Newsticker

Nur diese Kategorie anzeigen:Meinung Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Meditation und Markt mit Dax Werner

Der große Europawahl-Spitzenkandidatencheck von Dax Werner – Folge 2

In knapp acht Wochen ist es wieder soweit: Europa wählt! Ein tiefendemokratischer Feiertag, ein Schicksalsmoment für den alten Kontinent. Ich, Dax Werner, werde für Sie versuchen, in den kommenden Wochen ein wenig Durchblick in den Listen- und Parteientrubel zu bringen. As a service. Weiter geht es heute mit einem alten Bekannten aus Athen und Ulrike Müller von den Freien Wählern.

 

Yanis Varoufakis (Demokratie in Europa – DiEM25): He's back. Denn: Einer muss den Job ja machen. Das ist nicht nur so ein Satz, den ich hier reinschreibe, das hat Yanis Varoufakis selbst genau so dem Deutschlandfunk erzählt: "Dass wir für ein politisches Amt antreten, ist eine lästige Pflicht, wie abends den Müll runterbringen. Jemand muss es machen." Und obwohl die die europaweit erste europaweite Liste "Unterstützung" von Julian Assange, Slavoj Žižek und Noam Chomsky bekommt, hat man es trotzdem geschafft, die Kandidatenliste zu gleichen Teilen mit Männern und Frauen zu besetzen. Chapeau Claque!

Potentielle Wähler: Rebels without a cause, Fans von "Sons of Anarchy" und die Redaktion der Nachdenkseiten.

Prognose: Ich konnte mal nicht schlafen und habe deswegen eine Dokumentation über den Formel-1-Rennfahrer Ayrton Senna auf Youtube angeguckt, und der eine Satz von Senna, der mir seitdem nicht aus dem Kopf will, stammt aus der Saison 1994: dass er müde sei und seinen Erzrivalen Alain Prost vermisse. Das Verhältnis zwischen Prost und Senna war wohl noch schlimmer als das zwischen Varoufakis und Schäuble. Fraglich also, ob der alte Petrolhead Yanis ohne seinen schwäbischen Erzfeind noch mal zur Hochform auflaufen kann. 

Ulrike Müller (Bundesvereinigung Freie Wähler): Die Spitzenkandidatin der Bundesvereinigung Freie Wähler heißt auf ihrer Homepage "die Besucher [ihrer] Internetseite mit einem herzlichen Grüß Gott willkommen". Ich klicke mich durch das Webangebot: Hier stimmt einfach alles, jeder Pixel atmet das Bild von der "Heimat Europa", es riecht nach Zukunft. So klappt's doch! Am allerbesten gefällt mir jedoch das schnörkellos mit der Spiegelstrich-Funktion im Open-Office runterformatierte PDF der zentralen politischen Forderungen der Freien Wähler, denn dort präsentieren uns die Freien direkt auf Position zwei einen steuerpolitischen Straßenfeger: Vereinfachung des Steuerrechts im Kirchhof'schen Sinne." Als nach 1945 Geborener habe ich naturgemäß keine Ahnung, was mit dem Kirchhoff‘schen Steuerrecht gemeint ist, vielleicht eine calvinistische Schrift aus dem späten 16. Jahrhundert? Andererseits finde ich es cool & nice, von einer Partei intellektuell so wegdominiert zu werden. Klare Wahlempfehlung!

Potentielle Wähler: Landwirte, Leute, die Trachten für eine Option halten, Philipp Lahm.

Prognose: Bitte an Hans-Ulrich Jörges wenden, danke!

Nur diese Kategorie anzeigen:Meinung Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Spur der Steine

Mit dem Frühjahrsbeginn haben TV und Papierpresse die Internetseite „Gärten des Grauens“ entdeckt (wie die Traditionsmedien überhaupt immer häufiger den Eindruck von Spatzen machen, die einem brötchenkrümelnden Kleinkind hinterher hüpfen), und nun herrscht republikweite Empörnis über den Trend, den Vorgarten mittels Unmassen von Schotter und Steinplatten in einen Hybrid aus Gelsenkirchener Bauhaus und Westwall zu verwandeln. Ein Anblick, der das grünselige Gemüt zahlreicher Zeitgenossen bis tief in den ausgebauten Keller drückt; und fraglos gibt es Schöneres als den Anblick granitgrauer Wüsteneien, aus denen allenfalls noch ein paar Kugelbuchse herausfurunkeln – aber "Was ist die Alternative?" (Dunja Hayali, Eckart von Hirschhausen, onefootball.com et al.): Wöchentlich gemähte Grünstreifen, blaukorngemästete Rabatten, pestizidfixende Rosenidyllen, und der Laubbläser hat auch längst eine eigene Seite im "Netz" (Sascha Lobo). Und in der Wachstumsperiode, wenn andere ihr Geschlecht am Baggersee rösten oder modische Kleinhunde mit E-Bikes totfahren, steht man selber mit Trauerrändern im Mulch, und am Abend ist man dann zu müde, um noch etwas zu unternehmen, dann geht man eben ins Internet und stößt auf "Gärten des Grauens" und nach dem erstem Kopfschütteln kommt einem plötzlich eine Idee …

Nur diese Kategorie anzeigen:Meinung Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Meditation und Markt mit Dax Werner

Der große Europawahl-Spitzenkandidatencheck von Dax Werner – Folge 1

Mit dem 26. Mai steht uns dieses Jahr mal wieder ein europäischer Feiertag ins Haus, denn an diesem Tag werden ab 8 Uhr morgens traditionell Wahlaufrufe zur Europawahl in alle verfügbaren sozialen Netzwerke gefeuert! So war es schon guter demokratischer Usus der Altvorderen. Doch wen oder was sollen wir dann eigentlich ankreuzen? Schließlich gestalten sich solche Wahlzettel mitunter ganz schön undurchsichtig – Dax Werner versucht in den kommenden Wochen ein wenig Farbe reinzubringen und entpackt für Sie, liebe Leser*innen, die Spitzenkandidat*innen für die Europawahl im großen Europawahl-Spitzenkandidat*innencheck! Los geht‘s heute mit Bernd Lucke sowie der Tandem-Spitze der Sozialdemokraten, Katarina Barley und Udo Bullmann.

Bernd Lucke (EKR): Hello again! Mit Prof. Dr. Bernd Lucke meldet sich ein altbekannter Querulant auf dem Stimmzettel zurück. Nachdem Euro-Bernd von der von ihm selbst ausgedachten AfD auf dem Essener Parteitag 2015 herzloser aussortiert wurde als Müller, Hummels und Boateng kürzlich aus der Nationalelf, wollte es der Professor noch mal wissen und dachte sich eine neue Partei aus. Die ALFA-Partei, die er nach Urheberrechtsstreitigkeiten mit Kollegah in LKR (Liberal-Konservative Reformer) umbenannte, steht politisch immer noch für das große Lebensthema Luckes, nämlich seine Obsession mit dem Euro. Bernd Lucke auf der Suche nach der verlorenen Mark. Und weil nach so viel peinlichem Hin und Her irgendwann eh alles egal geworden ist, beschloss man auf dem Parteitag im November 2018 unter dem eigentlich ganz lustigen Namen „LKR – Bernd Lucke und die Liberal-Konservativen Reformer“ bei der Europawahl anzutreten. Ich find‘s irgendwie cool.

Potentielle Wählerschicht: Babyboomer, die mental in den öffentlich-rechtlichen Talkshows der frühen Zehnerjahre eingesperrt sind.

Prognose: Fünftstärkste Fraktion mit anschließendem Austritt von Bernd Lucke und Parteineugründung.

Katarina Barley und Udo Bullmann (SPD): Mit Barley und Bullmann schicken die Sozialdemokraten ein Alliterationspärchen als Spitze ins Rennen, mir als Sprachästheten gefällt‘s! Udo Bullmann ist hierzulande komischerweise noch ein komplett unbeschriebenes Blatt, macht aber drüben in der EU schon mächtig Karriere: Erst diesen Monat hat sich der Hesse zum offiziellen Fraktionsvorsitzenden der europäischen Sozialdemokraten wählen lassen und tritt damit in die Fußstapfen von Martin Schulz. Unterstützt wird seine Kandidatur von der noch amtierenden Justizministerin Katarina Barley. Mit ihrem „Ja“ zu Artikel 13 und Upload-Filtern hat es die kesse Kölnerin mit der gesamten Youtube- und Gamerbubble aufgenommen, nicenstein! Zwar unterläuft ihr Votum nach Auslegung einiger Experten eigentlich den Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU, umso beeindruckender, zu welchen Opfern Barley bereit ist, wenn sich die Gelegenheit bietet, gegen Gamer zu schießen. Hut ab! Aber ehrlich gesagt bin ich es auch gar nicht anders gewohnt von der zum Symbol der SPD-Erneuerung gewordenen Juristin. Berlin ist durchgespielt, Brüssel kann kommen!

Potentielle Wähler*innen: Träumer, Sonntagslinke, Menschen wie du und ich.

Prognose: Barley & Bullmann gewinnen das Ding haushoch, Bullmann wird Kanzlerkandidat der SPD, Barley Generalsekretärin der Vereinten Nationen.

Nur diese Kategorie anzeigen:Meinung Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Deutschland, ein Märchenwald

Unter den drei landschaftlichen Einfallstoren zur mitteleuropäischen Seele schätzt der Deutsche den Wald am meisten. Was die beiden anderen anbelangt, so nötigt der Berg eine gewisse sportive Härte ab, und das Meer (in Deutschland: See) als Ein- und Ausfallstor der Fremde wird zumeist verstockten Fischern und Lungenkranken überlassen. Aber der Wald! Schon Hermann-Arminius und die ganze Romantik und all die Naturlyrik vor, während und nach den Kriegen, und eben deshalb sollen die Wälder, die doch längst durchverwaltete Forste sind, so naturecht wie möglich daherkommen. Daher ward auch der Wolf wieder angesiedelt, doch es erhebt sich ein Geschrei: Es käme so weit, dass niemand mehr sein Schaf unabgeschlossen herumstehen lassen könne, und was mit dem Menschen sei. Nun sind in ganz Europa nach dem Krieg gerade mal ein knappes Dutzend Menschen ein Raub Isegrims geworden, was verglichen mit jährlich gut 3000 Verkehrstoten in Deutschland eher wenig erscheint – doch welch ein Frevel, ruft der Motorist, versuche doch mal einer, mit einem Wolf vier Kästen Bier aus dem Getränkemarkt nach Hause zu befördern! Bliebe als Argument contra lupos die schiere Willkür bei der Wahl der Forstverschönerung: Wölfe ja, doch warum keine Bären und Hexen? Die Antwort, sie ist ernüchternd: Mario Adorf ist altersschwach und steht kurz vor dem Abschuss, und Annegret Kramp-Karrenbauer darf erst nach der Bundestagswahl wieder ausgewildert werden.

Nur diese Kategorie anzeigen:Meinung Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Meditation und Markt mit Dax Werner

Sendepause für den Schwarzen Kanal

Liebe User*innen, Multiplikator*innen und Twitter*innen, auch für heute, Donnerstag den 28.03.2019, haben es die Social-Media-Sterne wieder vorausgesagt: Irgendwann gegen Nachmittag wird auf der Ericusspitze in Hamburg an einem 27-Zoll-Retina-HD-I-Mac-Monitor der Upload-Button getätigt werden. Dann wird eine weitere "Der Schwarze Kanal"-Kolumne der "Spiegel"-Edelfeder Jan Fleischhauer ins Internet geschossen.

Fleischhauers wöchentliche Kolumne ist der stuxnet-Virus aus der konservativen Filterbubble, sein einziges Ziel: Uns so sehr mit Müllmeinungen aus dem "Schwarzen Kanal" zu nerven, bis wir irgendwann aufgeben. Das Sophisticatete an der ganzen Nummer: Eigentlich sind nur wir es, die Fleischis Müllmeinungen zu Klimawandel, AfD, #metoo etc. verbreiten. Sei es durch Drunter- oder Drüberkommentare, Einschätzungen und Einwürfe, Screenshots mit markierten Textstellen, flotten Memes oder Anrufen bei unseren Großeltern. Egal, welches Thema sich Fleischi diesmal vorgenommen hat, wir nehmen das Teil mit ziemlicher Sicherheit volley. Ohne unseren natürlich angeborenen Empörungs-Instinkt (eine Art Atavismus aus der Steinzeit, als die Wut über misslungene Felsbilder noch das Überleben des ganzen Stammes sicherte) würden auch "Spiegel online" die Klicks auf die Kolumnen ihres Haus-und-Hof-Irren aus Pullach entgehen.

Deswegen mein Vorschlag für heute: Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen. Lasst uns diesmal nicht auf den Empörungsmechanismus hereinfallen, der am Ende doch nur Klicks für "Spon" und ein zufriedenes Lächeln bei Jan Fleischhauer zur Folge hat. Unter dem Hashtag #SendepauseFürDenSchwarzenKanal werden wir heute ein schwarzes Rechteck posten – als Zeichen.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe

Dax Werner

Nur diese Kategorie anzeigen:Meinung Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Sprachfamilie. Eine Aufstellung

Dass eine Kolumne, beziehungsweise die sie schreibende Person, ein kreatives Problem hat, lässt sich gut daran erkennen, dass sie das Kolumnenschreiben selbst zum Thema setzt. Ähnlich dem Gebührenfunk, wenn er laut über seine Unverzichtbarkeit räsoniert, der Demokratie, die sich als Wahrerin ihrer selbst anpreist oder dem Verband der Nutztiere, der die Schönheit des Nutztierdaseins priese, täte er es denn, wissen wir doch alle, dass moderne Computertastaturen für Simmentaler Fleckvieh denkbar ungeeignet sind. Dabei ist heute ein Tag, der zum Kolumnieren ohnehin einlädt, nämlich der "Tag der Muttersprache", was zu vielen klüglichen Betrachtungen herausfordert, dergestalt etwa, dass der Vater sich ein Land zusammenprügelt und die Mutter es stabil quasselt. Eine Muttersprache hat jeder, und zahllos sind die zu ihrer Pflege berufen sich Fühlenden, den Germanistikstudenten gleich, denen das korrekte Halten eines Buches schon hinlängliche Zurüstung scheint, denn was sind Goethes Wahlverwandtschaften gegen Prandtls Führer durch die Strömungslehre? Und so können all die öffentlich Kolumnierenden zwischen Broder und Martenstein, und was bei so viel Ego dazwischen noch an Platz bleibt, heute in ein Lob ihres vornehmsten Werkzeugs einstimmen, der vielgerühmten Muttersprache eben. Verschwiegen wird jedoch im Lobpreis vaterländischer Muttersprache, dass es auch noch eines Verstandes bedarf, um all die schönen Worte an ihre richtige Stelle zu setzen. Feiern wir dieses doch am Tag des Kindskopfes, dann ist die heilige Familie wieder zusammen.

Nur diese Kategorie anzeigen:Meinung Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Leute ... von Paula Irmschler

Schöne, geile, junge, ermordete Männer

Schöne, geile, junge, ermordete Männer. Zu früh sind sie gestorben. In Kriegen verreckt. Von Ehefrauen abgeschlachtet. Oder noch im Mutterbauch hingerichtet. Es ist eine inspirierende Angelegenheit. Schöne, geile, junge, ermordete Männer sind meine Musen. Ich versetze mich auch gern in die Menschen hinein, die den zarten, perfekten Männerkörpern das angetan haben. Was trieb ihre Mörderinnen an? Ertrugen sie nicht das heiße Leben der aufkeimenden Sexualität? Hassten sie die zarten Blüten, die in Form von Bärten in die Welt sprossen? War ihnen die feste Brust zu entschlossen? Der knackige Hintern zu aufmüpfig? Ihre schönen, geilen, jungen Fleischlenden waren dem Tode geweiht. Was hätten sie werden können? Richter, Polizisten, Regisseure, Kosmonauten oder Arbeiter? Mannequins? Aus ihnen hätte so wahnsinnig viel entstehen können... Kinder. Ihre Gesichter waren voller Zuversicht und süß und auch saftig. Ihre Frauen waren anständige Menschen. Aber letztendlich ist auch nicht schlecht, dass sie uns für immer schön und geil und jung und ermordet im Gedächtnis bleiben. Ihre Lippen mag man küssen. Man mag sie umarmen und ihnen sagen, dass alles gut wird. Dass wir sie nie vergessen werden. Ihre Mode hat uns gut gefallen. Ihre Morde faszinieren uns. Mit meinen Freundinnen treffe ich mich manchmal in der Bar, in der die Mörderinnen der schönen, geilen, jungen, ermordeten Männer ein- und ausgingen. Es ist ziemlich kultig und es gibt oft Schnaps. Es bringt mich dazu, Bücher zu schreiben oder einen Film zu machen... Männer sollten sich das am besten gar nicht angucken und hier auch nicht mitlesen. Sie hielten sicher nicht aus, zu erfahren, dass viele andere Männer schon gestorben sind.

Hach, sie trugen sicher hübsche Slips.

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Namenloses australisches Känguru!

Du zeichnest für die erste tödliche Känguru-Attacke auf einen Menschen seit 85 Jahren verantwortlich: Dein 77jähriges Opfer hatte Dich offenbar illegalerweise als Haustier gehalten. Das darf man nur, wenn man eine spezielle Ausbildung nachweisen kann. Aber deswegen gleich töten? Hat der Mann Dich nicht artgerecht gehalten? Hat er verlangt, dass du neunmalkluge Sprüche, Binsenweisheiten und halbgare politische Witze von Dir gibst? Dich am Ende sogar verfilmen wollen?

Schön und gut, aber Gewalt sollte dennoch nicht die Lösung sein, findet Titanic

 Hut ab, »Star Insider«!

Unsere Aufmerksamkeit war Dir sicher, als Du Deinen Artikel »Kluge Köpfchen: Das sind die intelligentesten Promis« mit den Gesichtern von Rowan Atkinson, Emma Watson und nun ja … Wladimir Putin bebildertest.

Du scheinst ein wirklich erfrischend offenes Verständnis davon zu haben, was einen Promi zum Promi macht: Ob mit Grimassen schneiden oder Angriffskrieg führen, alle können es schaffen, wenn sie sich nur anstrengen und eben ein kluges Köpfchen sind. Das macht uns Mut!

Stets mit Köpfchen: Titanic

 Dein Kindersport-Angebot, Hannover 96,

bietet laut Deiner Webseite »Sport ohne Leistungsdruck«, seine Basis bestehe aus Spaß und der Entwicklung persönlicher und kognitiver Eigenschaften. Toll, das hätten wir von einem Verein aus dem Profifußball-Kapitalismus wie Dir gar nicht erwartet! Antizipiert, wie es im Kommentatoren-Sprech heißt, hätten wir eher Internate für Fußballtalente im Grundschulalter und Sportleistungskrippen für Hoffnungsträger ab drei Monaten.

Doch schon angesichts des Mottos der Abteilung stellt sich Ernüchterung ein: »Fördern und fordern«. Damit führst Du Deine Kindersport-Sparte unter dem gleichen Leitbild wie Hartz IV, das bekanntlich alles andere als »Arbeitslosengeld ohne Leistungsdruck« ist.

Aber, Hannover 96, wo sich der Vater von Hartz IV, Gerhard Schröder, vor einigen Monaten aus dem Verein zurückgezogen hat, um einem Ausschluss zuvorzukommen, wäre es da nicht an der Zeit für ein neues Motto?

Empfiehlt Dir ein paar Einheiten Denksport: Titanic

 Ihren Senf, Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin,

zum Umstand, dass Ihr 30 Jahre altes Pony Dolly offenbar von einem Wolf gerissen worden war, gaben Sie schon dazu, als das Tier noch nicht mal die Chance hatte, Wurst zu werden. »Die ganze Familie ist fürchterlich mitgenommen von der Nachricht«, ließen Sie mitteilen. Klar, von dem Pony können Sie logischerweise nicht mehr mitgenommen werden.

Sendet Ihnen diese Nachricht mit dem Pony-Express: Titanic

 Überrascht und beeindruckt, Porsche,

hat uns Deine ganzseitige Anzeige neulich in der Tageszeitung, ein echter Hingucker. In weißer Schrift auf einer abgedunkelten Fotocollage stand da »Sport ist eine Haltung. Sie ist das, was uns antreibt« und einige Nullsätze mehr, die in der Aussage gipfelten: »Denn wir sind«, und dann, in Riesenlettern: »SPORTMADE«.

Das ganze Blabla über dem schönen Wort »Sportmade« überlasen wir natürlich und dachten geradweg: »Ach, so nennen sie bei Porsche ihren wichtigsten Fürsprecher Christian Lindner?«

Macht die Fliege: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Alttestamentarisch

Führende Theologen bestreiten, dass die Bibel Selbstjustiz rechtfertigt. Aber war nicht Moses im Grunde der Erste, der das Gesetz in die Hand nahm?

Wieland Schwanebeck

 Künstliche Idiotie (KI)

Seit Youtube mir vor dem Abspielen meiner Suchanfrage »Give Peace a Chance – John Lennon« eine Werbung für den freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr zeigte, mache ich mir keine Sorgen, dass intelligente Maschinen bald schon die Macht übernehmen. Außer das war bereits ein Anzeichen für Humor.

Jürgen Miedl

 Nicht nur für Cineasten

Um unprofessionelle Anschlussfehler zu vermeiden (»Mist, schon wieder eine Videokonferenz! Welches Hemd hatte ich heute Morgen an? Mit welchem Videofilter habe ich noch mal den Wäschehaufen im Hintergrund übermalt?« oder eben auch: »Huch, wieso sind Sie denn auf einmal nackt?«), könnte man direkt eine Continuity-Agentur für Heimarbeiter gründen. Schnapsidee oder innovatives Geschäftsmodell? Oder hatte ich das im letzten Meeting schon mal vorgeschlagen?

Alexander Grupe

 Für Facebook

Vorschlag eines tiefgründigen Denkspruchs für Tierärzte: Real eyes realize real lice.

Karl Franz

 Grüner Daumen

Manches im Leben fällt einem einfach in die Hände, z. B. ein umfallender Kaktus, während man morgens das Rollo hochzieht.

Ferri Bueller

Vermischtes

Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURWenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EUR
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 05.09.:

    TITANIC-Chefredakteur Moritz Hürtgen spricht bei 1LIVE Stories vom WDR über seinen neuen Roman "Der Boulevard des Schreckens" und liest daraus vor (auch bei Spotify und sonstigen Podcast-Plattformen).

  • 02.09.:

    Die Märkische Allgemeine Zeitung berichtet über das aktuelle Editorial der neuen TITANIC-Intendantin Patricia Schlesinger.

  • 17.08.:

    DLF Kultur spricht mit Bernd Eilert über sein Buch »Meine Île de Ré«

  • 08.08.: Moritz Hürtgen und Dax Werner sprachen mi dem hr zum Thema "Sind wir alle zu ironisch?!"
  • 25.07.:

    Merkur.de fasst die Reaktionen auf einen Uwe-Seeler-Cartoon von TITANIC zusammen.

Titanic unterwegs
03.10.2022 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Die Zeichner der Neuen Frankfurter Schule«
03.10.2022 Dreieich, Dreieich-Museum »Unkraut vergeht nicht«
05.10.2022 Leipzig, Kupfersaal Max Goldt
05.10.2022 Hamburg, Nochtspeicher Moritz Hürtgen