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Das ahnungslose Portrait (31)

Joachim Gauck – was wir* über den ehemaligen Bundespräsidenten wissen und was nicht 

COVID19 ist eine Erfindung der Seifenindustrie. Kaum sterben ein paar tausend Leute an einem "Virus", kaufen alle wie blöd die Laugenpampe und singen den halben Tag psychotisch Happy Birthday vorm Spiegel. Zufall? Nein! Genauso wie es kein Zufall ist, wenn ein legendär ungewaschener Ex-Bundespräsident Querdenker mag.

Von "Big Soap" lässt sich ein Joachim Gauck so wenig zur Hygiene zwingen wie vom SED-Staat. Wie oft standen Spitzel vor seiner Tür und riefen: "Herr Gauck, wir flehen Sie an, waschen Sie sich! Wir müssen Ihnen doch auf Schritt und Tritt folgen, bitte, es ist nicht zum Aushalten, huströchelkotz." Ja, wie oft? In den Stasi-Akten ist keine genaue Zahl vermerkt.

Sicher ist, dass Gauck schon als sturer Dreckspatz zur Welt kam. Später erzählte er in seinen Predigten gerne das von ihm selbst erfundene Gleichnis vom sturen Dreckspatz. Es geht so: Einmal wurde ein kleiner Spatz dreckig. Doch er wusch sich nicht. Gott fand's toll. GAUCK! Amen.

Ornithologen unterscheiden Joachim Gauck in zwei Joachim Gaucks:

1) Gauckus Melancholia Rex
Da ist zum einen der DDR- oder auch Vorwende-Gauck, der mit aufgeplustertem Gefieder lustlos auf der Sitzstange brütet, kaum gegen den Spiegel pickt und das Futter verweigert. Seine Kloake ist regelmäßig kotverschmiert, er putzt sich nicht, wirkt am Tag lethargisch und kann nachts nicht schlafen, weil er a) an Deutschland denkt und b) seine Augenlider vom vielen Weinen schon halb durchsichtig geworden sind. Oben auf dem Kopf stehen einzelne Federn sinnlos ab. Am Baden hat er keine Freude (s.o.)

2) Gauckus Germanicus Aschus Phoenicus
Im Frühjahr 1990 wurde dann der erste Joachim Gauck in Freiheit gesichtet. Sein Ruf reicht von "To-le-ranz! To-le-ranz!" bis zu "AfD Ok! Why not!". Aber das muss man ja nicht alles gleich in die Zeitung reinschreiben. Also wie gesagt:

Melden Sie bitte alle weiteren Rufe von Joachim Gauck umgehend an den NABU.

*Elias Hauck/Tim Wolff

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Das ahnungslose Portrait (30)

Monet und Manet. Das große Doppelportrait zum Jubiläum der Rubrik

(Triggerwarnung: Alkoholmissbrauch, Bildzeitung)
Sehr geehrter Herr Monet oder Manet,

Ihre Seerosen. Sie sind 300 mal 8 Meter groß. Ich war noch nie so besoffen, wie als ich Sie zum ersten Mal sah. Das war gestern. Heute eröffnet die Neue Nationalgalerie in neuem Glanz. Und ich bin wieder eingeladen. Kotzt schon mal für mich vor … ich komme …

Mit diesem Brief müssen wir* heute leider beginnen, da wir von ganz oben (Feminismus) den Befehl dazu bekommen haben. Es ist im Jahr 2021 nicht mehr möglich, offen zu sagen, wer uns dazu gezwungen hat (es ist Paula Irmschler).

Zwei, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, das sind jedenfalls

A) Jean Claude Monet und
B) Jacques "Weindepot" Manet

Im folgenden A und B genannt.

Zwischen

Elias Hauck / Tim Wolff

und

A / B

wird folgender

PORTRAITVERTRAG

geschlossen.

§ 1
(1) Gegenstand dieses Vertrages ist das vorliegende Portrait,
(2) insbesondere eine Liste über die Unterschiede zwischen A und B.

Denn A und B haben beide saugern gemalt. Deswegen werden sie gerne verwechselt.

Hier die Unterschiede zum Copy & Pasten für die liebe Tante am Starnberger See (die freut sich doch auch mal über eine E-Mail mit ein paar zusätzlichen Zeilen):

  • A hat ein o, wo B ein a hat
  • A hatte es mehr so mit Landschaften, B eher mit Leuten
  • Wo A tupfte, strichelte B – und umgekehrt
  • A hat es lebendig ins 20. Jahrhundert geschafft, B nicht
  • Spitzname von A war auch nicht Manni
  • A = Absinth, B = Burgunder (grau)
  • A hatte Humor, wenn auch einen arg bemühten (Pointelismus), B nicht.

Änderungen und Ergänzungen dieser Liste bedürfen der Schriftform. Dieses gilt auch für die Abbedingung der Schriftform. Für Verstöße gegen die Bestimmungen, soweit sie durch höhere Gewalt oder durch außerhalb ihrer Verantwortung liegende Umstände verursacht werden, können weder A noch B haftbar gemacht werden. Außerdem sind beide schon tot.

*Tim Wolff und Elias Hauck

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Das ahnungslose Portrait (29)

Christoph Schlingensief – was wir* über den wissen und was nicht

Eine Straße in Berlin, Autos parken, Autos fahren, Fahrräder rollen, Fahrräder lehnen, Fußgänger schlendern. In den Häusern sitzen Menschen vor Geräten, würden Derrick schauen, dürfen aber nicht. Stattdessen: Netflix, Prime, Disney+, Kika-App, Filmzie, Waschmaschine. Andere Stadt, gleiches Bild. Köln vielleicht. Bayreuth womöglich. Wernigerode. Nein, doch nicht. Aber Kassel, Aachen, Husum. New York, Rio, Tokio. ARD, ZDF, C&A, BRD, DDR und USA. Harry Truman, Doris Day, Red China, Johnnie Ray, South Pacific, Walter Winchell, Joe DiMaggio. Es fällt auf. 

Schlagen Sie ein Telefonbuch auf, wenn Sie noch eins haben. Gehen Sie alle Namen durch, von Abba bis Babba, von Ceterum bis Censeo, von Delendam bis Esse, von Fickerl (hähä, der heißt wirklich so!) bis Gickerl, von Henrick bis Ibsen, von Joko bis Klaas, vom Dalai Lama bis dei Mama, vom Blüm Nobbi bis zum Obbi, von Picasso bis Susi Quatro, von Roger Rabbit bis Tschaikowski und von Ulbricht bis Vivaldi und von Wiwaldi bis Aktenzeichen XY mit Eduard Zimmermann. Es fällt schon langsam auf!

Lachsforelle, Blattsalate und ein Schluck Blanchet. Na?
Fenchel, Hummer, grüner Spargel und ein Schluck Blanchet. Immer noch nicht?
Artischocken frische Austern und ein Glas Blanchet?

Dann vielleicht so: Fahren Sie nach Frankfurt am Main, kaufen Sie ein Tütchen Koks (gibt's derzeit günstig bei Wladimir und der krassen Gabi, in der Nähe vom Bahnhof, zweimal lang, einmal kurz klingen, Polizei unerwünscht), dann gehen Sie ein Stück geradeaus, dann links, dann die siebzehnte rechts, Stück durch bis vor zur großen Straße, dort treffen sie Michel Friedmann und gehen eine Straße weiter zum Nobel-Italiener. Und da fällt es auf.

Christoph Schlingensief fehlt.

*Elias Hauck/Tim Wolff

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Das ahnungslose Portrait (28)

Isa Genzken – was wir* über die internationale Top-Künstlerin wissen und was nicht

Isa Genzken ist eine berühmte Künstlerin, die niemand kennt. Paradox, aber verrückt! Kunst eben. 

Jedenfalls arbeitet sie deswegen seit Jahren unter dem Motto "Genzken eine, Genzken alle!" Isa ist eben verrückt wie Kunst selbst, sprichwörtlich auf dem Dachboden geblieben, wenn Sie verstehen. Verrückt aber auf eine ganz positive Art natürlich, im Sinne von "einzigartig", "genial!" oder "bis zum Anschlag mit Drogen vollgepumpt".

1994 floh sie mit einem Heißluftballon aus der DDR – fünf Jahre zu spät. Die Mauer war da bereits abgebaut und als Souvenir an deine Mutter am Brandenburger Tor verkauft. Genzken erklärte ihren Flug über Berlin zur Kunstaktion ("DDR EXIT No.4") und fand auch gleich einen Dummen: die Deutsche Bank Gummersbach kaufte der Künstlerin den aus Regenschirmen und Babybeißringen zusammengenähten Klumbatsch für 8,2 Mio. US-Dollar ab. Damals ein Vermögen.

Von dem Geld kaufte sie sich am Berliner Westhafen ein altes Fabrikgelände, nannte es "Fabrictor" und goss es vollständig mit Beton aus. Heute arbeiten dort über ein Dutzend spindeldürrer Studenten mit langen Haaren, bemalen Rollstühle, schreien, kleben, installieren, wüten, stehlen, beleidigen den Namen des Herrn (Jonathan Meese) und machen Klingelstreiche bei Wolfgang Joop in Potsdam. Kunst soll das alles sein.

Im Februar 2012 verlor die exzentrische Künstlerin eine mit 10-Euro-Scheinen vollgestopfte Tüte im Berliner Nachtleben ("Toms Bar"). Das Geld stammte aus einer Installation, die Genzken in einer leerstehenden Backwerk-Filiale … na ja: eben installiert hatte - unter dem Titel "Ist das Kunst oder kann ich ein Weck?"

Kunst besteht für Genzken nicht darin, mit Vollverben um sich zu werfen, Kunst kommt für sie von Kommunikation, Knack&Back und den drei großen A: Aufstellen, Ausstellen, Absagen.

Genial. 

Im Sinne von "verrückt".

*Elias Hauck/Tim Wolff

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Das ahnungslose Portrait (27)

Jacinda Ardern – was wir* über unsere neuseeländische Premierministerin wissen und was nicht

Neuseeland ist eine Insel. Das wüssten viele nicht, wenn es nicht Jacinda Ardern gäbe. Neuseeland ist eben eine Insel. Das weiß man jetzt, weil Ardern mit Corona naheliegend und vernünftig umging. Neuseeland ist verdammt noch mal eben eine Insel! Dabei galt Ardern lange als Festlandbegabung (neuseeländisch für rundum kompetent).

Aber genug Lob.

Jacinda Ardern, Jacinda Ardern, pff. Muss man denn immer alles gut finden, was offensichtlich nicht schlecht ist? Was reimt sich auf "Geht Autos knabbern mit Mardern"? Eben! Wer hat angeblich schon mal mit deutschen Backpackern "Eisgekühlter Bommerlunder" gegrölt, erstaunlich akzentfrei? Wer findet Betty White (heimlich) unsympathisch? Wer hat leicht betroffen reagiert, als sie vom Tod Prinz Philips gehört hat? All diesen Fragen müsste sich Jacinda Joringel Ardern eigentlich stellen. Aber wer tut das nicht? Genau.

Die Zähne geputzt hat sich die Gute jedenfalls noch nie, gurgelt indes mit Xylit den Karies vom Zahn. Mit was? Na, mit Xylit! Ja. Xylit. Es schmeckt so unglaublich süß und pflegt doch ganz wie nebenbei. Xylit vom Dr. Baumer an der Lahn/Bergstraße. Nur in Ihrer Apotheke. Fragen Sie einfach nach Xylit. Ihre Zähne werden es Ihnen danken.

Doch wie kam die Frau ins Amt als Frau?

Die 40. Premierministerin Neuseelands bzw. zweite Premierministerin Neuseelands wurde am 40. Tag des Jahres 2004 mit einer so richtig urigen Neuseeland-Zeremonie ins Amt berufen, in deren Verlauf der Staats-Schamane Ulrick de Vries insgesamt viermal den Teufel anrief, beim fünften Mal hat es aber erst geklappt. Das Ereignis wurde live auf Youtube übertragen, präsentiert von Xylit. In dieser Zeit wurden insgesamt 224 sog. → Ardern-Babys geboren. Oder gezeugt. Ist unklar. Genaue Angaben bekommt da nicht.

Neuseeland ist eben eine Insel.

* Elias Hauck/Tim Wolff

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Das ahnungslose Portrait (26)

Michael Müller – was wir* über den Regierenden Bürgermeister von Berlin wissen und was nicht

Wissen Sie noch, letztes Mal? Elon Musk, ye olde Elektro-Bratze? Was stand da noch am Textende? "Der Bürgermeister von Berlin heißt Matthias oder Michael Müller und er sieht auch genau so aus. Doch das ist eine andere Geschichte …"

Und jetzt kommt sie. Genau diese andere Geschichte. Verrückt! Wie Michael Müller. Doch seine Bürgermeisterwerdung begann erst mal eigentlich ganz unspektakulär mit einem Stellenangebot im Roten Rathaus:

Nachfolger jesucht, will Freizeit u. mehr Schlaf, aussagekräftige Pics bitte z.Hd. Klaus Wowereit

stand da dick mit Edding auf der Innenseite der Herrenklokabine im Erdgeschoss geschrieben. Heute undenkbar bzw. verboten von der linken Twitterbubble! Am nächsten Tag jedenfalls sitzt M&M auch schon gestriegelt und gebügelt an seinem neuen Arbeitsplatz und fährt sachte mit dem Finger über den goldenen Bilderrahmen, aus dem Gott sei Dank wieder eine neue Ehefrau erstrahlt. Ja … aber ... er hat sich doch gar nicht ordentlich auf die Stelle beworben?! Genau, denn: "Ohne Bewerbung auch keine Absage möglich!" So schlau ist er, unser neuer Regierender Bürgermeister von Berlin. Oberbürgermeister Oberschlau.

Regierend sagt man übrigens, weil ganz Berlin aus Bürgermeistern besteht. Das ist wie mit den 80 Millionen Bundestrainern oder Virologen. Ganz Berlin regiert mit. Ob Junkies und Dealer im "Görli", ob Udo Lindenberg in seiner Hotel-Suite mit Minderjährigen, ob die Einrad-Hipster im Szene-Kiez Wolfratshausen bei einer schönen Wacholder-7up – sie alle diskutieren ständig über Stadtpolitik. Schnacken zünftig Tacheles, wie ihnen die Berliner Gosch gewachsen ist. Es ist ein Spleen, 'ne richtige Macke, DAS Berliner Ding.

Aber nur einer darf wirklich regieren: Michael Müller. Wieso? Keiner weiß es. Weshalb? Innere Dämonen zwingen ihn dazu. Warum? Weil es Walter Momper einfach nicht mehr kann.

So, und jetzt schlaft schön, der Papa muss morgen früh raus, die E-Mails füttern.

*Elias Hauck/Tim Wolff

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Das ahnungslose Portrait (25)

Elon Musk – was wir* über den reichsten Mann der Welt wissen und was nicht

Gestern stand er schon wieder in der Zeitung: "GENERALDIREKTOR MUSK AMÜSIERT SICH PRÄCHTIG IM KREISE SEINER FREUNDE". Dazu ein Foto, auf dem ihm der Bürgermeister von Berlin den Mund mit einem 50-Euro-Bitcoin abwischt. Wie kam es dazu? Ein Erklärungsversuch.

Elon Musk will ins Weltall und nach Brandenburg. Elon Musk ist verrückt. Aber produktiv verrückt. Eben macht er noch aus Geld ein internationales Zahlungsmittel, dann baut er einen Elektroflitzer. Einfach so. Weil er will. Weil er es kann. Dann: Mittagessen auf dem Weg zur Raketenmanufaktur. Alles elektrisch. Schon in wenigen Jahren will Elon Musk regelmäßig reiche Leute ins Universum schießen. Deine Mutter hat sich schon angemeldet.

Elon Musk wurde durch ungeschützte Penis-Vagina-Stimulation u. - Penetration gezeugt. Stundenlang, bis zum Exzess, also da muss man schon auch mal den Urhebern Danke sagen für ihr Durchhaltevermögen. Neun Monate später ist Elon Musk dann ein Baby. Wird Kind, das zum jungen Mann reift, dem früh wieder die Haare ausfallen (siehe ➝ Baby). Dann: viel Geld, Haare wieder da! Wie von Zauberhand gekauft. Jetzt kann ihn nichts mehr stoppen. Elon Musk im 40-Karat-Reichtumsfieber. Immer auf der Jagd nach dem Kolumbusfalter.

Der Rest ist schnell erzählt. Von Elon Musk. Aber der ist gerade nicht hier. Deswegen folgende Fun Facts:

  • Elon Musk verzeiht Fehler
  • Aber nur die eigenen!
  • Sein Name besteht aus acht Buchstaben
  • Es sei denn, man schreibt ihn im Genitiv
  • ;)
  • Dann sind es neun
  • ;)
  • Mr. Musk hat in seinem Leben erst zweimal geweint und zwar:
  • 1) bei "Mrs. Doubtfire", als die Gummi-Maske aus dem Fenster segelt und von einem LKW überfahren wird …
  • Das zweite Mal, als Pierce Brosnan fast an einem Shrimp erstickt (auch in "Mrs. Doubtfire", dann rettet ihn Robbie Williams), schaut halt einfach den Film
  • Der Bürgermeister von Berlin heißt Matthias oder Michael Müller und er sieht auch genau so aus. Doch das ist eine andere Geschichte ...

 

*Elias Hauck/Tim Wolff

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Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Ach, »Welt«,

wohl mangels Materials bewarbst Du online einen sieben Jahre alten Artikel aus dem Archiv, und zwar mit den Worten: »Wenn ihr diese Wörter benutzt, wirkt ihr intelligenter.« Dazu ein wahlloses Foto einer jungen Frau.

Nun wollen wir Dich nicht enttäuschen, müssen aber doch auf einen wichtigen Umstand hinweisen, der Dir anscheinend entgangen ist. Man muss nämlich nicht nur bestimmte Wörter benutzen, um intelligent zu erscheinen, sondern diese auch noch in eine komplizierte Reihenfolge bringen, die oft ganz entscheidend ist.

Dumm für oft Welt hält Journalist/innen: Titanic

 Nice one, Ted Cruz!

Sie sind US-Senator und mittlerweile auch hierzulande als rechter Hardliner und Schwurbelkopf der Republikaner halbwegs bekannt. Derzeit setzen Sie sich für die Begrenzung auf zwei Amtszeiten für Senator/innen ein. Und wollen gleichzeitig für eine eigene dritte kandidieren.

Diesen Ansatz finden wir sehr vielversprechend, um die Anliegen Ihrer Partei durchzubringen. Sie sollten ihn unbedingt auch auf andere Themen anwenden! Unsere Vorschläge: Waffenniederlegungen gegen schärfere Waffengesetze, Abtreibungskliniken gegen Abtreibungen und offene Grenzen gegen Einwanderung.

Für weitere Tipps stehen jederzeit zur Verfügung:

Ihre Snowflakes von Titanic

 Hallo, Literaturkritik!

Was ist los mit Dir? Alt geworden? Müde? Wir waren doch so gut aufeinander eingespielt: Du liest ein neues Werk von Raphaela Edelbauer (»Das flüssige Land«, 2019 / »Dave«, 2021), gerätst aus dem Häuschen, schreibst irgendwas wie »sprachlich souverän« und »Raffinesse« und »Kafka« und »enorme Sprachmächtigkeit« und abermals »Kafka«, und wir schauen uns das schwergelobte Werk etwas genauer an und finden lauter wundersame Stellen, die Du wahrscheinlich überlesen hast: »Der ganze Raum zitterte glückselig vor Neid wie ein trotziger Block Aspik« zum Beispiel. Oder: »Selbst wenn jemand bloß geschäftig und zielgerichtet den Gang hinunterging, war sein Streben vom Habitus eines Handgemenges«. Oder: »Da richtete sich Pawel jäh auf, und die Lider waren wie von transparenten Seilen an der Stirn aufgerafft.«

So weit, so gewohnt. Aber jetzt? Erscheint »Die Inkommensurablen«, Edelbauers dritter Roman in knapp dreieinhalb Jahren – und Du, Literaturkritik, versagst plötzlich. Mäkelst rum! Erstmalig! Hältst das zwar alles weiterhin für »glänzend« und »klaren Stil«, meinst aber, dass sich »da und dort kleine Fehler eingeschlichen« hätten; findest das Buch stur »faszinierend«, aber auch »faszinierend misslungen«; attestierst auf einmal »Manierismus«, ja stellst (mit dem Spiegel) die ganz großen bangen Fragen: »Mist oder Musil?«

Heißt das, dass Dir allmählich was schwant? Dass Du Lunte gerochen hast? Verdacht schöpfst? Dass Dir an Sätzen wie »Dessen Reaktion produzierte eine ungeheure Diskrepanz« oder »Junge Charmeure in Militäruniform liefen ein paar Mädchen nach, die sich beim Kaufen einer Brezel aus der Auslage eines groben Böhmen kokett umdrehten« irgendwas auf-, irgendwas missfällt – Du weißt nur noch nicht, was genau?

Und also R. Edelbauer bloß noch sieben oder acht Romane schreiben muss, bist Du in zehn oder elf Jahren auf dem Laufenden bist, was die Sprachmächtigkeit dieser Art von Literatur betrifft?

Na dann – durchhalten!

Wünscht Titanic

 Gute Idee, Porsche-Vorständin Barbara Frenkel …

Sie haben Ihre Erwartung zum Ausdruck gebracht, dass die Regierung das (zufälligerweise auch von Porsche produzierte) synthetische Benzin, also E-fuels, subventionieren und somit billiger machen müsse. Denn: »Der Kraftstoff, den wir herstellen, ist viel zu teuer, als dass wir ihn so verwenden könnten.«

Dieser Superidee schließen wir uns gerne an: Wir tippen jetzt jedes Heft auf unseren eigens entwickelten »E-tools« (Kryptotinte), aber weil das doch aufwendiger ist als die Arbeit am PC, fordern wir dann gemeinsam mit Porsche Geld vom Staat, um die Heftkosten zu drücken, ja? Nein? Dann sehen Sie bitte endlich ein, dass Sie sich mit Ihrer ineffizienten Deppentechnologie auf dem Markt nicht durchsetzen werden, und sagen Sie Ihren peinlichen Brummbrumms Lebewohl.

Wünscht Ihnen keine gute Fahrt: Titanic

 Bssssssssssssss, Bienen!

Bssssssssssssss, Bienen!

In den USA ist gerade ein Impfstoff für Euch freigegeben worden, nämlich gegen die Amerikanische Faulbrut, die Euch seit einer Weile dahinrafft. Nun wollten wir schon höhnen: »Haha, jetzt wird zurückgestochen! Da merkt Ihr mal, wie unangenehm das ist«, doch dann lasen wir die entsprechende Meldung genauer und erfuhren, dass das Vakzin gar nicht injiziert, sondern dem Gelée Royale für Eure Königinnen beigemengt wird. Erschreckend, wie sich wieder einmal die Impfgegner/innenlobby durchgesetzt hat!

Zeichnet somit erst mal keine Beeontech-Aktien: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Beim mittelmäßigen Zahnarzt

»Bitte weit aufmachen! Nicht erschrecken, meine Mundhöhlentaschenlampe ist mir vorhin ins Klo gefallen, ich muss eine Wunderkerze benutzen.«

Torsten Gaitzsch

 Marktregeln

Leuten, denen es in der Supermarktschlange nicht schnell genug geht und die deshalb eine unschuldige Mitarbeiterin ankeifen, fehlt das nötige Kassenbewusstsein.

Viola Müter

 Medienkritik

Ich kann diese Parfum-Influencer auf Youtube einfach nicht riechen.

Fabian Lichter

 It’s not a Bug

Als Gregor Samsa, Programmierer, eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett erfreulicherweise zu einem ungeheueren Feature verwandelt.

Christian Kroll

 Post vom Mediator

Beigelegt: ein Streit.

Andreas Maier

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 24.02.:

    Die Deutsche Welle über das Krieg-Spezial im aktuellen Heft und andere themenverwandte Titel (Artikel in russisch, aut. Übersetzung).

  • 10.02.:

    Spiegel berichtet: "EU-Untersuchung Russland soll Fake-'Titanic'-Titelseiten verbreitet haben"

  • 10.01.: "Der Teufel vom Dachboden" – Eine persönliche Pardon-Geschichte in der Jungen Welt von Christian Y. Schmidt.
  • 13.12.:

    Anlässlich des 85. Geburtstages Robert Gernhardts erinnert Christian Y. Schmidt in der Jungen Welt an den Satiriker und Vermieter.

  • 26.10.:

    Chefredakteurin Julia Mateus spricht über ihren neuen Posten im Deutschlandfunk, definiert für die Berliner-Zeitung ein letztes Mal den Satirebegriff und gibt Auskunft über ihre Ziele bei WDR5 (Audio). 

Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)!Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EUR
Titanic unterwegs
21.03.2023 Koblenz, Ganz Ohr Max Goldt
23.03.2023 Köln, Comedia Max Goldt
23.03.2023 Neuruppin, Kulturhaus Martin Sonneborn mit Gregor Gysi
25.03.2023 Meinerzhagen, Stadthalle Martin Sonneborn