Inhalt der Printausgabe

Thomas Gsella

Äußerlich unterscheidet sich Google Glass kaum von Offline-Brillen, kann aber siebenmal mehr:<br />1 Zur Orientierungshilfe beamt sie immer zwei Gehwege ins rechte Gesichtsfeld: den kürzesten und den längsten <br />2 Telefon<br />3 UKW-Antenne<br />4 Werkzeugkasten<br />5 Masse<br />6 In-Ear-Hörer mit integriertem Q-Tip<br />7 Flach-Mikro

Wie immer superschnelle Lieferung durch Amazon, angenehme Haptik des Päckchens und frustfreie Verpackung mit lustigen Blutspritzern der Lagerarbeiter. Dann die Enttäuschung: Statt der heiß erträumten Google-Brille war’s ein kalt glänzender Läusekamm für mich Glatzkopf und meine sechs weiblichen und überaus langhaarigen Kommunarden oder besser Liebsten, wenn Sie verstehen, auf welche hygienisch-moralischen Verhältnisse ich hier in aller Deutlichkeit anspielen könnte; aber dazu besser später noch so allerlei…

Das Ding kam dann zur Dämmerung und mehr aus Versehen. Ich faulenzte im Hinterhof bei den Restmülltonnen, als eine unbemannte Google-Drohne auf mich zugeflogen kam und brüllte: »Sie sind der FAZ-Feuilletonboß Frank Schirrmacher und müssen unseren neuen Scheiß testen, haha! Viel Spaß!« Dabei hielt sie mir ein buchgroßes Päckchen hin. Zuerst wollte ich zurückbrüllen, daß alles ein grober Irrtum und der Erwähnte erstens viel fetter und bekloppter sei als ich und kein zweitens und Schluß, aber dann sah ich die vier entsicherten Atombomben links und rechts unterm Cockpit und überlegte es mir anders. Außerdem war die Drohne doch nicht unbemannt. Ein koboldhafter Nerd saß drin, vier, fünf Jahre alt vielleicht, fixierte mich schwitzend und kaute sich die Fingerküppchen ab.

So kam ich an die Brille.

 


 

TTANIC wird auch auf Ü30-Partys gelesen, daher flott ein paar basic Must-knows & Behind-reasons. Google ist eine verdammte Größe unter den Versandhäusern, und die neueste Erfindung ist der oder die: Google Glass. Damit kannst du Google-Sachen am Computer noch gebannter angucken und lesen, indem alles total unscharf dargestellt wird und du quasi automatisch genauer hinguckst; so dachte ich jedenfalls zuerst. Aber nach vier Stunden zog ich meine retro Offline-Brille wieder auf, sah alles wieder schön scharf – und guckte aber mindestens genauso gebannt auf die neuesten Starposter von Eintracht Braunschweig und wo man die am billigsten kriegt usw.! Nach einer Woche holte ich meine geschliffene Google-Brille dann beim Optiker ab, mit Gleitsicht und elektronischer Sonnentönung, und es konnte losgehen. Raus aus dem Brillengeschäft, rein in die brodelnde Lava der augmented City of Aschaffenburg!

Als erstes lief ich gegen eine Laterne, weil die Brille rechts oben auch irgendwie augmented ist und du ein völlig neuartiges Gesichtsfeld bekommst, das du ganz einfach mit anderen teilen kannst, indem du »aua« schreist. Danach hatte ich voll die Hallus. Erst sah ich eine durchsichtige Quatschtafel zu »aua«, Schreibweise, Trennung, Synonyme, Zitate mit aua, dreitausend Angebote für »aua-Schnäppchen« und »aua bis zu 95% reduziert«, aua auf englisch und balisch, danach kamen super Schmerzbilder von Opfern mit offenen Zahnwurzeln, abplatzenden Raucherfüßen und Bauchspeichelkoliken und so was. Dabei war mir der Laternencrash gar nicht so heavy vorgekommen.

Meine dritte Hallu war dann ein Werbevideo für Heftpflaster, obwohl die bei Beule gar nicht helfen. Um die Schwellung tröstend betasten zu können, nahm ich die Brille ab – das Video verschwand! Brille wieder auf – Video wieder da! Wieder ab: wieder weg. Wieder drauf: wieder da. Da wußte ich: Ich lag in meinem Bett und träumte Mist. Um aufzuwachen, stampfte ich mir mit aller Kraft auf den Fuß, was echt sauweh tat, aber der Traum – war stärker! Stärker war dann auch ein Passant, dem ich, um nun aber wirklich aufzuwachen, mit Karacho ein paar runterhaute, denn im Traum kann man ja alles machen. Leider können die Geträumten auch alles machen, und so schrie ich kurz darauf noch vielviel lauter »aua«, und der Alp ging potenziert von vorne los.

 


»Kamera: stylisches Selbstporträt!« Zum Trost kannst du aus über dreitausend »Klick«-Tönen wählen

Jaja. Okay. Hätte ich auch früher draufkommen können. Aber wer liest schon Gebrauchsanweisungen? Die Hallus kamen also von der Brille, die im subbosonalen Internetschaum andockt und deine geheimsten Websites und Gedanken in dein peripheres Sichtfeld reinholographiert, bevor du Null sie posten kannst. Deswegen fährt sie auch echt superschnell hoch. Wenn du sie aufsetzt, kannst du noch bis 1,7 zählen, dann mußt du blitzschnell deinen Standort aufsagen, dann heißt es: gleichzeitig anrufen, fotografieren, Konzertkarten bestellen, angerufen werden, Facebook, Konzertkarten zurückschicken, Musik hören, Filme gucken, teilen, Youtube, herrschen, Dateien verschieben, Autos verschieben, Autos verscherbeln, Kalender vollmachen, schwule Kinder adoptieren, mailen, unterschreiben bei Campact und Spielcasino, Wege erfragen, ablatschen und bewerten und zwischendurch natürlich skypen, chatten, daten, ficken und dies ganze Zeug.

Nicht weniger erfreulich: Brillentücher brauchst du keins. Die Gläser werden online geputzt, auch Rahmenbrüche reparieren sich selbst und so schnell, daß du gar nicht weißt, ob die Ware nun tatsächlich hingefallen ist. Die als Zweitkamera getarnte Fun-Wasserpistole ist leider nur optional – angesichts des »hohen« Preises mehr als unverständlich »:)))«.

Soweit zur Theorie. Doch auch in der Praxis ist die Google Glass teilweise moderner als analoge Brillen und Kontaktlinsen. Hier die schlagendsten PROs im Überblick:

  • Mach ein Foto von der Augustmittagssonne und schick es deinem besten Feind direkt in die Brille. Er erblindet schneller, als er den Absender entziffern kann
  • Du kannst die Brille nicht verlegen, weil sie immer weiß, wo sie ist, und es dir sagt, sobald du sie findest
  • Tolles Gadget für Mädchen: Lidschatten und Wimperntusche könnt ihr auf die Brille laden, das erspart Geld, Zeit und Abschminken
  • Du kannst auf die Brille nicht drauftreten, weil sie bei Lebensgefahr blitzschnell ein Foto von deiner Fußsohle macht und es dir mailt, während du umfällst
  • Tolles Gadget für Spione: Google-Glass-Nachtsicht. Damit kannst du auch die gegnerischen Clubs und Discos super kennenlernen und verraten
  • Die Sprachsteuerung funktioniert und ist lernfähig. Wenn dich Google nach links schickt und du rechts abbiegst, kostet es die ersten zehn Mal nur fünf Dollar, ab dem elften Mal nur noch drei. Geheimtip: Rechts abbiegen, aber rückwärts gehen, dann sehen weder du noch die Kamera, wo ihr hinlauft
  • Tolles Gadget für Arme: die Südseepiratenschatz-Suchfunktion. Damit findest du jede Schatzkiste, und wenn du ein Foto von ihr machst, sagt dir die Brille, was drin war
  • Mit Google-Glass kannst du stundenlang unter Wasser bleiben, ohne Atem zu holen. Die Bergung übernimmt Mutti
  • Deine Freundin lotst dich auf ein Bier in den »Goldenen Ochsen«, du gehst rein, scannst das 0,5l Weißbier und siehst sofort, daß es im Motocross-Vereinsheim nebenan zwar pissewarm, aber fünf Cent billiger ist. Du kannst bei zehn Weißbier einen halben Euro sparen, und die blöde Kuh kann sehen, wo sie bleibt
  • Tolles Gadget für Schizos: mit sich selber videotelefonieren, grundverschiedener Meinung sein und sich in aller Öffentlichkeit anschnauzen

Zehn gute Gründe also für den Google Glass, aber das Schönste: Es gibt noch mehr. Die fallen dir aber erst auf, wenn du die Ware mal ein paar Stunden trägst…

 


Info aus erster Hand: Scanner auf den Barcode, und schon ermittelt Google, daß die Flasche leer ist

Nicht daß wir immer noch die Sexmaniacs von früher wären, meine Liebste und ich, aber so durchschnittlich zweimal, ab und zu auch drei- oder zwölfmal brauchen wir es täglich schon, und darum konnten wir auch an diesem Morgen kaum erwarten, daß die Kinder und Enkel aus dem Haus und in die Schule hüpften, die größte ist ja mittlerweile siebzehn, der kleinste sechs, wenn Sie verstehen, auf welche hygienisch-moralischen Verhältnisse ich hier erneut in aller Deutlichkeit anspielen könnte, aber zurück zur Brille:

Wir beide hatten also außer ihr nichts an und tobten wie üblich durch die Etagen. Meine Liebste hatte sich den frühen John Travolta auf den Schirm geholt, ich den späten Dirk Niebel, wir führen eine offene Beziehung, da sind Freiräume kein Fremdwort, und so war alles schön und wurde immer schöner, als meiner Liebsten plötzlich einfiel und sie’s auch lauthals in mein Schmalzohr rein verkündete: daß sie wg. Geburstag heute noch »mit Mutter skypen!« müsse. Natürlich flüsterte ich sofort »Vorsicht! Sprachsteuerung!«, doch zu spät: Mein Stoiber wurde kleiner, verdrückte sich in die rechte obere Ecke, und wer mich in der nächsten Sekunde anstarrte wie ein stocksaurer Tyrannosaurus Rex mit Sodbrennen, muß ich wohl kaum noch betonen!

»Was macht ihr denn da für eine Schweinerei?« brüllte Mutter (97), und auch sie hatte diese verdammte Brille auf.

»Gespräch stop!« rief ich.

»Gespräch überhaupt nicht stop«, keifte sie blitzschnell und derart laut, daß meine blöde Brille dachte, sie gehöre ihr.

»Ich seh euch alle vier, ihr Kommunistenlutscher! Na warte. Komm du mir zu Weihnachten nach Hause. – Gespräch stop.«

Weg war sie; und die Luft raus. Wir frühstückten, und als ich unsere gute fette Stückchenleberwurst im Kühlschrankdurcheinander irgendwie nicht finden konnte, stellte ich die Brille auf Zoom – da war sie ja! »Haltbar bis 7/1993« las ich in riesiger Schrift, und während ich meiner Liebsten die Brote schmierte, erklärte ich ihr den Januskopf der arabischen Revolution. Wortlos pflichtete sie mir in allem bei, zuzeiten nickte sie sogar, dann sah sie mich voll zärtlich an und sagte: »John Travolta Pause. Wer ist der Quatschkopf mir gegenüber? – Wie bitte?! – Okay. – Ich liebe dich.«

Ich lächelte stolz, und weil ich wissen wollte, wie ich dabei ausseh, sagte ich: »Kamera: Selbstporträt.« Blitzschnell drehte die Brille meinen Kopf nach hinten und wieder vor, und ich kriegte dreifache Kopfschmerzen, weil erstens auch das Blitzlicht an gewesen war und ich zweitens den Kalender schon bis 1.1.2050 gefüttert hatte und der Tag noch eingestellt war, jedenfalls sah ich weniger stolz aus als total gebrechlich, und unsere mondäne Altbauküche war ein billiges Altersheim voller ungarischer Fascho-Pflegerinnen.

Dank Google Glass kannst du deine geheimsten Sexphantasien mit anderen teilen. Von rechts nach links: du, geheime Sexphantasie, Nebenbuhler

Leider mußte meine Liebste das Foto irgendwie mitansehen und wollte wegen Antiaging sofort zum Joggen in die Muckibude. Der in der Brille eingebaute Tempomat zeigte dann bei ihr 10 km/h, bei mir gute 2, doch anscheinend weiß die Brille nicht, wie Laufband geht. Dauernd schlug sie irgendwelche Wege vor, aber wir kamen halt echt nicht vorwärts, und irgendwann war sie dann beleidigt und mailte uns »Arschlecken«. Trotzdem cool: Wenn du die Brille beim Duschen aufläßt, siehst du dank der Kamera alle Tropfen doppelt und drehst das Wasser um die Hälfte runter, das ist gut für die Umwelt und für die Kamera.

Danach kam Einkaufen fürs Mittagessen. Meine Frau sagte »Vollwertkost, sechs Personen, 5 Euro«, die Brille empfahl vier Erasco-Grüne-Bohnen-Eintopf von Aldi, was sich gut traf, weil laut Brille unser immer gutgelaunter Nachbar Bernd gleichfalls da war, und es stimmte. Meine Frau und ich sagten: »Hallo, du hier«, er sagte auch: »Hallo, ihr hier« – und grinste uns aber derart komisch an, daß ich einen Verdacht bekam, mir seine Brille aufsetzte, und wahrhaftig: Bernd hatte auf Partyröntgenblick gestellt und es blitzschnell gepostet, was ich meiner Frau natürlich unmöglich verraten konnte, weil sie’s eh grad schon sah.

So hätte es ein schöner Tag werden können. Aber auf dem Weg zum Auto spielten wir unser Lieblingsvorspiel, was so geht: Wir gehen in einen Chatroom und lernen uns völlig neu kennen, also wirklich ganz von vorn mit Name, Geschlecht, Aussehen, Alter, Beruf, Hobbys, Schulden, Psychoschäden usw., doch als wir gerade stark neu verliebt und abgelenkt waren, wurden wir von einem warenanliefernden Zweihunderttonner plattgewalzt, zum Glück beide nur vom Hals abwärts. So blieben unsere Brillen ganz, und unser Leben lief dank Facebook-Chronik noch mal wie ein Film vorüber, aber nicht vor unseren langweiligen inneren, sondern so richtig anschaulich vor unseren äußeren Augen! So daß ich hier abschließend eine ganz klare Kaufempfehlung aussprechen kann oder jedenfalls gekonnt hätte.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Wolke Hegenbarth (39), Schauspielerin!

Wolke Hegenbarth (39), Schauspielerin!

Der »Gala« sagten Sie, dass Sie nach der Geburt Ihres ersten Kindes die Augen aufgemacht hätten: »Ich bin anschließend wochenlang durch die Straßen gegangen, habe die vielen Menschen gesehen und gedacht: Die sind alle geboren worden – das ist so abgefahren!«

Und, Frau Hegenbarth, was haben Sie vor Ihrer Niederkunft gedacht, wenn Sie die vielen Menschen gesehen haben? Dass die vom Himmel gefallen oder geschnitzt worden sind? Ein lauter Traum, ein kruder Witz? Wenn Sie Ihre Augen noch eine Weile offenhalten wollen: Auch die ganzen Schnitzel und Pandabären sind einmal geboren worden.

Abgefahren: Titanic

 HEY, LAAAHAAARS!!!

In einem eher kurzen Interview mit der Tagesschau hast Du, Generalsekretär der SPD, Dich gleich dreimal desselben Stilmittels bedient. Du sagtest, dass »alle wollen, dass die Partei wieder lauter wird«, merktest, dass »es in der Partei ein großes Bedürfnis gibt, über Themen zu reden, die die Menschen interessieren. Und zwar laut über diese Themen zu reden«, und tatest kund, dass Dein Verein zwar in der Regierung bleibt, »aber auch, dass wir laut sagen, wofür die SPD steht«.

Und nun fragen wir uns, warum denn plötzlich alles so laut sein muss. Denkst Du, wer schreit, hat recht? Soll die Botschaft der SPD über die leeren Marktplätze in die Wohnungen der daheimgebliebenen Wählerschichten dringen? Oder ist die SPD, trotz Erneuerung an der Spitze, im Kern so alt, dass die Parteimitglieder selbst sozialdemokratische Kernanliegen nicht mehr registrieren, wenn man sie ihnen nicht ins Ohr schreit? Ach was, es sind ja doch alle drei.

Deine Leisetreter von Titanic

 Genial, »Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag«!

»Batterien sollen Strom speichern« ist eine Deiner Überschriften auf der Themenseite »Innovation aus Schleswig-Holstein«. Diese Süddänen scheinen ein sehr plietsches Völkchen zu sein. Als Ergänzung hätten wir noch ein paar eigene Innovationen mit potentiell ähnlich durchschlagendem Charakter: Häuser sollen vor Regen schützen, Feuer soll Wärme spenden und Bier soll betrunken machen.

Deine Düsentriebs von Titanic

 Sieh an, Kai Pflaume,

die kasachische Version Ihrer Quizsendung »Wer weiß denn sowas?« finden Sie klasse. »Man versteht kein Wort. Es sieht aber sehr ähnlich aus«, sagten Sie dazu der DPA. Man versteht kein Wort? Liegt das womöglich daran, dass Kasachisch gesprochen wird und Sie Kasachisch nicht können? Ansonsten ist es ja dann genauso abgestanden wie das Original.

Weiß: Titanic

 Küss die Hand, Bad Ischl!

Du Tummelplatz der k.u.k. Schickeria im österreichischen Salzkammergut wirst nun unter dem Motto »Kultur ist unser neues Salz« eine der drei europäischen Kulturhauptstädte 2024. Herzlichen Glückwunsch! Da für uns Dein Land aber eh nur eine einzige große Fressmeile ist, fragen wir uns, welche kulinarischen Zutaten noch so ersetzt werden sollen. Ist die Wirtschaft das neue Rindfleisch? Die Wissenschaft die Zwiebel? Das Soziale der Pfeffer? Und Politik die Paprika edelsüß?

Zu diesem herzhaften Saftgulasch serviert gern den Witz als neuen Serviettenknödel: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Gegen den Stich

Alle traditionelle Moralität habe ich hinter mir gelassen. Recht und Unrecht, Gut und Böse sind Kategorien, die für mich keine Bedeutung mehr haben. Ich beschreite nun einen Weg vollkommener sinnlicher Erfahrung, in der menschliche Kategorien zurückbleiben wie der leere Kokon eines neuen, größeren Wesens. Mögen andere mich Teufel oder Dämon zeihen, meinen Lebensstil pervers und mein Vergnügen verboten, ich lasse sie zurück wie kläffende Straßenhunde, an welchen der Moschusgeruch des Karnevals vorbeizieht. Ja, freimütig, vor aller Welt will ich meine Sünde bekennen: Ich habe Lachsbrötchen mit Marmelade gegessen.

Leo Fischer

 Guter Vorsatz

Die unsäglichsten One-Hit-Wonder meiner Jugend (die noch dazu in den 90ern stattfand) rauf und runter streamen, um ihren Interpreten die Rente ein wenig aufzubessern.

Teja Fischer

 Der Schlaf der Vernunft

Neulich hatte ich einen Traum, der mir vielleicht ermöglicht, mein verpfuschtes Leben vom Kopf auf die Füße zu stellen. Mir träumte nämlich der Satz: »Die wirklich wichtigen Dinge habe ich immer ins Wurstfach getan.« Zwar gibt es in meinem Kühlschrank kein Wurstfach, aber nun habe ich eben eines dazu erklärt und, obwohl ich gar keine Wurst esse, mir ein Stück Salami gekauft, meine Steuererklärung sowie die leere Brieftasche dazugelegt, und ich muss sagen, seitdem geht es mir tatsächlich besser.

Tibor Rácskai

 Praktisch

Das mittlere Alter hat auch seine Vorteile – man kann die Jungen und die Alten gleichermaßen doof finden.

Tina Manske

 Analoge Kuriosität

Wenn in Turin ein Fiat 500, Baujahr 2007 mit ca. 50 km/h auf der Via Santa Giulia über einen halb losen Gullydeckel fährt, dann hört sich das exakt so an wie das Netflix-Intro.

Sascha Dornhöfer

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:&nbsp; "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo:&nbsp;98,60&nbsp;EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo:&nbsp;98,60&nbsp;EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 13.02.:

    Die "Junge Welt" sieht Moritz Hürtgens Gedichtband "Angst vor Lyrik" in bester TITANIC-Tradition.

  • 10.02.:

    Heinz Strunk erzählt im Interview mit dem "Flensburger Tageblatt" von seiner Bühnenshow, seinen Büchern und Kolumnen.

  • 10.02.:

    Max Goldt spricht bei "rbbKultur" über sein musikalisches Werk.

  • 04.02.:

    Christian Y. Schmidt berichtet über das Leben mit dem Corona-Virus in Peking bei radioeins und im "Freitag".

  • 03.02.:

    Die "Kronen-Zeitung", Heute.at und Oe24.at freuen sich über Österreicher auf dem TITANIC-Titel "100 Jahre NSDAP".

Titanic unterwegs
20.02.2020 Weimar, Mon Ami Max Goldt
20.02.2020 Düsseldorf, Schauspielhaus Martin Sonneborn
21.02.2020 Stuttgart, Theaterhaus Max Goldt
21.02.2020 Frankfurt, Nebbiensches Gartenhaus Oliver Maria Schmitt