Archiv


Diese Vögel!

Vögel sind doch nicht vernünftig. Gestern beim Laufsport sah ich auf dem Gehweg an der Donau so einen gefiederten Gesellen. Der sah mich, war recht verschreckt und hielt es für sicherer, auf die andere Seite des Gehwegs zu wechseln, allerdings nicht fliegend, sondern hüpfend. Was mich verwunderte, schließlich kann er doch fliegen. Als Mensch krabbel ich doch auch nicht über fünf Meter Entfernung, sondern gehe aufrecht, es sei denn, ich wäre noch ein kleines Kind, hätte einen Bandscheibenvorfall oder wäre betrunken. Jetzt die Conclusio: Der Vogel war nicht mehr klein, konnte also schon fliegen. Bandscheiben haben Vögel nicht. Hatte der kleine Scheißer sich also richtig schön einen reingestellt!

Bernhard Löwenberg

Nicht uninteressant

Wer schon immer mal wissen wollte, was die freundliche Schalterfrau der Hausbank wohl dazu sagt, daß man gerade exakt 3000 Euro auf seinem Konto gefunden hat, die einem ein prominenter, aber persönlich nicht bekannter Hamburger Millionär ein dreiviertel Jahr nach seinem Tod mit der Betreffzeile »Verauslagung« überwiesen hat – hier ist die Antwort:

»Buchen wir zurück. Dann sind Sie aber im Minus.«

Martin Graß

Auch wieder wahr

Als seine Frau sich auch nach wiederholtem Rufen partout nicht zu uns an den gedeckten Tisch gesellen mochte, wurde mein Freund Tobias rabiat: »Los jetzt, herkommen und essen! Wäsche aufhängen kannst du, wenn du tot bist!«

Mark-Stefan Tietze

Fortbildung

Weil ich ja weiß, daß es politisch nicht korrekt und ernährungswissenschaftlich fatal ist, lasse ich mich nur alle Jubeljahre einmal von meinem Heißhunger auf die Burgerkreationen der einschlägigen Fastfood-Ketten hinreißen und kenne längst nicht mehr die aktuellen Angebote und Fachtermini. Um so glücklicher war ich gestern über Nachhilfe: Nachdem ich rätselnd an dem Riesenplakat »Whopper your way« vorbeigeradelt war und mir schon vornahm, daheim unter »to whopper« im Dictionary nachzugucken, zeigten mir die den Gehweg pflasternden Burger-Einwickelpapiere, Pommes-Tüten und Trinkbecher, daß andere die Botschaft verstanden hatten. Was soll also das Pisa-Gerede über unsere Jugend?!

Rolf Karez

Chapeau!

Meine Erinnerungen an Jörg Immendorf beschränken sich auf eine kleine Episode, die mir erst jetzt, nach seinem Tod, jäh ins Gedächtnis geriet. Im Verlauf seiner langen Krankheit (ADS) wurde der geniale Maler von dem Berliner Neurologen Thomas Meyer (43, Charité) behandelt, der selbst auch Künstler ist und Gedichte schreibt, Immendorf aber letzten Endes (29.5.) nicht helfen konnte. Ihm, Meyer, macht niemand einen Vorwurf. Der Spezialist in Sachen ADS in Deutschland hat alles versucht und ist in Immendorfs letzten Jahren nicht zu Unrecht zum Hausfreund des Malerfürsten befördert worden. Zufällig ist er auch mir persönlich bekannt.

Ich kann folgende Aussage machen: Mitte der 80er Jahre lernten wir uns beide in der Nationalen Volksarmee kennen. Wir trafen uns einige Male zu äußerst exzessivem Lyrikaustausch und interessiertem Alkoholkonsum. Eines Morgens, als wir nach einem besonders kreativen Beisammensein aufbrachen, geschah es, daß mich, gerade als wir die Treppe aus meiner Dichtermansarde hinabstiegen, urplötzlich und ohne jede Vorankündigung ein derart kapitaler Brechreiz überkam, daß ich Thomas Meyer aus nächster Nähe von oben in den Nacken göbelte. Nie werde ich sein ehrlich erstauntes Gesicht vergessen, als er sich sehr langsam zu mir umwandte und sagte: »Du, Rayk?« Ich konnte nur wahrheitsgemäß antworten: »Thomas, tut mir leid, aber das hat echt nichts mit deinen Gedichten zu tun.«

Wortlos tauschten wir daraufhin, nach einem nicht ganz unverständlichen Begehren seinerseits, die Hemden. Das heißt, er streifte mein herrlich sauberes Hemd über, und ich mußte in dem fremden Hemd eines fremden Mannes, mit dem eigenen Auswurf auf dem Rücken, den Dienst antreten. Mag sein, das eine (Immendorf) hat mit dem andern (mir) weniger als nichts zu tun, aber ich finde bemerkenswert, wie Meyer in beiden Fällen vermocht hat, am Ende mit sozusagen sauberer Weste aus der Sache rauszukommen.

Rayk Wieland (72)

Aus meiner Krankenchronik

Allergietest-Ergebnis bekommen: Hopfenunverträglichkeit. Danach schwere Zweifel: Waren denn die Rauschzustände nach Biergenuß immer nur allergische Reaktion? Schließlich entschlossen mit Hyposensibilisierung für die Oktoberfest-Saison begonnen.

Thomas Winkler

Entführt

An einem grauen Morgen entdeckte ich beim Blick in den Spiegel eine Narbe auf meiner Stirn. Dieses senkrechte, etwa zwei Zentimeter lange Ding hatte ich da noch nie gesehen. Darauf angesprochen meinte ein Freund, das kenne man doch aus amerikanischen Klatschblättern: ­Aliens hätten mich während des Schlafs entführt, an meinem Gehirn rumge­doktert und mich durch ihre fortgeschrittene außerirdische Technologie zu einem ­völlig neuen, effizienten, erfolgreichen und ­starken Wesen gemacht. Nachdem ich die letzten Wochen jetzt mal drauf geachtet habe, kann ich aber sagen: Das war’s ­jedenfalls nicht.

Christian Martin

Der siebte Sinn der Kleinkünstler

Als Mittel zur Wettervorhersage hat der Schwalbenflug längst ausgedient. Am besten erkennt man heraufziehenden Regen daran, daß keine Jongleure auf der ­Wiese vor der Uni herumlungern.

Jan Freunscht

Marokko

Ein Freund hatte beim Frühstück in Marokko eine unglückliche Wahl getroffen und, da in den Flitterwochen, das Elend etliche Stunden zu unterdrücken gewußt; nun aber, von Bauchkrämpfen geplagt, war er in ein Hotel in Marrakesch gestürmt und erleichterte sich dort mit ­einem veritablen Knall. Die Akustik der Toilette war so eindrucksvoll, daß sofort ein aufgeregter Portier hineinplatzte und ­fragte: »Vous êtes bien, monsieur?« Er ­dachte, der Fremde hätte sich erschossen.

Florian Haymann

Hier lacht der Linguist

Wer bei Bastian Sick Fehler entdeckt, sollte die entsprechenden Zitate unbedingt mit [Sick!] kennzeichnen.

Dominik Mauer

Seitenlage

Der Ausdruck »Stabile Seitenlage« kommt daher, daß man dabei liegt. Das »Stabile Seitensitzen« harrt noch seiner Erfindung.

Thomas Tonn

Pompeji heute

Im Urlaub auch in Pompeji gewesen. Bei den Ausgrabungen hat man gefundene Hohlräume mit Gips ausgegossen und erhielt auf diese Weise die exakten Abbildungen verschütteter Menschen und ihrer angstverzerrten Gesichter. Am ­selben Abend durch die düsteren und ­engen Gassen Neapels gelaufen. Fünfjährige heizen auf Motorrollern über das Kopfsteinpflaster und spielen Fußgänger-Umsäbeln. Den Autos, die in diesen Gassen stehen, fehlen Spiegel, Radkappen und Stoßstangen; überall zerknautschte Kotflügel, Schrammen in den Blechen und tiefe Beulen in den Motorhauben. Ich finde, man sollte auch diese Beulen mal mit Gips ausgießen. Vermutlich erhielte man auch hier die exakten Abbildungen schmerzverzerrter Gesichter.

Volker Surmann

Konsequenz

Man soll aufhören, wenn’s am schönst

Andreas Schriewer

Notfall

im Philosophen-Krankenhaus: »Professor Habermas, bitte sofort auf die Ontologie!«

Christian Mathieu

Verkaufsargument

Während ich die Straße entlanggehe, tritt vor mir ein Mann im Ledermantel aus einem dunklen Second-Hand-Laden und schreitet zügig und entschlossen hinfort. Plötzlich stürzt ihm ein anderer hinterher, rempelt mich beinahe an und ruft: »Halt, na gut, dann nehmen Sie das Radio eben mit!« Der Ledermantel dreht sich um: »Ach, jetzt auf einmal? Obwohl Ihnen dafür sogar die aidskranken Neger im Busch mehr bieten würden?«

Tina Manske

Endlich mal!

Endlich habe ich, ansonsten bekannt für Schwarzmalerei und Pessimismus, etwas Positives, von dem ich berichten kann: meinen letzten Drogentest! Einen solchen kann man sich nämlich seit neuestem für fünf Euro im Münchner Hauptbahnhof aus einem »Med-o-Mat« genannten Automaten ziehen, und verpackt ist er in einem adretten Blechdöschen, das man nach dem Test sehr gut als Versteck für Kiffe plus Blättchen weiterverwenden kann.

Oliver Nagel

Gesundheitsratschlag

Kürzlich hatte ich nach einer durcheinandergesoffenen Nacht den schlimmsten Kater aller Zeiten. In meiner Verzweiflung rief ich meinen Homöopathen an, der mir riet: »Brühen Sie sich eine große Kanne Brennesseltee und trinken Sie ungezuckert soviel wie möglich davon. Außerdem ist Weißbrot oder Zwieback gut, das saugt den Restalkohol etwas auf.« Nach dem Telefonat bin ich sofort in die Küche gegangen und habe zwei Ibu­profen mit einem großen Glas Rosé runtergespült. Und ob Sie’s glauben oder nicht: Nach einer halben Stunde war der Kater weg!

Moses Wolff

Himmel und Hölle

Es gibt vermutlich deswegen so wenig muslimische Selbstmordattentäterinnen, weil Frauen die Vorstellung eines ewigen Lebens mit einer Schar in der Kunst der Liebe völlig ungeübter 16jähriger Jungs nicht besonders verlockend finden.

Sebastian Mecklenburg

Vorläufig

Wie man kürzlich erfahren konnte, bringt der Internet-Dienstleister Google demnächst ein neues Alphabet auf den Markt. Es soll zunächst als Betabet veröffentlicht werden.

Gisbert Amm

Reisebericht

Lästiger Verpflichtungen halber mußte ich neulich nach Opladen rüber, in jenen Ort also, welcher die Beatles damals zu ihrem Lied »Opladi, Oplada« animiert hat. Allerdings nur zum Titel, die Folgezeile »life goes on« kann mit Opladen nichts zu tun haben, das ist unmöglich, da müssen die Beatles schon weitergereist sein, nach Köln oder so. Mich hat das leblose Opladen ja auch lediglich zu diesem Text hier inspiriert. Mehr war da einfach nicht drin.

Thomas Schaefer

Tip für Autobastler

Opel Kadett + Opel Corsa = Opel Corsett

Wolfgang Beck

Im Chinarestaurant

Weil mein Freund ein besonderer Lieb­haber echter chinesischer Spezialitäten und zudem auch der Bekannte eines chinesischen Restaurantinhabers ist, durfte ich neulich neben Schweineohren, Hühnerfüßen und Kutteln auch ein undefinierbares schwarzbraunes, rechteckig zugeschnittenes wabbeliges Irgendwas genießen.

Zur Kellnerin: »Was ist das hier eigent­lich?«

Sie: »Ja, ich weiß nicht. Ist gesund.«

Nach ihrer Rückkehr aus der Küche und dort offenbar eingeholten Auskünften:

»Ja, ich weiß nicht. Hauptsache, es schmeckt gut.«

Der zweite Kellner, auf schon drängendere Nachfrage, freundlich-tröstend:

»Ja, ich weiß nicht. Ich kann Ihnen aber das nächste Mal die Packung zeigen.«

Ich freu’ mich drauf.

Leo Fischer

Dialog mit einem Freund

Ich: Die schönsten Sachen im Leben sind umsonst!

Freund: Und was ist mit Sex?

David Sowka

Spitzenerzeugnis

Ich weiß nicht woran es liegt, vielleicht bin ich den Botschaften der Werbung doch zugänglicher als angenommen: »Ein ­helles Exportbier, weich, spritzig und frisch zugleich, aus edelsten Rohstoffen gebraut. Das Spitzenerzeugnis altbayerischer Braukunst. Ein Hochgenuß für jeden Bierkenner.« Jedenfalls – ich glaube ihnen jedes Wort.

Friedrich Krautzberger

Schöner Wohnen

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, daß die Wohnungen in sämtlichen »Deko-Soaps« viel geräumiger wirken, sobald die dicken Moderatorinnen aus ihnen verschwunden sind?

Katinka Buddenkotte

Kein Wunder

Seit ich in der Schule mit Michael-Ende-Verfilmungen gefoltert wurde, bin ich doch ein wenig momophob.

David Schaible

 

bezahlte Anzeige

Noch mehr ausgefallene Gadgets für
Technikfans gibt es bei getDigital.de
Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern! Jetzt abonnieren und Prämie sichern!
TITANIC Titelgenerator TITANIC jetzt als PDF TITANIC jetzt als PDF Sie glauben, das gute alte Handwerk sei ausgestorben? Weit gefehlt! Das ist Alexander Golz, Webmaster der TITANIC. Jeden Monat zimmert er aus Blut, Schweiß und Pixeln neue PDFs und wartet gespannt auf den Moment, in welchem er Ihr Exemplar mit einer Gravur zu einem zertifizierten Unikat veredeln darf. Er ist nur glücklich, wenn Sie glücklich sind! Und so einfach können Sie ihm Ihr Glück mitteilen: Bestellen Sie ein PDF! Hey, du! Du bist jung, gelangweilt und unterhaltungssüchtig, aber seit kino.to gesperrt wurde, setzt dein Beamer Spinnweben an? Dann haben wir was für dich! TITANIC gibt es jeden Monat neben der ­klassischen Holzvariante als digitale 720p-Kopie für dein exquisites Multimedia-Erlebnis! Einfach kaufen, runterladen, genießen. Hey du! Du bist genervt von konfektionierter Massenware? Du hast genug von reißenden Seiten und plötzlichen Knitterattacken? Du willst deine Lieblingszeitschrift auch auf deinem Lieblingspapier lesen? Dafür mußt du dich nicht schämen! Denn TITANIC gibt es nicht nur als gedrucktes Heft, sondern auch als PDF! Jetzt kannst du dir ein maßgeschneidertes Heft auf dem Material deiner Wahl printen! Ob auf Bütten-, Geschenk-, Eß- oder Klop­apier, dicken Kartonagen oder hauchzarter Chiffonseide – du hast die Wahl! Jetzt das 13. Heft kaufen
Erweitern
Das schreiben die anderen
Titanic unterwegs
16.05.2012 München, Vereinsheim
  Stefan Gärtner: »Deutschlandmeise« (fällt aus!)
19.05.2012 Frankfurt, Zoom (vorm. Sinkkasten)
  Thomas Gsella
22.05.2012 Koblenz, Buchhandlung Heimes
  Thomas Gsella
23.05.2012 A-Linz, Posthof
  Max Goldt
Briefe an die Leser

 Zuverlässiger Kumpel Weltgeist!

Den Psychologen mit Namen Steven Feelgood hast Du schon ziemlich gut hinbekommen. Daß dieser Mann aus Australien sich aber sozialtherapeutisch just in Brandenburg, in einem Gefängnis, obendrein um die ganz schlimmen Gewalt- und Sexualstraftäter kümmert, ist das nun Plan-Übererfüllung oder purer Rock ’n’ Roll?

Fragt Deine

Titanic

 »Autor« und »Frontmann« Sven Regener!

Mit Ihrer Wutrede gegen diese Runterlader mit ihrer gemeinen Umsonst-Mentalität haben Sie mächtig Wirbel erzeugt. Wir wollten aber zur Sicherheit noch mal nachfragen: Der Name der Band, der Sie seit Ewigkeiten vorstehen, lautete der nicht irgendwie so linksautonom und voll evil »Element of Crime«?

ROFL

Titanic

 Hallo Lidl!

Du botst neulich in Deinem Prospekt unter der Überschrift »Lernen, Spielen, Spaß haben!« einen »Mitwachsenden Drehstuhl« für eine »Körpergröße von 1,19 bis 1,59 m«, also die heranreifende Jugend an. Aber, Lidl, wäre für diese Zielgruppe ein mitwichsender Drehstuhl nicht irgendwie attraktiver gewesen?

Lernen, rumspielen, Spaß haben:

Titanic

 Sehr geehrte Sophia Thomalla, c/o »Playboy«!

»Ich mag es rough«, gestanden Sie (22) der Bild anläßlich Ihrer Nacktfotostrecke im Folterkeller eines österreichischen Schlosses: »Da wird der eine oder andere auch mal schlucken, aber wir fanden es geil.« Sehr schön. Und sonst? »Da muß man schon mal schlucken, wenn man in eine Folterkammer kommt.« Wieso, was denkt man denn da? »Da denkt man schon, das ist ein bißchen rough, aber das wollten wir ja.« Schluck. War denn der Zeitpunkt fürs Fotografieren der richtige?  »Einen besseren Körper kriege ich nicht. Der wird über die Jahre nicht besser.« Rough! Und apropos Körper: Auch das Oberstübchen wird über die Jahre nicht besser, machen Sie sich also lieber auf weitere roughe Wortwiederholungsschleifen gefaßt und auf noch mehr Schluckauf bei der Synonymfindung.

Wird aber auch nicht besser:

Titanic

 Andreas Maier, Schriftsteller!

Ihren vorletzten Roman nannten Sie »Das Zimmer«, Ihr letzter heißt einfach »Das Haus«, und nach allem, was man so hört, arbeiten Sie derzeit eifrig an »Die Straße«. Doch fehlt da nicht noch allerhand Entscheidendes? Wir warten jedenfalls sehnsüchtig auf das Erscheinen von »Die Diele«, »Das großzügige Bad mit Dusche und WC«, »Der größere der beiden Gemeinschaftsräume, der auch zum Trocknen genutzt werden kann« sowie natürlich auf »Der gepflasterte kleine Weg, der vom Hauseingang direkt zum Garagentor führt«.

Winkt mit dem Zaunpfahl neben dem Komposthaufen:

Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Leben im Leeren

Als die Kinder aus dem Haus waren, bekam Mutter ihren Ordnungsfimmel. Sie begann, den gesamten Hausstand akribisch durchzusehen, sortierte gnadenlos aus und warf alles weg, was sich nicht mehr verwenden ließ. Um den Überblick zu behalten, beschriftete Mutter die Schränke und Regale ohne Inhalt deutlich und gut sichtbar mit der Notiz »LEER«.

Diese Praxis übertrug sie auch auf andere Gefäße in ihrer Wohnung. So kam es, daß sich im Gewürzregal neben Pfeffer, Salz und Beifuß auch immer mehr Gläschen mit der Aufschrift »VERBRAUCHT« fanden. Als dies meinem ältesten Bruder zu gruselig wurde und er schließlich fragte: »Mutti, warum wirfst du das alles nicht weg?«, da blickte sie nur vorwurfsvoll und sprach: »Dann habe ich ja bald gar nichts mehr.« Stimmt wohl.

 

Felix Jentsch

 Was hilft

Die drei besten Mittel gegen Frühjahrsmüdigkeit:

  • Sommer
  • Herbst
  • Winter

Laura Eißenberger

 Oft mißverstanden

Schaltjahre sind keine Herrenjahre.

Zülfükar Tosun

 Kontaktleiche

Ich nehme mir regelmäßig vor, mein Telefonbuch von den Nummern derjenigen unzähligen Personen zu säubern, mit denen ich schon seit Ewigkeiten nichts mehr zu schaffen habe. Und dann überkommt mich jedes Mal eine Art von schlechtem Gewissen: Was, wenn es wider Erwarten zu einer erneuten Kontaktaufnahme kommen, wenn er oder sie sich doch wieder einmal melden sollte? Da wäre es doch gut zu wissen, wer anklingelt, damit ich dann nicht versehentlich abhebe.

Sebastian Klug

 Geschmacksfrage

Kein geistig gesunder Mensch käme heute auf die Idee, sich dauerhaft ein Hitlerbärtchen stehenzulassen. Eigentlich schade, daß sich der Führer damals keine Ed-Hardy-Kappe auf die gegelten Haare gelegt hat.

Christian Martin