Inhalt der Printausgabe

Die Munterschicht macht mobil

DEUTSCHLANDS MITTE

UND DIE DÄMONEN AUS DER UNTERSCHICHTSHÖLLE

 

Von Mark-Stefan Tietze


Natürlich wurde die Unterschichtsdebatte von den deutschen Mittelschichten geführt; weder Fabrikbesitzer noch Erntehelfer verdingen sich ja in Journalismus und Sozialtechnologie. Sie war ein Selbstgespräch der Mittelschicht und hatte deshalb neben allerhand terminologischem Gequassel zunächst den altbekannten wohligen Grusel jener Schicht zum Inhalt, die sich beim unschönen Anblick des gesellschaftlichen Bodensatzes darüber verständigte, daß sie gottlob so nicht ist, und sich also wie üblich über diese Abgrenzung definierte und in ihrem Selbstverständnis bestätigte; oder dies jedenfalls wollte.

Daß es nämlich am unteren Ende der Gesellschaft ein wachsendes Milieu der Darbenden, Hoffnungslosen und Verwahrlosten gebe, um das man sich zur Abwechslung einmal kümmern müsse, hatten im Oktober nacheinander der SPD-Vorsitzende Beck und seine Friedrich-Ebert-Stiftung entdeckt und die Publizistik mit dieser Entdeckung in jähe Erregung versetzt, z.B. die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die sich in ihrem Leitartikel am 17.10. die fremdartigen Lebensumstände innerhalb des Milieus vorzustellen versuchte: »Welche Dramen sich dort abspielen, hat zugleich auf besonders drastische Weise die Entdeckung eines toten Kindes im Kühlschrank seines rauschgiftsüchtigen Vaters vor Augen geführt.« So daß mit Kindstötung, Drogenwahn und kühlschranktypischer sozialer Kälte bereits wichtige Unterscheidungsmerkmale zum Alltag der FAZ-Leserschaft vorlagen.

Daß es in der beschriebenen Unterschicht allerdings auch unter weniger dramatischen Umständen immer noch schlimm genug zugehe, berichtete am selben Tag Brigitte Fehrle im Leitartikel der Frankfurter Rundschau: »Wenn eine junge Frau – wie jüngst in Berlin – eine Lehrstelle als Friseurin abbricht mit der Begründung, sie bekomme mehr Geld, wenn sie Hartz IV beantrage und schwarz putzen gehe, dann hat die Politik vieles falsch gemacht.« Beispielsweise zugelassen, daß Friseurinnen im ersten Lehrjahr 256 Euro monatlich erhalten? Also etwa soviel, wie Frau Fehrle im selben Monat evtl. beim Coiffeur läßt? Nein, sondern: »Unter anderem zugelassen, daß staatliche Alimentation zu einer gesellschaftlich anerkannten Lebensform wird, die jeglichen individuellen Aufstiegswillen verschüttet.« So daß mit mangelndem Ehrgeiz, Schicksals- und Staatsergebenheit weitere, dem FR-Leser von vornherein wesensfremde Unterschichtsmerkmale sichtbar wurden.

Just diesem Bild des Elends hatte Ulrich Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband zwar tags zuvor entgegenwirken wollen, indem er laut Netzeitung klarstellte: »Das sind wahrhaft nicht alles Menschen, die den ganzen Tag in Trainingsanzügen in irgendwelchen Pommesbuden rumsitzen und Gameboy spielen«; doch hatte sein trotziger Einwurf die Verbreitung dieses Schreckensgemäldes nicht verhindern können, wie sie am 19.10. Walter Wüllenweber im Stern vornahm: »In den vergangenen Jahren hat die Unterschicht eigene Lebensformen entwickelt, mit eigenen Verhaltensweisen, eigenen Vorbildern und eigenen Werten« – welche sich wiederum, Studien zufolge, vor allem dadurch auszeichneten: »Arbeit, Leistung, sich für eine Sache anzustrengen, das rangiert im Wertesystem dieser neuen Unterschicht ganz hinten. Ganz vorn steht der Konsum.«

Der ja von der Mittelschicht zutiefst abgelehnt wird. Dort kauft man seine Audis und Volvos nur höchst widerwillig und lediglich, um sicherer zur Arbeit zu kommen und den neuen Stern vom Kiosk zu holen – oder, um es mit ganz anderen Worten zu sagen: An dieser grellen Projektion konnte man sehen, was die Unterschichtsdebatte eigentlich verhandelte, nämlich die neuen Probleme dieser Mittelschicht, die Erosion ihrer blendenden Laune und ihre wachsenden Abgrenzungsschwierigkeiten. Recht klar trat damit zutage, daß sich die eifrig diskutierten Unterschichtsprobleme lediglich als Projektion der Mittelschichtsprobleme darstellten: der Probleme überwiegend satter, aber durchaus verunsicherter Eierköpfe.

Ökonomisch hat diese Schicht, sofern abhängig beschäftigt, damit zu kämpfen, daß im günstigen Fall der Aufstieg schwerer fällt – Kosten steigen, Einkommenszuwächse und Beförderungen bleiben aus – und im ungünstigen Fall der Abstieg droht. Man wird ja immer leichter seinen Arbeitsplatz los, und dank der rot-grünen Arbeitsmarktreformen fällt man nach nur zwölf Monaten Arbeitslosigkeit auf den Lebensstandard eines verlausten Unterschichtlers. Schlimmer sind jedoch die psychischen Folgen dieser Drohung: »Es gibt eine Rutsche in die Armut, genannt Hartz IV, und es gibt eine gewaltige Angst davor, daß man sich auf einmal selbst darauf befinden könnte«, erkannte Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung am 16.10. blitzgescheit. »Es gibt, auch in der Mittelschicht, eine Anhäufung von Unzufriedenheit, durchwirkt von Existenzangst.« Und was damit gemeint ist, verriet Heiner Geißler am 17.10. im Interview mit derselben SZ: »Nach einem Jahr Arbeitslosengeld landen heute auch Leute, die 20, 30 Jahre gearbeitet haben, bei Hartz IV und werden damit behandelt wie 30jährige Alkoholiker.« Da kennen die Arbeitsagentur und ihre Verdächtigungsinstanzen nämlich nichts; und plötzlich auch keine Statusunterschiede mehr.

Genau dieser skandalöse Zustand ist es aber auch, der die deutsche Mittelschicht bis ins Mark hinein erschüttert, unabhängig davon, wie betroffen man tatsächlich ist. Denn in Wahrheit ist doch die Mittelschicht eine stets und seit jeher von der Politik umworbene und begünstigte Großgruppe gewesen. Sie stellte schließlich jene aktive, organisierte und jederzeit artikulationsbereite Mehrheit dar, mit der Wahlen gewonnen wurden und die daher gepäppelt werden mußte. Aus diesem Grund wurde z.B. das gesamte Bildungssystem auf die Bedürfnisse der Mittelschicht zugeschnitten: Gymnasien sind finanziell besser ausgestattet als Grund- und Hauptschulen; Kleinkindbetreuung und Kindergärten kosten Geld, das Studium bis vor kurzem nicht. Doch auch wenn es mit Riesterrente und Elterngeld Trostpflaster gab – insgesamt wurde die Mittelschichtsförderung in den vergangenen Jahren zurückgefahren. Die rot-grünen Steuergeschenke gingen ja eher an Spitzenverdiener, überdies wurde die Eigenheimzulage abgeschafft wie das Ehegattensplitting demnächst wahrscheinlich auch. Hinzu kamen die von Politik und Finanzdienstleistern genährten Sorgen um die Alters- und Gesundheitsversorgung, die auch dem Dümmsten klarmachen, daß der Sozialstaat in Abwicklung begriffen ist; und die das Angstsparen der Mittelschicht einerseits erklären wie andererseits so aussichtslos erscheinen lassen: Es muß ja im Falle von Arbeitslosigkeit und Pflegebedürftigkeit ohnehin alles weggefrühstückt werden.

So hat der fortwährende Verlust von Privilegien dem Bewußtsein der Mittelschicht einen gewaltigen Schaden zugefügt und ihr das Gefühl vermittelt, kurz vor dem Abgrund zu stehen. Die Überzeugung aber, daß sein Absturz, anders als der des 30jährigen Alkoholikers, vollkommen ungerecht und ungerechtfertigt wäre, gehört zur seelischen Grundausstattung des angestellten Mittelschichtlers. Er hat sich seine Privilegien redlich verdient und droht bei weiterem Verlust damit, seine Motivation und seinen Glauben ans System zu verlieren, wie Prantl in der SZ gleichfalls warnte: »Die innere Gewißheit, daß es in einer Leistungsgesellschaft jeder nach oben schaffen und sich dann auch oben halten kann, wenn er nur begabt und fleißig ist, ist dahin – auch in einem Teil des Mittelstandes.« Mit Begabung und Fleiß sind hier aber auch die zentralen Begriffe genannt, auf denen das Überlegenheitsgefühl der Mittelschicht ruht. Mit ihnen unterschied man sich stets nicht nur von der Unterschicht, sondern ebenfalls von der degenerierten und dekadenten Oberschicht, die einfach nur gut von ihrem Vermögen lebt.

Derartig gut zu leben versteht jedoch, laut Wüllenwebers Propagandastreich im Stern, heutzutage auch die Unterschicht: »Geld haben die Armen in Deutschland genug. Sie haben Spülmaschinen, Mikrowellenherde, die neuesten Handys, DVD-Spieler, meist mehrere Fernseher«, weshalb man sich um dieses leidige Thema keine Gedanken zu machen brauchte, wie der Tenor der meisten Kommentare lautete. »Mit mehr Sozialknete kann man die Benachteiligung nicht wirksam bekämpfen«, befand also stellvertretend Wüllenweber. »Die Erfahrung zeigt: Das würde nur den Umsatz bei McDonald’s erhöhen.« Zur Förderung von Begabung und Fleiß dagegen habe er etwas gefunden: »Es gibt Methoden, die tatsächlich helfen. Die Lösung heißt Bildung.«

Damit hatte die Mittelschicht ihre wichtigste Waffe ausgepackt. Bildung ist ja nicht nur der Strohhalm, an dem sie sich festklammert, sondern auch die Saat, die sie allerorten ausstreuen möchte. Für den Kriminologen Christian Pfeiffer wäre das Heilmittel darum, laut Focus vom 23.10., ein »attraktives Alternativprogramm zur Medienverwahrlosung«, und der notorische »Historiker« Paul Nolte plädierte dort auch wieder einmal »für eine Werbekampagne gegen den Dauerkonsum von Alkohol, Fritten, Naschzeug und Fernsehen«. Beiden Schlauköpfen war gewiß bewußt, daß sie ihre Waffe auch gegen den Feind in den eigenen Reihen richten müssen. Denn daß es mit der Bildung in Deutschland nicht zum besten steht, weiß jeder, und daß dies wahrlich nicht nur die Unterschicht betrifft, ahnen zumindest die meisten: Dieselben Mittelschichtler, die sich über das schlechte Deutsch und die Bildungslücken der Unterschicht mokieren, nehmen ihre Nachhilfestunden schließlich bei Bastian Sick und Günther Jauch. Man bedenke auch, daß Deutschland mit Franz Müntefering einen Vizekanzler hat, den bereits normales sozialwissenschaftliches Denken so überfordert, daß er es sich in den ARD-Tagesthemen am 16.10. noch einmal ausdrücklich verbat: »Wir dürfen diese Gesellschaft nicht aufteilen in Schichten, in Kategorien.«

Wo man aber so redet, hat sich die alte bildungsbürgerliche Kultur mitsamt ihren feinen Unterschieden augenscheinlich aufgelöst. Und tatsächlich: Hausmusik und gemeinsame Heimatmuseums-besuche dürften in der Mittelschicht inzwischen sehr selten sein, statt dessen wird zusammen mit der Unterschicht zu McDonald’s und ins Fußballstadion gerannt. Und auch die gesammelten Werke der Familie Mann begeistern hier weniger als Popmusicals, Fernreisen und Fernseher mit sehr großem Bildschirm.

Jene Dämonen »Passivität, Permissivität, Bildungsferne und Selbstaufgabe«, die Kathrin Kahlweit der Unterschicht am Tag nach Müntes Offenbarungseid in der SZ attestierte, müssen also – und das war es, was die Debatte ihrem Publikum eigentlich sagen wollte – in der Mittelschicht selbst exorziert werden. Am besten durch ihr Gegenteil, die christlichen Tugenden Betriebsamkeit, Zucht, Bildungsbeflissenheit und Selbstsucht.

So daß schließlich alles wieder auf die Charakterfrage hinauslief, die der engagierte Mittelschichtler durch einen ungeheuren Kraftakt gemeinhin für sich entscheidet – und zwar rigoros, weshalb Nikolaus Piper in der Süddeutschen auch drängte: »Es ist richtig, rigoros gegen arbeitsunwillige Hartz-IV-Empfänger vorzugehen, (…) um Arbeits-suchenden klarzumachen, daß Beitrags- und Steuerzahler ihnen gegenüber ebenfalls legitime Ansprüche haben.« Daß die erwachsene Unterschicht diesen Ansprüchen großteils nicht genügen kann, daß sie für Bildungsbemühungen unempfänglich und für die Leistungsgesellschaft längst verloren ist, war in der Debatte von vornherein klar. Um so lieber stürzte man sich deshalb auf ihre Kinder und forderte, wie Stern-Autor Wüllenweber, von der Politik eine Komplettrenovierung staatlicher Institutionen: »Im Bildungssystem bedeutet das zum Beispiel: Ganztagskindergärten und Ganztagsschulen zuerst in Neukölln und im Hasenbergl. Erst danach sind die Mittelschichtsviertel dran. Die besten Kindergärtnerinnen und die besten Lehrer nach Billstedt. Das Städtische Theater sollte zuerst mit den anstrengenden Kindern aus Problemschulen zusammenarbeiten, bevor es sich den pflegeleichten Gymnasiasten zuwendet.« Da werden sich die Mittelschichtsviertel schön freuen, bzw. man sieht die vielen Bürgerintiativen und schäumenden Lokalzeitungsleserbriefe schon vor sich. Es war aber vermutlich auch gar nicht so gemeint, sondern eher ein freundlicher Hinweis an die Mittelschicht: Schaut, wie gut wir es im Prinzip noch haben. Oder auch: Dies alles müßten wir tun und finanzieren, damit unsere eigenen Kinder demnächst auch noch mit gleichgutgeförderten Unterschichtsbälgern konkurrieren müssen.

Weshalb am Ende der Debatte von derlei Sozialschmus auch nicht mehr die Rede war, sondern viel eher der Appell an die Politik stand: Verhindert bitte, daß es uns so geht wie denen da unten. Und so ergriff die gleichfalls abstiegsbedrohte CDU unter Führung von Jürgen Rüttgers Partei für die abstiegsbedrohte Mittelschicht, die von den Sozialkassen mehr erwartet als nur ein Almosen, und begann eine Woche danach, sich überraschend einmütig für einen verlängerten Bezug des Arbeitslosengeldes I auszusprechen, damit den langjährigen Beitragszahlern aus der Mittelschicht der Sturz in die Unterschichtshölle erspart bleibe.

Denn wie gesagt: Um die Unterschicht ging es in der Unterschichtsdebatte halt schon gar nicht.

 

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Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Küss die Hand, Bad Ischl!

Du Tummelplatz der k.u.k. Schickeria im österreichischen Salzkammergut wirst nun unter dem Motto »Kultur ist unser neues Salz« eine der drei europäischen Kulturhauptstädte 2024. Herzlichen Glückwunsch! Da für uns Dein Land aber eh nur eine einzige große Fressmeile ist, fragen wir uns, welche kulinarischen Zutaten noch so ersetzt werden sollen. Ist die Wirtschaft das neue Rindfleisch? Die Wissenschaft die Zwiebel? Das Soziale der Pfeffer? Und Politik die Paprika edelsüß?

Zu diesem herzhaften Saftgulasch serviert gern den Witz als neuen Serviettenknödel: Titanic

 Sieh an, Kai Pflaume,

die kasachische Version Ihrer Quizsendung »Wer weiß denn sowas?« finden Sie klasse. »Man versteht kein Wort. Es sieht aber sehr ähnlich aus«, sagten Sie dazu der DPA. Man versteht kein Wort? Liegt das womöglich daran, dass Kasachisch gesprochen wird und Sie Kasachisch nicht können? Ansonsten ist es ja dann genauso abgestanden wie das Original.

Weiß: Titanic

 HEY, LAAAHAAARS!!!

In einem eher kurzen Interview mit der Tagesschau hast Du, Generalsekretär der SPD, Dich gleich dreimal desselben Stilmittels bedient. Du sagtest, dass »alle wollen, dass die Partei wieder lauter wird«, merktest, dass »es in der Partei ein großes Bedürfnis gibt, über Themen zu reden, die die Menschen interessieren. Und zwar laut über diese Themen zu reden«, und tatest kund, dass Dein Verein zwar in der Regierung bleibt, »aber auch, dass wir laut sagen, wofür die SPD steht«.

Und nun fragen wir uns, warum denn plötzlich alles so laut sein muss. Denkst Du, wer schreit, hat recht? Soll die Botschaft der SPD über die leeren Marktplätze in die Wohnungen der daheimgebliebenen Wählerschichten dringen? Oder ist die SPD, trotz Erneuerung an der Spitze, im Kern so alt, dass die Parteimitglieder selbst sozialdemokratische Kernanliegen nicht mehr registrieren, wenn man sie ihnen nicht ins Ohr schreit? Ach was, es sind ja doch alle drei.

Deine Leisetreter von Titanic

 Wolke Hegenbarth (39), Schauspielerin!

Wolke Hegenbarth (39), Schauspielerin!

Der »Gala« sagten Sie, dass Sie nach der Geburt Ihres ersten Kindes die Augen aufgemacht hätten: »Ich bin anschließend wochenlang durch die Straßen gegangen, habe die vielen Menschen gesehen und gedacht: Die sind alle geboren worden – das ist so abgefahren!«

Und, Frau Hegenbarth, was haben Sie vor Ihrer Niederkunft gedacht, wenn Sie die vielen Menschen gesehen haben? Dass die vom Himmel gefallen oder geschnitzt worden sind? Ein lauter Traum, ein kruder Witz? Wenn Sie Ihre Augen noch eine Weile offenhalten wollen: Auch die ganzen Schnitzel und Pandabären sind einmal geboren worden.

Abgefahren: Titanic

 Genial, »Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag«!

»Batterien sollen Strom speichern« ist eine Deiner Überschriften auf der Themenseite »Innovation aus Schleswig-Holstein«. Diese Süddänen scheinen ein sehr plietsches Völkchen zu sein. Als Ergänzung hätten wir noch ein paar eigene Innovationen mit potentiell ähnlich durchschlagendem Charakter: Häuser sollen vor Regen schützen, Feuer soll Wärme spenden und Bier soll betrunken machen.

Deine Düsentriebs von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Guter Vorsatz

Die unsäglichsten One-Hit-Wonder meiner Jugend (die noch dazu in den 90ern stattfand) rauf und runter streamen, um ihren Interpreten die Rente ein wenig aufzubessern.

Teja Fischer

 Gegen den Stich

Alle traditionelle Moralität habe ich hinter mir gelassen. Recht und Unrecht, Gut und Böse sind Kategorien, die für mich keine Bedeutung mehr haben. Ich beschreite nun einen Weg vollkommener sinnlicher Erfahrung, in der menschliche Kategorien zurückbleiben wie der leere Kokon eines neuen, größeren Wesens. Mögen andere mich Teufel oder Dämon zeihen, meinen Lebensstil pervers und mein Vergnügen verboten, ich lasse sie zurück wie kläffende Straßenhunde, an welchen der Moschusgeruch des Karnevals vorbeizieht. Ja, freimütig, vor aller Welt will ich meine Sünde bekennen: Ich habe Lachsbrötchen mit Marmelade gegessen.

Leo Fischer

 Analoge Kuriosität

Wenn in Turin ein Fiat 500, Baujahr 2007 mit ca. 50 km/h auf der Via Santa Giulia über einen halb losen Gullydeckel fährt, dann hört sich das exakt so an wie das Netflix-Intro.

Sascha Dornhöfer

 Der Schlaf der Vernunft

Neulich hatte ich einen Traum, der mir vielleicht ermöglicht, mein verpfuschtes Leben vom Kopf auf die Füße zu stellen. Mir träumte nämlich der Satz: »Die wirklich wichtigen Dinge habe ich immer ins Wurstfach getan.« Zwar gibt es in meinem Kühlschrank kein Wurstfach, aber nun habe ich eben eines dazu erklärt und, obwohl ich gar keine Wurst esse, mir ein Stück Salami gekauft, meine Steuererklärung sowie die leere Brieftasche dazugelegt, und ich muss sagen, seitdem geht es mir tatsächlich besser.

Tibor Rácskai

 Praktisch

Das mittlere Alter hat auch seine Vorteile – man kann die Jungen und die Alten gleichermaßen doof finden.

Tina Manske

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
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20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 13.02.:

    Die "Junge Welt" sieht Moritz Hürtgens Gedichtband "Angst vor Lyrik" in bester TITANIC-Tradition.

  • 10.02.:

    Heinz Strunk erzählt im Interview mit dem "Flensburger Tageblatt" von seiner Bühnenshow, seinen Büchern und Kolumnen.

  • 10.02.:

    Max Goldt spricht bei "rbbKultur" über sein musikalisches Werk.

  • 04.02.:

    Christian Y. Schmidt berichtet über das Leben mit dem Corona-Virus in Peking bei radioeins und im "Freitag".

  • 03.02.:

    Die "Kronen-Zeitung", Heute.at und Oe24.at freuen sich über Österreicher auf dem TITANIC-Titel "100 Jahre NSDAP".

Titanic unterwegs
20.02.2020 Weimar, Mon Ami Max Goldt
20.02.2020 Düsseldorf, Schauspielhaus Martin Sonneborn
21.02.2020 Stuttgart, Theaterhaus Max Goldt
21.02.2020 Frankfurt, Nebbiensches Gartenhaus Oliver Maria Schmitt