[10.09.2007]
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Eva Herman - wie geht's weiter?

Wegen ihres Lobs der NS-Familienpolitik ist Eva Herman nun vom NDR freigestellt worden. Die resolute Endfünfzigerin (64) will die gewonnene Tagesfreizeit nutzen, sich verstärkt der Schriftstellerei zuzuwenden. Der Redaktion von TITANIC Online wurde eine Liste mit Hermans zukünftigen Publikationen zugespielt.

        • Prinzip Braune Soße (2008, Gräfe und Unzer): Braune Soße paßt immer - ob zum Schweinebraten oder zur Familienpolitik. Eva Herman präsentiert achtundachtzig ganz einfache Rezepte, die fast immer gelingen.

        • Das Schnauze-sonst-Beule-Prinzip (2009): Gewalt in der Ehe - ein Thema, das für viele immer noch negativ besetzt ist. Eva Herman zeigt, wie die 68er dieses schöne Erziehungsmittel allmählich kaputtgeredet haben. Und gibt nützliche Hinweise für Ehefrauen: wie man Frust herunterschluckt, wie man Hämatome überschminkt, wie man sich dann an den Kindern dafür rächt.
        • "So nicht, 'liebe' Frau Herman!". Briefe an Eva Herman (2010): Tausende wütende Briefe erreichen Eva Herman täglich. Grund genug, die wütendsten in einer kleinen Anthologie zusammenzustellen und damit noch mal ein wenig Extrareibach zu machen. Ein Nachfolgeband ("Ihr Briefe-Buch war auch scheiße, Frau Herman. Noch mehr Briefe an Eva Herman", 2012) ist bereits in Planung.
          • Das Pralinen-auf-dem-Sofa-Prinzip (2011): Schon viel zu lange hätten die 68er die Vorteile, die Pralinen und Sofas für Frauen haben, heruntergemacht. Seit vier Jahren sitze sie nun auf der Chaiselongue und stopfe Zuckerwerk in sich hinein, schreibt Herman im Vorwort, und sie könne durchaus nichts Negatives an diesem Lebensstil entdecken. Außerdem sei das ja auch bei den Nazis so üblich gewesen, und die müssen's ja wissen.



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          Briefe an die Leser

           Hey, McDonald’s-Werbung,

          wer ist eigentlich dieses »Ich« in Eurem Slogan »Ich liebe es«? Ist es dasselbe dicke Dummchen, dem auch RTL (»Mein RTL«) gehört?

          Eher selbstverliebt:

          Titanic

           Sie aber, Christine Neubauer,

          haben aufgrund eines Werbevertrags mit der Firma Weight Watchers rund fünfzehn Kilo abgenommen und sich so Ärger mit Ihren Fans eingehandelt. Um Ihren guten Ruf als »Vollweib« nicht zu verlieren, wehrten Sie sich nun in der Bunten: »Ich fühle mich extrem wohl in meinem drahtigen Körper, denn er ist immer noch kurvig. Das einzige, was ich bedaure, ist, daß meine Oberweite leider auch etwas abgenommen hat. Aber ich bin noch immer ein Vollweib, weil ich mit Leib und Seele Frau bin und zu meiner Weiblichkeit stehe.« Herrje! Wissen Sie, Frau Neubauer, welch drahtig-kurviger Verdacht uns beschleicht? Daß Sie unabhängig vom jeweiligen Zustand Ihres offenbar hochkomplexen, wenn nicht gar widersprüchlichen Weiblichkeitsleibes weniger ein »Vollweib« als vielmehr ein »Vollpfosten« sind.

          Nein? Ach, kommen Sie: Stehen Sie dazu!

          Titanic

           Rummenigges Karl-Heinz!

          Als Sie kürzlich im Pay-TV in der »LIGA total! Lounge« zu Gast waren, haben Sie als persönlichen Wunsch angegeben, bei »Ice Age 4« mitspielen zu dürfen. Hm, warum denn »Ice Age«? Der Esel spielt doch bei »Shrek« mit!

          Um I-a wird gebeten.

          Titanic

           Antidiskriminierungsstelle des Bundes!

          Hältst Du das wirklich für eine so gute Idee, überall Plakate aufzuhängen, auf denen »Kein Mensch paßt in eine Schublade!« steht? Also wirklich: Schublade? Singular? Werden da nicht die anderen Schubladen, in die so ein Mensch auch noch paßt, nun ja, diskriminiert?

          Immer wachsam: die Schubladenschwengel von der

          Titanic

           Lieber Marcel Reich-Ranicki,

          in Ihrer Kolumne in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung fragt ein Hubertus Simmelring: »Was halten Sie von dem neuen Buch von Mathias Döpfner? Es gibt darin auch ein Kapitel über die Meistersinger. Damit kennen Sie sich doch bestens aus. Er auch?« Und Sie: »Mathias Döpfner hat einige Bücher publiziert, ja, unter anderem einen Essay über die Meistersinger.« Fertig. Aber schließlich heißt Ihre Rubrik bloß »Fragen Sie Reich-Ranicki«. Fürs Antworten sind Sie halt nicht zuständig.

          Fragen Sie:

          Titanic

          Vom Fachmann für Kenner

           Eine Frage des Anstands

          Vor dem Bürogebäude, das meinen Arbeitsplatz beherbergt, beschuldigte unser Hausmeister einen leicht heruntergekommenen Herrn, in den Eingangsbereich uriniert zu haben. Dieser bestritt die Tat vehement. Doch die Indizien sprachen gegen ihn: Die Stelle, an der er gestanden habe, sei jetzt naß, beharrte der Hausmeister, außerdem habe er den Beschuldigten an seinem Hosenstall herumnestelnd vorgefunden. Derart in die Ecke gedrängt, stemmte der nun Überführte die Hände in die Hüften und empörte sich: Das könne man aber ja wohl auch freundlicher sagen. Der Mann wußte eben, was sich gehört.

          Saskia Wagner

           Position 169

          Ich fühle mich in der Rolle des unbeteiligten Beobachters in der Regel recht wohl.

          Aiko Kempen

           Gender Buddies

          Nach einem Besuch bei »Best Worscht in Town«, diversen Cocktails in diversen Gastronomien, mehreren Rausschmissen aus ebendiesen und einigen Bieren von verschiedenen Kiosken äußerte meine Freundin nach einem raumerschütternden Rülpsen im Morgengrauen: »Lecker! Schmeckt immer noch nach Currywurst!« Seitdem trägt die Dame an meiner Seite stolz den ihr von allen Anwesenden spontan verliehenen Titel »Mann ehrenhalber«.

          Jens Peter Gust

           Gutmensch

          Diese bigotten Arschlöcher! Millionen von Menschen kaufen bei KIK ein, wo die Klamotten von Kindern in Bangladesch produziert werden, unter schlimmsten Bedingungen. Und alle schauen weg. Und keiner sagt was. Aber wenn ich die Kinder aus Bangladesch holen will, um hier, im schönen Deutschland, Klamotten unter weit unschlimmeren Bedingungen zu produzieren, ist die Aufregung groß. Da vergeht einem die Freude an karitativen Projekten so sehr, daß ich meinen nächsten Kampf gegen Kinderarbeitslosigkeit in thailändischen Bordellen am liebsten abblasen würde.

          Björn Högsdal

           Architekturkritik

          Am sogenannten »Renaissanceportal« des Freiburger Münsters stehe ich neben zwei amerikanischen Paaren. Die Frauen betreten das Münster. Nach einer halben Minute kommen sie wieder heraus, und die eine sagt: »It’s only a church.« Was sie hinter diesen Mauern wohl erwartet haben?

          Christof Goddemeier