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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Deutschland, ein Märchenwald

Unter den drei landschaftlichen Einfallstoren zur mitteleuropäischen Seele schätzt der Deutsche den Wald am meisten. Was die beiden anderen anbelangt, so nötigt der Berg eine gewisse sportive Härte ab, und das Meer (in Deutschland: See) als Ein- und Ausfallstor der Fremde wird zumeist verstockten Fischern und Lungenkranken überlassen. Aber der Wald! Schon Hermann-Arminius und die ganze Romantik und all die Naturlyrik vor, während und nach den Kriegen, und eben deshalb sollen die Wälder, die doch längst durchverwaltete Forste sind, so naturecht wie möglich daherkommen. Daher ward auch der Wolf wieder angesiedelt, doch es erhebt sich ein Geschrei: Es käme so weit, dass niemand mehr sein Schaf unabgeschlossen herumstehen lassen könne, und was mit dem Menschen sei. Nun sind in ganz Europa nach dem Krieg gerade mal ein knappes Dutzend Menschen ein Raub Isegrims geworden, was verglichen mit jährlich gut 3000 Verkehrstoten in Deutschland eher wenig erscheint – doch welch ein Frevel, ruft der Motorist, versuche doch mal einer, mit einem Wolf vier Kästen Bier aus dem Getränkemarkt nach Hause zu befördern! Bliebe als Argument contra lupos die schiere Willkür bei der Wahl der Forstverschönerung: Wölfe ja, doch warum keine Bären und Hexen? Die Antwort, sie ist ernüchternd: Mario Adorf ist altersschwach und steht kurz vor dem Abschuss, und Annegret Kramp-Karrenbauer darf erst nach der Bundestagswahl wieder ausgewildert werden.

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Sendepause für den Schwarzen Kanal

Liebe User*innen, Multiplikator*innen und Twitter*innen, auch für heute, Donnerstag den 28.03.2019, haben es die Social-Media-Sterne wieder vorausgesagt: Irgendwann gegen Nachmittag wird auf der Ericusspitze in Hamburg an einem 27-Zoll-Retina-HD-I-Mac-Monitor der Upload-Button getätigt werden. Dann wird eine weitere "Der Schwarze Kanal"-Kolumne der "Spiegel"-Edelfeder Jan Fleischhauer ins Internet geschossen.

Fleischhauers wöchentliche Kolumne ist der stuxnet-Virus aus der konservativen Filterbubble, sein einziges Ziel: Uns so sehr mit Müllmeinungen aus dem "Schwarzen Kanal" zu nerven, bis wir irgendwann aufgeben. Das Sophisticatete an der ganzen Nummer: Eigentlich sind nur wir es, die Fleischis Müllmeinungen zu Klimawandel, AfD, #metoo etc. verbreiten. Sei es durch Drunter- oder Drüberkommentare, Einschätzungen und Einwürfe, Screenshots mit markierten Textstellen, flotten Memes oder Anrufen bei unseren Großeltern. Egal, welches Thema sich Fleischi diesmal vorgenommen hat, wir nehmen das Teil mit ziemlicher Sicherheit volley. Ohne unseren natürlich angeborenen Empörungs-Instinkt (eine Art Atavismus aus der Steinzeit, als die Wut über misslungene Felsbilder noch das Überleben des ganzen Stammes sicherte) würden auch "Spiegel online" die Klicks auf die Kolumnen ihres Haus-und-Hof-Irren aus Pullach entgehen.

Deswegen mein Vorschlag für heute: Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen. Lasst uns diesmal nicht auf den Empörungsmechanismus hereinfallen, der am Ende doch nur Klicks für "Spon" und ein zufriedenes Lächeln bei Jan Fleischhauer zur Folge hat. Unter dem Hashtag #SendepauseFürDenSchwarzenKanal werden wir heute ein schwarzes Rechteck posten – als Zeichen.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe

Dax Werner

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Sprachfamilie. Eine Aufstellung

Dass eine Kolumne, beziehungsweise die sie schreibende Person, ein kreatives Problem hat, lässt sich gut daran erkennen, dass sie das Kolumnenschreiben selbst zum Thema setzt. Ähnlich dem Gebührenfunk, wenn er laut über seine Unverzichtbarkeit räsoniert, der Demokratie, die sich als Wahrerin ihrer selbst anpreist oder dem Verband der Nutztiere, der die Schönheit des Nutztierdaseins priese, täte er es denn, wissen wir doch alle, dass moderne Computertastaturen für Simmentaler Fleckvieh denkbar ungeeignet sind. Dabei ist heute ein Tag, der zum Kolumnieren ohnehin einlädt, nämlich der "Tag der Muttersprache", was zu vielen klüglichen Betrachtungen herausfordert, dergestalt etwa, dass der Vater sich ein Land zusammenprügelt und die Mutter es stabil quasselt. Eine Muttersprache hat jeder, und zahllos sind die zu ihrer Pflege berufen sich Fühlenden, den Germanistikstudenten gleich, denen das korrekte Halten eines Buches schon hinlängliche Zurüstung scheint, denn was sind Goethes Wahlverwandtschaften gegen Prandtls Führer durch die Strömungslehre? Und so können all die öffentlich Kolumnierenden zwischen Broder und Martenstein, und was bei so viel Ego dazwischen noch an Platz bleibt, heute in ein Lob ihres vornehmsten Werkzeugs einstimmen, der vielgerühmten Muttersprache eben. Verschwiegen wird jedoch im Lobpreis vaterländischer Muttersprache, dass es auch noch eines Verstandes bedarf, um all die schönen Worte an ihre richtige Stelle zu setzen. Feiern wir dieses doch am Tag des Kindskopfes, dann ist die heilige Familie wieder zusammen.

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Leute ... von Paula Irmschler

Schöne, geile, junge, ermordete Männer

Schöne, geile, junge, ermordete Männer. Zu früh sind sie gestorben. In Kriegen verreckt. Von Ehefrauen abgeschlachtet. Oder noch im Mutterbauch hingerichtet. Es ist eine inspirierende Angelegenheit. Schöne, geile, junge, ermordete Männer sind meine Musen. Ich versetze mich auch gern in die Menschen hinein, die den zarten, perfekten Männerkörpern das angetan haben. Was trieb ihre Mörderinnen an? Ertrugen sie nicht das heiße Leben der aufkeimenden Sexualität? Hassten sie die zarten Blüten, die in Form von Bärten in die Welt sprossen? War ihnen die feste Brust zu entschlossen? Der knackige Hintern zu aufmüpfig? Ihre schönen, geilen, jungen Fleischlenden waren dem Tode geweiht. Was hätten sie werden können? Richter, Polizisten, Regisseure, Kosmonauten oder Arbeiter? Mannequins? Aus ihnen hätte so wahnsinnig viel entstehen können... Kinder. Ihre Gesichter waren voller Zuversicht und süß und auch saftig. Ihre Frauen waren anständige Menschen. Aber letztendlich ist auch nicht schlecht, dass sie uns für immer schön und geil und jung und ermordet im Gedächtnis bleiben. Ihre Lippen mag man küssen. Man mag sie umarmen und ihnen sagen, dass alles gut wird. Dass wir sie nie vergessen werden. Ihre Mode hat uns gut gefallen. Ihre Morde faszinieren uns. Mit meinen Freundinnen treffe ich mich manchmal in der Bar, in der die Mörderinnen der schönen, geilen, jungen, ermordeten Männer ein- und ausgingen. Es ist ziemlich kultig und es gibt oft Schnaps. Es bringt mich dazu, Bücher zu schreiben oder einen Film zu machen... Männer sollten sich das am besten gar nicht angucken und hier auch nicht mitlesen. Sie hielten sicher nicht aus, zu erfahren, dass viele andere Männer schon gestorben sind.

Hach, sie trugen sicher hübsche Slips.

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Pimp Your Nest

Kinder – so alt wie die Menschheit. Und ebenso alt die in buntem Wirbel durcheinandergehenden Konzepte zu ihrer Aufzucht. Derzeit treffen besonders zwei Modelle auf verstärktes Interesse: Bei der Methode Marie Kondō wird der Nachwuchs wenige Wochen nach der Geburt zusammengefaltet und bis zum Erreichen der Volljährigkeit an einem gut zugänglichen Ort in einer Plastikbox aufbewahrt. Aufwendiger, doch nicht minder effizient ist die Helikoptermethode: Hubschrauber-Eltern betrachten ihre Kinder als schutzbefohlene Verbündete und klären bereits bei Sonnenaufgang das Schulweggelände durch den gezielten Abwurf von Brandbomben und das Entsenden von Bodentruppen. Das Entlauben von Kletterbäumen schafft zusätzliche Sicherheit. Für verbliebene Zweifler steht als dritte Methode die unverwüstliche Schwarzpädagogik nach Kelle & Amthor zu Gebot. Hierbei wird die Tupperpädagogik nach Kondō beibehalten, anders als in der Hubschraubermethode jedoch wird das Kind als zu befriedender Schurkenstaat eingestuft. "Sanktionen statt Sankt Martin", lautet die Devise. Dem anfänglichen Mehraufwand an investierter Zeit steht die Gewissheit gegenüber, dass die Kinder das Denken innerhalb der Box verinnerlichen und auch unbeaufsichtigt das Prinzip von Überwachen und Strafen praktizieren ("Foucault yourself"). Für welches Prinzip Sie sich bei Ihrem Kind auch entscheiden mögen, denken Sie immer daran: Falten schlägt das Leben – Bügelfalten sind fürs Leben.

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Leute ... von Paula Irmschler

Das ungeborene Leben

Das ungeborene Leben muss geschützt werden. Man hat jetzt herausgefunden, dass ab dem Moment des Abschlonzens schon richtig was los ist in den Mutterorganen der Frau. Des Mannes geiler Liebessaft wirbelt in den Mutterkuchen rein, und schon beginnt der Charakter sich entlang der Nabelschnur zu formen, was immer eine wichtige Entwicklung ist, denn Charaktere sind eine feine Sache. Einige Charaktere haben in der Geschichte Schönes erfunden, Großes erbaut, Nettes gesagt, die eigene Familie erschlagen oder Völkermorde begangen. Des Weiteren fängt auch das Herz rasch an zu schlagen, und die Liebe ist geboren. Hach, Herzen... Aus Schokolade oder an Valentinstag. Es schlägt dann zum Beispiel für Fortuna Düsseldorf oder einen süßen Gleichaltrigen namens Kevin K. Auch die Gliedmaßen sind schon innerhalb weniger Tage perfekt und teilweise da, wo sie sein sollen. Man kann darüber wirklich nicht meckern. Es ist wirklich ganz gut geworden. Schön gelöst. Gliedmaßen sind noch mal jede Gliedmaße für sich einen eigenen Schutz wert. Mindestens vier Schutze kommen dann auf ein ungeborenes Leben. Viele Frauen fangen an, sich jetzt von Ärzten Bauklötze, eine Geige oder ein Französischwörterbuch einführen zu lassen, damit das ungeborene Kind schon gut was zu tun hat. Es kann ja sogar schon lächeln. Lächeln, das bedeutet immer Glück! Das ungeborene Leben wird in Zukunft auch schon Kindergeld bekommen, einen einfachen Zugang zu Therapeuten, pädagogische Betreuung, bedingungsloses Grundeinkommen, kostenlosen ÖPNV, eine wunderbare Altersvorsorge, politische Gleichstellung, was alles angeht, und ab und an einen Auftritt bei Anne Will. Danke, liebe Lebensschützer,

Eure ungeborene Kolumnistin, die sich schon voll freut auf den geilen Kommunismus in Eurem naisen Land.

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Mit dem Selbstgebrannten in Davos

Das sagenumwobene World Economic Forum in Davos. 60 Staats- und Regierungschefs, 1200 Vertreter der Zivilgesellschaft und mittendrin für Sie, liebe Leser: Dax Werner auf der Suche nach den heißesten Storys vom Gipfel. Investigativ und mit klarer Kante zu sagen, was ist, das soll für diesen Ausflug mein Motto sein. Als ich mich mit einer bereits deutlich fortgeschrittenen Alkoholfahne vom morgendlichen Snowboard-Ausflug mit DJ Bobo (Mit-verbundenen-Augen-das-Jakobshorn-Runterjagen-Challenge) zwischen Manfred Weber und Ursula von der Leyen auf den letzten freien Platz in der vierten Reihe drängle, läuft die Rede vom neuen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro („Hoffnungsträger der Märkte“, Deutsche Bank) angeblich schon zehn Minuten. Zischt mir zumindest Weber zu, der genauso wie von der Leyen mit feuchten Augen den Überlegungen des smarten Reformers aus Brasília folgt. Sind die beiden jetzt schockiert oder angezündet von den Ideen des Brasilianers? Ich verstehe vielleicht kein Portugiesisch, habe aber trotzdem ein Gefühl dafür, worum es gerade gehen könnte, und lehne mich rüber zu von der Leyen: „Sag mal, hattest du auch den Tweet von Daniel Mack gelesen die Tage? ‚Der Kapitalismus ist der größte der Friedensbringer der Welt‘. Fand ich irgendwie 'nen spannenden Gedanken.“ Gerade setze ich an, noch ein paar Beobachtungen zur Fav-Retweet-Ratio nachzuschieben, als von der Leyen Blickkontakt mit ihrem Leibwächter aufnimmt. Ich lehne mich zurück und sondiere zunächst einmal die Lage im Zuschauerraum, Stichwort: Mal gucken, was ist.

Die Enttäuschung darüber, dass neben Theresa May und Emmanuel Macron auch Donald Trump seine Teilnahme beim entspannten Get-Together in Davos abgesagt hat, merkt man der Stimmung doch sehr deutlich an: Viele gucken ziemlich ernst, es wird kaum getrunken. Dabei hatte ich mir gestern noch mit zwei Spezis vom „Handelsblatt“ extra am Zürcher Flughafen 500 MB Datenvolumen für umgerechnet nur 2000 Euro gekauft, um im Fall der Fälle direkt auf Instagram live gehen zu können, falls der Irre aus Washington wieder eine seiner berühmten spontanen Nummern on stage bringt. Da wird ja jetzt leider nichts daraus.

Der Typ auf der Bühne redet immer noch und mir ist richtig langweilig. Ich krame mein Handy aus der Fischer-Snowboard-Tasche, die ich unter die Stühle von Weber und Joe Käser neben ihm verstaut hatte, und drücke mir statt der Bolsonaro-Keynote nochmal den Innovations-Podcast von Christian Lindner und Frank Thelen aus der KW 48 vom letzten Jahr ins Ohr. Auch beim zwölften Mal Anhören immer noch intellektueller Genuss pur: Zwei Machertypen träumen die Zukunft des Bildungsstandorts Deutschland, keiner nervt mit Verlierer-Themen wie Tempolimit, Kohleausstieg oder Klima, das permanente Geduze – dieses Podcast-Juwel ist für mich nicht weniger als 42 Minuten gelenkter Innovations-Traum. Manche Stellen kann ich schon mitsprechen, und irgendwie rutscht mir da wohl auch was raus, jedenfalls kassiere ich schon wieder einen entgeisterten Blick von Weber. Ich genehmige mir einen Schluck aus meinem Krokodilleder-Flachmann (Trinken, was ist) und biete ihm als Entschuldigung auch was vom kroatischen Selbstgebrannten an, doch Manfred winkt genervt ab – wohl zu viele Kameras hier, ich versteh' schon und klopfe ihm buddymäßig auf die Schulter. „‚Kandidat auf das Amt des EU-Kommissionspräsidenten genehmigt sich vor versammelter Mannschaft den Klaren in Davos‘, so'n Ding geht natürlich sofort durchs Netz, davon erholt sich keiner mehr“, flüstere ich fachmännisch in Richtung Ursula, um sie doch noch mal ins Gespräch zu holen (Socializing). Doch weder sie noch Manfred scheinen mir noch zuzuhören. Dann schlafe ich betrunken ein.

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Neuseeländische Supermarktkette »Countdown«!

Das ist mal eine schöne Nachricht, die Du in diesen kalten und ungemütlichen Zeiten von Dir hören lässt: Jeden Mittwochnachmittag bieten Deine Märkte fortan eine »ruhige Stunde« für Autisten und sensible Kunden an, mit gedimmtem Licht, leiserer Musik und leiseren Piep-Geräuschen an der Kasse. So löblich und unterstützenswert dieser Vorstoß ist, fragen wir uns doch, ob er nicht noch um andere Zielgruppen erweitert werden könnte: Eine zehnmal so große Supermarktvariante mit fußballfeldbreiten Gängen für Klaustrophobiker schwebt uns da vor; eine mit sehr engen Gängen und 20 Prozent Gefälle ausgestattete für Maniker; eine für Menschen mit multipler Persönlichkeit, in der es viel mehr Einkaufswagen gibt; sowie schließlich eine mit komplett leeren Regalen und defekten Kassen – für Kaufsüchtige.

In diesem Sinne: Mach »ruhig« weiter! Titanic

 »Heidegger Studies«!

Als wir erfuhren, dass Ihr in Eurer aktuellen Ausgabe einen Aufsatz mit dem Titel »Seinlassen des Mitdaseins aus dem Sein-zum-Tode?« veröffentlicht habt, stellte sich uns eine grundstürzende fundamentalontologische Frage: Könnt Ihr so was nicht einfach sein lassen?

Gruß vom mannigfaltigen Dasein auf der Titanic

 Ach, Peter Tauber!

Ach, Peter Tauber!

Als Sie in Ihrer Funktion als Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium sagten, die Bundeswehr bekomme nun, »was sie verdient«, da fingen wir sofort an zu träumen: eine komplette Neustrukturierung angesichts unzähliger Naziumtriebe? Einen ordentlichen Einlauf wegen der kriegsverherrlichenden Sprüche auf ihren Werbeplakaten? Oder gar eine zünftige Tracht Prügel für das Abfackeln von gut 1000 Hektar Moor in Meppen und den dabei verursachten Schaden von 100 Millionen Euro?

Aber nein, Sie sprachen natürlich nur von irgendwelchen modernisierten Panzern – die die Bundeswehr also noch mal womit verdient hat?

Will es lieber gar nicht wissen: Titanic

 Auf die Plätze, fertig, los, niederländische Sprinterin Madiea Ghafoor!

Und zwar zum Haftantritt. Sie sind wegen Einfuhr von Drogen und Beihilfe zum Drogenhandel vom Landgericht Kleve zu einer achteinhalbjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Laut Ihrem Verteidiger wollen Sie die Entscheidung jedoch anfechten, weil Sie davon ausgegangen waren, lediglich illegale Dopingsubstanzen im Auto gehabt zu haben, mit denen Sie sich für die diesjährige Leichtathletik-WM in Doha aufputschen wollten.

Das mag jetzt für Ihre weitere Karriere als Rundendreherin auf dem Knasthof ein echter Downer sein, aber Speed ist eben nicht gleich Speed!

Gefangen im Satirerausch: Titanic

 Brrr, Tilman Kuban!

Von der »Zeit« gefragt, welches Tier das politischste sei, wieherten Sie: »Als Niedersachse sage ich: das Pferd. Weil es sturmfest und erdverwachsen ist.«

Nun kann ein erdverwachsenes Pferd ja weder traben noch galoppieren. Streng genommen kann es sich gar nicht vom Fleck bewegen, tritt nur auf der Stelle. Damit haben Sie ein Bild geschaffen, das wahlweise als exemplarisch für den Zustand von CDU, SPD oder der Groko durchgehen könnte, was wiederum für einen Nachwuchspopulisten wie Sie gar nicht mal so schlecht ist.

Will jetzt trotzdem nicht weiter darauf herumreiten: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Kundenbindung

Endlich den nie gelesenen Newsletter dieses Uhrenherstellers abbestellt. Und direkt bestätigt worden, ohne Moment-mal-Klickorgie, Bitte-nicht-Rumgejammer oder Warum-nur-Fragenkatalog. Einfach nur Danke und Tschüs. Da konnte ich nicht anders, als mich direkt wieder anzumelden.

Teja Fischer

 Knapp vorbei

Als Herr H. letztens aus einer Laune heraus die Unterpfaffenhofener Kathedrale betreten hatte, unternahm Gott einen erneuten Versuch, Herrn H. zu erleuchten, verfehlte jedoch sein Ziel. Dafür traf er ein paar der zum Altar führenden Stufen und einen Mülleimer, die seitdem mit naseweisen Bemerkungen den Gottesdienst stören. Das Pfarramt hat freilich eine Eingabe gemacht, die jedoch wie stets unbeantwortet blieb.

Tibor Rácskai

 Kulturkritik

Typisch – im Internet die Songs vorhören und dann doch die Vinyl-Platte beim kleinen Einzelhändler kaufen. Verratzte Hipsterbande!

Tina Manske

 Amtlicher Claim

Slogan-Fragment für deutsche Bürgerämter: »Willkommen im Meldorado. Der Ort, an dem Sie uns Ihre neue Adresse geben – und wir sie mit zwei Fingern abtippen.«

Felix Scharlau

 Sehr kleine Gastronomiekritik

Diese Street-Food-Trucks sind auch nur die Tiny Houses der Restaurantwelt.

Julia Mateus

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 03.12.:

    China Radio International berichtet u.a. über die Pre-Premiere des Buches "Der kleine Herr Tod" von Christian Y. Schmidt.

  • 03.12.:

    Die Taz über die gesammelten TITANIC-Kolumnen von Walter Boehlich.

  • 03.12.:

    40 Jahre endgültige Satire in circa zwei Minuten bei der "Deutschen Welle".

  • 27.11.:

    MDR Kultur empfiehlt das Hörbuch zu 40 Jahren TITANIC.

  • 26.11.:

    Martin Sonneborn erklärt in einem Gastbeitrag im "Tagesspiegel", warum er die EU-Kommission ablehnen wird.

Titanic unterwegs
12.12.2019 München, Heppel und Ettlich Moritz Hürtgen
12.12.2019 Köln, ARTheater Paula Irmschler
12.12.2019 Berlin, Kookaburra Heiko Werning mit den Brauseboys
13.12.2019 Berlin, Kookaburra Heiko Werning mit den Brauseboys