Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intimschatulle 41

»Entschuldigung, ich bin Christ«

1.7. Bald ist es soweit, und es geht ab in die ersehnte Sommerfrische (Urlaub). Heuer habe ich mir etwas ganz Besonderes ausgedacht: Erholung UND Erbauung. Ein Road-Trip, eine moderne Pilgerfahrt, ein automobiler Jakobsweg, der mich zu sämtlichen Autobahnkirchen bzw. Autobahnkapellen Deutschlands führen wird. Als gläubiger Autofahrer und christlicher Autor schwebt mir das schon länger vor, Jahr um Jahr habe ich es verschoben, doch nun und solange ich gesundheitlich noch dazu in der Lage bin, gehe ich es endlich an! Als ich in meinem evangelischen Hauskreis darüber berichtete, stieß ich auf nur wenig Ablehnung (Schadstoffausstoß), aber viel Begeisterung. In ein paar Tagen schon sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden! Gemütslage: aufgeregt, konzentriert, nachdenklich.

2.7. Ein christlicher Buchautor, ein christlicher Künstler, ja, das bin ich fürwahr. Manchmal scheint es mir, als steckte in jedem Buchstaben, den ich zu Papier bringe, die gesamte Bibel.

3.7. In den Psalmen gelesen. Heiteres, aber auch zum Denken Verleitendes. Die vielen Kriege, die überall auf der Welt toben. Dereinst wird man in den Museen Raketen ausgestellt sehen, wie jetzt die alten Folterwerkzeuge, und wird darüber staunen, dass derlei einmal ernsthaft die Welt bedroht hat.

4.7. Reisevorbereitungen. Kulturtasche – check! Wechselwäsche – check! Schlafanzug – check! Usw. Habe auch jede Menge »musikalische Nervennahrung« dabei, z.B. CDs von Michael Hirte: »Tonangebend« und »Nackt vor Gott«.

5.7. Es geht los! Meine Akkus (leider auch die Glaubensakkus) sind leer wie eine Autobatterie nach zwei Jahren Standzeit. Mein Weg führt mich zunächst auf der A7 in die Autobahnkirchen Dammer Berge (ökumenische Autobahnkapelle), Roxel (Autobahnkapelle) und Wittich (evang. Autobahnkirche). Herrliches Wetter. »Schiebe« viele Pausen ein (endlich mal keine Terminhetze). Notiere immer wieder Zeilen für mein nächstes (Sach-)Buch-Projekt. Arbeitstitel: »Entschuldigung, ich bin Christ« (eine Art Fortschreibung des Klassikers »Pardon, ich bin Christ«).

6.7. Deutschland ist schön! Erkenntnis 1: Niemals konnte Noah die Welt so gut sehen wie von der Arche aus, obgleich sie geschlossen und es auf Erden dunkel war. Erkenntnis 2: Ich bin nur mir selber gut, wenn ich tue, was ich soll. (Diderot, Lettres, 8.10.1760)

7.7. Immer wieder kindliches Erstaunen darüber, dass jemand, mit dem ich in der Eisenbahn gesessen habe, aussteigt und ich ihn nie wiedersehen werde. Ähnlich ist es auch mit den anderen Betenden in den AKs (Autobahnkapellen).

8.7. Karriereschatulle: 1) Bei mir gehen Kopf und Füße Hand in Hand. 2) Wenn dich jemand missachtet, dann störe ihn bitte nicht dabei. 3) Das Leben ist ganz einfach. Bist du glücklich? Dann mach alles weiter so wie bisher. Bist du unglücklich? Dann ändere etwas (Gott).

9.7. Slogans zur freien Verfügung (bitte zugreifen). Wenn Sie zufällig Kreuz (z.B. Markus Kreuz) heißen und eine christliche Buchhandlung betreiben: BUCHHANDLUNG KREUZ – BÜCHER IM ZEICHEN DES KREUZES.

10.7. Auf der A4 unterwegs. Stationen: Uhyst am Taucher (schmuddelige Sanitäranlage), Gelmeroda, Schwabhausen (Bänke angekokelt), Wilsdruff (Gesamteindruck gut, aber leider nicht barrierefrei). Bereits im Mittelalter wurden dem Wanderer, Pilger und Reisenden Andachtsmöglichkeiten in Form von Kapellen und Kreuzen am Wegesrand angeboten. Sie dienten als Orte des Schutzgebetes und der Besinnung und erinnerten die Menschen daran, sich auch reisend immer wieder auf Gott zu besinnen. Dasselbe tun die Autobahnkirchen heute. Sie laden ein, zur Ruhe zu kommen, sich zu erholen und zu besinnen. Sie sind ein Gegenpol zum Leben auf der Überholspur, hier kann man zu Gott und zu sich selber finden.

11.7. Gedanke: Geschwindigkeitsbegrenzungen sind sinnvoll, Begrenzungen des Glaubens nicht. Steige spontan am Parkplatz Wolfsgrund aus, um einen Rosenkranz zu beten.

12.7. Ich gebe zu, dass mir Autofahren echtes Vergnügen bereitet. Bin eben doch ein Petrol Head, in meinen Adern fließt Benzin.

13.7. Weiter auf der A7: AK Kirchheim/Hessen (Gebetsraum riecht nach Essen), AK Holle, OT Gradorf, AK Gramschatzer Wald (verwahrloster Vorplatz). Rund eine Million Menschen besuchen jedes Jahr eine Autobahnkirche. Sie schätzen vor allem die Ruhe und die Anonymität. Viele von ihnen nutzen das bereitliegende Anliegenbuch, um ihre Gedanken festzuhalten, andere zünden eine Kerze an und geben eine Spende. Wer in Autobahnkirchen Rast gemacht hat, der fährt danach gelassener, rücksichtsvoller und sicherer. Der Besuch einer Autobahnkirche ist damit auch ein Beitrag zur Verkehrssicherheit.

14.7. Schlagzeilen, die nachdenklich machen: 1) BEINE ZU KURZ – KEIN FÜHRERSCHEIN 2) BULGARIEN: GERICHTSVOLLZIEHER PFÄNDEN ÜBER 1000 KINDER
3) UNSER BABY HAT DEN PAPST GEBISSEN.

15.7. Barmherzigkeit ist nicht Liebe, sie bedarf nicht der Erwiderung, urteilt nicht. Sie ist nur barmherzig, bedingungslos, für einen Augenblick, auch wenn der, gegen den sie barmherzig ist, dessen nicht würdig ist. Komme in der AK Brehna mit dem pensionierten Pastor Hauke ins Gespräch. Sehr gewinnender Mann, seit kurzem verwitwet. Erzählt, dass er zweimal im Jahr zum Schnorcheln auf die Kanarischen Inseln reist. Ein Mann in den späten Siebzigern beim Schnorcheln (klingt wie röcheln). Irgendwie peinlich, auch unappetitlich.

16.7. Fahrtgedanken: Wie soll man seine Tage verbringen? Im Gleichmaß, wie der Bach vorm Fenster dahinfließt? Oder soll man Aufregungen, Abwechslungen, Erschütterungen gerade nicht aus dem Wege gehen?

17.7. A6 AK Waidhaus (Gebetsraum vermüllt). Gedanken: Spurwechsel zu Gott/Ausfahrt zur Einkehr/Auch bei Tempo 180 fährt jetzt Jesus bei dir mit, er gibt dir Mut und Kraft auf deinem Höllenritt. Weiter zur AK Kochertalbrücke (frisch renoviert, ohne sichtbare Mängel). Schaue mich während des Gebets mehrmals um. Eine diffuse Angst wallt auf, überfallen und beraubt zu werden. Wäre ich Verbrecher, würde ich mir meine Opfer in Autobahnkirchen suchen. Arglos ins Gebet vertieft, schlaff, leichte Beute. Statt Gegenwehr zu leisten, segnen sie ihre Peiniger. Muss aufpassen, dass ich mich da nicht reinsteigere.

18.7. Steige im Motel Hösel Ost ab. Abends Lektüre von Kafkas Tagebüchern: »Sehe ich eine Wurst, beiße ich in meiner Einbildung mit ganzem Gebiss hinein und schlucke rasch, regelmäßig und rücksichtslos, wie eine Maschine. Die langen Schwarten von Rippenfleisch stoße ich ungebissen in den Mund und ziehe sie dann von hinten, den Magen und die Därme durchreißend, wieder heraus. Fülle mich mit Heringen, Gurken und allen schlechten alten scharfen Speisen an. Bonbons werden aus ihren Blechtöpfen wie Hagel in mich geschüttet.« Traurig. War Kafka Christ?

19.7. Tolles Angebot: Wenn man eine SMS an die 01636633777 schickt, erhält man Minuten später einen Reisesegen aufs Handy. »Den Weg des Friedens führe uns der allmächtige und barmherzige Herr. Sein Engel geleite uns auf dem Weg, dass wir wohlbehalten heimkehren.« 1a Service.

20.7. Was die Jungs von Willis Schwenk-Grill wohl gerade machen?

21.7. Auf der A9 über AK Himmelkron (dunkel, verwohnt), AK Meienburg, bis AK Trockau (sanitäre Anlagen außer Betrieb).

22.7. Dialog mit Gott am Steuer, er hört mir überall zu. Fast 1000 Kilometer gemacht, nachts schlafe ich wie ein Stein.

23.7. Meldung, dass die Schwedische Jugendpartei Sex mit Leichen und Geschwistern (Nekrophilie und Inzest) erlauben will. Man soll seinen Körper für Geschlechtsverkehr vermachen dürfen. Das ist nun die Welt, in der wir leben.

24.7. Denke heute viel an E. Er ließ sich bereits als Siebzehnjähriger »auf dem Totenbett« zeichnen. Zeitlebens über Selbstmord nachgedacht. Ausführung dann im einundvierzigsten Lebensjahr. Vorher hat er noch geliehene Bücher zurückgegeben.

25.7. Weiter auf der A57 in die AK Geismühle (schon etwas in die Jahre gekommen), dann zur AK Nievenheim (leider wieder nicht barrierefrei). Von dort aus Abstecher ins benachbarte Dormagen, um in der Johanneskirche die Predigt von Generalvikar Karsten Dollinger zu hören. Glaubensbekenntnis, Abendmahl, tut gut, einmal nicht alleine zu beten. Übernachtung in F. Man sagt mir, Napoleon habe hier auch geschlafen. Wo hat er nicht geschlafen? »Und hier hat Napoleon geschlafen« ist ein Satz, den ich auf meinen Reisen hundertmal gehört habe.

26.7. Immer wieder Rowdys, die, anstatt sich ordnungsgemäß einzufädeln, an der Schlange vorüberrasen und dann vorn rein. Ich verabscheue Leute, die sich nicht an die Spielregeln halten. Die bürgerlichen Tugenden werden verhöhnt und abgeschafft. Gottlob werde ich demnächst überhaupt nicht mehr am Verkehr teilnehmen. Ich entziehe mich der Welt.

27.7. Ein neuer Tag on the road, geprägt von melancholischen Reminiszenzen: Erinnerung an die Zeit, als ich noch ein kleiner Bub war. Ich wünschte mir so sehr ein Geschwisterchen. Deshalb habe ich Zuckerstücke aufs Fensterbrett gelegt, um den Klapperstorch anzulocken. Der Regen hat sie weggespült. Auch für einen Christen gibt’s Hochs und Tiefs, Sonnenschein und Regen.

28.7. Übernachtung in K. Kleine, ja winzige Fußgängerzone. Im Bekleidungsgeschäft Manyclothes einen Satz frischer Unterwäsche erstanden, danach Abendessen im Restaurant Diverso. Gebackener Camembert mit Preiselbeeren, dazu eine Flasche (alkoholfreien) Rosé.

29.7. A61 AK Waldlaubersheim. Trotz des verwahrlosten Eindrucks, den die Anlage macht, fühle ich mich wohl. Je öfter und länger ich bete, desto mehr komme ich mit Gott »ins Gespräch«. Bemerke (oder täusche ich mich?), wie viele christliche Autofahrer unterwegs sind. Wohin pilgern sie?

30.7. Zwischenstopp in T. Das örtliche Frisiergeschäft »Salon Erich« bietet neben dem Standardprogramm (Fasson, Dauerwelle) auch einen Damen-Nasen-Haarschnitt für 4,50 Euro an. Was es nicht alles gibt! Abendessen im Restaurant Brimborium, im Hotel noch Orangensaft und Weingummi.

31.7. Meine Reise endet in der AK Leutkirch im Allgäu/A96 (Toiletten unbenutzbar). Alles in allem eine wirklich phantastische Erfahrung. Vielleicht führen diese Zeilen dazu, dass sich die Idee »Autobahnpilgern« so durchsetzt wie seinerzeit die Aktion »sieben Wochen ohne«.

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Kneipp GmbH!

»Der einfachste Weg zum Glück ist«, sofern wir Deiner Werbung glauben dürfen, »das Leben mit einem Augenzwinkern zu sehen« und also Aroma-Pflegeduschen namens »Sei frech, wild und wunderbar!« bzw. sogar »Sei frech, verrückt und glücklich!« zu kaufen.

Wunderbar glücklich wären wir aber erst beim Erwerb eines Pflegeprodukts mit der frech-wilden Bezeichnung »Sei nicht traurig, dass der Name dieser Aroma-Dusche so lang ist, dass wir ihn gar nicht vollständig auf die Aroma-Pflegeduschen-Verpackung dru«.

Zwinker, zwinker: Titanic

 Pflegeroboter!

Was müssen wir da im »Handelsblatt« lesen? »Corona könnte Tür für Roboter öffnen«. Aber ist nicht gerade der Punkt, dass Ihr angeblich so nützlichen Pflegeroboter Euch selbst die Tür zu Corona bzw. Corona-Patienten öffnen können solltet? Solange ein kleines Virus schweren Maschinen wie Euch noch den Weg frei machen muss, ist Eure Zeit wohl doch noch nicht gekommen!

Meinen mitleidlos wie Ihr: die Witzmaschinen von Titanic

 Monika Maron!

Das war natürlich eine Menschenrechtsverletzung erster Güte, dass Sie im Zuge der Corona-Bekämpfungsverordnungen nicht mehr in Ihrem Landhaus im tiefsten Mecklenburg-Vorpommern bleiben durften. Klar, dass Sie das nicht einfach hinnehmen konnten und sich durch die Ausreiseverfügung »an die DDR erinnert« fühlten. Und wo Sie schon mal an die erinnert wurden, ist Ihnen als Tochter des ehemaligen DDR-Innenministers Karl Maron auch gleich noch eingefallen, wie man sich als Bonze dort eine Vorzugsbehandlung sichert: sich nämlich via Parteizeitung (»Bild«) direkt beim Innenminister (Caffier) beklagen, der diesem unhaltbaren Zustand dann trotz anderslautender Verordnung gleich Einhalt gebot.

So weit, so zwingend. Stutzig macht uns lediglich, warum Sie eigentlich so unbedingt in Ihrem Zonenhäuschen zu bleiben trachten, schrieben Sie doch im »Spiegel« einst: »Der Osten verursacht mir Ekel. Ich halte es für eine Krankheit und weiß nicht, wie man sie heilt. Die Krankheit nenne ich Zonophobie.« Ein Glück, scheint zwischenzeitlich ja erfolgreich therapiert.

Ihre Pillen hätte auch gern: Titanic

 Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

In Ihrem Kampf gegen Kontaktverbote und für das Menschenrecht auf Infektion tönten Sie in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«: »Mittlerweile habe ich das Gefühl, einige Ministerpräsidenten gefallen sich in der Rolle, dass sie auftreten können wie Sonnenkönige, und den Eindruck vermitteln, die Gewährung von Freiheiten sei Gnadensache.«

Und das, Kubicki, sagten Sie gewiss auf die selbstherrlichste, herablassendste Art, die man sich nur denken kann, fuhren mit Ihren Fingern lächelnd durch die gepuderte Allongeperücke und ließen sich von Ihrer Mätresse ein paar Weintrauben in den Mund schieben – einfach weil Sie keine anderen Sonnenkönige neben sich dulden, nicht wahr?

Winkt zur Warnung mit der Guillotine: Titanic

 Scorpions-Fossil Klaus Meine!

Ihre Powerballade »Wind of Change« soll von der CIA geschrieben worden sein. Das behauptet zumindest der amerikanische Journalist Patrick Radden Keefe, der daraus gleich eine ganze achtteilige Podcast-Serie bastelte, in der Sie, Meine, in der letzten Folge selbst auftreten und alle Behauptungen verneinen.

Was für eine Zeitverschwendung, ist doch schon vorher klar gewesen: So manche schmutzige Geschichte hat die CIA sicherlich am Hals, aber für ein Verbrechen wie »Wind of Change« sind selbst die nicht skrupellos genug.

Pfeift auf Sie: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Filmkunde

In Zeiten von Zoom-Konferenzen kann es nicht schaden, der Leserschaft ein wenig Nachhilfe in filmischen Fachtermini zu geben. Eine sogenannte Text-Bild-Schere zum Beispiel kann für einen visuellen Bruch und Komik sorgen. Während der Video-Sprechstunde mit meiner Internistin erzählte ich ihr zum Beispiel, dass ich seit vier Monaten nichts trinke, während sie auf eine Galerie leerer Weinflaschen hinter mir starrte. Wichtig ist auch, dass man sich bereits vor jeder Zoom-Konferenz im Klaren ist, auf welches Genre man hinaus will, sich dabei aber genug Raum offenlässt für spontane Änderungen. Meine Video-Sprechstunde hatte ich zum Beispiel eher als »Komödie« gepitcht (aktuelle Blutwerte), am Ende wurde dann aber ein ziemlich bombastischer High-Budget-Horrorstreifen daraus (Privatbehandlung).

Jürgen Marschal

 Idee für 2021: Spargelernte per Silvesterrakete

Die jungen Feuerwerkskörper werden im April ins Spargelbeet gesät, wachsen dort bis zur erntereifen Rakete. Am 5. Mai heißt es dann: DER SPARGEL SCHIESST, und zwar uns unter großem Hallo und Funkenregen direkt in die Münder. Tradition (Spargel) trifft auf Tradition (Feuerwerk), bzw. »Volksspeisung mal anders«. Noch eine kleine Gegendemo (Querfront) dazu, einem Kind fliegt ein Spargel direkt ins Auge, im Folgejahr wird es Einschränkungen geben müssen, fertig ist DAS DEUTSCHE NEUJAHR.

Elias Hauck

 Deutsch, wie es singt und kracht

Wer Deutsch als Fremdsprache lernt, wird zunächst naiv annehmen, dass sich hinter einem Wort wie »Scheiblettenkäse« etwas unsagbar Absurdes, in der Muttersprache nur unter Zuhilfenahme sperrigster Umschreibungen Wiederzugebendes verbirgt, ähnlich gewissen japanischen oder isländischen Vokabeln, die zum Beispiel die mundwässernde Wirkung eines seit sechs Monaten im eigenen Sperma marinierten Walhodens bezeichnen. Um dann, mit wachsendem Sprachverständnis, zu begreifen, dass diese Ahnung nicht getrogen hat.

Jasper Nicolaisen

 Verwöhnt

Meinen Lebensstil muss man sich erst mal leisten können. Ich zum Beispiel konnte es noch nie.

Tanja Schmid

 Zieleinlauf eines Dialogs

Kundin (alte Dame): »Das ist dann schon sehr anstrengend.«
Kassiererin (ältere Dame): »Nein, ich könnte das nicht!«
Kundin: »Aber es macht auch Spaß.«
Kassiererin: »Das ist die Hauptsache.«
»Ja.«
»Ja. 14,60 bitte.«

Worum auch immer es sich dreht, das Gespräch ergibt Sinn.

Theobald Fuchs

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 20.05.:

    Mark-Stefan Tietze schreibt in der Taz über die vielen Deutschen, die vor der Merkel-Diktatur ins Weltall fliehen.

     

  • 18.05.:

    Das Neue Deutschland rezensiert Christian Y. Schmidts "Der kleine Herr Tod", ein Interview dazu gibt es auf Deutschlandfunk Kultur.

     

  • 14.05.:

    Marlen Hobrack bespricht im "Freitag" Christian Y. Schmidts "Der Kleine Herr Tod".

  • 13.05.:

    RTL, die »Hessenschau« und die SZ berichten über die Aktion "Torona: TITANIC hilft der DFL".

  • 05.05.:

    Im Kaput Mag gratuliert Tim Wolff TITANIC-Legende Thomas Hintner zum 60.

     

Titanic unterwegs
03.06.2020 Hachenburg, Hähnelsche Buchhandlung Gerhard Henschel
04.06.2020 Berlin, Buchhändlerkeller Gerhard Henschel
10.06.2020 Schwarzenbach a. d. Saale, Erika-Fuchs-Haus Museum für Comic und Sprachkunst Katharina Greve
14.06.2020 Frankfurt/M., Museum für Komische Kunst »Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts«