Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intimschatulle 45

»Angriff des achtbeinigen Rentners«

1.11. Sehr sonnig, kalt. Bereits herrlich früh dunkel. »Abend vorm Kamin«. Rumtopf, Rotwein, im ZDF ein netter Krimi: »Stern des Mordens«. Gedanke: Schön wäre es, wenn dereinst ein Flughafen nach mir benannt würde.

2.11. Einen Überholvorgang abgebrochen.

3.11. Die meisten Menschen würden unter der Zumutung, sich interessant zu finden, zusammenbrechen. Der größte Teil der sog. Kultur, die Religionen inbegriffen, widmet sich seit jeher der Aufgabe, die zahllosen Einzelnen vor dem Interesse an sich selbst zu schützen.

4.11. 1) 2018er Dschungel-Kandidat Ansgar Sowieso: »Frauen sind mit das Coolste, was diese Welt hat.« 2) Gute Songidee (Blödelsong): »Ich hätte gern ein Laugeneck«.

5.11. Google Suchverlauf: Einwohnermeldeamt altona öffnungszeiten – Terezia mora – Er steht im tor – Leo fischer die Herrschenden – Schöpfungshöhe – Mittwochslotto – Timmendorfer strand zob – Timmendorfer strand spielbank – Niendorf lübeck busverbindung – Fette frauen daten sex – Lantenhammer schnaps kaufen – Niendorf ostsee einwohnerzahl – Spielbank lübeck – Luv niendorf restaurant – Sigrid – Waldi harmann gewicht

6.11. Schrecklicher Tag. Die Wohnung nicht verlassen. Schlimm, was Nervosität und Alkohol mit einem anstellen. Abends in den Psalmen gelesen.

7.11. Gewisse Genugtuung über meine Ernennung zum Ehrenpräsidenten des Bundesjugendorchesters. Nachmittags Arbeit am Roman. Alles um mich herum, so kommt es mir vor, ist lautlos in Bewegung. So muss man arbeiten, denke ich, ohne einen Laut, wie die Muttererde.

8.11. 1) Keine philosophische Idee ist so tief und scharfsinnig, dass sie nicht in Alltagssprache ausgedrückt werden könnte. 2) Die Zahl der auf dem Schachbrett möglichen Züge beträgt 10 hoch 30, was mehr ist als die Gesamtmenge aller im Universum vorhandenen Atome. Muss man sich mal vorstellen. Bekomme eine »innere Gänsehaut«.

9.10. Nach dem riesigen Erfolg der italienischen, der griechischen und der asiatischen musikalischen Speisekarte hier nun die indische musikalische Speisekarte:
Strophe 1: Vorweg Malai Kofta, sind kleins Gemüsebällchen, schmackhaft und bekömmlich, Kofta wunderbar.
Strophe 2: Gefolgt von Aloo Gobi, Kartöffel und de Blumkohl, dazu Biryani Reis, Gobi wunderbar.
Strophe 3: Wie wär’s jetzt mit ein Dosas, ist indisch Pfannekuchen, schöne dicke Dosas, Dosas wunderbar.
Strophe 4: Zwischendurch Raita, ist Dip auf Joghurtbasis, kannst ein Löffel naschen, Raita wunderbar.
Strophe 5: Dann Tandoori Chicken mit Cashewnuss und Sahne, ist ein Leckerbissen / schmeckt am besten lauwarm, Tandoori wunderbar.
Strophe 6: Danach Palak Paneer, ist ein weicher Käse, zerschmilzt auf deiner Zunge, Palak wunderbar.
Strophe 7: Rotis und Chapatis sind Brotspezialitäten, tunkst in lecker Sauce, munden wunderbar.
Strophe 8:
Couscous mit Hühnercurry ist ein lecker Hauptgang, wirste sicher satt von, Couscous wunderbar.
Strophe 9:
Dazu ein frisches Naan-Brot – sind knusprig dünne Fladen aus dem Sauerteige, Naan-Brot wunderbar.
Strophe 10: Zum Nachtisch Gulab Jamun, sind schön fritierte Bällchen mit Milch und Zuckersirup, Gulab wunderbar.
Strophe 11: Auch gut Bananenlassi, schmeckt ganz frisch und cremig, mit Kardamom und Nelken, Lassi wunderbar.
Refrain: Indien, o Indien, ein großes Land auf meiner Zung, Indien, o Indien, mild oder scharf, da geh ich hin.

10.11. Zeitgemäße Doppelnamen (bitte zugreifen): Leonie-Julie, Marlon-Noel, Noah-Elias, Mia-Joline, Silja-Malin, Soraya-Diana, Tessa-Mareen, Shakira-Joline.

10.11. Slogans zur freien Verfügung. Wenn Sie zufällig Hase heißen und eine Fleischerei betreiben: Fleischerei Hase – Fleisch von Meisterhand, so zart wie ein Hase.

11.11. Kurze Begegnung mit Volker Malowski. Eine plumpe ostdeutsche Figur, provinziell, unbedeutend und hinterhältig. Abschließend: Wovon träumt einer mit hellgrüner Bundfaltenhose und Schnauzbart?

12.11. Was Computern abgeht: Zögern. Entscheidungen überdenken. Eine andere Lösung finden. Alles muss immer schnell gehen. Abends mit Bertram Leyendiecker ins Restaurant Brimborium. Bestellt gleich zwei Wiener Schnitzel. Ein träger Genüssling.

13.11. Witzig: Entschwuligung!

14.11. Schlagzeilen mit dem gewissen Etwas: 1) MUTTER WARTETE 239 TAGE AUF DIE TELEKOM 2) RAKETEN-BIKER STIRBT AUF WASSERDAMPFDREIRAD 3) ÜBERGEWICHTIGE STÜRZT AUF REHBOCK UND BRICHT IHM DAS GENICK

Evangelische Buchhandlungen sind so etwas wie die Autobahnkirchen des Alltags.

15.11. Wirklich ekelhaftes Wort: ANALTUNKE. Ist mir, wie vieles, »einfach so« eingefallen, Stichwort Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf. Analtunke, Analtunke, Analtunke, mal »auf der Zunge zergehen lassen«. Vielleicht das ekelhafteste Wort der Welt.

16.11. »Mir persönlich ist das Schicksal irgendwelcher wilden Tiere völlig egal.« Weiß nicht mehr, von wem das stammt (im Zweifelsfall Karl Lagerfeld), ist aber hängengeblieben. Hamburger Thema, solange ich denken kann: Elbvertiefung. Naturschützer gehen auf die Barrikaden: Da würde doch das seltene Insekt A vertrieben oder der noch seltenere Vogel B aussterben. Frosch C umzutopfen, würde 100 Millionen kosten. Tja, dann ist das wohl so. Selbst schuld. Tiere sterben nun mal aus, die Menschen wird es auch irgendwann nicht mehr geben. Die Erde auch nicht. Milchstraße, ganze Sonnensysteme, usw. Die Elbvertiefung ist mir natürlich vollkommen egal.

17.11. Alltagsfrage: Warum sind manche Einzelteile eigentlich oft nur teilweise reduziert?

18.11. Tagsüber nichts, abends TV, auf Kabel 1 90er Actionkracher: ANGRIFF DES ACHTBEINIGEN RENTNERS. Schlimmes Ohr. Mir fällt auf, dass das linke mehr von dem ekligen, stinkenden, gelben Schmalz produziert als das rechte.

19.11. Widerliche Vokabel: schockverliebt. Aber auch daraus könnte ein toller Song entstehen: »Ich bin schockverliebt – los, melk mich ab«. Oder so.

20.11. Karriereschatulle: 1) Ein Mensch ohne Ziele arbeitet automatisch für die Ziele anderer. 2) Tränen und Schweiß haben die gleiche Konsistenz, aber nur Schweiß bringt dich weiter. 3) Warum-Fragen bringen Entschuldigungen, Wie-Fragen bringen Lösungen.

21.11. Ehepaar Mehlau zum Dinner. Dr. Mehlau ist mit seinen 68 Jahren noch recht temperamentvoll. Beide Mehlaus rannten wie alte Hühnerhunde im Wohnzimmer umher und betrachteten meine Bilder.

22.11. Verbitterung darüber, dass total bescheuerte, dumme, humorlose Idioten oft viel besser in Mathematik (oder Naturwissenschaften) sind als ich.

23.11. Ich bin schon immer ungern »ausgegangen«. Mittlerweile eine fast krankhafte Aversion gegen Ausgehen, Amüsieren und Feiern entwickelt, bereits der Besuch eines fußläufig entfernten Restaurants nötigt mir das Äußerste ab. »Bitte, bitte, lass mich zu Hause hocken bleiben!« Früher musste man sich ab und an blicken lassen, um 1) nicht komplett zu vereinsamen und 2) so etwas wie Networking (damals nannte man das allerdings noch nicht so) zu betreiben. Brauche ich beides nicht mehr. Großer Vorteil regelmäßiger medialer Präsenz: Man braucht überhaupt nicht mehr vor die Tür zu gehen.

24.11. Unfahrbare Pissschüsseln, aus denen die Ficksahne nur so heraussuppscht: Opel Anus, Toyota Votz, BMW Knatterta.

25.11. Wie ließe sich eine schwache Person gut charakterisieren? Sowohl Angst, zu lange zu leben, als auch Angst, zu bald zu sterben.

26.11. Um die Mittagszeit im Lidl-Supermarkt beim Einkaufen ein irrer Zufall: Zwei unter starker Skoliose leidende, sehr kleine Männer um die sechzig. Der eine (Gnom 1) steht noch in der Schlange, der andere (Gnom 2), völlig erschöpft von Tagesaufgabe Einkauf, packt seine Sachen vom Einkaufswagen in die mitgebrachten Beutel um. Dabei steht er ein bisschen im Weg. Kein Drama, man muss nur einen kleinen Bogen um den kleinen Mann machen, was auch alle Kunden rücksichtsvoll tun. Gnom 1, noch in der Schlange stehend, fixiert seinen Leidensgenossen hasserfüllt. Grimmige, stechende Augen, schmaler, harter Mund, nur noch wenige Zähne, zwei oben links und rechts von der Mitte wie die Zähne einer Giftschlange. Das sieht vielleicht aus. Wütend umklammert er den Griff des Einkaufswagens, bis das Weiße aus den Knöcheln tritt, dass man befürchten muss, seine Finger zerbrechen wie Brezeln. Er kann gar nicht abwarten, bis er endlich dran ist. Die roten Nasenlöcher zittern vor Erregung. Ich ahne schon, was gleich passiert. Und tatsächlich, Gnom 2 verstaut noch umständlich seine Geldbörse, gleich wird er das Feld räumen, da erschreckt ihn Gnom 1 mit »HALLOOOOO, KÖNNEN SIE MAL DEN WEG FREI MACHEN« zu Tode. Seine Stimme klingt seltsam schrill und metallisch, wie aus einem Sprechfunkgerät.

Gnom 2 ist so perplex, dass er wie angewurzelt stehenbleibt. In seiner viel zu großen Jacke (wahrscheinlich aus einer Zeit, in der er noch normal groß war) wirkt er wie ein Rabe. Ungläubig schaut er aus der Wäsche, die dichten, grauen, dünnen Haare sehen aus wie frisch geschlagenes Eiweiß. Gnom 1 dauert das alles entschieden zu lange, er stößt wütend seinen Einkaufswagen gegen den von Gnom 2, der verängstigt zurückweicht. Viel fehlt nicht, und Gnom 1, jetzt vollkommen außer Rand und Band, haut ihm eine. Sein Leidensglück ist der Hass, alter, verbrauchter Hass, den er bei Gelegenheit mal austauschen müsste, so wie Ölwechsel. Es ist also das ganze Gegenteil von Solidarität zwischen zwei Leidensgenossen: Wenn einer einem Gnom an den Karren fahren darf, dann nur ein anderer Gnom. Ich sehe sie schon den Einkaufswagen erklimmen, wo sie dann, wie in einem Boxring, einen Kampf auf Leben und Tod austragen. Kunden, Kassierer, der Marktleiter kämen herbeigeeilt, um auf den Ausgang Wetten abzuschließen.

27.11. Tag des Kältetechnikers.

28.11. 1) Kam mir in den Sinn: »Weg mit der Strahlung, her mit der Zärtlichkeit: mein Plädoyer gegen Handys« 2) Er zog sich an, damit ihn eine furchtbare Nachricht wenigstens angezogen erreichte.

So muss sich Jesus gefühlt haben.

29.11. Geile Textidee für Ballermannhit: »Breit in hundert Sekunden, in alle Löcher lass ich es laufen, und danach breit für einhundert Stunden, immer nur saufen, saufen, saufen – Ich will dich kotzen sehen, kotzen sehen, aus allen Löchern soll es laufen. Ich will dich kotzen sehen, so richtig kotzen sehen und dann immer weitersaufen.«

30.11. Der Grund, warum Dummköpfe so eigensinnig sind: Sie geben nicht gerne irgendeine ihrer Ideen auf, weil es ihnen solche Mühe gemacht hat, überhaupt eine zu haben.

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Susanne Viernickel!

Sie sind Professorin für Pädagogik der frühen Kindheit an der Universität Leipzig. Die jetzt durchgeführte OECD-Befragung von Fachkräften in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung enthält zum ersten Mal internationale Vergleichsdaten zu deren Selbstverständnis und Arbeitsbedingungen.

Im Deutschlandfunk benannten Sie als ein wesentliches Ergebnis der Studie den Fachkräftemangel in Deutschland: »Personal, Personal, Personal.« Und: »Auch Leitungskräfte klagen, denn sie können nicht leiten.« Soweit klar; wenn niemand da ist, der sich führen lässt, können Führungskräfte nicht führen. Aber statt darüber zu klagen, könnten diese beispielsweise vorübergehend aufs Leiten und Führen verzichten und direkt in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung tätig werden. Die Kinder tät’s womöglich freuen.

Tipp von Ihrer Titanic

 Dass Sie, Frau Dr. med. Irene Jung,

als praktische Ärztin im altehrwürdigen Städtchen Detmold neben »Naturheilverfahren« und »ästhetischer Dermatologie« als »besonderen Schwerpunkt« Ihrer Tätigkeitspalette »Altersprävention« anbieten, ist naheliegend, können Sie doch ganz überzeugend mit sich selbst als Vorbild werben: Sie zumindest bleiben ja forever Jung.

Kalauert heute etwas altbacken: Titanic

 »Soester Anzeiger«!

Wenn es laut Ausgabe vom 3.7. in Deinem Wirtschafts-Ressort heißt: »Edeka schluckt Netto komplett«, hätte es dann nicht genügt, der Einfachheit halber zu titeln: »Edeka schluckt Brutto«?

Fragen die Betriebswirtschaftsgelehrten von Titanic

 Philipp Amthor!

Um weiter an Ihrem konservativen Profil zu feilen, machten Sie – wie einfallsreich! – einen Jagdschein und ließen es sich nicht nehmen, sich auf der Jagd vom »Spiegel« begleiten zu lassen: »Wenn Philipp Amthor über die Jagd redet, spricht er gern in Jägerdeutsch.« Was unter anderem so klingt: »Natürlich ist .300 Winchester Magnum jagdlich ein relativ großes Kaliber.« Oder: »Ein Maisfeld, sagt Amthor, sei für einen Jungjäger keine einfache jagdliche Situation.« Einmal klagen Sie über das Fehlen von »jagdbarem Wild« und bezeichnen irgendeinen Stephan als Ihren »jagdlichen Mentor«.

Täuscht das, oder besteht Ihr Jägerdeutsch vor allem im Voranstellen des Wortes »jagdlich«?

Und wie kann es sein, dass ein ach so gewiefter Jägerjunge einen solchen Bock schießt wie Sie mit Ihrer Affäre um Augustus Intelligence? Ach, das Wortspiel machten Sie im Interview selbst? Dann lassen wir Sie dieses Mal noch davonkommen!

Bleibt Ihnen satirlich auf den Hufen: Titanic

 Mary Trump!

Mary Trump!

Sie sind die Nichte des amtierenden US-Präsidenten und haben ein Enthüllungsbuch veröffentlicht, das wir aus Sorge um unser Seelenheil leider nicht lesen können. Trotzdem nett, von Ihrer Existenz erfahren zu haben. Und die nächsten beiden Bücher über Onkel Donald schreiben dann Ihre Schwestern Miry und Mury, ja?

Quak-quak! Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Fahrt in den Urlaub

Wer schon mal auf der Autoroute unterwegs war, dem ist es bestimmt aufgefallen: In Frankreich und nur in Frankreich überholt man alle paar Kilometer ein einsam auf der rechten Spur vor sich hin blinkendes Auto. Wo ist man mit seinen Gedanken, fragen wir Deutschen uns da entzückt, wenn man nach dem Spurwechsel nicht nur vergisst, den Blinker auszuschalten, sondern es sogar schafft, sein enervierendes Klacken dauerhaft aus der Wahrnehmung zu verdrängen? In jedem Fall nicht auf der Straße, das verdient schon mal Bewunderung. Vielleicht sogar überhaupt nicht unterwegs, sondern auf Seite 93 der buchstäblich fesselnden Ménage-à-trois, die zu Hause aufgeschlagen vor dem Kamin liegt und sich bereits darauf freut, am Abend wieder einen Tropfen Chardonnay abzubekommen? Oder bei den zwei kleinen Töchtern und ihrer bezaubernden Mutter, von der man in genau diesem Moment angerufen wird, aber nur, weil sie sich am Piano auf das Telefon gesetzt hat und einem jetzt unbemerkt ein Ständchen spielt? Es wird wohl immer ein süßes Geheimnis bleiben.

Teja Fischer

 Beauty-Tipp

Jüngst wollte ich Wimperntusche im Schönheitssalon kaufen. Die Visagistin nahm sich viel Zeit, empfahl ein gutes Produkt, auch noch den passenden Lidschatten dazu und fragte dann: »Kennen Sie weißen Kajal? Nein? Probieren Sie den doch mal am unteren Lidrand.« Ich machte den Versuch, fand das Ergebnis aber irgendwie sonderbar: Der Blick wirkte starr, glubschig-wässrig, die Tränensäcke schwollen an, wurden durch breite Schattenringe untermalt, und als die Kosmetikerin erläuterte: »Horst Tappert, Sie wissen schon, der Derrick, der schwor auf weißen Kajal. Niemals stellte er sich ohne weißen Unterlidstrich vor die Kamera«, entschloss ich mich, fürs erste auf diesen Stift zu verzichten.

Miriam Wurster

 Körpereigene Alarmanlage

Mittlerweile gibt es ja allerhand Smartwatches und Apps zur Überwachung und Optimierung des Schlafes auf dem Markt. Dass aber auch die natürliche Schlafregulation ganz gut funktioniert, merkt man, wenn man nach versehentlichem Wegdösen am Nachmittag vom eigenen Schnarchen prompt wieder geweckt wird.

Julia Mateus

 Ethische Frage

Gesetzt den Fall, der Bandwurm wäre vom Aussterben bedroht –, sollte man ihn dann retten? Und wenn ja: Wer meldet sich freiwillig?

Katharina Greve

 Wo das wahre Outdoor beginnt

Dass du dich in einer echten Wildnis aufhältst, merkst du spätestens dann, wenn du im lichtlosen Gestrüpp stolperst und dir während des Fallens in Sekundenbruchteilen überlegst, ob es sicherer wäre, den Sturz aufzufangen oder die Hände in den Hosentaschen stecken zu lassen. Brennnesseln, Nacktschnecken, Jauchepfützen, das sind alles extrem schwer einzuschätzende Landezonen. Profis fallen übrigens erst gar nicht hin.

Theobald Fuchs

Vermischtes

Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURWenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!
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Das schreiben die anderen

  • 10.08.:

    Martin Sonneborn gibt der "Berliner Zeitung" ein großes Sommerinterview.

     

Titanic unterwegs
14.08.2020 Falkensee-Finkenkrug, Privatgarten Christian Y. Schmidt
20.08.2020 Düsseldorf, Zakk Paula Irmschler
26.08.2020 Berlin, Pfefferberg Theater Max Goldt
26.08.2020 Hamburg, Kampnagel Paula Irmschler mit Linus Volkmann