Humorkritik | Januar 2007

Januar 2007

DummBilanz 2006

Wenn Sie, liebe Leser, sich die dümmlichsten, deppertsten, inferiorsten, benebeltsten usw. Vorgänge, Fakten, Zitate usf. des Jahres ins Gedächtnis zurückrufen, was fiele Ihnen da vordringlich ein? Daß bereits in den ARDTagesthemen vom 2.2. ein offenbar restlos absenter, wohl schon in der Vorfreude auf den eigenen TVHinschied befindlicher Ulr. Wickert im Kontext des Bad Reichenhaller Unglücks vergaß, nach der Zahl der Toten (immerhin: 15) zu fragen, ja dieser Dimension irgend zu gedenken? Oder daß, gleichfalls zu Jahresbeginn, die FAZ Boris Becker 1,2 Mio. Euro Schmerzensgeld für eine nicht genehmigte Werbung mit dem eigentlich doch mehr belämmerten BeckerKonterfei blechen mußte? Oder doch, daß, ebenfalls im Februar, H. Lauterbach seinen Memoiren sowie Bild, stern etc. davon Mitteilung machte, er sei im Puff schon eine tolle Nummer gewesen, die dabei nämlich »mit Frauen immer irgendwas Abgefahrenes erlebt hat. Wir haben es blubbern lassen, wenn man mit Kumpels am Whirlpool liegt«.

 

Oder was sonst, Leser, hätten Sie aus dem Stand triftig zu den TopTorheiten des Jahres gekürt? Daß der Spiegel, Lauterbach nacheifernd, seine ca. 38. Titelstory über S. Freud mit »Der Sex und das Ich« überschrieb? Daß fast gleichzeitig sein neuer Kulturchef M. Matussek in seinem faktenreich hingeschlampten Deutschlandbuch als ca. 381ster Berlin als die »spannendste aller Weltstädte« bezifferte? Vor allem seit der dort ansässigen taz eine Klage drohte, weil sie nach Meinung Polens den Präsidenten Lech Kaczynski als (nach Woityla) »Polens neue Kartoffel« erkannt und damit an die Sprache des Julius Streicherschen Der Steiner (sic) angeknüpft habe? Und andererseits Wowereit im Oktober wider Erwarten keine neuen Bundesvergeudungsgelder erraffte? Oder hat Ihnen noch mehr eingeleuchtet, daß die Stadt Reichenhall in der Folge ihres EisDachschadens ein »Internet-KondolenzForum« eingerichtet hat, in welchem man per Gedicht und Songtext die »Fassungslosigkeit vor so viel Entsetzen« zeigen und sich die Apokalypse des Johannes vorlesen lassen konnte? Die G. Poltsche Version, daß ein Verbitterter diese der gaunerischen Autoleasingfirma Ismeier faxt, ist aber vielleicht doch noch schöner. Und auch aparter als die Tatsache, daß – Sie erinnern sich? – im März im »Kunstraum Theater« vulgo: im Schauspiel Frankfurt »die künstlerische Freiheit eines dort tätigen Künstlers eingeschränkt wurde« (Presseerklärung) – mit der bösen Folge, daß der berühmte Schauspieler Th. Lawinsky dem argen FAZTheaterkritiker Stadelmaier den Notizblock entreißen mußte; worauf es zum »Skandal«, aber auch zu div. »Solidarität« mit dem gekündigten Künstler kam; der dann auch am 25.3. plausibel der SZ erläuterte: »Ich bin Punk. So bin ich. Ich gehe da weiter als Beuys. Ich begreife mich selber als Kunstwerk.«

 

Usw. Besser traf es da aber doch noch seine Kollegin Iris (»Alter ist Scheiße«) Berben, die im Mai im Führerhauptquartier Hitlers Tischgespräche im Brucknerhaus Linz verlas (oder halt umgekehrt); noch genauer ihr Vorbild Pamela Anderson, welche in einem sperrangelweit offenen Brief an Horst Seehofer appellierte, wegen einer artgerechten Hennenhaltung »das geltende Käfigverbot« als »ethisch verantwortungslos« zu ändern. Während der gleichgesinnte Harald Schmidt im Hochsommer, um die Hundstage herum, sich nicht entdackelte, im Fernsehen den Depperln draußen im Lande den Salzburger »Figaro« zu erklären: »Cherubino ist eine Mischung aus Hansi Hinterseer und Florian Silbereisen«, hahaha, haben wir damals gelacht, Sie erinnern sich?

 

Sie haben aber sicher auch da besonders meckern müssen, als der Düsseldorfer Stadtrat am 1.6. Peter Handke den schon eingeräumten HeinePreis (50000 Euro) wegen Unbotmäßigkeit verweigerte, jenen, den der scheue Dichter ausnahmsweise abgegriffen hätte? Leider unterließ es die Jury dann, den gleichfalls sehr passenden und heinenahen und bereitstehenden Har. Schmidt auszuzeichnen – im noch engeren SPDBereich aber war es dann so, daß die frühpensionierte Heide Simonis wegen eines Kreislaufkollapses sowie wegen »des medialen Drucks« bereits am 8.5. aus der RTLShow »Let’s dance« ausschied; erst am 15.7. aber kam es seitens Bild zu einer fast ganzseitigen riesiggroßbuchstabigen Ehrenerklärung für »HoppelHeide« (Bild) und ihren allerdings schwer durchschaubaren Verzicht auf den schon gebuchten Eintritt ins »DschungelTV« (Bild). Ihnen persönlich hat es aber noch besser gefallen, wie Heides neuer SPDChef K. Beck wegen seiner Entlarvung als toller »Problembär« auf den Spuren von Bj. Engholm die TITANIC als deren bisher unbedarftester Leser juristisch zur Strecke bringen wollte? Weil dieser Urenkel Willys nicht und nicht die Pointe raffte, daß die Assoziation mit dem uns wochenlang unterhaltenden Bären Bruno für einen Doldi wie ihn, Beck, fast unverhältnismäßig ehrenhaft ist.

 

Daß der SPDPensionär O. Schily (74) etwa gleichzeitig noch schnell Aufsichtsrat bei der Biometric Systems AG wurde, konnte an Eitelkeit wohl, an Hirnvernageltheit aber nicht ganz mithalten. Eher schon die späte Einsicht Jockel Fischers, er sei eben »der letzte Rock’n’Roller der deutschen Politik«. Und halte deshalb eben darüber jetzt Vorlesungen an der Harvard University.

 

Dann freilich kam die FußballWM; d.h. lang zuvor schon – am 15.3.! – wollten laut »repräsentativer ForsaUmfrage« im Auftrag des Gong die mehreren aller Deutschen R. Beckmann als Kommentator des Endspiels haben und gesichert wissen; ehe es endlich losging, kam es auch noch zum großen Clinch KahnLehmann, der Kahn auf der Verliererseite und damit aber über den Reifeprozeß per Verzicht definitiv bei den Philosophen sah: »Es geht nicht um dich, Oliver, es geht um die WM 2006« (FR 11.4.). Frappant, daß sein Trainer Klinsi gleichwohl am 19.5. mitteilte: »Kahn ist fokussiert. Er arbeitet sehr hart« – vergessen damit die BildSchlagzeile vom 23.3.: »Klinsi – jetzt darfst du grinsi«, die ja ihrerseits virtuos an W. Biermanns artistische und legendäre »Gorbi, du machst mir Sorgi« anknüpfte.

 

Erinnern werden Sie sich vielleicht auch daran, daß am Morgen des Eröffnungsspiels vier katholische Kardinäle im ARDFernsehen für friedsame Torschüsse beteten; unter ihnen Karl Lehmann, laut A. Merkel einer unserer bedeutendsten Theologen, der deshalb schon ein paar Tage später mitteilte, er »glaube an Brasilien«. Da wollte der protestantische Kollege und Oberranwanzer W. Huber nicht länger nachstehen und war vielmehr dafür, daß »die Kirche die Beziehung zwischen Glauben und Fußball deutlich macht«, und siehe, Gott hatte ein Einsehen und ließ das attentatsumwitterte Startmatch mit Iran ganz schadlos verstreichen. So daß die BR-Reporterin in Nürnberg wahrlich inständig besinnungslos ins Mikro heulen konnte: »Hier ist eine Bombenstimmung!« – weil nämlich keine Bombe aufloderte; sondern nur Lebenslust pur. So daß bald nach dem Bischof auch der Tormann Lehmann bestätigte, alles sei toll gewesen und er zum Lohn für die gehaltenen Elfmeter und damit für den neu entfachten Patriotismus zu Merkel eingeladen worden. Mit dem DeutschlandFuror aber ging es dann nicht so recht weiter, schon am 29.6. ließ K. Wowereit mitteilen, er sei »nicht stolz, Deutscher zu sein«, und am 4.7. bereits hieß es laut AP, trotz des schwarzrotgoldenen Fahnenmeers dränge es 40 Prozent der Deutschen auszuwandern, nämlich aus Geldgier – gut, daß gleich drauf der Papst kam und jetzt nicht mehr wie Ende 2005 »ein jeder Depp nach Rom fahren« (SZMagazin) mußte – der Kardinal Lehmann glaubte nach Brasilien jetzt auch wieder mehr an Gott, und dann war in Marktl die Freude groß, und größer noch das Staunen: »Der Papst kann lachen« (Th. Bellut, ZDF), und obwohl gleich drauf das Oktoberfest anhieb oder anhub, gilt auch weiter Gustave Flauberts Wort: »Jedermann kann nicht Papst sein.«

 

In so starker Männergesellschaft, von Kahn zum Papst, vermissen Sie was? »Von en frowen kumt alliu saelekeit« (Reimar von Brennberg, ca. 1270) – richtig, und auch der Humor, in Form v.a. der auch 2006 ragendsten Doppelnamen. Besonders stark ragten diesmal die Staatsanwältin Silke SchönfleischBachofen, Christa HausladenSombale, Nürnberg, und die gleichfalls norisbeheimatete Hebamme Christa AlleweltKreißl – oder wäre Ihnen Ursula PfrommerKriegeskorte noch genehmer gewesen? Zumal diese auch noch »Theologin und OfficeManagerin« in jenem Rottenburg ist, in dem auch der Stuttgarter Bischof (wo war der bei der WM?) haust, und 2006 u.v.a. »Frauenwege in die Selbständigkeit« (per Doppelname?) beackerte. Indessen es die alte Cosima Wagner per Buchanzeige mit »eine der umstrittensten Frauen des 20.(?) Jahrhunderts« zum verwegensten Superlativ des bisherigen 21. brachte.

 

Hat Ihnen auch so eingeleuchtet, daß Peter Hahne mit seinem »Schluß mit lustig«Machwerk eine ziemlich neuartige Marke setzte, indem er dafür den »Kulturpreis Capo Circeo« erhielt; weil er mit dieser seiner »Beendigung der Spaßgesellschaft« diese nicht nur zementierte; sondern, so die schamlos gewiefte Preisbegründung, »das meistverkaufte Sachbuch des Jahres« schrieb – ist das nicht wirklich lustig, »big joke« (GamaschenColombo)? Lustiger evtl. noch, daß die BRMittagsnachrichten vom 7.9. als erste Meldung (!) mitteilen zu müsssen glaubten, am Vortag hätten 9 Mio. Deutsche das erste Interview der gekidnappten Österreicherin im Fernseh verfolgt. Werweiß, Leser, ist aber noch einer in Ihren Reihen, dem gleich mir 2006 nichts so gefallen hat wie die Meldung vom 5.9.: daß das berühmte Randalierehepaar Paul und Heather McCartney inmitten aller walkenden Zasterkämpfe und üblen Nachreden zu einem »Friedensgipfel« (SZ) ins New Yorker Ferienhaus habe fliegen müssen, weil die offenbar dort ihr Leben verbringende »zweijährige Tochter immer häufiger Wutanfälle erleidet«.

 

PS: »Ich bin der Welt noch einen ›Tannhäuser‹ schuldig« (Opernsummskopf Hans Neuenfels nach seinem unvergessenen »Idomeneo« am 24.11. in der SZ). Und das geschieht der Welt ganz recht.

 

  

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

In Ihrem Kampf gegen Kontaktverbote und für das Menschenrecht auf Infektion tönten Sie in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«: »Mittlerweile habe ich das Gefühl, einige Ministerpräsidenten gefallen sich in der Rolle, dass sie auftreten können wie Sonnenkönige, und den Eindruck vermitteln, die Gewährung von Freiheiten sei Gnadensache.«

Und das, Kubicki, sagten Sie gewiss auf die selbstherrlichste, herablassendste Art, die man sich nur denken kann, fuhren mit Ihren Fingern lächelnd durch die gepuderte Allongeperücke und ließen sich von Ihrer Mätresse ein paar Weintrauben in den Mund schieben – einfach weil Sie keine anderen Sonnenkönige neben sich dulden, nicht wahr?

Winkt zur Warnung mit der Guillotine: Titanic

 Pflegeroboter!

Was müssen wir da im »Handelsblatt« lesen? »Corona könnte Tür für Roboter öffnen«. Aber ist nicht gerade der Punkt, dass Ihr angeblich so nützlichen Pflegeroboter Euch selbst die Tür zu Corona bzw. Corona-Patienten öffnen können solltet? Solange ein kleines Virus schweren Maschinen wie Euch noch den Weg frei machen muss, ist Eure Zeit wohl doch noch nicht gekommen!

Meinen mitleidlos wie Ihr: die Witzmaschinen von Titanic

 Scorpions-Fossil Klaus Meine!

Ihre Powerballade »Wind of Change« soll von der CIA geschrieben worden sein. Das behauptet zumindest der amerikanische Journalist Patrick Radden Keefe, der daraus gleich eine ganze achtteilige Podcast-Serie bastelte, in der Sie, Meine, in der letzten Folge selbst auftreten und alle Behauptungen verneinen.

Was für eine Zeitverschwendung, ist doch schon vorher klar gewesen: So manche schmutzige Geschichte hat die CIA sicherlich am Hals, aber für ein Verbrechen wie »Wind of Change« sind selbst die nicht skrupellos genug.

Pfeift auf Sie: Titanic

 Kneipp GmbH!

»Der einfachste Weg zum Glück ist«, sofern wir Deiner Werbung glauben dürfen, »das Leben mit einem Augenzwinkern zu sehen« und also Aroma-Pflegeduschen namens »Sei frech, wild und wunderbar!« bzw. sogar »Sei frech, verrückt und glücklich!« zu kaufen.

Wunderbar glücklich wären wir aber erst beim Erwerb eines Pflegeprodukts mit der frech-wilden Bezeichnung »Sei nicht traurig, dass der Name dieser Aroma-Dusche so lang ist, dass wir ihn gar nicht vollständig auf die Aroma-Pflegeduschen-Verpackung dru«.

Zwinker, zwinker: Titanic

 Monika Maron!

Das war natürlich eine Menschenrechtsverletzung erster Güte, dass Sie im Zuge der Corona-Bekämpfungsverordnungen nicht mehr in Ihrem Landhaus im tiefsten Mecklenburg-Vorpommern bleiben durften. Klar, dass Sie das nicht einfach hinnehmen konnten und sich durch die Ausreiseverfügung »an die DDR erinnert« fühlten. Und wo Sie schon mal an die erinnert wurden, ist Ihnen als Tochter des ehemaligen DDR-Innenministers Karl Maron auch gleich noch eingefallen, wie man sich als Bonze dort eine Vorzugsbehandlung sichert: sich nämlich via Parteizeitung (»Bild«) direkt beim Innenminister (Caffier) beklagen, der diesem unhaltbaren Zustand dann trotz anderslautender Verordnung gleich Einhalt gebot.

So weit, so zwingend. Stutzig macht uns lediglich, warum Sie eigentlich so unbedingt in Ihrem Zonenhäuschen zu bleiben trachten, schrieben Sie doch im »Spiegel« einst: »Der Osten verursacht mir Ekel. Ich halte es für eine Krankheit und weiß nicht, wie man sie heilt. Die Krankheit nenne ich Zonophobie.« Ein Glück, scheint zwischenzeitlich ja erfolgreich therapiert.

Ihre Pillen hätte auch gern: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Deutsch, wie es singt und kracht

Wer Deutsch als Fremdsprache lernt, wird zunächst naiv annehmen, dass sich hinter einem Wort wie »Scheiblettenkäse« etwas unsagbar Absurdes, in der Muttersprache nur unter Zuhilfenahme sperrigster Umschreibungen Wiederzugebendes verbirgt, ähnlich gewissen japanischen oder isländischen Vokabeln, die zum Beispiel die mundwässernde Wirkung eines seit sechs Monaten im eigenen Sperma marinierten Walhodens bezeichnen. Um dann, mit wachsendem Sprachverständnis, zu begreifen, dass diese Ahnung nicht getrogen hat.

Jasper Nicolaisen

 Filmkunde

In Zeiten von Zoom-Konferenzen kann es nicht schaden, der Leserschaft ein wenig Nachhilfe in filmischen Fachtermini zu geben. Eine sogenannte Text-Bild-Schere zum Beispiel kann für einen visuellen Bruch und Komik sorgen. Während der Video-Sprechstunde mit meiner Internistin erzählte ich ihr zum Beispiel, dass ich seit vier Monaten nichts trinke, während sie auf eine Galerie leerer Weinflaschen hinter mir starrte. Wichtig ist auch, dass man sich bereits vor jeder Zoom-Konferenz im Klaren ist, auf welches Genre man hinaus will, sich dabei aber genug Raum offenlässt für spontane Änderungen. Meine Video-Sprechstunde hatte ich zum Beispiel eher als »Komödie« gepitcht (aktuelle Blutwerte), am Ende wurde dann aber ein ziemlich bombastischer High-Budget-Horrorstreifen daraus (Privatbehandlung).

Jürgen Marschal

 Idee für 2021: Spargelernte per Silvesterrakete

Die jungen Feuerwerkskörper werden im April ins Spargelbeet gesät, wachsen dort bis zur erntereifen Rakete. Am 5. Mai heißt es dann: DER SPARGEL SCHIESST, und zwar uns unter großem Hallo und Funkenregen direkt in die Münder. Tradition (Spargel) trifft auf Tradition (Feuerwerk), bzw. »Volksspeisung mal anders«. Noch eine kleine Gegendemo (Querfront) dazu, einem Kind fliegt ein Spargel direkt ins Auge, im Folgejahr wird es Einschränkungen geben müssen, fertig ist DAS DEUTSCHE NEUJAHR.

Elias Hauck

 Verwöhnt

Meinen Lebensstil muss man sich erst mal leisten können. Ich zum Beispiel konnte es noch nie.

Tanja Schmid

 Zieleinlauf eines Dialogs

Kundin (alte Dame): »Das ist dann schon sehr anstrengend.«
Kassiererin (ältere Dame): »Nein, ich könnte das nicht!«
Kundin: »Aber es macht auch Spaß.«
Kassiererin: »Das ist die Hauptsache.«
»Ja.«
»Ja. 14,60 bitte.«

Worum auch immer es sich dreht, das Gespräch ergibt Sinn.

Theobald Fuchs

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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  • 02.06.:

    Culturmag.de bespricht Christian Y. Schmidts "Der kleine Herr Tod".

     

Titanic unterwegs
03.06.2020 Hachenburg, Hähnelsche Buchhandlung Gerhard Henschel
04.06.2020 Berlin, Buchhändlerkeller Gerhard Henschel
14.06.2020 Frankfurt/M., Museum für Komische Kunst »Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts«
16.06.2020 Wilhelmshaven, Stadtbücherei Gerhard Henschel