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Dax Werners Debattenrückspiegel KW46

Liebe Freund_innen,

es ist schon wieder soweit: Sonntag! In vielen Kulturen gilt der Sonntag als "Lockdown des kleinen Mannes": Beinahe schon rituell streife ich mir beispielsweise den flauschigen Merino-Pulli über, döse zweieinhalb Stunden bei "Das große Backen" auf Sat1 und werfe dann traditionell zu später Stunde parallel zu "Anne Will" noch mal den Second Screen an, um mich im Focus-online-Kommentarbereich von Menschen mit Erstwohnsitz im Eifelkreis Bitburg-Prüm bedrohen zu lassen.

Stichwort Focus online: Den Kolleg_innen gelang gestern Abend zu später Stunde ein regelrechter Scoop. Sie haben eine mögliche Übersicht mit Namen und Ressorts des Kabinetts Scholz ins Internet hochgeladen. Klasse Job, Gruß nach München! Mein Vorschlag: Wir gehen heute einmal kurz die Highlights durch. Pack ma’s, Politheads!

Arbeit und Soziales: Hubertus Heil (SPD)
Die Zeiten sind hart in der Eventbranche, sehr hart sogar. Und vielleicht ist das auch der Grund, dass Heil seinen Plan, sich in "Robin Alexander" umzubenennen und eine Karriere in der Welt des Schlagers zu starten, noch einmal vier Jahre auf Eis legt. In etlichen Nachtsitzungen haben sie im Willy-Brandt-Haus auf ihn eingesozt: "Singen kannst du auch später noch, wir brauchen dich noch mal hier in Berlin!" Dass Hubertus Heil schon ein Album mit Leslie Mandoki produziert hat und bereits für die "Giovanni Zarrella Show" im Zweiten gebucht war? Im politischen Berlin schon lange kein Geheimnis mehr. Doch aufgehoben ist nicht aufgeschoben: In vier Jahren ist Heil erst 53, also im besten Amigo-Alter, ein best ager mit beiden Beinen im Saft. Wir wünschen für die persönliche und private Zukunft nur das Beste!

Bundeskanzler: Olaf Scholz (SPD)
Gerade noch so vor der FDP gerettet. Geht für mich aber schlussendlich so in Ordnung. Jetzt aber bitte auch delivern!

Finanzen: Christian Lindner (FDP)
Starkes Signal auch an die Märkte in Tokio, Shanghai und New York: Die Aktienrente kommt, die private Krypto-Zusatzrente liegt bereits fertig in der Cloud. Gleichzeitig jedoch auch eine Personalie, die lange vom Alpha-Kampf zwischen Lindner und Habeck geprägt war, ein durchaus auch erotisch aufgeladener Konflikt, der die nächsten vier Jahre gewiss weiter schwelen wird …

Verkehr: Anton Hofreiter (Grüne)
Mit Sicherheit die lustigste Personalie: Anton Hofreiter wird Verkehrsminister. Diese Kröte, so dachte man sich im Strategie-Team der Grünen, muss die FDP mindestens schlucken, wenn sie das Finanzministerium will. Subtiler Humor, den gibt’s eben nicht nur in der "Heute-Show"! Bei allem Jux steht Hofreiter jedoch nach wie vor für Kontinuität: Auch wenn die Haare nun länger getragen werden als beim Vorgänger Scheuer (gerade bei Einweihungen von neuen ICEs problematisch), das Gros Infrastrukturtöpfe fließt wie schon in den 50 Jahren CSU-geführten Verkehrsressorts in den Süden der Republik. Win-win-win.

Gesundheit: Michael Theurer (FDP)
Er ist in den vergangenen Monaten zu einem der wichtigsten Pandemie-Erklärer aufgestiegen: Freundlich, gut gekleidet und stets im urigen Dürener Slang unterwegs, flog er mehrmals täglich von Talkshow zu Talkshow, um uns die neuesten Erkenntnisse aus der Welt der Aerosole und Varianten vorzusingen. Unvergessen seine herrlichen Duelle mit dem Bonner Virologen und Podcaster Hendrik Streeck, die er immer so elegant und fair anging, dass hier und da bereits Erinnerungen geweckt wurden an einen anderen großen Gentleman des Boxsports: Henry Maske. Grüne und vor allem SPD hatten hier auch nicht annähernd gleichrangiges Personal zu bieten, so dass zumindest diese Personalie schon lange klar war: Michael Theurer von der FDP wird Gesundheitsminister.

Außen: Annalena Baerbock (Grüne)
Als gelernte Völkerrechtlerin passt auch diese Entscheidung wie Arsch auf Eimer, dennoch: In den letzten Wochen und Monaten hatte ich heimlich zu hoffen gewagt, dass mein Liebling Alexander Graf Lambsdorff vielleicht doch noch das Rennen macht. Der damit verspielte strategische Vorteil: Lambsdorff repräsentiert mit seinem Stil und Äußeren wie kein zweiter derzeit lebender Mensch auf dieser Welt das Achtziger-Jahre-Röhrenfernseher-Deutschland, hier wären Stimmengewinne bei der dann bald Merz-geführten Union möglich gewesen. Prognose: Mit Annalena Baerbock wird aus Twitter in den nächsten vier Jahren eine Art Reddit mit 20 000 deutschsprachigen Außenpolitik-Experten! Und zum Schluss noch…

Kanzleramt: Wolfgang Schmidt (SPD)
Gewiss die überraschendste Personalie: Der Film-Youtuber und Podcaster Wolfgang M. Schmitt, während der Schulz-Welle 2017 versehentlich in die SPD eingetreten, wird neuer Kanzleramtsminister.

Starkes Lineup bis hierhin, aber damit es nicht zum Papiertiger mutiert, ist auch klar: Jetzt muss geliefert werden!

Auf die nächsten vier Winterwellen:

Euer Dax Werner

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW 45

Liebe Freund_innen,

wenn die Inzidenzzahlen Aktienkurven wären, wären Sachsen, Thüringen und Bayern seit dieser Woche die reichsten Bundesländer Deutschlands. Denn dass Graphen derart steil und selbstbewusst in die Höhe schießen, passiert sonst eigentlich nur, wenn der US-amerikanische Dirk Rossmann, Elon Musk, versehentlich den Namen der nächsten ausgedachten Kryptoschrottwährung twittert. Doch 471, so beispielsweise die 7-Tage-Inzidenz in der Landeshauptstadt Dresden in Kalenderwoche 45 (kurz: Dresden 45), bedeutet, da verrate ich euch kein Geheimnis, das exakte Gegenteil von wirtschaftlichem Erfolg und gesellschaftlichem Fortschritt.

Denn statt Feierlaune in der Börse vor 8 war im Miniaturdebattenwunderland Twitter diese Woche analog zu den Inzidenzen wieder Lockdown-Stimmung angesagt; die üblichen Verdächtigen forderten einmal mehr Einschränkungen, Ausgangsbeschränkungen und Impfverpflichtungen, was der mobile Datentarif hergab; ganz so, als sei schon wieder 2020, Dieter Nuhr würde mitten in der Pandemie auftreten wollen und hätte vor lauter Ärger den australischen Busch in Brand gesteckt. Debattenzeitschleifen.

Frank Ulrich Montgomery, der Mann mit dem Namen, mit dem man einfach zwangsläufig Präsident des Weltärztebundes werden muss, ließ sich diese Woche bei Anne Will durch Twitter angezündet sogar dazu hinreißen, von einer "Pandemie der Ungeimpften" zu sprechen. Eine, wie wir Mittfünfziger natürlich sofort erkennen, wenig subtile Anspielung auf den berühmten Song "Diktatur der Angepassten" der Hamburger Band "Blumfeld". Ulf Poschardt vom militärhistorischen Onlinemagazin Welt nahm den Ball natürlich dankend an, kopierte einige Zeilen des Blumfeld-Songs "Wir sind frei" von songlyrics.net in sein Twitterprofil und garnierte diese mit seinem Lieblings-Emojo: Die Freiheitsstatue in New York.

Ihr spürt es: Spätestens Mitte der Woche wurde es debattentechnisch richtig unübersichtlich. Liegt auch daran, dass man in Deutschland im Jahr 2021 ohnehin vorsichtig sein sollte mit Begriffen wie "Tyrannei", "Diktatur" oder "Totalitarismus" – denn nicht nur, dass diese historisch durchaus vorbelastete Begriffswelt schon letztes Jahr durch schwäbische Esoteriker_innen "anders aufgeladen" worden wäre, lassen sich noch in jedem Backkatalog aller Hamburger Schule-Bands ein paar Catchphrase-Zeilen finden, die man für seinen Pandemie-Standpunkt "fruchtbar" machen kann.

Bei soviel Durcheinander geraten selbst die Coolsten ins Schleudern. Christian Lindner behauptete am Wochenende in den Tagesthemen, dass es wissenschaftlich gesichert sei, dass Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren "nicht wirksam sind". Geile Energie! Damit schließt er an die schöne Tradition von Armin Laschet (like wer sich erinnert) an, in Interviews nach Lust und Laune Dinge zu behaupten, die tags darauf von den Parteisoldaten der zweiten und dritten Reihe in den sozialen Medien glattgebügelt werden müssen. Insgesamt gut weggemanagt das Ding, einen kleinen Vorschlag für die Liberalen aus der Feder Peter Breuers hätte ich zum Schluss aber doch noch: Wenn sie die Ungeimpften so lieben, warum nehmen sie sie nicht zuhause bei sich auf?

Lässt das einfach mal so stehen: Dax Werner

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW 44

Liebe Freund_innen,

gestern Morgen zwischen der ersten und der zweiten Tasse Kaffee starrte ich apathisch aus dem Küchenfenster. Plötzlich hatte ich eine Art Erleuchtung, mehr noch: Ein enlightement. Die Idee ist natürlich nicht ausschließlich von mir; jede neue Entdeckung in meinem persönlichen innovation lab geschieht letzten Endes auf den Schultern von Riesen. Zumindest erscheint sie mir jedoch relativ plausibel, wenn man länger darüber nachdenkt.

Arbeitsthese: Die Debatten der letzten Monate, nein: Jahre, sie verlaufen meiner Meinung nach, und das ist das Entscheidende an meiner Theorie (bitte in Albrecht von Lucke-voice lesen), mehr oder weniger analog zu den Bahnen der Planeten in unserem Sonnensystem. Der höhere Sinn so gut wie aller Debatten und Diskurse liegt also nicht darin, "die Gesellschaft" irgendwie voran zu bringen, sondern ist viel simpler: die kosmische Ordnung der Dinge zu verkörpern. Wie im Kleinen, so im Großen.

Fangen wir mit dem Lieblingsplaneten vieler Männer an: Der Mars, bereits im frühen Altertum entdeckt, benötigt für eine vollständige Umdrehung um sich selbst circa 687 Erdentage. Das ist nicht nur die durchschnittliche Zeit, die es vom taz-Praktikanten bis zum Welt-Redakteur braucht, sondern beschreibt zeittechnisch auch exakt den Zyklus, in dem sich Friedrich Merz neuerdings für das Amt des Parteivorsitzenden der CDU ins Spiel bringt.

Doch auch die Quartettspiel-Kennziffern anderer Planeten weisen erstaunliche Parallelen auf: Bis der Uranus sich einmal vollständig um sich selbst gedreht hat, vergehen tatsächlich 84 Jahre auf der Mutter Erde. Bloßer Zufall, dass dies die durchschnittliche Lebenszeit einer Rockband ist, in der sie dann eben auch 84 Jahre die Headliner-Slots aller überregionalen Festivals blockiert? Falls ja, wird es langsam ein bisschen viel mit den Zufällen, findet ihr nicht? Gespenstisch weiter geht es mit dem Merkur: Das siderische Jahr beträgt hier 0,241 Jahre. Es ist so augenfällig, dass ich es fast nicht mehr hinschreiben muss: So viel Zeit lässt sich natürlich Comedy-Legende Didi Hallervorden zwischen seinen zwar eloquent vorgetragenen, im Prinzip aber immergleichen Einlassungen zur Zerstörung der deutschen Sprache durch geschlechtergerechte Sprache. Wir sehn die kleine, dann die große Welt.

Wer wie ich die Debattenmatrix einmal geknackt hat, kommt mit den Entdeckungen gar nicht mehr hinterher. Die 11 Jahre, die der Jupiter für die Eigenrotation in Anspruch nimmt, beschreiben fast exakt die Zeit, in der rechtsterroristische Trios in Deutschland unbehelligt morden können. Zudem ist das Magnetfeld des Jupiters das größte aller Planeten im Sonnensystem und damit äquivalent zur absoluten Regelmäßigkeit, mit der in den hiesigen Debatten nach "Wir müssen versuchen, auch unbequeme rechte Stimmen in den demokratischen Diskurs zu integrieren" über die "identitätspolitischen Schreihälse" geklagt wird, die den "zivilen Umgang miteinander verunmöglichen".

Für die Frage, ob sich wirklich alle physikalischen Eigenschaften unserer Lieblingsplaneten auf die Debattenlandschaft downtown Mutter Erde übertragen lassen? Hier ist gewiss weitere Forschung notwendig. Eine konkrete Fragestellung könnte beispielsweise sein: Ist die Abkehr von Hartz 4 durch die Umbenennung in "Bürgergeld" letztendlich wirklich so sicher wie die gasförmige Atmosphäre vieler Planeten?

Ist jedoch fürs erste raus wie Galileo Galilei: Dax Werner

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW 43

Liebe Freund_innen,

"Es gibt ein absolutes Ende aller Maßnahmen – und alle Maßnahmen enden spätestens mit dem Frühlingsbeginn am 20. März 2022." Was ein Statement von Marco Buschmann (FDP) diese Woche, umso betrüblicher, wenngleich im Vorhinein natürlich absehbar, dass der Nachsatz, derzufolge dieses "Ende" nur dann gelte, wenn sich die Pandemie-Lage bis dahin nicht verschärfe, es "leider" nicht in jede Berichterstattung zu und über diese Buschmannsch‘e million dollar quote geschafft hat. Kunststück! Nur Menschen, die bei Zeit Online unter Artikel kommentieren und Satiriker_innen auf dem zweiten Bildungsweg würden hier entgegnen, dass auch sie ab dem 20. März nächsten Jahres kein Schüssler Salz mehr einnehmen werden, sofern sie sich bis dahin keine Magenprobleme einhandeln. Pointen, die unter Pispers noch kollektive Lachsalven allererster Güteklasse ausgelöst hätten und die in unserer globalisierten Welt Stand 2021 so müde, fast schon brüchig daherkommen, dass man beinahe Mitleid bekommt. Wo sind die guten alten Oneliner hin?

Denn das viel größere Drama dieses Satzes ist, welch riesige Chance Buschmann hier verschenkt hat. Klar ist: Mit dieser potenziell historischen Erklärung, die ja eigentlich in etwas anderen Worten nichts anderes hätte bedeuten können, als dass das Corona endlich bedingungslos vor uns, den Deutschen, kapituliert, hätte sich Buschmann endgültig von "Wer war eigentlich gestern dieser FDP-Typ bei Lanz" in die erste Riege des politischen Berlins hochspielen können; mehr noch, der ich-sag-mal "Teig" zwischen seinen Händen war Material genug, sich gleich mit dem ersten Auftritt auf der großen Berliner Bühne ein Denkmal zu setzen, und zwar inmitten und neben den großen Statements der jüngeren und älteren Geschichte. Genscher-auf-dem-Balkon-in-Prag-Level. Doch Buschmann hat nicht durchgezogen, kam ins Straucheln (Angst vor der eigenen Courage?) und nannte doch noch Bedingungen und Einschränkungen, ohne die all das Gesagte zur Makulatur wird. Ein Problem, dass ich in der Praxis immer wieder erlebe. Nicht umsonst sprechen wir im Coaching von Hintertüren als den "Tod einer jeden Absichtserklärung".

Welches learning nehmen wir heute mit? Easy as it gets: Wer sich unsterblich machen will, formuliert keine Bedingungen. Dass auf Martin Luthers "I have a dream" nicht "if i sleep well tonight" folgte, ist gewiss kein Zufall, sondern eine ganz bewusste Entscheidung eines Mannes, der wusste was zu tun war, um der message mehr Drall zu geben. John F. Kennedy hat nicht gesagt "Ich bin vielleicht ein Berliner, also, falls ich diesen Monat noch einen Termin beim Einwohnermeldeamt bekomme", nein, seine Aussage war klar, eindeutig, kompromisslos: Ich bin's, und wenn das ein Verbrechen ist, dann nehmen Sie mich gleich mit, Officer. Damit konnten die Bewohner_innen der geteilten Stadt arbeiten, so kreiert man Spillover-Effekte in die klassischen Medien. Einer, der es auf den letzten Metern seines Jahrhundert-Statements fast noch vermasselt hätte, war der SED-Spitzenfunktionär Günter Schabowski: Wäre bei der Bekanntgabe der neuen Regelungen für die Ausreise aus der DDR auf sein "das tritt nach meiner Kenntnis  … ist das sofort, unverzüglich" tatsächlich noch eine einschränkende Bedingung gefolgt – wer würde sich heute noch an ihn erinnern?

In dieser Liga spielt Buschmann noch lange nicht, das muss ihm selbst klar sein. Aber in dem Statement diese Woche war nichtsdestotrotz schon viel Schönes dabei.

Insofern: Dranbleiben, champ. Es gibt viel zu tun.

Dein: Dax Werner

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW 42

Liebe Freund_innen,

die größte Chance Deutschlands in der Geschichte Deutschlands, die Ampel-Koalition, nimmt langsam aber sicher Form an. Dieser leicht bürgerlich anmutende Einstieg in diese Kolumne hilft mir, im Laufe des Textes doch noch das aus meiner Sicht angemessene Robin-Alexander-Energielevel zu erreichen, das sich gleichermaßen aus geschäftigem Insidertum und dem nimmermüden einem "Ohr" auf dem Gleisbett des "politischen Berlins" speist und das einen dann, sofern es sich überhaupt kontinuierlich über Jahre halten lässt, eines fernen Tages in den Stuhl ganz rechts bei Lanz teleportiert, dort wo die Überblicker, Drübersteher und Auskenner mit geduldiger Miene Reinhold Messners dreiundzwanzigster Räuberpistole vom Nanga Parbat oder der letzten Überlebenden des Geiseldramas von Gladbeck lauschen, bevor dann Winfried Kretschmann endlich aus Stuttgart zugeschaltet oder mal wieder irgendeine Linken-Vorsitzende kooperativ gegrillt wird: Showtime, geh’ da rauß und zeig’s ihnen.

Überstundenmacher-Mindframe nennen wir das in der Business-Welt. Ein Mindframe, das ich erkenne, wenn ich es sehe: Zum Beispiel bei den drei Ampel-Parteien, denn die haben sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, den Bürger_innen die fertig gebackene Koalition schon mit dem Nikolaustag in die Festtagsstiefel zu stecken. Ehrgeizig, aber wir wissen: Diamanten entstehen unter Druck. Ein kleines Teaser-Goodie gab’s neben dem in den letzten Tagen dann plötzlich doch offen ausgetragenen inter-koalitionären sparring zwischen Grünen und FDP auch schon vorab: Die Klimarettung soll auch und vor allem in die Hände privater Investoren gelegt werden. Damit zitiert die Ampel natürlich ganz bewusst 20 Jahre bundesrepublikanischer best practice-Beispiele in Sachen Privatisierungen wie Riester, Hartz-Reformen oder den Breitbandausbau an. In der Politikwissenschaft nennen wir das "going public": Indem eine positiv besetzte Erinnerung im kulturell-politischen Gedächtnis getriggert wird, stehen wir, das Publikum, der neuen Idee gleich umso wohlwollender gegenüber. Smart!

Anders als viele andere halte ich auch die bereits kolportierte Aktienrente für eine der besten Ideen im Ampel-Paket. Für mich sollte die Spekulation mit der Rente hier jedoch nicht aufhören, sondern erst beginnen: Wir Menschen – das haben die letzten 1,5 Jahre Pandemie ganz wunderbar gezeigt – funktionieren eben vornehmlich über extrem niedrigschwellige Anreize (Bratwürste, Saufen in der Kneipe). Mich persönlich würde es zum Beispiel extrem anreizen, schon mit 79 in Rente zu gehen und diese dann in einer von Smudo entwickelten Kryptowährung ausgezahlt zu bekommen, mit der ich wiederum ausschließlich überteuerte Shabby Chic-Einzelstücke in Fynn Kliemanns Hofladen einkaufen kann (zumindest in der Theorie). Auch Christian Lindner schätze ich so ein, dass er mit gutem Beispiel voran künftige Diäten nur noch in Krypto akzeptiert – sofern sein Vermieter Jens Spahn mitspielt!

Touché: Durchaus möglich, dass es in den ländlichen und strukturschwachen Regionen der Republik demnächst neben zu wenig Bussen, Bahnen und Internet auch zu wenig Rente und Klimaschutz gibt; dafür steigt jedoch auch die Chance auf weitere Jahrhunderthochwasser und neue Rekordergebnisse für die AfD! Demokratie bleibt eben das Bohren harter Bretter.

Bis nächste Woche, 
euer Daxerl

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW 41

Liebe Freund_innen,

KW41 bedeutet auch, dass wir uns mittendrin befinden im vierten Quartal (Q4) 2021. Daheim bei uns auf der Nordhalbkugel steht das vierte Quartal traditionell für den Beginn sinnloser Podcast-Live-Tourneen, Winterpause im ZDF-Fernsehgarten und, vor allen Dingen: Lesen! Auch ich habe diese Woche wieder mit dem Schmökern angefangen, obgleich ich nach Elke Heidenreichs Talkshow-Auftritt diese Woche bei Lanz auch weiß, was zu viel Lesen mit einem Menschen anrichten kann. Daher mein Motto: Keine Angst, aber Respekt.

Zum Start der Lesesaison habe ich mir deswegen eine niedrigschwellige, leicht verdauliche Kost vorgenommen, mit der ich trotzdem in den sozialen Medien als public intellectual punkten kann: Das unter der Woche veröffentlichte Sondierungspapier der Ampel-Parteien sollte es sein: Arial Blocksatz, keine Fußnoten, keine Metaspielereien, einfach nur 12 Seiten ehrliche Deutschland-Fanfiction. Eine meiner Lieblingsstellen findet sich direkt auf Seite 3: "Zur Einhaltung der Klimaschutzziele ist auch ein beschleunigter Ausstieg aus der Kohleverstromung nötig. Idealerweise gelingt das schon bis 2030." So klingt rotgrüngelbgeiler Aufbruch, entschlossener und klarer wurde ein commitment zu mehr Klimaschutz in diesem Land noch nicht formuliert. Den Klimasack endlich zu zu machen: Ein Machertext von Macher_innen für Macher_innen.

Und auch sonst atmet das Dokument den Geist von Olaf Scholz, sein Lieblingswort "gut" taucht nämlich ganze 19 mal darin auf ("Gute Arbeit", "Gutes Leben", "Gute Forschungslandschaft" etc.), "schlecht" hingegen null mal. "Gelingen" hat es leider nur zweimal ins Google Doc geschafft. Gibt einem zu denken. Auf der stilistischen Ebene findet dafür dann die typisch hanseatische Lakonie, für die der Kult-Hamburger berühmt-berüchtigt ist, Eingang ins kollaborative Werk: "Die gesetzliche und die private Kranken- und Pflegeversicherung bleiben erhalten" (S. 6). Ein Satz der – wenngleich ich mir auch hier noch ein nachgestelltes "idealerweise" gewünscht hätte – nachhallt und exakt so auch auf jedem Bachmannpreis von 1999 bis 2020 hätte fallen können, am besten direkt gefolgt von "irgendwo bellte ein Hund", um dann in der darauffolgenden Jury-Diskussion von Philipp Tingler zerstört zu werden mit: "Olaf hat keine Sprache und kann nicht sprechen"!

Nach diesem Leseabenteuer war mir am Wochenende verständlicherweise wieder nach seichten Parabeln auf den Kapitalismus zumute und auch wenn zur vor 5 Wochen erschienenen südkoreanischen Netflix-Adaption von "Schlag den Raab!" inzwischen alles gesagt wurde, habe ich doch noch einen interessanten Gedanken, den ich mit euch teilen will und der sich vermutlich auch als klickstarker Teasertext für diese Kolumne erweisen wird: Dass sich in einem Land, in denen bis zu 8 Millionen Menschen freiwillig Til-Schweiger-Filme ansehen, plötzlich einige am "asiatischen overacting" in "Squid Game" stören, ist das eigentliche große Rätsel dieser Serie.

Das war der Literatur- und Filmpodcast mit mir, Dax Werner.
Liebe Grüße und bis zur nächsten KW!

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW 40

Liebe Freund:innen,

für mich war es bis hierhin ein Wochenende der Besinnung und Einkehr, denn ein mental retreat war nach den aufwühlenden Monaten des Wahlkampfs mehr als notwendig. Auch meine fellow linksliberalen Millennial-Mikro-Meinungsführer_innen strugglen erkennbar mit dem Nachrichten-Vakuum der letzten Tage und brachten die Debatten-Woche damit zu, Armin Laschet in Schutz zu nehmen ("Das ist insgesamt nicht fair, was dieser Mann abbekommt!"), AKK und Peter Altmeier für ihren Rückzug aus dem Bundestag zu loben ("Auge, Friedrich Merz, du Lappen!") und den anstehenden Erneuerungsprozess der Union mit konstruktiven Vorschlägen zu begleiten. Auch bei uns Bauchlinken hat sich also die Erkenntnis durchgesetzt: Nur mit einer starken Union ist ein Deutschland möglich, in dem wir gut und gerne leben. Astrein, weitermachen!

Parallel dazu stieß ich in den Tiefen der deutschsprachigen Wikipedia auf eine spannenden Diskussionsstrang: Das Sprüchlein "Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren. Es ist die Zeit der Monster", welches inzwischen sogar als Minion-Meme in den WhatsApp-Stories der mittelbaren Verwandtschaft auftaucht, soll gar nicht (wie oft behauptet) direkt von Antonio Gramsci stammen, sondern einer on-the-fly Gramsci-Übersetzung  von – er mal wieder! – Slavoj Žižek zu verdanken sein. Und ich dachte eigentlich immer, dass der Spruch aus dem Roman "Der kleine Prinz" stammt.

Jedenfalls musste ich an diesen Satz denken, denn auch hier bei uns in Nordrhein-Westfalen, von Siegen-Wittgenstein bis Minden-Lübbecke und von Heinsberg bis Höxter, brechen neue Zeiten an: Der 46-jährige Münsterländer Hendrik Wüst soll unseren Ministerpräsidenten Laschet beerben und dann mit Amtsbonus in den Landtagswahlkampf Zwanzig Zweiundzwanzig ziehen. Auffällig übrigens, dass viele der weiter oben genannten Influencer_innen noch keine Bewertung zur Düsseldorfer Rochade publiziert haben. Liegt vielleicht daran, dass Hendrik Wüst zwar kein Unbekannter ist, die letzten zehn Jahre aber auch nicht gerade im Scheinwerferlicht der Landespolitik verbracht hat (oder wie soll man "Verkehrsminister NRW" sonst verstehen?). Dabei ist Wüst ein Wiedergänger, Relikt der magisch-wilden Jürgen-Rüttgers-Ära im NRW der späten Nuller Jahre: Am Ende der "Rent a Rüttgers"-Affäre vom eigenen Chef gegangen worden, weil Wüst für zwanglose fireside chats mit einem Unions-Ministerpräsidenten unsicher wirkende niedrige fünfstellige Beträge abgerufen hatte. Wer Rüttgers so günstig verscherbelt, hat am Ende nichts anderes verdient als 10 Jahre Verkehrspolitik, fair play. Doch Wüst ist als ein anderer zurückgekommen: Vorbei die Zeiten, als er auf dem Sommerfest der NRW-CDU 2008 (Stargast: Ex-"Volle Kanne"-Moderator Ingo Nommsen) nach einem halben Glas Veltins sichtlich benommen von der "Lokomotive NRW" schwadronierte; der 2021er Wüst ist, um es im Musikmagazindeutsch zu sagen, "erwachsen geworden". Seine Haare sind jetzt gegelt, seine Augen sagen: Yes we can. Ich bin jedenfalls von Herzen bereit für das neue NRWüst. Du auch?

Immer noch ins Gelingen verliebt wie Olaf Scholz: Euer Dax Werner

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Liebe Alte,

»Drogenhandel und Abzocke von Senioren« titelte kürzlich die Braunschweiger Zeitung. Also, dass Ihr abgezockt werdet, finden wir natürlich echt doof, aber: Wie läuft es denn so mit der Rentenaufbesserung durch den Drogenhandel?

Fragt schon mal prophylaktisch: Titanic

 Sylt Marketing Gesellschaft!

Du machst auf dem Festland mit dem Slogan »Sylt macht sychtig« auf die umrissbekannte Nordseeinsel aufmerksam. Und ja, sie hat noch mehr negative Eigenschaften! Sylt ist syndhaft teuer, das Publikum dort verhält sich dynkelhaft. Ja, die ganze Ynsel ist bei genauerer Betrachtung das reinste Shythole, ein Besuch dort kompletter Unsynn!

Steht fürs nächste Brainstorming gerne bereit: Titanic

 Wie viele Achtundsechziger, Udo Knapp,

bist auch Du, je älter Du wurdest, politisch immer weiter von links nach rechts marschiert: Du warst der letzte Vorsitzende des SDS, anschließend in einem Verein namens »Proletarische Linke«, um dann in den Achtzigern auf dem rechten Flügel der Grünen zu landen und schließlich bei der SPD, und zwar eigentlich nur, damit Du was in den Kolonien werden konntest, am Ende stellvertretender Landrat. Heute kritisierst Du die Gewerkschaften dafür, dass sie nur immer wieder Lohn fordern, wie man das als einer, der nichts gelernt hat bis aufs Lamentieren, halt so macht.

Dieser Weg verbindet Dich mit dem wohl dümmsten deutschen Sänger, Wolf Biermann, weshalb Du dem »alten weisen Mann« (Dein O-Ton) auch neulich so kenntnisfrei wie pathetisch zum Geburtstag gratuliertest: »Biermann hat den größten Teil seines Lebens in zwei furchtbaren deutschen Diktaturen verbracht. In beiden hat er gelitten, aber beide hat er mutig streitend und widerstehend überlebt.«

Wie man nun aber jeder Biermann-Bio entnehmen kann, hat der walrossbärtige Dödelbarde nur acht Jahre unter den Nazis und 23 Jahre in der DDR gelebt; die restlichen 53 jedoch im goldenen Westen (britische Besatzungszone, BRD und Gesamtdeutschland). Daher nun unsere Frage: Bist Du Dir, Udo Knapp, sicher, dass Du auf Deine alten Tage die Bundesrepublik Deutschland, in der Du so schöne Posten innehattest, wirklich als furchtbare Diktatur bezeichnen willst?

Wie meinen? Es stand doch bloß in der Taz, und in keiner richtigen Zeitung? Und rechnen konntest Du noch nie? Na dann, weitermachen, Udo, aber vielleicht demnächst doch ein bisschen, he, he, knapper.

Kurz angebunden: Titanic

 Sänger Max Mutzke!

Sänger Max Mutzke!

Zum Thema Klimawandel und Verkehr klagten Sie im Interview: »Es gibt bei uns eine Verbindung, da fahr ich 10-12 Minuten mit dem Auto hin. Weil der Ort aber auf dem Berg liegt, fährt der Bus mehrere Stationen an und es dauert fast zwei Stunden. Aber da arbeiten Leute.«

Wir wissen nicht, wie der Berg, auf dem Sie wohnen, beschaffen ist und wer dort die Busrouten plant. Aber mal angenommen, Sie würden wegen der langen Busfahrt den einen oder anderen Auftritt verpassen, wäre das nicht ein weiterer Grund für die »Öffis«?

In diesem Sinne: Go green!

Titanic

 Was ist da los, deutsche Medien?

»Die radikalen Impfgegner vom Alpthal« besuchte der Spiegel und fragte dazu mit brennendem Reporterehrgeiz bereits im Teaser: »Nun verweigerte ein Dorf gar dem Impfbus die Einfahrt. Was ist da los?« Gute Frage. Der auch die Taz nachgeht: »Im Schwarzwaldkreis Rottweil sorgen Impfgegner für gereizte Stimmung. Was ist da los?« Womöglich Ähnliches wie im Nordosten. Die B.Z.: »Was ist da los? Corona-Lage in Brandenburg doppelt so schlimm wie in Berlin«. Aber nicht nur im Zuge der Pandemie verlangt überraschender Tumult nach unverzüglicher Aufklärung: »Was ist da los? Bei Bella Hadid fließen Tränen« (N-TV); »Was ist da los? Anouar wurde bei The Voice disqualifiziert« (Berliner Kurier); »Was ist da los? NFL-Superstar schon wieder verletzt«. Gut, dass Bild sich der Sache annimmt, denn die FAZ ist gerade mit Wichtigerem beschäftigt: »Die neue Apple Watch 7 ist angekündigt, aber Garmin hält sich bei seinem Top-Produkt zurück. Was ist da los?«

Der, die, das, / wer, wie, was / wieso, weshalb warum? / Wer nicht fragt, bleibt dumm – sicherlich. Wer allerdings immer dasselbe fragt, auch.

Überfragt: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Notgedrungen einfallsreich

Mein Nachbar vergisst seit einigen Jahren regelmäßig seine Bank-Pin. Auf die Karte kann er die Pin natürlich nicht schreiben. Wie er mir vor Kurzem berichtete, hat er eine clevere Lösung für sein Problem gefunden: Um sich die Pin nicht mehr merken zu müssen, aber trotzdem nicht sein Geld zu riskieren, hat er seine Pin einfach auf den einzigen von ihm genutzten Bankautomaten geschrieben.

Karl Franz

 Trost vom Statistiker

Wenn du wieder einmal frustriert bist und denkst, du bist nur durchschnittlich begabt und mittelmäßig erfolgreich, dann wechsele doch einfach in eine andere Stichprobe!

Theobald Fuchs

 Fünfzehn Zeichen Ruhm

Es hat wohl niemand je den Wunsch, um jeden Preis berühmt zu werden, heftiger kritisiert als meine Urgroßmutter. Ich kann mich gut erinnern, dass mein Vater einmal beim Lesen der Zeitung aufschreckte und Uroma ihn fragte: »Was ist denn?« – »Der Franz ist gestorben. Ich habe gerade seine Todesanzeige gelesen.« Sie schüttelte bloß genervt den Kopf und sagte: »Die Leute machen heutzutage wirklich schon alles, um in die Zeitung zu kommen.«

Jürgen Miedl

 Alles richtich

Jüngst wurde ich darauf angesprochen, dass das Wort »richtig« aus logopädischer Sicht korrekterweise »richtich« ausgesprochen werden muss. Um mir meine Verwunderung darüber gar nicht erst anmerken zu lassen, entgegnete ich nur ein lässiges »selbstverständlig«.

Fabian Lichter

 Schicksalhafte Wendung

Brüche im Leben gibt es bei allen Menschen. Öfter ist es so, dass jemand nach überstandener schwerer Krankheit das bisherige Streben nach Geld und Ruhm infrage stellt und beschließt, den sinnentleerten Job im Reisebüro, in der PR-Agentur (sehr viel seltener vielleicht auch im Schlachthof) hinzuschmeißen, um nur noch zu malen, zu töpfern, zu fotografieren, einen Gemüsegarten anzulegen oder zu schreiben. Es erfolgt allerdings nicht zwangsläufig eine Neuausrichtung zum Kontemplativen, Musischen. In meiner Bekanntschaft gibt es einen Fall, in dem der genesene junge Künstler seine Erfüllung als skrupelloser Miethai fand.

Miriam Wurster

Vermischtes

Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKatz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde. Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle Sterne.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURWenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EUR
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 02.11.:

    "Keinmal um die ganze Welt - Ein Pauschalreiseabend für Zurückgebliebene" - so heißt das WDR-5-Spezial mit Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Hans Zippert.

  • 29.10.:

    Das Bornheimer Wochenblatt berichtet vom TITANIC-Normalitätswettbewerb.

  • 28.09.:

    Oliver Maria Schmitt hat versucht, mit der Kraftradgruppe Frohsinn die Demokratie zu retten – zumindest in der FAS.

  • 28.09.:

    Das "Medienmagazin" vom BR hat mit Martina Werner (und anderen) über Satire, Journalismus und Politik gesprochen.

  • 25.09.:

    TITANIC-Herausgeber Martin Sonneborn spricht mit der Taz über Frauen in der Redaktion und erinnert sich an die beste Zeit für Satire.

Titanic unterwegs
17.01.2022 Mannheim, Alte Feuerwache Max Goldt
21.01.2022 Braunschweig, Staatstheater Max Goldt
26.01.2022 Dresden, Staatsschauspiel Max Goldt
26.01.2022 Hamburg, Polittbüro Thomas Gsella