[12.05.2007]
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Jetzt sag mal, "Spiegel",

da präsentierst Du uns gerade also ein Interview mit John Stauber, dem Direktor des "Center for Media and Democracy", das den Nachrichtendienst PRWatch herausbringt, und der plaudert ein bißchen über "die gängigsten Propaganda-Methoden" und wie das so geht mit gezielter Beeinflussung der Medien durch zahlende Interessengruppen.

 

Zum Beispiel der Klimawandel: "Mit Hilfe von PR-Agenturen gründete die amerikanische Öl- und Automobilindustrie bereits 1989 die Global Climate Coalition. Ein sauberer Name - für einen dreckigen Zweck: Über 63 Millionen Dollar hat diese Koalition dafür ausgegeben, alle Anstrengungen, die CO-2-Emmissionen zu reduzieren, zu torpedieren." Interessant auch: "Schon Ende der Achtziger Jahre war das Thema Erderwärmung ja virulent, woraufhin die Öl- und Kohleindustrie sofort damit begann, sich Wissenschaftler einzukaufen, um die Gefahr des Klimawandels zu widerlegen. 'Third Party Technic' wird so was genannt, wissenschaftliche Mietmäuler für sich sprechen zu lassen. Eine andere Technik war, pseudo-wissenschaftliche Frontgruppen zu gründen."

 

Und dann fragst Du, Spiegel, allen Ernstes: "Kann man den Erfolg so einer Frontgruppe denn messen?" Guck doch einfach mal in Deine aktuelle Ausgabe mit dem schönen Titel "Die große Klima-Hysterie", in dem so Sätze stehen wie "Während sich immer mehr Menschen vor der Treibhaushölle fürchten, liefern die aktuellen Computersimulationen der Forscher weit weniger dramatische Vorhersagen", oder: "Fast im Stil der katholischen Kirche warnen Umweltschützer vor der Treibhaushölle", oder: "Mittlerweile traut sich kaum noch jemand, die immer schrilleren Alarmrufe kritisch zu hinterfragen", oder: "Die Klimahysterie scheint ansteckender zu sein als eine Grippeepidemie", usw., usf., und in dem so ein wissenschaftliches Mietmaul, der Zoologe Josef Reichholf, anderthalb Seiten lang die wirre These vertreten darf, die Erderwärmung bedrohe "keine einzige Tier- oder Pflanzenart".

 

Und jetzt sagt doch schon, Spiegel: Wie teuer war denn diese Titelgeschichte?
Schon ganz neidisch: die Propaganda-Spezialisten von der

Titanic




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Briefe an die Leser

 Hey, McDonald’s-Werbung,

wer ist eigentlich dieses »Ich« in Eurem Slogan »Ich liebe es«? Ist es dasselbe dicke Dummchen, dem auch RTL (»Mein RTL«) gehört?

Eher selbstverliebt:

Titanic

 Sie aber, Christine Neubauer,

haben aufgrund eines Werbevertrags mit der Firma Weight Watchers rund fünfzehn Kilo abgenommen und sich so Ärger mit Ihren Fans eingehandelt. Um Ihren guten Ruf als »Vollweib« nicht zu verlieren, wehrten Sie sich nun in der Bunten: »Ich fühle mich extrem wohl in meinem drahtigen Körper, denn er ist immer noch kurvig. Das einzige, was ich bedaure, ist, daß meine Oberweite leider auch etwas abgenommen hat. Aber ich bin noch immer ein Vollweib, weil ich mit Leib und Seele Frau bin und zu meiner Weiblichkeit stehe.« Herrje! Wissen Sie, Frau Neubauer, welch drahtig-kurviger Verdacht uns beschleicht? Daß Sie unabhängig vom jeweiligen Zustand Ihres offenbar hochkomplexen, wenn nicht gar widersprüchlichen Weiblichkeitsleibes weniger ein »Vollweib« als vielmehr ein »Vollpfosten« sind.

Nein? Ach, kommen Sie: Stehen Sie dazu!

Titanic

 Rummenigges Karl-Heinz!

Als Sie kürzlich im Pay-TV in der »LIGA total! Lounge« zu Gast waren, haben Sie als persönlichen Wunsch angegeben, bei »Ice Age 4« mitspielen zu dürfen. Hm, warum denn »Ice Age«? Der Esel spielt doch bei »Shrek« mit!

Um I-a wird gebeten.

Titanic

 Antidiskriminierungsstelle des Bundes!

Hältst Du das wirklich für eine so gute Idee, überall Plakate aufzuhängen, auf denen »Kein Mensch paßt in eine Schublade!« steht? Also wirklich: Schublade? Singular? Werden da nicht die anderen Schubladen, in die so ein Mensch auch noch paßt, nun ja, diskriminiert?

Immer wachsam: die Schubladenschwengel von der

Titanic

 Lieber Marcel Reich-Ranicki,

in Ihrer Kolumne in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung fragt ein Hubertus Simmelring: »Was halten Sie von dem neuen Buch von Mathias Döpfner? Es gibt darin auch ein Kapitel über die Meistersinger. Damit kennen Sie sich doch bestens aus. Er auch?« Und Sie: »Mathias Döpfner hat einige Bücher publiziert, ja, unter anderem einen Essay über die Meistersinger.« Fertig. Aber schließlich heißt Ihre Rubrik bloß »Fragen Sie Reich-Ranicki«. Fürs Antworten sind Sie halt nicht zuständig.

Fragen Sie:

Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Eine Frage des Anstands

Vor dem Bürogebäude, das meinen Arbeitsplatz beherbergt, beschuldigte unser Hausmeister einen leicht heruntergekommenen Herrn, in den Eingangsbereich uriniert zu haben. Dieser bestritt die Tat vehement. Doch die Indizien sprachen gegen ihn: Die Stelle, an der er gestanden habe, sei jetzt naß, beharrte der Hausmeister, außerdem habe er den Beschuldigten an seinem Hosenstall herumnestelnd vorgefunden. Derart in die Ecke gedrängt, stemmte der nun Überführte die Hände in die Hüften und empörte sich: Das könne man aber ja wohl auch freundlicher sagen. Der Mann wußte eben, was sich gehört.

Saskia Wagner

 Position 169

Ich fühle mich in der Rolle des unbeteiligten Beobachters in der Regel recht wohl.

Aiko Kempen

 Gender Buddies

Nach einem Besuch bei »Best Worscht in Town«, diversen Cocktails in diversen Gastronomien, mehreren Rausschmissen aus ebendiesen und einigen Bieren von verschiedenen Kiosken äußerte meine Freundin nach einem raumerschütternden Rülpsen im Morgengrauen: »Lecker! Schmeckt immer noch nach Currywurst!« Seitdem trägt die Dame an meiner Seite stolz den ihr von allen Anwesenden spontan verliehenen Titel »Mann ehrenhalber«.

Jens Peter Gust

 Gutmensch

Diese bigotten Arschlöcher! Millionen von Menschen kaufen bei KIK ein, wo die Klamotten von Kindern in Bangladesch produziert werden, unter schlimmsten Bedingungen. Und alle schauen weg. Und keiner sagt was. Aber wenn ich die Kinder aus Bangladesch holen will, um hier, im schönen Deutschland, Klamotten unter weit unschlimmeren Bedingungen zu produzieren, ist die Aufregung groß. Da vergeht einem die Freude an karitativen Projekten so sehr, daß ich meinen nächsten Kampf gegen Kinderarbeitslosigkeit in thailändischen Bordellen am liebsten abblasen würde.

Björn Högsdal

 Architekturkritik

Am sogenannten »Renaissanceportal« des Freiburger Münsters stehe ich neben zwei amerikanischen Paaren. Die Frauen betreten das Münster. Nach einer halben Minute kommen sie wieder heraus, und die eine sagt: »It’s only a church.« Was sie hinter diesen Mauern wohl erwartet haben?

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