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Überschätzte Lebensmittel (XXXVII)

Heute: Rote Bete

"Vitaminbombe", "Wundermittel für den Körper" oder gar "Unbekannter Star! Nur wenige Nahrungsmittel sind noch gesünder" – so titelt die gleichgeschaltete Rübenpresse, die uns diese dickfleischige Pfahlwurzel die Gurgel hinunterwürgen will. "In Beten-Beeten wächst das Grauen", müsste es eigentlich heißen. Doch leider scheint sich die rote Rübe aus ihrem Oma- und Opafraß-Image in die trendigen Smoothie-Bowls für Hipstermägen hochzuwuchern.

Hämisch locken die deformierten Erdfurunkel mit sanfter Süße. Ihre wahre Fratze zeigen sie aber sofort bei der Zubereitung: Nach der Schlachtung des fleischigen Körpers watet man knöcheltief durch blutrote Lachen, als hätte man eine Blutkonserve mit einem Silvesterkracher in die Luft gesprengt. Aber wer tut so etwas? Blutkonserven in die Luft sprengen? Das ist doch krank! 

Und was wird aus den Amputaten dann zusammengepanscht? Gerichte wie Labskaus, Borschtsch und anderer Irrsinn, der so närrisch schmeckt, wie er klingt. Schon Märchen wie jenes von "Rübezahl" versuchen, davor zu warnen, was passiert, wenn man mit der bösen Bete und ihrem Clan in Berührung kommt: düstere Machenschaften im Untergrund, Erpressung und Entführung.

Selbst der große Naturforscher Gregor Mendel, sonst auf Du und Du mit allen Pflanzen seiner Zeit, spottete über die Rote Bete, die im Nachbargarten wuchs, mit folgendem Schüttelreim: Wenn ich den Kopf nach drüben reck, dann seh ich nichts als Rübendreck! Über all das darf uns ihr exorbitanter Gehalt an Vitamin-B, Kalium, Eisen und Folsäure niemals hinwegtäuschen! Also: Rüge der Rübe, Rache dem Rahner, Battle der Bete!

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Überschätzte Lebensmittel (XXXVI)

Heute: Bärlauch

Mit ihm zieht der Frühling ins Land, aber auch Gestank, Verderben, Tod: Bärlauch. Das krautige Krebsgeschwür tritt als Meister der Maskerade, Boss der Betrüger, Emir der Etikettenschwindler und viele weitere alberne Alliterationen auf. So lockt der Lauch vom Bären jedes Frühjahr Wildkräuter pflückende Rentner ebenso wie kurzsichtige Wald- und Wiesenpädagogen reihenweise in den sicheren Gifttod. Als Maiglöckchen- und Herbstzeitlosen-Lookalike schafft er Verwirrung und lacht sich dann einen, wenn diese Giftpflanzen statt ihm im nunmehr tödlichen Dip landen. Das brachte ihm auch den Spitznamen "Jack the Dipper" ein.

Doch nicht nur optisch bleibt Bärlauch eine bloße Kopie, verschafft sich keine eigene Identität. Auch geschmacklich und olfaktorisch schlägt er sich als drittklassiger Knoblauch-Imitator durch. Dabei hilft er nachweislich nicht einmal gegen Vampire (vgl. den Horror-Trash-Klassiker "Bärlauch vs. Dracula"). Schwefelhaltige Stoffe zeichnen für seine lebensverneinende "Würze" verantwortlich, die sich am besten als "in Eierfürzen fermentierte Kloakenpest" ("Gräuliche Kräuter", S. 1-1000) beschreiben lässt. Damit verhunzen Tausende Jahr für Jahr Suppen, Kräuterbutter, Pesto und ihr Leben.

Man möchte meinen, gegen dieses Unkraut sei kein Kraut gewachsen. Doch lassen sich mittlerweile erste Extinktions-Erfolge verbuchen. In Brandenburg und Hamburg konnte das Wildgemüse als vom Aussterben bedroht auf die Rote Einkaufsliste gesetzt werden. Dennoch muss die Politik dringend über die Einführung strenger "Nicht-Laucher-Zonen" nachdenken. Eine Übertretung sollte dann mit dem Tode durch Bärlauchüberdosis bestraft werden. Sonst bringt's ja nix!

 

 

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Überschätzte Lebensmittel (XXXV)

Heute: Meeresfrüchte

Wasserschnecken, Tintenfische, Muscheln, Garnelen, Krabben ... ein ungenießbares Panoptikum, eine geschmacklose Gewässer-Freakshow, ein Who-is-who des Igittigitt! Ob ihrer dichtungsringartigen Konsistenz, obszönen Farbenpracht und geschmacklichen Undefinierbarkeit gaben Seefahrer den Meeresfrüchten einen treffenden Spottnamen: "Haribo-Goldbären der Ozeane". Eine Vielzahl adriatischer Volkslieder besingt den uralten Mampfkampf "Mensch gegen Meeresfrucht". In einem heißt es frei übersetzt:

"Iss nie den Hummer / Das macht dir Kummer / Verzehr von Kraken / Der hat ’nen Haken / Und von Langusten / Wir kotzen mussten!"

Normalerweise verböte es der natürliche Selbsterhaltungstrieb, sich an diesem a-kulinarischen Kuriositätenkabinett zu laben. Doch im Überschwang des ersehnten Südurlaubs kommt es infolge einer zu hohen Dosis Sonne, Meeresluft und Freizeit zu Bestellungen wie: "Calamari Fritti und ordentlich Pommes!" Oder: "Spaghetti Frutti di Mare – auch mit ordentlich Pommes!" Danach ist es dem Urlauberopfer für mehrere Stunden unmöglich, sich zu bewegen. An den Terrassenplatz mit Meeresblick gefesselt versucht es hilflos, durch die ständig steigende Zufuhr von Grappa, Slibowitz, Ouzo, Rakı oder ähnlichem Nervengift die Magenkontraktion in den Griff zu bekommen. Dieses Frutti-Foltern hat System, erhöht es doch für den Tourismusort die Nächtigungszahlen (im Krankenhaus).

Und überhaupt: MeeresFRÜCHTE? Ein einziger Etikettenschwindel! Auch wenn diese Gerichte durch ihre vegetative Benennung Veganismus vorschützen, vertilgt man in Wahrheit eine Vielzahl tierischer Existenzen. Wer denkt schon an die Abermillionen Muschelmütter, Krabbengroßväter und Calamaricousinen, die tagtäglich auf Pizzen liebe Familienmitglieder verlieren? 

Also darf es uns nicht wundern, dass dereinst, wenn die Evolution Tintenfische, Hummer und Gedöns aus dem Wasser an Land und hoch in die Bäume übersiedeln lässt, sie grausam, aber gerecht Rache üben werden. Bis dahin bleibt tagelanges Sodbrennen Strafe genug.

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Überschätzte Lebensmittel (XXXIV)

Heute: Erdbeeren

Auch diesen Sommer stehen sie wieder in ihren kugelroten, gelbgetüpfelten Verschlägen alle paar Hundert Meter an jeder Landstraße: Spargelverkaufserprobte Erdbeerhändlerinnen und -händler mit ihrem marktübersättigten Angebot an 500-Gramm-Schälchen "aus eigener Ernte", "pflückfrisch" und/oder "direkt vom Feld" (Huelva, Spanien). Doch wer schon einmal heißhungrig den Frucht-Feinstaub-Klumpatsch vom Straßenrand gekostet hat, ist um jede deutsche Verkehrsachse, die mit einem Dieselfahrverbot belegt wird, dankbar. 

Wem als Kind jemals die scharlachrote Erdbeerzunge diagnostiziert wurde, dürfte der Appetit auf die eiterstippengleiche Bückware ohnehin längst vergangen sein. Dennoch hat sich beim Äpfel-Birnen-Vergleich die Erdbeere dank ihrer treibhaussüßen Perfidie einen der vorderen Plätze im Ranking der beliebtesten Obstsorten erschwindelt. Dabei zählt sie nach botanischen Feldstudien zu den Nüssen – und müsste, wenn es in der Flora gerecht zuginge, mit Macadamien oder Cashewkernen konkurrieren.

Selbst als Lustobjekt hat das als "frühreifes Früchtchen" unappetitlich kokettierende Quantitätsprodukt in Zeiten von Foodpornhub längst seinen Reiz verloren.

Zu allem Überfluss sind die Missstände in der Erdbeerernte nur allzu offensichtlich. Bei Dauerbeschallung mit "Strawberry Fields Forever" werden Saisonarbeiter, viele von ihnen noch Kinder, auf den Plantagen systematisch ausgebeutet und zahlen im Anschluss an ihre Plackerei bei den Großgrundbesitzern sogar noch drauf – alles direkt vor unserer Haustür! Von Politik und Landwirtschaft wird dies stillschweigend unter dem Deckmäntelchen "Zum Selberpflücken" versteckt und toleriert.

Die Erdbeere: Eine ganz dumme Nuss unter den Scheinfrüchten!

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Überschätzte Lebensmittel (XXXIII)

Heute: Rhabarber

Frivol und derb nach Aufmerksamkeit gierend reckt er seine abgegriffen blaßroten Blattstiele in die Supermarktregale: der Rhabarber. Diese Ingredienz einer Merdique Cuisine, diese krautige Kulturlosigkeit, diese kulinarische Rhabarbarei beweist stets ab April, daß sauer nicht lustig, sondern schlicht und einfach aggressiv macht. Zurecht zählt er botanisch zur Gattung der Unnutzpflanzen. Roh verzehrt schmeckt Rhabarber nach einer Vollholzleiste, der man zuvor noch Schwefelsäure injizierte. Er ist aber bei weitem nicht so bekömmlich. Seinen Opfern lauert er meist als fahler, roter Matsch alias Kompott auf. Auch wenn es dem „Gemächt des Teufels“ (volkstümliche Bezeichnung) vollen Herzens gegönnt sei, kleingehackt, enthäutet und zu Brei gekocht zu werden, genießbar ist er selbst dann nur durch die Zugabe einer Süßungsmittel-Überdosis: 1 g Rhabarber / 1 kg Zucker, so das empfohlene Mischverhältnis.

Der Vegetations-Wendehals will sich außerdem nicht entscheiden, ob er nun Obst oder Gemüse ist. Skrupellos gibt er sich nach belieben jene Form, die ihm gerade in die Blattrosette paßt. In Fachkreisen brachte ihm diese opportunistische Plastizität den Schandnamen „Rhabarbapapa“ ein. Sein wahres Antlitz deutet einzig der Familiennamen an, handelt es sich beim Rhabarber doch um ein „Knöterichgewächs“. Und „Knöterich“ könnte genauso gut eine norddeutsche Bezeichnung für Massenvergewaltiger und Serienkiller sein („Dat war ’n richtger Knöterich...“). Trendforscher irgendeiner Universität fanden kürzlich heraus, daß vermaledeite Hipster-Eliten schon bald dem Matetee abschwören, Rhabarber-Smoothies zum neuen In-Getränk ausrufen, sich diese literweise in Rhabar-Bars und Rockabilly-50s-Style Rha-Barbershops hinter die Bärte kippen und an der hohen Dosis Oxalsäure jämmerlich zu Grunde gehen werden.

Dann wäre der Rhabarber wenigstens für irgendetwas gut.

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Überschätzte Lebensmittel (XXXII)

Heute: Eier

Das Ei ist streng genommen gar kein Lebensmittel (da fängt es ja schon an). Kulinarisch gesehen zählt das Ei zur Kategorie Abfall/Sonstiges. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein klassisches Hühnerei, ein Wachtelei oder ein Marzipanei handelt. Seit Jahrhunderten zerbrechen sich Philosophen an der Frage, was denn nun wohl zu erst da war, das Huhn oder das Ei, die Eierköpfe. Ein völlig uninteressanter Ansatz, sollte doch in erster Linie darüber nachgedacht werden, was zu tun ist, damit das Ei irgendwann nicht mehr da ist. Wenn man es kocht, ist es entweder zu hart oder zu weich. Und wenn man einfach nur herzhaft hineinbeißen will, splittert und knarzt es zwischen den Zähnen. Zu alledem bekommt man Durchfall, wenn nicht gar eine Salmonellenvergiftung, da das Ei – als wäre die viel zu kalkhaltige Schale nicht schon genug – von Natur aus roh ist. Daß nun ausgerechnet zu hohen Feiertagen das Ei auf den Tisch gepackt und verzehrt wird, mag einem zynisch vorkommen. Dabei ist es typisch für das Ei. Das Ei ist ein Paradoxon: Man sagt ihm nach, es sei lecker, obwohl es ungenießbar ist. Eben war es noch hart, kurz darauf liegt es bereits flüssig auf den Küchenfliesen. Das Ei ist ein Rad mit Ecken. Nur eben in Eiform. Und in scheußlich.

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Überschätzte Lebensmittel (XXXI)

Heute: Lebkuchen

Jaja, Sie haben ihn schon Anfang Oktober in den Supermarktregalen erspäht und sich gleich auf Facebook oder Twitter darüber ausgelassen, daß ja noch gar nicht Weihnachten sei, ehe Sie Widerling sich zwölf Kilo davon geschnappt, bezahlt und zuhause speichelnd in den gierenden Mampfkerker geworfen haben: Lebkuchen. Daß sich das Kotimitat überhaupt "Kuchen" schimpfen darf, zählt zu den gewaltigsten Frechheiten der Dauerbackwarengeschichte, fehlt es dem Lebkuchen doch nicht nur an Genießbarkeit, sondern auch an allem, was kuchige Ästhetik ausmacht.

Reinster Spott ist auch das Präfix "Leb", wo der Verzehr dieser Speise gewordenen Menschenrechtsverletzung doch bekanntlich nichts als Unheil, Schmerz und letztlich Tod birgt. Kaum verwunderlich also, daß eine deprimierende Graustufenstadt wie Nürnberg sich auf die Herstellung dieses Appetitabregers spezialisiert hat. 

Verachten muß der kulturvolle Mensch den Lebkuchen zudem, weil er in Form eines Lebkuchenherzes provinzhumorigen Sprüchen als Medium dient, mit denen Provinzdeppen um lebkuchenfressende Provindeppinnen buhlen, die ob abstoßender Sentenzen wie "I bin dei Bärlischatzipupsihasi", "Für meine zuckersüße Honigmaus" oder "Ich liebe dich" allen Ernstes aufrichtig frohlocken. Noch schlimmer: Lebkuchenhäuser! Mann, in Lebkuchenhäusern wohnten einst Hexen! Doch während man die ja Gott sei Dank alle verbrannt hat, wurde der Lebkuchen unerklärlicherweise begnadigt und durfte fortleben – bis heute! Doch jetzt ist Schluß, ab heute wird boykottiert! Der Lebkuchen hat sein perniziöses Spiel lange genug mit uns getrieben. Ihn soll das ihm gebührende Schicksal ereilen, und wenn die Lebkuchenlobby ihn noch so oft als Impulsartikel in die Quengelzone am Kassenband packt! Verrotten und vergammeln soll er ein für alle Mal, so lang es bei diesem schier unverderblichen Teufelswerk auch dauern mag.

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 For fuck’s sake, George Clooney!

In einer englischen TV-Show erzählten Sie uns, dass Sie einmal vor Ihrer Haushälterin die »braune Windel« eines Ihrer Kinder aus dem Müll genommen hätten, um diese dann genüsslich auszulecken. »Sie lief schreiend weg!« feixten Sie. Und wenn Sie, Clooney, jetzt denken, dass an dieser Geschichte auch nur irgendetwas besser wird, weil Sie, wie Sie nachschoben, die Windel vorher mit Nutella präpariert hatten – dann irren Sie krankes Schwein sich aber gewaltig.

Begeben Sie sich in Behandlung! Titanic

 Gute Idee, Spektrum.de!

Die zukünftige Kolonialisierung des Weltalls und die dazu nötige Raketentechnologie kommt zwar auch dank privater Unternehmen ganz gut voran, doch nach oben ist natürlich – buchstäblich – keine Grenze gesetzt. Und so verkündetest Du, dass die Raumsonde New Horizons auf dem Kuipergürtelobjekt Ultima Thule Alkohol gefunden hat.

Damit wäre der erste Schritt für ein schnelleres Vorantreiben der Besiedlung getan. Jetzt müssen wir dieses Ergebnis nur noch der Schnapsnase Jean-Claude Juncker stecken, und in weniger als zehn Jahren ist jeder noch so kleine Asteroid durch die ESA auf Fusel abgeklopft und besiedelt.

Verneigt sich vor Deiner intergalaktischen Genialität: Titanic

 Hola, mexikanischer Drogenboss Joaquín »El Chapo« Guzmán!

Hola, mexikanischer Drogenboss Joaquín »El Chapo« Guzmán!

Weil Ihnen u.a. aufgrund jahrzehntelangen Kokainschmuggels in die USA dort eine lebenslange Haft droht, versuchen Sie nun, auf dem ebenso hart umkämpften Modemarkt Fuß zu fassen. Via Instagram kündigte Ihre Ehefrau Emma Coronel Aispuro Ihr gemeinsames Fashion-Label »JGL« an: »Ich habe ein Projekt für eine Modelinie. Ich will meinen und Joaquíns Stil voranbringen.«

Dass auch Ihre Haute Couture süchtig machen und zahlreiche Abnehmer finden wird, steht indes nicht zu bezweifeln – bei Ihrem feinen Näschen für guten Stoff!

War dagegen noch nie en vogue: Titanic

 Winfried Kretschmann!

Auch Sie haben die Schüler der Bewegung »Fridays for Future« dafür kritisiert, dass sie freitags nicht in die Schule, sondern für eine bessere Klimapolitik auf die Straße gehen. Die Proteste müssten früher oder später ein Ende finden und könnten »nicht ewig so weitergehen«, befanden Sie. Und: Auch Klimaschützer müssten sich an Regeln halten, es gelte die Schulpflicht.

Stimmt genau, Kretschmann, das haben Sie gut erkannt! Die Schüler müssen unbedingt wieder öfter in die Schule! Dann lernen sie noch viel schneller, dass einer wie Sie vollkommen unwählbar ist.

Strike! Titanic

 »Auto Motor und Sport«!

In Deiner Ausgabe vom 28. März hast Du den Audi R8 getestet und mit fünf von fünf Sternen bewertet. Da steht dann zum Beispiel unter »Umwelt« als Pluspunkt »geringe Umweltbelastung dank geringer Stückzahl« sowie, allen Ernstes, »nachhaltig, da voraussichtlich lange Nutzung«. Nun lässt sich derlei natürlich auch über Kreuzfahrtschiffe sagen, die es ja auch nicht in sooo hoher Zahl gibt und die immerhin ein paar Jahrzehnte halten.

Aber Minuspunkte hast Du in dieser Rubrik ebenfalls ausfindig gemacht, wenigstens einen: »Okay, sagen wir, wie es ist: sehr hoher Verbrauch«. Der aber letztlich wurscht ist, denn über dem Testkasten resümierst Du mit brutaler Ehrlichkeit: »Fünf Sterne? Aber der CO2-Ausstoß und der … egal. Einfach egal! Fünf Sterne verdient sich alleine schon der V10, weil er einer der letzten Sauger ist. Am besten heute fahren, morgen ist es zu spät.«

Haha, lustig. Und weißt Du was, »Auto Motor und Sport«, übermorgen ist es sogar noch später, weil wir alle zu tot sind, um Zehnzylinder-Monstren zu fahren.

Du saugst! Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Ehrliche Speisekarte

Ich fand es bemerkenswert, wie auf dem Menüplan zumindest im Diminutiv auf das Tierleid in der Fleischproduktion hingewiesen wurde: »Heute: Schwein-Elendchen«. Es war dann aber leider doch nur ein Tippfehler.

Jürgen Miedl

 Technikpionier

Dass meine Zeitmaschinen viel besser funktionieren als sämtliche Konkurrenzmodelle, ist nun wirklich keine Überraschung. Ich bau’ die Dinger ja schließlich schon seit 2069.

Andreas Maier

 Zwiebelschlaf, der:

tritt auf nach langen Kochsitzungen mit Zerschneidung von Zwiebelgewächsen. Aufgrund der Überanstrengung und Überessung erfolgt beschleunigtes abendliches Müdewerden. Da in den Augen aber immer noch (!) ätherische Zwiebelöle herumschwimmen, folgt direkt auf jedes noch so beiläufig-friedliche Zufallen derselben ihr unmittelbares, schreckbegleitetes und schmerzvoll-brennendes Wiederaufreißen. Kann sich bis drei Uhr morgens hinziehen und nur überwunden werden, indem die betroffene Person sich einen in Mixed-Pickles-Sud getränkten Waschlappen über den Kopf zieht und die Worte »Gelegenheit macht Zwiebel, jetzt reicht es aber mal« geheimnisvoll vor sich hinmurmelt, aus dem Fenster springt und selig auf dem Komposthaufen verschimmelt.

Adrian Schulz

 Neuer Ethik-Kodex

Um mehr Fairness im Online-Handel zu erreichen, schlage ich vor, dass profitmaximierende Abmahnanwälte hin und wieder auch mal etwas bei ihren Opfern bestellen.

Jan Guthmann

 Waschzwang

Ich wasche immer erst ab, wenn alle kleinen Löffel dreckig sind. Die gehen mir immer als erstes aus. Wenn ich also beim Morgenkaffee merke, dass ich keinen sauberen kleinen Löffel mehr habe, dann wird richtig krass abgewaschen. Zumindest ein kleiner Löffel.

Dorthe Landschulz

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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