Newsticker

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Der TITANIC-Ombudsmann (3)

Liebe Leserinnen und Leser, die Dürre macht uns allen zu schaffen. Hier oben, im Ombuds-Büro unterm Dach der Redaktion, kann ich die Entwicklung der Trockenkatastrophe unten an Land sehr gut beobachten. Der Boden im Hof ist seit vielen Wochen nicht gegossen worden, der Asphalt wirkt leblos und tot. Das Beet der Friesers ist nicht gemacht, teilweise sind Kippen darin ausgedrückt. Die Menschen kapitulieren sichtlich vor der Klima-Hölle.

Unsere Berichterstattung übers Wetter ist auch Anlass vieler Zuschriften:

► TITANIC-Leser Jörg K. sieht unseren grundsätzlichen Verzicht auf einen eigenen Wetterbericht kritisch: "Verlassen Sie sich nicht auf Wetter-Apps! Diese werden oft von Chinesen oder feministischen Wetter-Hexen ferngesteuert, um die Bevölkerung zu verwirren. Die Wahrheit über das Wetter gibt es nur auf kleinen Twitter-Accounts, wo der Moderator noch jeden Morgen selbst aufs Barometer guckt, auf die Gefühle in seinem kleinen Zeh hört."

Meine Antwort: Die Kritik ist berechtigt. TITANIC verfügt über keinen eigenen Wetterbericht. Wir verlassen uns hier auf Langzeitprognosen, die davon ausgehen, dass der Planet in 50 Jahren ohnehin komplett unbewohnbar ist. Vor diesem Hintergrund halten wir Detail-Vorhersagen für zeitraubende Kleinkrämerei. Wir garantieren aber: Sollte sich der Langzeittrend umkehren, sind wir die ersten, die davon berichten!


► TITANIC-Leserin Gundula G. sagt: "Die Bundesregierung hat die Hitze genutzt, um zahllose schmutzige Geheimnisse unter den Tisch zu kehren, zum Beispiel, dass Özil Türke (!!!) ist, also von einer fremden Macht kontrolliert wurde! Von ihrem linksgrünversifften Gutmenschenblatt erwarte ich mir aber eine faire, ausgewogene Berichterstattung!"

Meine Antwort: Die Kritik ist nicht berechtigt. TITANIC hat mehrfach darauf hingewiesen, dass Özil unter der Knute eines skrupellosen, korrupten Autokraten mit menschenfeindlichen Vorstellungen steht, nämlich Reinhard Grindel. Wir werden auch in Zukunft von deutschen Waffenlieferungen an den DFB berichten und die Lage in den vom DFB besetzten Gebieten in aller Deutlichkeit schildern. Sie Nazi.


► TITANIC-Leser Tim W. schreibt mit einiger Besorgnis: "Ich lese die Nachrichten von TITANIC sehr gern, bin aber bestürzt darüber, wie viele Ihrer Inhalte gratis im Netz verfügbar sind. Gibt es denn gar keine Möglichkeit, mich von der Billigheimer-Fraktion der Kostenlos-Kultur abzugrenzen?"

Meine Antwort: Die Kritik ist berechtigt. Leider haben wir es in der Vergangenheit versäumt, über das konkurrenzlos günstige Bezahlmodell zu berichten, über das TITANIC online neuerdings verfügt. Wir haben dazu nun ein Dossier zusammengestellt, das Ihnen einen ersten Einblick in die Sachlage erlaubt. Wir werden unsere journalistischen Ansprüche auf diesem Gebiet noch ausbauen und jede neue Entwicklung auf diesem Sektor kritisch und differenziert begleiten. Bei meiner Treu!

Herzlichst,

Ihr TITANIC-Ombudsmann

Leo Fischer

Wenn er sich noch an sein Passwort erinnert, erreichen Sie Herrn Fischer unter ombudsmann@titanic-magazin.de und ansonsten unter TITANIC, Stichwort: Sofort wegwerfen, Hamburger Allee 39, 60486 Frankfurt am Main.

Sie können ihn kontaktieren, wenn Sie Ihre politische Ansicht oder sonstige Wahnvorstellungen falsch oder verzerrt dargestellt finden. Aber auch, wenn Sie Zweifel an Fakten haben, am Leben oder "auch nur mal so". Er darf offiziell bei unserer Chefredaktion fragen, ob wir alles richtig gemacht haben. Wir werden keinen Einfluss auf seine Schützenhilfe nehmen und sie veröffentlichen, wann immer es gerade gut passt.

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Leute ... von Paula Irmschler

Schnappschüsse

Leute,

Achtung, Achtung, aufgepasst, es geht wieder los, macht euch warm, es ist soweit, passt auf, schützt euch, bei diesen Temperaturen und so weiter. Sie fliegen jetzt wieder viel um euch herum, wollen zuschlagen, wollen euch kriegen und dann kommt das Geräusch und zack, ist es zu spät: Ihr wurdet fotografiert. Die Foto-Faschos sind euch auf den Spuren, unterwegs, dabei und sie wollen alles dokumentieren, den Sommer ihres Lebens und euch, die sich darin verirrt haben. Denn wie besonders gut gelingen immer diese Bilder vom Imparksitzen: da in der Mitte verschiedene Saufflaschen wegen Exzess und vertrocknetes Baguette und Cherrytomaten und Melone und der Grinder und die ganzen Menschen, die gerade auf ihr Handy starren, jemandem zuhören und dabei fies gucken, sich den Rücken kratzen, im Busch ficken und einer Person am Bildrand fällt immer garantiert beiläufig eine ihrer Titten raus und die Scheide blitzt aus den Shorts. (Mir. Bitte die Fotos aus dem Facebook-Ordner "geile Leude 2018" entfernen, Sebastian.)

Aber auch, wenn man keine Freunde hat, kann es einem passieren. Man landet dann im Hintergrund von Instagram-Stars, während man sich schön einen abpopelt und seine Doppelkinne zählt (2), und die wieder irgendwelche Sneakers auf heruntergekommenen Bänke abstellen. Und irgendjemand zoomt dann ran und macht davon einen Screenshot, also vom Popelnden und zack, ist man schon wieder ein Meme. Haha, wie lustig Leute auf Fotos gucken! Und es geht immer so weiter, komm, hier ich fotografier dich mal, ach komm, es ist nur für die Kathi (und alle Kathis der ganzen Welt). Ungefragt, uneinverstanden wird alles wegfotografiert, was geht. Und wenn es etwas gibt, das ich im Internet sehen möchte, dann sind es EURE Kinder beim Badespaß. EURE Kinder, die ich gar nicht kenne, weil ich euch gar nicht kenne, aber ihr habt es ja schön öffentlich gepostet, also sind es jetzt auch meine Kinder. Bei einem Konzert letztens hab ich einen gesehen, der hat ständig den Bildschirm fotografiert, auf dem das Bühnengeschehen gezeigt wurde.  Und hinter ihm stand einer, der hat wiederum den kleinen Bildschirm abfotografiert, auf dem der große Bildschirm zu sehen war und so ging es immer weiter. Dann hab ich alle umgeschubst und sie sind umgefallen wie beim Domino und das Video davon hab ich an "Upps! – Die Pannenshow" geschickt und eure Kinder finden’s geil.

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Der Tag, an dem die Erde stillsteht



Gestern war Welterschöpfungstag. Das ist aber nichts Chilliges, wie meine Tante gesagt hätte, sondern sollte uns vielmehr daran gemahnen, dass die Ressourcen der Erde erschöpflich sind und unsere Nachfrage ihr Angebot Jahr für Jahr etwas früher übersteigt; dieses Jahr haben wir unser Ökotaschengeld halt schon am 1. August auf den Kopf gehauen und konsumieren die letzten 5 Monate auf Pump. Das Datum ist natürlich etwas willkürlich zur allgemeinen Bewusstmachung errechnet, denn so genau weiß keiner, wie viele Kokosnüsse der liebe Gott dieses Jahr an die Bäume gehängt hat, oder ob in einem Bottroper Keller nicht noch eine vergessene Kohlenlieferung aus dem ausgehenden Wirtschaftswunder schlummert; nein, am Welterschöpfungstag sollen wir einfach alle grundsätzlich darüber nachdenken, dass wir mit unseren Vorräten nicht so rumaasen sollten. Und dies gilt nicht nur für die physischen Ressourcen: Bereits seit dem 11. Juni ist der diesjährige Beatsvorrat in der Musik erschöpft, die Beatz waren bereits am 9. Mai durch. Bei Youtube-Clips weinender Kinder, die einen Welpen geschenkt bekommen, sind wir seit dem 29. März am Limit, bei Veganerwitzen haben wir den Dispo von 2016 noch nicht abgetragen, und just heute, am 2. August sind die Kapazitäten für zeitgeistgeißelnde Kolumnen semiprofessioneller Schreiber unwiderruflich

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"Zahlen, bitte!" – Fields-Medaillen-Gewinner Scholze im Gespräch

Der Mathematiker Peter Scholze, 30 Jahre jung, gilt als Jahrhundert-Genie auf dem Gebiet der konkreten Poesie – nein, auf dem der Mathematik natürlich, kleiner Scherz. Der begnadete Zahlentheoretiker ist Professor an der Universität Bonn und seit gestern der zweite deutsche Gewinner der begehrten Fields-Medaille, der wichtigsten Auszeichnung seines Fachgebiets. TITANIC-Science hat das Mathe-Ass nach der Preisvergabe zum ungezwungenen Plausch in einer Bonner Eisdiele getroffen.

TITANIC: Sehr geehrter Herr Scholze, Sie sind der Erfinder der sogenannten perfektoiden Räume. Was genau können wir uns darunter vorstellen?

Peter Scholze: Sie können sich darunter überhaupt nichts vorstellen. Die Menschen, die mir da auch nur ansatzweise folgen können, kann man an einer Hand abzählen – es sind sieben bis acht.

TITANIC: Moooment, eine Hand hat aber doch nur fünf Finger! Wie soll man denn da … 

Scholze: Wohl noch nie was von Polydaktylie gehört. Das hätte ich mir ja denken können bzw. hab das sogar getan – die Wahrscheinlichkeit, dass einem Journalisten die Vielfingerigkeit bekannt ist, liegt bei 0,12 Prozent.

TITANIC: Dann haben Sie diese Metapher also nur gewählt, um uns und unseren Berufsstand zu kompromittieren?

Scholze: Zahlen, bitte!

TITANIC: (überrascht) Wie, wollen Sie etwa schon gehen?

Scholze: Nein, ich bat lediglich um Zahlen.

TITANIC: Wie Sie wünschen: Elf. Vierundzwanzig. Siebenundachtzig.

Scholze: (lächelt milde) Warum nicht gleich "Null. Acht. Fünfzehn"?

TITANIC: Ist Null überhaupt eine Zahl?

Scholze: Was glauben Sie denn, eine Hieroglyphe? Aber im Ernst ... (schaut auf sein Smartphone) Laut Wikipedia ist Null eine Zahl. Der entsprechende Artikel ist übrigens von mir, also muss es stimmen. Im Netz findet man ja auch viel Bullshit. Gestern stand dort über mich: "Typ Fahrradkurier. Er könnte auch als Aktivist für Tierrechte durchgehen." Wer denkt sich so einen Schwachsinn aus?

TITANIC: Manfred Dworschak vom "Spiegel". Fühlen Sie sich da falsch porträtiert?

Scholze: Ich hab nichts gegen Tiere, meine besten Freunde sind Zahlenfüchse und Brillenschlangen. Und auch ein Fahrrad hat Rechte. Trotzdem ist mir die Beschreibung suspekt – obwohl ich natürlich damit gerechnet habe, wie mit allem.

TITANIC: Dann rechneten Sie bestimmt auch mit dem Gewinn Fields-Medaille. Wissen Sie schon, was Sie mit den 15 000 Dollar Preisgeld machen werden?

Scholze: Natürlich erstmal in Euro umtauschen – das sind nach aktuellem Kurs 12 836,63 Euro.

TITANIC: Und dann?   

Scholze: Wissen Sie, ich habe eine Schwäche für Kekse von Gottfried Wilhelm Leibniz. Nur echt mit 52 Zähnen. Eine Packung kostet bei Edeka 1,09 Euro. Ich könnte mir also insgesamt 11 775 Pa- 

TITANIC: 11 776 sogar!!!

Scholze: (lacht) Jetzt haben Sie allen Ernstes geglaubt, ich hätte mich verrechnet, was? Mitnichten. Meinen Sie, ich gebe das komplette Preisgeld für KEKSE aus?! Ein neues Geodreieck ist ebenfalls dringend vonnöten, Kostenpunkt 1,79 Euro. Apropos: Zahlen, bitte!

TITANIC: (leicht genervt) Okay. Null. Acht. Fünfzehn.

Scholze: Sind Sie schwer von Begriff? Ich muss in 10 Minuten eine Vorlesung halten und habe den Kellner veranlasst, möglichst bald abzukassieren. 

TITANIC: (kleinmütig) Entschuldigung. Die Rechnung geht selbstverständlich auf uns.

Scholze: (mitleidig) Trauen Sie sich das zu, inkl. der Mehrwertsteuer?

TITANIC: (überfordert) Wir danken Ihnen für dieses Gespräch, Herr Scholze.

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Der Besuch

Dieses Momentum, wo der Kies in der Auffahrt unter fast abgefahrenen Sommerreifen vor sich hin knirscht und dann ein kleiner Junge in Anzug, Fliege und mit Rollkoffer aus der Beifahrertür steigt, irgendwas in sein Handy drückt und grußlos, dafür effizient, in Richtung meiner Haustür marschiert. Mein Neffe Gino (5) ist zum ersten Mal für ein ganzes Wochenende zu Besuch!

"Hey Buddy, DA ist aber jemand groß geworden!", begrüße ich ihn und wuschle dem Champion durch die Haare. Gino streckt mir sehr ernst die Hand entgegen: "Onkel Dax, schön, dass du es einrichten konntest!" Auf dem kurzen Weg durch den Flur ins Wohnzimmer schwärmt er von Blablacar, einem französischen Mitfahrdienst, den er auf dem Weg zu mir genutzt hat. "Ich sag's mal wie's ist, dieses Startup performt gerade nicht zu Unrecht aufs Abartigste, inzwischen in der fünften Investitionsrunde. In der Form in Deutschland gar nicht denkbar. Wo ist das Bad?"

Ich bin irritiert. Im Wohnzimmer angekommen, versuche ich es mit einem Klassiker der Kinder-Kommunikation: "Was willst Du denn mal werden, wenn du groß bist?" Gino schlägt die Beine übereinander und überlegt. Stand jetzt sei Frank Thelen da sicherlich ein Vorbild, auch Carsten Maschmeyer und Philipp Jessen sehe er als Macher, zu denen er aufschaut, aber apropos Träume: Ob ich eigentlich immer noch ernsthaft über zehn Jahre nach Burdas iconic turn 24/7 auf der Versager-Plattform Twitter grinde?

Na, der hat gesessen. Mir wird kurz ziemlich schwindelig und auch schlecht (gleichzeitig), ich muss mich refokussieren: Bin ich in einem Youtube-Prank gelandet? Warum und wann hat sich Gino in eine Art Turbo-Version vom jungen Christian Lindner (Stichwort Stern-TV) transformiert? Und warum liest er mein Twitter? Ich stottere irgendwas von Renaissance des geschriebenen Worts, Debattenkultur und konservativem Backlash, das Internet müsse doch zurückschlagen! Doch der Junge in meinem Wohnzimmer unterbricht mich schon wieder: Na ja, fährt er fort, wenn man, wie er, mit offenen Augen und open-minded durch die Kita gehe, spüre man doch sehr deutlich: Das Boot ist voll. Im Übrigen sei genau das am Dienstag Thema seiner Instagram-Story, da erkläre er das noch mal mithilfe des großen Lego-Piratenboots.

Ich atme zweimal tief ein, kärchere die Reste meines Bulletproof-Coffees in die Speiseröhre und schlage vor, sofort in den Zoo zu fahren. Am Kassenhäuschen besteht er darauf, den Eintritt selbst zu zahlen, weil sich (O-Ton Gino) "Leistung wieder lohnen muss". Dann erklärt er dem Mann an der Kasse, dass auch sein Arbeitsplatz in den nächsten fünf bis zehn Jahren verschwinden werde, "aber als Chance". Wir gehen dann doch nicht in den Zoo. Auf dem Weg nach Hause spreche ich ihn noch mal auf die Metapher mit dem vollen Boot von vorhin an und versuch es noch mal kumpelig: "Champion, ganz ehrlich: Die hat mich noch nicht ganz abgeholt." Gino entgegnet, dass ich doch jetzt bitte mal den Fuß von der Spaßbremse nehmen soll, am Ende des Tages seien Zuwanderer auch irgendwie dornige Deutsche und Multikulti als solches lehne er ja ohnehin nicht komplett ab, da war schon viel Schönes dabei vom Ansatz her. Ich spüre, wie kleine Schweißperlen meine Stirn hinabjagen, die Sonne paralysiert mich mit ihren Strahlen ins Auto rein und ich merke, wie ich die Kontrolle über mein Elektro-Auto verliere. Ein geisteskrank lauter Knall. Dann wache ich schweißgebadet auf: In der Auffahrt knirscht der Kies.

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Der TITANIC-Ombudsmann (2)

Liebe Leserinnen und Leser, historische Wochen liegen hinter uns! Der NSU-Prozess ist zu Ende gegangen – Gott sei Dank so, dass alle Beteiligten das Gesicht wahren konnten. Wichtig ist doch bei jedem Streit, dass man hinterher noch miteinander reden kann! Das ist auch mein Motto als TITANIC-Ombudsmann: Wenn Sie das Gefühl haben, TITANIC habe Ihre Würde angegriffen, Ihnen Schaden zugefügt und Ihr Leben für immer ruiniert, möchte ich, dass wir am Ende des Tages immer noch gemeinsam darüber lachen können.

In den letzten Tagen bin ich unter anderem diesen Fällen nachgegangen.

► TITANIC-Leserin Andrea Nahles sieht die Arbeit der SPD-Fraktion im Bundestag nicht ausreichend gewürdigt: "Vor zwei Tagen wollte die Kanzlerin noch offen zu einem faschistischen Umsturz im Land aufrufen. Wir von der SPD haben da klipp und klar gesagt, dass das mit uns nur unter erheblichen Bauchschmerzen möglich ist. Jetzt wurde der Antrag sogar vertagt! Warum lese ich darüber nichts in TITANIC?"

Meine Antwort: Ziffer 8.7 des deutschen Pressekodex gebietet es, bei der Berichterstattung über Selbsttötung Zurückhaltung walten zu lassen. Dies gilt insbesondere für “die Nennung von Namen, die Veröffentlichung von Fotos und die Schilderung näherer Begleitumstände”. Bis die Selbsttötung der SPD abgeschlossen ist, wird die Redaktion ihre Berichterstattung auf ein Minimum beschränken, um Nachahmereffekte unter anderen Parteien zu vermeiden.


Vor einigen Wochen wollte TITANIC-Chefredakteur Tim Wolff in einer Umfrage die Erschießung von "Zeit"-Journalisten ergebnisoffen diskutieren. TITANIC-Leserin Ines Pohl fragt uns: "Was soll das? Schaut Euch mal um in der Welt, solche Aktionen sind weder lustig noch öffnen sie irgendwelche Perspektiven. Das ist schlicht Aufruf zum Mord. Pfui!"

Meine Antwort: Die Kritik ist berechtigt. Die Redaktion hat mir zugesichert, künftig nur noch dann zum Mord an "Zeit"-Journalisten aufzurufen, wenn dadurch neue Perspektiven eröffnet werden. Wir bitten alle "Zeit"-Journalisten um Entschuldigung, die berufsmäßig nur über den Tod von Ausländern, nicht aber den eigenen nachdenken wollen, wünschen noch einen schönen Tag und – falls Sie morgen freihaben – ein schönes Wochenende!


► Durch ein technisches Versehen war der Twitter-Account von TITANIC-Redakteur Moritz Hürtgen einige Stunden so eingestellt, dass er wie ein türkisches Nachrichtenportal aussah. TITANIC-Schlau-Leser J. Reichelt bemerkte den Fehler – und wirft nun der Redaktion vor, "mit Fake News Spaltung herbeizuführen".

Meine Antwort: Die Kritik klingt zwar wirr, ist aber berechtigt: Es ist historisch der erste Fall, in welchem ein TITANIC-Fake so schlecht war, dass er sogar von der Bild.de-Redaktion erkannt wurde (vgl. aber: Wahl von Joachim Gauck, #Miomiogate, Seehofer-Rücktritt). Ich habe mit der Redaktion gesprochen: Sie wird dafür sorgen, dass das nie wieder passiert und die eingetretene Spaltung (?) rückgängig gemacht wird. Hauptsache, Sie beruhigen sich erst mal!

Herzlichst,

Ihr TITANIC-Ombudsmann

Leo Fischer

Wenn er sich noch an sein Passwort erinnert, erreichen Sie Herrn Fischer unter ombudsmann@titanic-magazin.de und ansonsten unter TITANIC, Stichwort: Sofort wegwerfen, Hamburger Allee 39, 60486 Frankfurt am Main.

Sie können ihn kontaktieren, wenn Sie Ihre politische Ansicht oder sonstige Wahnvorstellungen falsch oder verzerrt dargestellt finden. Aber auch, wenn Sie Zweifel an Fakten haben, am Leben oder "auch nur mal so". Er darf offiziell bei unserer Chefredaktion fragen, ob wir alles richtig gemacht haben. Wir werden keinen Einfluss auf seine Schützenhilfe nehmen und sie veröffentlichen, wann immer es gerade gut passt.

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Das TITANIC-Sommerinterview mit Chico

TITANIC: Guten Tag, Chico. Wie geht es dir?

Chico: Wuff! Wuffwuff!

TITANIC: In Deutschland wird gerade wieder über Integration diskutiert. Wie beurteilst du das?

Chico: Die Integration ist gescheitert, da gibt es nichts zu beschönigen – vor allem die Integration der Bayern, aber auch die ganz vieler anderer Bürger mit Deutschenhintergrund. Deshalb fordere ich: Deutsche raus aus Deutschland! Die machen ja sonst wieder das ganze Land kaputt.

TITANIC: Was müssen Migranten tun, um in Deutschland anerkannt zu werden?

Chico: Ganz einfach: Der Migrant muss sich in einen nonstop kläffenden hässlichen Köter verwandeln, dann wird er hier für immer beliebt sein. Todsicher!

TITANIC: Mittlerweile hat sich fast jeder zu Mesut Özil geäußert, zuletzt auch Daniela Katzenberger, Goleo und Helmut Schmidt. Was ist deine Meinung?

Chico: Ich bin immer noch erstaunt, dass man ihm lediglich das WM-Aus, die Waldbrände in Schweden und Griechenland, die miesen CSU-Umfragewerte, die Flüchtlingskrise, die scheußliche Frisur von Oliver Bierhoff und die schlechte Laune von Karl Lagerfeld bzw. Lauterbach vorwirft. Am Handelsstreit mit den USA, an der Hitze in Heiko Maas‘ Oberstübchen und am Aussterben der Bienen kann man ihm doch ruhig auch noch die Schuld geben. Wenn schon, denn schon.

TITANIC: Einer der vielen Vorwürfe lautete, dass Özil sich nicht schon viel früher öffentlich geäußert hat, zum Beispiel anlässlich des DFB-Medientages vor der Fußball-WM. Wie siehst du das?

Chico: Wer sich schon einmal mit deutschen Fußballreportern beschäftigt hat und ihre dämlichen Fragen kennt, kann nachvollziehen, dass Özil dem Medientag lieber ferngeblieben ist.

TITANIC: Stimmt es, dass du gleich noch einen Termin in der "Bild"-Redaktion hast?

Chico: Ja, ich freue mich schon sehr. Es ist eine sehr gute Gelegenheit, mal wieder ein paar Menschen... (knurrt, fletscht die Zähne und rennt los)

TITANIC: Viel Erfolg!

Chico: Wuff! Wuffwuffwuffwuffwuffwuffwuff!

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Guten Appetit, TV-Koch Alfons Schuhbeck!

Guten Appetit, TV-Koch Alfons Schuhbeck!

Nichts läge uns ferner, als über Ihren Steuerhinterziehungsprozess zu scherzen, der für Sie mit drei Jahren und zwei Monaten Freiheitsstrafe geendet hat. Etwas ganz anderes möchten wir ansprechen, nämlich Ihre Einlassung am zweiten von insgesamt vier Verhandlungstagen, während der Sie laut Handelsblatt »lang und breit über die Vorzüge« von Ingwer palaverten, »aber auch über Knoblauch, Kardamom oder Rosmarin«, bis Sie schließlich einsahen: »Ich könnte stundenlang über Gewürze reden, aber das ist wohl der falsche Zeitpunkt.«

Und ob das der falsche Zeitpunkt war! Mensch, Schuhbeck, die gute alte Gewürz-Verteidigung, die hebt man sich doch für ganz zum Schluss auf, die pfeffert man dem Gericht (!) nach den Kreuzkümmelverhören prisenweise entgegen. Wozu zahlen Sie denn gleich zwei Anwälten gesalzene Stundensätze? Bleibt zu hoffen, dass Sie bei der Revision die Safranfäden in der Hand behalten!

Die Gewürzmühlen der Justiz mahlen langsam, weiß Titanic

 Nichts für ungut, Tasmanischer Tiger!

Nachdem wir Menschen Dich vor circa 100 Jahren absichtlich ein bisschen ausgerottet haben, um unsere Schafe zu schützen, machen wir den Fehltritt jetzt sofort wieder gut, versprochen! Du hast uns glücklicherweise etwas in Alkohol eingelegtes Erbgut zurückgelassen, und das dröseln wir nun auf, lassen Dich dann von einer Dickschwänzigen Schmalfußbeutelmaus in Melbourne austragen, wildern Dich in Australien aus und fangen dann ziemlich sicher an, Dich wieder abzuknallen, wie wir es mit den mühsam wiederangesiedelten Wölfen ja auch machen. Irgendjemand muss ja auch an die Schafe denken.

Aber trotzdem alles wieder vergeben und vergessen, gell?

Finden zumindest Deine dünnschwänzigen Breitfußjournalist/innen von der Titanic

 Helfen Sie uns weiter, Innenministerin Nancy Faeser!

Auf Ihrem Twitter-Kanal haben Sie angemerkt, wir seien alle gemeinsam in der Verantwortung, »illegale Einreisen zu stoppen, damit wir weiter den Menschen helfen können, die dringend unsere Unterstützung brauchen«. Das wirft bei uns einige Fragen auf: Zunächst ist uns unklar, wie genau Sie sich vorstellen, dass Bürgerinnen und Bürger illegale Einreisen stoppen. Etwa mit der Flinte, wie es einst Ihre Bundestagskollegin von Storch forderte? Das können Sie als selbsternannte Antifaschistin ja sicher nicht gemeint haben, oder? Außerdem ist uns der Zusammenhang zwischen dem Stoppen illegaler Einreisen und der Hilfe für notleidende Menschen schleierhaft.

Außer natürlich Sie meinen damit, dass die von Ihrem Amtsvorgänger und der EU vorangetriebene Kriminalisierung von Flucht gestoppt werden müsse, damit Menschen, die dringend unsere Unterstützung brauchen, geholfen wird.

Kann sich Ihre Aussage nicht anders erklären: Titanic

 Stillgestanden, »Spiegel«!

»Macht sich in den USA Kriegsmüdigkeit breit?« fragst Du in einer Artikelüberschrift. Ja, wo kämen wir hin, wenn die USA die Ukraine nur nüchtern-rational, aus Verantwortungsbewusstsein oder gar zögerlich mit Kriegsgerät unterstützten und nicht euphorisch und mit Schaum vor dem Mund, wie es sich für eine anständige Kriegspartei gehört?

Spiegel-müde grüßt Titanic

 Sicher, Matthew Healy,

dass Sie, Sänger der britischen Band The 1975, die Dinge einigermaßen korrekt zusammenkriegen? Der Süddeutschen Zeitung sagten Sie einerseits: »Ich habe ›Krieg und Frieden‹ gelesen, weil ich die Person sein wollte, die ›Krieg und Frieden‹ gelesen hat.« Und andererseits: »Wir sind vielleicht die journalistischste Band da draußen.« Kein Journalist und keine Journalistin da draußen hat »Krieg und Frieden« gelesen, wollten mal gesagt haben:

Ihre Bücherwürmer von der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Schwimmbäder

Eine chlorreiche Erfindung.

Alice Brücher-Herpel

 Heimatgrüße

Neulich hatte ich einen Flyer im Briefkasten: »Neu: Dezember Special! Alle Champions-League-Spiele auf 15 Flatscreens!!!« Traurig, zu welchen Methoden Mutter greift, damit ich öfter zu Besuch komme.

Leo Riegel

 Vom Kunstfreund

Erst neulich war es, als ich, anlässlich des Besuchs einer Vernissage zeitgenössischer Kunst, während der Eröffnungsrede den Sinn des alten Sprichworts erfasste: Ein paar tausend Worte sagen eben doch mehr als nur ein Bild.

Theobald Fuchs

 Auf dem Markt

– Oh, Ihr Doldenblütler verkauft sich aber gut!
– Ja, das ist unser Bestsellerie!

Cornelius W.M. Oettle

 Sprichwörter im Zoonosen-Zeitalter

Wer nichts wird, wird Fehlwirt.

Julia Mateus

Vermischtes

Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.
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Das schreiben die anderen

  • 26.10.:

    Chefredakteurin Julia Mateus spricht über ihren neuen Posten im Deutschlandfunk, definiert für die Berliner-Zeitung ein letztes Mal den Satirebegriff und gibt Auskunft über ihre Ziele bei WDR5 (Audio). 

  • 26.10.:

    Julia Mateus erklärt dem Tagesspiegel, was Satire darf, schildert bei kress.de ihre Arbeitsweise als Chefredakteurin und berichtet der jungen Welt ein allerletztes Mal, was Satire darf. 

  • 26.10.:

    Ex-Chef-Schinder Moritz Hürtgen wird von Knut Cordsen für die Hessenschau über seinen neuen Roman "Der Boulevard des Schreckens" interviewt (Video) und liest auf der TAZ-Bühne der Buchmesse Frankfurt aus seiner viel gelobten Schauergeschichte vor (Video). 

  • 19.10.:

    Stefan Gärtner bespricht in der Buchmessenbeilage der Jungen Welt Moritz Hürtgens Roman "Der Boulevard des Schreckens".

  • 12.10.: Der Tagesspiegel informiert über den anstehenden Chefredaktionswechsel bei TITANIC.
Titanic unterwegs
30.11.2022 Köln, Bumann & Sohn Martin Sonneborn
01.12.2022 Hamburg, Ernst-Deutsch-Theater Max Goldt
02.12.2022 Nartum, Haus Kreienhoop Gerhard Henschel
04.12.2022 Enkenbach-Alsenborn, Klangwerkstatt Thomas Gsella mit den Untieren