[24.03.2008]
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Realität noch einmal gepatcht

Guten Tag! Als Nutzer der Realität möchten wir Sie darauf hinweisen, daß ein neuer Patch zum Download bereitsteht. Nur eine gepatchte Realität bietet Ihnen maximale Sicherheit vor Hackerangriffen aus Paralleluniversen oder Ihrer eigenen Phantasie. Dies ändert sich in Version 1.2a:

  • Alle Ressourcen sind jetzt gleichmäßig über die gesamte Wirklichkeit verteilt. Die bisherige Aufteilung führte oft zu Streit unter den Nutzern. Die Kontinente sind jetzt ungefähr gleich groß und nutzen den vorhandenen Stauraum besser aus. Die Strände sind jetzt überall schön
  • Sie können jetzt mit anderen Realitäts-Nutzern kommunizieren! Mit dem Voice-over-Stimmbänder-Plugin ist es nun ganz einfach, mit anderen Usern über neuen Realitätscontent zu diskutieren - vorausgesetzt, der andere Nutzer hat seinen Head gerade auf on gestellt
  • Nachdem im letzten Patch ein Bug entfernt wurde, ging ein Schiff plötzlich unter; wir bedauern dies und haben den Passagieren noch einmal zwanzig Frei-SMS und ein Extraleben gutgeschrieben
  • Es ist jetzt möglich, Geld von dieser Welt in die nächste mitzunehmen. Die alte "Letztes-Hemd-hat-keine-Taschen"-Doktrin wurde auf vielfachen Wunsch zurückgenommen
  • Überall in der Realität sind jetzt Treueherzchen versteckt, die sie sammeln und an der Kasse gegen Bonusmeilen tauschen können. Der Wechselkurs "Bonusmeilen : Koffersets" wurde eingefroren, um der schleichenden Abwertung des Treueherzchens entgegenzusteuern
  • Mit "Tibet" ist ein neuer Level dazugekommen, in dem hochstufige Charaktere bessere Beute erhalten können. Die beliebten PVP-Bereiche Afghanistan, Irak und Heidepark Soltau erhalten Support bis ins Jahr 2015   
  • Ein Bug, der zu Abstürzen führte, wenn man besonders viele Drogen einnahm, wurde behoben
  • Premium-Nutzer haben Zugang zu einem abgeriegelten Bereich, in welchem sie mit anderen Premium-Nutzern über Test-Nutzer ablästern können
  • Wegen eines Interface-Fehlers war während des gesamten letzten Patchs Ihr Hosenstall offen. Wir bitten um Ihr Verständnis und wünschen Ihnen noch viele unbeschwerte Stunden mit Ihrem Hosenstall



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Das schreiben die anderen
  • 28.05.:

    Meedia über einen Scherz der Frankfurter Allgemeinen.

Titanic unterwegs
31.05.2012 Berlin, Monarch/Festsaal Kreuzberg
  Thomas Gsella
31.05.2012 Aachen, RWTH
  Martin Sonneborn
01.06.2012 Quedlinburg, Kulturzentrum Reichenstraße
  Max Goldt
01.06.2012 Trier, Exhaus (Sommerbühne)
  Martin Sonneborn
Briefe an die Leser

 Spitzenautor Martin Walser!

Im Interview mit »Spiegel online« fanden Sie jede Menge herzerwärmende Worte für unsere Kanzlerin. So sagten Sie, Merkel sei »unangetastet von den nichtswürdigen Heiligtümern der politischen Tradition. Und man hat das Gefühl, daß sie imstande ist, sachlich zu fühlen. Sie läßt sich die Gedanken kommen, und sie ist mißtrauisch, ob sie sie so kommen lassen darf, wie sie ihr kommen.«

Mal ehrlich, Walser, sprechen Sie hier wirklich von den Gedanken der Kanzlerin oder von ihrer Verdauung? Oder ist das vielleicht doch ein und dasselbe, so wie bei Ihnen?

Stets etwas mißtrauisch:

Titanic

 Dieter Nuhr, alter Scherzkeks!

Es ist ja durchaus ein beachtlicher Fortschritt, daß Ihre neue Quizshow – sie floppt ab Juli im Vorabendprogramm der ARD – nicht mehr ganz so bekloppte Namen trägt wie Ihre Bühnenprogramme »Nuhr die Ruhe«, »Nuhr die Wahrheit« und »Ich bin’s nuhr«. Aber voll ins Schwarze trifft »Null gewinnt« halt leider immer noch nicht. Denn wenn wir das Konzept der Sendung auch nur halbwegs verstanden haben, dann sind es doch die Kandidaten, die raten und gewinnen.

Die Null hingegen, Dieter Nuhr, die stellt die Fragen!

Meint’s nuhr gut:

Titanic

 Wolf Schneider (87)!

Nicht, daß wir Sie lieben, aber als 100-Jahre-Axel-Springer-Gedenker sind Sie alter Journaillehaudegen doch erfreulich kratzbürstig. Müssen der dummen Deern von Bayern 2 im Telefoninterview erklären, daß Sie damals als Welt-Chefredakteur »gekegelt« wurden, als dort Kritisches über Diktatorenschweine wie Franco und Pinochet erschien, ferner, daß Sie es schon »kurios« fänden, daß auch Springers Despotenliebe für Salazar in Portugal und die Griechen-Obristen nirgends und von niemandem im heutigen Jubelchor auch nur Erwähnung fände. Und als die Moderatorin so hilf- wie ahnungslos stammelt: »Das sagen Sie!«, legen Sie, Schneider, mit dem Satz »Das war’s dann!« indigniert den Hörer auf.

Friedlich oder militant – wichtig ist der Widerstand!

Titanic

 Mit Ihrem neuen Albumtitel, Reinhard Mey,

fordern Sie: »Gib mir Musik!« Aber warum? Sie sind doch über die vielen Jahrzehnte auch ohne aus- und durchgekommen. Wieso jetzt im hohen Alter damit anfangen?

Gut gegeben:

Titanic

 Bester Wolfgang Kubicki (FDP)!

Nach der Wahl in Schleswig-Holstein vermieden Sie den Gang nach Berlin, vermutlich um das sensationelle Ergebnis Ihrer Partei – 6,7 Prozentpunkte Verlust verglichen mit 2009, aber eben deutlich besser als befürchtet – nicht mit dem Bundesvorsitzenden Rösler feiern zu müssen. Man dürfe Ihnen Blumen nach Kiel schicken, ließen Sie statt dessen ausrichten, Sie würden derweil Ihren Rausch ausschlafen. Und das, Kubicki, kennen wir von Ihrer Partei ja nun zur Genüge: im Moment des kleinsten, noch so flüchtigen Triumphs eine Riesensause veranstalten, bloß um später über den Kater zu jammern.

Den immerhin wünscht Ihnen von Herzen

Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Hausrezept

»Hurra, endlich wieder rauchen!« freute sich meine gute Freundin Mariel nach zwei Tagen Halsschmerzen. Es kratze zwar noch ein wenig, meinte sie, aber bei gleichzeitigem Lutschen eines Hustenbonbons gehe es schon wieder ganz gut.

Moritz Hürtgen

 Nicht mehr zu retten!

Als ich, mit dem Auto an der Ampel stehend, einen orientierenden Blick in den Rückspiegel warf, fuhr mir ein Riesenschreck in die Glieder: Die Dame im Wagen hinter mir rang japsend nach Luft und zog groteske Fratzen. Meine geschulte Ersthelfer-Ferndiagnose: Fokaler Anfall! Reaktionsschnell sprang ich aus dem Auto und eilte zur Rettung. Stabile Seitenlage, Atemwege freihalten, Erbrochenes aus der Luftröhre fingern – ich wußte, was zu tun war. Doch als ich ihre Fahrertür öffnete, erntete ich einen verdutzten Blick und danach eiskalte Ernüchterung: Die Frau sang bloß ein »Lady Gaga«-Lied. Da kam jede Hilfe zu spät.

Aleksandar Jožvaj

 Schantall und Rauch

Was sich auch keiner traut: Freundschaften kündigen, weil der Nachwuchs so eklige Namen hat.

Torsten Gaitzsch

 Schwarzweißdenken

Für ein Schachmagazin zu schreiben stelle ich mir durchaus interessant vor. Andererseits ist das natürlich auch wieder alles Springer-Presse.

Dominik Mauer

 Sagen Sie mal »Aaaaaaah«

Nach langer Zeit bin ich wieder beim Arzt gewesen und habe mich standhaft jeder Quacksalberei widersetzt. Dabei konnte ich feststellen, daß das ärztliche Beratungsgespräch bei Patienten wie mir in vier Schritten stattfindet. Erstens: sachliche Aufklärung. Zweitens: Heilsversprechen. Drittens: subtile Herabsetzung meines Urteilsvermögens. Viertens: Todesdrohungen.

Sara Hakemi