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Dax Werners Debattenrückspiegel KW 36 – Bundestagswahl Edition

Liebe Leser_innen,

aktuell mehren sich die Stimmen, die da sagen: Freund_innen, der Drops namens Bundestagswahl ist gelutscht, die Messe ist gelesen, der Kuchen gegessen, die Würfel jeworfen. Besonderes Geschmäckle: Nicht selten gehören diejenigen, die das sagen, über Umwege zum SPD-Wahlkampfteam. Ich für meinen Teil bin mir da noch nicht so sicher: Erleben wir noch den "september surprise"? Drehen Laschet oder Baerbock das Ding nochmal auf den letzten Metern mit einem Überraschungsangriff im zweiten Triell heute Abend? Wer patzt bei Illner und Köhr? Oder siegt am Ende doch die Olafliebe? Der Debattenrückspiegel in der BTW-Edition.

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Das Timing der Jungs und Mädels von der Ericusspitze wirft in den letzten Wochen Fragen auf, denn auch wenn die SPD gerade einmal 5 Prozentpunkte vor der Union liegt, macht das Hamburger Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL diese Woche bereits mit einem Nachruf auf Armin Laschet auf. Angeblich komme Laschet regelmäßig zu spät zu seinen Wahlkampf-Terminen, weil er unterwegs immer anhalten lässt, um zu rauchen. Quelle: "Manche erzählen". Peinlich! Vorbei die Zeiten, in denen ein Markus Feldenkirchen mit Martin Schulz auf dem Schoß noch quer durch die Republik düste, ihn in meiner Vorstellung hier und da auch inhaltlich beraten, Interviews freigegeben und zum Ende hin auch in seinem Namen Termine zu- und abgesagt hat. Goodbye embedded journalism, welcome Hörensagen-Berichterstattung!

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Aufstand im CDU-Ortsverband Limbach-Altstadt im Saarland: Nein, so das Verdikt, hier werden dieses Jahr keine Armin-Laschet-Poster plakatiert, der Vorsitzende Carsten Baus schließt im Interview sogar nicht aus, den gesamten Parteivorstand nach der Wahl "zum Teufel zu schicken". Egal, wie das Ding am 26. ausgeht: Ich rate der Union zu einer anschließenden angeleiteten Mediation mit ihren saarländischen Verbänden, bevor das Schreckgespenst deutscher Trump aus Limbach-Altstadt Realität wird.

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On a personal note: Ich habe in diesem Wahlkampf Auftritte von Olaf Scholz, Annalena Baerbock (Support: Eckart von Hirschhausen) und nun gestern Jürgen Todenhöfer verpasst. Immer war ich eigentlich ganz in der Nähe des "gigs", immer habe ich genau einen Tag später erst erfahren, dass der "gig" überhaupt stattfand. Auch wenn ich erkennbar Schwierigkeiten habe, diese Anekdote irgendwie auszudeuten, sicher ist: Auch sie gehört zur Geschichte dieser Bundestagswahl dazu

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Auch in Zollernalb-Sigmaringen überschlagen sich einmal mehr die Ereignisse: CDU-Kandidat Thomas "Baku" Bareiß hat hier gestern sein Wahlkampfvideo aus dem heimischen Computer-Keller ins Internet hochgeladen (248 Aufrufe). Main talking point: In den vergangen Jahren konnte er 300 Mio. Euro Fördermittel in die "#Heimat" bewegen. Klasse! Auch der gelungene Einsatz gemafreier Motivations-Musik aus der Youtube-Musikdatenbank ringt mir ein gerüttelt Maß Respekt ab, dennoch hätte ich mir deutsche Untertitel sowie eine Aufschlüsselung, wie viel Fördermittel aus Brüssel und wie viel aus Baku geflossen ist, gewünscht. Urteil: Schon viel Schönes dabei, aber immer noch Luft nach oben.

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Remember Norbert Röttgen? Der schöne Rechtsanwalt aus Meckenheim hat sich aus der aktiven Politik zurückgezogen und verdingt sich nun im Multi-Level Marketing. Beweisfoto vom Wochenende:

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Nach der Razzia im Finanzministerium Ende der Woche wollen es die Gesetze des Wahlkampfs, dass nun auch SPD-Kandidat Olaf Scholz "unter Druck" gerät. Die Schlagzeilen vom Wochenende wirken trotzdem bestenfalls bemüht, den insgeheim wissen wir’s doch alle: Der Kult-Hamburger hat schon ganz andere Dinger ausgesessen und mit strategischen Erinnerungslücken pariert. Und die alte Regel gilt noch immer: Mit einem Skandal, der sich nicht seniorengerecht in einem Satz durch den Hausflur pitchen lässt, ist kein Wahlkampf zu machen.

In diesem Sinne: Keep fighting Armin!

Euer: Dax Werner

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW 35 – Bundestagswahl Edition

Liebe Leser_innen,

eines gehört sicher auch zur Wahrheit dieses Wahlkampfes dazu: Er wird gewiss nicht nur vor den 500 Zuschauer_innen bei Bild TV geführt. Sondern eben auch in der Provinz, also der eigentlichen, inzwischen in unzähligen Juli-Zeh-Romanen besungenen Arena der Zukunftsideen.

Und so führt uns der erste Ticker auch direkt nach Mecklenburg-Vorpommern, genauer: Nach Rostock. Das Wahlplakat des FDP-Kandidaten René Domke weicht erkennbar von der CI der Bundes-FDP ab: Ein dreifarbiges Ausrufezeichen direkt aus der Data Becker-Clipart-Sammlung beansprucht fast ein Drittel der gesamten Fläche. Meine Presseanfrage zur Geschichte hinter dieser Design-Entscheidung blieb leider unbeantwortet, doch auch keine Antwort ist eine Antwort: Reicht Christian Linders parteiinterne Macht noch in den Nordosten der Republik?




Wir bleiben in Mecklenburg-Vorpommern, denn auch Manuela Schwesigs Plakatierung wirft Fragen auf. Mit "Die Frau für MV" ist ihrem Team zwar ein catchy Slogan gelungen, einen Hinweis auf die zugehörige Partei sucht man jedoch vergebens. Die Linke? Team Todenhöfer? Die Basis? An einer Google-Recherche führt kein Weg mehr vorbei. Siehe da, offenbar gehört Schwesig zur SPD! Sie hat sich also für das Merkel-Prinzip entschieden und präsentiert sich im Landtagswahlkampf MV nun weitestgehend parteilos. Ein Weg, den nicht alle Sozialdemokraten "hier oben" mitgehen wollen: Ralf Mucha, SPD-Kandidat in Rostock, bietet auf der Heckscheibe seines SPD-Mobils kurzerhand zwei Versionen (mit und ohne SPD-Logo) an. Ein schönes Beispiel für Hands-on-Mentalität, von der sich so manch andere in der Landespolitik etwas abschneiden können, und dazu ein klasse Icebreaker auf dem Wochenmarkt in Warnemünde!

 



Das Nachrichtenmagazin Spiegel setzt diese Woche einmal aus und veröffentlicht stattdessen ein 140-seitiges "Geo Epoche: Angela Merkel". Meine Klartextmeinung dazu: Unter der Erde ist sie ja nun noch nicht.



Er ist wieder da! Martin Schulz (rechts im Bild), seit seinem Roadtrip mit Markus Feldenkirchen Zwosiebzehn in der Partei weitestgehend isoliert, ist sich für nichts zu schade und macht im Wahlkreis Wuppertal I Stimmung für Parteibuddy Helge Lindh: Grimmig, entschlossen, ein echter Teamplayer. Statt Rasenheizung und Flutlicht jetzt also wieder Ascheplatz. Im Amateurfußball sagen wir dazu: Der hat mal höher gespielt.

 


 

Mittwoch: Obwohl ich die Fragen beim Wahl-O-Maten pupileicht finde, errechnet mir dieses Teufelsding 56,8 Prozent Übereinstimmung mit "Team Todenhöfer". Ich verbringe den Rest des Tages damit, mein gesamtes Leben zu hinterfragen.


 

Für Armin Laschet geht eine weitestgehend unfallfreie Woche mit stabilen 20 Prozent für die CDU in der "Wahlkampfarena" der Jungen Union in Hannover zu Ende. Technisch wurde aufgefahren, was das Parteikonto hergibt: Krankamera, Outdoor-Bühne, Youtube-Livestream (46 Zuschauer_innen). Ein gut gelaunter Laschet versucht sich in Box-Metaphern und probiert neue Bits aus seinem Standup aus: "Ich war gestern in Ostdeutschland: Eisenach, Erfurt, Apolder." Dann, das kennt man nicht von ihm, richtet er den Zeigefinger auf jemanden in der ersten Reihe: "Erfurt, Eisenach oder Apolder? Erfurt. Gut." Es liegt ein bisschen Fernsehgarten in der Luft, fast wirkt es, als kämen gleich Armin Roßmeier und Peter R. Neumann auf die Bühne, um gemeinsam mit Laschet ein Rindsfilet an Rotweinjus zu zaubern, bevor Friedrich Merz als Falkner verkleidet ein bisschen etwas über Riesenseeadler erzählt. Sonnenuntergang, Andreas Gabalier entlässt die Partymeute mit "Hulapalu" in die After Show, wo sich Laschet, Neumann und Tilman Kuban den Klaren (was trinkt man in "Hannover"?) reinfahren: Saufen, um zu vergessen. Wahlkampf könnte so schön sein, wenn man ihn mal lässt.



Paukenschlag am Samstagabend: Rezo veröffentlicht ein neues Youtube-Video, diesmal zum Thema Klimawandel. Ohne mir die 32 Minuten angeguckt zu haben: Das war’s dann wohl endgültig für Laschet.

Euch eine erfolgreiche KW 36,

euer: Dax Werner

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW 34 – Bundestagswahl Edition

Liebe Leser_innen,

es sind nur noch rund 700 Stunden bis zur Bundestagswahl. Deswegen erscheint der Debattenrückspiegel ab heute in leicht verändertem Gewand: als Ticker, der die sich überschlagenden Ereignisse aus Berlin und der Welt in mundgerechte Häppchen (sogenannte "Snacks") übersetzt, gleichsam chronologisiert und einordnet. Ab heute wird hier der einfache Pass gespielt. Let’s get it!


Während die Sozialdemokraten eigenen Angaben nach schon an über einer Million Haustüren geklingelt haben und zum ersten Mal seit 600 Jahren in einer Sonntagsfrage vor der Union liegen, lädt CDU-Mann Thomas Bareiß – vielen besser bekannt als Baku-Thommy – via Instagram zur dritten politischen Sommerwanderung. In Zollernalb-Sigmaringen ticken die Uhren eben noch anders, hier geht es um Kennernlernen auf Augenhöhe, hier gilt ein Handschlag noch was. Muss natürlich am Ende jede Partei individuell für sich entscheiden.


Habe einen Vertipper in Thomas Bareiß' Insta-Bio entdeckt: "Staatssekretär beim @bmwi_bund - Energie, Tourismus, Mittlestand!" Überlege kurz, ihn per DM darauf hinzuweisen. Lasse es dann bleiben.


Im SPD-Spot beschwört Olaf Scholz kraft seiner hanseatischen Langeweile den Geist von Helmut Schmidt. Ein starkes Motiv, welches mich an diverse Szenen aus der bekannten Filmreihe "Der Herr der Ringe" erinnert. Dynastisches Denken at work: Im Kampf und die Kanzlerkrone positioniert sich Scholz als Quasi-Erbe des Über-Hanseaten Schmidt, zieht eine Linie vom Held der Sturmflut ‘62 bis zu sich: Olaf Scholz. Sauber gearbeitetes Ding, da bleibt was hängen.


Etwas stört mich doch am Kanzlerspot der SPD: Das "Wir" bei "Wir haben manches erreicht" (0:49) wird von der darunter ausklingenden Motivationsmusik nahezu "verschluckt". Oder sagt Scholz etwas anderes, nämlich: "Haben manches erreicht"? Wäre vom Wording her gleichermaßen "nah dran" an den "Menschen da draußen". Ich fertige eine Spektrumanalyse an, doch auch diese liefert keine klare Antwort, so dass ich dem Willy-Brandt-Haus eine gepfefferte Presseanfrage reinfaxe, mit Bitte "um eine kurzfristige Stellungnahme bis morgen um 12 Uhr."


Annette Widmann-Mauz postet auf Instagram eine Veranstaltungsankündigung (38 Likes) für nächste Woche: Unter dem Motto "Vom Hof auf den Teller – Regional ist erste Wahl!" lädt die CDU Ammerbuch auf den Bauernhof der Familie Eißler. Mit dabei: Julia Klöckner. Schade, aber da kann ich leider nicht.


Auch Hans-Georg Maaßen teilt Fotos einer Wahlkampf-Wanderung mit Christiane Lieberknecht auf Twitter. Mit Maaßen ist ganz offenbar etwas passiert, eine Art Makeover, aus Hans-Georg ist nun "Schorch" geworden, der Schorch von nebenan. Schöne Arbeit an der brand: Der signature Dreiteiler wurde gegen Karohemd und Weste getauscht. Maaßen erinnert jetzt eher an den Typ Landwirt, der seinen Landkreis-Abgeordneten seit 10 Jahren mit kompromittierenden Fotos erpresst.


E-Mail aus dem Willy-Brandt-Haus. Man bedankt sich für die Anfrage, Scholz sage "Wir haben manches erreicht", so ein SPD-Sprecher. Dann aber der Hammer. Auf meine Frage, warum sich Scholz in dem Video gerade für das Indefinitpronomen "manches" entscheide (und nicht etwa für die attraktiven Synonyme "Verschiedenes" oder "Dies und das"), sagt man mir: "Nachdem wir bei der Bundestagswahl 2017 bekanntermaßen Probleme mit dem Wort 'manche' hatten (Vgl. 'Schulz-Story'), wollten wir dieses Mal unter Beweis stellen, dass wir in der Lage sind, ein solches Wort fehlerfrei auf Hochdeutsch auszusprechen." Was für ein übles Nachtreten gegen Martin Schulz. Eine boden- und stillose Frechheit. Einem Mann, der in einer mehr als schwierigen Situation für die SPD den Kopf hingehalten hat und gegen massive innerparteiliche Widerstände zu kämpfen hatte, einem so großen Aachener und Europäer so noch einen mitzugeben, das lässt mich dann doch wieder an der Regierungstauglichkeit der SPD zweifeln. Für diese Woche bin ich draußen.


Bestürzte, fast wütende Grüße: Dax Werner

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW33

Liebe Leser_innen,

Michael Sack, CDU-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, nestelt im delfingrauen Sommersakko unentschieden an einer Wahlkampfbroschüre herum, sein Kompagnon Georg Günther wartet noch zwei Sekunden, bis die Leitung ins Berliner Tempodrom steht. Dann wirft er wahllos Kugelschreiber und Luftballons in ein christdemokratisches Goodiebag. Er ist Direktkandidat in Wahlkreis 15, jawohl, im Merkel-Wahlkreis, den sie seit 1990 ununterbrochen gewonnen hat. Günther und Sack erinnern in dieser Sekunde eher an zwei Typen, die in hektische Geschäftigkeit verfallen, wenn der Chef ins Büro lugt, ansonsten aber den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Von Beginn an sendet der Wahlkampfauftakt der Union mixed signals: Mal erinnert das Tempodrom mit Moderatorin Rebecca Mir an das GNTM-Finale, dann wieder an das fünfundzwanzigjährige Dienstjubiläum eines Maschinenbauers aus dem Hochsauerlandkreis. Manchmal sind die Grenzen fließend ...

Plötzlich sieht man Doro Bär auf der Leinwand: rosa T-Shirt, Beach-Club-Atmo, hinter ihr Menschen, die die junge Union aus Überzeugung leben. Warum wackelt die Kamera so und warum sehen wir Doro Bär lediglich in 640 x 480-Auflösung? Ist das diese Internet-Ironie, Kennzeichen der inhalts- und politikmüde gewordenen globalen Klasse mit 3 Netflix-Accounts? Auch diese Frage wird nie geklärt, stattdessen wird‘s blitzschnell wieder ernst: "Trotzdem ist das Umarmen, der Mensch als soziales Wesen, etwas das uns wichtig ist." Moment mal, war dieses ganze Körperlichkeitsding nicht das Steckenpferd des neuen politischen Endgegners der Union – Robert Habeck?

Nachdem Olaf Scholz mit seiner SPD in den Umfragen zuletzt gleichauf lag, war schon spekuliert worden, ob sich Markus Söder in puncto Kanzlerkandidatur möglicherweise doch noch selbst einwechselt wie weiland Günther Netzer im Pokalfinale 1973. Nichts da, auch der Bajuvare bläst plötzlich ins selbe versexte Horn, will die Union "sexy und solide" aufstellen. Auch der CSU-Wahlwerbespot, im Prinzip ein 30-sekündiger Closeup auf Söder, trieft vor erotischer Energie und feiert in Berlin Weltpremiere. Pro-Tipp: Den Ton ausmachen, dann könnte es sich auch um eine Parship-Werbung handeln. Als Söder doch noch die Kurve bekommt und in seiner Rede inhaltlich wird, klingt er plötzlich fast so linksradikal wie Olaf Scholz: "Diese Welt zu erhalten, sie ein Stück weit auch zu retten." Verkehrte Welt im Tempodrom.

Dann betritt er die Bühne. Armin Laschet, dead man walking, so meinen ja einige. Er wirkt entschlossen, vorbereitet, hochmotiviert, wissend, dass das hier eine All-or-Nothing-Rede werden muss. Er muss liefern. Wird er wieder den Bergmannstaler aus der Hosentasche grabbeln? Nein, der neue Armin Laschet klingt anders: "Ich war mit Elon Musk in Brandenburg." Was für ein Satz. Hier hätte ich an seiner Stelle ein paar Sekunden innegehalten und die Reaktionen abgewartet. Laschet stürmt jedoch durch, nichts kann ihn halten: "Ich hab’ ihn gefragt ‘Warum denn hier?’, da hat er gesacht: ‘Weil hier so gut ausgebildete Leute sind!'" Rumms! Das sitzt. Kann ja nicht alles scheiße gewesen in den letzten 16 Jahren, wenn Elon Musk in Brandenburg baut, oder? Laschet hat jetzt die richtige Temperatur, auf seiner Stirn bilden sich winzige Schweißtropfen, so viel Energie habe ich das letzte Mal bei den Jürgen-Höller-Power-Days 2017 gespürt. Der Mann hat noch was vor. "Armin, Armin!"-Rufe in der Halle, standing ovations, und während ich mich frage, wo eigentlich sein Teamkollege Jens Spahn steckt, meldet sich schon Sophia Thomalla mit einer Videobotschaft für die Partei. So viel Energie, so ein Aufbäumen kenne ich eigentlich nur von Fußballclubs, wenn der Klassenerhalt 5 Spieltage vor Schluss nur noch theoretisch möglich ist.

Ich glaube, der Wahlkampf hat gerade erst begonnen.

Euer: Dax Werner

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW 32

Liebe Leser_innen,

je länger ich darüber nachdenke, desto deutlicher habe ich das Gespräch im Ohr: "Armin", sagten sie ihm, "keine Angst. Das ist eine sichere Nummer, da kannst du nur gewinnen!"

So halb stimmt das ja auch: Armin Laschet ist an einem Punkt in seinem Wahlkampf, an dem nicht viel mehr schief gehen kann. Vielleicht sollte das meetup mit Elon Musk ja die Trendwende im Kampf ums Kanzleramt bringen. Für die, die ihn nicht kennen: Elon Musk ist so etwas wie der US-amerikanische Frank Thelen. Das Treffen mit Musk in der Gigafactory könnte Laschet ein wenig internationales Flavour in seine bislang semi-erfolgreiche Kampagne zaubern: Big Armin auf Du und Du im Gespräch mit den ganz Großen der Welt.

Doch wieder einmal wurde der fidele Aachener Opfer manipulativen Video-Editings auf der Debatten-Schaltzentrale Twitter.com. Während es im hochgejazzten Clip den Anschein macht, dass Armin neben dem Südafrikaner eines Kanzlerkandidaten nicht würdige Lücken im E-Mobilitätsdiskurs ("What is the future of cars? Hydrogene?") offenbart, zeigt die Langfassung ein anderes Bild: In Wahrheit sollen sich Musk und Laschet gemeinsam köstlich über einen Journalisten beömmelt haben. Nun denn.

Für mich hat diese schon jetzt legendäre PK in der Grünheide etwas gänzlich anderes deutlich gemacht: Elon Musks verhaltensauffälliges Lachen - ob nun in Richtung Laschet oder in Richtung Presse - markiert den Endpunkt des langen popkulturellen Siegeszugs des Nerds. Der muskulöse Laschet hätte noch in jedem Highschool-Film der Achtziger Jahre zum prototypischen School-Bully getaugt. Nun ist der Kryptowährungs-Typ, der mit Vorname Elon heißt und seine Kinder nach der Star Wars-Figur R2D2 benennt, der Chef-Bully. Und Laschet der Typ Mensch, der auf einer durchschnittlichen Autofahrt viermal Streit mit dem Navigationsgerät anfängt.

Oh, the times they are a-changin'.

Euer: Dax Werner

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW 30

Liebe Leser_innen,

die letzten Tage verbrachte ich auf einem herrlichen Ferienhaus auf dem Land, in dem jedoch das WLAN nicht funktionierte. Für jemanden wie mich, der auch in der Freizeit ständig angeschwitzt mit anderthalb Füßen im Debatten-Boxring steht, natürlich nicht weniger als eine Katastrophe. Wie soll das Internet eine Woche ohne meine Meinung auskommen? Wie soll ich ohne die Meinung der anderen auskommen? Je länger ich über meine Situation nachdachte, desto mehr wurde mir die nationale Tragweite des WLAN-Problems bewusst. Hier ging es nicht nur um mich, hier ging es um unser Land.

Ich beschloss, die Ruhe zu bewahren und zu überlegen, was Florian Schröder in meiner Situation tun würde. Der Passwortschutz der einbalkigen “Merkel muss Weg”-Netzwerke in Reichweite war das eine My zu strong, auch meine 20 Gigabyte reinsten teutonischen LTE-Datenvolumens waren nach einer Handvoll Focus-online-Artikel mit selbststartenden Werbevideos schnell runtergerockt, deswegen schrieb ich mit den letzten paar Megabyte eine gepfefferte Mail an den Ferienhaus-Vermieter: “Entschuldigung, aber das Internet ist irgendwie alle? NOTFALL! GLG”. Nun half nur noch beten.

Tagelang geschah nichts. Keine Antwort, kein Internet, keine Debatte. Dann, ein Tag vor der Abreise, die Überraschung, nein: das Wunder: Jemand hatte während unseres Wanderausflugs einen handgeschriebenen Zettel unter die Wohnungstür geschoben. Darauf der Name einer Fritzbox und ein 32-stelliges Passwort. “Es gibt doch noch einen Gott”, hörte ich mich tränenerstickt flüstern. Unten rechts auf dem Zettel hatte jemand einen Bärchen-Sticker aus der Ummantelung einer Backzeitschrift platziert, beide Bären schmiegten sich aneinander und blickten zufrieden nach oben. Richtung WLAN.

Doch das Signal war zu schwach. Ich bewegte mich Richtung Haustür, dann in den Flur, nach einem Moment Zögern auch in die Gärten der benachbarten Ferienhäuser. Immer wieder war das Netzwerk für einen Moment lang einen Balken stark da, verschwand jedoch gleich darauf wieder. Ich beschloss es im Nachbarort zu probieren und wanderte eine Stunde zu Fuß in den nächsten Ort. Es dämmerte, mein Blick war auf mein Display fixiert, so dass ich immer wieder vom Fußweg abkam in Richtung der Bundesstraße neben mir. Immer wieder torkelte ich auf die Fahrbahn, hin und wieder mussten mir Autos und Traktoren hupend und fluchend ausweichen. Sie konnten nicht wissen, worum es hier ging.

Dann hielt ein Lkw neben mir. Der Fahrer kurbelte das Beifahrerfenster herunter und obwohl der Motor noch lief, konnte ich es deutlich hören: Im Innern des Fahrerhaus lief der “Geistertruck” von Tom Astor. Mir wurde mulmig. “Wohin musst du, Junge?” fragte mich der Fahrer. “Richtung Internet, Trucker”, antwortete ich lautlos. Dann nahm er mich mit.

Stumm fuhren wir durch die Nacht, ich stellte keine Fragen. Kurz vor der tschechischen Grenze erreichten wir einen Serways-Rasthof, in dem noch Licht brannte. Der Trucker grüßte wortlos und warf mich vor dem Eingang raus. Inzwischen war es 3 Uhr morgens, ich blickte auf mein Huawei: Tatsächlich, hier gab es ein funktionierendes WLAN. Atemlos loggte ich mich in das offene Netzwerk und akzeptierte die AGBs, ohne sie durchzulesen. Dafür war heute keine Zeit.

Binnen Sekunden holte ich mir das Debatten-Update, das ich so dringend gebraucht hatte: TikTok, Instagram, Bild-Startseite. Irgendetwas stimmte nun wohl auch nicht mit einem zehn Jahre alten Buch von Armin Laschet, das er ohnehin nicht selbst geschrieben hatte. In der Zeit, in der ich nach Internet gesucht hatte, hatte sich der inzwischen zweite Plagiatsskandal dieses Bundestagswahlkampfs ereignet. Ein stummer Schock. Ich öffnete die Facebook-App und tippte ohne nachzudenken los, mit jedem Buchstaben spürte ich, wie ich langsam ruhiger wurde:

“Die Literatur verliert seit jeher an Bedeutung (wie anders wäre das Phänomen Ferdinand von Schirach zu erklären?), im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird inzwischen jede Sendung, in der zufällig ein Buch auftaucht, vorsorglich abgesetzt – und plötzlich kennt ein ganzes Land kein anderes Thema als die kollaborativ erarbeiteten Werbebroschüren eines 1,72 Meter großen Aacheners und einer grünen Fast-Noch-Millennial aus Hannover? Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der Bücher so viel bedeuten.”

Der Morgen graute. Den Schlusssatz schrieb ich mit letzter Kraft und konnte gerade noch so auf “Absenden” klicken, bevor ich völlig entkräftet vor dem Raststätten-Eingang zusammen sackte und in einen tiefen, traumlosen Schlaf fiel.

Eine erholsame KW wünscht euch einmal mehr:

Dax Werner

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW 28

Liebe Leser_innen,

Ein alter Glaubenssatz aus der Comedy-Branche besagt: Humor, dass sei Tragödie plus Zeit. Nun waren die Hochwasser in Westdeutschland gestern Nachmittag schon wieder ein paar Tage her und Armin Laschet machte im Prinzip nichts anderes als eins und eins zusammen zu zählen: Die Zeit ist reif, befand er nach einigem Nachdenken, der Hochwasser-news-cycle neigt sich seinem Ende, ein bisschen Spaß muss jetzt auch mal wieder sein, ein, zwei flotte Sprüche, das hält die Moral der Truppe oben. Denn das Leben birgt, niemand weiß das besser als er, so manchen Rückschlag, vieles lässt sich nicht ändern, et hätt noch immer jot jejange: Diagnose resilient-Rheinisches Karnevals-Mindset eben bei Laschet, dem Instinkt-Politiker. Und während also Bundespräsident Steinmeier in Erftstadt mit dem ihm typischen heiligen Ernst in Mikrofone pastoralte, dieses und jenes versprach, bückte sich der CDU-Kanzlerkandidat im Hintergrund herrlich ab, bespaßte die versammelte Lokalprominenz aus dem Rhein-Erft-Kreis ab, fletschte die Zähne, prustete befreit auf. Im Grunde sind es schöne Bilder.

Im World Wide Web gab es dafür wieder einmal viel Kritik: Pietätlos sei die Darstellung, Laschet besäße kein Gespür für die Situation und hätte mit seinem Erftstadt-Stand-up seine Nicht-Eignung fürs Kanzleramt unter Beweis gestellt. Kurz gesagt: Im moralischen Elfenbeinturm herrschte einmal mehr Katastrophenalarm.

I beg to differ.

Es stimmt ja: Wir hier im hochwassergebeutelten NRW wünschen uns eigentlich nichts mehr, als dass der Noch-Landesvater kurz vorbeischaut, ein paar Fotos macht, Interesse simuliert, ein offenes Ohr suggeriert. Gleichzeitig leben wir nun schon einige Jahre unter der Regentschaft Armin Laschets, sind sozusagen bundesweite Modellregion für die sich abzeichnende Kanzlerschaft des kleinen Mannes aus Aachen. Armin Laschet’s Regierungsstil, das wissen wir hier jedoch längst, zeichnet sich durch 12 unterschiedliche Meinungen zu ein und demselben Thema aus, oft alle innerhalb von 24 Stunden geäußert. Seine Performance wirkt nicht selten rätselhaft, erratisch, launisch, immer wieder unterbrochen durch Episoden gespenstischen Ulks. Laschet, der Getriebene, von dem niemand so wirklich weiß, wie’s in ihm ausschaut. Was geht in seinem Herzen vor? Die Nächte verbringt er einem aktuellen Interview zufolge alleine schlaflos vor der Glotze, bevor dann um halb 7 schon wieder WDR2 oder der Deutschlandfunk durchbimmelt. Armin als moderner Hamlet. Vielleicht ein wenig far-stretched, aber das sind nunmal die Gedanken, die wir uns hier in NRW machen. In Armins vergeblicher Suche nach sich selbst erkennen wir Nordrhein-Westfalener uns wieder, das connected uns zu ihm.

Vielleicht würde es helfen, wenn auch der Rest der Republik es einmal versucht. Und vielleicht müssen wir einfach lernen, mit Armin Laschet zu leben. Er ist jetzt einfach da. Nicht erst in 50 Jahren, nicht in 20, nein: Jetzt.

Machen wir das Beste daraus.

Einen friedlichen Sonntag wünscht euch: Euer Dax Werner

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Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Hotel Detva, Detva, Slowakei,

in Deiner Hausordnung schreibst Du: »Das Umssstellen der Mobel ist verboten. Bei Zuwiderhandlung Berechnen wir EUR 3,32.« Und, Hotel Detva, für EUR 6,64 darf man auch das Nachbarzimmer umräumen?

Frage für die Urlaubsplanung von Titanic

 Vonovia!

In einem Schreiben an Deine Mieter formulierst Du hilfsbereit: »Uns ist bewusst, dass die Mieterhöhung für einige Mieter finanziell sehr belastend sein kann. Falls dies bei Ihnen der Fall ist, wenden Sie sich bitte an das Vonovia Mietenmanagement. Vielleicht können wir bei der Suche nach einer Lösung behilflich sein, zum Beispiel, indem wir Ihnen eine kostengünstigere Wohnung anbieten.«

Wie gutherzig, Vonovia! Du scheinst in Sorge zu sein, Du könntest zahlende Kundschaft, die sich Deine Miete nicht mehr leisten kann, endgültig verlieren. Aber kostengünstigere Wohnungen? Ernsthaft? Vermietest Du noch keine Parkbänke und Schlafplätze unter Brücken, die von ihres Wohnraums Beraubten bald aufgesucht werden müssen?

Tapeziert bereits die Hundehütte: Titanic

 Computercracks der ersten Stunde!

Als wir neulich die Oma ins Sanitätshaus begleiteten, vertrieben wir uns die Wartezeit mit dem Lesen der Namen von Rollatoren und staunten nicht schlecht: Es gab ein Modell »Pixel«, eins hieß »Server«, ein drittes war nach dem Prozessor »Athlon« benannt.

Da die Benennung von Gehhilfen vermutlich wie bei allen anderen Waren auch auf der Basis von Zielgruppenanalysen entsteht, fragen wir uns nun und hier auch Euch: Ist es schon so weit mit Euch? Gerade noch die Wochenenden im WDR Computerclub durchgemacht und anschließend gleich weiter zu den Kumpels, um bei den Summer Games den Joystick im Staffellauf zum Glühen zu bringen, und nun schiebt Ihr Euch nur mühsam vorwärts? Bei »Civilisation« einen Kontinent nach dem anderen erobert, jetzt inkontinent? Den ehemaligen Königen im Assembler-Programmieren musste ein Chirurg den gesplitterten Oberschenkelhals wieder zusammensetzen? Statt »Resident Evil« zocken in der Seniorenresidenz hocken?

Und kommt es Euch eigentlich auch so vor, als sei die Lebenszeituhr ziemlich übertaktet? Titanic

 Unangenehm, »Spiegel«!

In Deinem Porträt der Drehbuchautorin und Regisseurin Anika Decker weißt Du uns das Folgende zu berichten: »Wenn man ein paar Stunden mit Decker verbringt, kann man sich gut vorstellen, warum sie viele Freunde hat. Man kann mit ihr aufs Klo gehen und neben ihr pinkeln, ohne dass es sich komisch anfühlt.«

Damit hast Du, Spiegel, einen neuen Lackmustest für Freundschaften etabliert. Nach vielen Litern Bier haben wir unsere Freund/innen antanzen lassen und müssen nun traurig zugeben, dass es sich jedes Mal komisch angefühlt hat, vor ihnen zu pinkeln.

Leergepisst und schrecklich einsam: Titanic

 Winfried Kretschmann!

Winfried Kretschmann!

Bei einer Debatte über Künstliche Intelligenz und Ethik beim Katholikentag in Stuttgart sagten Sie: »Ich schaue mir gern Opern auf Youtube an. Das Tolle ist und auch das Beängstigende: Diese Maschine kennt uns ja nach kurzer Zeit, sie weiß, wo mein Geschmack liegt.« Und über den Algorithmus befanden Sie: »Und dann ist er noch so raffiniert, weil er wahrscheinlich rausgefunden hat, dass ich ein Mann bin, denn ab und zu kommt ein Porno dazwischen. Und ich denke, was ist jetzt das?«

Bon, Kretschmann, aber verhält es sich nicht anders herum? Sie sind ein Mann und schauen gern Pornos auf Youporn an. Das Tolle ist und auch das Beängstigende: Diese Maschine kennt Sie ja nach kurzer Zeit und weiß, wo Ihr Geschmack liegt. Und dann ist sie noch so raffiniert und hat wahrscheinlich rausgefunden, dass Sie Opernfreund sind, denn ab und zu kommt »Tosca« oder »Fidelio« dazwischen. Und Sie denken, was ist jetzt das?

Da nicht für: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Kein Mitgefühl

In Leute, die keine Empathie empfinden, kann ich mich einfach nicht hineinversetzen.

Laura Brinkmann

 Fragment

Kafka war schon deshalb ein größerer Autor als Proust, weil dieser zu Lebzeiten nur einen einzigen Meisterroman nicht vollenden konnte, Kafka hingegen gleich drei unabgeschlossen ließ? Äußerst reizvolle These! Aber irgendwie unfertig …

Andreas Maier

 Frühwarnsystem

Aufgrund meines spärlichen Haupthaars merke ich stets als Erster, dass es zu regnen beginnt.

Fabio Kühnemuth

 Der Fehler im Rogen

Ich kann mir nicht helfen: Jedes Mal, wenn ich Kaviar esse, habe ich ein Störgefühl.

Lukas Haberland

 Selbsterkenntnis

Dass ich dann doch ein ziemlich verwöhntes Arschloch bin, habe ich gemerkt, als ich neben einem schlafenden Obdachlosen eine geschenkte Tüte Nachos sah und ganz kurz dachte »Was soll er damit? Er hat doch gar keinen Dip.«

Karl Franz

Vermischtes

Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Katz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde. Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle Sterne.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
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Das schreiben die anderen

  • 08.08.: Moritz Hürtgen und Dax Werner sprachen mi dem hr zum Thema "Sind wir alle zu ironisch?!"
  • 25.07.:

    Merkur.de fasst die Reaktionen auf einen Uwe-Seeler-Cartoon von TITANIC zusammen.

  • 23.07.:

    Tag24 berichtet, dass TITANIC den Tod Uwe Seelers für einen "fragwürdigen Witz missbraucht" hat.

  • 08.06.:

    Christian Y. Schmidt lehrt bei Arte Karambolage Wissenswertes über den Gießkannenhalter auf deutschen Friedhöfen.

  • 19.05.:

    Herausgeberchefin Ella Carina Werner verrät im Fragebogen vom Medium Magazin ihre Zukunftsideen für TITANIC.

Titanic unterwegs
16.08.2022 Berlin, Pfefferberg Theater Max Goldt
17.08.2022 Frankfurt, Museum für Komische Kunst Buchpräsentation »Die große Marie Marcks«
19.08.2022 Zeven, Volksbank Gerhard Henschel
24.08.2022 Chemnitz, Villa Esche Tim Wolff