Newsticker

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Leute ... von Paula Irmschler

Liebe

Leute,

hier ist die Kolumne der Liebe.

Mir persönlich taugen normale Kaffees, Eise und Tees schon lange nicht mehr. Ich bin innerlich tot, fertig, kaputt, mich holt nichts mehr ab, bin ausgebrannt, “Spiegel”-Abonnentin, “Postillon”-Likerin, Kolumnistin. Mir taugen also auch Läden mit ihren Angestellten nicht mehr, das Einkaufen nicht mehr, das Konsumieren nicht mehr, das Bezahlen nicht mehr, und wenn ich noch einmal die Zeche prelle, bin ich halt dran. Und wie ich den Kapitalismus finde, könnt ihr euch bestimmt auch denken. Er ist ganz und gar nicht knorke, und Ausbeutung stinkt nach Tränen.

Heute bin ich endlich mal mit Maske und Pfefferspray durch Neukölln “spaziert”, weil ich von einer DASMUSSMANSICHMALANSEHEN-Dokumentation angegeilt wurde. Ihr wisst, Neukölln, das ist das mit den Waffen, Drogen, Böllern, Männern und dem Film von Leander Haußmann, kurz: die Hölle. Doch Erleichterung machte sich breit. Das erste Mal nachdem ich auf einer Toilette war und dann nochmal als ich sah, dass den arabischen Araber-Clans aus Arabien, die mit Falafel, Shishas, Lycamobile-Karten, Brautkleidern und anderem Hass dealen (sie “verkaufen”), doch endlich mal etwas entgegengesetzt wird, und zwar Gefühle.

Tja, damit habt ihr nicht gerechnet, ihr frechen Heinis mit den Frisuren. Die neuen Läden mit den zart-tänzelnden Buchstaben, dem hellblauen Design, den französischen Pflanzen, dem Zettel-W-Lan, den Puppenstubengroßen Stühlen für je eine Arschbacke, dem gemeingefährlichen Hund und dem britischen Kunstkellner heißen “Eisliebe”, “Happiness”, “Glückscafé”, “Lieb dich selbst” und Co. Also, sie heißen nicht “Co.” – gemeint ist, es gibt noch mehr. In Zukunft kommen noch phantastischere Orte, wie “Du bist der schönste Mensch der Welt”, “Das wird schon wieder”, "Morgens einfach mal kalt duschen", "Positiv denken!", “Den Weihnachtsmann gibt es doch”, “Dein Vater hat dich immer geliebt” und das “Er wird sich ganz sicher bei dir melden und wenn nicht, hat er sein Handy verloren”-Café. Bezahlt wird dann überall mit einer richtig lieben Umarmung. Titanic ist da ja bereits Vorreiter. Wir werden hier alle seit jeher mit Liebe entlohnt. Also, zumindest ist das bei mir so… Ich bekomme immer einen ganz lieben… Moment mal? Hallo?

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Das Jahr der Meinung – Der Dax-Werner-Meinungscheck!

Liebe Meinungsfreunde,

2018 war schon ein sehr guter Jahrgang, aber dieses Jahr wird aus meiner Sicht alles toppen, das hier wird das „Jahr der Meinung“. 2019 ist gerade mal drei Kalenderwochen alt und wir hatten schon sehr geile Debatten und Meinungen zu Nazi-Magnitz, Daten-Doxxing, dem unsichtbaren Kantholz und: Kretzschmar. Der Ex-Handballstar Stefan Kretzschmar aus dem schönen Leipzig hat nämlich in einem Interview auf T-Online.de (!?) einige interessante Überlegungen zum Thema Meinungsfreiheit in Deutschland angestellt. Sozusagen eine Meta-Meinung zum Thema Meinungen, glaube ich. Ich persönlich habe es mir zwar nicht angeguckt (Ad-Block), aber natürlich auch eine Meinung dazu. So wie auch einige Prominente und Angestellte, die für Bild.de heute zu ihrer Meinung zum Thema Meinungsfreiheit befragt wurden. Teaser: „Deutschland diskutiert: Darf man bei uns noch sagen, was man denkt?“ Die Jungs im Axel-Springer-Haus wissen einfach, wie man Meinungs-Junkies wie mich mit dem ersten Satz abholt! Ich habe mir die wichtigsten Meinungen aus dem Artikel mal angeguckt – und natürlich auch meine Meinung dazugeschrieben. Willkommen beim großen Dax-Werner-Meinungscheck!


Til Schweiger: „Stefan hat total recht. Wenn man populäre Meinungen vertritt, dann kriegt man sofort die Populisten-Keule. Wenn man einen Aufruf für eine Familie von einem gefallenen Soldaten postet und Geld sammelt, dann kriegt man Stress von der Linken. Und wenn du sagst, du musst Flüchtlingen helfen, kriegst du Stress von der Rechten.“

Dax Werner: Ich finde, Til hat total recht. Stress im Internet ist immer scheiße, egal ob von links oder rechts! Und Meinungen auch! 8 von 10 Hasenohren für diese Meinung!


Felix Magath: „Wenn ich einen Werbevertrag unterschreibe, dann muss ich mich im Sinne der Firma verhalten. Aber in Zeiten von Fake-News und der Macht einiger Medien ist es natürlich schwieriger geworden, mit anderen Meinungen durchzudringen. Da ist eine Schieflage entstanden.“

Dax Werner: Bodenständig rustikaler Einstieg (Vertrag ist Vertrag), mysteriöse Brücke: „Macht einiger Medien“ – welche Medien meint Magath? „Bild“ kann es ja nicht sein. Dann noch en passant „In Zeiten von Fake-News“ eingebaut: Starke Meinung, die nachhallt. 10 von 10 Meinungspunkten.


Mario Basler: „Kretzsche hat prinzipiell recht. Man hat schon den Eindruck, dass viele diplomatisch und vorsichtig antworten, weil es sonst Stress geben könnte. Ich lass mir aber nichts verbieten und sage was ich denke. Und habe auch keine Probleme mit meinen Leuten oder Werbepartnern.“

Dax Werner: Klassische Bananenflanke von Super-Mario. Einzige Einschränkung: Wenn du keine Werbepartner hast, kannst du natürlich auch keine Probleme mit deinen Werbepartnern bekommen. 4/10.


Anna Loos: „Das ist Quatsch. Ich sage immer meine Meinung und meine Kunden lieben das. Man muss schon ein bisschen nachdenken, also den Kopf auch gerne mal einschalten und nicht nur den Bauch sprechen lassen.“

Dax Werner: Mir egal, wie es die Kunden von Anna Loos finden, aber ich finde es wirklich nicht in Ordnung, wie Frau Loos in ihrem Statement den gesamten Berufsstand der Bauchredner unter Generalverdacht stellt – meine Meinung.


Tom A. (angeblich Installateur aus Hamburg): „Die eigene Meinung kann einem in Deutschland ganz schnell negativ ausgelegt werden. Bist du unter Freunden, sind sich alle einig. Da kannst du auch mal deine ehrliche Meinung zum Beispiel beim Thema Ausländer und Kriminalität sagen. Sagst du das laut bei der Arbeit oder zu Menschen, die du nicht gut kennst, bist du sofort der Rassist und kommst aus der Schublade nicht mehr raus.“

Dax Werner: Wer kennt es nicht: Man sagt einfach nur ganz normal seine Meinung zum Thema Ausländer oder Kriminalität und schon gilt man „sofort als der Rassist“. Vielleicht liegt das ja einfach daran, dass man tatsächlich ein Rassist ist. 0/10.


Sophia Thomalla: „Ich störe mich nicht an dieser Debatte. Ich suche den Konflikt, will dass die Leute heiß diskutieren, was ich von mir gebe, und kann auch harte Kommentare ab. Ich bin aber auch unabhängig. Ich kann übrigens diese weichgespülten Sportler nicht mehr sehen. Authentisch ist was anderes.“

Dax Werner: Starke Meinung. Man spürt sehr deutlich, wie sich absolute finanzielle Unabhängigkeit durch passives Nebeneinkommen ab 3k aufwärts (Stichwort Jürgen-Höller-Intensiv-Sommercamp 2014) anfühlen muss. 15 Till-Lindemann-Punkte, keep rocking, Sophia!


Silke Finken (51), Kaufmännische Angestellte aus Bergheim (NRW): „Ja, es kann schaden, wenn man seine Meinung sagt. Es kommt aber auch auf das Thema und die Art an, wie Kritik geäußert wird. Ich habe das selber schon mal erlebt. Einer meiner damaligen Vorgesetzten wies mich nach einer Kritik im Internet dezent zurecht.”

Dax Werner: Spannend wäre es hier zu wissen, um welches Thema es genau bei der Internet-Meinung von Silke Finken ging, aber ich habe da so einen Verdacht. 7 liebe Grüße nach Bergheim!

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Mutti was a Rolling Stone

In Illustrierten gibt es die galabunten Homestorys, die Teil eines Deals zwischen Presse und Stars sind: Campino zeigt sein Gästeklo, auf das alle Mitglieder der Toten Hosen samt Tontechniker gleichzeitig passen, und darf dafür über seine Kernanliegen Fußball, Gerechtigkeit und Menschbleiben reden. Ozzy Osbourne zeigt seinen begehbaren Medikamentenschrank und räsoniert dafür über begehbare Medikamentenschränke und Fledermäuse. Aber von den Rolling Stones habe ich so etwas noch nie gelesen. Bergen ihre Wohnungen finstere Geheimnisse? Hat Mick Jagger Brian Jones zur Hutablage präparieren lassen? Schläft Charlie Watts in einem Tank mit flüssigem Stickstoff? Nichts weiß man. In dieser Mythenumrauntheit ähneln sie Angela Merkel, von der außer ein paar Kartoffelsuppeleaks nur unscharf Privates ans öffentliche Auge dringt: A. M. kauft am Späti einen Harzer und zwei Bier, A. M. und Gespons bei einer Wanderung, das Foto so televerwackelt, dass man an Big-Foot-Sichtungen denkt. Überhaupt halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass alle einem matrixmäßigen Trug unterliegen und wir schon seit Ewigkeiten von den Rolling Stones regiert werden. "Paint it black" und "You can't always get what you want" hätten uns Hinweis genug sein können.

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Within you, without you

Da sind Musiker, die trotz bescheidenen Erfolgs zu Lieblingen der Kritiker werden, die New York Dolls und Yo La Tengo zum Beispiel, während es andere zu Publikumsmagneten bringen, ohne vor der Kritik je große Gnade zu finden, Limp Bizkit oder Andrea Berg etwa. Und dann gibt es noch die Beatles, die alle, alle gut zu finden scheinen, weshalb sie auch gerne als Vergleichsgröße genommen werden. The Clash als Beatles des Punk, Kraftwerk als Beatles des Techno (New York Times), Magnum Double, Magnum Intense Dark, Magnum Mandel, Magnum Weiß als die Beatles des Stieleis. Da drängt sich die Frage auf, wer die Beatles der Parteien sein mögen? Schnell wird man merken, das können nur die Grünen sein. Nicht um Hofreiters Haare oder Özdemirs Sitarspiel willen, doch wie bei den Beatles kennt man eigentlich nur Leute, die die Grünen richtig gut oder ganz furchtbar finden. Dass jemand das White Album Atomausstieg töfte findet, Revolver Bildungspolitik hingegen schon nach "Taxman" aus dem Laufwerk nimmt - schwer vorstellbar. Und bei beiden ist es so, dass die Hater fast immer entweder ganz furchtbar beschränkte oder hochinteressante Menschen sind, oft ist es sogar so, dass die Beatleshasser die mit der besten Plattensammlung sind. Das gesteht man ihnen auch bedingungslos zu, und wirft, wieder zu Hause angekommen, die Knopfzellen vom Hörgerät in den Mülleimer, nicht ohne dabei Eleanor Rigby zu singen.

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Erlebnisgutschein Deutschland

Liebe Jesusfreaks! Wenn die blau angelaufenen Finger beim Twittern plötzlich abbrechen, weil man wieder mal stundenlang in einem Fantasie-Bahnhof wie Opladen, Leichlingen oder Nottuln-Appelhülsen feststeckt und auf dem Weihnachtsmarkt Nutella-Crêpes für schmale 7 Euro hinterhergeworfen bekommt, dann spürt man's mal wieder sehr deutlich: Es ist Jahresendfest-Zeit!

Zeit, kurz inne zuhalten und das Jahr 2018 vor dem inneren Auge nochmal in achtfacher Geschwindigkeit ablaufen zu lassen. Deepdive. Wo war schon viel Schönes dabei, was geht vielleicht sogar noch besser? Auch im Privaten. Und da gibt es eine Sache, wo wir – denke ich – noch mal gesamtgesellschaftlich nachkalibrieren müssen: Immer wieder lese ich in den sozialen Netzwerken konsumkritische Posts, es gibt sogar Leute, die sich und anderen am 24. Dezember so gar nichts schenken wollen, die keine Lust mehr haben auf den "Weihnachtswahnsinn", die einem lieben Menschen "auch so etwas schenken können" und dafür keinen "besonderen Feiertag" brauchen.

Davon abgesehen, dass meine Eltern ohne diesen "besonderen Anlass" wohl niemals auf die Idee gekommen wären, mir ein Nintendo zu schenken, stört mich noch etwas anderes an diesem Underperformer-Mindset: Nein, diese Kritik am Einkaufen ist weder marktkonform noch demokratisch, sondern bringt einzig und allein die schwarze Null in Gefahr! Wer glaubt, mit selbstgebastelten Geschenken, gutem Willen und Nicht-Angriffspakten unterm Tannenbaum die Deutschland AG auf Kurs zu halten, hat sich mental schon längst aus der Solidargemeinschaft verabschiedet. Jedes Jahr geben sich liebe Menschen im Silicon Valley und in Südkorea viel Mühe, um für uns immer größere und teurere Geräte herzustellen: Warum in Herrgottsnamen können wir uns diese nicht einfach ohne zu murren kaufen und nach Hause liefern lassen? Überschüssige I-Phones kann man doch auch wieder wegwerfen? Wer sein Kind die Anziehsachen seiner älteren Geschwister auftragen lässt, anstatt neue, coole Anziehsachen bei Otto.de mit 48 Monatsraten zu finanzieren, handelt nicht nachhaltig, sondern verstößt meiner Meinung nach gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Das Konsum-Mindframe hat Deutschland mit die besten Jahre beschert (Stichwort Wirtschaftswunder und Ordoliberalismus). Zeit, dass dies auch in den Köpfen der Menschen ankommt.

Es geht mal wieder um unser Land.

Gesegnetes Fest,

Euer Dax Werner

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Leute ... von Paula Irmschler

Kneipengabi

Am Wochenende waren meine Freunde und ich wieder bei ihr: bei der guten, alten, rassistischen Keipenfrau um die Ecke. Um jede Ecke. Urig und ehrlich ist es bei ihr. Alles ist aus Holz, man darf noch rauchen, nein, man muss rauchen, sonst wird man vor die Tür gesetzt, weil man nur Hipster ist und nicht wirklich am Arsch. Die Gläser sind dreckig, die Salzstangen weich, die Deutschlandfahne alt (sehr alt), die Witze von Fips und die Musik rockig-schlimm. Ihre großen Brüste streicheln einen bei der Bestellung im Gesicht oder liegen auf der Theke, manchmal sogar mit ihr dran, et is einfach herrlisch. Und weil sie so skeptisch gegenüber unserer Generation ist, haben wir lustigerweise aufgeschrieben, was sie sagt. Ohne, dass sie davon weiß natürlich.

"Bring uns schon ma 'ne Runde Kölsch, Gabi-Rita, und sag uns mal, was du von Facebook hältst!"

"Abstand! Sag isch mal so gerade raus. Und ich heiße übrigens Petra-Kerstin. Namen sind für mich Schall und Rauch. Facebook oder wie dat heißt, wat? Hätte es bei uns früher nicht gegeben. Wir hatten ja kein Internet. Wat wollt ihr mal trinken, ihr Lüttn? Wie immer?"

"Nu!"

"Jut, hier lecker Gaffel, ne. Aber nit wieder beschweren. Ich sachet mal so. Früher is man noch in die Kneipe gegangen, um sich kennenzulernen, heute machen ja alle dieses Smartphone. Ich seh et ja auch hier in meiner Klause, da sitzen die jungen Leute rum und starren nur auf diese Dinger. Für mich ist dat nix. Mein Sohn hat mir auch mal so eins gekauft, dat hab ich ihm aber direkt wieder um die Ohren gepfeffert. Ich konnt da mit meinen Fingern gar nit. Wollt ihr noch was, ich hab hier noch Grasovka."

"Saufen!"

"Gib mal den Deckel. Manni, kütt ma her. Du hast doch dieses Facebook. Manni, jetzt kütt doch mal. Ach, der Manni, hört wieder nicht. Vielleicht besser so, der labert eh nur Unsinn, wa. Einmal waren wir im Urlaub 1987, und da wurden wir rausgeschmissen aus einer Kneipe, weil der Manni sich mit einem angelegt hat wegen der Jukebox. Apropos, ich mach mal wat an, dat wird euch jefallen. So, und jetzt nochmal herzlich willkommen in meinem bescheidenen Reich, einmal anstoßen. Hier werden ja alle geduzt, wir sind alle gleich. Die Jukebox funktioniert bei uns ja nicht mehr, die hat der Ralle gestern zerdeppert, das gab einen Stress, sag ich euch. Fast wie damals 1987. Hier bekommt man echt einiges mit. Ich muss nit studiere, um dat Leve zu begreifen. Jeden Tag komm se hier rein, die Leut. Mit ihren Geschichten. Letztens kamen hier die ... na ja, ihr wisst schon, die Leute, unsere neuen Mitbürger. Ich hab da ja nix gegen, wir sind aller Kinder Gottes oder wie man sagt. Also, ich glaube nich an Gott, aber ihr wisst, was ich mein. Manni, weißt du noch als die Ausländer letztens hier waren? Manni, jetzt kütt doch mal. Na ja, jedenfalls der Manni, der war ja skeptisch. Hat die jefragt, ob se Skat mitspielen wollen. Wollten se nicht. Aber dat warn nette Jungs. Die wollten einfach nur ein Bierchen trinken und dann sind se auch wieder gegangen. Zum Glück. Stress können wir hier nicht gebrauchen. Wir haben ja schon den Ralle, der reicht uns, hahaha. Meine Tochter hat auch dieses Facebook oder wie dat heißt. Die macht dann immer so Fotos, den janzen Tach."

Gute Idee. Sandra-Bärbel hat so alte Ü-Eier-Figuren. Die fotografierten wir schön für Insta und dann mussten wir leider auch wieder.

"Kommt mal wieder, ne. Und passt auf euch auf. Und macht mal weniger mit die Handys. Der Manni sacht dat auch."

Manni ist der Radiomoderator von dem Sender, der in der Kneipe läuft, und seit 20 Jahren tot.

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Sagt an, kennt ihr den Nikolaus? 

Fährt bienenemsig durch die unverschneiten Gassen, mit einem gelben, braunen, und wenn alle Beteiligten Pech haben, auch einem blauen Schlitten und bringt für kargen Lohn Geschenke. Ganz müd geworden ist der Nikolaus vom Ausfüllen all der Abholkarten, denn die Menschen sind nicht zu Hause, weil sie für neue Gaben arbeiten müssen. Und all die Knechte und die Elfen vom Nikolaus, die arbeiten in den Paketgruben für kleinen Lohn bei Tag und Nacht, und ihr Herr und der vom Nikolaus, der ist der reichste Mensch auf diesem Erdenrund, so reich, dass er nicht einmal Haar und Bart benötigt. Damit jedoch der Nikolaus, wenn er in ferner Zukunft mal so müde ist, dass er all die Pakete nicht mehr heben kann, noch Speis und Trank hat, legt er jeden Monat von seinem kargen Lohn ein paar Rentiertaler zurück, damit er Anteile an den Paketgruben kaufen kann; denn so sagt ein Talerphilosoph aus dem Sauerland, wo all der Schnee und all die Elfen wohnen: Wer Aktien kauft, der muss nicht darben, wenn des Lebens Winter kommt. Der Nikolaus ist ein armer Narr.

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Huhu, Frank Thelen!

Huhu, Frank Thelen!

Sie sind ein teiggesichtiger deutscher Unternehmer, Investor bei der strunzdummen Show »Höhle der Löwen« und außerdem noch Autor von Büchern, in denen ehrlich das Allerdämlichste steht, was man aus eh schon schwachsinnigen Wörtern wie »Mindset« im Jahr 2020 noch machen kann. Ihr neustes Schundwerk heißt »10xDNA«, und darin erklären Sie u.a., dass bald Flugtaxis durch unsere Städte sausen werden. Aber das wissen Sie ja alles selbst!

Warum wir Ihnen schreiben? Weil Sie der behämmerten Münchner »Abendzeitung« im Interview steckten, dass ein Start-up aus Ihrem »Portfolio« sich das »retronasale Riechen zunutze gemacht« habe und daher naturgemäß eine Flasche entwickeln musste, aus »der man pures Wasser trinkt und dennoch Geschmack über Geruch wahrnimmt«. Das habe es »bislang so noch nicht gegeben«.

Und hier möchten wir entschieden widersprechen! In unserer Gestaltungsabteilung sitzt nämlich ein Herr namens Thomas Hintner, und dieser hat das retronasale Riechen schon vor vielen Jahren so weit auf die Spitze getrieben, dass er herbes Pilsbier trinken kann – und dabei nichts als Wasser schmeckt. Dafür braucht er nicht mal Flaschen wie Sie! Und wenn Ihnen, Esel Thelen, dieser Brief zu frech ist, dann schickt Kollege Hintner Ihrem idiotischen Start-up eine Patentklage.

Gluck, gluck! Titanic

 Otto Schenk! Otto Schenk!

Als 91jähriges Urgestein der deutschsprachigen Theaterlandschaft plauderten Sie in der TV-Sendung »Willkommen Österreich« über Ihre Tierliebe im Allgemeinen und zu Papageien im Besonderen. Einem von Ihnen so genannten »Leihpapagei« wollen Sie den Satz »Heut red’ i nix« beigebracht haben. Und wie nebenbei konstatierten Sie: »Nicht sprechende Papageien sind für mich keine Papageien.«

Aber aber, Herr Schenk, gehen Sie doch nicht so hart ins Gericht mit unseren kunterbunt gefiederten Freunden. Selbst der beredteste aller Papageien ist von Zeit zu Zeit unpässlich oder schlecht aufgelegt oder womöglich im Alter taub geworden. Denken Sie bitte noch mal darüber nach!

Will ’nen Keks: Titanic

 »Spiegel«!

»Schwimmen im Freibad ist wie ein Besuch bei McDonald’s«, heißt es im Teaser einer Deiner Artikel. Weil man nie hundertprozentig weiß, ob nicht vielleicht irgendwo jemand reingespuckt hat, aber zumindest auf die Pommes immer Verlass ist?

Fragen Deine Freunde in Fett schwimmender Nahrungsmittel aus der Redaktion von Titanic

 Roland Tichy, alter Einblicker!

Auch in zweiter Instanz haben Sie Ihre Klage gegen Claudia Roth verloren, die Ihnen zugeschrieben hatte, dass Ihr »Geschäftsmodell«, das in der Herausgabe des rechten Blogs »Tichys Einblick« besteht, »auf Hetze und Falschbehauptungen beruht«, was Sie als falsche Tatsachenbehauptung gewertet und untersagt wissen wollten.

Und ob Sie es glauben oder nicht, Tichy: Wir können Ihren Ärger verstehen. Wozu macht man sich schließlich die ganze Mühe? Weshalb wir also gegen Roths dreiste Ehrabschneiderei ein für alle Mal klarstellen wollen: Selbstverständlich beruht Ihr Geschäftsmodell nicht nur auf Hetze und Falschbehauptungen, sondern mindestens ebenso sehr auf Dummheit, Infamie, bewussten Lügen, Perfidie, Täuschung und nicht zu vergessen einem ordentlichen Schuss Narzissmus.

Mit ganz tiefem Einblick: Titanic

 Entlarvend, lieber Kapitalismus,

ist ausgerechnet die Arte-Doku »An den Ufern des Nil: Zwischen Assuan und Luxor«. Darin erklärt der Sprecher mit gewohnt sonorer Stimme: »Die losgesprengten Felsbrocken werden zum Nil geschleppt und auf Frachtkähne verladen. Eine Szene wie vor Jahrtausenden. Heute schultern keine Fronsklaven die zentnerschwere Last für die Tempel der Pharaonen. Die Männer arbeiten freiwillig und schuften für einen kargen Lohn.«

Einfach toll, was Du, Kapitalismus, in 4000 Jahren so geschafft hast. Nächste Revision dann in weiteren 4000 Jahren, vielleicht sogar zum Mindestlohn?

Glaubt aber eher nicht: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Metaphysik

Wahre Physiker sterben nicht, es reorganisieren sich nur ihre Teilchen.

Jürgen Miedl

 Genusspunkte

Dass Umlautzeichen appetitanregend wirken können, wird einem so richtig bewusst, wenn man beim Lesen einer Speisekarte zum ersten Mal mit »Raucherlachs« konfrontiert wird.

Julia Mateus

 Ohne Worte

Man kann das Wesen eines Menschen ja in vielem erkennen. Zum Beispiel darin, wie er über seine Badezimmertürschwelle stolpert. Oder darin, wie er ein Glas Wasser fallen lässt. Vielleicht auch darin, wie er auf sein Bett springt und wie er sich abrollt, wenn er hinunterfällt. Aber was für ein Wesen hat einer, frage ich mich, der, wie mein neuer Nachbar, all dies im selben Moment tut?

Teja Fischer

 Schlechter Werbeslogan

Mit Sagrotan läuft Sack rot an

Elias Hauck

 Revolte

Schon seit Jahrtausenden lassen sich die Bienen vom Menschen nach Strich und Faden ausbeuten und hinters Licht führen. Wilde Instinkte und Resistenz gegen Milben und Krankheiten wurden zugunsten von Zahmheit und ungesundem Fleiß weggezüchtet, hochwertiger Honig wurde immer wieder entwendet, im Tausch gegen billige Glukoselösung. Doch damit ist jetzt Schluss. Widerstand regt sich in den Bienenstöcken, zumindest bei meiner Nachbarin, deren Bienen dazu übergegangen sind, den Honig lieber gleich zu verputzen und die Waben mit dem lauen Zuckerwasser vollzupumpen.

Miriam Wurster

Vermischtes

Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHeiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
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Das schreiben die anderen

  • 07.07.:

    Hans Zippert schreibt in der FAZ über 80 Jahre Ringo Starr.

Titanic unterwegs
15.07.2020 Berlin, Literaturforum im Brecht-Haus Oliver Maria Schmitt, Michael Sowa u.a.
17.07.2020 Falkensee-Finkenkrug, Privatgarten Thomas Gsella, Gartenlesung
19.07.2020 Schwarzenbach a. d. Saale, Erika-Fuchs-Haus Museum für Comic und Sprachkunst Katharina Greve: »Die dicke Prinzessin Petronia«
27.07.2020 Leipzig, Werk 2 Martin Sonneborn