Vom Fachmann für Kenner | März 2010


List der Vernunft

Als Philosophie-Doktorand befällt mich gelegentlich akute Panik vor drohender Langzeitarbeitslosigkeit. Gestern las ich in meiner Mailbox plötzlich die Betreffzeile: »Fit fürs Amt II und IV.« Scheiße, dachte ich, woher kennen die meine Adresse, bevor ich überhaupt meinen Hartz-Antrag ausgefüllt habe? Es war dann aber nur die SPD, die in ihren Ortsvereinen Softskill-Seminare anbietet (»Öffentlichkeitsarbeit – modern und effektiv«). Ob ich mir das auf dem Amt eventuell anrechnen lassen kann?

Christian Dries

Ausprobiert

Der »High Quality«-Button bei Youtube funktioniert übrigens nicht bei Mario-Barth-Videos.

Lukas Münich

Frauenlogik

Geht es nach meiner Freundin, können wir heilfroh sein, daß wir keine Alarmanlage im Auto haben. Jedes Mal nämlich, wenn bei uns in der Straße eine entsprechende Sirene losgeht, fällt ihr ein Stein vom Herzen: »Unser Auto kann es ja nicht sein, das sie gerade klauen wollen!«

Sascha Dornhöfer

So lacht der Asiate

Japanischer Scherzspruch: »Haste mal ’nen Schulmädchenslip? Meiner ist noch im Automaten!«

Torsten Gaitzsch

Anonyme Humanisten e.V.

Bildungsbürgerkinder haben es nicht leicht. Weit öfter als »Lalelu« oder »Wauwau« hören sie die Wörter »Schopenhauer«, »Klopstock« und »Faust«. Sie werden brutale, verrohte Kerle, die dann später, mit vierzig erst, mühsam erlernen müssen, ihre Gefühle auszudrücken, in Selbsthilfegruppen wie dieser. Danke!

Johann (41)

Wie man in Augsburg Medizin studiert

Sonntagstrunk in meiner Stadtteilkneipe – Augsburg heißt die Stadt, Lechhausen der Stadtteil. Und was Augsburg für Deutschland ist, das ist Lechhausen für Augsburg. Die Kneipe führt den verheißungsvollen Namen »Spundloch«, Sonntagnachmittag kellnert meistens Isabell aus Thüringen. Sie belegt an der Augsburger Uni den interdisziplinären Studiengang »Krisen- und Konfliktbewältigung«.
Gast: »Und – wia lang muaschn nacherd no in’d Schual?« (In etwa: »Gnädiges Fräulein, läßt sich ein zeitlicher Horizont absehen, in dessen Rahmen Ihre Studien ihren Abschluß finden?«)
Isabell: »Noch eeneenholb Johre.«
Gast: »Ja, was bisch’n nochher?« (In etwa: »Mit welchem akademischen Grad dürfen wir Sie dann betiteln?«)
Isabell: »Olso, d’r offizielle Obschluss heeßt ›Master of Arts‹«.
Gast: »Was? Dann bisch Arzt?« Ja, Augsburg – es gefällt mir hier schon. Vor allem in Lechhausen.

Stefan Weissenburger

Steinkunde

Der Amethyst ist der Ungläubige unter den Halbedelsteinen.

Arno Lücker

Memento

Habe in meinem Notizbüchlein einen Vermerk gefunden: »12.12.  2:10  Memo an mich selbst: Tanzen ok.« Vielleicht war ich auf der Weihnachtsfeier doch nicht so peinlich, wie ich dachte.

Andreas Schriewer

Verbesserungsvorschlag

Alarmtöne sind ja selten was fürs Ohr, man soll ja nicht gerne hinhören, sondern sich in acht nehmen. Das Dumme dabei ist jedoch, daß ein sehr lauter, sehr unangenehmer, sehr durchdringender Klingel- oder Heulton die meisten Menschen in Panik versetzt: Anstatt sich geordnet evakuieren zu lassen, rennen sie kopflos umher, noch bevor sie überhaupt Gelegenheit bekommen, diesen tatsächlich zu verlieren. Die lästigen Feuer- und Amokübungen in der Schule zum Beispiel würden sicherlich um einiges besser aufgenommen werden, wenn das Geräusch dem Anlaß entsprechen würde. Ich stelle mir vor, daß anspruchsvolle und zugleich unterhaltende Musikstücke wie Marleys »I shot the Sheriff«, Morricones »Lied vom Tod« oder Mahlers »Kindertotenlieder« bei allen Beteiligten einen kalmierenden, vielleicht sogar kathartischen Effekt zeitigen könnten.

Tibor Rácskai

Psychohygiene durch Soulfood

Kaufen Sie sich eine »Seele mit Oliven« (Kamps), pulen Sie die Oliven raus – schon haben Sie eine reine Seele!

Julia Mateus

Sein und Halbzeit

Als ich mich neulich mit einem Philosophen über Fußball unterhielt, fragte der mich scherzhaft, wie real Madrid sei. Hermeneutiker und Vorstopper können über so was vielleicht lachen. Aber für mich ist das ganz schlechte Elfmetaphysik.

Thea Unangst

Darum auch so bekömmlich

In der Frankfurter Gaststätte Mosebach stritt man zu später Stunde wieder einmal über die anthropologisch grundierte und hochideologisierte Frage, warum denn der Mensch so gerne Bier trinke. »Man trinkt’s so gerne«, sprach mit einem Mal und wie erleuchtet der angesehene Experte Tom Hintner und beendete die Debatte damit jäh, »weil es mit seinen 4,8 Prozent den natürlichen Alkoholgehalt des menschlichen Blutes hat.«

Mark-Stefan Tietze

CO<sub>²</sub> gespart

Am Vorabend unserer Reise nach Hamburg zogen wir noch einmal durch die Münchener Kneipen. Die letzten Biere waren wohl nicht mehr gut gewesen, denn große Teile unserer achtköpfigen Gruppe litten auf der Hinfahrt unter immensem Stuhl- und Harndrang. Von den gesammelten Sanifair-Bons konnten wir locker den Treibstoff für die Rückfahrt zahlen. Ergebnis: eine großartige Öko-Bilanz – denn der Kleinbus fuhr ja quasi mit Ausscheidungen.

Helge Möhn

Das Selbst wird ergänzt

Von symbolischer Selbstergänzung spricht man in der Psychologie z.B., wenn ein BWL-Student, der danach strebt, ein erfolgreicher Manager zu werden, sich mit typischen Managersymbolen, etwa einer Rolex oder einem überbordenden Terminkalender, ausstaffiert. In dieselbe Rubrik fällt auch der unentdeckte Maler, der sommers wie winters mit Künstlerschal herumrennt. Die Psychologie will außerdem herausgefunden haben, daß diese Symbole dem unfertigen Selbst tatsächlich helfen können, seine Ziele zu erreichen. Ich bezweifle allerdings, daß mich als kleinen Schreiberling, der gern ein großer Schriftsteller wäre, so eine waschechte Schreibblockade wirklich weiterbringt.

Friedrich Krautzberger

Machtmissbrauch

Für Nachrichtenredakteure hat so ein drohendes Wetterchaos durchaus seine guten Seiten: Wenn man Freitagnachmittag ordentlich Panik mit Schneewehen und Glatteis macht, parkt man Samstagfrüh bei Ikea in der ersten Reihe.

Thomas Kuhlmann

Ex aspera ad astra

Das Außergewöhnliche an außerkörperlichen Erlebnissen, sogenannten AKE, ist in meinen Augen nicht, daß die betroffenen Personen sich von ihrer materiellen Realisierung lösen und in einen rein spirituell-geistigen Bewußtseinszustand übertreten, in dem sich der eigene Körper mit frappierender Klarheit von außen betrachten läßt. Das mag zwar so sein. Wenn ich allerdings im alltäglichen Raum-Zeit-Kontinuum diejenigen Personen, welche notorisch von solchen AKE faseln, unter die Lupe nehme, finde ich es bemerkenswert, daß auch nur eine dieser Personen nach Beendigung ihres AKE freiwillig in ihre verwahrloste irdische Hülle zurückkehrt.

Theobald Fuchs

Nix wie weg

StudiVZ hat ein gravierendes Problem. Sobald die Mitglieder dieser Online-Community ihren Hochschulabschluß in der Tasche haben, möchten sie nur noch eins: raus. In Fachkreisen spricht man deshalb bereits vom Tübingen unter den sozialen Netzwerken.

Magnus Maier

Trennungssorgen

Dem Restmüll-Container in meinem Innenhof folgte ein Altpapier-Container, dann einer für Verpackungsmüll, dann ein Container für Kompost und einer für Altglas. Darf ich eigentlich als Privatmann auch einfach einen Container da hinstellen? Ich liebäugle mit einem Prachtexemplar ausschließlich für Alt-Rhönräder.

Markus Hennig

Ende des Winters

Wie verhält man sich richtig, wenn man in eine Lawine gerät? Antwort: Der Lawine ist es vollkommen egal, wie man sich verhält. Sei einfach du selbst!

Sebastian Klug

Blickfang

Die oft zitierte Weisheit »Liebe besteht nicht darin, daß man einander anschaut, sondern daß man gemeinsam in dieselbe Richtung blickt« von Antoine de Saint-Exupéry dürfte sich wohl bei jenen Paaren besonderer Beliebtheit erfreuen, die sich keines Blickes mehr würdigen und die Abende stillschweigend vor dem Fernseher verbringen.

Hauke Prigge

Haushaltstip

Küchen stets im Halbdunkel wischen.

Volker Surmann

Gabriele Susanne Kerner

Eines Morgens am Frühstückstisch, ca. 1983, das Radio dudelt »99 Luftballons«. Die kleine Kerstin (ich) betrachtet die Brötchen, welche an der Oberseite einen etwas obszön anmutenden Schlitz haben und deswegen im bayerischen Familienjargon zwanglos als »Arschsemmeln« bezeichnet werden. Kerstin denkt sich plötzlich, daß es für diese Art Brötchen auch einen gesellschaftsfähigen Namen geben muß, und ruft in die Küche: »Mama, wie heißt die Arschsemmel eigentlich wirklich?« Die Mutter, gedankenverloren, auf das Radio deutend: »Nena. Aber wie die wirklich heißt, weiß ich auch nicht.«

Kerstin Richter

Synonym?

Kann man eine Promenadenmischung auch als Straßenkreuzung bezeichnen?

Katharina Greve

Von Vorteil

Neben mir im Bus saß ein Teenager mit besonders schlimmer Akne. So richtig, richtig schlimmer Akne. Quasi Kürbiskernbrötchenakne. Der wird an der Kasse mit Sicherheit nicht gefragt, ob er Punkte sammelt.

Nils Heinrich

Grüner grillen

Ein Freund erzählte mir von einem gerade noch verhinderten Skandal: Ein Ortsverband der Grünen hätte beinahe die Bestell-Liste für das jährliche Grillfest veröffentlicht. Seither überlege ich, was da wohl Inkriminierendes draufgestanden haben mag. Vielleicht:
300 argentinische Rindersteaks, tiefgefroren und mit dem Militärjet eingeflogen;
300 Sojaschnitzel von Monsanto;
20 Eisbärsteaks und 10 Robbenkoteletts, blutig;
je 2 kg Walleber und Foie gras von gestopften französischen Gänsen;
10l Aral Superbenzin als Brandbeschleuniger für den Braunkohlegrill;
2l Altöl zum Anräuchern der Sojaschnitzel;
2 5000-Watt-Elektrogrills, 4 Methan-Heizpilze;
10 Kästen aus den USA importierte Coca Cola in Einwegflaschen;
2 geliehene Porsche Cayenne, um den Müll nach dem Fest flott in den Wald zu fahren.

Erich Klepptenberger

Gemischte Gefühle

J.D. Salinger ist tot. Zunächst: Schock. Dann: Erleichterung. Schließlich war das sein erstes Lebenszeichen seit Jahren.

Sascha Kaub

Irritierendes Bukett

Es ist fast überhaupt nicht möglich, einen guten Bordeaux zu würdigen, wenn eben jemand in der unmittelbaren Nähe gefurzt hat.

Holger Christoph

Sichtbar pleite

In Berlin gibt es ein Perückenstudio, in dem man Perücken anprobieren und natürlich auch kaufen kann. Ich habe jedoch noch nie, wirklich noch nie einen Kunden darin gesehen. Nur die Perückenberaterin sitzt einsam hinter der Kasse und wartet. Man sollte dem Betreiber vielleicht fairerweise etwas verraten. Gynäkologen, Urologen, SM-Studios, Tierversuchsanstalten und Perückengeschäfte haben eines gemeinsam: sie sollten nicht über großformatige, Einblick gewährende Schaufenster verfügen.

Friedemann Encke

15 Sekunden Ruhm

Mein Autoradio: »A5, Frankfurt Richtung Kassel: Auf der Höhe Bad Homburger Kreuz fünf Kilometer stockender Verkehr.«
Mein Beifahrer: »Das sind wir! Wir sind im Radio!«

Christoph Virchow

Missverständlich

Angesichts von Themen und Qualität der Gespräche, die man in der Berliner U-Bahn mitanhören muß, frage ich mich, ob sich das Gros der Fahrgäste die Bandansage »Zurückbleiben, bitte« nicht ein wenig zu sehr zu Herzen nimmt.

Sidney Gennies

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Sächsischer Justizminister Sebastian Gemkow (CDU)!

Als Sprecher der CDU-geführten Bundesländer gegen den Antrag Niedersachsens, das Containern zu legalisieren, haben Sie am fürsorglichsten argumentiert. In einem Fünf-Sterne-Hotel in Travemünde meinte es empathisch aus Ihnen: »Wir wollen nicht, dass sich Menschen in eine solche menschenunwürdige und hygienisch problematische Situation begeben.«

Weil es auch kein Gesetz gibt, das Menschen vor der menschenunwürdigen Situation schützt, Essen aus dem Müll holen zu müssen? Oder weil Sie, Gemkow, sich aus Solidarität ein bisschen schmutzig fühlen wollen, indem Sie den Armen sogar die Brosamen der Wegwerfgesellschaft verweigern? Oder geht es Ihnen schlicht um Entmündigung derer, die auf Mundraub angewiesen sind?

Fragt mit schlechtem Appetit: Titanic

 Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Fifa-Präsident Gianni Infantino!

Sie sind von den Delegierten des Fußball-Weltverbandes per Akklamation für vier weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Für Ihre erste Amtszeit fanden Sie dann lobende Worte: »In den vergangenen drei Jahren und vier Monaten ist aus dieser vergifteten, fast kriminellen Organisation das geworden, was sie sein soll. Eine Organisation, die sich um Fußball kümmert und den Fußball entwickelt.«

Und zu diesem Wandel zu einer letalen, vollends kriminellen Organisation beglückwünschen Sie angesichts anhaltender Medienberichte über das sklavengleiche Hausen, Schuften und Sterben auf den WM-Baustellen in Katar ebenso wenig wie zu Ihrer Wiederwahl:

die Menschenrechts-Ultras von Titanic

 Ina Tenz!

Sie sind seit zwanzig Jahren Programmdirektorin im Hörfunk und wollen bei Antenne Bayern jetzt ein Lied von Sarah Connor ohne den ersten Satz senden, denn der Satz lautet: »Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt.« Denn Vincent ist jung und schwul, weiß es aber noch nicht. Ein Song mithin, der Mut machen soll usw.

Was Sie nun daran stört? »Als erwachsene Frau gar nichts, aber als Mutter. Ich habe einen neunjährigen Sohn, und wenn er diesen Song im Radio hören und mich dann fragen würde, was diese erste Zeile bedeutet, dann möchte ich mit meinem Sohn nicht im Auto irgendwo auf dem Weg von der Schule zum Gitarrenunterricht über dieses Thema sprechen.«

Aber, Frau Tenz: Wo Sie doch nun so schön dem Klischee der sehr erwachsenen, sehr besorgten Karrieremutter und Elterntaxifahrerin entsprechen, da wird der Sohnemann auch das Klischee bedienen, wonach Neunjährige schon wissen, was ein Porno ist. Meinen S’ nicht auch?

Jederzeit gesprächsbereit: Titanic

 Psychoanalytiker und Publizist Carlo Strenger!

Angeblich gehen Sie in Ihrem neuen Buch »Diese verdammten liberalen Eliten« mit diesen verdammten liberalen Eliten, zu denen Sie ja selbst gehören, streng ins Gericht. Doch nach der Lektüre fragen wir uns eins verdammt noch mal schon: Warum nicht noch viel strenger, Strenger?

Illiberal: Titanic

 Ulm!

»Du kannst nicht beides haben?« steht fett gelettert auf Anzeigen Deiner neuen Image-Kampagne. Ja, aber was denn »beides«? Die Auflösung folgt: »Doch: In Ulm/Neu-Ulm! Erlebe hier Bayern und Schwaben zusammen in der Zweilandstadt.« Ja, wirklich? Bayern und Schwaben in einer Stadt? Ist das möglich? Wovon wir nur zu träumen wagten, wird endlich wahr! Sodom und Gomorrha! Hoffentlich lässt sich unser Bali-Urlaub noch umbuchen. Aber im Ernst: Auch eine weniger depperte Kampagne würde uns nicht in Dein doppelt versaubeuteltes Nest locken.

Huch! War das jetzt Spott und Hohn? Genau! Denn bei uns, liebes Ulm, kannst Du beides haben!

Pfiati und ade! Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Keine Frage des Geldes

Wirklich arm fühlt man sich, wenn einer dieser NGO-Spendenbettler, die in der Fußgängerzone herumstehen, sein Gesicht hinter dem Klemmbrett verschanzt, sobald man auf ihn zugeht.

Julia Mateus

 Gesichtsschnee

Ein ohnehin schon sehr merkwürdiges Gesetz, das – noch erstaunlicher! – weltweit gilt, verlangt von Menschen, die sich in den Bergen aufhalten, dass sie Rasierschaum oberhalb einer Höhe von 6659 Metern ausschließlich als Gesichtsschnee bezeichnen. Wer’s nicht glaubt, kann gern einmal versuchen, in den Bergen oberhalb einer Höhe von 6659 Metern Rasierschaum zu kaufen.

Andreas Maier

 Mein Coach

hat mir aufgrund meines grüblerischen Wesens als wichtigsten Lebenstipp mitgegeben, immer nach vorne zu schauen, die Zukunft fest im Blick zu haben. Seitdem denke ich ständig an den Tod.

Anselm Neft

 Marktversagen

Als Ergebnis einer Google-Recherche nach dem von einem US-Comedian angepriesenen T-Shirt mit der Aufschrift »Neoliberalism sucks!« wurden mir ausnahmslos Hemden mit dem Slogan »Socialism sucks!« angezeigt. Daraus lässt sich nur eines folgern: Das System hat eindeutig abgewirtschaftet, ja ein Eigentor geschossen. Meine Nachfrage konnte schließlich nicht befriedigt werden!

Burkhard Niehues

 Geschichtsmoral

Als ich die neueste Verfilmung von Otfried Preußlers »Die kleine Hexe« sah, war ich erneut gepackt von dieser Geschichte. Wie die kleine Hexe ausgestoßen wird, weil sie sich in ihrer grundfalschen Welt aus inneren Beweggründen zum Guten bekennt. Sie hält dem unfassbaren Druck ihrer missratenen Peer Group nicht nur stand, sondern wendet sich aktiv gegen das Böse. So verbrennt sie am Schluss die Zauberbücher ihrer Rivalinnen auf dem Scheiterhaufen, um die bösen Hexen für immer unschädlich zu machen. Die pädagogische Botschaft hinter der ganzen Geschichte ist klar: Bücherverbrennungen sind nicht immer schlecht.

Jürgen Miedl

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:&nbsp; "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo:&nbsp;98,60&nbsp;EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo:&nbsp;98,60&nbsp;EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 18.07.:

    "Vice" hat Martin Sonneborn im Wahlkampf begleitet.

Titanic unterwegs
11.08.2019 Kassel, Caricatura-Galerie »Deutschland dreht durch«
22.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«
23.09.2019 Lyon, Goethe-Institut Katharina Greve: »Das Hochhaus«
02.12.2019 Neu-Anspach, Freilichtmuseum Hessenpark Greser & Lenz: »Hessen först«