Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intim­scha­tulle 46

»Er trank Wodka, sie stand so da«

1.12. 8° Celsius, bedeckt. Das milde Wetter soll sich in den nächsten Tagen halten. Statt Weihnachtseinkäufen auf »eine schnelle Wurst« zu »Willis Schwenk Grill«. Willi hatte (wie so oft) einen guten Witz auf Lager: »Was haben eine Handgranate und eine Frau gemeinsam? Machst du den Ring ab, ist das Haus weg.« Ich konnt nicht mehr.

2.12. Nur schwer überzeuge ich mich davon, dass, wenigstens für mich, Müßiggang kein Ausruhen ist. Es genügen manchmal ein paar Augenblicke, einen Tag vor dem Untergang zu retten. Wichtig ist, sich nicht der Verzweiflung zu überlassen.

3.12. Mein neues Programm (Strunk 2019) wird den programmatischen Titel »Bis keiner mehr kommt!« tragen. Über Jahre, sehr viele Jahre, wird es die gleichen formalen Elemente beibehalten, nur die Inhalte werden immer mal wieder (teilweise, in homöopathischen Dosen) ausgetauscht werden. Lediglich Begrüßung und Schluss unterscheiden sich, und dann soll es noch eine Art »Überraschungsmoment« in der Mitte des Sets geben, ansonsten Altbewährtes. Das zieh ich dann so lange durch, bis tatsächlich keiner mehr kommt.

4.12. Karriereschatulle: 1) Lass dir dein Leuchten nicht nehmen, nur weil es andere blendet. 2) Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige. 3) Wenn der Plan nicht funktioniert, dann ändere den Plan. Aber niemals das Ziel.

5.12. Da ich öfter mal gefragt werde, wie ich so »drauf« bin, was für ein Typ ich bin, ein kleiner Steckbrief »für Fans«. HEINZ STRUNK IN ZAHLEN. GRÖSSE: 1,71. HAARFARBE: schlohweiß. Feste Fuß- und Fingernägel, kräftige Fesseln, Leberflecke. Albino und Frührentner (Vorruhestand), Starkesser. Hobbys: TV, Geld zählen, geile SMS, Bundeswehr. Sport: Schwimmen (Rücken). Führerschein: Lkw, Boot/ Binnengewässer. Besondere Kennzeichen: Vierfüßler.

6.12. Ein Diätbuch könnte heißen: »NOCH SIEHT MAN NICHTS«. Der Titel ist sehr gut, allerdings ist das bislang auch schon alles, habe noch kein einziges Wort geschrieben.

7.12. Schnaps.

8.12. Liste der Dinge, über die ich mich zur Zeit freue: 1) Dass ich nun bereits im zweiunddreißigsten Jahr unfallfrei fahre. 2) Dass ich weder an Haarausfall noch an einem Tropfglied oder Zehschnecken leide. Auch das Tragen eines Urindämpfers ist (noch) nicht erforderlich. 3) Gelegentlich reichen auch Alltäglichkeiten wie eine frisch gestrichene Wohnung, eine nette Begegnung oder ein Lotteriekleingewinn.

9.12. Leise, leise, nur ja immer nur leise sein! »Der Strunk, dieser Buchautor, ist der eigentlich ausgezogen? Seit Monaten nichts gesehen, nichts gehört. Oder ist der gestorben?« Nein, der lebt (auf kleiner Flamme) schon noch, verhält sich aber denkbar unauffällig. Wenn überhaupt, verlässt er die Wohnung erst, wenn schon alle weg sind. Ich möchte meinen Mitmenschen nicht zur Last fallen, Kinder sollen sich an meinem Anblick nicht stören, mein Ziel ist es, unsichtbar zu sein, noch zu Lebzeiten zu verschwinden. Eine wirklich quälende Angst, die Nachbarn zu stören, die mit dem Alter größer und fast krankhaft wird. Gedanke: Wie kommt es, dass mir die Tage so tragisch kurz erscheinen und ich doch nicht weiß, wie ich sie füllen soll?

10.12. Google-Suchverlauf der vergangenen Woche: entfernung stuttgart heidelberg – sowas von da Film zuschauerzahl – du bist ein free willy – franklin tv moderator – rapper sänger der wolf – faisal kawusi – das triest umbau – an welchem terminasl fliegt austaian airline in hamnurg – lottozahlen aktuell – apfelpfannkuchen – villa schmidt – werner pinzner – döner – hubert fichte die palette inhaltsangabe – atze schröder fritz wepper – taxi marburg – band camel.

11.12. Wenn Sie zufällig Föhn heißen und einen Kaminofenbau betreiben: KAMINOFENBAU FÖHN – HITZE ANGENEHM WIE FÖHN-LUFT.

12.12. Generationswechsel im Hause HIPP (Babynahrung). Der Lotse (Claus Hipp) ist von Bord gegangen, das Ruder hat Sohn Stefan übernommen. Der Claim ist allerdings (Gott sei Dank) der gleiche geblieben: »Dafür stehe ich mit meinem Namen…«. Das ist an und für sich auch gut und richtig so, ich empfehle jedoch eine kleine, aber feine Ergänzung: »…mit wichtigem Omega 3, das ist wichtig für die Gehirn- und Nervenzellen Ihres Babys. Dafür stehe ich mit meinem Namen. MIT DEUTSCHEM GRUSS, Ihr Stefan Hipp.« Bitte machen! Ich will dafür kein Geld! Fancy slogan for free, for Nottingham! Hallooo?! Noch jemand zu Hause?

13.12. Schlagzeilen, die man nicht so schnell »verdaut«: 1) SCHWIEGERMUTTER GETÖTET, WEIL SIE RÜLPSTE 2) SEXPRIESTER MIT REGENSCHIRM ERSTOCHEN 3) RENTNER NIEST SICH LOCH INS HIRN.

14.12. Gute Frage: Bist du (Sind Sie) ein Apple- oder ein Opel-Typ?

Schwerer Rechtschreibfehler, gesehen in Erfurt, DDR.

15.12. Verkackte Sauschüsseln, aus denen die Ficksahne gleich literweise tropft: Opel Anus, Nissan Cedric, Ford Zwieback.

16.12. Alltagsfrage: Warum lösen eigentlich so viele Menschen ihre Wertmarken oft nicht richtig ein?

17.12. 1) Seit langer Zeit mal wieder mikroskopiert. Hat »Bock« gebracht. 2) Doppelnamen mit »Schmackes«: Laurenz-Joshua, Abigail-Sofie, Bastian-Joel, Jasmin-Aurelie, Jenny-Seline, Juli-Malina, Lara-Marie, Lea-Christine, Leon-Luca.

18.12. B., der zu so vielen Hoffnungen berechtigte und jetzt in einem Büro arbeitet. Tut sonst nichts, kommt nach Hause, legt sich hin und wartet rauchend, bis es Zeit wird fürs Abendessen, legt sich dann wieder hin und schläft bis zum nächsten Morgen. Er wartet auf den Tod wie ein Alter.

19.12. Nach dem gigantischen Erfolg der italienischen, griechischen, asiatischen und russischen Speisekarte nun die österreichische Speisekarte (fantastischer »Weihnachtsschmaus«):

Vorweg eine Suppe mit Schwammerln und Fisolen, schöne leichte Speise, Suppe wunderbar.

Danach einen Eintopf mit Speck und Leberknödeln, ist ein nahrhaft Bissen, Eintopf wunderbar.

Herzhaft-zünftig Vorspeis sind Schlutzkrapfen mit Füllung, Parmesan und Schnittlauch, Krapfen wunderbar.

Gefolgt von Wurstsalata mit Bergkäs und viel Zwiebeln, lecker frisch Salata, Salata wunderbar.

Jetzt ein Wiener Schnitzel mit frische Preiselbeeren, dazu Polentalaiberl, Schnitzel wunderbar.

Der nächste Gang für Kenner, Schweinskarree mit Pilzsoß, schöne, dicke Pilzsoß, Karree wunderbar.

Zwischendurch was Süßes, vielleicht Marillenknödel, oder Kaiserschmarren, Süßspeis wunderbar.

Jetzt trinken wir ein Obstler aus der Vogelbeere, tut gut in de Magen, Obstler wunderbar.

Dann gefüllte Kalbsbrust mit Serviettenknödel, Apfelkren und Spitzkohl, Kalbsbrust wunderbar.

Wer mag, isst noch ein Hendl mit Kässpätzle und Weinkraut, gegrillt oder gebacken, Hendl wunderbar.

Dazu ein Glaserl Zweigelt, schmeckt zu jedem Essen, fruchtig roter Zweigelt, Zweigelt wunderbar.

Jetzt eine Linzertorte mit Himbeerkonfitüre, oder einen Mohnschmarrn, Süßspeis wunderbar.

Zum Schluss ein Steirerkrapfen, dazu ein Seidl Starkbier, lass dir auf Zung zergehen, Krapfen wunderbar.

Refrain: Österreich, o Österreich, ein bergig Land auf meiner Zung.

Österreich, o schönes Österreich, trag’s auf dem Gaumen mit mir rum.

20.12. Arbeit an zwei verschiedenen Konzepten des gleichen Themas: JÜRGEN DOSE. Pitchen der Serie und Treatment, Plot für einen Langfilm, etwa zehn Seiten. Plot, Pitch, abstoßende Begriffe, allein schon die Worte. Da kann ja nichts bei rauskommen, möchte man annehmen.

21.12. Schatulle für Kinder: »Küss mich, ich bin ein Süßkoreaner«.

22.12. Auf einem Grabstein steht: HIER RUHT MEINE LIEBE FRAU. Frage an den trauernden Mann: »War Ihre Frau ihrem Sohn nicht auch eine liebende Mutter?« Antwort: »Er hat zum Kauf des Steins nichts dazugegeben.« Gute Antwort!

23.12. Der Sexus ist eine große und reine Energie, solange wir physisch dazu imstande sind, sonst nur Ferkelei.

24.12. Wie die vergangenen Jahre schon den Heiligen Abend allein verbracht. Gefällt mir ganz gut. Bereits um die Mittagszeit mich mit »Omas Rumtopf« vergnügt. Festmahlnudeln mit Tomatensoße und Scampi, zum Nachtisch das heißgeliebte Snickers-Eis. Dazu Rotwein, Champagner, Ziegler »Himbeere-Exquisit« (40%). Mir alberne Sprüche, Slogans, Titel etc. ausgedacht. Kleine Auswahl: »Bums bums komma Strich, fertig ist die Bumsgeschicht.« – »Rente vergeht, Hektar besteht.« – »Schmuckstück ohne Schnickschnack.« – »Triumph des Todes – Gerippe spielen zum Tanz«. Alles Sätze, die auch noch nüchtern Bestand haben.

25.12. Zwei Frauen mit sehr grellen Schreistimmen, die wohl gerade ihr Jurastudium begonnen hatten, schrien sich ihr Neuwissen gegenseitig ins Gesicht, als müsste der ganzen U-Bahn mitgeteilt werden, dass sie (wie sie glauben) zur künftigen Elite zählen.

26.12. Ich bin nun bereits 56, werde also bald sterben. Denke oft darüber nach, worum es denn überhaupt noch geht. Antwort: Genauigkeit. Wenn ich mir meine früheren Sachen anhöre/durchlese/ansehe: ganz gut, teilweise; aber es wimmelt von Fehlern: Flüchtigkeitsfehlern, handwerklichen Fehlern, Mangel an Disziplin und Selbstzucht, schlampig eben. Bemerke das auch oft bei den heute Jungen: Produzieren Mittelmaß, gebärden sich aber wie Graf Koks. Also, Zusammenfassung: Älter werden heißt (idealerweise, die meisten verkalken ganz normal) genauer werden. Etwas anderer Zusammenhang: Jürgen Bartsch in Selbstbildnis eines Kindermörders (Paul Moor/Rowohlt): »Ich wurde immer ehrlicher, bis ich zum Schluss ganz ehrlich geworden bin.«

27.12. Neues, leider sehr langweiliges Buch von DDR-Buchautor Ingo Schulze: »Zwischen Aschersleben und Quedlinburg – meine Jugend in der DDR«.

28.12. Geil: Er trank Wodka, sie stand so da.

29.12. Verschiedene Romanideen durchdekliniert: Zum Beispiel einer über die Verkehrsmeldungen eines einzigen Tages. Oder: In Windräder kommt eigenes Leben, und sie versklaven die Menschheit. Oder über jemanden, der Körper und Gesicht den Menschen in seiner direkten Umgebung anpassen kann. Mögliche Titel (Auswahl): Millionär im Pyjama. Bits und Brezeln. Frau ohne Ersparnisse.

30.12. Abends auf eine Partie Schach mit Meyer-Schulau. Seine beständige Nervosität ansteckend. Er verfügt über diese vogelartige Ökonomie, die man bei kleinen, behenden Dicken oft vorfindet. Partie endet gegen Mitternacht mit einem erneuten Remis. Dann zieht er wieder über seinen aktuellen Lieblingsfeind Leyendiecker her. Kleinliches, seelenloses Geseiere, klatschspaltenhaft, tonlos wie Wasser ohne Druck.

31.12. Vergessen bedeutet, sich von einer Last zu befreien, und die Erinnerung zieht uns nach hinten, hindert uns am Vorwärtskommen. Feuerwerk von der Dachterrasse aus beobachtet. Fiel heuer besonders schwach aus.

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Otto Schenk! Otto Schenk!

Als 91jähriges Urgestein der deutschsprachigen Theaterlandschaft plauderten Sie in der TV-Sendung »Willkommen Österreich« über Ihre Tierliebe im Allgemeinen und zu Papageien im Besonderen. Einem von Ihnen so genannten »Leihpapagei« wollen Sie den Satz »Heut red’ i nix« beigebracht haben. Und wie nebenbei konstatierten Sie: »Nicht sprechende Papageien sind für mich keine Papageien.«

Aber aber, Herr Schenk, gehen Sie doch nicht so hart ins Gericht mit unseren kunterbunt gefiederten Freunden. Selbst der beredteste aller Papageien ist von Zeit zu Zeit unpässlich oder schlecht aufgelegt oder womöglich im Alter taub geworden. Denken Sie bitte noch mal darüber nach!

Will ’nen Keks: Titanic

 »Spiegel«!

»Schwimmen im Freibad ist wie ein Besuch bei McDonald’s«, heißt es im Teaser einer Deiner Artikel. Weil man nie hundertprozentig weiß, ob nicht vielleicht irgendwo jemand reingespuckt hat, aber zumindest auf die Pommes immer Verlass ist?

Fragen Deine Freunde in Fett schwimmender Nahrungsmittel aus der Redaktion von Titanic

 Huhu, Frank Thelen!

Huhu, Frank Thelen!

Sie sind ein teiggesichtiger deutscher Unternehmer, Investor bei der strunzdummen Show »Höhle der Löwen« und außerdem noch Autor von Büchern, in denen ehrlich das Allerdämlichste steht, was man aus eh schon schwachsinnigen Wörtern wie »Mindset« im Jahr 2020 noch machen kann. Ihr neustes Schundwerk heißt »10xDNA«, und darin erklären Sie u.a., dass bald Flugtaxis durch unsere Städte sausen werden. Aber das wissen Sie ja alles selbst!

Warum wir Ihnen schreiben? Weil Sie der behämmerten Münchner »Abendzeitung« im Interview steckten, dass ein Start-up aus Ihrem »Portfolio« sich das »retronasale Riechen zunutze gemacht« habe und daher naturgemäß eine Flasche entwickeln musste, aus »der man pures Wasser trinkt und dennoch Geschmack über Geruch wahrnimmt«. Das habe es »bislang so noch nicht gegeben«.

Und hier möchten wir entschieden widersprechen! In unserer Gestaltungsabteilung sitzt nämlich ein Herr namens Thomas Hintner, und dieser hat das retronasale Riechen schon vor vielen Jahren so weit auf die Spitze getrieben, dass er herbes Pilsbier trinken kann – und dabei nichts als Wasser schmeckt. Dafür braucht er nicht mal Flaschen wie Sie! Und wenn Ihnen, Esel Thelen, dieser Brief zu frech ist, dann schickt Kollege Hintner Ihrem idiotischen Start-up eine Patentklage.

Gluck, gluck! Titanic

 Entlarvend, lieber Kapitalismus,

ist ausgerechnet die Arte-Doku »An den Ufern des Nil: Zwischen Assuan und Luxor«. Darin erklärt der Sprecher mit gewohnt sonorer Stimme: »Die losgesprengten Felsbrocken werden zum Nil geschleppt und auf Frachtkähne verladen. Eine Szene wie vor Jahrtausenden. Heute schultern keine Fronsklaven die zentnerschwere Last für die Tempel der Pharaonen. Die Männer arbeiten freiwillig und schuften für einen kargen Lohn.«

Einfach toll, was Du, Kapitalismus, in 4000 Jahren so geschafft hast. Nächste Revision dann in weiteren 4000 Jahren, vielleicht sogar zum Mindestlohn?

Glaubt aber eher nicht: Titanic

 Roland Tichy, alter Einblicker!

Auch in zweiter Instanz haben Sie Ihre Klage gegen Claudia Roth verloren, die Ihnen zugeschrieben hatte, dass Ihr »Geschäftsmodell«, das in der Herausgabe des rechten Blogs »Tichys Einblick« besteht, »auf Hetze und Falschbehauptungen beruht«, was Sie als falsche Tatsachenbehauptung gewertet und untersagt wissen wollten.

Und ob Sie es glauben oder nicht, Tichy: Wir können Ihren Ärger verstehen. Wozu macht man sich schließlich die ganze Mühe? Weshalb wir also gegen Roths dreiste Ehrabschneiderei ein für alle Mal klarstellen wollen: Selbstverständlich beruht Ihr Geschäftsmodell nicht nur auf Hetze und Falschbehauptungen, sondern mindestens ebenso sehr auf Dummheit, Infamie, bewussten Lügen, Perfidie, Täuschung und nicht zu vergessen einem ordentlichen Schuss Narzissmus.

Mit ganz tiefem Einblick: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Ohne Worte

Man kann das Wesen eines Menschen ja in vielem erkennen. Zum Beispiel darin, wie er über seine Badezimmertürschwelle stolpert. Oder darin, wie er ein Glas Wasser fallen lässt. Vielleicht auch darin, wie er auf sein Bett springt und wie er sich abrollt, wenn er hinunterfällt. Aber was für ein Wesen hat einer, frage ich mich, der, wie mein neuer Nachbar, all dies im selben Moment tut?

Teja Fischer

 Schlechter Werbeslogan

Mit Sagrotan läuft Sack rot an

Elias Hauck

 Revolte

Schon seit Jahrtausenden lassen sich die Bienen vom Menschen nach Strich und Faden ausbeuten und hinters Licht führen. Wilde Instinkte und Resistenz gegen Milben und Krankheiten wurden zugunsten von Zahmheit und ungesundem Fleiß weggezüchtet, hochwertiger Honig wurde immer wieder entwendet, im Tausch gegen billige Glukoselösung. Doch damit ist jetzt Schluss. Widerstand regt sich in den Bienenstöcken, zumindest bei meiner Nachbarin, deren Bienen dazu übergegangen sind, den Honig lieber gleich zu verputzen und die Waben mit dem lauen Zuckerwasser vollzupumpen.

Miriam Wurster

 Metaphysik

Wahre Physiker sterben nicht, es reorganisieren sich nur ihre Teilchen.

Jürgen Miedl

 Genusspunkte

Dass Umlautzeichen appetitanregend wirken können, wird einem so richtig bewusst, wenn man beim Lesen einer Speisekarte zum ersten Mal mit »Raucherlachs« konfrontiert wird.

Julia Mateus

Vermischtes

Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURTorsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 07.07.:

    Hans Zippert schreibt in der FAZ über 80 Jahre Ringo Starr.

  • 03.07.:

    Das Online-Magazin Bookster unterhält sich mit Pit Knorr über sein Alter Ego "Opa Corona".

     

  • 23.06.:

    Stefan Gärtner schreibt in der "Jungen Welt" über den Film "Übers Reck", der Clemens Meyers Rede zu den ausgefallenen Ruhrfestspielen 2020 zeigt. 

  • 15.06.:

    Christian Y. Schmidt erinnert im "Neuen Deutschland" an den Verleger und Autor Jörg Schröder.

  • 02.06.:

    Culturmag.de bespricht Christian Y. Schmidts "Der kleine Herr Tod".

Titanic unterwegs
15.07.2020 Berlin, Literaturforum im Brecht-Haus Oliver Maria Schmitt, Michael Sowa u.a.
17.07.2020 Falkensee-Finkenkrug, Privatgarten Thomas Gsella, Gartenlesung
19.07.2020 Schwarzenbach a. d. Saale, Erika-Fuchs-Haus Museum für Comic und Sprachkunst Katharina Greve: »Die dicke Prinzessin Petronia«
27.07.2020 Leipzig, Werk 2 Martin Sonneborn