Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intimschatulle 45

»Angriff des achtbeinigen Rentners«

1.11. Sehr sonnig, kalt. Bereits herrlich früh dunkel. »Abend vorm Kamin«. Rumtopf, Rotwein, im ZDF ein netter Krimi: »Stern des Mordens«. Gedanke: Schön wäre es, wenn dereinst ein Flughafen nach mir benannt würde.

2.11. Einen Überholvorgang abgebrochen.

3.11. Die meisten Menschen würden unter der Zumutung, sich interessant zu finden, zusammenbrechen. Der größte Teil der sog. Kultur, die Religionen inbegriffen, widmet sich seit jeher der Aufgabe, die zahllosen Einzelnen vor dem Interesse an sich selbst zu schützen.

4.11. 1) 2018er Dschungel-Kandidat Ansgar Sowieso: »Frauen sind mit das Coolste, was diese Welt hat.« 2) Gute Songidee (Blödelsong): »Ich hätte gern ein Laugeneck«.

5.11. Google Suchverlauf: Einwohnermeldeamt altona öffnungszeiten – Terezia mora – Er steht im tor – Leo fischer die Herrschenden – Schöpfungshöhe – Mittwochslotto – Timmendorfer strand zob – Timmendorfer strand spielbank – Niendorf lübeck busverbindung – Fette frauen daten sex – Lantenhammer schnaps kaufen – Niendorf ostsee einwohnerzahl – Spielbank lübeck – Luv niendorf restaurant – Sigrid – Waldi harmann gewicht

6.11. Schrecklicher Tag. Die Wohnung nicht verlassen. Schlimm, was Nervosität und Alkohol mit einem anstellen. Abends in den Psalmen gelesen.

7.11. Gewisse Genugtuung über meine Ernennung zum Ehrenpräsidenten des Bundesjugendorchesters. Nachmittags Arbeit am Roman. Alles um mich herum, so kommt es mir vor, ist lautlos in Bewegung. So muss man arbeiten, denke ich, ohne einen Laut, wie die Muttererde.

8.11. 1) Keine philosophische Idee ist so tief und scharfsinnig, dass sie nicht in Alltagssprache ausgedrückt werden könnte. 2) Die Zahl der auf dem Schachbrett möglichen Züge beträgt 10 hoch 30, was mehr ist als die Gesamtmenge aller im Universum vorhandenen Atome. Muss man sich mal vorstellen. Bekomme eine »innere Gänsehaut«.

9.10. Nach dem riesigen Erfolg der italienischen, der griechischen und der asiatischen musikalischen Speisekarte hier nun die indische musikalische Speisekarte:
Strophe 1: Vorweg Malai Kofta, sind kleins Gemüsebällchen, schmackhaft und bekömmlich, Kofta wunderbar.
Strophe 2: Gefolgt von Aloo Gobi, Kartöffel und de Blumkohl, dazu Biryani Reis, Gobi wunderbar.
Strophe 3: Wie wär’s jetzt mit ein Dosas, ist indisch Pfannekuchen, schöne dicke Dosas, Dosas wunderbar.
Strophe 4: Zwischendurch Raita, ist Dip auf Joghurtbasis, kannst ein Löffel naschen, Raita wunderbar.
Strophe 5: Dann Tandoori Chicken mit Cashewnuss und Sahne, ist ein Leckerbissen / schmeckt am besten lauwarm, Tandoori wunderbar.
Strophe 6: Danach Palak Paneer, ist ein weicher Käse, zerschmilzt auf deiner Zunge, Palak wunderbar.
Strophe 7: Rotis und Chapatis sind Brotspezialitäten, tunkst in lecker Sauce, munden wunderbar.
Strophe 8:
Couscous mit Hühnercurry ist ein lecker Hauptgang, wirste sicher satt von, Couscous wunderbar.
Strophe 9:
Dazu ein frisches Naan-Brot – sind knusprig dünne Fladen aus dem Sauerteige, Naan-Brot wunderbar.
Strophe 10: Zum Nachtisch Gulab Jamun, sind schön fritierte Bällchen mit Milch und Zuckersirup, Gulab wunderbar.
Strophe 11: Auch gut Bananenlassi, schmeckt ganz frisch und cremig, mit Kardamom und Nelken, Lassi wunderbar.
Refrain: Indien, o Indien, ein großes Land auf meiner Zung, Indien, o Indien, mild oder scharf, da geh ich hin.

10.11. Zeitgemäße Doppelnamen (bitte zugreifen): Leonie-Julie, Marlon-Noel, Noah-Elias, Mia-Joline, Silja-Malin, Soraya-Diana, Tessa-Mareen, Shakira-Joline.

10.11. Slogans zur freien Verfügung. Wenn Sie zufällig Hase heißen und eine Fleischerei betreiben: Fleischerei Hase – Fleisch von Meisterhand, so zart wie ein Hase.

11.11. Kurze Begegnung mit Volker Malowski. Eine plumpe ostdeutsche Figur, provinziell, unbedeutend und hinterhältig. Abschließend: Wovon träumt einer mit hellgrüner Bundfaltenhose und Schnauzbart?

12.11. Was Computern abgeht: Zögern. Entscheidungen überdenken. Eine andere Lösung finden. Alles muss immer schnell gehen. Abends mit Bertram Leyendiecker ins Restaurant Brimborium. Bestellt gleich zwei Wiener Schnitzel. Ein träger Genüssling.

13.11. Witzig: Entschwuligung!

14.11. Schlagzeilen mit dem gewissen Etwas: 1) MUTTER WARTETE 239 TAGE AUF DIE TELEKOM 2) RAKETEN-BIKER STIRBT AUF WASSERDAMPFDREIRAD 3) ÜBERGEWICHTIGE STÜRZT AUF REHBOCK UND BRICHT IHM DAS GENICK

Evangelische Buchhandlungen sind so etwas wie die Autobahnkirchen des Alltags.

15.11. Wirklich ekelhaftes Wort: ANALTUNKE. Ist mir, wie vieles, »einfach so« eingefallen, Stichwort Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf. Analtunke, Analtunke, Analtunke, mal »auf der Zunge zergehen lassen«. Vielleicht das ekelhafteste Wort der Welt.

16.11. »Mir persönlich ist das Schicksal irgendwelcher wilden Tiere völlig egal.« Weiß nicht mehr, von wem das stammt (im Zweifelsfall Karl Lagerfeld), ist aber hängengeblieben. Hamburger Thema, solange ich denken kann: Elbvertiefung. Naturschützer gehen auf die Barrikaden: Da würde doch das seltene Insekt A vertrieben oder der noch seltenere Vogel B aussterben. Frosch C umzutopfen, würde 100 Millionen kosten. Tja, dann ist das wohl so. Selbst schuld. Tiere sterben nun mal aus, die Menschen wird es auch irgendwann nicht mehr geben. Die Erde auch nicht. Milchstraße, ganze Sonnensysteme, usw. Die Elbvertiefung ist mir natürlich vollkommen egal.

17.11. Alltagsfrage: Warum sind manche Einzelteile eigentlich oft nur teilweise reduziert?

18.11. Tagsüber nichts, abends TV, auf Kabel 1 90er Actionkracher: ANGRIFF DES ACHTBEINIGEN RENTNERS. Schlimmes Ohr. Mir fällt auf, dass das linke mehr von dem ekligen, stinkenden, gelben Schmalz produziert als das rechte.

19.11. Widerliche Vokabel: schockverliebt. Aber auch daraus könnte ein toller Song entstehen: »Ich bin schockverliebt – los, melk mich ab«. Oder so.

20.11. Karriereschatulle: 1) Ein Mensch ohne Ziele arbeitet automatisch für die Ziele anderer. 2) Tränen und Schweiß haben die gleiche Konsistenz, aber nur Schweiß bringt dich weiter. 3) Warum-Fragen bringen Entschuldigungen, Wie-Fragen bringen Lösungen.

21.11. Ehepaar Mehlau zum Dinner. Dr. Mehlau ist mit seinen 68 Jahren noch recht temperamentvoll. Beide Mehlaus rannten wie alte Hühnerhunde im Wohnzimmer umher und betrachteten meine Bilder.

22.11. Verbitterung darüber, dass total bescheuerte, dumme, humorlose Idioten oft viel besser in Mathematik (oder Naturwissenschaften) sind als ich.

23.11. Ich bin schon immer ungern »ausgegangen«. Mittlerweile eine fast krankhafte Aversion gegen Ausgehen, Amüsieren und Feiern entwickelt, bereits der Besuch eines fußläufig entfernten Restaurants nötigt mir das Äußerste ab. »Bitte, bitte, lass mich zu Hause hocken bleiben!« Früher musste man sich ab und an blicken lassen, um 1) nicht komplett zu vereinsamen und 2) so etwas wie Networking (damals nannte man das allerdings noch nicht so) zu betreiben. Brauche ich beides nicht mehr. Großer Vorteil regelmäßiger medialer Präsenz: Man braucht überhaupt nicht mehr vor die Tür zu gehen.

24.11. Unfahrbare Pissschüsseln, aus denen die Ficksahne nur so heraussuppscht: Opel Anus, Toyota Votz, BMW Knatterta.

25.11. Wie ließe sich eine schwache Person gut charakterisieren? Sowohl Angst, zu lange zu leben, als auch Angst, zu bald zu sterben.

26.11. Um die Mittagszeit im Lidl-Supermarkt beim Einkaufen ein irrer Zufall: Zwei unter starker Skoliose leidende, sehr kleine Männer um die sechzig. Der eine (Gnom 1) steht noch in der Schlange, der andere (Gnom 2), völlig erschöpft von Tagesaufgabe Einkauf, packt seine Sachen vom Einkaufswagen in die mitgebrachten Beutel um. Dabei steht er ein bisschen im Weg. Kein Drama, man muss nur einen kleinen Bogen um den kleinen Mann machen, was auch alle Kunden rücksichtsvoll tun. Gnom 1, noch in der Schlange stehend, fixiert seinen Leidensgenossen hasserfüllt. Grimmige, stechende Augen, schmaler, harter Mund, nur noch wenige Zähne, zwei oben links und rechts von der Mitte wie die Zähne einer Giftschlange. Das sieht vielleicht aus. Wütend umklammert er den Griff des Einkaufswagens, bis das Weiße aus den Knöcheln tritt, dass man befürchten muss, seine Finger zerbrechen wie Brezeln. Er kann gar nicht abwarten, bis er endlich dran ist. Die roten Nasenlöcher zittern vor Erregung. Ich ahne schon, was gleich passiert. Und tatsächlich, Gnom 2 verstaut noch umständlich seine Geldbörse, gleich wird er das Feld räumen, da erschreckt ihn Gnom 1 mit »HALLOOOOO, KÖNNEN SIE MAL DEN WEG FREI MACHEN« zu Tode. Seine Stimme klingt seltsam schrill und metallisch, wie aus einem Sprechfunkgerät.

Gnom 2 ist so perplex, dass er wie angewurzelt stehenbleibt. In seiner viel zu großen Jacke (wahrscheinlich aus einer Zeit, in der er noch normal groß war) wirkt er wie ein Rabe. Ungläubig schaut er aus der Wäsche, die dichten, grauen, dünnen Haare sehen aus wie frisch geschlagenes Eiweiß. Gnom 1 dauert das alles entschieden zu lange, er stößt wütend seinen Einkaufswagen gegen den von Gnom 2, der verängstigt zurückweicht. Viel fehlt nicht, und Gnom 1, jetzt vollkommen außer Rand und Band, haut ihm eine. Sein Leidensglück ist der Hass, alter, verbrauchter Hass, den er bei Gelegenheit mal austauschen müsste, so wie Ölwechsel. Es ist also das ganze Gegenteil von Solidarität zwischen zwei Leidensgenossen: Wenn einer einem Gnom an den Karren fahren darf, dann nur ein anderer Gnom. Ich sehe sie schon den Einkaufswagen erklimmen, wo sie dann, wie in einem Boxring, einen Kampf auf Leben und Tod austragen. Kunden, Kassierer, der Marktleiter kämen herbeigeeilt, um auf den Ausgang Wetten abzuschließen.

27.11. Tag des Kältetechnikers.

28.11. 1) Kam mir in den Sinn: »Weg mit der Strahlung, her mit der Zärtlichkeit: mein Plädoyer gegen Handys« 2) Er zog sich an, damit ihn eine furchtbare Nachricht wenigstens angezogen erreichte.

So muss sich Jesus gefühlt haben.

29.11. Geile Textidee für Ballermannhit: »Breit in hundert Sekunden, in alle Löcher lass ich es laufen, und danach breit für einhundert Stunden, immer nur saufen, saufen, saufen – Ich will dich kotzen sehen, kotzen sehen, aus allen Löchern soll es laufen. Ich will dich kotzen sehen, so richtig kotzen sehen und dann immer weitersaufen.«

30.11. Der Grund, warum Dummköpfe so eigensinnig sind: Sie geben nicht gerne irgendeine ihrer Ideen auf, weil es ihnen solche Mühe gemacht hat, überhaupt eine zu haben.

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Ostfrieslandkrimi-Autorin Sina Jorritsma!

Als Verfasserin von »Friesenkoch«, »Friesenlist«, »Friesenbraut«, »Friesenstrand«, »Friesenkreuz«, »Friesenwrack«, »Friesenblues«, »Friesenwahn« sowie zahlreichen weiteren Friesenromanen können Sie uns doch bestimmt sagen, wie viele Ostfriesinnen man braucht, um einen originellen Titel für einen Ostfrieslandkrimi zu finden, oder?

Bittet um Antwort unter dem Kennwort »(F)riesenscheiß«: Titanic

 Stop, unbekannte mit Corona infizierte Dame in London,

die Sie sich mit einem Uber-Taxi ins Krankenhaus haben bringen lassen: Wie viele Sterne haben Sie für die Fahrt gegeben? Und wie viele erhalten?

Hüstel: Titanic

 Immobilienunternehmer Christian Krawinkel!

Sie haben gespendet, und zwar ausgerechnet an die Höcke-AfD, und zwar ausgerechnet kurz nach der fürchterlichen Ministerpräsidentenwahl in Thüringen, und zwar 100 000 Euro. Begründung: aktuelle politische Ereignisse. Sie seien »parteipolitisch nicht gebunden« und nähmen nur Ihre »Rechte als Bürger« Ihres »Vaterlandes« wahr. Wenn man hört, dass Sie auch schon mal einen Teil von Boris Beckers Trophäen mit der Begründung ersteigert haben, ein Zeichen für den »Volkshelden des Sports« und gegen die »Gier gewisser Finanzierungsinstitute« (lassen Sie uns raten: Rothschild?) setzen zu wollen, rundet sich das Bild von Ihnen ab.

Apropos Bild: Man findet nur wenige von Ihnen, aber auf einem sehen Sie aus wie ein vorbestrafter Rocker, den man in einen Maßanzug gesteckt hat, auf dem anderen wie ein Immobilienmakler, der zu Fastnacht als Rocker verkleidet geht. Das scheint uns ungefähr so konsequent wie wenn man gleichzeitig »parteipolitisch nicht gebunden« und Großspender für Höcke sein will.

Weiß hingegen ganz eindeutig, was von Ihnen zu halten ist: Titanic

 Knusper, knusper, Helmut Markwort!

Knusper, knusper, Helmut Markwort!

In Ihrem Leib- und Magenblatt »Focus« referierten Sie herrlich volksnah über den Irrsinn der viel diskutierten Bonpflicht. Statt nämlich sachlich Argumente wiederzukäuen, wurden Sie ganz konkret: »Die Verkäuferin tut mir leid. Weil ich eine Butterbrezn für einen Euro und fünfzig Cent gekauft habe, muss sie mir einen Kassenbon anbieten.«

Schon recht: ein vollkommener Wahnsinn ist das. Aber Markwort, bleiben Sie doch bitte ehrlich! Eine Brezn? Wer soll Ihnen das denn abkaufen? Es raschelten doch gewiss mindestens fünf Stück in Ihrer Frühstückstüte. Und da wird es steuerlich schon interessant … Oder sitzen bei Burda die Spesen nicht mehr so locker?

Aufklärung fordern Ihre Breznsalzer von Titanic

 Papst Franziskus (Mann)!

In Ihrer apostolischen Ermahnung »Geliebtes Amazonien« nagelten Sie noch mal ein paar Grundsätze der katholischen Kirche schön fest: Lockerung des Zölibats, Weihe von Diakonissen oder Priesterinnen – nicht mit Ihnen. Auch warnten Sie vor einer »Klerikalisierung der Frauen«, wenn sie, Gott bewahre, zu heiligen Weihen zugelassen würden. Gleichwohl sollten Frauen »Zugang zu Aufgaben und auch kirchlichen Diensten haben, die nicht die heiligen Weihen erfordern und es ihnen ermöglichen, ihren eigenen Platz besser zum Ausdruck zu bringen«. Was ungefähr heißt: Lasst die Damen nach dem Rumgebete einfach noch fix den Laden feucht durchwischen sowie Kelch und Hostienschale spülen?

Gut gemacht, Heiliger Vater! Mit dieser Einstellung ersparen Sie es uns fürderhin, uns erst lange mit grässlichem Messwein besaufen zu müssen, bevor wir Sie und Ihren Verein für einen Haufen misogyner Spinner halten.

Es grüßen weiterhin mit einem kühlen Bier in der Hand: Ihre Höllenhunde von der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Panik

Nie und nimmer würde ich mich freiwillig dazu bereit erklären, einen Paragliding-Tandemflug zu absolvieren. Bereits beim bloßen Gedanken daran, 30 Minuten lang an einem Fallschirm hängend dem Smalltalk mit einem Fremden ausgeliefert zu sein, fangen meine Knie an zu schlottern.

Teja Fischer

 Der Pate

Meine beste Freundin, die sich seit Geburt ihres Kindes leider sehr für alternative Heilmethoden interessiert und nicht müde wird, diese auch anderen nahezubringen, hat mich gebeten, Patenonkel ihres Kindes zu werden. Ich sagte natürlich sofort zu und habe vor, mich in ihrem Sinne zu kümmern: Ich werde mich absolut nicht um das Kind sorgen, dennoch alle etwaigen Erfolge für mich verbuchen und schließlich für nichts und wieder nichts auch noch viel Geld verlangen. Ich denke, diese Homöopathenschaft wird ihr gefallen.

Karl Franz

 Da wächst kein Gras drüber

Dass in der unmittelbaren Nachbarschaft meiner kleinen Ortschaft, in die ich gezogen bin, wohl doch ein paar Dinge im Argen liegen, wurde mir bewusst, als kürzlich ein kleiner Trupp von Haustür zu Haustür zog, um anlässlich des Todes eines Nachbarn Geld für einen Trauerkranz zu sammeln, und eine Anwohnerin ihre kleine Spende für die ganze Straße deutlich hörbar kommentierte: »Ja, jetzt kann er ja schön im Himmel viermal die Woche Rasen mähen. Zur Mittagszeit!«

Matthias Stangel

 Glatter Durchschuss

Ich weiß noch, wie mein Großvater früher vom 2. Weltkrieg erzählte. »Etwas in mir ist damals kaputtgegangen«, sagte er aus dem Fenster blickend. Dem nachdenklichen Schweigen, das diesem Satz folgte, setzte er wenig später ein Ende. »Ach ja, jetzt weiß ich’s wieder!« rief er und präsentierte mir eine Narbe: »Die Milz war’s!«

Leo Riegel

 Lob des Defätisten

Neulich im Geschichtsunterricht ist mir ein Schüler so dermaßen auf die Nerven gegangen, dass ich ihm wegen fortgesetzter Lehrkraftzersetzung erst ein Referat über den Nationalsozialismus aufgebrummt und es ihm aber sogleich wieder erlassen habe, da eine Jugend, die so respektlos und autoritätsresistent ist, mir nicht wenig Hoffnung auf eine friedliche Zukunft gibt.

Tibor Rácskai

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 20.02.:

    Über seine Delegationsreise mit MdEP Sonneborn in die unbekannte Kaukasusrepublik Arzach berichtet Oliver Maria Schmitt in der FAZ.

  • 13.02.:

    Die "Junge Welt" sieht Moritz Hürtgens Gedichtband "Angst vor Lyrik" in bester TITANIC-Tradition.

  • 10.02.:

    Heinz Strunk erzählt im Interview mit dem "Flensburger Tageblatt" von seiner Bühnenshow, seinen Büchern und Kolumnen.

  • 10.02.:

    Max Goldt spricht bei "rbbKultur" über sein musikalisches Werk.

  • 04.02.:

    Christian Y. Schmidt berichtet über das Leben mit dem Corona-Virus in Peking bei radioeins und im "Freitag".

Titanic unterwegs
28.02.2020 Potsdam, Waschhaus-Arena Max Goldt
29.02.2020 Zürich, Rote Fabrik Oliver Maria Schmitt
29.02.2020 Kassel, verschiedene Veranstaltungsorte »Kasseler Komik Kolloquium«
01.03.2020 Kassel, verschiedene Veranstaltungsorte »Kasseler Komik Kolloquium«