagmorgen-Stimmung geschuldet gewesen sein, daß mich sofort ein einziger Gedanke durchschoß: »Ganz bestimmt! Den gibt’s doch immer!«

Alexander Waldhelm

Von wegen barrierefrei

Ich warte immer noch auf Autokennzeichen in Blindenschrift.

Wolfgang Beck

Theorie aus einer Praxis

Es kann peinlich werden, wenn man im Rahmen der Anamnese einen von heftigem Tremor geschüttelten Parkinsonpatienten fragt, ob er »Zucker« habe.

Tina Wirtz

Subtile Rache

Der Truthahn heißt im Englischen turkey, zu deutsch: »türkischer Hahn«, obwohl es vor der Entdeckung Amerikas im Osmanischen Reich kein solches Tier gegeben haben kann. Im Türkischen wurde das englische Wort jedoch nicht einfach übernommen, dort heißt das Tier vielmehr hindi; wahrscheinlich, um den Amerikanern das Thanksgiving zu versauen, da fast alle Hindus an die Reinkarnation glauben und es nichts Unappetitlicheres gibt, als zu Thanksgiving darüber nachzudenken, ob man nicht vielleicht doch gerade die kürzlich verstorbene Tante verspeist.

Benjamin Bäder

Ray Charles

Das wahre Ausmaß von Ray Charles’ Genie wurde mir erst bewußt, als ich versuchte, mit Sonnenbrille Klavier zu spielen.

Bodil Schwerer

Tagwerk

Oma Grete, die weder meine Oma war noch Grete hieß, aber von allen Hausbewohnern so genannt wurde, hatte die Angewohnheit, sich an schönen Tagen im Hof aufzuhalten. Da saß sie dann auf einem Küchenstuhl, den kleinen Hund auf dem Schoß, und wartete. Der Hof war nicht mehr als ein am unteren Ende asphaltiertes, fünfstöckiges, quadratisches Loch, das aus dem Häuserblock herausgestanzt worden war und in dem die Mülltonnen an meinem Fenster vorbei gen Himmel stanken. Gegen Mittag verirrte sich mitunter ein Sonnenstrahl hinein. Dann faltete Grete ihre faltigen Hände über der Brust, und Hund wie Mensch hoben die Köpflein und ließen sich stumm genießend von der Sonne wärmen. Die übrige Zeit vertrieb sich Grete damit, Brotkrümel aus den Taschen ihres Kittels zu pulen und den Tauben hinzuwerfen, die, mißtrauisch äugend, oben auf den Dachrinnen hockten. Sie hatten auch allen Grund, der Sache nicht zu trauen, denn sobald sich eine herabließ, stürzte sich Gretes kleiner Hund kläffend auf den Vogel. Am frühen Abend dann sammelte Grete ein, was die Tauben nicht erwischt hatten, steckte es in ihre Kitteltaschen und trug den Stuhl zurück in ihre Tiefparterrewohnung. Dabei sah sie immer sehr zufrieden aus, und wenn man sie in diesem Moment fragte, wie es ihr gehe, sagte sie stets: »Oj, Mensch muß Arebeit, sunst kapputt!« Wer wollte daran zweifeln?

Tibor Rácskai

Geographie nach Brecht

Duisburger sollten bedenken: Erst kommt Essen, dann der Ural!

Peter Mühlendahl

Freierabend

Es gibt eine große Anzahl von Freiern, die bereit sind, für sogenannten Girlfriend-Sex (der zärtliches Kuscheln einschließt) etwas mehr zu bezahlen; andererseits gibt es da auch die breite Mehrheit, die das weniger liebevolle Standardprogramm bevorzugt. Eine ganz spezielle Sorte von Freiern sind allerdings die, die zwar den Aufpreis für den Girlfriend-Sex bezahlen, ihre »Freundin« aber dann doch wie eine Nutte behandeln wollen.

Raphael Dillhof

Empirie des Säens

Wer bei Sturm sät, wird höchst unregelmäßige Wuchsformen ernten.

Sebastian Klug

Oh, wie schreibt sich das?

Immer wieder liest man davon, die im Deutschen noch heute gebräuchliche Buchstabiertafel sei von den Nazis bereinigt worden: So sei der wenig arisch anmutende »Samuel« eben dem »Siegfried«, »Nathan« dem »Nordpol« gewichen usw. Ich verwende daher schon seit längerem eine unverfänglichere Buchstabiertafel: das Tourette-Alphabet. »Gestatten? Baborka, mein Name! Blödmann, Arschloch, Blödmann, Ochse, Rotze, Kacke, Arschloch! Wie man’s spricht!«

Christoph Baborka

Warnsignal

Auf einem Privatsender lief wieder einmal eine Dokumentation über eine dieser total versifften Messiebuden. Das brachte mich zu dem Entschluß, doch demnächst etwas Ordnung in dem Chaos meiner Wohnung zu schaffen; denn, offen gestanden, war mir gar nicht aufgefallen, daß sich zwischen meinen Zeitungsstapeln ein Kamerateam bewegt hatte.

Helge Möhn

Christliche Werte

St. Martin wird aus Rücksicht auf andere Religionen umbenannt in Sonne-Mond-und-Sterne-Fest, die demographische Entwicklung wird die restlichen christlichen Traditionen auch noch zu Fall bringen, aber: Ich weiß nicht, ob ich die Abschaffung von Weihnachten nicht doch ein bißchen gut finden werde. Erstens käme ein bestimmter Song dann nicht mehr aus jedem Lautsprecher – und zweitens erführe sein Titel, »Last Christmas«, eine ganz neue Bedeutung.

Sebastian Dingler

Zugabe

Jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit fahre ich an einem Gebäude vorbei, an dem ein großes Schild hängt, auf dem steht: »Meister Buntschmied – Mehr als nur ein Maler!« Und jedes, wirklich jedes Mal denke ich: Ja – zwei Maler, oder was?

Florian Schußmann

Die Eitelkeit des Brillenträgers

All jenen, die mir immer mal wieder eine unauffälligere Sehhilfe empfehlen, sei gesagt: Ich verkaufe meine Schönheit doch nicht für ein Kontaktlinsengericht!

Mark-Stefan Tietze

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Winfried Kretschmann!

Auch Sie haben die Schüler der Bewegung »Fridays for Future« dafür kritisiert, dass sie freitags nicht in die Schule, sondern für eine bessere Klimapolitik auf die Straße gehen. Die Proteste müssten früher oder später ein Ende finden und könnten »nicht ewig so weitergehen«, befanden Sie. Und: Auch Klimaschützer müssten sich an Regeln halten, es gelte die Schulpflicht.

Stimmt genau, Kretschmann, das haben Sie gut erkannt! Die Schüler müssen unbedingt wieder öfter in die Schule! Dann lernen sie noch viel schneller, dass einer wie Sie vollkommen unwählbar ist.

Strike! Titanic

 »Auto Motor und Sport«!

In Deiner Ausgabe vom 28. März hast Du den Audi R8 getestet und mit fünf von fünf Sternen bewertet. Da steht dann zum Beispiel unter »Umwelt« als Pluspunkt »geringe Umweltbelastung dank geringer Stückzahl« sowie, allen Ernstes, »nachhaltig, da voraussichtlich lange Nutzung«. Nun lässt sich derlei natürlich auch über Kreuzfahrtschiffe sagen, die es ja auch nicht in sooo hoher Zahl gibt und die immerhin ein paar Jahrzehnte halten.

Aber Minuspunkte hast Du in dieser Rubrik ebenfalls ausfindig gemacht, wenigstens einen: »Okay, sagen wir, wie es ist: sehr hoher Verbrauch«. Der aber letztlich wurscht ist, denn über dem Testkasten resümierst Du mit brutaler Ehrlichkeit: »Fünf Sterne? Aber der CO2-Ausstoß und der … egal. Einfach egal! Fünf Sterne verdient sich alleine schon der V10, weil er einer der letzten Sauger ist. Am besten heute fahren, morgen ist es zu spät.«

Haha, lustig. Und weißt Du was, »Auto Motor und Sport«, übermorgen ist es sogar noch später, weil wir alle zu tot sind, um Zehnzylinder-Monstren zu fahren.

Du saugst! Titanic

 Hola, mexikanischer Drogenboss Joaquín »El Chapo« Guzmán!

Hola, mexikanischer Drogenboss Joaquín »El Chapo« Guzmán!

Weil Ihnen u.a. aufgrund jahrzehntelangen Kokainschmuggels in die USA dort eine lebenslange Haft droht, versuchen Sie nun, auf dem ebenso hart umkämpften Modemarkt Fuß zu fassen. Via Instagram kündigte Ihre Ehefrau Emma Coronel Aispuro Ihr gemeinsames Fashion-Label »JGL« an: »Ich habe ein Projekt für eine Modelinie. Ich will meinen und Joaquíns Stil voranbringen.«

Dass auch Ihre Haute Couture süchtig machen und zahlreiche Abnehmer finden wird, steht indes nicht zu bezweifeln – bei Ihrem feinen Näschen für guten Stoff!

War dagegen noch nie en vogue: Titanic

 Gute Idee, Spektrum.de!

Die zukünftige Kolonialisierung des Weltalls und die dazu nötige Raketentechnologie kommt zwar auch dank privater Unternehmen ganz gut voran, doch nach oben ist natürlich – buchstäblich – keine Grenze gesetzt. Und so verkündetest Du, dass die Raumsonde New Horizons auf dem Kuipergürtelobjekt Ultima Thule Alkohol gefunden hat.

Damit wäre der erste Schritt für ein schnelleres Vorantreiben der Besiedlung getan. Jetzt müssen wir dieses Ergebnis nur noch der Schnapsnase Jean-Claude Juncker stecken, und in weniger als zehn Jahren ist jeder noch so kleine Asteroid durch die ESA auf Fusel abgeklopft und besiedelt.

Verneigt sich vor Deiner intergalaktischen Genialität: Titanic

 For fuck’s sake, George Clooney!

In einer englischen TV-Show erzählten Sie uns, dass Sie einmal vor Ihrer Haushälterin die »braune Windel« eines Ihrer Kinder aus dem Müll genommen hätten, um diese dann genüsslich auszulecken. »Sie lief schreiend weg!« feixten Sie. Und wenn Sie, Clooney, jetzt denken, dass an dieser Geschichte auch nur irgendetwas besser wird, weil Sie, wie Sie nachschoben, die Windel vorher mit Nutella präpariert hatten – dann irren Sie krankes Schwein sich aber gewaltig.

Begeben Sie sich in Behandlung! Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Neuer Ethik-Kodex

Um mehr Fairness im Online-Handel zu erreichen, schlage ich vor, dass profitmaximierende Abmahnanwälte hin und wieder auch mal etwas bei ihren Opfern bestellen.

Jan Guthmann

 Waschzwang

Ich wasche immer erst ab, wenn alle kleinen Löffel dreckig sind. Die gehen mir immer als erstes aus. Wenn ich also beim Morgenkaffee merke, dass ich keinen sauberen kleinen Löffel mehr habe, dann wird richtig krass abgewaschen. Zumindest ein kleiner Löffel.

Dorthe Landschulz

 Ehrliche Speisekarte

Ich fand es bemerkenswert, wie auf dem Menüplan zumindest im Diminutiv auf das Tierleid in der Fleischproduktion hingewiesen wurde: »Heute: Schwein-Elendchen«. Es war dann aber leider doch nur ein Tippfehler.

Jürgen Miedl

 Zwiebelschlaf, der:

tritt auf nach langen Kochsitzungen mit Zerschneidung von Zwiebelgewächsen. Aufgrund der Überanstrengung und Überessung erfolgt beschleunigtes abendliches Müdewerden. Da in den Augen aber immer noch (!) ätherische Zwiebelöle herumschwimmen, folgt direkt auf jedes noch so beiläufig-friedliche Zufallen derselben ihr unmittelbares, schreckbegleitetes und schmerzvoll-brennendes Wiederaufreißen. Kann sich bis drei Uhr morgens hinziehen und nur überwunden werden, indem die betroffene Person sich einen in Mixed-Pickles-Sud getränkten Waschlappen über den Kopf zieht und die Worte »Gelegenheit macht Zwiebel, jetzt reicht es aber mal« geheimnisvoll vor sich hinmurmelt, aus dem Fenster springt und selig auf dem Komposthaufen verschimmelt.

Adrian Schulz

 Technikpionier

Dass meine Zeitmaschinen viel besser funktionieren als sämtliche Konkurrenzmodelle, ist nun wirklich keine Überraschung. Ich bau’ die Dinger ja schließlich schon seit 2069.

Andreas Maier

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Titanic unterwegs
25.05.2019 Menden, Scaramouche Lyrikpreis »Der große Dinggang«
25.05.2019 Kassel, Caricatura-Galerie »Deutschland dreht durch«
26.05.2019 Berlin, Volksbühne Heiko Werning mit Paula Irmschler u.a.
28.05.2019 Hamburg, Grüner Jäger Ella Carina Werner