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Winterliches Paradox

Morgens aufstehen und sich ärgern, daß es nicht richtig hell wird. Sich am Spätnachmittag trotzdem ärgern, daß es schon wieder dunkel wird.

Volker Surmann

Womit hab ich denn das verdient?

Die Zeiten, da man grundsätzlich gegen alles war, sind ja zum Glück vorbei. Auch mit der Existenz als gläserner Kunde hat man sich um des lieben Friedens willen schon so gut wie abgefunden. Wenn man allerdings eines Morgens im tageszeitbedingt noch etwas zerbrechlichen Nervenkostüm seine persönliche Amazon-Seite aufklappt und einem unter dem Rubrum »Gönnen Sie sich etwas« die Worte »Fünf Jahre Auschwitz« entgegenleuchten, dann darf man doch wenigstens mal kurz zusammenzucken, oder?

Hans Kantereit

Burnout 2.0

In letzter Zeit kann ich mich kaum wach halten, andere dafür um so besser.

Sascha Dornhöfer

Im Auftrag Ihrer Majestät

Wegen all der vielen mißhandelten Kinder fordert Merkel jetzt eine »Kultur des Hinsehens«. Da rennt sie bei mir offene Gardinen ein. Seit Nächten klebe ich an der Fensterscheibe und bin, glaube ich, einer wirklich miesen Sache auf der Spur: Jede Nacht versuchen meine Nachbarn, neue Kinder zu machen – wofür, kann man sich ja denken oder der Tagespresse entnehmen. Ich bleib’ dran!

Rolf Karez

Knackig

Ich finde, seitdem Oma im Altenheim zum wiederholten Mal gestürzt ist und sich diesmal das Hüftgelenk gebrochen hat, sieht sie noch viel knackiger aus.

Christian Schroeder

Filmtip

Als ich neulich beim Zappen zufällig auf einen dieser Spartenkanäle stieß, die »Das Vierte« oder »Tele Fünf« heißen, stellte ich fest, daß dort genau der Film lief, den ich mir als DVD am Nachmittag für 4,99 bei Schlecker besorgt hatte – für den Fall, daß abends nichts in der Glotze käme. Um solche Fehlkäufe zu vermeiden, habe ich seitdem beim Einkaufen stets ­eine Fernsehzeitschrift dabei.

Nils Heinrich

Dresden

Als der ICE in Dresden über die ­Elbbrücke fährt, zieht die Silhouette der Stadt, in wildes Spätnachmittagslicht getaucht, am Zugfenster vorbei und wird von einer älteren Dame lautstark bestaunt: »Aah, ist das schön! Und die Frauenkirche!« Ihr Begleiter läßt sich einige Zeit, bevor er achselzuckend erwidert: »Ich will mal so saachen: Früher hammer’se nüsch vermißt, wir waren’s ja nüsch anders gewöhnt. Aber nü…« Ihre beleidigten ­Blicke läßt er anschließend ungerührt von sich abprallen; er ist’s ja gewiß nicht anders gewöhnt.

Mark-Stefan Tietze

Ironieresistent

In meinem Job als Tontechniker nehme ich eine Glosse zum Thema Silvester auf. Sie soll mit den Worten enden: »…und kotzte auf den Boden.«

Sprecherin und Regisseur (der Autor ist nicht anwesend) sind sich einig: Das könne man so nicht über den Sender lassen, das sei zu hart. Man grübelt.

Ich schlage vor: »…und kotzte auf den Teppich.«

Regisseur: »Das ist nicht das Problem!«

Frank Biller

Nachschlag

Ein befreundeter Münchner Staatsanwalt ermittelte einmal wegen Mordverdachts gegen einen katholischen Schriftsteller, der mit schmissig abgefaßten Heiligenlegenden sein Geld verdiente. Eine Frauen­leiche war gefunden worden, die ähnliche Paillettenkleider trug, wie sie der Katholik sammelte, und zwar in einem Schrank auf dem Speicher. Direkt daneben fand sich ein Stapel Videokassetten, der als Beweismittel beschlagnahmt wurde. Um die Sichtung des wahrscheinlich kompromittierenden Materials etwas unterhaltsamer zu gestalten, bat der Staatsanwalt zwei junge Kommissarinnen vom Morddezernat hinzu. Schon die Inaugenscheinnahme des ersten Videos schlug dem Staatsanwalt adrett auf den Magen. Nicht wegen der scheußlichen Peitschenszenen, sondern wegen der abgebrühten und sachkundigen Kommentare der eifrig rauchenden und lachenden Kommissarinnen. »Ohne Nachschlag schafft er’s nicht«, meinte die eine, als sich ein kapuzenbewehrter und auf einen Holzbock geschnallter Darsteller eine saftige Tracht Prügel abholte; und die andere gluckste: »Vielleicht hat der Film ja Überlänge.«

Ein zweiter Film brachte auch keine nennenswerten Erkenntnisse, er trug die Handschrift der gleichen Produktionsfirma. Der dritte sah merklich anders aus, eher wie ein Homevideo, dafür sprach vor allem der schlechte Ton und der bayerische Dialekt aller an der Auspeitschung Beteiligten. Wieder war ein festgeschnallter Kapuzenmann zu sehen, dem wuchtige Matronen mit allerhand technischem Gerät Saures gaben. Nach dem kläglichen Höhepunkt der Szene applaudierten die Kommissarinnen gnädig, dann nahm der aus dem Holzgestell Befreite die Haube ab, und dem Staatsanwalt verschlug es die Sprache: Er erkannte den Kapuzenmann. Es war sein Friseur.

Der katholische Heilige konnte mangels eindeutiger Beweise nicht verhaftet werden, und der Staatsanwalt fuhr fortan einmal im Monat einhundertzwanzig Kilometer mit der Bahn von München in sein Heimatdorf, um lieber dort zum Friseur zu gehen.

Oliver Maria Schmitt

Für mich bitte ohne Zucker!

Hiermit beantrage ich Titelschutz für meine posthum eventuell erscheinende Autobiographie obigen Namens. Die ersten drei Kapitel habe ich schon fertig: 1. Marcel – geboren, um zu sterben; 2. Erste ›Geh‹-Versuche; 3. Ein Kind wartet auf seinen Tod.

Marcel Vega

Neulich im Fischlokal

»Herr Ober?« Der Gast im Urteilston, auf sein Glas Rotwein zeigend: »Der Wein hat Kork!«

Der Kellner lächelt: »Der Wein hat Schraubverschluß.«

Wolfgang Beck

Wochenendbekanntschaft

Justament lese ich Daniel Schreibers solide, seriöse Biographie der großen Essayistin und des mindestens genauso großen Ehrpusselchens Susan Sontag mit dem etwas überschminkten Titel »Susan Sontag – Geist und Glamour« (Aufbau Verlag). Und da schau her, auf Seite 208 steht, was ich immer vermutet habe: Einer ihrer besten Freunde war Dr. Joseph Sonnabend. Daniel Schreiber übt sich in pietätvoller Zurückhaltung, aber ich denke mir, daß die beiden manchmal ganz schön einen abgebissen haben. Am Wochenende, versteht sich.

Frank Schäfer

Hausmittel

Wer kennt das nicht: Sie kommen aus dem Urlaub zurück nach Berlin und finden die Stadt zum Kotzen. Häufig liegt das daran, daß Leib und Seele nicht mehr das sind, was sie mal waren, daß es zwischen den beiden einfach nicht mehr stimmt. Ein altes Hausmittel schafft Abhilfe. Zunächst Seele und Hirn getrennt voneinander in einer großen Salatschüssel oder einem alten Putzeimer in reichlich Alkohol einlegen, dabei darauf achten, daß sie vollständig bedeckt sind. Nach ca. einer Stunde die getränkte alte Seele ordentlich kneten, auswringen und wie gewohnt über die Heizung hängen. Nun auch das Hirn etwas abtropfen lassen, in eine Schüssel geben, eine Prise Salz dazu. Nach und nach lösen sich die Erinnerungen der vergangenen zehn bis vierzehn Jahre und sammeln sich im Schüsselboden. Wenn sich ein paar brauchbare darunter finden, diese zur Seite legen, der Rest wird nicht mehr benötigt.

Jetzt die inzwischen leicht bräunliche Hirnmasse aus der Schüssel nehmen und mit siedendem Wasser kurz abschrecken. Die trockene alte Seele von der Heizung nehmen, das Hirn darin einwickeln, mit etwas Spreewasser und ordentlich Berlin-Zauber beträufeln, ein sauberes Geschirrtuch darüberlegen und ein bis zwei Wochen ziehen lassen: Fertig ist das ergriffene, bedeutungsvolle und begeisterungsschwangere Leben in der aufregendsten Hauptstadt Europas!

Peter Wagen

Monokultur

Das Störendste an einer Partnerschaft ist, daß immer jemand antwortet, wenn man seine Selbstgespräche führt.

Susanne Feldt

Mißverständnis

Ein Freund stand bei einem Geburtstagsfest neben einer ihm flüchtig bekannten Norwegerin vor dem Buffet. Leichthin das Dargebotene kommentierend, sagte er: »Das sieht ja richtig gut aus.« Und fand sich im Nu in ein Gespräch mit der dankbar strahlenden Nordfrau verwickelt, die ihm in allen Einzelheiten dartat, wie sie es angestellt hatte, an diesem Abend wirklich oberspitze auszusehen.

Christof Goddemeier

Schuhrücksendung

Bei Amazon.de kann man sich ja hier und da des Eindrucks nicht ganz erwehren, daß sie schneller gewachsen sind, als sie es sich selbst zugetraut haben, nachdem es dort einst nur Bücher, CDs und vielleicht noch Computerzeugs gab; so zum Beispiel bei der Auswahlliste für die Rücksendegründe. In einfachen Fällen geht das ja, »der Artikel gefällt mir nicht mehr« paßt meist irgendwie. Bei den Schuhen, die zu groß waren, war’s aber schon nicht mehr so leicht. Ich habe dann »das Produkt ist nicht vollständig kompatibel mit meinem System« gewählt.

Robert Schroeder

Moderne Zeiten

Und dann stehen Sie in der »Young ­Fashion«-Abteilung vor der Fachverkäuferin in der Herrenoberbekleidung des Kaufhofs, nachdem Sie sich gerade ­erneut darüber geärgert haben, daß nicht Ihr Freund, sondern schon wieder Sie die K­lamotten zur Mottoparty »Walfänger und Freibeuter« besorgen ­müssen, nachdem Sie nämlich gemerkt haben, daß es ­keine Second-Hand-­Läden gibt, in denen gebrauchte Sachen tatsächlich günstiger sind als neue, und ferner festgestellt haben, daß es zwar Tausende von blau-weiß gestreiften T-Shirts zu kaufen gibt, allerdings keines, auf das nicht »Sailing Fun Marina Blue by Diesel« draufgeflauschdruckt ist, und hören sich auf die ­Frage »Wonach suchen Sie denn jetzt genau?« antworten: »Etwas für den jungen Mann von gestern!«

Katinka Buddenkotte

Weinkenner

Vor gut zehn Jahren begann ich relativ wahllos Weine zu lagern, weil mir zu Ohren gekommen war, daß diese mit den Jahren immer besser würden. Nun habe ich die erste der Flaschen aus dieser Zeit geköpft: einen 1996er »Aldegheri Amarone Della Valpolicella Classico«. Ergebnis: eine unnatürliche Süße, faulige Aromen mit Nuancen von Teer bis Mottenkugel und am Morgen danach ein Schädel wie ein Wasserbüffel.

Michael Höfler

Doppelte Entspannung

Meine Freundin Angelika trinkt nach ihren meditativen, fernöstlichen Leibesübungen gerne ein Bier. Sie nennt das Après-Chi.

Christoph Virchow

Wahrhaft magisch

Habe neulich die Fernsehshow »The Next Uri Geller« geguckt. War fasziniert von der Ankündigung, auch bei den Zuschauern zu Hause würden unerklärliche Dinge passieren. Habe daraufhin meine Umgebung genauestens beobachtet. Und ­siehe da – Uri Geller hatte recht! Bei mir geschah wirklich Unfaßbares: Ich guckte »The Next Uri Geller«!

Katharina Greve

Gebrannte Generation

Am Silvesterabend ist meinem Opa ein Böller in der Hand explodiert. Von Mangel und Entbehrung der Kriegsjahre geprägt, kann er bis heute einfach nichts wegschmeißen, was noch funktioniert.

Thorsten Mausehund

Blumenkohl

Gehen Sie manchmal auch auf Vernissagen? So wie ich, ungefähr alle zwanzig Jahre einmal?

Ich kann nur sagen, es lohnt sich!

Stehen da zwei Frauen, und die eine sagt zu der anderen: »Hör mal, ich hab da so’n Pullover, der steht mir nicht, zieh ich auch gar nicht an, aber dir würde er stehen, der hat genau die Farbe wie das Bild da drüben, nee, nicht wie die Eingeweide gleich hier, mehr so beige wie der Blumenkohl auf Asphalt rechts daneben – oder soll das ein Gehirn sein?«

Fanny Müller

 

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Das schreiben die anderen
  • 04.02.:

    Die hr-Sendung "Hauptsache Kultur" berichtet über Oliver Maria Schmitt, den Frankfurter OB der Herzen.

Titanic unterwegs
07.02.2012 Frankfurt am Main, Club Voltaire
  TITANIC-Peak-Preview
16.02.2012 Leipzig, Conne Island
  TITANIC-Boygroup
17.02.2012 Dresden, Schauburg
  TITANIC-Boygroup
18.02.2012 Fürth, Comödie
  Max Goldt
Briefe an die Leser

 Bäume!

Wißt Ihr eigentlich, wie beschissen Ihr ausseht, so ganz ohne Blätter? Wenn Ihr das nicht bald ändert, dann besuchen Euch demnächst: die Holzhackerbuam auf der

Titanic

 He, Rolf Hochhuth!

In Ihrem BZ-Nachruf auf Johannes Heesters gedenken Sie der Heesters-Auftritte im Berlin der Nazizeit und mokieren sich über die »geradezu idiotische Weise«, in der man Heesters anlastete, »daß auch Hitler einige dieser Vorstellungen besuchte – wie vermutlich jeder musikliebende Berliner«. Um am Schluß zu konstatieren, daß wir als Erzeugerstaat kraß versagt haben: »Die deutschsprechenden Bühnen werden sicher lange brauchen, einen Entertainer seines Ranges aus dem Ausland wieder importieren zu können. Wir Deutschen haben seinesgleichen ja noch nie hervorgebracht« – ja, stellen Sie sich vor, Hochhuth, die Dinge liegen noch schlimmer: Sogar die musikliebenden Berliner mußten wir teilweise aus Österreich einführen!

Kulturlose Grüße

Titanic

 »Aperol Sprizz«-Trinker!

Mal ehrlich: Ihr trinkt doch dieses campari-ähnliche, orangefarbene Trendgesöff nur deshalb so massenhaft gern, weil »Aperol Sprizz« ganz offensichtlich ähnlich schweinisch klingt wie »Schlüpferstürmer«, oder? Aber für die Damen unter Euch Mitläufern und Mitsäufern, müßte es da nicht viel passender und noch schweinischer auch einen »Aperol Schlukk« geben? Der dann natürlich auch die dicklich-weiße Konsistenz von »Küstennebel« hat?

Wenn schon porno, dann hardcore:

Titanic

 Guter Entwicklungsminister Niebel!

Unter Westerwelle ging es Ihrer FDP schlecht, jetzt ist schon einige Zeit Philipp Rösler Parteichef. »Ich glaube aber«, sagen Sie dem Spiegel, »daß wir mit dem neuen Personal Vertrauen zurückgewinnen können.« Das Problem ist: »Es braucht aber Zeit, das scheue Wild ›Wähler‹ davon zu überzeugen, daß es sich lohnt, wieder auf die Lichtung zu kommen.«

Niebel, haben Sie mal überlegt, was mit dem scheuen Wild passiert, wenn es sich auf die Lichtung wagt? Ja? Sie waren nicht umsonst (Fallschirm-)Jäger bei der Bundeswehr? Na, dann ahnen Sie vielleicht, warum es mit dem Vertrauen nicht so klappt.

Bleibt lieber im Unterholz:

Titanic

 Hey, McDonald’s-Werbung,

wer ist eigentlich dieses »Ich« in Eurem Slogan »Ich liebe es«? Ist es dasselbe dicke Dummchen, dem auch RTL (»Mein RTL«) gehört?

Eher selbstverliebt:

Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Vorbilder

Mit dem Brautpaar auf dem Weg zum Standesamt kam ich an einer Fußgängerampel zu der Erkenntnis: Scheidung ist so, wie bei Rot über die Ampel zu gehen – nur dann doof, wenn Kinder da sind.

Matthias Warnken

 Sprache deines Vertrauens

Ein großes Internetverkaufsportal warnt vor englischsprachigen Mails, hinter denen sich fast immer Betrüger verbergen würden. Ich finde diese Information dankenswert – frage mich allerdings, wie eigentlich der Onlinehandel in Großbritannien funktioniert.

Jonas Haas

 Eine Frage des Anstands

Vor dem Bürogebäude, das meinen Arbeitsplatz beherbergt, beschuldigte unser Hausmeister einen leicht heruntergekommenen Herrn, in den Eingangsbereich uriniert zu haben. Dieser bestritt die Tat vehement. Doch die Indizien sprachen gegen ihn: Die Stelle, an der er gestanden habe, sei jetzt naß, beharrte der Hausmeister, außerdem habe er den Beschuldigten an seinem Hosenstall herumnestelnd vorgefunden. Derart in die Ecke gedrängt, stemmte der nun Überführte die Hände in die Hüften und empörte sich: Das könne man aber ja wohl auch freundlicher sagen. Der Mann wußte eben, was sich gehört.

Saskia Wagner

 Position 169

Ich fühle mich in der Rolle des unbeteiligten Beobachters in der Regel recht wohl.

Aiko Kempen

 Gender Buddies

Nach einem Besuch bei »Best Worscht in Town«, diversen Cocktails in diversen Gastronomien, mehreren Rausschmissen aus ebendiesen und einigen Bieren von verschiedenen Kiosken äußerte meine Freundin nach einem raumerschütternden Rülpsen im Morgengrauen: »Lecker! Schmeckt immer noch nach Currywurst!« Seitdem trägt die Dame an meiner Seite stolz den ihr von allen Anwesenden spontan verliehenen Titel »Mann ehrenhalber«.

Jens Peter Gust