Newsticker

Nur diese Kategorie anzeigen:Das ahnungslose Portrait Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Das ahnungslose Portrait (38)

Alfred J. Biolek – was wir* über den TV-Pionier u. leidenschaftlichen Hobbykoch wissen und was nicht

Ahnungslos-Biolek.jpg

Liebe Trauergemeinde, sehr geehrte Hinterbliebenen,
liebe Räuspernde,

toll, dass Sie alle da sind! Ich freue mich wirklich wahnsinnig, dass Sie die Zeit gefunden haben, heute abend in meine kleine Talkshow "Bios Friedhof" zu kommen. Ja, ein trauriger Anlass, den wir uns aber nicht zum Anlass nehmen wollen, traurig zu sein! (*Augenbrauen klug hochzieh*) Aber dafür, dass es auch ein fröhlicher Abend werden wird, dafür wird unser Gast bestimmt mit Sicherheit sorgen, denn dieser Gast bin ich! (*Unterkiefer schmunzelnd nach vorne schieb*, Gelächter)

(Verbeugung. Applaus.)

Ich darf mich kurz vorstellen, mein Name ist Alfred Jodokus Biolek, ich bin oder besser gesagt war ein leidenschaftlicher Esser, also ich hab wirklich immer alles gerne gegessen und getrunken selbstverständlich auch. Ein Mann des Superlativs: Ihr Alfredissimo eben!

(Applaus, einzelne Tränen)

Nach mir wurde sogar eine Ente benannt. Das war aber keine Ente zum Essen skurrilerweise, sondern eine Zeichentrick-, also eine gezeichnete Ente. Und die wurde erfunden von Herman van Veen, dem Liedermacher, während einer Reise im griechischen Mittelmeer, und den hab ich heute abend mal eingeladen, um mir eine Art Trauerständchen vorsingen zu lassen, und darauf bin ich jetzt sehr gespannt: Herman van Veen!

(Applaus, sehr viele Tränen)

(Van Veen mit Gitarre, pfeift etwas auf Niederländisch, plötzlich singt er los)

Alfred Bio Biolek
plotseling is hij weg
Hij at getaan ejn marmaledesnittje in de kop
nu eten de wormen hem op
La la la la
Diddelje diddeljedü
La la la la

(Van Veen wird abgeführt, Auftritt Helmut Kohl.)

Vielen Dank, Herr Wecker!
Was, meine Damen und Herren, liebe Bubb'm, soll man über diesen Mann, Alfred Biolek, schon sagen, was nicht alle wüssten? Alle, die ihn kannten oder nur im Fernsehen sahen, mochten ihn. In der Hinsicht war er mein böser Zwilling. Darum habe ich mich von ihm auch interviewen lassen. Gern hätte ich auch mit ihm gekocht, zum Beispiel Butter.

(Applaus. Biolek kommt zu Kohl, klopft ihm auf die Schulter.)

Ach, Herr Dr. Kohl, Sie rühren mich!

(Kopf zur Seite gelegt, Moderationskarten fest in beiden Händen, legt die oberste nach hinten, wirft einen Blick auf die nächste, klarer Blick in die Kamera)

Ja, und das war es dann auch schon mit der heutigen Sendung. Danke, dass Sie dabei waren.

(Tiefe Verbeugung.)

 

*Elias Hauck/Tim Wolff

Nur diese Kategorie anzeigen:Das ahnungslose Portrait Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Das ahnungslose Portrait (37)

Horst Tappert – was wir* über den SS-Schauspieler wissen und was nicht

Horst Tappert wachte jeden Morgen um Punkt 6 Uhr 0 auf und konnte sich an nichts mehr erinnern. Mühsam erlernte er immer wieder jeden Tag noch vor dem Frühstück das Sprechen und Salutieren, gegen 13 Uhr das Gehen und Exerzieren. Dann Brombeertee und ein Schuss Heroin, direkt in die Vene des ZDF-Stars.

"Wo war ich gestern Abend zwischen 20 Uhr 15 und 22 Uhr?"

soll er dabei immer leise seiner Ehefrau Hilde zugeflüstert haben. Um 14 Uhr straight dann jeden Tag immer wieder derselbe Schauspielunterricht bei Silvja deGulpta (bitte googeln). Legendär ihre Tipps: "Emozione mucjo, Seniore Tapperto!" – er war für seine kalte Art bekannt. Dann schminkte Silvja ihn bis zur Unkenntlichkeit, stundenlang. 16 Uhr Cognac. Fanpost beantwortete er dann einfach direkt in der Badewanne, jeden Tag ein heißes Bad, 90 Minuten lang, das ist gut für die Tränensäcke zum Aufquellen. Tja, und dann ging es ja auch schon zur Arbeit in die Bavaria Filmstudios, aber was wollte er da noch mal genau?

Vergessen wollte er dort. Vergessen, dass er bei der SS war. Problem: Die SS steckt in Vergessen. Außerdem waren alle im Fernsehgeschäft mindestens einmal bei der SS. Das gehörte damals einfach zum guten Ton. Ohne Totenkopfring kam man gar nicht erst aufs Set. Und dann wurde vom Krieg erzählt, dass die Schenkel glühten. Doch nur hinter der Kamera. Sobald es hieß "Kamera läuft!", war Schluss mit lustig. Und Tappert ein anderer, und zwar: Walter Giller. 862 Folgen lang verwandelte sich Horst Tappert innerlich in Walter Giller, um Derrick spielen zu können. Es gelang jedesmal. Das Publikum war begeistert.

Um 20 Uhr 15 hieß es dann

"Uhrenvergleich, Hilde! 3, 2, 1, klick."

Danach ging es sofort ins Bett (Tappert hasste alles, was nach der Tagesschau lief). Noch ein Glas Milch, ein Löffel Honig, total kranker Sex und dann: süße Träume Richtung Vergessen.

 

*Elias Hauck/Tim Wolff

Nur diese Kategorie anzeigen:Das ahnungslose Portrait Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Das ahnungslose Portrait (36)

Maike Kohl-Richter – was wir* über die legendäre Exkanzler-Gattin wissen und was nicht

Maike Kohl-Richter hat 2 Leben, das erste führte sie zurückgezogen in einem Hutzelhäuschen im Wald, mit selbst genähten Frottee-Gardinen und einer Katze auf dem Buckel. Abends ist sie immer um einen großen schwarzen Kessel gehüpft und hat da Froschaugen, Spinnenbeine und Wurzeln reingeworfen, fertig war ihr Zaubertrank ("Maikes Finest")! Der soll gut gegen Rheuma und Geldwäsche gewesen sein, so erzählen es sich jedenfalls die Tiere des Waldes.

Jedenfalls am Wochenende verkaufte sie dann immer diesen wichtigen Trank, direkt an der Bundesstraße B1, nahe Kloster Chorin. Eines Tages hielt da ein Auto an, eine schwarze Limousine mit Aufkleber an der Stoßstange "I AM FROM OGGERSHEIM – SEX NOW!" und das Unglück nahm seinen Lauf ...

Lange wurde Maike Richter unterstellt, sie hätte sich aus niederen Motiven den besten und reichsten Kanzler der Bundesrepublik gekrallt. Selbst renommierte Politikwissenschaftler nannten sie "Kohldigger". Einfach so. Als wäre das kein ziemlich bemühtes Wortspiel. So, als müsste man nicht viel rhetorisches Brimborium auffahren, um die in dem Begriff wabernde Misogynie hinter Ironie und erfundenem Kontext zu verstecken. Einfach so: "Kohldigger – she ain't messin' with no broke Kanzlers."

Dabei war Helmut Kohl in seinen späten Jahren durchaus ein gebrochener Mann und Maike Kohl-Richter was still messin' with him bis zum Ende. Es soll keiner sagen, das sei keine beeindruckende Leistung! Daran, Kohl unter Kontrolle zu bekommen, sind Generation von vermeintlich gestandenen Männern jämmerlich gescheitert. Und wenn Maike Kohl-Richter in diesem Prozess hier und da Fehlerchen gemacht hat – ja, und? Die Frau wird nächstes Jahr erst 32. In jungen Jahren macht man nun mal Fehler.

Das einzige, was wirklich bedauerlich an Helmut Kohls Tod ist: dass die Kohl-Ehe II nie die Chance hatte, das Insta-Game von Gerhard Schröder und seiner Frau So-yeon zu übertreffen.

 

*Elias Hauck/Tim Wolff

Nur diese Kategorie anzeigen:Das ahnungslose Portrait Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Das ahnungslose Portrait (35)

Walt Disney – was wir* über den Unterhaltungsgroßmeister wissen und was nicht

Walter Richard David Disney III. war eines dieser Kinder, bei denen man denkt: "Hoffentlich wird der bald erwachsen, damit man ihn genauso hassen darf, wie seine Mitschüler es tun." Und er wusste es. Noch später scherzte er gerne in Zoom-Konferenzen: "Kinder sind die Juden unter den Menschen: Ich hasse sie." Er hatte seine Not zur Tugend gemacht.

Aus Rache an Kindern erfand er die langweiligste Comic-Maus aller Zeiten und nannte sie "Dampfboot Wilhelm", nach dem von ihm verehrten Kaiser Wilhelm II. An ihrer Seite sollte ursprünglich noch ein kleiner blauer Elefant auftauchen. Aber das war sogar dem Kinderhasser Disney zu langweilig.

Fun fact: Keine einzige von Walt Disneys Namensideen hatte Bestand in den Publikumstests, auf die er sich verließ, weil er unverschämt viel Geld verdienen wollte. So wurde aus "Dampfboot Wilhelm" Micky Maus. Donald Duck hieß ursprünglich "Brigadegeneral Schulz" und Gundel Gaukeley "Eisenbahnwaggon Schaluppke".

1960 gründete Disney einen Vergnügungspark und benannte ihn nach seinem eigenen Namen: WALTERLAND. Hier, inmitten des fröhlichsten Ortes der Welt, lernte er 1964 auch die Liebe seines Lebens kennen: Esther, die Frau, die immer so lustig im Kassenhäuschen echte Dollar in echte Disneydollar umtauschte. ER heiratete sie vom Fleck weg, SIE darf bis heute weiter im Kassenhäuschen arbeiten! Wo die Liebe hinfällt ...

Die Ehe wurde bald geschieden ("Pfandbon-Skandal"), und er eröffnete fließbandmäßig weitere Parks, heiratete in jedem Land die Kassenmaus und setzte weiter kleine Mäuschen in die ganze Welt, die wiederum in den Parks als Schuhputzer, Hotdogverkäuferinnen oder Schneewittchen arbeiten. So ist bis heute jeder Mensch um maximal 2 Ecken mit Walt Disney verwandt. (s. auch der ➝ Dschingis Khan der Unterhaltung)

1977 Tod in Kentucky, der Leichnam wurde auf sein Geheiß hin gut eingefroren. Sein feierliches Wiederauftauen ist für den 12. Februar 2475 geplant.

*Tim Wolff und Elias Hauck

Nur diese Kategorie anzeigen:Das ahnungslose Portrait Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Das ahnungslose Portrait (34)

Die Brüder Grimm – was wir* über die genialen Geschichtenerzähler wissen und was nicht

Die Brüder Grimm waren riesige Schalke-Fans, wenn nicht sogar DIE größten Schalke-Fans überhaupt. Wenn irgendwo ein Auswärtsspiel von "ihrer Mannschaft" war: da mussten sie hin! Also raus aus den Studierhosen, rein in die gläserne Kutsche und Hü! Hott! auf nach Geylenhusen, ins Stadion, das damals allerdings noch Wettstreitkabane hieß, und wo der aus Lumpen und Spatzendärmen zusammengefummelte Fußball auf seinen Einsatz lechzte.

Der Fußball verzehrte sich regelrecht, damals wie heute, nach einem Kicken und Schreien.

In der Wettstreitkabane jedenfalls angekommen, wir schreiben wie gesagt das Jahr 1820, machen sich die beiden Bros erstmal ein kleines Feuer an, es war so finster und auch so bitterkalt. Der Duft von gebratener Gans am Stock (2 Gulden) liegt in der Luft und die ersten Bauersleut' haben sich auch schon oben auf der Zuschauertribüne zur Ruhe gelegt und singen derbe Spott-Lieder auf die da oben, im Speziellen hier auf Kurfürst Georgolf 2, der wegen eines Gehfehlers einfach nur der "schiefe Schorsch mit seinem dicken Bobbes" genannt wurde. So kamen die beiden auf ihre Ideen!

Und dann war da neben den heute noch berühmten Brüdern Johann Sebastian und Christopher Grimm der dritte, der vergessene Grimm-Bruder Casimir Gotthilf. Er war ein rechter Tollpatsch. Mal stolperte er beim Tanz in seinen glühenden Eisenschuhen, mal biss er in einen vergifteten Apfel und überlebte nur, weil er zu ungeschickt war, richtig zu schlucken. Ein anderes Mal griff er in eine Spindel und schlief hundert Jahre. Seine Brüder lachten sich dann jedesmal "pumpelschlapp" (s. "Daes geheyme Woerterboch der Gebryder Grymm", S. 17, Verbrecher Verlag). So süchtig waren sie nach diesem Spaß, dass sie ihrem Bruder fürderhin alles mögliche vergifteten und verglühten. Zum Beispiel die Wackersteine, die sie ihm in den Bauch operierten. Er verreckte dann elendiglich. Und wenn er nicht gestorben ist ...

 

*Elias Hauck/Tim Wolff

Nur diese Kategorie anzeigen:Das ahnungslose Portrait Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Das ahnungslose Portrait (33)

Barbara Schöneberger – was wir* über das Multitalent wissen und was nicht

Was viele nicht wissen: Es gab mal eine Zeit, da kannte niemand Barbara Schöneberger. Schwer vorstellbar bei einer Frau, die überall ist, im Fernsehen und bei App-Store-Eröffnungen, im Radio und bei Deiner Oma auf dem Kaffeekränzchen. Sogar eine eigene Zeitschrift hat Barbara Schöneberger ("Brigitte").

Angefangen hat alles damit, dass sie als Assistentin des Radionazis Elmar Hörig, der irgendeine seltsame Fernseh-Gameshow ("Schnickschnackschnucki" oder so) hatte, sich nicht jeden sexistischen Mist gefallen ließ. Und da dachten sich Produzenten aller Art: "Witziger und anständiger als Elmar Hörig – das geht? Als Frau? Wow." Und seither ist Barbara Schöneberger ÜBERALL und sagt lustige Sachen.

Hier die Liste ihrer besten Sprüche: … Moment. Irgendwo hier muss sie doch liegen. Liste, Liste, Liste. Nee, das ist ein Einkaufszettel. Das ist eine Quittung. Hier? Auch nicht. Ist eine Vorladung. Na ja. Dann geht es auch ohne.…

Privat soll sie jedenfalls ganz witzig sein, sammelt Gürtelschnallen mit Elvis Presley vorne drauf, ist mal zusammen mit Ina Müller im Lift steckengeblieben (über 18 Stunden, seitdem haben sie einander nichts mehr zu sagen!) und will nach eigenen Angaben "die Welt mit einem Lachen retten". Auf einer Spendengala für Millionäre, die sich für die Zukunft steuerliche Vorteile erhoffen, hat sie letztes Jahr so laut gelacht, dass Günther Jauch aus Versehen seinen eigenen Wein verschluckt hat und seitdem wie im Delirium eine WWM-Sendung nach der anderen wegmoderiert.

Mag keine Kinder und Tiere ("Aufmerksamkeits-Vampire"), hilft aber, wenn die Kamera an ist, auch mal einem Baby über die Straße. Raucht Gauloises Blondes mit Red Bull, liebt Barcelona ("schön laut"), und in Hamburg-Gonzenheim ist seit 1998 eine Clownsklinik nach ihr benannt.

Alles gut und schön, aber was ist eigentlich eine Clownsklinik?

Eine Clownsklinik behandelt chronisch kranke Witzemacher wie Dich und mich.

*Tim Wolff und Elias Hauck

Alle Zitate aus Bunte 04/21, "Das große Promi-Lügen-Special"

Nur diese Kategorie anzeigen:Das ahnungslose Portrait Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Das ahnungslose Portrait (32)

(Dr.) Erika Fuchs – was wir* über die Neologismus-Großmeisterin wissen und was nicht


+++ Plagiatsaffäre: Erika Fuchs verliert Doktortitel +++ hat von Walt Disney abgeschrieben +++

Was uns fehlt: die Sprache, um angemessen über Dr. Erika Fuchs zu schreiben. Denn wir haben nicht Begriffe wie "Fähnlein Fieselschweif" oder "kleines Helferlein" erfunden, höchstens Wortspiele wie "Clark Gäbelchen" oder "Lancier". Gut, wir durften aber auch nie Disney-Comics übersetzen. Trotzdem: So gut hätten wir das niemals gekonnt.

+++ EIL +++ Eintritt ins Entenalter mit 68 Jahren geplant +++ EI +++

Erika Fuchs hat nicht nur Namen wie Gundel Gaukeley (im Original "Eisenbahnwaggon Schaluppke" -> Walt Disney, Folge 35; schrecklich, oder?) erdacht, sondern Ausrufe, die heute noch alle nutzen. Auch diejenigen, die nie ein Lustiges Taschenbuch in der Hand hatten. Hier ein kurzes Best-of:

 

Aus höherer (oder tieferer?) Gerechtigkeit wurde Erika Fuchs dann fast so alt, wie es in Deutschland sonst nur Nazifrauen wie Leni Riefenstahl, Heinz Rühmann und Heidi Klum werden. Begonnen hatte sie ihr Leben unter falschem Namen, was sie aber mittels Heirat korrigieren konnte. Schon als Kind erfand sie gerne Ausrufe wie "Ächz", doch niemand hörte ihr zu. Vermutlich wegen Weltkrieg. Doch dann ging alles plötzlich ruckzuck - nur einen weiteren Weltkrieg später: Micky Maus! Sie war angekommen. Also Erika Fuchs. Nicht Micky Maus. Obwohl, die auch. Ja, uff. Wie gesagt: Erika Fuchs konnte viel besser Sprache machen tun als wie wir.

*Elias Hauck / Leo Riegel / Tim Wolff

1 2 3 4 5 6 7 8

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Ihren Senf, Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin,

zum Umstand, dass Ihr 30 Jahre altes Pony Dolly offenbar von einem Wolf gerissen worden war, gaben Sie schon dazu, als das Tier noch nicht mal die Chance hatte, Wurst zu werden. »Die ganze Familie ist fürchterlich mitgenommen von der Nachricht«, ließen Sie mitteilen. Klar, von dem Pony können Sie logischerweise nicht mehr mitgenommen werden.

Sendet Ihnen diese Nachricht mit dem Pony-Express: Titanic

 Dein Kindersport-Angebot, Hannover 96,

bietet laut Deiner Webseite »Sport ohne Leistungsdruck«, seine Basis bestehe aus Spaß und der Entwicklung persönlicher und kognitiver Eigenschaften. Toll, das hätten wir von einem Verein aus dem Profifußball-Kapitalismus wie Dir gar nicht erwartet! Antizipiert, wie es im Kommentatoren-Sprech heißt, hätten wir eher Internate für Fußballtalente im Grundschulalter und Sportleistungskrippen für Hoffnungsträger ab drei Monaten.

Doch schon angesichts des Mottos der Abteilung stellt sich Ernüchterung ein: »Fördern und fordern«. Damit führst Du Deine Kindersport-Sparte unter dem gleichen Leitbild wie Hartz IV, das bekanntlich alles andere als »Arbeitslosengeld ohne Leistungsdruck« ist.

Aber, Hannover 96, wo sich der Vater von Hartz IV, Gerhard Schröder, vor einigen Monaten aus dem Verein zurückgezogen hat, um einem Ausschluss zuvorzukommen, wäre es da nicht an der Zeit für ein neues Motto?

Empfiehlt Dir ein paar Einheiten Denksport: Titanic

 Hut ab, »Star Insider«!

Unsere Aufmerksamkeit war Dir sicher, als Du Deinen Artikel »Kluge Köpfchen: Das sind die intelligentesten Promis« mit den Gesichtern von Rowan Atkinson, Emma Watson und nun ja … Wladimir Putin bebildertest.

Du scheinst ein wirklich erfrischend offenes Verständnis davon zu haben, was einen Promi zum Promi macht: Ob mit Grimassen schneiden oder Angriffskrieg führen, alle können es schaffen, wenn sie sich nur anstrengen und eben ein kluges Köpfchen sind. Das macht uns Mut!

Stets mit Köpfchen: Titanic

 Namenloses australisches Känguru!

Du zeichnest für die erste tödliche Känguru-Attacke auf einen Menschen seit 85 Jahren verantwortlich: Dein 77jähriges Opfer hatte Dich offenbar illegalerweise als Haustier gehalten. Das darf man nur, wenn man eine spezielle Ausbildung nachweisen kann. Aber deswegen gleich töten? Hat der Mann Dich nicht artgerecht gehalten? Hat er verlangt, dass du neunmalkluge Sprüche, Binsenweisheiten und halbgare politische Witze von Dir gibst? Dich am Ende sogar verfilmen wollen?

Schön und gut, aber Gewalt sollte dennoch nicht die Lösung sein, findet Titanic

 Überrascht und beeindruckt, Porsche,

hat uns Deine ganzseitige Anzeige neulich in der Tageszeitung, ein echter Hingucker. In weißer Schrift auf einer abgedunkelten Fotocollage stand da »Sport ist eine Haltung. Sie ist das, was uns antreibt« und einige Nullsätze mehr, die in der Aussage gipfelten: »Denn wir sind«, und dann, in Riesenlettern: »SPORTMADE«.

Das ganze Blabla über dem schönen Wort »Sportmade« überlasen wir natürlich und dachten geradweg: »Ach, so nennen sie bei Porsche ihren wichtigsten Fürsprecher Christian Lindner?«

Macht die Fliege: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Nicht nur für Cineasten

Um unprofessionelle Anschlussfehler zu vermeiden (»Mist, schon wieder eine Videokonferenz! Welches Hemd hatte ich heute Morgen an? Mit welchem Videofilter habe ich noch mal den Wäschehaufen im Hintergrund übermalt?« oder eben auch: »Huch, wieso sind Sie denn auf einmal nackt?«), könnte man direkt eine Continuity-Agentur für Heimarbeiter gründen. Schnapsidee oder innovatives Geschäftsmodell? Oder hatte ich das im letzten Meeting schon mal vorgeschlagen?

Alexander Grupe

 Alttestamentarisch

Führende Theologen bestreiten, dass die Bibel Selbstjustiz rechtfertigt. Aber war nicht Moses im Grunde der Erste, der das Gesetz in die Hand nahm?

Wieland Schwanebeck

 Künstliche Idiotie (KI)

Seit Youtube mir vor dem Abspielen meiner Suchanfrage »Give Peace a Chance – John Lennon« eine Werbung für den freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr zeigte, mache ich mir keine Sorgen, dass intelligente Maschinen bald schon die Macht übernehmen. Außer das war bereits ein Anzeichen für Humor.

Jürgen Miedl

 Für Facebook

Vorschlag eines tiefgründigen Denkspruchs für Tierärzte: Real eyes realize real lice.

Karl Franz

 Grüner Daumen

Manches im Leben fällt einem einfach in die Hände, z. B. ein umfallender Kaktus, während man morgens das Rollo hochzieht.

Ferri Bueller

Vermischtes

Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EUR
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 05.09.:

    TITANIC-Chefredakteur Moritz Hürtgen spricht bei 1LIVE Stories vom WDR über seinen neuen Roman "Der Boulevard des Schreckens" und liest daraus vor (auch bei Spotify und sonstigen Podcast-Plattformen).

  • 02.09.:

    Die Märkische Allgemeine Zeitung berichtet über das aktuelle Editorial der neuen TITANIC-Intendantin Patricia Schlesinger.

  • 17.08.:

    DLF Kultur spricht mit Bernd Eilert über sein Buch »Meine Île de Ré«

  • 08.08.: Moritz Hürtgen und Dax Werner sprachen mi dem hr zum Thema "Sind wir alle zu ironisch?!"
  • 25.07.:

    Merkur.de fasst die Reaktionen auf einen Uwe-Seeler-Cartoon von TITANIC zusammen.

Titanic unterwegs
08.10.2022 Baden-Baden, Kurhaus Max Goldt (mit einer Laudatio von Bernd Eilert)
08.10.2022 Köln, Klüngelpütz Ella Carina Werner
10.10.2022 Darmstadt, Centralstation Martin Sonneborn
11.10.2022 Frankfurt am Main, Club Voltaire TITANIC-Tucholsky-Gala