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Versager der Geschichte (XVIII)

Vor fast genau 200 Jahren verstarb der Franzosenlümmel und Pornofan Donatien-Alphonse-Françoise, Marquis de Sade – Erfinder des Sadismus, der Sadellen und der Markisen – bei einer bizarren Sexorgie; rücklings nackt auf einen Holzbock gefesselt, die Geschlechtsteile verknotet, erstickt an heißem Kerzenwachs. Ironie seiner eigenen Biographie? Fangen wir ganz von vorne an: Geboren wurde der spätere Tortur-Literat als Sohn eines adeligen Peitschenhändlers und einer Hundedompteuse in Bondy, Frankreich. In seiner Kindheit interessierte er sich für Knotentechniken, quälte gerne Tiere, knebelte die Nachbarsmädchen und pikste sie endlos mit seinem Angelhaken – kurz: ein ganz normaler Junge.

Erstmals auffällig wurden seine speziellen erotischen Vorlieben in der Hochzeitsnacht, als es ihm trotz hingebungsvollen Bemühens seitens seiner Angetrauten nicht gelang, in Stimmung zu kommen; erst nachdem er seine schwerreiche Gattin über mehrere Stunden gedemütigt und sie dem Heer seiner stattlich gewachsenen Bediensteten zur Verfügung gestellt hatte, konnte er den Akt ein paar Minuten lang vollziehen, mit dem attraktiven Zimmermädchen, vor den Augen seiner Gattin. Machten sich da nicht erste Anzeichen einer Perversion bemerkbar? Es kam, wie es kommen mußte: De Sades angeheirateter Reichtum verschaffte ihm etwas zu viel Tagesfreizeit und damit die Gelegenheit, Romane und ähnlich lasterhaftes Zeug zu schreiben. "Zärtlichkeit" blieb de Sade dabei Zeit seines Lebens ein Fremdwort – die deutsche Sprache hatte er nie erlernt. In immer wildere Phantasien verstieg er sich, ließ seinen Worten schließlich auch Taten folgen und veröffentlichte seine schmutzigen Gedanken. Von besonnener Seite verhaftet und eingekerkert, nahm er dies nur zum Ansporn seine widerlichen Schriften bisweilen sogar ins grob Sexuelle abdriften zu lassen.

In den Wirren der oralen Revolution von 1789 konnte er der Gefangenschaft und seinen Häschern schließlich entkommen und widmete sich nun umso enthemmter der Ausgestaltung abgründigster Buchstabenorgien und Grammatikexzesse – sofern ihm die Bestrafung seiner zahlreichen unartigen Kurtisanen und die ausschweifenden Feiern gewaltsamer Wollust überhaupt die Zeit dazu ließen. Mit einigem Recht wurde er schließlich für den Rest seines Lebens in ein Irrenhaus verbracht, wo er als Opfer seiner eigenen Schriften nun seinerseits von den grausamen, nur notdürftig in Lack und Leder gehüllten Aufseherinnen bis zu seinem verstörenden Tod gefoltert und geschändet wurde. Auf daß sich sein abschreckendes Beispiel nicht wiederhole, sei die Lektüre seiner Werke der heranreifenden Jugend wärmstens ans Herz gelegt.

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Versager der Geschichte (XVII)

Der italienische Astrologe Galileo Galilei, der am vergangenen Wochenende seinen 450. Geburtstag wegen Totsein nicht feiern konnte, war ein Totalversager, ein Volltrottel, ein absolutes Opfer, das weiß mittlerweile jedes Kind. Die Gründe liegen auf der Hand, auf meiner Hand, denn dort liegt Galileos ausgedruckter Wikipedia-Eintrag. Der ist 37 Seiten lang, da sitzt man ja Stunden dran, fuck! Eigentlich muß man nur eines über den Typen wissen: Er glaubte allen Ernstes, unser Planet wäre eine Kugel! Ja, richtig gehört, 'ne Kugel, haha. Dabei ist die Straße vor meinem Haus völlig ebenerdig. Wenn Goleo recht hätte, müßte ja wohl alles total gewölbt sein, Straßen, Felder, Häuser, Mediamarkt, ihr wißt schon. Ist es halt aber nicht. Da hatte sich der Landsmann von Berlusconi mal so richtig verspekuliert. Hatte wahrscheinlich mit Korruption zu tun, oder Wichtigmachen. Aber der Mathe-Freak war ja auch blind, jedenfalls zeitweise, da passiert es schon mal, daß man das mit Scheibe oder Kugel nicht so richtig auf den Schirm kriegt, man sieht ja praktisch nichts. Also seid nicht zu streng mit dem Honk, der wurde schon genug gehatet in seinem Leben, verbrachte Jahre im Italo-Knast (Vergewaltigung an der Tagesordnung!), bekam sogar Hausarrest. Ey, und das als Erwachsener, geht's eigentlich noch?! Das Peinlichste kommt aber jetzt: Er wollte dann als Erfinder bigstylen, dachte wohl, er wäre 'ne Art Daniel Düsentrieb oder so. Und was brachte er an den Start? "Einen automatischen Tomatenpflücker, einen Taschenkamm, der auch als Eßbesteck verwendet werden konnte, und eine Art Vorläufer des Kugelschreibers" (steht original bei Wikipedia!). Im Ernst: Wer braucht denn so was, geht's noch bitterer? Heute moderiert er glaub ich auf Pro 7 diese behinderte Sendung, die immer nach den Simpsons läuft.

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Versager der Geschichte (XVI)

Gestern vor 180 Jahren wurde der schwedische Chemiker Alfred Nobel geboren, was rückblickend niemand gutheißen kann, der körperliche Unversehrtheit mehr schätzt als peinliche Preisreden. Sein erschütterndes Lebenswerk sprengt alle Dimensionen in die Luft, obwohl er bekennender Pazifist war, wie bigott ist das denn bitte? Als Kind mochte er Eisbomben und Minenspiel, als Greis hatte er die fehlzündende Idee, sein komplettes Erbe an Wissenschaft und Literatur zu verschenken, aber auch an Günter Grass. Dessen damit quersubventioniertes Spätwerk hat Alfred Nobel ebenso verschuldet wie Selbstmordanschläge in Tel Aviv, was sich kausal überlappt. Der sehr alte Schwede (180 Jahre, steht doch schon oben, Depp!) machte zeit seines Lebens mächtig Wirbel, danach aber auch noch, und wiederum danach auch. Wer ihn verteidigt, macht sich zum Advokaten von Elend, Zerstörung und "RTL Explosiv". Nobel erfand die entsetzlichen Onomatopoetika Kaboom!, Fetz! und Stockholm!, geht seit 1896 aber nicht mehr ans Telefon, wenn jemand kritische Fragen stellen will. Wer bei Google "Kollateralschaden nach Experiment mit Nitroglycerin" eingibt, erhält stattdessen 14 Millionen Einträge zu Alfred Nobel, aber was heißt hier stattdessen? Andererseits ist ja niemand so bescheuert, nämliches einzugeben, weshalb auch keiner mehr Alfred Nobel kennt, abgesehen von dem einmal im Jahr um seine ersprengten Millionen sich streitenden Haufen intriganter Profiteure und Explosionsgewinnler. Alles Liebe zum Geburtstag, Alfred.

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Versager der Geschichte (XV)

Gestern vor 25 Jahren verstarb 73-jährig nach langer Krankheit (73 Jahre) leider viel zu spät der überzeugte Metzgersohn und Adipositas-Fan Franz Josef Strauß, und zwar lustigerweise auf dem Weg zu einer Hirschjagd. Geschieht ihm nur recht, haben da nicht nur die Hirsche gedacht, sondern auch die Menschen; zumal Strauß nach Antlitz und Habitus von manchem (Politik-)Wissenschaftler eher den Schweineartigen (Suina) zugerechnet wurde. Er fraß mit Vorliebe Linke und Kommunisten, aber nicht mit Messer und Gabel, sondern mit Haut und Haaren, pfui Deibel. Vorher schrie er sie stundenlang zusammen, in einer archaischen Sprache, die niemand verstand. Genau deshalb machte der vorbestrafte Autoschieber groß Karriere: Minister für Atombomben, Minister für illegale Rüstungsgeschäfte, erst Starfighter-Affäre, dann Fibag-Affäre, dann Onkel-Aloys-Affäre, dann HS-30-Skandal, dann Spiegel-Affäre, dann seine Tagebücher im Stern.

FJS war begeisterter Bruchpilot, hat hunderte Menschenleben auf dem nicht vorhandenen Gewissen, ist aber selbst immer heile rausgekommen – vermutlich wegen seiner außergewöhnlichen Spezialpanzerung (Fett). Seine besten Freunde waren allesamt Diktatoren, und Strauß versorgte sie stets mit dem Allernötigsten. Kein Mensch ist eben NUR schlecht. Weiterer Pluspunkt: Im Dritten Reich hat er weniger gemordet als manch anderer, war meist damit beschäftigt, seinen Kameraden den Proviant wegzufressen. Später fand er dann eine Frau, die Unzucht mit Stiernacken aufgeschlossen gegenüberstand und ihm drei menschenartige Kinder gebar, in deren Physiognomie und Charakter er ungeniert bis heute weiterlebt. Anlagebetrug, Stimmenkauf und Steuerhinterziehung: Familientraditionen waren ihm stets heilig. 

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Versager der Geschichte (XIII und XIV)

50 Jahre ist es dieser Tage her, daß John F. Kennedy die Kubakrise versemmelte. Geheime Sowjet-Raketen, heiße karibische Nächte und die Menschheit am Rande des Dritten Weltkrieges: Was hätte ein begabter US-Präsident wie Nixon oder Bush junior aus diesem Stoff gemacht! Das Riesenbaby Kennedy hingegen zaudert herum, beruft erst einmal endlose Kabinettssitzungen ein und erörtert Maßnahmen wie "Seeblockade" und "bei der UNO petzen". Hätte er auf russischer Seite wenigstens einen furchteinflößenden Gegner gehabt, Stalin z.B. oder Zar Iwan den Nuklearen, dann wäre aus der Kuba-"Krise" evtl. noch etwas rauszuholen gewesen! Leider sitzt Nikita Chruschtschow im Kreml – ein rundlicher Softie mit Frauennamen, der höchstens mal beleidigt mit seinem Schuh auf Pulten herumklopft. Kennedy droht mit zittrigem Stimmchen eine "Invasion Kubas" an, Chruschtschow zieht ängstlich seine Raketen ab. Das Weltkriegs-Potential wird einzig vom Supermacho Fidel Castro erkannt, der Atombomben fliegen sehen will. Statt dessen: Friede, Freude, Weicheierkuchen. Kennedy begeht ein Jahr später Auftrags-Selbstmord, Chruschtschow läßt sich abwählen und wird DJ bei Radio Moskau. Castro lebt heute immer noch, raucht dreißig Zigarren am Tag, hat regelmäßig Sex im Freien und joggt in seinem Trainingsanzug zweimal pro Woche nach Puerto Rico rüber. So wird's gemacht, Ihr Hosenscheißer! 

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Versager der Geschichte (XII)

Seit fünfzig Jahren ist sie so tot wie die Augen von Sonya Kraus: Marilyn Monroe. Ach, hätte sie doch länger gelebt! Wäre sie doch unwürdig gealtert, hätte sie sich mit Tonnen Schminke und wagemutigen OPs an die Reste ihrer Schönheit geklammert und mit vollalkoholisierten Talkshow-Auftritten den Ruf heimlicher Intelligenz zerstört! Man müßte heute nicht ihre Lebensgeschichte und die langweiligen Erlebnisse irgendwelcher Leute, die sie mal fotografieren oder ihr die Tabletten bringen durften, zum abertausendstenmal hören. Es blieben einem die ganzen Doubles erspart, die Lindsay Lohans, Christina Aguileras, Veronica Ferres', die ihren Mangel an Ausstrahlung mit schmarotzter Fünfziger Jahre-Erotik zu überspielen versuchen. Und sind wir doch mal ehrlich: Soo toll war die Monroe auch nicht. Eine Arbeitsmoral wie Silvana Koch-Mehrin, ein Talent zur Partnerwahl wie Nadja Drygalla – und neben Tony Curtis in Frauenklamotten sexy zu wirken, gelänge womöglich sogar Heidi Klum. Obwohl... 

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Versager der Geschichte (XI)

Heute würde der Star-Ökonom Milton Friedman seinen 100. Geburtstag feiern, hätte die Nachfrage von Gevatter Tod nicht schon 2006 das Angebot an Friedmans Leben weit überstiegen. Damit dürfte der Marktliberale gerechnet haben, wiewohl das Kalkulieren sonst nicht seine Stärke war: 1912 wurde der Liberalradikale trotz Widerstands gegen so viel staatliche Bevormundung kurz nach der Geburt eingebürgert, begann nach einem Zahlendreher bereits 1908 zu studieren. 1944: Zyklustage falsch abgezählt, Frau schwanger. 1975 verlor er im Eckenrechnen gegen Pinochet und mußte dessen Wirtschaftsberater werden.

Friedman propagierte die totale Marktfreiheit; er wollte sonntags Fernsehgeräte und Drogen beim Gemüsehändler kaufen, Sklaven bei Obi und dem Notenbankchef den Schneid ab. Zwischenzeitlich war er stolzes Mitglied eines besonders freizügigen Stricher-Rings ("Chicago Boys"). Sternstunden im Leben des liberalmarktigen Ökonomen: der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften und ein zweiter Platz beim Marcel-Reich-Ranicki-Ähnlichkeitswettbewerb, obwohl er als Michail Gorbatschow angetreten war. Freiheit war sein Lebensthema, auch und gerade die, sich wie eine entfesselte Pottsau zu benehmen. Das Erbe Friedmans lebt weiter. Erweisen Sie ihm die Ehre und tanzen Sie auf seinem Grab (bei "Spiegel online" nach dem Weg fragen, die schreiben, er würde sich dort regelmäßig umdrehen).

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Moinmoin, Nandus!

Moinmoin, Nandus!

Vor 18 Jahren seid Ihr aus einer Lübecker Straußenfarm ausgebüchst und habt Euch seither munter in Nordwestmecklenburg angesiedelt. Anfangs nur ein gutes Dutzend, ist Eure Population auf mittlerweile über 500 Laufvögel angewachsen. Wenn das so weitergeht, stellt Ihr demnächst in Eurem Landkreis die Bevölkerungsmehrheit.

Doch aufgepasst: Ihr habt zwar keine natürlichen Feinde, seit kurzem jedoch die Alphatierchen und Aasgeier von der FDP im Nacken, die Euch ins deutsche Jagdrecht aufnehmen wollen und als »große Gefahr« geißeln. Kleine Bitte: Könntet Ihr, statt konzeptlos alle Felder leerzufuttern, nicht zur Abwechslung mal was Sinnvolles tun, z.B. den Lebensraum des Nazidorfs Jamel verwüsten oder wenigstens das Kreisbüro der örtlichen FDP (Dorfstraße 27, 19417 Jesendorf)? Auf, auf!

Eure Fressfreunde von Titanic

 Privet, »Zeit Campus«!

In Deinem aktuellen Heft findet sich eine Reportage über Punkrockbands in Russland und darin wiederum der Satz: »Pornofilmy«, eine der Bands, »bezeichnet sich selbst als regierungskritisch. Ihre Lieder heißen Armes Land oder Traut der Regierung nicht

Wir halten journalistische Skepsis ja wirklich in allen Ehren, aber in manchen Situationen und bei gewissen Indizien darf man seinen Interviewpartnern auch einfach mal glauben.

Finden zumindest Deine Naivchen von der Titanic

 Gloria von Thurn und Taxis,

neulich fanden wieder mal die Festspiele im Innenhof Ihres Regensburger Schlosses statt. Da jubeln immer alle und freuen sich, und die geladenen Künstler, beispielsweise Elton John und Sting und Tom Jones, bedanken sich artig für die Einladung.

Und jetzt das! Bevor die Band Revolverheld zur Zugabe ansetzte, sagte Sänger Johannes Strate: »Wir spielen hier auf dem Grund einer Frau, mit deren Werten wir überhaupt nicht übereinstimmen. Man darf Missbrauch in der katholischen Kirche nicht bagatellisieren und Flüchtlinge nicht elendig im Mittelmeer verrecken lassen.« Und alle klatschten und jubelten. Und Sie? Sie sagten: »Gott sei Dank darf man heute noch seine Meinung sagen.«

Das stimmt, Prinzessin, Sie tun das ja unentwegt, haben Abtreibung als »Massenmord«, Beten als Heilmittel gegen Homosexualität und Migration als »eine Art Krieg« bezeichnet. Über jahrzehntelange Misshandlungen bei den Regensburger Domspatzen vermeldeten Sie: »In meiner Jugend waren Schläge ein ganz normales pädagogisches Mittel, um mit frechen Kindern, wie ich eines war, fertig zu werden.« Vor einem halben Jahr klang Ihre Meinung zur Meinungsfreiheit übrigens noch so: »Natürlich gibt es die Meinungsfreiheit. Aber wir dürfen nicht sagen, was wir denken.«

Mit Blick auf das, was Sie ohne Beteiligung Ihrer grauen Zellen von sich stemmen, möchte tatsächlich keinesfalls auch noch wissen, was Sie denken: Titanic

 Ralph C. Freund!

Da massakriert ein weißer Nationalist in der texanischen Grenzstadt El Paso unter anderem sieben Mexikaner, woraufhin der US-Präsident seine gewohnte ausländerfeindliche Hetze betreibt. Und Sie, Chef der sog. »Republicans Overseas«, dürfen bei WDR 5 den in die Kritik Geratenen in fließendem Deutsch verteidigen: »Trump ist nun alles, aber kein Rassist.«

Na, klar Robert »C.« Freund, und das »C«, welches der damalige Immobilienspekulant und Vermieter Trump schon Anfang der Siebziger Jahre in die Bewerbungsunterlagen farbiger Wohnungsinteressenten stempeln ließ – ein Vorgehen, für das er schon damals von den US-Behörden verklagt worden ist –, stand auch nicht für »colored«, sondern für das auf die Weltläufigkeit seines Initiators verweisende Wort »Cosmopolitan«, nicht wahr?

Keine Grüße: Titanic

 Glückwunsch, Simon Rolfes!

Sie sind Sportdirektor des Fußballvereins Bayer Leverkusen und äußerten jüngst den Satz: »Wir kommen vom Ansatz, mit dem Ball spielen zu wollen.«

Und wir kommen vom Ansatz, Ihnen zu gratulieren, dass das der genau richtige Ansatz ist, denn Fußball ist ja schließlich eine Ballsportart. Hätten Sie etwa behauptet, Sie kämen vom Ansatz, mit dem Puck spielen zu wollen, oder mit Doppelkopfkarten, oder gar mit dem Gedanken, künftig Eigenblutdoping zu betreiben, wären das total falsche Ansätze gewesen. So aber haben Sie eindrucksvoll bewiesen, dass Sie vom Ansatz her der absolut richtige Mann am richtigen Ort sind und nicht etwa ballaballa.

Verwandelt diesmal ansatzlos: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Habenwollen

Wenn ich Erich Fromms Buch »Haben oder Sein« verliehen habe, darf ich dann nach einiger Zeit sagen, dass ich es gerne zurückhaben würde, oder habe ich dann mal wieder gar nichts verstanden?

Ludger Fischer

 Zu ihrem Uniabschluss

wollte sich meine Freundin ein Cutting, ein Narbentattoo, zulegen. Ihr Freund hegte allerdings ästhetische Bedenken, sodass sie ihr Vorhaben verschob. Seit einiger Zeit sind die beiden allerdings getrennt, und die Sache ist damit geritzt.

Laura Brinkmann

 Add Blue

Die Zeit, in der mit Ersatzflüssigkeit Bindenwerbung gemacht wurde, wird auch als die Blaue Periode der Werbeindustrie bezeichnet.

Tobias Speckin

 Unpolitische Tiere: der Adler

Adler, Adler schweb empor
Du hast heute Großes vor
Flieg hinauf auf deinen Schwingen
Schwebe über allen Dingen
Segle, kreise, räsoniere
Sinne nach und meditiere
Über diese Frage nur:
War heute nicht die Müllabfuhr?

Gunnar Homann

 Fast schon Werbung

Beim Einkauf von Grillklimbim stieß mir Kohle mit Öko-Siegel ins Auge, die damit warb, dass sie »erstaunlich gut« brennbar sei. Ja, wagen denn nicht einmal Reklamefritzen in Zeiten der durch Streamingwerbung seelisch verhornten Kundschaft noch das ganz grelle Ranwanzen? Was kommt als nächstes? »Schokoriegel – schmeckt scheiße wäre leicht übertrieben«? »Mehl – dare to call it unschwarz«? »Dildo – nicht schlecht für einen Schwanz«?

Jasper Nicolaisen

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 17.09.:

    In der FAZ berichtet Oliver Maria Schmitt von Klumpenmenschen und Dark Tourism im Weserbergland.

Titanic unterwegs
19.09.2019 Berlin, Hausbrauerei Eschenbräu Katharina Greve
19.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst Hans Traxler
20.09.2019 Stuttgart, Superjuju Katharina Greve
20.09.2019 Nartum, Haus Kreienhoop Gerhard Henschel