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Baumarkt-Gerechtigkeit

Auf der Tafel am Eingang lese ich »Freundlichste Mitarbeiterin des Monats«. Darunter klebt das Foto eines Mannes, unterschrieben mit »Katharina Permoser«. Die Dame an der Kasse erklärt mir, Frau Permoser und Herr Kipp hätten in diesem Monat die gleiche Punktzahl bekommen. Da habe die Leitung entschieden, sein Foto und ihren Namen zu nehmen, »damit alles gerecht zugeht, wissen Sie«.
Von wegen gerecht: Die »freundlichste Mitarbeiterin« und Frau Permosers Unterschrift verweisen Herrn Kipps anonymes Foto klar auf Platz zwei. Kann das geduldet werden? Ich meine, gerade in Zeiten, in denen Frauen unaufgeregt mit Flex und Engländer hantieren: nein!

Christof Goddemeier

Quälender Gedanke

Kürzlich habe ich mir einen Abszeß von der linken Wange entfernen lassen. Seitdem muß ich mit dem Gedanken fertig werden, daß mir dieses ganz und gar grauenhafte Eiter-Talg-Geschlonze wie aus dem Gesicht geschnitten ist.

Andreas Volz

Systemfußball

Ergebnisse der Informatikerfußballweltmeisterschaft in der Gruppenphase des Viertelfinales (nach neunzig Minuten): 0:1, 0:0, 1:0, 1:1.

Almuth zu Jeddeloh

Modekrankheit

Ich kann nicht verstehen, wie sich Mediziner noch immer der Illusion hingeben können, Aids jemals vollständig zu besiegen. Selbst mir als medizinischem Volllaien ist doch klar: Aids wird, wie so viele Unannehmlichkeiten der achtziger und neunziger Jahre, immer wieder kommen. HIV ist schließlich ein Retrovirus.

David Schaible

An einen Freund

des bemühten literarischen Wortspiels gegen Abholung abzugeben: eine Brechtstange.

Thomas Winkler

Reich und schön

Sehr beruhigend ist es, daß ich mir über die Karriere meines drei Monate alten Sohnes keine Gedanken mehr machen muß. Essen, kotzen, unverständlich brabbeln, wieder essen, wieder kotzen und zwischendurch süß aussehen – er führt schon jetzt das Leben eines Supermodels.

Thomas Kuhlmann

TV-Kritik

Was bei der ganzen Kontroverse um den Reich-Ranicki-Eklat stets vergessen worden ist: Fernsehen ist halt auch nicht gut für die Augen.

Mark-Stefan Tietze (Brillenträger)

Wappentiere

Wenn man einmal überlegt, wie die Flaggen und Wappen vieler Länder aussehen, dann kommt man unweigerlich zu dem Schluß, daß zu der Zeit, als die Länder sich ihre Wappentiere aussuchten, besonders Löwen und Adler international ziemlich chic gewesen sein müssen. Waren vielleicht damals noch was Neues. Oder wurden eben aus irgendeinem Grund als mächtige Tiere angesehen, mit denen man sich als Staat oder Staatsoberhaupt gern schmückt, um Stärke zu demonstrieren. Hätte die Wappentierfindung in den Neunzigern stattgefunden, würde man heute auf vielen Flaggen wahrscheinlich Glenn Danzig oder Henry Rollins sehen.

Bernhard Löwenberg

Düstere Perspektiven

Angesichts der allenthalben drohenden Gefahr der Arbeitslosigkeit und der daraus mit Sicherheit folgenden Verarmung ist es üblich, sich selbst mit dem Ausspruch zu ermutigen: »Wenn’s ganz schlimm kommt, geh’ ich halt putzen!« Eine gründliche Inspektion der verschiedenen, in meiner Wohnung reichlich vorhandenen Oberflächen erschütterte indes doch nachhaltig meine diesbezügliche Zuversicht.

Theobald Fuchs

Gegenüber

Man sollte die junge Frau von gegenüber mal davon in Kenntnis setzen, daß ihre neuen Vorhänge bei angeknipstem Licht alles andere als undurchsichtig sind. Außerdem könnte ihr dunkelhaariger Freund mit der Tätowierung auf dem Oberarm sie zur Abwechslung ruhig auch mal ganz normal von vorne nehmen.

Paul Bokowski

Selber schuld

Keine Ahnung, warum die Leute sich so anstellen. Sie haben genau das bekommen, was man ihnen versprochen hat. Ein Blick ins Fremdwörterlexikon hätte genügt, um festzustellen, daß eine Firma, die sich selbst vor aller Welt als nur wenig (Präfix ›hypo‹ = unter) wirklich (Adjektiv ›real‹) und damit die vom Kunden vermutete Vermögensmasse (engl. ›estate‹) als imaginär bezeichnet, auf jeden Fall ein seriöser Geschäftspartner ist – ehrlicher geht es doch kaum!

Tibor Rácskai

Couchökonom

Wegen meines enzyklopädischen cineastischen Wissens werde ich oft gefragt, woher ich die Zeit nehme, all die Filme anzusehen. Ganz einfach: In den Fernsehwerbepausen schau ich immer etappenweise DVDs.

Sascha Dornhöfer

So kann’s kommen

Zum bevorstehenden Hochzeitsfest gratulierte mir vor Jahren ein Freund und gab einen Ratschlag zur Festgestaltung: »Laßt es ordentlich krachen! Wie oft heiratet man schon? Zwei-, dreimal?« Das fand meine Ex-Frau damals gar nicht lustig. Wegen solcher Humorlosigkeiten ist sie jetzt auch nicht eingeladen, wenn ich diesen Freund heirate.

Tim Wolff

Glück im Unglück

Als ich meinen Geldbeutel zurückbekam, den ich verloren hatte, kontrollierte ich sorgenvoll den Inhalt: null Euro und null Cent – Gott sei Dank, noch alles da!

Lars Ruppel

Kontemplation

Es gibt im Leben bekanntlich Momente, die sind ganz nett; es gibt auch solche, die sind einfach schön; und es gibt natürlich jene, die so unfaßbar schön sind, daß ich, wenn die Zeit ein buntgefiederter Vogel wäre und ich in solchen Momenten ein Jagdgewehr bei der Hand hätte, sie ohne zu Zögern abknallen würde, damit sie nicht mehr verfliegt. Peng!

Theobald Fuchs

Gute Frage

Stammt Buttermilch eigentlich von Kühen aus Kefir-Haltung?

Henning Jensen

Jesus light

Habe neulich beim Überqueren des frisch gewischten Küchenfußbodens festgestellt, daß ich über Wasser laufen kann. Die Schicht darf halt nur nicht zu dick sein.

Uwe Geishendorf

Sparen für Fortgeschrittene

Meine Tante Bärbel, von mir meist ob ihres Geizes verlacht, ließ mich an einem der letzten Familiengeburtstage an ihrem Erfahrungsschatz teilhaben. Jeden Abend vor dem Schlafengehen, so berichtete sie mir im Vertrauen, schneuze sie immer noch einmal herzhaft in ihre benutzte Unterwäsche, bevor sie diese in die Schmutzwäsche gebe. Auf diese Weise spare sie nämlich ein Taschentuch. Aufs Jahr gerechnet mache das... aber rechnen Sie es ruhig mal selber nach!

Stefan Hauser

Das Lied vom Tod

Im Bus nach Hause: eine junge Mutti und ihr ungefähr vierjähriger Sohn. Sie spielt mit ihrem Handy.
Sohn: »Mama, kann ich noch mal das Lied von dem Tod hören?«
Sie drückt ein paar Knöpfe auf dem Handy, und durch den Bus schallt tatsächlich lautstark die altbekannte Mundharmonika aus dem altbekannten Film.
Sohn (mit zittriger Stimme): »Ist das wirklich das Lied vom Tod?«
Mutter (nuschelt): »Das ist ein Western... mit Cowboys und so.«
Sohn (ehrfürchtig): »Und da spielt ganz in echt der Tod mit?«
Mutter schweigt.
Sohn (kryptisch): »Mama, hast du gewußt, daß in der Nahrungspyramide die Fischstäbchen ganz weit oben stehen?«
Mutter nickt.
Sohn: »Kann ich jetzt noch das Leck mich am Arsch-Lied hören?«
Warum mußte ich jetzt bloß aussteigen? Das Lied vom Tod kannte ich nämlich schon, aber das andere? Sie etwa?

Kerstin Richter

Genau!

Die einzige Ecke, aus der man beim Staubsaugen nichts wegräumen muß, um dort saugen zu können, ist die Ecke, in der normalerweise der Staubsauger steht.

Nadja Schlüter

Bekenntnis eines Hochstaplers

In einer Vorlesung zur Literaturtheorie vertrat unser Dozent die Auffassung, »Zeitdeckung«, also ein Eins-zu-eins-Verhältnis von erzählter Zeit und Erzählzeit, könne unmöglich erreicht werden. Was er nicht weiß: Am »Zauberberg« habe ich tatsächlich sieben Jahre gelesen.

Dominik Mauer

Narkolepsie?

Neulich bin ich nach erneut nur mühsam im Dämmerzustand durchgehaltenem Arbeitstag nach Hause gestolpert, dort den schon vorgefurchten Weg zum Sofa gekrochen, eine Weile dahingedämmert und wie üblich vor dem Fernseher eingenickt. Irgendwann wollte ich mich aufrappeln, um das Nachtprogramm auszuschalten. Der Dokubeitrag zum Thema Narkolepsie fesselte mich aber doch so sehr, daß ich aus lauter Sorge um meine Gesundheit nicht wieder einschlafen konnte. Nach einigen Stunden hellwachen Grübelns dann die Erkenntnis: Bin noch wach, also wohl kein Narkoleptiker. Hab dann am nächsten Morgen verpennt und mich vorsichtshalber krank gemeldet.

Tomas Erbs

Common sense

Ob ich denn nicht auch überrascht gewesen sei, daß Marcel Reich-Ranicki den Nobelpreis abgelehnt habe, fragt mich eine ältere Dame im Seniorentreff, wo man günstig frühstücken kann. Als ich verdutzt gucke, fügt sie ihrerseits erstaunt hinzu: »Haben Sie das denn nicht bei ›Wetten, daß...?‹ gesehen?«

Christian Jöricke

Kennzeichen des Alterns II

Ich habe ein weiteres untrügliches Zeichen dafür entdeckt, langsam älter zu werden: diesen Satz, eingeworfen in einen musiktheoretischen Smalltalk: »Die Band kenn’ ich noch in Originalbesetzung!«

Volker Surmann

In memoriam

Wortwechsel auf der Party: »Mensch Dirk, du siehst ja heute aus wie Paul Newman!« – »Ist der nicht seit einer Woche tot?« – »Genau!«

Thomas Movtchaniouk

Leicht daneben

Mit Weihnachten hab ich so meine Probleme. Spätestens seit ich mal geträumt habe, ich wäre zu spät zur Bescherung aufgewacht: Hastig in die Klamotten gestiegen, die Treppe runtergesprungen, ins Wohnzimmer, wo die Familie schon um den Baum versammelt war. Vorwurfsvoll schaute mein Vater mich an. Das alberne Känguruhkostüm, das ich da anhabe, sei absolut unpassend, schrie er, und meine Mutter begann zu weinen. Dabei sah Vater in seinem buntgetupften Clownskostüm auch nicht gerade super aus. Von Mutter in ihrer SM-Lederkluft ganz zu schweigen. Seitdem meide ich Weihnachtsfeiern. Lieber lese ich eins von den guten Büchern, die ich von Zeit zu Zeit in meinem Bauchbeutel finde.

Oliver Maria Schmitt

Wahre Freundschaft

Zu passierten Tomaten sagt meine Freundin Farina scherzhaft »passionierte Tomaten«, meine Freundin Karen gar »geschehene Tomaten«. Trotzdem schätze ich die beiden und habe keine Sekunde gezögert, sie im vergangenen Monat zu meinem Geburtstag einzuladen.

Lukas Haberland

Warum nur?

Regelmäßig werde ich von meinen Freunden aufgrund meines eher rational ausgestatteten Haushaltes wüst beschimpft. Bei der letzten Grillveranstaltung fehlte der so dringend benötigte Dosenöffner, irgendein Nichtsnutz hatte eingedoste Maiskolben angeschleppt. Fassungslos fragten mich die Gäste immer wieder, immer vorwurfsvoller, am Ende restlos aggressiv: »Warum, verdammt noch mal, hast du denn keinen Dosenöffner?« Da ich noch nie über diese Frage nachgedacht hatte, brauchte ich eine Weile, um wahrheitsgemäß zu antworten: Weil die Pizza immer in Pappschachteln angeliefert wird.

Dirk Warnke

So gesehen

Was in Deutschland einerseits schiefläuft, warum aber andererseits doch alles irgendwie gerade noch so weitergeht, wurde mir klar, als ich die Pförtnerin meiner Firma im Vorübergehen sagen hörte: »Gewerkschaft bin ich ausgetreten. Das kost’ nur Beitrag, und wenn die streiken, muß ich eh immer arbeiten.«

Karlo Tobler

Erkenntnis

Im Prinzip führe ich das Leben einer kinderlosen Hausfrau. Nur ohne die ganze Hausarbeit.

Christian Martin

 

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Das schreiben die anderen
Titanic unterwegs
06.02.2012 Frankfurt, Moseleck
  Trinker fragen - Politiker antworten. Mit OMS.
07.02.2012 Frankfurt am Main, Club Voltaire
  TITANIC-Peak-Preview
16.02.2012 Leipzig, Conne Island
  TITANIC-Boygroup
17.02.2012 Dresden, Schauburg
  TITANIC-Boygroup
Briefe an die Leser

 Hey, McDonald’s-Werbung,

wer ist eigentlich dieses »Ich« in Eurem Slogan »Ich liebe es«? Ist es dasselbe dicke Dummchen, dem auch RTL (»Mein RTL«) gehört?

Eher selbstverliebt:

Titanic

 Sie aber, Christine Neubauer,

haben aufgrund eines Werbevertrags mit der Firma Weight Watchers rund fünfzehn Kilo abgenommen und sich so Ärger mit Ihren Fans eingehandelt. Um Ihren guten Ruf als »Vollweib« nicht zu verlieren, wehrten Sie sich nun in der Bunten: »Ich fühle mich extrem wohl in meinem drahtigen Körper, denn er ist immer noch kurvig. Das einzige, was ich bedaure, ist, daß meine Oberweite leider auch etwas abgenommen hat. Aber ich bin noch immer ein Vollweib, weil ich mit Leib und Seele Frau bin und zu meiner Weiblichkeit stehe.« Herrje! Wissen Sie, Frau Neubauer, welch drahtig-kurviger Verdacht uns beschleicht? Daß Sie unabhängig vom jeweiligen Zustand Ihres offenbar hochkomplexen, wenn nicht gar widersprüchlichen Weiblichkeitsleibes weniger ein »Vollweib« als vielmehr ein »Vollpfosten« sind.

Nein? Ach, kommen Sie: Stehen Sie dazu!

Titanic

 Rummenigges Karl-Heinz!

Als Sie kürzlich im Pay-TV in der »LIGA total! Lounge« zu Gast waren, haben Sie als persönlichen Wunsch angegeben, bei »Ice Age 4« mitspielen zu dürfen. Hm, warum denn »Ice Age«? Der Esel spielt doch bei »Shrek« mit!

Um I-a wird gebeten.

Titanic

 Antidiskriminierungsstelle des Bundes!

Hältst Du das wirklich für eine so gute Idee, überall Plakate aufzuhängen, auf denen »Kein Mensch paßt in eine Schublade!« steht? Also wirklich: Schublade? Singular? Werden da nicht die anderen Schubladen, in die so ein Mensch auch noch paßt, nun ja, diskriminiert?

Immer wachsam: die Schubladenschwengel von der

Titanic

 Lieber Marcel Reich-Ranicki,

in Ihrer Kolumne in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung fragt ein Hubertus Simmelring: »Was halten Sie von dem neuen Buch von Mathias Döpfner? Es gibt darin auch ein Kapitel über die Meistersinger. Damit kennen Sie sich doch bestens aus. Er auch?« Und Sie: »Mathias Döpfner hat einige Bücher publiziert, ja, unter anderem einen Essay über die Meistersinger.« Fertig. Aber schließlich heißt Ihre Rubrik bloß »Fragen Sie Reich-Ranicki«. Fürs Antworten sind Sie halt nicht zuständig.

Fragen Sie:

Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Eine Frage des Anstands

Vor dem Bürogebäude, das meinen Arbeitsplatz beherbergt, beschuldigte unser Hausmeister einen leicht heruntergekommenen Herrn, in den Eingangsbereich uriniert zu haben. Dieser bestritt die Tat vehement. Doch die Indizien sprachen gegen ihn: Die Stelle, an der er gestanden habe, sei jetzt naß, beharrte der Hausmeister, außerdem habe er den Beschuldigten an seinem Hosenstall herumnestelnd vorgefunden. Derart in die Ecke gedrängt, stemmte der nun Überführte die Hände in die Hüften und empörte sich: Das könne man aber ja wohl auch freundlicher sagen. Der Mann wußte eben, was sich gehört.

Saskia Wagner

 Position 169

Ich fühle mich in der Rolle des unbeteiligten Beobachters in der Regel recht wohl.

Aiko Kempen

 Gender Buddies

Nach einem Besuch bei »Best Worscht in Town«, diversen Cocktails in diversen Gastronomien, mehreren Rausschmissen aus ebendiesen und einigen Bieren von verschiedenen Kiosken äußerte meine Freundin nach einem raumerschütternden Rülpsen im Morgengrauen: »Lecker! Schmeckt immer noch nach Currywurst!« Seitdem trägt die Dame an meiner Seite stolz den ihr von allen Anwesenden spontan verliehenen Titel »Mann ehrenhalber«.

Jens Peter Gust

 Gutmensch

Diese bigotten Arschlöcher! Millionen von Menschen kaufen bei KIK ein, wo die Klamotten von Kindern in Bangladesch produziert werden, unter schlimmsten Bedingungen. Und alle schauen weg. Und keiner sagt was. Aber wenn ich die Kinder aus Bangladesch holen will, um hier, im schönen Deutschland, Klamotten unter weit unschlimmeren Bedingungen zu produzieren, ist die Aufregung groß. Da vergeht einem die Freude an karitativen Projekten so sehr, daß ich meinen nächsten Kampf gegen Kinderarbeitslosigkeit in thailändischen Bordellen am liebsten abblasen würde.

Björn Högsdal

 Architekturkritik

Am sogenannten »Renaissanceportal« des Freiburger Münsters stehe ich neben zwei amerikanischen Paaren. Die Frauen betreten das Münster. Nach einer halben Minute kommen sie wieder heraus, und die eine sagt: »It’s only a church.« Was sie hinter diesen Mauern wohl erwartet haben?

Christof Goddemeier