Heute: Kürbis

Wenn die Wonnen des Sommers vergehen, halten Kälte und Düsternis in den Mägen der Menschen Einzug. Dementsprechend passen die prädepressiven Kulinariker auch die Wahl ihres bevorzugten Lebensmittels den Umständen an und entwickeln folgerichtig einen Appetit auf: Kürbis. Dieses gottlose Zwitterwesen aus Kartoffel, Karotte und den Geistern südamerikanischer Inka-Blutopfer stellt sich dabei als Analogie auf die Persönlichkeiten ihrer "Genießer" dar: Harte Schale und schleimiger, abartiger Kern. Allein die Zubereitung erinnert an einen schlechten Splatterfilm; nur hartgesottene Angestellte von Abtreibungskliniken zeigten sich bisher in der Lage, das Gemüse ohne Tränen und ekelverzerrtes Gesicht von seinen Fäden und Kernen zu befreien.

Einzig die Amerikaner beherrschen den korrekten Umgang mit dieser orangen Monstrosität. Sie beschränken den Konsum von Kürbisvariationen als eine Art Schocktherapie auf wenige Wochen im Jahr und gehen dabei äußerst gewieft vor. Der Übelkeit erregende Kürbisgeschmack wird unter Beimischung diverser Gewürze nahezu unschädlich gemacht und das Ganze dann in Pulverform als erektionsförderne Shakes unter dem Namen "Pumpkin Spice Latte" vertrieben. Funktionieren tut dies nach dem homöopathischen Wirkprinzip, und nur, wenn man fest daran glaubt, da Kürbis normalerweise zu Erektionsstörungen führt. Bewiesen wurde dies erst kürzlich durch eine Studie, die feststellte, daß Kürbisesser ausnahmslos Schlappschwänze waren. Eine andere beliebte Art der Zubereitung ist in Form von Kuchen, in die nicht mal ein abgehalfterter American-Pie-Darsteller seinen Penis stecken würde. Hier besteht die Kunst darin, möglichst wenig Kürbis pro Kuchen unterzubringen und statt dessen möglichst viel der Komponenten Zucker und Fett, was übrigens fast immer hilft.

In jüngerer Zeit schwappt die orange Flut aus den USA auch zu uns herüber. Erfreulicherweise setzt sich dabei vor allem ein Trend durch. Hierbei wird der Kürbis, dieser pflanzengewordene Tumor, zu Halloween seinem verdienten Schicksal zugeführt: Er muß qualvoll alleine vor der Tür verrotten. Teilweise wird ihm noch mit einem stumpfen Messer ein Gesicht in den Wanst geritzt, um die umherwandernden Kinder nicht dem Bild eines baren Kürbis auszusetzen. Besondere Genugtuung bereitet der durch eine Kerze im ausgehöhlten Inneren herbeigeführte langsame Feuertod. Einige Wochen nach der Gruselfeier kommt der Kürbis dann gemeinsam mit seinen Gesinnungsgenossen, den Kastanienmännchen und gepreßten Blättern, dahin, wo er hingehört: in den Müll.

Heute: Shrimps

Ein alter Hut, daß, wer Shrimps ißt, hernach wohl keinen Dopingtest der Welt bestehen würde – aber wozu auch! Wer sich freien Stückes die Edelengerlinge in den Schlund jagt, steht evolutionär gesehen eher noch knietief im Brackwasser der Ursuppe, als auf dem Treppchen für Höchstleistungen. Gegessen werden Shrimps vor allem in abgeschiedenen Kultschuppen, etwa bei Gosch auf Sylt, am nördlichsten Ende Deutschlands, in der Hoffnung, daß einen niemand vom Festland bei derart kulinarischem Schweinskram zu Gesicht bekommt. Beim Blick auf die kalte See stellt sich der Shrimpsesser dann typische Fragen wie „Esse ich den Darm nun mit?“ und „Wenn ich jetzt ins Wasser ginge, wer würde mich vermissen?“. Fragen, die ihn verfolgen, während er verträumt das tote Sumpfwesen auf dem Teller zerteilt. Den eisigen Wind um die Ohren, das letzte gummiartige Stück Garnele im Mund, während die Möwen begierig über dem Teller kreisen, kann er sich schließlich dem Gefühl nicht mehr entziehen, daß in seinem Leben irgendetwas gewaltig falsch läuft. Aber was?

Heute: Gegrilltes

Vor dem Einstieg in die Welt des Grillens ist vom passionierten "BBQ"-Fan zunächst das adäquate Zubehör zu erwerben. Zum Preis eines mittleren Kleinwagens schafft man sich also einige Kilogramm Stahlblech im Schrottwert von etwa 6,50 € nebst Kunststoffrädchen (→ gelber Sack) an. Must-haves dabei: Deckel, Steinplatte und Räucherfunktion. Außerdem unverzichtbar: Infrarotthermometer, digitaler Präzisionslaserwurstabstandsmesser, damastgeschmiedete Grillzange, Tranchierbesteck mit Horngriffen sowie ein vergoldeter Grillspießchenanspitzer. Das "Fest" beginnt mit dem Marinieren des Grillgutes in chemiesatten Kräuterpasten und Würzsaucen, dem lieblosen Überschütten verkochter Kartoffeln mit Fertigmayonnaise, und für die Veganer wird eine Gurke geschält. Alsdann geht der Griller auf Youtube und schaut sich dort zu den ersten vier Bieren noch einmal schnell die Tips von renommierten Fernsehkochfuzzis an. Die dadurch gefestigte Annahme, daß auf der heimischen Terrasse auch etwas Genießbares beim Grillen herauskommen könnte, strafen die folgenden Rauchsäulen Lügen: Das ganze Gewürze, Gesauce und Getue hat nur dem Zweck gedient, der erzeugten Kohlenstoffhülle um zähe Reste von Fleischfasern eine Anmutung von Geschmack zu geben.

Bei all der hochtechnisierten Ausstattung ist es grillenden Menschen nicht klar, daß es sich bei der Zubereitung von Fleisch an offenem Feuer um eine der ältesten Kulturtechniken handelt. Schon der Homo erectus hat vor der eigentlichen Entdeckung des Feuers Grillfleisch gegessen – aus reiner Faulheit. Häufig fiel nach einem Blitzeinschlag ein geröstetes Eichhörnchen oder ein Elch aus einem Baum, außen schwarz und innen roh; das hat zwar schon damals scheiße geschmeckt, aber wenigstens mußten keine lebenden Tiere mehr gejagt werden. Grillen ist demnach schlicht ein Mahnmal für die erschütternde Stagnation in der Entwicklung der menschlichen Art.

Heute: Spargel

Dieser Tage kommen sie wieder aus ihren Höhlen: die Spargelesser. Einst ein Arme-Leute-Essen, auf das der Bauer in Zeiten von Mißernte zurückgriff, und auch nur dann, wenn schon jeder Mehlwurm verzehrt war, jede Heuschrecke verspeist und sich partout keine Ratte in die selbstgebastelte Falle verirren wollte, ist Spargel, als barbarischer Ausreißer des Zivilisationsprozesses, auch in der mittleren und gehobenen Küche salonfähig geworden. Unter dem Deckmantel der Kultur frönen Menschen, die man in anderem Kontext sonst durchaus für zurechnungsfähig und vernunftbegabt halten würde, jener bizarren Leidenschaft und geben sich schamlos dem Spargelessen hin. Nicht selten wird zuvor scheinheilig die halbe Weinkarte vorgekostet und nebenbei ein flapsiges Schwätzchen mit dem Sommelier gehalten um öffentlich den Anschein der Genußfähigkeit und Kultiviertheit zu erwecken, nur um sich im Anschluß die bitteren, fasrigen Holzstöcke aus dem dunkelsten Erdreich in den Wanst zu schlagen. Um die Stangengewächse mit seinen gichtigen Fingern und seinem fiebrigem Eifer überhaupt ohne Würgen herunter in den Saumagen zu bekommen, benötigt der Spargelesser die typische Sauce Hollandaise als schleimiges Schmiermittel für Rachen und Speiseröhre. Wem sein Schamgefühl noch nicht gänzlich abhanden gekommen ist, der versucht den Spargel meist unter einer auffallend unauffälligen Schicht Schinken vor der Außenwelt zu verstecken. Ohnehin dienen dem Spargelesser sämtliche Beilagen in seinem virtuos eingeübten Vexierspiel mit Messer und Gabel einzig der Ablenkung, Vertuschung und Relativierung seiner primitiven Gelüste und seines übermenschlichen Verlangens, das nur eines kennt: Spargel, Spargel, Spargel! Möglichst viel Spargel! Spätestens beim Toilettengang nach dem Essen jedoch fällt selbst die beste Fassade, und der Spargelesser wird enttarnt, woraufhin er für gewöhnlich in einem späten Anfall von Reue, schnellen Schrittes von dannen schreitet. So verstörend Auftritte wie diese auch sein mögen, beschränken Sie sich doch größtenteils auf die Frühjahrsmonate während der Spargelsaison, den Rest des Jahres zieht sich der Spargelesser in sein dunkles Kämmerlein zurück und lebt vom Lutschen eingefrorener Spargelstangen, bis es ihn im nächsten Frühjahr wieder hinaustreibt. Genuß geht anders!

Heute: Flammkuchen

Mit Einzug des Frühlings stehen sie wieder in ihren rollenden Slumhütten (Très chic!) oder silberfarbenen Retro-Citroen-Transportern in Wellblech-Optik auf den Marktplätzen und Jahrmärkten des Landes herum, um ihre mit dem Bleinudelholz auf Nanometerstärke ausgewalzten, hoffnungslos überteuerten Weißmehlpampefladen unters kulinarisch unkundige Volk zu bringen: die Flammkuchen-Betrüger. Billigste Klischees bedienend, kleben sich diese Halunken falsche Schnurrbärte an, setzen sich Made-in-China-Baskenmützen auf die Rüben und delektieren sich an den mit derart anspruchslosem Handfraß eingefahrenen Riesengewinnen. Besonders dreiste Exemplare unter diesen Gaunern offerieren gar Tiefkühlware vom Discounter, zu erkennen an der kreisrunden Form der Fladen und der darauf geklatschten Analog-Crème-fraîche, meist bestehend aus billigem Rasierschaum oder Moltofill. Schlauere Betrüger täuschen Eigenherstellung vor, indem sie unregelmäßig ausgestanzte Teigrohlinge vom Großhändler belegen und weiterverticken. Übrigens: Der einzig zulässige Belag für Flammkuchen besteht aus Zwiebeln und Speck, Paprika ist beim "Flammkuchen klassisch" bereits zuviel! Weil davon natürlich niemand satt wird, finden sich häufig Bißspuren auf den Servierbrettern. Dazu trinkt man übrigens Weißwein, auf keinen Fall Bier, denn das ist der zwingende Begleiter zur Pizza! Fun Fact zum Schluß: Der Flammkuchen wurde von Soldaten der französchischen Fremdenlegion erfunden, die ihn mit Flammenwerfern zubereiteten, daher der Name. "Guten" Appetit!

Heute: Oliven

Wer am Abend Gäste empfängt und etwas auf sich hält, macht sich die Haare, reinigt seine Genitalien, kühlt den feinen 5-Euro-Weißwein und stellt gut sichtbar mitten ins Wohnzimmer ein Schälchen Oliven. Oliven, Oliven, Oliven! Wird schon keiner was sagen. Die Wahrheit: Es TRAUT sich keiner etwas zu sagen! Weil Oliven heute so hoch im Kurs stehen, wie der Egon-Schiele-Druck an der Altbauwohnungswand hängt. Und kein Mensch weiß, warum. Am Geschmack kann es nicht liegen, das Zeug ist fruchtgewordenes Salz. Jedoch ohne wertvolles Jod und Fluorid! In der Steinfrucht Olive steckt natürlich ein Kern, der einem beim Draufbeißen locker den Kiefer bricht. Doch von Warnhinweisen auf Olivengläschen will selbst bei der EU keiner was wissen. Wenn die Olivenindustrie doch mal ein Einsehen hat und die Steine entfernt, dann nur, um noch größere Gemeinheiten in das frivole Früchtchen zu stopfen: stinkenden Knoblauch, faden Tomatenkram oder kaugummifrischen Zitronenfrischkäse. Es ist alles ein riesiges Verbrechen. Die Hintermänner sind – na klar! – irgendwelche schmierigen Südländer: Italiener, Spanier usw., die sich die Taschen gewaltig vollmachen. Vom ebenfalls arschbeliebten Olivenöl gibt es übrigens noch schlimmeres zu berichten, doch wer das wagt, wird von der Cosa Nostra geholt.

Heute: Rucola

Ein Gorilla lernt, so heißt es, durch mimetisches Verhalten, durch die Nachhahmung älterer, erfahrenerer Affen, zwischen bis zu 200 genießbaren Pflanzenarten zu unterscheiden und die giftigen und ungenießbaren in weiser Voraussicht zu verschmähen. Was hingegen macht der Mensch? Noch im 21. Jahrhundert verdirbt er sein Essen mit dem Ungenießbarsten, was die bisweilen garstige, ja regelrecht verachtenswerte Natur einst wohl aus reinster Schadenfreude hervorbrachte: Rucola. Weil als Brechmittel nicht zugelassen (zu starke Wirkung), suchten Pharmakonzerne andere Möglichkeiten, das Kotzkraut unters Volk zu bringen und spekulierten schon damals auf die Wesensverwandtschaft der Menschen zu den Affen. Mit Erfolg. Über wenige Generationen hinweg haben Rucola-Gewächse einen zerstörerischen Siegeszug hingelegt, der in dieser Form nur damit erklärbar ist, daß sich zahlreiche Menschen durch jahrelange Nachhahmung um den Geschmack und nicht selten auch sprichwörtlich um den Verstand gegessen haben.

Daß Rucola gerade in Deutschland kaum auf kulturellen und moralischen Widerstand stößt, verwundert nicht weiter, haben die Vorfahren und Vorbilder der Deutschen, die Germanen, doch bereits anno dazumal Rucola verwendet, in dem Glauben, ein Potenzwunder in ihren groben Wichs-Pranken zu halten. Rucola ist teuflisch, gerade in seiner Vielfältigkeit. Rucolasalat, das ist blattgewordenes Leid, Sinnesfeindlichkeit mit Dressing, die wahre grüne Hölle. Alle Nachsagungen angeblich gesundheitsfördernder Eigenschaften des Krauts sind als blanker Hohn zu verbuchen und nichts anderes als in kulinarisch-medizinische Sophisterei gepackte Menschenverachtung. Denn merke: Wen nur noch Rucola am Leben halten kann, der ist mit dem Tod gut bedient.

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TITANIC-Mitherausgeber und Gelegenheits-Bürgermeister Oliver Maria Schmitt ist über alle möglichen Kontinente gehüpft und hat Reisereportagen mitgebracht, die Ihnen den Spannungsschweiß auf Ihr Teiggesicht treiben werden! Er läßt sich in Simbabwe zum Survivalspezialisten ausbilden, verkostet in einer kasachischen Jurte Stutenmilch, wird beim Tangotanzen von finnischen (Meer-)Busen erdrückt und vermarktet sich auf der Frankfurter Buchmesse als Literaturtürke "Ertugrul Osmanoglu". Am Ende dieser Lektüre werden Sie sich vor allem eins fragen: "Was habe ich falsch gemacht, daß ich nicht so einen Job wie Oliver Maria Schmitt habe?"Stefan Gärtner: "Putins Weiber"
St. Gärtner ist der Schutzheilige der Alphabetisierten und Literaten. Gerühmt und bekannt als Parodist Daniel Kehlmanns, Ildikó von Kürthys, Arno Geigers und Thomas Gsellas, hat er nun seinen ersten Roman "vorgelegt" (Feuilletonphrase). "Putins Weiber" ist ein Pageturner (Klappentextphrase) des Gut-Schreibers (Idiotenphrase), voll mit Frauen, Alkohol, Psychotherapie, Aphorismen und Geschwätz, seltsamen Nachbarn, noch mehr Frauen, Männerfreundschaft und Autofahrten. So würde Nick Hornby schreiben, wenn ihm Eckhard Henscheid rechtzeitig Lawrence Sterne vorgestellt hätte!Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip"
Sie sind ein totaler Versager und können sich Bücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Buch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Anselm Neft: "Helden in Schnabelschuhen"
Anselm Neft ist Großinquisitor auf Lesebühnen und Mitherausgeber des EXOT-Magazins für komische Literatur. Sein zweiter Roman führt geradewegs hinein in die finstere, stinkende, voraufklärerische Welt der Mittelaltermärkte. Dorthin verschlägt es seine Helden Max und Katja, die nach ihrem Studienabschluß in Philosophie aus schierer Verzweiflung mit der Mittelalterband Kobold auf Tour gehen und sich dabei in höchst komplizierte Liebes- und Lebenshändel verstricken. Neft schreibt, wie ihm der Schnabel(schuh) gewachsen ist – genau das Richtige für mittelalte Komik-Connaisseure mit Hang zum Schalmeienklang!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Markus Riexinger: "Kaktus der Verwesung"
Der "Gott des komischen Gemetzels" (L. Fischer) schlägt zurück: Markus Riexinger schlachtet sich einmal quer durch die deutsche Sprache, zerdrischt halbfertige Dramolette und prügelt poetische Versatzstücke in die Unkenntlichkeit. Frei nach Niels Bohr: Wer über die Miniaturen und Erzählanfälle des Berliner Jungautors nicht entsetzt ist, hat sie nicht verstanden.Wiglaf Droste: "Schalldämpfer"
Bei Wiglaf Droste, der "linken und rechten Hand des Fehlerteufels" (Bud Spencer), sitzt nicht nur der "Colt der Sprachkritik" (Terence W. Adorno) locker, er kann auch Fortsetzungsromankompilationen schreiben, die Herz und Hirn treffen. Z.B. diese, "Schalldämpfer", in der das "Kommando Leise Welt", eine Organisation zur Rettung des menschlichen Trommelfells, Lärmbolde und Schreihälse ganz leise wegknallt. Pflicht für alle, die den Schuß noch nicht gehört haben.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Volker Surmann: "Lieber Bauernsohn als Lehrerkind"
Lesebühnenautor, Gelegenheits-Slammer, TITANIC-Autor – und Provinz-Exilant: Volker Surmann stammt aus den Tiefen des Teutoburger Waldes, heute wohnt er im Trend-Städtchen Berlin. In seinem ironisch-autobiografischen Heimatroman beschreibt der „Alien vom Planeten Acker“ (Eigenwerbung) u.a. den grausamen Mord an seiner Lieblingskuh und sein Versagen beim Traktorfahren – Blut und Boden sind also garantiert! „Ist Volker bloß ein metrosexueller Großstädter, gefangen im Körper eines ostwestfälischen Bauernkinds?“ Finden Sie es heraus!Gerhard Henschel: "Beim Zwiebeln des Häuters – Glossen und Verrisse 1992-2012"Margot Käßmanns buntscheckige Gedankenwelt, Heinos faszinierende Schlichtheit, Slavoj Žižeks Parallaxengeschwurbel oder Günter Grassens Gedächtnislücken – TITANIC-Chefschimpfer Gerhard Henschel versucht Gestalten zu begreifen, von denen andere sich wünschen, sie nie kennengelernt zu haben. In diesem Sammelsurium herausragender Schleimfiguren finden Sie die schönsten Henschel-Polemiken aus zwanzig Jahren.Heiko Werning: "Schlimme Nächte: Von Abstürzen und bösen Überraschungen"Jeder von uns hat schon mal eine erlebt und würde sie am liebsten für immer aus dem Gedächtnis löschen: eine schlimme Nacht. Heiko Werning aber, Lesebühnengott und Reptilienforscher, hat sich an über 30 schlimme Nächte erinnert und sie tapfer aufgeschrieben. Kindlicher Kaninchenmord bei der Nachtwanderung, verpaßte Chancen im malaysischen Massagesalon, Prügeleien mit Fußballfans, psychopathische Spermien-Strickerinnen: diese Nachtmahre werden Sie nicht mehr schlafen lassen!Das Ingrid-Hirsch-Gedächtnisabo: 15 Postkarten und 1 FeuerzeugDieser Geniestreich modernen Verlagsmanagements bedient altmodische Printbriefschreiber und Pyromanen gleichermaßen! Sie wollten schon immer mal einen Kinderhort anzünden und die passende Bekenner-Postkarte an die Polizei verfassen, die Beamten aber zugleich subtil darauf hinweisen, daß Sie TITANIC-Fan sind? Sie wollten schon immer mal fünfzehn herrliche TITANIC-Motive in Flammen aufgehen sehen, ohne sich aber zu sehr vom Heft zu distanzieren? Sie wollten schon immer mal 15 alte Postkarten und 1 Feuerzeug zusammen mit einem Kamm, einem blutigen Messer und dem Büstenhalter Ihrer Mutter in ein Paket an die Kanzlerin schicken? Dieses verlagsintern "Irren-Abo" genannte Komplettpaket kann (Liquidität vorausgesetzt) noch heute Ihnen gehören!Heiko Werning/Volker Surmann (Hrsg.): "Fruchtfleisch ist auch keine Lösung"
Fernsehkocharenen und Jamie-Oliver-Apps auf der einen Seite – Ehec, Dioxin und Cranberrybier auf der anderen: Ernährung fasziniert und verängstigt heute gleichermaßen. Höchste Zeit für einen kritischen Sammelband, in dem 35 Hobby-Esser über Antivegetarismus und Provitamine, über Thymian, Safran und Foer debattieren. Zu den Textköchen zählen Sterne-Satiriker, die sich mit den Grenzen des guten Geschmacks nur allzu gut auskennen: Leo Fischer, Stefan Gärtner, Oliver Nagel, Katharina Greve, Wiglaf Droste, Mark-Stefan Tietze u.v.a.m.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 03.01.:

    Das Dänische Fernsehen hat (neben Böhmermann und FAZ) auch TITANIC besucht und auf eine Spendenaktion für die Deutsche Bank begleitet.

  • 01.01.:

    PARTEI-Chef Martin Sonneborn spricht mit dem Kölner Stadt-Anzeiger über den Weg zur Macht.

  • 29.12.:

    Die Berliner Morgenpost nähert sich einem erfolgreichen TITANIC-Cartoon.

  • 27.12.:

    Meedia dokumentiert, was Facebook-Nutzer über einen Cartoon aus der TITANIC-Dezemberausgabe denken.

  • 22.12.:

    Bei der Taz stellt Fabian Lichter Benimmregeln für den Handwerkerbesuch auf.

Titanic unterwegs
19.02.2017 Kassel, Caricatura-Galerie
  Beste Bilder – Die Cartoons des Jahres 2016
12.03.2017 Frankfurt, Museum für Komische Kunst
  »Sternstunden«

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Briefe an die Leser

 Immer und immer wieder, Wolf Biermann,

fragen beziehungsweise sprechsingen oder schreiben Sie (80): »Das kann doch nicht alles gewesen sein?« Und wir antworten: »Doch. Kann es.«

Uns reicht’s in Ihrem Fall schon seit 1976. Titanic

 Grünen-Politikerin Brigitte Lösch!

Dich doch.

Lolz: Titanic

 Du, Firma Dayclox,

bietest eine kleine Digitaluhr zum Aufstellen an: Auf dem Display werden Datum, Wochentag und Uhrzeit angezeigt. Sonst nichts. So weit, so handelsüblich. Wäre da nicht die Produktbezeichnung. Denn demnach handelt es sich keineswegs um eine Allerweltsuhr, sondern um eine »Alzheimeruhr« für ältere Menschen. Was wiederum den stolzen Preis von 65 Euro erklärt. Und uns jedoch mit der Frage zurückläßt, ob diese Verkaufsstrategie nicht irgendwie für jede Uhr und jeden Kalender gerechtfertigt wäre.

Will wissen, wann dem Kapitalismus die Stunde schlägt: Titanic

 Schauspieler Michael Fassbender!

Der Hochglanzillustrierten GQ verrieten Sie, daß sich jeder Mensch auf die beiden Typen »Macher« oder »Schwätzer« reduzieren läßt, wobei Sie sich mitunter zu letzteren zählen: »Ich erwische mich manchmal dabei, daß ich viel rede und wenig mache, und ich mag mich dann nicht besonders.« Den Grund, der Menschen in ihrem Handeln bremst, sehen Sie in der »Angst, sich hinzustellen und sich zum Affen zu machen«.

Da müssen wir Ihnen widersprechen. Wie Ihr GQ-Interview expressis verbis zeigt, kann man sich auch als nicht besonders gemochter Schwätzer ungebremst lächerlich machen.

Erwischt von Titanic

 SAP-Gründer Hasso Plattner!

SAP-Gründer Hasso Plattner!

Seit Sie in Ihrer Software-Klitsche nur noch im Aufsichtsrat sitzen, widmen Sie sich mit um so größerer Hingabe dem Mäzenatentum. Ihr neuestes Geschenk an die Stadt Potsdam ist das Museum Barberini, Nachbau des im 2. Weltkrieg zerstörten Palastes Barberini, ursprünglich Ende des 18. Jahrhunderts errichtet. Daß Sie eine Schwäche für solche Bauten haben, zeigte ja bereits Ihre mehrstellige Millionenspende für den Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses, heute Sitz des Landtages. Mit Ihrer – steuerlich sicher recht vorteilhaften – Stiftung haben Sie also maßgeblich dazu beigetragen, die Potsdamer Innenstadt von diesem schrecklichen Kriegsmakel zu befreien und im Sinne der guten alten Geschichtsklitterung in die gute alte Zeit zurückzuversetzen. Glückwunsch! Aber was ist ein Museum ohne Inhalt? Auch der findet sich in den Taschen Ihrer Spendierhose: Über die Jahre haben sich im Hause Plattner der ein oder andere Monet, Renoir, Richter und Kippenberger angesammelt, die nun mal endlich professionell abgestaubt und ausgestellt werden sollen. Und was ist Ihnen dabei besonders wichtig? Laut der Homepage des Museums: »Das Original erleben, die Begeisterung teilen.«

Darauf, Plattner, muß man erst mal kommen! Originale erleben – in einer monströsen Architekturfälschung!

Sorgt sich um Ihre Aura in Zeiten ihrer digitalen Reproduzierbarkeit: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Das Netflixbarometer informiert:

Stadt mit dem höchsten Pro-Kopf-Konsum von Fernsehserien: Bingen am Rhein.

Florian Kölsch

 Mißverständnis

Meine Freundin fragte mich kürzlich, was wohl meine größte Schwäche sei. Ich antwortete darauf, das sei wohl die Tatsache, daß ich zwar die Semantik einer Frage korrekt deuten könne, nicht aber die implizite Seite einer Frage. Ob ich denn ein Beispiel dafür nennen könnte, wollte sie wissen. Meine Antwort: ja.

Ernst Jordan

 Etikette

In Zeiten wie diesen sollte die einem geplanten Anschlag vorausgeschickte Bombendrohung als Zeugnis von Anstand und guten Umgangsformen gewertet werden.

Sebastian Klug

 Krahahahaha!

Daß Krähen noch intelligenter sind als allgemein angenommen, wurde mir neulich klar. Wie viele wissen, läßt das Vogeltier, schlau wie es ist, Nüsse auf harten Untergrund fallen, um sie so zu knacken. Als ich neulich an der Ampel stand und nur knapp von einer solchen Walnuß verfehlt wurde, dachte ich, das sei Zufall. Erst Stunden später fiel mir ein, daß es sich um den subtilsten Spott seit langem über meine Kahlköpfigkeit handelte.

Leo Riegel

 Witze im Weltraum

Irgendwie scheint sich bisher noch niemand darum gekümmert zu haben, denn die Genres der Fäkal- sowie der Kellnerwitze sind noch nicht im Zeitalter der Raumfahrt angekommen. Mal sehen, ob ich das ändern kann. Also: In der internationalen Raumstation schwebt neben dem einzigen Gast über Tisch 3 ein Teller. Sagt der Gast: Herr Ober, in meiner Suppe verglüht ein schwarzes Loch. Sagt der Ober: Nein, das ist nur etwas, was aus meinem Kotbeutel entwischt ist.

Theobald Fuchs