Inhalt der Printausgabe

Dezember 2002


 
Neue Preise. Mit System.

(Seite 3 von 10)

"Aber nicht so gerne, hahaha!"

TITANIC …und wir machen jetzt gerade die Planung für unsere Züge fertig, da würde es uns ganz gut passen, wenn wir wüßten, wann wir mit Ihnen rechnen müssen.
Kunde (zaudernd) Ja, also ich wollte ja nach Duisburg fahren…
TITANIC (begeistert) Duisburg? Sehr gut, da haben wir noch einen Fensterplatz frei!
Kunde Ja, ich weiß noch gar nicht, wie und wann das ist! Ich kann das noch nicht sagen!
TITANIC Soll ich Sie mal für den März eintragen? So 3. März, in Fahrtrichtung, Fensterplatz mit Tisch?
Kunde (nachdenklich) Vielleicht eher Ende März.
TITANIC Ende März? Nichtraucher, Teetrinker, Umsteigen an einem Bahnhof?
Kunde Vielleicht! Ich weiß es noch nicht!
TITANIC Ich trage Sie hier mal für den 26. März ein.
Kunde Ich kann mich aber jetzt noch nicht festlegen!
TITANIC (unbeeindruckt) Sitzen Sie lieber in Fahrtrichtung?
Kunde Ja.
TITANIC Das kostet 10 Euro extra.
Kunde Nö, ist nicht unbedingt nötig. Aber es kann auch sein, daß es erst im April was wird…
TITANIC Am 12. April hätten wir noch was frei nach Duisburg, das ist ein Donnerstag oder ein Freitag, wir planen noch… Am 29. wäre auch noch was frei. Hätten Sie was dagegen, mit Ausländern in einem Großraum-Abteil zu sitzen?
Kunde Naja, nicht so sehr gerne!
TITANIC Würde aber dann 20 Euro billiger werden.
Kunde Naja, aber nicht so gerne, hahaha! Also einer ginge, aber nicht mehrere!
TITANIC Gut, aus welcher Gegend sollen die sein?
Kunde Ach, das ist mir eigentlich egal.
TITANIC Am 29. hätten wir hier einen Sambesier, stiller Typ, soll ganz nett sein.
Kunde (abweisend) Ich kann mich da noch nicht festlegen.
TITANIC Oder ein paar Polen, die sprechen sogar ein bißchen Deutsch.
Kunde Das ist mir egal, aber ich kann mich jetzt noch nicht festlegen! TITANIC Jaja, das kennen wir gut! Okay, ich trage Sie hier mal für den 29. März ein für einen Fensterplatz nach Duisburg gegen die Fahrtrichtung zwischen zwei netten Polen…
Kunde (fest) Also ich weiß es noch nicht, festlegen tue ich mich noch nicht!
TITANIC Sie können jederzeit absagen, aber billig wird das nicht…

Warum eigentlich eine Tarifumstellung, wenn die Kunden bereit sind, derart mit dem Geld um sich zu schmeißen?

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Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Sie, Markus Ferber (CSU),

Sie, Markus Ferber (CSU),

sind Mitglied des Europäischen Parlaments und schreiben zum Wechsel der Blackrock-Managerin Elga Bartsch ins deutsche Wirtschaftsministerium: »Die Grünen sind sonst immer die ersten, die Interessenkonflikte kritisieren – hier werden beide Augen zugedrückt und dem Großkapital der rote Teppich ausgerollt.«

Das verdammte Großkapital hat in der Politik nichts zu suchen, da haben Sie völlig recht! Aber wie würden Sie als Unionsmitglied wohl erst reagieren, wenn die Grünen, sagen wir mal, den Aufsichtsratsvorsitzenden von Blackrock zum Parteichef gemacht hätten?

Fragen sich die Merzianer von Titanic

 Guten Appetit, Nachhaltigkeitswebsite »Utopia«!

Du schreibst, Haselnüsse seien gesund und schmeckten gut, hätten aber auch eine »dunkle Seite«. Da wollten wir mal nachfragen: Was werden denn bei Dir so für Haselnüsse gegessen? Denn bei uns sind die meistens von allen Seiten dunkel!

Kann diese harte Nuss nicht knacken:

Deine Titanic

 Muss das sein, Kebabhäuser?

»Preis-Explosion beim Döner« (Tagesspiegel) – als würde man sich nicht schon genug einsauen beim Dönerverzehr!

Besucht Euch natürlich trotzdem: Titanic

 Bitte bedenke, »Tagesspiegel«,

dass nicht jeder, der Dich am Morgen liest, seine Auffassungsgabe schon mit Hilfe von Kaffee stimuliert hat. Und dann sind Überschriften wie diese einfach zu hoch: »Nicht einmal jeder Zwanzigste nutzt kein Internet.«

Nach dem ersten Kaffee und der Lektüre des Artikels wussten wir aber, was Du zu sagen versuchtest: 3,6 Prozent der Menschen in Deutschland verzichten aufs Internet. Deine Überschrift war also gleichermaßen verquer wie unpräzise, denn genau genommen heißt das ja: Noch nicht einmal jeder Fünfundzwanzigste nutzt kein Internet. Aber egal, denn den Text haben ja nicht allzu viele Menschen gelesen. Oder wie Du eine Auflage von knapp 100 000 in Worte fassen würdest: Nicht ganz jeder Deutsche nutzt keinen Tagesspiegel.

Gelegentlich schwer von Kapee: Deine Titanic

 Warum, Heroin Chic?

Du hättest Dir einen schönen Lebensabend machen können, aber nein, Du wolltest es anders! Und so sehen wir nun im Jahre 2022 das Comeback extrem ausgemergelter Körper, sich abzeichnender Knochen, blasser Haut und dunkler Augenringe. In den Neunzigern hast Du als Modetrend Erfolge gefeiert, hingst mit Kate Moss ab, danach gingst Du in Rente.

Doch auch bei Dir scheint der monatliche staatliche Rentenobulus nicht allzu hoch zu sein. Warum sonst bist Du jetzt wieder zurück? Aus Spaß an der Freude kann’s wohl nicht sein. Sonst würde irgendeines Deiner Models ja mal lachen. Oder hast Du die Millionen verprasst? Dich mit Telekom-Aktien verzockt? Dir eine Luxuszucht Zwergspitze zugelegt, die jetzt nicht mehr zu vermitteln ist? Heroin Chic, mach nicht denselben Fehler wie Thomas Gottschalk! Deine Zeit ist vorbei. Der kalorienfreie Drops gelutscht. Entspann Dich.

Empfehlen Dir Deine Hot-Stone-Masseur/innen von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Spur des Erfolgs

Ramengenähte Schuhe sind unter Neureichen sehr angesagt; ich hatte mir kürzlich in einem erstaunlichen Anfall von Luxuslaune welche zugelegt. Aber ich warne euch, Leute: Da suppt es ganz schön raus, und sie sind letztlich die ganze Brühe nicht wert.

Mark-Stefan Tietze

 Hochzeitsverplaner

Ein gut gemeinter Rat, wenn Sie noch nach einem schönen Spruch für das Gästebuch bei einer Hochzeit suchen: »Super Party, gerne wieder« kommt nicht so gut an.

Loreen Bauer

 In Frankreich gelernt:

Die große Kunst im Marketing lokal produzierter Kulinarik ist, frische Butter-Croissants so zu fotografieren, dass sie nicht wie Stielwarzen aussehen.

Theobald Fuchs

 Eine Naturburschin

Ich liebe die Flora und Fauna, und damit meine ich meine 3,99€-Zimmerpflanzen von Aldi und eine inzwischen nicht zu vernachlässigende Anzahl an Trauermücken in meiner Wohnung.

Melanie Manthey

 Lief richtig gut

Mein erstes Natursekt-Erlebnis war so überwältigend – ich hatte Pipi in den Augen!

Andreas Maier

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 10.01.: "Der Teufel vom Dachboden" – Eine persönliche Pardon-Geschichte in der Jungen Welt von Christian Y. Schmidt.
  • 13.12.:

    Anlässlich des 85. Geburtstages Robert Gernhardts erinnert Christian Y. Schmidt in der Jungen Welt an den Satiriker und Vermieter.

  • 26.10.:

    Chefredakteurin Julia Mateus spricht über ihren neuen Posten im Deutschlandfunk, definiert für die Berliner-Zeitung ein letztes Mal den Satirebegriff und gibt Auskunft über ihre Ziele bei WDR5 (Audio). 

  • 26.10.:

    Julia Mateus erklärt dem Tagesspiegel, was Satire darf, schildert bei kress.de ihre Arbeitsweise als Chefredakteurin und berichtet der jungen Welt ein allerletztes Mal, was Satire darf. 

  • 26.10.:

    Ex-Chef-Schinder Moritz Hürtgen wird von Knut Cordsen für die Hessenschau über seinen neuen Roman "Der Boulevard des Schreckens" interviewt (Video) und liest auf der TAZ-Bühne der Buchmesse Frankfurt aus seiner viel gelobten Schauergeschichte vor (Video). 

Titanic unterwegs
29.01.2023 Hagen im Bremischen, Burg zu Hagen Miriam Wurster: »Gute Manieren«
01.02.2023 Berlin, Pfefferberg Theater Hauck & Bauer, Schilling & Blum und Hannes Richert
02.02.2023 Halle, Objekt 5 Max Goldt
02.02.2023 Nürnberg, Z-Bau Moritz Hürtgen