Newsticker

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Leute ... von Paula Irmschler

Die betroffene Studentin

Klara (22) ist traurig. Die Studentin der Interkulturellen Kommunikation hat zweieinhalb Jahre in Chemnitz gewohnt, um dort ihren Bachelor zu machen, und kann nicht fassen, was in ihrer ehemaligen Wahlheimat gerade passiert. "Ich kann nicht fassen, was in meiner ehemaligen Wahlheimat gerade passiert", wiederholt sie ihren Twitter-Status vom letzten Mittwoch noch mal und spricht auch die Zusätze "Hashtag Chemnitz" und "Hashtag Wirsindmehr" ins Aufnahmegerät. Klara (IKK) ist den Tränen nahe, denn sie hatte in Chemnitz wirklich eine gute Zeit. Sie hat oft mit anderen zusammengesessen, manchmal sogar mit internationalen Studierenden, meist aus Spanien, und indische Kochabende mit Polkamusik gemacht, #interkulturelleWochen. Klara (B.A.), die ursprünglich aus Freiburg im Breisgau kommt, ging gern auf Partys "in Karl-Marx-Stadt", hat "richtig viele liebe Leute" dort kennengelernt. Bei Amnesty International zum Beispiel waren nur richtig nette Ossis. Klara hat nie Probleme mit Nazis gehabt und fragt sich, wo die plötzlich herkommen. "Jonas, Sebastian, Lisa und ich wurden schließlich nie angegriffen oder so, alles war okay." Sie bricht in Tränen aus, ihr wird das alles zu viel. "Ich kann das Elend der Welt nur schwer ertragen", seufzt sie und küsst den Teddybären auf ihrem Schoß, den sie "Demokratier" getauft hat. "Ich denke, ich werde mich eine Weile aus dem Internet zurückziehen, ein bisschen Jennifer Rostock hören und nach Thailand verreisen." Die in den Medien nicht sichtbaren Opfer von Chemnitz (weil sie halt in Thailand sind) sitzen auf den Straßen ferner Länder, auf der Suche nach Gesprächen mit Einheimischen, um zu vergessen, wie es zu Hause ist, und dann wegen noch mehr Elend wieder schätzen zu lernen, wie es zu Hause ist. Doch diesmal klappt es nicht. Klaras schönes Chemnitz gibt es nicht mehr. "Wir waren wirklich optimistisch. Die Bewerbung von Chemnitz als Kulturhauptstadt 2025, #ichwardabei, aber jetzt ...? Die zweieinhalb Jahre dort kann ich doch jetzt nicht mal mehr in meinen Lebenslauf ..." Sie kippt um und ist tot. Klara ist das erste Schamopfer von Chemnitz. Welt, sieh hin! Das haben die Nazis den Studentinnen mit dem ganzen Ausländerklatschen angetan. Ein Trauermarsch ist geplant für nächsten Montag vor der Unimensa, #estutmirinderseeleweh.

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Merkel denken

Die wechselvollen Geschicke des Daseins haben mich in Begleitung meines Gatten auf ein Schiff inmitten des Atlantiks geführt, dessen Passagiere von uns abgesehen fast ausnahmslos Amerikaner des letzten Lebensdrittels zu sein scheinen. Wir genießen unter ihnen freundliche Aufnahme als homöopathische Gabe des Fremden, und zuweilen, nein, zu meinem großen Erstaunen kommt es bei fast jedem Gespräch, welches sich zwischen Gebäck und Spirituosen entspinnt, unweigerlich zu der Frage: "What do you think about Merkel?" Mich irritiert diese Frage stets aufs Neue, da mir darüber bewusst wird, dass ich sie mir eigentlich niemals gestellt habe: Ich habe mich ja auch noch nie gefragt, was ich von der Elbe, von Spülmittel oder Magnesiummangel halte. So bin ich dann versucht, die Stirn in konkret-kritische Falten zu ziehen und zu einer Betrachtung anzuheben, etwa der Art, ihr scheinbar spröde zurückgenommenes Wesen entspräche perfekt ihrer Rolle als oberster Sachwalterin des Kapitals, hinter dessen alles überstrahlenden Glanz sie demütig zurückträte. Doch wüsste ich nicht um das englische Wort für Sachwalterin, weshalb ich die Dienste des Smartphones meines Gatten in Anspruch nehmen müsste, was fraglos einen Einbruch in meiner Souveränität bedeuten würde; zudem stünde ich mit solch einer Äußerung unter den mehrheitlich konservativ gesinnten Senioren vermutlich im Ruch eines 'Libtards', was uns in der bordinternen Sympathieskala zwischen Julius und Ethel Rosenberg plazieren würde. Daher behelfe ich mich stets mit einem Aperçu des Menschenkenners Max Goldt, welcher vor langer Zeit, als Merkels Sonne noch im Aufgange begriffen war, schrieb, sie sähe immer aus, als ob sie Krümel in der Handtasche hätte [crumbs in her handbag]. Doch so erheiternd wie zugleich verständnisvoll die Staatsfrau auf eine menschliche Ebene hebend ich diese Beschreibung auch finde, sie stößt bei unseren amerikanischen Mitreisenden stets auf Unverständnis, Irritation, allenfalls ein mildes Höflichkeitslächeln. Zu Beginn dachte ich, die Charakterisierung Merkels sei vielleicht doch nicht so gelungen, doch nach einer Woche amerikanischen Frühstücksbüffets kenne ich den wahren Grund: Amerikanisches Brot krümelt nicht. Es ist knetbar, faltbar, würde vermutlich eine Weltumsegelung ohne erkennbare Alterungsspuren überstehen, jedoch stets in unverkrümelter Gänze. Ich müsste die Goldt'sche Bemerkung also anpassen, um sie fasslicher zu halten; doch dazu müsste ich zunächst erwähntes Smartphone meines significant other zu Rate ziehen, um herauszufinden, was Graubrot auf Englisch heißt.

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Kulturell abgehängte Scheiß-Wessis

Lieber Michael Kretschmer

O Mann, das komplette Internet ist voll mit diesen dauerbetroffenen westdeutschen Bescheidwissern, die aus unerfindlichen Gründen immer noch lautstark Statements von Dir zu den komplett friedlichen Trauerkundgebungen in Chemnitz einfordern. Geht's noch? Dabei hast Du Dich doch schon am Montag mehr als deutlich per Powertweet von den Rechtsextremen, die "im Netz Stimmung machen und zur Gewalt aufrufen" und das Bild der Metropolregion Mitteldeutschland besudeln, distanziert – was wollen diese überheblichen, vom Klo twitternden Gutmenschen denn noch? Gibt die selbstgerechte Empörungsbubble um Sixtus, Passmann und Co. denn niemals Ruhe?

Als Sachse aller Sachsen und menschgewordene Innovationsregion, der 2017 sein Bundestags-Direktmandat versehentlich gegen einen Maler und Lackierer von der AfD (nichts gegen Maler und Lackierer!) verlor und einen Monat später versehentlich Nachfolger des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich wurde, hast Du gelernt, was es heißt, demütig zu sein. Demut. Bescheidenheit. Success. Das heißt für Dich auch: Wo die einen eine von zwei völlig zugedröhnten Neandertaler-Nazis gekaperte RTL-Nachtjournal-Schalte sehen, in der einer der beiden im Crystal Meth-Rausch live den Hitlergruß performt, siehst du das Positive: Immerhin hat NUR einer abgegrüßt, während der andere lediglich darauf achtete, dass sich RTL-Reporter Thomas Präkelt nicht zu kritisch äußert. Stichwort halbleeres und halbvolles Glas.

Ohnehin beschäftigst Du Dich lieber mit komplizierten physikalischen Problemen ("Hoffentlich stimmt das mit dem Faradayschen Käfig! Hier blitzt es der gewaltig!") oder coolen interessanten Fakten zum Thema Wölfe in Sachsen: "Die Wölfe in Sachsen fressen jedes Jahr: 5500 Stück Reh, 1500 Sauen, 700 Rotwild." Allesamt Themen, die viel mehr mit der echten Welt zu tun haben als das angebliche Nazi-Problem in Sachsen und über die man mal in Ruhe reden könnte – zum Beispiel beim nächsten Sachsengespräch am 30. August im Stadion Chemnitz. Schade, dass Du Deinen Ankündigungstweet dazu am Dienstagvormittag wieder löschen musstest, weil die westdeutschen Berufsempörten offenbar keine Ruhe geben werden, bis Du ihre ausgedachte Fantasiegeschichte von den Rechten in Sachsen nachplapperst. Wann beschäftigen sich diese kulturell abgehängten Scheiß-Wessis endlich mit den echten, drängenden Problemen in Germany?

Liebe Grüße in den Freistaat,
Dein Dax Werner

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Der TITANIC-Ombudsmann (4)

Liebe Leserinnen und Leser, ein superrassistischer Pegida-Anhänger als Angestellter der Kriminalpolizei – das ist in Deutschland Alltag, überall. Problematisch wird es allerdings, wenn er dabei ein albernes Hütchen trägt: Hier läuft die Polizei Gefahr, nicht mehr ernstgenommen zu werden. Auch von uns, den Medien. Wenn die Behörden auch zukünftig in Ruhe NSU-Akten schreddern möchten, dann sollten sie die Zusammenarbeit mit der Presse dringend verbessern!

So sehen es auch viele Einsender.

► TITANIC-Leser Robin A. kritisiert unsere zurückhaltende Politik in Sachen Talkshow-Rezensionen: “Viele der Positionen, für die der Hütchenmann steht, teile ich auch – nur eben im Fernsehen, mit Krawatte und akzentfrei! Warum ihm jetzt so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird und mir nicht, verstehe ich nicht. So wird die AfD Volkspartei!”

Meine Antwort: Die Kritik ist berechtigt. Ich habe mit der Chefredaktion gesprochen: Sie wird sich ein paar Ihrer deprimierenden Auftritte “auf Youtube reinziehen”, wurde mir zugesichert. Ob Ihr konturloses Kartoffelantlitz genug Wiedererkennungswert für eine eigene Reportage liefert, wird demnächst bei einer internen Sitzung geklärt.


► Wieder einmal erreicht uns Post von TITANIC-Dauer-Leser Julian R. – Anlass der Beschwerde ist ein Gedicht auf unserer Homepage, das den Bin-Laden-Leibwächter Sami A. verherrlichte: “Wenn Sie schon zum schrankenlosen Massenmord aufrufen wollen, dann bitte auf der Gamescom. So wie die Bundeswehr und jeder andere seriöse Mörder auch!”

Meine Antwort: Die Kritik ist unberechtigt. TITANIC hat sich nicht für schrankenlosen Massenmord ausgesprochen, sondern für einen lokal begrenzten, in einem engen journalistischen Sinne, und natürlich im Rahmen der geltenden Rechtsprechung. Wenn ausgerechnet ein "Bild"-Mitarbeiter hier die hohen Standards der Berichterstattung schleifen lässt, macht uns auch aus kollegialer Sicht ein bisschen ratlos.


► TITANIC-Leserin Yasmina B. schreibt: “Mein Hund ist großartig und sehr fotogen! Warum finde ich diese Fakten in Ihrem Magazin nicht wieder? Gebt ihm doch erst mal eine Chance, bevor Ihr über ihn urteilt!”

Meine Antwort: Die Kritik ist unberechtigt. Die Redaktion beobachtet den Hund schon länger und kann sein Verhalten daher sehr gut einschätzen. Gerade im internationalen Vergleich, zum Beispiel mit der Katze, die in einer Kuchenform schläft, kann dieser Hund noch nicht vollends überzeugen. Bitte schreiben Sie uns, sobald Ihr Hund in einer Kuchenform schläft.

Herzlichst,

Ihr TITANIC-Ombudsmann

Leo Fischer

Wenn er sich noch an sein Passwort erinnert, erreichen Sie Herrn Fischer unter ombudsmann@titanic-magazin.de und ansonsten unter TITANIC, Stichwort: Sofort wegwerfen, Hamburger Allee 39, 60486 Frankfurt am Main.

Sie können ihn kontaktieren, wenn Sie Ihre politische Ansicht oder sonstige Wahnvorstellungen falsch oder verzerrt dargestellt finden. Aber auch, wenn Sie Zweifel an Fakten haben, am Leben oder "auch nur mal so". Er darf offiziell bei unserer Chefredaktion fragen, ob wir alles richtig gemacht haben. Wir werden keinen Einfluss auf seine Schützenhilfe nehmen und sie veröffentlichen, wann immer es gerade gut passt.

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Leute ... von Paula Irmschler

Frauen

Leute,

den geneigten TITANIC-Leser wird es sicher interessieren. Heute möchte ich ihm den weiblichen Zyklus erklären.

Es gibt vier Phasen: Prämenstruation, Menstruation, Postmenstruation und dann entweder Normalität oder O Gott, bin ich etwa schwanger. Jeweils dauern die Phasen etwa eine Woche, letztere bei der Antwort "Ja" vielleicht ein Leben lang. Erst wird viel geweint, Wein getrunken und Eis gegessen, Bridget Jones und Gilmore Girls geguckt. Dabei hat man eine sogenannte Lebenskrise, macht Schluss mit der Beziehung, zieht aus der Wohnung aus, kündigt seinen Job, wandert aus, schneidet sich die Haare. Dann geht man aufs Klo: Erleichterung, puh, es ist nur die Menstruation, dann: Boah, scheiße, es ist die Menstruation. Was da unten aus der Scheide kommt, ist im Übrigen gar kein Blut (ein weit verbreiteter Irrglaube), sondern Verzweiflung. Man liegt darnieder oder orientiert sich an den Tips aus dem Internet, die da lauten: Reiß dich zusammen, du Fotze. Ach, einfach schön eine Tasse Tee, ein gutes Buch, ein wenig Sport, Bauchi massieren, mit den Engeln reden. Man sagt nach einer halben Stunde dann den verfickten hässlichen Kack-Engeln, dass sie sich mal ficken mögen, ballert sich mit Ibu Meth voll und geht zu Twitter, wo man sich mit Niels Ruf anlegt. Was geschieht? Tja, aufgequollen, zu fett und "unfuckable", wird man plötzlich hysterische Feministin, die sich um Albernheiten wie Gleichberechtigung schert. Es passiert den Besten: Mal wieder hat man aus Versehen einen Genozid an Männern mit einem Hashtag ausgelöst. Im Anschluss daran muss man die Scherben zusammenkehren, sich wegen Volksverhetzung vor der Polizei verteidigen und dann hat man ganz kurz die Chance, ein normaler Mensch zu sein. In dieser Zeit kann man normale Dinge tun, zum Beispiel Niels Rufs Freundin werden oder Stift ins Auge. Nach einer Woche geht allerdings der ganze Wahnsinn wieder von vorn los und endet mit der Angst davor, von IHM schwanger zu sein. Auf dem Klo hinterlässt man eine riesige Wurst, verlässlicher Vorbote für die Menstruation, puuuh, ich grüße dich! Und: Ach süß, der Haufen sieht ein bisschen aus wie Niels.

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Einszweidrei, im Brauseschritt

Als ich ein kleiner Junge mit einem winzigen ökologischen Fußabdruck war, erzählten ältere Verwandte – in Zeiten vor Erfindung des Internets eine wichtige Informationsquelle – ein ums andere Mal die Geschichte von der Cola, welche ein über Nacht hineingelegtes Stück Fleisch gänzlich zerfressen konnte. Eine ökotrophologische Fabel, ersonnen von Menschen, die noch eine gute Generation zuvor ganz andere Mengen Fleisches zum Verschwinden gebracht hatten und darin erst u.a. von den Erfindern der Cola gestoppt werden konnten. Der anschließende Marshallplan wurde dann zu unserer kindlichen Freude in Marsriegeln und koffeinhaltiger Limonade ausbezahlt. Dies aber grämte insgeheim unsere Alten, und so ersannen sie im Wirtshause über damals noch abtrittsdeckelgroßen Schnitzeln den Colamythos. Und obwohl die berühmte Wissenschaft heute imstande ist, das letzte Abendmahl eines Neandertalers aus seinem Zahnschmelz zu lesen: Die Unklarheiten und Legenden über die Nahrung, sie bleiben. Vegan oder Low Carb, beim Aldi oder beim Türken, schmackhaft oder gesund, zahllos sind die Konzepte. Doch letztlich geht es immer um den Zugriff auf die Körper der kleinen und großen Jungen und Mädchen und allen, die dazwischen liegen. Tendenziell freundliche, ungeschlachte Eiweißgebilde sind wir, dazu verdammt, uns täglich aufs Neue Brennstoff auf den Kessel zu legen, und das ruft die Alten im Wirtshaus und die Fernsehköche auf den Plan. Und jene Alten sterben an ihrer Galle, die Köche am Koks; wir aber sind verdammt, um 4 Uhr morgens diese Zeilen zu schreiben, denn Teufel noch eins, die Brause steckt tatsächlich voller Koffein.

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Männlich, Gamer, Feminismusexperte

Als alter Hase im Startup-Geschäft und Duz-Freund von Carsten Maschmeyer weiß ich es nur zu gut aus eigener Erfahrung: Viele spannende Innovationen und Trends aus den USA schwappen leider erst mit einigem delay herüber nach Old Europe. Ein sehr vielversprechender Trend, der es ausgerechnet in diesem August nach Germany geschafft hat, sind kostenlose Webinars und Hot Takes von weißen männlichen Youtubern zu aktuellen Fragestellungen des Feminismus. Gamer und Streamer verschenken mega die schlauen und mutigen Einschätzungen zu Fragen der Geschlechtergerechtigkeit, sagen, wie es wirklich ist, superschöne Win-Win-Situ, einfach danke!

Ich wüsste auch nicht, warum sich coole Typen wie der dreißigjährige Youtuber Montana Black aus Buxtehude (1,5 Mio. Abonnenten), der die meiste Zeit des Tages mit 12jährigen im Internet auf Fantasie-Inseln ums Überleben kämpft, nicht adäquat zum Thema Mann und Frau äußern können sollten: 0,5er Energydrink weggeext und schon wird auf Twitters losgeschossen gegen die nächstbeste "verbitterte Emanze, die öffentlich gegen Männer hetzt" (10. August 2018). Weil: "Wer Hass gegen Männer im Internet verbreitet,muss sich nicht wundern,wenn Hass von Männern zurückkommt." Mit so einem intelligenten Typen, der die Sprache der Zielgruppe spricht, arbeitet man doch gern mal ’ne lässige Youtube-Kampagne für Männerdeos, nicht wahr, Axe?

Aber "Monte", so der Spitzname bei den Fäns, ist nicht der einzige mutige Männerrechtler unter den weißen, männlichen Youtubern und Streamern, da gibt es zum Beispiel noch Deutschlands 21.-größten Youtube-Kanal iBlali mit ca. 2,7 Mio. Follis. Der Chef des Kanals, Vik, ist zum Beispiel auch Riesenfan des Wordings "Feminazi" (z.B. hier) und war mit seiner megaluziden Analyse zum Zustand des Feminismus schon vor Jahren seiner Zeit voraus als er "dumme User kritisiert [hat], die ihren dummen Männerhass mit ‚Feminismus‘ rechtfertigten. […] Heute, 2018, ist plötzlich gefühlt jeder der selben Meinung wie ich" (9. August 2018).

Ich sags mal so: Wo stünden wir gesellschaftlich, intellektuell und auch vom Diskurs her, wenn Klartexttypen wie der 25-Jährige Amberger Youtuber "Einfach Manuel" nicht regelmäßig erklären würden, was Feminismus ist und was nicht? "Es gibt 2 Arten von Feministen. Die, die Gleichberechtigung fordern, aber das ist irrelevant da in Deutschland längst Gleichberechtigung herrscht. Und es gibt die, die einfach nur ihren Männerhass ausleben und das ist vergleichbar mit Rassismus." (8. August 2018). 12 Semester Gender Studies in 245 Zeichen runterkondensiert, rattenscharfes Thinkpiece, Champ! Es ist alles so unglaublich geil im Internet, dass es mich manchmal komplett fertig macht.

Alles Liebe und bis in zwei Wochen: Ihr Dax Werner

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Filzhut ab, Queen Elizabeth II.!

Filzhut ab, Queen Elizabeth II.!

Wie Sie all das wieder durchstehen: endlos öde Ordensverleihungen, den noch endloseren Brexit-Trubel und jetzt auch noch den Skandal um Ihren Spross und Obertrottel Prinz Andrew.

Jedoch, seit Lektüre des Buches »The Other Side of the Coin: The Queen, the Dresser and the Wardrobe«, verfasst von Ihrer Mitarbeiterin Angela Kelly, wissen wir endlich, woher Ihre Standfestigkeit kommt: Selbige Mitarbeiterin trägt alle Ihre Schuhe erst einmal gründlich ein, bevor Sie selbst hineinschlüpfen, egal ob Pumps, Wintertreter oder Hauspuschen! Schön eingelatscht und vorgewärmt, drückt natürlich kein Schuh mehr, Sie müssen sich in den sinnlosen Meetings mit B. Johnson nicht die Füße wund laufen. Und Ihren ausgelatschten Stiefel ziehen Sie die nächsten zehn, zwanzig Jahre einfach stoisch weiter durch!

Ihre Schuhauszieher von Titanic

 Respekt, RTL,

für die Ehrlichkeit und Selbsterkenntnis, mit denen Du letztens Deinen Spendenmarathon in einer Printanzeige beworben hast. Denn treffender als mit dem Slogan »Pssst… für Ihren sorglosen Schlaf geben wir alles« hätten wir Dein immer gleiches Schnarchprogramm aus Daily Soaps, Reality-Shows und Endlosserien auch nicht beschreiben können.

Schaut bei Einschlafproblemen wieder mal bei Dir rein: Titanic

 Glück auf, »Fußballarbeiter« Jürgen Klopp!

Als solcher wurden Sie zumindest von der »Zeit« bezeichnet: »Nun steht der Trainer mit dem FC Liverpool ganz oben – und definiert die Marke des Fußballarbeiters neu.«

Wie hat man sich das denn so vorzustellen als Fußballarbeiter? Wird man frühmorgens mit dem Werksbus in die Stadionkatakomben gebracht, wo dann noch so richtig malocht und das wertlose Rohmaterial, nämlich die Mannschaft, nutzbar gemacht wird? So wie der junge Matthäus einst in die Kamera brüllte: »Das ist Arbeit, wo man leistet am Samstagnachmittag!«

Nein, so ist es gar nicht? Na, dann haben Sie ja Glück gehabt.

Prost! Die Gag-Arbeiter von Titanic

 Jungwinzer Johannes Bauerle!

Nachdem wir erfahren hatten, dass Sie in und bei Stuttgart das »Weingut Johannes B.« betreiben, drängte es den Trollinger, den Lemberger und den Riesling bereits sehr vernehmlich zurück nach draußen. Aber als sich dann auch noch herausstellte, dass Sie unter anderem Kerner anbauen, konnten wir selbst den Cabernet Sauvignon und den Pinot noir nicht mehr im Magen halten!

Kehrt beschämt zurück zum Stöffsche: Titanic

 Schade, Scheuer-Andi!

Bei der Meldung »Spanischer Verein bietet Greta Thunberg Esel zur Weiterreise an« dachten wir logischerweise zuerst an Sie, erfuhren dann aber, dass es sich offenbar um einen echten Esel handelte. Nicht mal in diesem Fall konnten Sie sich also nützlich machen!

Wieviel Maut wird für so ein Grautier eigentlich veranschlagt?

I-ah: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Hits für nix

Bei all dem Streit und Hass denke ich oft: Das ist nicht die Welt, für die sich die ganzen Eurodance-Bands in den Neunzigern den Arsch aufgerissen haben.

Ringo Trutschke

 Die Unmöglichkeit von Kommunikation

»Ein Dialog braucht einen Konflikt!«

»Schwachsinn!«

Teja Fischer

 In Netzen hetzen

Auch ich nutze soziale Netzwerke dazu, all meinen Hass auf die Welt im Allgemeinen und die Menschen im Besonderen loszuwerden. Dafür sind sie wirklich praktisch. Sie haben nur einen kleinen Nachteil: Man kann auf der Timeline nicht mit Blut schreiben.

Katharina Greve

 Mikrovermutung

Wenn sich die kleinen Krankheitserreger partout in keiner Situation so verhalten, wie man das erwartet, handelt es sich vermutlich um multirenitente Keime.

Uwe Geishendorf

 Neugründung

Vor kurzem veranstaltete der Verein der Naturfreunde in meiner Nachbarschaft eine Feier, bei der sich die Naturfreundejugend der Natur mehr als nur freundschaftlich verbunden zeigte. Sie düngten den Rasen vor meinem Haus mit ihrem Erbrochenen, pinkelten an die Bäume und trieben es im Gebüsch, Müll und Verwüstung hinterlassend. Daher gebe ich nun die Gründung des Vereins der Naturfeinde bekannt, denn eine Natur, die dies mit sich machen lässt, ohne dass sich ein Abgrund auftut, die Vandalen zu verschlingen – eine so saudumme Natur verdient unsere Zuneigung nicht.

Tibor Rácskai

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 13.01.:

    Die "Welt" wünscht sich Martin Sonneborn in den Bundestag.

  • 08.01.:

    Christian Y. Schmidt u.a. schauen auf culturmag.de auf ihre kulturellen Highlights des Jahres 2019 zurück.

  • 07.01.:

    Den fünften Jahrestag des Charlie-Hebdo-Anschlages beging Oliver Maria Schmitt unfeierlich im rbb kulturradio.

  • 07.01.:

    Deutschlandfunk Kultur spricht anlässlich des fünften Jahrestags des Anschlags auf "Charlie Hebdo" mit Tim Wolff.

  • 03.01.:

    Martin Sonneborn im großen Jahresrückblick bei t-online.de und in der Schauspielhaus-Kritik beim Hamburger Abendblatt

Titanic unterwegs
17.01.2020 Heidelberg, Deutsch-Amerikanisches Institut Max Goldt
18.01.2020 Mainz, Frankfurter Hof Max Goldt
23.01.2020 Berlin, Kookaburra Heiko Werning mit den Brauseboys
24.01.2020 Berlin, Kookaburra Heiko Werning mit den Brauseboys