Inhalt der Printausgabe

Dienstag, 29. Juni 2010

15:00 Uhr Die außerplanmäßige Bundesversammlung steht bevor. Nachdem Horst Köhler in kurzen Abständen redselig und amtsmüde ge­­worden ist, wird nun der von Angela Merkel aus­gesuchte Ersatz Christian Wulff ins Amt gebracht. Daß dieser Ausgang feststeht, mißfällt Presse­leuten, weshalb sie den Gegenkandidaten Joachim Gauck von Bild  bis Spiegel (»Der bessere Präsident«) als ernsthafte Konkurrenz präsen­tieren – sonst wären ja die schönen Fernsehüber­tragungen und Live-Ticker umsonst.
Schon bei der Wahl Köhlers 2009 war alles so vorhersehbar, daß Schriftführerin Julia Klöckner ganz selbstverständlich das Ergebnis des
1. Wahlgangs vorab über den Internetdienst »Twitter« verbreitete. Das immerhin ergab einen kleinen Skandal. Dieses Mal möchte Versammlungsleiter Norbert Lammert ähnliche Vorfälle vermeiden. Er spricht ein »Twitter-Verbot« aus, ermahnt die Schriftführer und versteckt die Glückwunschblumen samt Kapelle, die damals etwas zu früh auftauchten, irgendwo im Keller.
Trotzdem lauern alle Medien sehnsüchtig auf ein neues Leck. Auch die TITANIC-Redaktion befürchtet große Langeweile, will sich aber in Sachen Indiskretion nicht auf andere verlassen. Lieber schickt sie eine eigene Korrespondentin, die für exklusive Vorabinformationen sorgen soll: die Schauspielerin Martina Gedeck. Sie ist Wahlfrau der Grünen und seit heute, ohne es zu wissen, Besitzerin eines nagelneuen Twitter-Accounts – dank TITANIC! Dort präsentiert sie sich ihren Anhängern als Frau mit weitläufigen Interessen und klarem Urteilsvermögen:

19:09 Uhr »Die Abkürzung KFZ steht auch für kubisch flächenzentrierte Kristallstruktur. Wahnsinn!«
19:28 Uhr »Oberbommert wurde erstmals 1480 urkundlich erwähnt, danach aber nie, nie wieder. Ausnahme: hier, heute, jetzt :D«
19:35 Uhr »Hat mir mein Pfarrer erzählt: 1095 fand die Synode von Clermont unter Papst Urban II. statt. Der I. war angeblich verhindert.«
19:42 Uhr »Ich finde ja, ›Doctor Occult‹ wird immer schlechter. Inzwischen kauf ich mir das Heft nur noch wegen der Gimmicks!«
20:16 Uhr »Ein Grain ist ein Elementarklang mit einer Dauer von 5 bis 20 ms. Ungefähr so: aaaaaaaaaaah. O, zu lang. So: iiiiiih. Oder was in der Mitte.«

Noch sind es nur drei Anhänger, die vom Wikipedia-Wissen unserer Frau Gedeck  profitieren – allesamt Mitarbeiter der TITANIC. Ihnen teilt sie zur Nacht noch mit, froh zu sein, daß Deutschland morgen einen neuen Präsidenten hat.

Mittwoch, 30. Juni 2010

12:00 Uhr Norbert Lammert eröffnet die Bundesversammlung. Die TITANIC-Redaktion sieht die Übertragung auf »Phoenix« und sucht nach ihrer Korrespondentin. Schon am Morgen hatte unsere Frau Gedeck über ihr herzhaftes Frühstück informiert – »via mobile web«, wie ­Twitter automatisiert anfügt. Jetzt, da sie im Reichstag sitzt, kommentiert sie »via web« die Eröffnungsrede; immerhin komplett in handytypischer Kleinschreibung. Diese Martina Gedeck ist eine komplexe, wenn nicht gar widersprüchliche Person.
12:33 Uhr Der erste Wahlgang hat begonnen. Gedeck meldet: »ok das war einfach - rein in die box. die schriftführin hat meinen namen falsch ausgesprochen«. Mittlerweile hat sie über 30 Anhänger – vorwiegend aus Frankfurt.
12:38 Uhr Im Reichstag herrscht großes Getümmel, mittendrin ist auch das rote Kleid Martina Gedecks zu sehen. Die aufgerufenen Wahl­männer holen sich ihre Stimmzettel und begegnen auf dem Weg zur Kabine jenen, die sie gerade eingeworfen haben. Anscheinend trifft G auf M: »soll ich merkel ansprechen?« Dieser Tweet ist der erste, der mit dem »Tag« #bundesversammlung versehen ist. Damit gibt Gedeck ihren Nachrichten den Status »offizielle journalistische Quelle«.
13:41 Uhr Der 1. Wahlgang ist beendet, Lammert hat die Erlaubnis zum Beinevertreten gegeben. Seit der vollen Stunde hat sich Martina Gedeck nicht gemeldet. Die Redakteure in Frankfurt sind aufgeregt: Weiß die Schauspielerin überhaupt, von wem sie das Ergebnis erfahren könnte? Die Schriftführer fallen aufgrund der Vorgeschichte aus. Auch das Erspähen von Glückwunschblumen und Kapelle kommt nicht in Frage.  Aber seinem Justizminister Bernd Busemann könnte Christian Wulff doch wohl etwas verraten, sobald er das Ergebnis erfährt. Ob ­Martina zufällig auf Busemann trifft?

13:42 Uhr »ok busemann (cdu) hat ne sms bekommen leute :) also kein zweiter wahlgang«.

13:43 Uhr In Berlin werden die Stimmen gezählt, in Frankfurt »Retweets«. Martina Gedeck wird immer beliebter, die Zahl ihrer Follower steigt rapide, während sie bereits ein erstes Resümee zieht: »schade drum, war aber (leider) klar – #gauck wäre ein guter präsident gewesen«.
13:49 Uhr Im Reichstag drängen sich die Stimmberechtigten von einem TV-Interview zum nächsten. Niemand scheint zu wissen, daß die Entscheidung bereits gefallen ist. Nur Frau Gedeck blickt hinter die Kulissen: »alle lassen sich mit wulff fotografieren peinlich«.
Allerdings scheinen mittlerweile auch andere Twitterer ziemlich genau Bescheid zu wissen, z.B. die »Jusos Greiz«. Es ­kursieren sogar konkrete Ergebniszahlen. Das erscheint der Redaktion unseriös – unsere ­Martina Gedeck kennt jedenfalls keine. Daß bereits alles entschieden ist, glaubt man aber mehr denn je, schließlich steht es jetzt im Liveticker der ­Financial Times Deutschland.

<i>Taz.de</i>

13:50 Uhr Während in Berlin noch so getan wird, als zählte man Stimmen, wird Gedeck nun auch bei der Taz zitiert. Die FAZ meldet: »Twitter: Wulff im 1. Wahlgang gewählt«
13:51 Uhr Jetzt erscheint Gedecks Exklusiv­information u.a. bei der Nachrichtenagentur »ddp« und Regionalzeitungen wie dem Donaukurier oder der Allgemeinen Zeitung (Uelzen).
14:05 Uhr Die Welt informiert ihre Leser über das Ergebnis. Es stamme von »Martina Gedeck, Wahlfrau für die SPD«. In Frankfurt wird gerätselt: Hat die Delegierte der Grünen eine weitere Doppel­gängerin?
14:10 Uhr Die echte Martina Gedeck wird bei »Phoenix« interviewt, die Redakteure starren gebannt auf den Bildschirm. Wird sie dem Fernsehpublikum verraten, was Internetnutzer bereits wissen? Wird sie winken? Da sie der »Phoenix«-Mann auf Belanglosigkeiten anspricht, wird der Wissensvorsprung der mittlerweile über 600 Follower nicht gefährdet. Kurz danach meldet sie bei uns: »phoenix hat mich grad interviewt«. Vorher war sie bereits bei der ARD am Mikrophon. Dort hatte Ulrich Deppendorf auch über Vorhersagen aus dem »Twitternetz« berichtet – ohne aber Gedeck auf ihre Kurzmitteilungen anzusprechen.  
14:15 Uhr Martina Gedeck steht fast so doof da wie Angela Merkel: Christian Wulff erhält im ersten Wahlgang nicht die nötige Mehrheit. Jetzt zweifelt auch der Spiegel und berichtet über einen »mutmaßlichen Fake, geschickt gemacht«. Der Stern wird unverschämt: »Urheber der Nachricht ist ein ganz offensichtlicher Fake-Account der Schauspielerin Martina Gedeck.«
14:21 Uhr Frau Gedeck gesteht ein: »tja doch nicht alles so eindeutig«
14:30 Uhr Der Agent der echten Martina Gedeck und der Grünen-Pressesprecher wollen bei ihr nachfragen, was genau los sei – erreichen sie aber nicht, weil sie ihr Handy nicht dabeihat.
15:03 Uhr Während in der Bundesversammlung der 2. Wahlgang vorbereitet wird, nimmt sich die TITANIC-Wahlfrau ihren Glaubwürdigkeitsverlust so zu Herzen, daß sie wunderlich wird: »ein tag voller überraschungen: gauck im zweiten wahlgang, fussel im kaffee :)«

15:10 Uhr »irgendwie tut mir wulff leid. er wirkt wie ein geprügelter koala«
15:13 Uhr »habe mir eine blase gelaufen - hoffentlich kann ich am 2ten wahlgang teilnehmen ;)«

15:20 Uhr Bild meldet auf der Startseite: »Martina Gedeck sorgt für Twitter-Alarm«. Ist ihre Glaubwürdigkeit wiederhergestellt? Zumindest werden ihre Mitteilungen wieder seriöser.

<i>Bild.de</i>

16:00 Uhr Auch Bild scheint eine Schmerzgrenze bei der Verbreitung von zweifelhaften Inhalten zu haben – und ein Fussel im Kaffee scheint darüber hinauszugehen. Nun heißt es plötzlich »Twitter-Alarm wegen Martina Gedeck?« und kurz darauf »Twitter-Wirbel um Martina Gedeck«.
16:30 Uhr Dieser neue Vertrauensverlust bringt Martina Gedeck endgültig aus der Fassung. Trotzdem kommentiert sie für ihre Anhänger das Berliner Geschehen bis zum Ende.

16:48 Uhr »Pst, Geständnis: hätte mich fast verwählt ;) liegt wohl am kleinen Prosecco, den ich mir mit Sönke gegönnt habe«
17:08 Uhr »Haha! Wulff fällt nochmal durch. Wie Göring damals, als er nicht Reichstagspräsident wurde. Ätsch!«
17:29 Uhr »Jetzt wirds knapp, einen dritten wahlgang hatte ich gar nicht eingeplant. muss heute noch drehen!«
18:14 Uhr »Gleich kommt der dritte Wahlgang! Wenn die NPD diesmal mitzieht, kriegt Gauck drei Stimmen mehr!«
19:37 Uhr »Oh no, jetzt wo ich Frau Joachimson wählen wollte, steht sie nicht mehr auf dem Wahlzettel!«
21:21 Uhr »Wulff gewinnt! Habe ich doch gleich gesagt…aber wer hört denn schon auf mich? Ich meine, außer Bild.de? :)«

Was danach geschah

Der »ddp« ist sauer und berichtet vom »alltäglichen Übel Identitätsklau«. Auch der WAZ -Mediengruppe ist die Kompetenz ihrer eigenen Berichterstatter egal. Lieber beklagt sie auf ihrem Internetportal »derwesten.de« den geringen Schutz vor ­»falschen Twitterern« und empfiehlt juristische Schritte. Bei der TITANIC gehen zwar weiter Tweets von Martina Gedeck ein, persönlich oder über ihren Anwalt meldet sie sich aber nicht.
Auch die am Wahltag so mitteilungs­freudigen FAZ und Bild schweigen. Nur der ­Spiegel und der Stern berichten über genarrte Kollegen, beim Stern zumindest nicht ohne ­Mitgefühl: »Häme ist bei diesen Fehlern nicht angebracht – kein Journalist kann sagen, ob er nicht schon morgen einem phantastischen Fake aufsitzt.« Oder ob er zwei Minuten Zeit zur Recherche findet.

Tim Wolff

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Scorpions-Fossil Klaus Meine!

Ihre Powerballade »Wind of Change« soll von der CIA geschrieben worden sein. Das behauptet zumindest der amerikanische Journalist Patrick Radden Keefe, der daraus gleich eine ganze achtteilige Podcast-Serie bastelte, in der Sie, Meine, in der letzten Folge selbst auftreten und alle Behauptungen verneinen.

Was für eine Zeitverschwendung, ist doch schon vorher klar gewesen: So manche schmutzige Geschichte hat die CIA sicherlich am Hals, aber für ein Verbrechen wie »Wind of Change« sind selbst die nicht skrupellos genug.

Pfeift auf Sie: Titanic

 Monika Maron!

Das war natürlich eine Menschenrechtsverletzung erster Güte, dass Sie im Zuge der Corona-Bekämpfungsverordnungen nicht mehr in Ihrem Landhaus im tiefsten Mecklenburg-Vorpommern bleiben durften. Klar, dass Sie das nicht einfach hinnehmen konnten und sich durch die Ausreiseverfügung »an die DDR erinnert« fühlten. Und wo Sie schon mal an die erinnert wurden, ist Ihnen als Tochter des ehemaligen DDR-Innenministers Karl Maron auch gleich noch eingefallen, wie man sich als Bonze dort eine Vorzugsbehandlung sichert: sich nämlich via Parteizeitung (»Bild«) direkt beim Innenminister (Caffier) beklagen, der diesem unhaltbaren Zustand dann trotz anderslautender Verordnung gleich Einhalt gebot.

So weit, so zwingend. Stutzig macht uns lediglich, warum Sie eigentlich so unbedingt in Ihrem Zonenhäuschen zu bleiben trachten, schrieben Sie doch im »Spiegel« einst: »Der Osten verursacht mir Ekel. Ich halte es für eine Krankheit und weiß nicht, wie man sie heilt. Die Krankheit nenne ich Zonophobie.« Ein Glück, scheint zwischenzeitlich ja erfolgreich therapiert.

Ihre Pillen hätte auch gern: Titanic

 Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

In Ihrem Kampf gegen Kontaktverbote und für das Menschenrecht auf Infektion tönten Sie in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«: »Mittlerweile habe ich das Gefühl, einige Ministerpräsidenten gefallen sich in der Rolle, dass sie auftreten können wie Sonnenkönige, und den Eindruck vermitteln, die Gewährung von Freiheiten sei Gnadensache.«

Und das, Kubicki, sagten Sie gewiss auf die selbstherrlichste, herablassendste Art, die man sich nur denken kann, fuhren mit Ihren Fingern lächelnd durch die gepuderte Allongeperücke und ließen sich von Ihrer Mätresse ein paar Weintrauben in den Mund schieben – einfach weil Sie keine anderen Sonnenkönige neben sich dulden, nicht wahr?

Winkt zur Warnung mit der Guillotine: Titanic

 Pflegeroboter!

Was müssen wir da im »Handelsblatt« lesen? »Corona könnte Tür für Roboter öffnen«. Aber ist nicht gerade der Punkt, dass Ihr angeblich so nützlichen Pflegeroboter Euch selbst die Tür zu Corona bzw. Corona-Patienten öffnen können solltet? Solange ein kleines Virus schweren Maschinen wie Euch noch den Weg frei machen muss, ist Eure Zeit wohl doch noch nicht gekommen!

Meinen mitleidlos wie Ihr: die Witzmaschinen von Titanic

 Kneipp GmbH!

»Der einfachste Weg zum Glück ist«, sofern wir Deiner Werbung glauben dürfen, »das Leben mit einem Augenzwinkern zu sehen« und also Aroma-Pflegeduschen namens »Sei frech, wild und wunderbar!« bzw. sogar »Sei frech, verrückt und glücklich!« zu kaufen.

Wunderbar glücklich wären wir aber erst beim Erwerb eines Pflegeprodukts mit der frech-wilden Bezeichnung »Sei nicht traurig, dass der Name dieser Aroma-Dusche so lang ist, dass wir ihn gar nicht vollständig auf die Aroma-Pflegeduschen-Verpackung dru«.

Zwinker, zwinker: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Filmkunde

In Zeiten von Zoom-Konferenzen kann es nicht schaden, der Leserschaft ein wenig Nachhilfe in filmischen Fachtermini zu geben. Eine sogenannte Text-Bild-Schere zum Beispiel kann für einen visuellen Bruch und Komik sorgen. Während der Video-Sprechstunde mit meiner Internistin erzählte ich ihr zum Beispiel, dass ich seit vier Monaten nichts trinke, während sie auf eine Galerie leerer Weinflaschen hinter mir starrte. Wichtig ist auch, dass man sich bereits vor jeder Zoom-Konferenz im Klaren ist, auf welches Genre man hinaus will, sich dabei aber genug Raum offenlässt für spontane Änderungen. Meine Video-Sprechstunde hatte ich zum Beispiel eher als »Komödie« gepitcht (aktuelle Blutwerte), am Ende wurde dann aber ein ziemlich bombastischer High-Budget-Horrorstreifen daraus (Privatbehandlung).

Jürgen Marschal

 Zieleinlauf eines Dialogs

Kundin (alte Dame): »Das ist dann schon sehr anstrengend.«
Kassiererin (ältere Dame): »Nein, ich könnte das nicht!«
Kundin: »Aber es macht auch Spaß.«
Kassiererin: »Das ist die Hauptsache.«
»Ja.«
»Ja. 14,60 bitte.«

Worum auch immer es sich dreht, das Gespräch ergibt Sinn.

Theobald Fuchs

 Deutsch, wie es singt und kracht

Wer Deutsch als Fremdsprache lernt, wird zunächst naiv annehmen, dass sich hinter einem Wort wie »Scheiblettenkäse« etwas unsagbar Absurdes, in der Muttersprache nur unter Zuhilfenahme sperrigster Umschreibungen Wiederzugebendes verbirgt, ähnlich gewissen japanischen oder isländischen Vokabeln, die zum Beispiel die mundwässernde Wirkung eines seit sechs Monaten im eigenen Sperma marinierten Walhodens bezeichnen. Um dann, mit wachsendem Sprachverständnis, zu begreifen, dass diese Ahnung nicht getrogen hat.

Jasper Nicolaisen

 Verwöhnt

Meinen Lebensstil muss man sich erst mal leisten können. Ich zum Beispiel konnte es noch nie.

Tanja Schmid

 Idee für 2021: Spargelernte per Silvesterrakete

Die jungen Feuerwerkskörper werden im April ins Spargelbeet gesät, wachsen dort bis zur erntereifen Rakete. Am 5. Mai heißt es dann: DER SPARGEL SCHIESST, und zwar uns unter großem Hallo und Funkenregen direkt in die Münder. Tradition (Spargel) trifft auf Tradition (Feuerwerk), bzw. »Volksspeisung mal anders«. Noch eine kleine Gegendemo (Querfront) dazu, einem Kind fliegt ein Spargel direkt ins Auge, im Folgejahr wird es Einschränkungen geben müssen, fertig ist DAS DEUTSCHE NEUJAHR.

Elias Hauck

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:&nbsp; "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo:&nbsp;98,60&nbsp;EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo:&nbsp;98,60&nbsp;EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 20.05.:

    Mark-Stefan Tietze schreibt in der Taz über die vielen Deutschen, die vor der Merkel-Diktatur ins Weltall fliehen.

     

  • 18.05.:

    Das Neue Deutschland rezensiert Christian Y. Schmidts "Der kleine Herr Tod", ein Interview dazu gibt es auf Deutschlandfunk Kultur.

     

  • 14.05.:

    Marlen Hobrack bespricht im "Freitag" Christian Y. Schmidts "Der Kleine Herr Tod".

  • 13.05.:

    RTL, die »Hessenschau« und die SZ berichten über die Aktion "Torona: TITANIC hilft der DFL".

  • 05.05.:

    Im Kaput Mag gratuliert Tim Wolff TITANIC-Legende Thomas Hintner zum 60.

     

Titanic unterwegs
03.06.2020 Hachenburg, Hähnelsche Buchhandlung Gerhard Henschel
04.06.2020 Berlin, Buchhändlerkeller Gerhard Henschel
10.06.2020 Schwarzenbach a. d. Saale, Erika-Fuchs-Haus Museum für Comic und Sprachkunst Katharina Greve
14.06.2020 Frankfurt/M., Museum für Komische Kunst »Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts«