Newsticker

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Inside TITANIC (12)

Brisante Einblicke in das Innere der TITANIC-Redaktion und ihrer Mitglieder. Heute: Paula Irmschler über die Redaktion im Rauschscham.

Gute Satire fickt sich nicht von allein. Der Sekt zum Frühstück, der Joint vorm Mittag, das Koks bei der Konferenz, das Bier am Nachmittag, das Koks statt Essen, der Wodka-Lemon nachts um vier zum Schreiben der Kolumne, das CBD zum Runterkommen. Das alles machen wir nicht mehr. Stattdessen gibt es viel Schlaf, ausreichend Wasser, gutes Essen und intensive Gespräche.

Bis vor kurzem hielt uns alle zumindest noch die Liebe zum good old Glimmstängel über Wasser. Nachdem alle immer mal wieder scheinheilig mit Rauchen aufgehört hatten, feierte die Ziese in der TITANIC-Welt zuletzt ein Comeback, es wurde wieder geschlaucht, geröchelt, gequatscht. Wir waren kurz davor, den Besuch einer Trinklokalität mal wieder in Betracht zu ziehen.

Bis sie uns wieder ereilte: Die Rauchscham. Äh, die Rauschscham (hier geht es um mehr).

Schuld daran sind: die Praktikantinnen und Praktikanten. Verächtlich "shamen" sie uns, wenn wir zu den guten, alten Abfuckdrogen greifen wollen. Die Jugend macht sowas nicht mehr. Und wir wollen natürlich auch nicht machen, was die Jugend nicht macht, weil wir es machen. Verantwortungsbewusst rühren sie ihr Quinoa an, sind früher als wir im Büro und kümmern sich um die Finanzen. Und sie verzerren ihr Gesicht oder machen diese Scheibenbewegung vor dem Gesicht, wenn wir uns mal ein bisschen Fun gönnen wollen. Einige bestehen nicht mal den "Kennst du alle hundert Millionen Biersorten der Welt?"-Test von Tom Hintner. "Ok Boomer", lachen sie uns mit diesem neuen Internetwitz aus, den ich gegoogelt hab. Und: "Interessant. Diese Zigaretten hatte meine Oma auch." Was glauben die eigentlich, wie alt wir sind?

Neuerdings experimentiert die (erwachsene) Redaktion allerdings heimlich mit Pilzen. Mehr dazu vielleicht bald an dieser Stelle.

Bleibt smooth, kids.

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Meditation und Markt mit Dax Werner

5000 Jahre Internet

Liebe digitale Vorhut,

Rechenzentren, Sternenstaub, unendliche Weiten: Das Internet, Quell und Ursprung aller guten und schönen Dinge in unserem Leben, feiert 50jährigen Geburtstag. Happy Birthday, liebes Weltnetz! 1969 wurde der erste Computer der Welt im sogenannten Alpaka-Net durch ein gelbes LAN-Kabel mit einem WLAN-Router verbunden. Für die Geschichte der Menschheit war dieser eine Handgriff vermutlich nicht von geringerer Bedeutung als das erste Mal ein Feuer machen oder eine Pyramide bauen. Warum? Ein Thread.

Natürlich, das Internet hat uns nicht nur coole Sachen geschenkt: Es sei hier nur an Donald Trump sowie Spam-Mails erinnert. Das war's aber auch eigentlich schon, denn ansonsten stehen insgesamt sehr viele geile neue Möglichkeiten auf der digitalen Habenseite: Memes, Vaporwave, Ebay, Rapidshare, Hundefotos und die Wikipedia-Seite von Reinhold Messner! Daran erkennt man mal wieder sehr gut, dass alles im Leben zwei Seiten hat. Wenn man zum Beispiel heutzutage ein Buch schreiben möchte, kann man sich einfach an den Millionen kostenlosen Texten im Netz bedienen und sich aus diesen ein neues, ein besseres Buch basteln!

Das größte Achievement des Internets ist jedoch sicherlich, dass es denjenigen eine Stimme gab, die vorher keine hatten. Egal ob westdeutscher Babyboomer, thüringischer Millennial oder Don Alphonso: Im Internet darf jeder seine Meinung sagen – und das ist auch gut so!

Wenn es eine Sache gibt, die ich mir an diesem heutigen Geburtstag wünsche, dann vielleicht: Dass wir wieder versuchen, sachlicher miteinander im WWW zu diskutieren, das rhetorische Wettrüsten einstellen und, jawohl, dass wir uns wieder ein Stück weit selber finden. So, wie es der kleine Prinz im berühmten Märchen von Frank Schätzing einmal gesagt hat: "Ich frage mich, ob die Sterne leuchten, damit jeder seinen eigenen eines Tages wiederfindet."

Liebe Internet-Sterne, ihr seid so viel mehr als Einsen und Nullen für mich.

Auf die nächsten 50 Jahre,

Euer Dax Werner

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Life & Style mit Antonia Stille

Style: Inhalte überwinden 

Manche würden sagen, zur Buchmesse in Frankfurt 2019 sei alles gesagt: Wir haben schon viele Analysen über Politik und Bücher und politische Bücher von serbischen Österreichern gelesen oder zumindest wurden sie uns in der Twitter-Timeline vorgeschlagen von den Zeitungsaccounts, die wir aus schlechtem Gewissen abonnieren, aber nie wirklich nutzen – bloß nicht dem Finanzamt sagen. Aber wie jedes Jahr wurde ein Aspekt selbst bei "Bento" und "Zeit Online" sträflich vernachlässigt: Outfits, Kleidung, kurz, die Haute (Non-)Couture in den heiligen Hallen der Menschen, die sich gerne auf ihre Bücherregale reduzieren. Aber, liebe Lesemäuse, let's judge the book by its cover! Bei Büchern geht es angeblich um Inhalte, und das sah man den Besucherinnen und Besuchern nun wirklich an. Marc O'Polo, Cos und H&M gaben sich hier unbeholfen die Klinke in die Hand. Schlecht geschnittene Ponys, Sneakers aus der 2017er Reebok-Kollektion und dazu asymmetrische Bärte, in denen noch die Reste von den Pumpernickel-Schnittchen aus dem vergangenen Jahr hängen: Es ist ein Trauerspiel, bei dem selbst ein Makeover durch die Fab 5 wenig bis nichts hätte ausrichten können. (Antoni, bitte antworte mir endlich bei Insta!) Wirklich schade, wenn man bedenkt, dass all die networkenden Buchstabenfans selbst mal Kinder waren. Darum ist es auch kein Wunder, dass diese traurigen Gestalten sich ihre eigene Existenz beim hippen Umsonst-Saufstand "Generation Riesling" schöntrinken müssen. Dann liest man auch schnell über schwierige Passagen und mehr als vierzig rechte Verlage hinweg, aber ich will jetzt auch nicht politisch werden. Peter Handke hat nämlich auch oberflächlich betrachtet keinen Literaturnobelpreis verdient, sondern höchstens eine Stilberatung und einen Maniküre-Workshop.

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Inside TITANIC (11)

Brisante Einblicke in das Innere der TITANIC-Redaktion und ihrer Mitglieder. Heute: Moritz Hürtgen über die Chats, Mails und Foren der Redaktion.

Die Frage treibt zwar nicht viele, aber gewiss eine Handvoll Nerdboys und Fangirls um: Wie chatten die klügsten Köpfe des Landes? Die Antwort: Alle Mitglieder der TITANIC-Redaktion sind in verschiedenen Chats und Kommentarsträngen organisiert. Eine kurze Übersicht und Historie will ich Ihnen heute gerne liefern.

Alles begann in der 90ern mit dem ältesten Medium der Welt: der E-Mail. Bis heute gibt es einen Verteiler, über den man alle aktiven Mitglieder der Redaktion erreicht. Hier werden wichtige Dinge geklärt wie: Wer kommt dieses Jahr mit auf das Lohrer Bierfest? Aus diesen Plänen wird grundsätzlich nie etwas.

Ein bisschen später, nachdem eine Zeitlang unschuldige Gästebücher anderer Webseiten terrorisiert wurden, führte man ein klassisches Forum mit hellblauer Nutzeroberfläche ein; Leser/innen waren dort eingeladen, mit Redakteuren zu mingeln. In einem geheimen Unterforum, für das man vom Webmaster zugelassen werden musste, wurden Meldungen für den Newsticker auf der Website ausgeheckt. Einige spätere Redakteure fanden so ihren Weg "zum Heft". Ich persönlich denke, dass dieses Forum die schlimmsten Jahre der TITANIC-Geschichte ermöglichte. Heute muss man sich zum Glück wieder ganz normal auf eine Stelle bewerben. Mit Zeugnis und Empfehlung seines Professors.

Dann kam … – Facebook. Ich korrigiere mich: Erst jetzt wurde es richtig entsetzlich und furchtbar beim endgültigen Satiremagazin. Bald postete das halbe TITANIC-Personal mit Autor/innen und weiteren Verrückten in einem halböffentlichen Facebook-Kommentarstrang ca. 70 000 Kommentare zusammen. Es gab stets einen König (m/w, fragen Sie nicht!) und meist ging's um Sex und Schlüpfriges; Menschen zwischen 25 und 45 – ja, auch ich – holten ihre Pubertät nach. Ich habe dieses Kapitel für mich abgeschlossen.

Und jetzt? Ist jede und jeder in ca. 17 verschiedenen Chatgruppen im Facebook-Messenger untergebracht, wo man 24/7 mit Organisatorischem und Intrigenspinnerei behelligt wird. Mein Versuch, die Kolleg/innen davon zu überzeugen, sich professionell bei Slack zu auszutauschen, musste scheitern. Naturgemäß. Loben möchte ich die Plattform Twitter. Dort wird man in den "DMs" stets nur seriös mit Anfragen, die Hand und Fuß (und ein anständiges Honorar) haben, erfreut.

Haben Sie weitere Fragen? Sie erreichen mich unter: papierkorb@titanic-magazin.de

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Case Study: Regenbogenfisch

Immer mal wieder finde ich etwas im Internet, was in mir instantly dieses Frank-Thelen-Investment-Case-Feeling triggert. Der Regenbogenfisch-Auftritt der österreichischen Poetry-Slammerin Lisa Eckhart auf 3Sat, der seit gestern auf Twitter die Runde macht, gehört definitiv dazu!

Alles an ihrer Zweieinhalb-Minuten-Performance ist bis ins kleinste Detail genial gearbeitet. Allein das Sujet: "Der Regenbogenfisch", ein 1992 – übrigens auch das Geburtsjahr von Lisa Eckhart – erschienenes, extrem virales Kinderbuch, in dem ein Fisch seine Schuppen an andere Fische verschenkt und so herausfindet, dass man nur durchs Teilen wirklich wahres Lebensglück findet.

Die Möglichkeit, dass es sich bei dem Kinderbuch von Marcus Pfister um ein unter vielen Schuppen verstecktes sozialistisches Manifest handle, das unsere unschuldigen Kinder für den ersten Arbeitsmarkt versaut, bringt Kritiker schon seit dem Erscheinen auf die Palme. Vielleicht zitiert Eckhart deswegen gleich zu Beginn einen sieben Jahre alten, extrem nischigen Tweet des inzwischen 74-Jährigen konservativen US-Radiomoderators Neal Boortz, der weiland ins Twitter drückte: "The Rainbow Fish is the most insipid, disgusting and subversive children's book available today. ObamaPelosiReid would LOVE it." 8 Retweets, 4 Favs. Bei Eckhart wird daraus der staubtrocken servierte Opener: "Wissen Sie, was das schlimmste Kinderbuch ist? Für alle Zeit? Der Regenbogenfisch!" Zugegeben, wenig mehr als ein intertextuelles Goodie für Leute mit abgebrochenem Germanistik-Studium. Aber die Richtung ist natürlich goldrichtig.

Denn in der Satire- und Kabarettbranche arbeiten wir seit langem viel mit Visualisierungen. Eine davon lautet: Wenn du in Deutschland mit Humor Geld verdienen willst, musst du die Best-Ager erobern, die anspruchsvolle und konsumfreudige Kundengruppe der 40- bis 50-Jährigen; Menschen also, die sich unter der Woche den Nuhr in der Stadthalle geben und freitagabends im Karohemd den Welke in der Heute-Show. Du musst die Provinz abholen. Leute, die mehr wollen als Pispers und Priol. Und alle Marktforschungen sagen es deutlich: Diese Menschen haben auf eine Sache am allerwenigsten Lust, nämlich: Sozialismus.

Und Eckharts Kabarett-Setup ist milimetergenau auf die Best-Ager abgestellt: "Besonders zu sein, ist heute nur dann gestattet, wenn alle gleich besonders sind. Denn alle Menschen sind gleich, und jeder ist etwas Besonderes. [...] Das ist definitiv ein Fortschritt. In den Irrsinn." Das ist genau der haarsträubend apokalyptische Sound, auf den gerade in Zeiten von Gendergaga und political correctness sowohl in strukturschwachen- als auch starken Landstrichen, sowohl in Montabaur als auch in Pirna resoniert wird.

Deswegen ist Lisa Eckhart für mich ein extrem clever gearbeitetes Kabarett-Produkt mit retropolitischem Markenkern und hat gerade deswegen eine großartige Zukunft vor sich. Oder, um es mit der ZDF-Social-Abteilung zu sagen: "Bitterböses von Lisa Eckart zum 'schlimmsten' Kinderbuch aller Zeiten: dem 'Regenbogenfisch'." Tränenlachsmiley.

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Ich wärdä diesä Schallplattä niecht kaufän

Monty Python wird 50, und alle überschlagen sich mit Lobpreisungen und Referenzen. Und wer könnte ihre Großartigkeit und humorhistorische Relevanz in Abrede stellen; wie so viele Kulturphänomene leiden sie jedoch an der erdrückenden Umschlingung ihrer Verehrer, zumal seitdem das Internet Bild- und Wortzitate zur frei konvertierbaren Währung erhoben hat. Referenzkapital, das als selbsterklärender Platzhalter Eigenschöpferisches ersetzt, nicht ergänzt. In touristisch organisierten "Silly Walks" und dem viermillionsten "Chleudert den Purchen zu Poden!" verdünnt sich die effiziente Humorarbeit der Engländer und nimmt ein wenig vom Salzstangenspendercharme eines "Dinner for One" oder des gleichfalls silvesterverzahnten "Ein Herz und eine Seele" an – letzteres hat durchaus seine überzeitlichen Meriten, nicht zuletzt durch das heute selten gewordene halbimprovisierte Spiel der Darsteller – allein, es ist die alles erdrückende Kultpflicht, die den distanzierteren Betrachter im Sessel zurücklässt mit dem Gedanken: "Früher hatten die Witze halt mehr Zeit." Vielleicht könnte man den Pythons auch das preußische Tafelsilber Loriot zur Seite stellen, dessen perfekt durchorganisierte Sketche mit der Präzision eines Frankreichfeldzugs ablaufen, ihr inhärent zwangsneurotisches Element nach ungezählten Wiederholungen in MDR-Potpourris und anderswo jedoch zuweilen schmerzhafter als beabsichtigt offenbaren. Ihre zu Recht gerühmte Anarchie – die mehr der subversiven Logik des Traums als einer weltanschaulichen Agenda zu folgen scheint – ist von einer Dichte und Robustheit, die die Pythons vor der finalen Abgegriffenheit bewahren wird; den "Was habe ich da gerade gesehen?"-Effekt haben sie auch ins Streamingzeitalter mit seiner stets zum Absprung bereiten Konzentration zu retten verstanden. Allzu häufigen Gebrauch vermeidend, werden sie weiterhin ein probates Heilmittel gegen Oneliner-Geknatter einer- und brucknerbreite Bräsigkeit andererseits darstellen, denn mausetot ist dieser Papagei noch lange nicht.

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Life & Style mit Antonia Stille

Life: Reich sein, aber richtig 

Wer dieser Tage das "Manager Magazin" aufklappt, dem fällt doch glatt der Aperol aus der Hand: Die Liste der 1001 reichsten Deutschen ist endlich draußen. Aber, liebe Freundinnen (und Freunde!) des gepflegten Geldanhäufens, ich habe da eine Frage: Was sind das für traurige Gestalten, die mir da von den Hochglanzdoppelseiten entgegenbleachen? Wo bleibt da der Swag? Wo ist das gewisse Etwas, das über ein Tragen blau samtener Herrenslipper hinausgeht? In Deutschland sind selbst die Milliardäre spießig und uncool: Peter Harf, Wolfgang Reimann, Renate Reimann-Haas, Stefan Reimann-Andersen und Matthias Reimann-Andersen – wie soll Reichsein da so hip werden wie auf der anderen Seite des Teichs? Keines dieser Gesichter habe ich je auf dem Coachella-Festival gesehen. Da herrscht selbst bei der "Ultimativen Chartshow" mehr Klasse. David Hasselhoff hat unsere Nation vor 30 Jahren nicht wiedervereint, damit Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler die deutschen Kim und Kanye werden. Was fehlt, sind Künstlernamen, Sexskandale und ein Werbedeal mit Snipes, um auch bei den Vapern und denen, die welche werden wollen, anzukommen. Reichsein muss man sich verdienen, da reichen arbeiten und Porsche fahren nicht. Mein Vorschlag an die Karins, Stefans und Wolfgangs, und ich hätte nie gedacht, dass ich diese Worte mal sagen würde: Macht es wie der Wendler. Legt eure Zigarillos beiseite und einen Instagram-Account an, jagt euch die exklusivsten Filter aufs Handy und stellt euch dann unterbezahlte Medienstudenten aus Köln ein, die gerne den Account betreiben, um ein Stück vom Marmorkuchen des Reichtums abzubekommen. Wenn ich schon weniger habe, will ich wenigstens sehen, wie andere mehr haben und dabei auch noch gut aussehen.

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Als Sie, Friedrich Merz,

Als Sie, Friedrich Merz,

jetzt von der Online-»Bild« in Riesenlettern zitiert wurden mit »Ich lasse mich nicht ZERMÜRBEN«, war unser erster Gedanke: Wie passend – Sie gehen uns schon seit langem gehörig auf den KEKS.

Heute mal kurz und knackig: Titanic

 Irgendwie schade, Almut Patt,

CDU-Kandidatin zur OB-Wahl in Chemnitz, dass Sie gegen Herausforderer Schulze von der SPD direkt verloren haben. Wir hätten uns ja so was wie ein Unentschieden gewünscht, ein Remis quasi, eine Stichwahl, so etwas in der Art. Letztlich sind wir aber doch froh, denn schließlich haben Sie verloren.

Schach und Matt: Titanic

 Aufgewacht, Frank-Walter Steinmeier!

Spitznamen aus früheren Zeiten hat nun wirklich jeder. »Mecki« alias Kurt Beck oder »Alec Baldwin« für Klaus Wowereit sind durchaus plausibel, und selbst »Acker« aka Gerhard Schröder können wir irgendwie herleiten. Aber jetzt mussten wir auf Wikipedia lesen, dass Ihre Jugendfreunde Sie einst »Prickel« benamsten, und kommen aus dem Grübeln seither nicht mehr heraus: War es, weil Sie Leckermäulchen gern das beliebte BRD-Brausepulver »Prickel Pit« naschten oder nonstop die süßesten Schaumweine wegschädelten in der endlosen Einsamkeit des Lipperlands?

Hat der Uzname vielleicht eine geheime plattdeutsche Bedeutung, so in Richtung Ödling, Schnarchsack, Statist? Oder lag es vielmehr an Ihrer ehemals erotischen Ausstrahlung oder Ihren nervenzerfetzenden Wortbeiträgen, und sei’s im Lateinunterricht? Ja, handelt es sich gar um ein kryptisches Kofferwort, z.B. aus Prügelknabe und Pickel, oder am Ende schlicht und ergreifend um allergehässigste juvenile Ironie?

Übersprudelnde Grüße Titanic

 Fertiggerichte!

Die Info, dass Ihr zu schlechten Blutwerten, Übergewicht, Heißhunger etc. pp. führt, ist ja schon so alt wie die in Euch verkochten Zutaten. Aber was Rtl.de jetzt zu berichten wusste, schlug uns trotzdem auf den Magen: »Eine neue Studie von Wissenschaftlern der spanischen Universität von Navarra gibt deutliche Hinweise darauf, dass uns der regelmäßige Verzehr von Fertiggerichten schneller alt werden lässt.«

Das also auch noch? Man muss schon zugeben: Ihr lasst in puncto negative Auswirkungen nichts anbrennen. Und da wurde uns endlich klar, warum Ihr Euch in Wahrheit »Fertiggerichte« nennt: Weil Ihr uns komplett fertigmacht!

Ist fertig mit Euch: Titanic

 So nicht, bumsfidele »Bild«!

Hast wohl gedacht, Du könntest uns mit der Schlagzeile »So verdoppeln und verdreifachen Sie Ihr Kindergeld!« hinter Deine Paywall locken, was? Von wegen! Den Trick kennen wir schon, dauert etwa neun beziehungsweise achtzehn Monate!

Kindsköpfig: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Naturgesetz

In gewissen Abständen gibt es ein großes Bambussterben, alle Bambusse gehen zur gleichen Zeit ein, denn sie stammen aus der gleichen Züchtung. Bei Kugelschreibern ist es ähnlich, wenn einer leer ist, sind spätestens am nächsten Tag auch alle anderen leer.

Miriam Wurster

 Geschäftsidee zu verschenken

Erfolgreiche Kriminelle müssen bekanntlich mit der Zeit gehen. Ich schlage daher folgendes Konzept vor: Über Zwischenmietportale, möglichst unter falscher Identität, immer wieder Wohnungen in größeren Städten anmieten, diese dann aber ausschließlich dafür nutzen, im großen Stil gegen Geld E-Scooter aufzuladen (»juicen«). Und wenn dann die Jahresendabrechnung des Stromanbieters kommt, sind die E-Juicer-Mietnomaden natürlich längst mir ihren Rollern über alle Berge gesaust. Ja, was macht ihr dann, Airbnb-Abzock-Vermieter?

Julia Mateus

 Spiritueller Austausch

Vom Kloster Andechs ist zu lesen, dass es sich »speziell auf ausgebrannte Manager spezialisiert, die zurück zu sich selbst finden möchten«. Toll wäre natürlich, wenn im Gegenzug unausgebrannte Mönche an die Börse geschickt würden!

Elias Hauck

 Einerseits, andererseits

Einerseits: Ich bin der Größte, die Steuer ist endlich abgeschickt! Andererseits: Wehe, jetzt geht die Welt unter und ich Trottel hab noch die Steuer gemacht!

Felix Scharlau

 Hiermit erkläre ich der Bundeswehr den Krieg

Bei den vielen rechtsextremen Netzwerken der Bundeswehr konnte ich ja noch ein Auge zudrücken, aber nach den jüngsten Entwicklungen ist der Laden bei mir echt unten durch: Ich war extra früher aufgestanden, um mir vor Reisebeginn beim einzigen Verkaufsstand im Bahnhof Hof noch ein schönes Schokocroissant zum Frühstück zu kaufen, da informierte mich eine uniformierte Soldatin: »Die machen erst um acht auf.« Also begab ich mich traurig und hungrig in meinen Zug, der schon um 7:57 Uhr loszuckeln sollte. Fünf Minuten vor Abfahrt stieg dann ebenjene Soldatin mit drei dampfend-warmen Backwarentüten und einem herrlich duftenden Kaffee aus dem besagten Geschäft zu.

Cornelius W.M. Oettle

Vermischtes

Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURGerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…
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Das schreiben die anderen

  • 23.11.:

    Die "Aachener Zeitung" rezensiert Ella Carina Werners Geschichtenband.

  • 13.11.:

    Leo Riegel spricht mit dem Kulturjournal des NDR über Auswirkungen auf die Arbeit von Karikaturisten in Anbetracht der Gewalt gegenüber "Charlie Hebdo".

  • 11.11.:

    Fabian Lichter berichtet in der Taz über den Musiklehrermangel an deutschen Grundschulen.

  • 09.11.:

    Im Arte-Format "Twist" äußert sich u.a. TITANIC-Chefredakteur Moritz Hürtgen zur ewig attraktiven Frage "Wie frei ist die Kunst?"

  • 31.10.:

    Der Deutsche Literaturfonds lässt den von ihm eh schon fett geförderten Thomas Gsella jetzt auch noch einige seiner Coronagedichte vorlesen.

Titanic unterwegs
10.12.2020 Zürich, Kosmos Max Goldt
24.01.2021 Amberg, Luftmuseum »Luft? – Sehr witzig! Eine Cartoonschau«
07.03.2021 Frankfurt, Museum für Komische Kunst Hauck & Bauer: »Cartoons«