[12.09.2014]
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Liebesgeflüster

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Das schreiben die anderen
Titanic unterwegs
03.07.2016 Hannover, Wilhelm-Busch-Museum
  Rudi Hurzlmeier
03.07.2016 Aschaffenburg, Stadttheater
  Greser & Lenz und Hauck & Bauer
05.07.2016 Hamburg, Grüner Jäger
  Seddig, Werner, Masztaler, Neft + Stargast Tietze
22.07.2016 Bielefeld, Kulturzentrum Nummer zu Platz
  Stefan Gärtner

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Briefe an die Leser

 Liebste Fanny,

Liebste Fanny,

sagen wir, wie’s ist: Hamburg hat sie nicht mehr alle. Nach Horst Tomayer und Harry Rowohlt wurdest jetzt Du aus Gegenwart und Diesseits abberufen. Die skandalöse Satiriker-Todesrate spricht nicht gerade für eine Stadt, für die sowieso nicht viel spricht. Möglicherweise sind auch all die durchgeknallten Nachbarn, Punks, Alks und »nachgelassenen Frauen«, die einst durchs Schanzenviertel und durch Deine Bücher spazierten, längst hinüber: Wie jene »Frau K.«, die zusammen mit dem hochberühmten Dackel (haarlos, »Trixie« mit Namen bzw. »er«) das totgentrifizierte Schanzenviertel abschritt und nur Verachtung übrig hatte für eine brachial ideenlose Jugend, die die Hand aufhält: »Ihr seid doch noch jung und gesund, Ihr könnt doch noch eine Bank überfallen.« Was, Gott sei’s geklagt, ja so leider auch nicht mehr stimmt, weil bei den Banken nicht mehr viel zu holen ist.

Ach, Fanny, irgendwie ist die Luft, nicht nur Hamburg betreffend, deutlich raus. Und irgendwie, klar, würde man gern wissen, was Du dazu sagen würdest. Sicher was wie: »Gar nicht ignorieren.« Und das heißt ja zweierlei: Daß Ignoranz viel zu schade ist für die Welt, in der wir leben, und eben der Königsweg nicht sein kann. Mehr Worte braucht’s nicht. Und ganz bestimmt kein Feuilleton, falls noch jemand weiß, was das war, ist und immer sein wird, nämlich nach Deiner zeitlos gültigen Definition: »Feinsinnig verschnarchtes Geschwafel über irgendeinen Blödsinn, womöglich noch mit einem Klassiker-Zitat versehen. Zum kalte Füße Kriegen. Aber natürlich geschmackvoll, bis man einem Gähnkrampf erlegen ist.«

Eines Deiner Bücher, in denen wir jetzt kopfschüttelnd lesen, weil wir nicht verstehen, warum wir das nicht viel öfter getan haben, hat den Titel »Für Katastrophen ist man nie zu alt«. Das leider trifft zu, wenn auch gesagt werden muß, daß man für die letzte Katastrophe, wenn wir den Tod so nennen wollen, nie alt genug sein kann. Du mal schon gar nicht, liebe Fanny, und wer wüßte das besser als wir ausgewiesenen und blutjungen Katastrophentouristen auf der Titanic

 Huhu, Verlag Matthes & Seitz!

»Von der Suche nach dem Glück erzählt die Österreicherin Anna Weidenholzer in ihrem neuen Roman ›Weshalb die Herren Seesterne tragen‹. Céline Minard legt mit ›So long, Luise‹ ein zwischen Realität und Fiktion changierendes literarisches Testament vor, und der satirische Polit-Thriller ›2017‹ der Russin Olga Slawnikowa entlarvt eine Welt von Korruption, unermeßlichem Reichtum und politischer Unterdrückung im Rußland der Gegenwart und nahen Zukunft.«

Die Suche nach dem Glück, ein literarisches Testament zwischen Realität und Fiktion, eine Politthrillersatire übers korrupte Rußland: könnte man, Verlag Matthes & Seitz, sagen, daß Du der Verlag der wirklich heißen Eisen bist?

Coole Grüße von Titanic

 Augen geradeaus, Jens Spahn (CDU)!

Augen geradeaus, Jens Spahn (CDU)!

Zum Clinch zwischen Ihrer Partei und ihrer unansehnlichen Schwester aus Bayern schwafelten Sie im Tagesspiegel: »Wir können Vertrauen nur zurückgewinnen, wenn CDU und CSU gemeinsam nach vorne diskutieren und Lösungen für konkrete Probleme finden.«
Einmal angenommen, Sie finden in der CSU tatsächlich jemanden, der bereit ist, sich mit Ihnen zu treffen, vielleicht sogar jemanden mit einer ähnlich bizarren Brille wie der Ihren, und Sie beide stellen sich dann so hin, daß Sie nach vorne diskutieren, nämlich nebeneinander: Reden Sie dann nicht eigentlich aneinander vorbei? Ja? Auch egal. Titanic

 Sie, Larry Kasanoff,

haben sich unter anderem mit der Verfilmung des Videospiels »Mortal Kombat« einen Namen gemacht und sind damit zweifellos der richtige Produzent für die geplante Leinwandtrilogie »Tetris – the Movie«. Seit dieser Ankündigung bewegen uns allerdings einige Fragen, wie etwa: Warum keine Tetralogie? Werden das Quadrat und das L-förmige Teil jemals zueinanderfinden? Wird der Soundtrack mit fortschreitender Filmdauer immer schneller?

Völlig sicher ist sich allerdings, daß der Streifen ein echter Blockbuster wird: Titanic

 Übrigens, Markus Söder!

Nach Ihren Verkleidungen 2012ff. als – Wikipedia listet es akribisch auf – Punk, Drag Queen, Shrek, Mahatma Gandhi und Edmund Stoiber freut sich schon darauf, Sie fluterprobten bayerischen Heimatminister bei der nächsten Fastnacht als wahlweise Franziska van Almsick oder Clownfisch Nemo zu sehen: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Im Jetzt leben

Wenn Du die Zeit spüren willst, sei ungeduldig.

Michael Höfler

 Gesundheit

Was man nicht im Kopf hat, muß man in den Beinen haben, heißt es. Bei der Thrombose meines Patenonkels hat sich das auf traurige Weise bewahrheitet.

Ernst Jordan

 Harmlosigkeitslippen, die

Dieses mimische Phänomen entsteht durch ein Einwölben und leichtes Aufeinanderpressen der Lippen. Menschen zeigen es in Situationen geringfügiger Peinlichkeit, etwa bei Unklarheit über die Reihenfolge in einer Warteschlange.

Robert von Cube

 Digitale Scham

Was ich mich auf Facebook nicht zu liken traue: meine eigenen Posts, meine eigenen Kommentare und dieses grandiose Läuseshampoo.

Ella Carina Werner

 Resümee

»Sie und ich hätten miteinander glücklich werden können, doch leider lernten wir uns kennen.«

Volker Schwarz